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dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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741

Samstag, 18. Februar 2017, 18:54

Fortsetzung Nr. 403 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 110 Jahren:

16. 02. 1907:
[The Bronx, New York City, USA] Drei nach Einführung des elektrischen Betriebes auf der New York Central-Eisenbahngesellschaft entgleisen in New York mehrere Waggons am Zugende des Abend-Schellzuges nach White Plains in einem Bogen und stürzen um. Die beiden Loks und der vordere Zugteil bleiben im Gleis und kommen nach etwa 500 zum Stehen. Zuerst wird überhöhte Geschwindigkeit als Unglücksursache vermutet, doch bei den Untersuchungen über die Ursache des Unglücks stellt sich heraus, dass schadhafter Oberbau mit instabil liegenden Schwellen für den Unfall verantwortlich sind.
Opferbilanz: 23 Tote.

Vor 70 Jahren:

18. 02. 1947:
[Gallitzin, Bundesstaat Pennsylvania, USA] In Gallitzin entgleisen die beiden Loks des rd. 1 Std. verspäteten "Red Arrow-Express" in einem mit vmax. 50 km/h befahrbaren Bogen, stürzen eine 27 m hohe Böschung hinunter und reißen 7 der insgesamt 14 Reisezugwagen des Zuges mit in die Tiefe. Der Lokführer der Vorspannlok, der als einziger des Lokpersonals das Unglück überlebt, beteuert, nicht schneller als die erlaubten 50 km/h gefahren zu sein. Die Unfall-Untersuchungskommission kommt jedoch zum Ergebnis, dass der Zug ungefähr doppelt so schnell gewesen sein muss. Da dem Lokführer aber nicht eindeutig nachgewiesen werden kann, wesentlich zu schnell unterwegs gewesen zu sein, wird er nur wegen anderwärtiger geringfügiger Verstöße zur Verantwortung gezogen.
Opferbilanz: 24 Tote.

Vor 55 Jahren:

17. 02. 1962:
[Isenbüttel, BR Deutschland] Durch Steine, die bei Isenbüttel auf die Bahnstrecke Braunschweig–Wieren gelegt wurden, entgleist der Zug Pto 3131.
Opferbilanz: 3 Tote, 25 Verletzte.

22. 02. 1962: [Cari, Kolumbien]In der Nähe von Cari stoßt ein überfüllter Reisezug mit einem Güterzug zusammen. Alle Opfer befinden sich in den ersten vier Waggons des Reisezuges.
Opferbilanz: 40 Tote, 67 Verletzte.

Vor 30 Jahren:

17. 02. 1987:
[Sao Paulo, Brasilien] In Sao Paulo stoßen bei strömenden Regen zwei überfüllte Pendlerzüge zusammen. Die Rettungsarbeiten gestalten sich auf Grund der Regenfälle sehr schwierig. Als Unfallursache wird ein Mix aus fehlerhafter Weichenstellung, falscher Signalstellung und menschlichem Versagen genannt.
Opferbilanz: 69 Tote, über 150 Verletzte.

Vor 15 Jahren:

20. 02. 2002:
[Ayyat, Ägypten] Bei dem Eisenbahnunfall von Ayyat brennt nach der Explosion eines Gasbehälters ein Zug der Ägyptischen Staatsbahnen zur Hälfte aus. Dies ist der schwerste Eisenbahnunfall in der Geschichte Ägyptens.

Ausgangslage: Der Zug ist mit elf Wagen von Kairo nach Luxor unterwegs, wobei der hintere Teil des Zuges aus Wagen der 3. Klasse besteht. Diese haben offiziell eine Kapazität für jeweils 150 Passagiere, sind aber überbesetzt. Sie sollen wegen des anstehenden Islamischen Opferfestes zu 100 % überbelegt sein. Die Fenster der Fahrzeuge sind vergittert.

Unfallhergang: Gegen 2:00 Uhr explodiert im fünften Wagen eine Gasflasche. Da es bei Reisenden in Ägypten üblich ist, sich selbst mit Hilfe von Gasflaschen während der Eisenbahnfahrt Heißgetränke herzustellen, soll es sich um eine solche privat mitgeführte Gasflasche handeln. Nach anderen Quellen soll es eine defekte elektrische Leitung gewesen sein, die den Brand auslöst. Der genaue Ablauf des auslösenden Ereignisses lässt sich im Nachhinein nicht mehr klären. Das Feuer breitet sich im Zug durch den Fahrtwind und die offenen Fenster sehr schnell nach hinten. Sofort fällt der Strom und die Beleuchtung im Zug aus. Sieben Wagen brennen völlig aus. Da es weder eine Kommunikationsmöglichkeit zwischen dem Lokomotivführer und dem Zug noch eine funktionierende Notbremse gibt, bemerkt der Lokomotivführer nicht sofort nach dem Ausbruch des Feuers, dass der Zug, den er fährt, in Flammen steht. Erst nach 7 km, im Bahnhof von Al Ayyat, etwa 50 km südlich von Kairo, brimgt er ihn zum Stehen.

Folgen: Laut offiziellen Angaben soll es 383 Tote geben, darunter mindestens auch 44 Reisende, die vom fahrenden Zug abspringen. Es gibt aber keine Möglichkeit, die genaue Zahl der Reisenden in dem Zug zu ermitteln. Angesichts der Überbelegung des Zuges und des Ablaufs des Unfalls erscheint die Zahl der Opfer aber relativ niedrig und es wird der Verdacht geäußert, es handele sich um eine politische Zahl, um angesichts der Katastrophe die Reputation der ägyptischen Regierung nicht weiter zu beschädigen. Der ägyptische Verkehrsminister Ibrahim El-Demeiri muss im folgenden Monat wegen des Unfalls zurücktreten.
Opferbilanz: Mindestens 383 Tote und eine unbekannte Anzahl Verletzter.

V0r 10 Jahren:

18. 02. 2007:
[Diwana, Indien]

Ausgangslage: Das Verhältnis der beiden Staaten Indien und Pakistan ist seit deren Trennung nach Auflösung der Kolonie Britisch-Indien 1947 gespannt. Der Samjhauta Express ist ein internationaler Schnellzug, der zwei Mal wöchentlich die Städte Neu-Delhi (Indien) und Lahore (Pakistan) verbindet.

Geschehen: Um 23:53 Uhr explodieren in zwei voll besetzten Großraumwagen der unteren Wagenklasse („Unreserved Coaches“), die zudem noch mit Gepäck vollgestopft sind, am Ende des Zuges mehrere Bomben, als der Zug mit etwa 100 km/h in den Bahnhof von Diwana im Bundesstaat Haryana, hineinfährt, sich also noch auf indischem Gebiet bewegte. Die beiden Personenwagen geraten sofort in Brand. Das Personal des Bahnhofs veranlasst den Halt des Zuges am nächst erreichbaren Signal. Die Situation wirde dadurch verschlimmert, dass die beiden betroffenen Wagen keine Übergänge zu benachbarten Wagen haen, den Reisenden also jeder Fluchtweg abgeschnitten ist.

Folgen: Die meisten Opfer sind pakistanische Staatsbürger. Darüber hinaus sterben Mitglieder des indischen Zugpersonals und Bewachungskräfte. Bei der anschließenden Untersuchung werden drei weitere Kofferbomben entdeckt, die nicht detonierten.

Es setzen sofort Spekulationen über die Urheber des Anschlags ein, ohne dass sich jemand dazu bekennt oder dass die Ermittlungen einen eindeutigen Aufschluss über den Hintergrund der Tat erbringen. Eventuell steht er im Zusammenhang mit dem Besuch des pakistanischen Außenministers, Khurshid Mahmud Kasuri, am nächsten Tag in Neu Delhi, der damit die Friedensgespräche zwischen den beiden Staaten wieder aufnimmt.
Opferbilanz: 68 Tote, 50 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia.

KFNB X

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Dienstag, 21. Februar 2017, 12:03

Mit recht wenig Aufsehen (bis auf eine Presseaussendung vom VOR) feierte die Schnellbahn Wien vor gut einem Monat ihr 55 jähriges Dasein.

KFNB X

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Freitag, 24. Februar 2017, 17:27

Vor 10 Jahren:

21. Februar 2007:
Der bis jetzt letzte Unfall am National Rail - Netz in GB mit tödlichen Ausgang für Mitreisende oder Fahrpersonal: Aufgrund einer schadhaften Weiche entgleist ein Teil eines Pendolino von Virgin West Coast. Im Krankenhaus erlag dann eine 84-jährige Reisenden ihren Verletzungen.

dr. bahnsinn

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744

Freitag, 24. Februar 2017, 18:24

Vor 10 Jahren:
21. Februar 2007:
Der bis jetzt letzte Unfall am National Rail - Netz in GB mit tödlichen Ausgang für Mitreisende oder Fahrpersonal: Aufgrund einer schadhaften Weiche entgleist ein Teil eines Pendolino von Virgin West Coast. Im Krankenhaus erlag dann eine 84-jährige Reisenden ihren Verletzungen.

Untenstehende Tabelle zeigt sehr anschaulich den starken Rückgang der in Großbritannien bei Eisenbahnunfällen getöteten Personen in den vergangenen 50 Jahren:

Quelle: www.railwaygazette.com

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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745

Samstag, 25. Februar 2017, 20:02

Fortsetzung Nr. 404 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 100 Jahren:

27. 02. 1917:
[Mount Union, Bundesstaat Pennsylvania, USA] Bei Mount Union fährt ein Güterzug in voller Fahrt auf einen liegengebliebenen Reisezug auf. Dabei wird ein Pullmanwaggon, obwohl eine Stahlkonstruktion, total zusammengestaucht. Alle Insassen dieses Waggons werden dabei getötet. Unfallursache: Missachtung des Halt zeigenden Signals durch den Lokführer des Güterzuges. Bei der Unfalluntersuchung stellt sich heraus, dass der Lokführer des Güterzuges nach dem vorangegangenen fünfzehnstündigen Dienst nur fünf Stunden geschlafen hat.
Opferbilanz: 20 Tote.

Vor 70 Jahren:

25. 02. 1947:
Auf der Hachikō-Linie zwischen den Bahnhöfen Higashi-Hannō und Komagawa, etwa 30 km westlich von Tokio, entgleist ein überfüllter Personenzug in einem Gefälle von 20 ‰ und stürzt um. Ursache ist überhöhte Geschwindigkeit infolge mangelnder Bremsung. Die alten Reisezugwagen mit hölzernen Aufbauten tragen wesentlich zum Ausmaß des Unglücks bei. Bis 1955 werden alle Wagen mit hölzernen Aufbauten ersetzt.
Opferbilanz: 184 Tote, ca. 800 Verletzte

Vor 60 Jahren:

25. 02. 1957:
[Cordoba, Argentinien] Auf Grund überhöhter Geschwindigkeit entgleist in der Nähe von Cordoba ein mit Touristen voll besetzter Zug in einem engen Bogen, wobei sieben Waggons umstürzen.
Opferbilanz: Ca. 40 Tote, über 100 Verletzte.

Vor 55 Jahren:

01. 03. 1962:
[Trebbin, ex DDR] In der Nähe der Stadt Trebbin löst sich das Ladegut eines Militärzugs, beschädigt einen entgegenkommenden Schnellzug und bringt den eigenen Zug zum Entgleisen. Mehr als 70 Todesopfer werden angenommen.

Ausgangslage:Ein Militärzug der Sowjetarmee, der aus etwa 15 Flachwagen, die ca. 30 Panzer des Typs T-55 geladen haben, und weiteren sieben oder acht gedeckten Güterwagen, die mit je 30 bis 50 Mann eines Panzerbataillons besetzt sind, ist in Richtung Berlin auf der Anhalter Bahn unterwegs. Zwei Panzer stehen jeweils auf einem Wagen, wobei die Kanonenrohre in Fahrtrichtung gerichtet sind. In der Gegenrichtung ist mit 120 km/h ein D-Zug des Städteschnellverkehrs Berlin–Leipzig in Richtung Leipzig unterwegs.
Unfallhergang:Aus ungeklärter Ursache löst sich die Turmarretierung eines Panzers, so dass das Kanonenrohr zur Seite und in das Lichtraumprofil des Gleisess der Gegenrichtung schwenkt. In diesem Moment begegnen sich kurz vor 19:00 Uhr die Züge etwa auf Höhe des schienengleichen Bahnübergangs der F 101 (Schrankenposten 39) nahe dem Ortsteil Kliestow der Stadt Trebbin. Das Kanonenrohr streift zuerst die Dampflokomotive und schlitzt dann drei oder vier D-Zug-Wagen seitlich auf. Dabei wird ein Reisender des D-Zugs erfasst, aus dem Zug geschleudert und getötet. Durch die Kollision kippt der Panzer vom Flachwagen, auf dem er stand, fällt ins Gleisbett und bringt die nachfolgenden Wagen des Militärzuges zum Entgleisen. Sie verkeilen sich ineinander und türmen sich auf.
Folgen: Der Reisende des D-Zugs ist das einzige offiziell von den Medien der DDR erwähnte Todesopfer. Allerdings werden zahlreiche sowjetische Militärangehörige in den Mannschaftswagen zum Teil tödlich verletzt. Über deren Zahl gibt es von deutscher wie von sowjetischer Seite keinerlei Angaben. Vielmehr wird von offizieller Seite alles versucht, das Geschehen geheim zu halten und zu vertuschen. Nach Augenzeugenberichten der am Unfallort eingesetzten Rettungskräfte sollen die Zahl der Toten zwischen 70 und 90 Soldaten liegen. Wie viele der in umliegende Krankenhäuser transportierten Verletzten später noch an den Folgen des Unfalls sterben, wird ebenfalls nicht bekannt.
Opferbilanz: 70 bis 90 Tote.

Vor 40 Jahren:

28. 02. 1977:
[Barcelona, Spanien] Auf der Vorortebahn Ferrocariles Catalanes stoßen ca. 20 km vom Stadtzentrum Barcelona entfernt zwei Vorortezüge frontal zusammen. Der Richtung Stadt fahrende Zug ist mit Arbeitern des SEAT-Autowerkes voll besetzt, die auf dem Heimweg von ihrer Arbeitsschicht sind.
Opferbilanz: 22 Tote.

Vor 15 Jahren:

27. 02. 2002
[Godhra Junction, Indien] Brandanschlag auf Pilgerzug. Aus einer Menschenmenge, die sich hauptsächlich aus Muslimen zusammensetzt, wird im Bahnhof Godhra Junction ein mit hinduistischen Pilgern besetzter Zug angegriffen. Die Pilger kommen aus Ayodhya und gehören überwiegend der Bewegung Vishva Hindu Parishad an, die dort 1992 die Babri-Moschee abgerissen hat, um dort den hinduistischen Ram-Janmabhumi-Tempel (wieder) zu errichten. In einen Wagen des Zuges wird Petroleum gegossen und angezündet. Der Anschlag ist die Initialzündung für größere Unruhen und Pogrome gegen Muslime im Bundesstaat Gujarat, bei denen 1000 – 2000 Menschen ums Leben kommen.
Opferbilanz: 59 Tote, 48 Verletzte.

Vor 5 Jahren:

22. 02. 2012:
Estación Once de Septiembre, Buenos Aires, Argentinien] Fahrt eines Zuges gegen einen Prellbock.
Ausgangslage: Im morgendlichen Berufsverkehr fährt der mit ungefähr 1000 Reisenden besetzte Zug Nr. 3772 aus Moreno in Richtung Estación Once de Septiembre – ein Kopfbahnhof in Buenos Aires. Der Zug ist der achtteilige Nahverkehrstriebwagen Nr. 16 der Eisenbahngesellschaft Trenes de Buenos Aires.
Unfallhergang: Bei der Einfahrt in den Bahnhof versagen die Bremsen des Zuges teilweise, er fährt mit 50 km/h viel zu schnell in den Kopfbahnhof ein. Viele Reisende sind im Zug schon nach vorne durchgelaufen, um bei der Ankunft näher am Ausgang zu sein. Der Zug trifft um 8 Uhr 33 mit etwa 25 km/h auf den Prellbock auf. Dabei wird das erste Segment des Triebwagens eingedrückt und beschädigt. Die beiden folgenden Wagen werden zusammengepresst und ineinander geschoben. Hier sterben auch die meisten Menschen. Viele werden durch herumfliegende Metallteile und das Glas zerplatzender Fenster verletzt. Waggondächer werden vom Rumpf des Zuges abgetrennt. Der Lokomotivführer übersteht den Unfall mit Verletzungen.
Folgen: 51 Menschen sterben bei dem Aufprall, mindestens 703 werden darüber hinaus verletzt. Dies ist der drittschwerste Eisenbahnunfall in der Geschichte Argentiniens, nur übertroffen durch den Eisenbahnunfall von Benavídez (236 Tote, 368 Verletzte) und den Unfall des „Estrella del Norte“ am 25. Februar 1978 mit 55 Toten.
Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner, der Bürgermeister von Buenos Aires, Mauricio Macri, und der Gouverneur der Provinz Buenos Aires, Daniel Scioli, rufen zwei Tage Staatstrauer aus und sagen die Festlichkeiten des Sommerkarnevals ab.

Für die Eisenbahngesellschaft Trenes de Buenos Aires ist dies der zweite schwere Unfall mit Toten innerhalb eines halben Jahres, nachdem bei einem Unfall im Bahnhof Flores am 13. September 2011 elf Menschen starben. Bei diesem Unfall waren ein Bus und zwei Züge beteiligt. Der Eisenbahngesellschaft wird aufgrund des Unfalls in der Estación Once de Septiembre am 24. Mai 2012 die Betriebsgenehmigung entzogen und der Eisenbahnbetrieb staatlicher Regie unterstellt. Er wird seit dem auf beiden von der Bahngesellschaft ehemals betriebenen Linien von der Unidad de Gestión Operativa Mitre Sarmiento (UGOMS) durchgeführt.

Eine große Zahl von Mitarbeitern der Bahngesellschaft und der Verkehrsverwaltung werden vor einem Strafgericht angeklagt. Gegen 21 Angeklagte werden Gefängnisstrafen verhängt, darunter gegen den früheren Chef der Bahngesellschaft, Claudio Cirigliano, neun Jahre, den Lokomotivführer dreieinhalb Jahre, den früheren Verkehrsminister Juan Pablo Schiavi acht Jahre, seinen Vorgänger Ricardo Jaime sechs Jahre Haft.
Opferbilanz: 51 Tote, 703 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr und Liste von Anschlägen im Schienenverkehr.

dr. bahnsinn

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Samstag, 4. März 2017, 18:51

Fortsetzung Nr. 405 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 65 Jahren:

04. 03. 1952:
[Anchieta, Brasilien] Zwischen den Bahnhöfen Anchieta und Olinda fährt ein Güterzug in zwei entgleiste, hölzerne Personenwagen eines überbesetzten Vorortzuges.

Ausgangslage: Gegen 8 Uhr 40 am Morgen des Unfalltages fährt auf einer Bahnstrecke der Estrada de Ferro Central do Brasil (Brasilianische Zentraleisenbahn) ein von einer Dampflokomotive gezogener, überfüllter Vorortzug mit geringer Geschwindigkeit beim Bahnhof Anchieta über den Fluss Pavuna. Anchieta liegt etwa 30 km nördlich des Stadtzentrums von Rio de Janeiro. Es ist zu dieser Zeit üblich, dass diese Züge völlig überbesetzt sind, Fahrgäste auf den Dächern der Personenwagen sowie zwischen und unter den Wagen mitreisen. Das Gleis, über das der Zug fährt, weist einen Schienenbruch auf, der daraus resultiert, dass hier viel schwerere Züge verkehren, als die, für die die Strecke ausgelegt ist.

Unfallhergang: Zwei alte Wagen in Holzbauart des Personenzuges entgleisen bei der Überfahrt über den Schienenbruch und stürzen auf das Gleis für den Verkehr der Gegenrichtung. Unmittelbar nach diesem Unfall fährt ein von einer Elektrolokomotive gezogener Güterzug, der in der Gegenrichtung verkehrt, in die beiden entgleisten Wagen hinein, zertrümmert sie und schiebt sie ineinander. Augenzeugen berichten, dass dabei Menschen in alle Richtungen geschleudert wurden.

Folgen: Der Lokomotivführer der Dampflokomotive begeht mit seiner Maschine Fahrerflucht. Grund dafür ist eine strafrechtliche Bestimmung, nach der ein Lokomotivführer, der an der Unfallstelle oder 48 Stunden danach festgenommen wird, zeitlich unbegrenzt in Untersuchungshaft genommen werden kann, danach aber in Freiheit bleibt, wenn er nicht verurteilt wird.

Die Estrada de Ferro Central do Brasil, eine Staatsbahn, ist bekannt für den verrotteten Zustand ihrer Eisenbahninfrastruktur. Fast täglich gibt es tödliche Unfälle und allein im Jahr 1950 werden 1442 Entgleisungen verzeichnet. Dies ist der dritte, schwere Unfall mit mehr als fünfzig Toten in Brasilien innerhalb eines Jahres.

Der Unfall führt zu einem öffentlichen Aufschrei, der von der brasilianischen Presse angeführt wird. Der Bahnhof Dom Pedro Segundo in Rio de Janeiro muss gegen Demonstranten durch die Polizei geschützt werden. Der Untersuchungsbericht der Eisenbahngesellschaft kommt zum Schluss, dass die Bahn sich in einem bedauernswerten und gefährlichen Zustand befinde. Staatspräsident Getúlio Vargas ordnet daraufhin die sofortige Instandsetzung von 200 km Strecke an, von denen bekannt ist, dass sie sich in einem gefährlichen Sicherheitszustand befinden. Weiters werden 200 neue elektrische Lokomotiven und eine Anzahl neuer Wagen beschafft, um die Sicherheit und die Verlässlichkeit der Eisenbahn zu erhöhen. Finanziert wird das durch im Ausland ausgegebene Anleihen.
Opferbilanz: 119 Tote, mindestens 250 Verletzte.

Vor 60 Jahren:

04. 03. 1957:
[Mandalay, Burma, heute Myanmar] Zwischen Mandalay und Rangun entgleist auf Grund eines Sabotageaktes, nachdem Verhandlungen zwischen Aufständischen und der Regierung gescheitert waren.
Opferbilanz: Über 30 Tote.

Vor 45 Jahren:

02. 03. 1972:
[Ingolstadt, BR Deutschland] Der aus beladenen Kesselwagen bestehende Übergabezug Üg 18263 erhält in Ingolstadt Hbf keine Einfahrt und bleibt vor dem Einfahrsignal aus Richtung Ingolstadt Nord stehen. Der Schluss des Übergabezuges ist unbeleuchtet, da auf dem Gelände der Raffinerie, aus der der Zug kommt, keine Petroleumlaternen verwendet werden dürfen und auch nachträglich keine Zugschlussbeleuchtung angebracht wurde.
Ein zur gleichen Zeit aus Donauwörth einfahrender Triebwagen hat eine Störung am Achszähler verursacht, zu deren Behebung ein Blockeingriff erforderlich ist. Dabei gibt der Fahrdienstleiter in Ingolstadt Hbf irrtümlich den Block aus Ingolstadt Nord frei. Dort erhält daraufhin Durchgangsgüterzug Dg 6563 Ausfahrt und fährt wenig später mit einer Geschwindigkeit von 60 km/h auf den stehenden Kesselzug auf, von dem insgesamt 20 Wagen in Brand geraten oder explodieren. Die Asphalt-Ladung eines Wagens zerstört eine Schule für Blindenhunde, ein anderer Wagen entgleist, fährt in ein ehemaliges Bahnwärterhaus und explodiert dort mit einer 100 m hohen Stichflamme. Durch brennendes Öl, das in die Kanalisation gelangt, werden mehrere Autos in Brand gesetzt. Der Lokführer des auffahrenden Zuges wird beim Aufprall im Führerhaus eingeklemmt und verbrennt. Auch die beiden Bewohner des Bahnwärterhauses sterben. Für die nachfolgenden schwierigen Bergungsarbeiten muss das angrenzende Stadtviertel evakuiert werden. Wenige Stunden nach dem Unfall nimmt sich der Fahrdienstleiter, der das Unglück auslöste, das Leben.
Opferbilanz: 4 Tote.

Vor 20 Jahren:

03. 03. 1997:
[Mirshah, Pakistan] Im Bahnhof von Mirshah steht in einem Stumpfgleis ein Zug, eine Lokomotive mit fünf Wagen. Das Gleis ist am Abschluss mit einem Prellbock versehen. Der Zulfikar Express, von Lahore nach Karatschi unterwegs, muss auf seinem Weg den Bahnhof von Mirshah passieren.

Der in den Bahnhof einfahrende Zulfikar Express wird nach einem Bremsversagen in das Stumpfgleis geleitet, um einen Frontalzusammenstoß mit einem entgegenkommenden Zug zu vermeiden. Dort stößt er mit dem dort stehenden Zug zusammen. Der stehende Zug wird dabei zwischen dem auffahrenden Schnellzug und dem Prellbock zerquetscht und zertrümmert. Zwei Wagen des Zulfikar Express werden ebenfalls zerstört.
Opferbilanz: 125 Tote.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
Wikipedia, Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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Samstag, 11. März 2017, 18:05

Fortsetzung Nr. 406 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 160 Jahren:

12. 03. 1857:
[Desjardins-Kanalbrücke bei Hamilton, Provinz Ontario, Kanada] Ein Zug der Great Western Railway ist mit etwa 100 Reisenden an Bord von Toronto nach Hamilton unterwegs. Er besteht aus der Lokomotive „Oxford“ mit folgendem Schlepptender, einem Gepäckwagen und zwei Reisezugwagen der ersten Wagenklasse. Die Lokomotive „Oxford“ ist erst sechs Tage zuvor einer Generalrevision unterzogen und auch unmittelbar vor Antritt der Unglücksfahrt noch einmal inspiziert worden.
Die Strecke führt kurz vor Hamilton mit einer Drehbrücke über den Desjardins-Kanal. Die Brücke ist eine Holzkonstruktion. Bei der Überfahrt über die Brücke oder kurz zuvor bricht die vorderste Achse der Lokomotive. Die Lokomotive entgleist, kippt gegen tragende Elemente der Brückenkonstruktion und zerstört sie. Die Brücke gibt daraufhin nach und der Zug stürzt in den noch unter einer Eisdecke liegenden Kanal. Die Lokomotive durchbricht das Eis und versinkt vollständig unter der Wasseroberfläche. Zahlreiche Menschen ertrinken oder sterben durch Unterkühlung. Darüber hinaus gibt es eine Anzahl Verletzter.
Die Unfallursache wird vom 13. März bis zum 8. April durch den Coroner und eine Jury in zahlreichen Sitzungen untersucht. Diese kommen zu dem Schluss, dass die entgleisende Lokomotive tragende Strukturen der Brücke so beschädigte, worauf diese einstürzt. Die Ursache des auslösenden Achsbruchs kann nicht geklärt werden. Die Konstruktion der Brücke wird als für den normalen Bahnverkehr für ausreichend erachtet. Sie war aber für den Fall einer Entgleisung nicht ausgelegt. Die Jury empfiehlt den Bau einer stärkeren Brücke an dieser Stelle und eine gesetzliche Regelung, dass Züge vor der Einfahrt in bewegliche Brücken zunächst anhalten müssen.
Opferbilanz: 59 Tote, zahlreiche Verletzte.

Vor 60 Jahren:

15. 03. 1957:
[Kuurila, Finnland] Während eines heftigen Schneesturmes stoßen in der Nähe der ca. 130 km nördlich von Helsinki gelegenen Ortschaft Kuurila der von einer Dampflok gezogene Nachtzug P 64 Tornio - Helsinki mit dem Triebwagenzug MP 41 von Helsinki nach Pori frontal zusammen, wobei durch die Wucht der schweren Dampflok der Triebwagen total zerstört wird. Die meisten Opfer befinden sich in den Trümmern des Triebwagens. Unfallursache: Durch den Schneesturm sind die Signale ausgefallen und der Betrieb muss im traditionellen signallosen Verfahren abgewickelt werden. Dabei kommt es zwischen den Fahrdienstleitern der Bahnhöfe Toijala und Hämeenlinna zu einem Mißverständnis und beide Züge werden gleichzeitig abgelassen, sodass es auf freier Strecke zum Zusammenstoß kommt. Dieser Unfall ist das schwerste Zugunglück in Finnland zu Friedenszeiten. Auf Grund der Abgeschiedenheit der Unfallstelle können die Rettungskräfte nur mit Pferdeschlitten und Skiern zu den verunfallten Zügen vordringen.
Opferbilanz: 26 bzw. 28 Tote (je nach Quelle), darunter auch der Lokführer der Dampflok, 50 Verletzte.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

dr. bahnsinn

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Samstag, 18. März 2017, 18:19

Fortsetzung Nr. 407 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 105 Jahren:

18. 03. 1912:
Bei einer Kesselprobe an einer frisch ausgebesserten Dampflok explodiert im Ausbesserungswerk in San Antonio (Bundesstaat texas, USA) der Kessel. Dabei werden mehrere Gebäude in der Umgebung schwer beschädigt. Ein 7 Tonnen schwerer Kesselteil wird 360 m weit weggeschleudert, ein ca. 400 kg schwerer Kesselteil fliegt 1,5 km weit und beschädigt ein Wohnhaus. Auf Grund der Tatsache, dass es im Ausbesserungswerk gerade einen Arbeitskonflikt zwischen Geschäftsführung und Belegschaft gibt, wird zunächst von einer Sabotage ausgegangen. Angesichts der Art der Zerstörung des Kessels kommt die Untersuchungskommission allerdings zur Ansicht, dass schlicht und einfach Wassermangel die Ursache für die Explosion gewesen sein dürfte.
Opferbilanz: 28 Tote, 40 Verletzte, die höchste Opferzahl bei einer Kesselexplosion.

Vor 35 Jahren:

17. März 1982
[Bàu Cá, Vietnam] Entgleisung wegen überhöhter Geschwindigkeit. Ein zu schnell fahrender Zug von Nha Trang nach Ho-Chi-Minh-Stadt entgleist hinter dem Bahnhof von Dau Giay bei Bàu Cá bei Streckenkilometer 1652 der Bahnstrecke Hanoi–Ho-Chi-Minh-Stadt in der Provinz Dong Nai. In einem acht Kilometer langen Gefälle von 15 ‰ durchfährt der Zug einen engen Bogen mit der überhöhten Geschwindigkeit von 100 km/h. Die Lokomotive und elf oder zwölf Wagen entgleisen, stürzten um und kommen etwa 20 Meter vom Gleis entfernt zu liegen. 10 Jahre später, 1992, wird die Strecke an dieser Stelle umgebaut und der Bogenradius vergrößert.
Opferbilanz: Über 200 Tote, darunter die beiden Lokführer.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.