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dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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1

Samstag, 18. März 2017, 12:41

[KURIER] Unfall-Untersuchungsbehörde wird umstrukturiert

Von einer "Auflösung", wie der KURIER schlagzeilt, kann keine Rede sein, sondern lediglich ein Umbau. Nachzulesen hier.

KFNB X

Direktor

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2

Sonntag, 19. März 2017, 14:40

Zitat

Aber bei Neuaufnahmen soll auf Bahntechniker zurückgegriffen werden, die an Fachhochschule St. Pölten ausgebildet werden.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies nicht zulässig ist. Auch habe ich Zweifel, ob die Qualität / das Niveau dafür ausreichend ist.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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3

Sonntag, 19. März 2017, 17:20

Zitat

Auch habe ich Zweifel, ob die Qualität / das Niveau dafür ausreichend ist.

Diese Aussage wird den Departmentleiter Otfried Knoll nicht freuen. Aber du hast Recht. Theoretisches Fachwissen allein reicht für die Unfallforschung nicht aus. Zumindest ein paar Jahre Praxis im Fahrbetrieb und im Infrastrukturbeich bei einem EVU sollte verpflichtend sein.

Zitat

die an der Fachhochschule St. Pölten ausgebildet werden.

Bei dieser Aussage gehe ich davon aus, dass die FH St. Pölten nur beispielhaft genannt wurde. Die Beschränkung der Aufnahme auf Absolventen dieser FH wäre rechtlich nicht haltbar.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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4

Mittwoch, 22. März 2017, 11:47

Der KURIER legt noch einmal nach:

Kritik an mangelnder Bahnsicherheit

22.03.2017, 06:00, Dominik Schreiber

Am Montag stießen wieder zwei Züge gegeneinander – es ist höchste Eisenbahn für eine Aufarbeitung.

Zug-Zusammenstöße, Geisterzüge, die völlig schief gelaufene Evakuierung eines deutschen ICE im Tunnel, vertuschte Unfälle, reihenweise verloren Bauteile auf der Tempo-230-Strecke. Kaum eine Woche vergeht ohne gröberen Vorfall im österreichischen Schienennetz.

Am Montagabend kollidierten erneut eine Schnellbahn und ein Güterzug bei Süßenbrunn an der Wiener Stadtgrenze. Verletzt wurde niemand. Vieles deutet darauf hin, dass der Schnellbahn-Triebfahrzeugführer ein Stoppsignal überfahren hat. Am gleichen Ort, nur eine Weiche daneben, kollidierten 1991 gleich drei Züge. Damals gab es vier Tote. Anschließend wurden die Signale überarbeitet.

Am Montag krachte es an der Wiener Stadtgrenze Nicht nur gefühlt, sondern tatsächlich ist die Zahl der Bahnunfälle in Österreich zuletzt gestiegen – von 2014 auf 2015 etwa um 27 Prozent. Die Bilanz für das Vorjahr wird erst im Mai vorliegen. In den vergangenen Jahren wurde von den ÖBB versucht, die Schwere der Unfälle herabzuspielen. Erst vor einigen Tagen ist ein Zwischenbericht zu einem Vorfall mit einem verlorenen Kompressor in Wiener Neustadt im Ostermontag 2016 erschienen.

Erheblicher Sachschaden

Entgegen bisheriger Beteuerungen der ÖBB, das sei bei Schrittgeschwindigkeit passiert und es habe keine Entgleisung gegeben, hält das Papier fest: Die S-Bahn war mit 40 km/h unterwegs und das Triebfahrzeug ist mit allen Achsen entgleist. Der Sachschaden war erheblich, es gab Gleissperren und Züge fielen aus. Dass es keine Verletzten gab, dürfte an Zufall grenzen.

Noch schlimmer war die Lage beim Zusammenstoß in einem Tunnel am Semmering im Dezember 2015 – dort erfuhr die Polizei erst via Verkehrsnachrichten, dass sich 21 Waggons ineinander verkeilt hatten.

Alle diese Vorfälle haben eines gemeinsam: Erst durch Medienberichte und teils umfangreiche Recherchen wurden sie bekannt und erst danach wurde entschieden gehandelt. So wurden die 26 baugleichen Schnellbahnen – wie jene, die den Kompressor verloren hat – vom Verkehrsministerium einer Sicherheitsüberprüfung zugeführt. Allerdings erst vier Tage nach dem Vorfall – genau nach dem ersten KURIER-Bericht dazu. Vieles deutet darauf hin, dass die Sicherheit derzeit nicht auf Schiene ist.

Noch im Jänner hatte Verkehrsminister Jörg Leichtfried auf eine parlamentarische Anfrage der FPÖ erklärt, dass das Sicherheitsmanagement bei den ÖBB in der jetzigen Form "ausreichend" sei.

Leichtfried zog Reißleine

Doch vergangene Woche zog Leichtfried die Reißleine. Mit der Auflösung der für die Untersuchungen zuständigen Bundesanstalt für Verkehr wird es künftig nicht mehr so sein, dass ausschließlich ÖBB-Mitarbeiter Vorfälle bei den ÖBB untersuchen werden. Denn tatsächlich prüfte die Bahn ihre Unfälle selbst – und wenig überraschend kamen dabei fast nie Versäumnisse von ÖBB-Mitarbeitern zu Tage. Ein "Privileg der Sorglosigkeit" nennt es Gewerkschaftsboss Roman Hebenstreit wenig schmeichelhaft.

Fall fürs Parlament

Noch lange ist nicht alles aufgearbeitet, was da in den vergangenen Jahren unter den Teppich gekehrt wurde. Neos-Abgeordneter Rainer Hable will nun eine große parlamentarische Anfrage dazu einbringen. Die Serie an verlorenen Bauteilen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke bei St. Pölten etwa ist bis heute ein ungeklärtes Rätsel. Bei vielen Bahnunfällen sollen auch Handytelefonate während der Fahrt eine Rolle gespielt haben, berichten Insider. Das soll sogar aus Berichten gestrichen worden sein, heißt es.

Die Neuordnung der Unfallermittlungen durch Leichtfried und eine neue Transparenz der ÖBB in den vergangenen drei Monaten zeigt, dass vielleicht doch noch Licht am Ende des Tunnel sein könnte. Bahnsicherheit muss Chefsache sein.


KURIER

Ohne die Problematik kleinreden zu wollen und ja, der Semmering-Unfall hätte schlimmer ausgehen können, aber: Mir ist in der jüngeren Vergangenheit in Österreich kein Unfall (den StLB-Unfall von Waldstein ausgenommen) bekannt, bei dem durch Verschulden der Bahn bzw. eines Bahnmitarbeiters Menschenleben zu beklagen gewesen wären. Hingegen sind im Jahr 2016 bei Straßenunfällen über 400 Menschen ums Leben gekommen. Es wäre schön, würde der KURIER im Rahmen seiner Berichterstattung über die angeblich so unsichere Bahn auch einmal auf diesen Umstand hinweisen.

KFNB X

Direktor

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5

Mittwoch, 22. März 2017, 19:12

Eigentlich ein Wahnsinn, welche Unterstellungen da der Kurier schon wieder verbreitet. Wäre es ein Privater würden sie vermutlich schon in Grund und Boden klagen.

Zitat

Denn tatsächlich prüfte die Bahn ihre Unfälle selbst – und wenig überraschend kamen dabei fast nie Versäumnisse von ÖBB-Mitarbeitern zu Tage. Ein "Privileg der Sorglosigkeit" nennt es Gewerkschaftsboss Roman Hebenstreit wenig schmeichelhaft.

Beweist eindeutig, dass die angeblich

Zitat

... teils umfangreiche Recherchen ...

ziemlich mies waren. Denn die VERSA-Berichte zeigen ein anderes Bild.

PS: Ich sehe es natürlich als großes Problem, dass die entkommenen Güterwagen wohl durch Handys abgelenkt waren. Oder waren es doch die Kompressoren? :D

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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6

Donnerstag, 23. März 2017, 17:53

Angesichts der medialen Präsenz der ÖBB in Zusammenhang mit den Unfällen in der jüngeren Vergangenheit gehen die ÖBB in die Offensive: "Keine Serie"

ÖBB zu Zugunfällen: „Keine Serie“

In Gerasdorf bei Wien (Bezirk Korneuburg) sind am Montag eine Schnellbahn und ein Güterzug kollidiert. Der Vorfall war nur einer von mehreren Zwischenfällen bei den ÖBB in den letzten Monaten. Die ÖBB sagen: „Das ist keine Serie“.

Die beiden Lokführer versuchten am Montag noch zu bremsen, den Zusammenstoß konnten sie aber nicht mehr verhindern. Die vier Erwachsenen und zwei Kinder konnten den Zug unverletzt verlassen - mehr dazu in Gerasdorf: S-Bahn prallte mit Güterzug zusammen (noe.ORF.at; 21.3.2017). Die Ursache wird derzeit ermittelt.

Die Ursache für die Zugkollision in Gerasdorf bei Wien wird derzeit ermittelt

In den vergangenen Monaten gab es jedoch mehrere Vorfälle bei den ÖBB. Am 19. Oktober 2016 prallten bei Wieselburg (Bezirk Scheibbs) fünf führerlose Güterwaggons in einen Personenzug. Zwölf Fahrgäste wurden verletzt, vier davon schwer. Die ÖBB-Mitarbeiter mussten daraufhin zur Nachschulung.

Regionalzug entgleiste

Am 10. Jänner 2017 entgleiste in Purgstall an der Erlauf (Bezirk Scheibbs) ein Regionalzug. Der Vorfall endete ohne Verletzte. Ende Februar brach dann bei Pfaffstätten (Bezirk Baden) ein Schwelbrand in einer Schnellbahngarnitur aus. Auch bei diesem Vorfall gab es keine Verletzten.

Glimpflich endete auch die Fahrt eines „Geisterzuges“ mit 19 Waggons von Bad Vöslau (Bezirk Baden). Die Garnituren kamen selbst zum Stillstand. Laut ersten Erhebungen dürften die Handbremsen defekt gewesen sein. Am Montagabend war dann in Gerasdorf der vorerst letzte Vorfall.

ÖBB sprechen von subjektivem Eindruck

Bei den ÖBB spricht man dennoch nicht von einer Serie. Die Zahl der Zwischenfälle sei über die Jahre eher konstant und nicht steigend, sagt ÖBB-Sprecher Roman Hahslinger: „Das ist ein subjektiver Eindruck. In Wahrheit ist das Unfallniveau sehr niedrig in Österreich. Natürlich ist jeder Unfall einer zu viel, aber die Anzahl der Unfälle geht leicht zurück bzw. ist gleichbleibend.“

Im Fall des führerlosen Zuges bei Bad Vöslau gesteht man aber Mängel ein, erklärt Hahslinger: „Hier war die Sicherung mangelhaft. Zum Glück ist damals nichts passiert, die Sicherheitsmaßnahmen sind daraufhin aber sofort verstärkt worden.“ In den vergangenen Jahren sei überhaupt viel Geld in die Sicherheit investiert, heißt es bei den ÖBB. Diese Investitionen werden auch weiterhin fortgesetzt.


ORF NÖ