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dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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Freitag, 4. Dezember 2015, 11:28

[DE] Friesenbrücke durch karibisches Seeschiff schwer beschädigt

Gestern Abend hat der unter der Flagge von Antigua Barbuda fahrende, 112 m lange Seefrachter "Emsmoon" auf der Fahrt auf der Ems von Papenburg Richtung Nordsee die geschlossene Friesenbrücke gerammt und schwer beschädigt, sodass die Bahnverbindung von Leer (DE) nach Groningen (NL) für längere Zeit unterbrochen ist. Unter Umständen ist sogar ein Neubau erforderlich:

Kollision auf der Ems - Frachter rammt Friesenbrücke

Stand: 04. 12. 2015, 08:19Uhr

Am Morgen nach der Kollision eines Frachters mit der Friesenbrücke bei Weener (Landkreis Leer) haben die Untersuchungen zur Unglücksursache begonnen. Wie die Wasserschutzpolizei am Freitagmorgen mitteilte, sei es möglich, dass Absprachen zwischen dem Frachterfahrer*) und den Mitarbeitern an der Eisenbahn-Klappbrücke falsch gelaufen seien. Gestern Abend gegen 18.20 Uhr hatte das Schiff mit voller Wucht die Emsbrücke gerammt. Der Mittelteil der Brücke wurde dabei stark beschädigt, Teile von dem Bauwerk wurden abgerissen. Laut Wasserschutzpolizei soll sich die Brücke sogar um einige Meter verschoben haben - möglicherweise ein Totalschaden, so erste Befürchtungen. Fest steht: Zum Zeitpunkt der Kollision war die Klappbrücke geschlossen. Verletzt wurde niemand. Die Ems ist an der Stelle noch für den Schiffsverkehr gesperrt. Auch für den Bahnverkehr ist die Friesenbrücke nicht mehr befahrbar, und das voraussichtlich für längere Zeit. "Die Gleise sind völlig zerstört, und die ganze Brücke muss neu gemacht werden", sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Wann die Strecke zwischen Leer und dem niederländischen Groningen wieder freigegeben wird, ist unklar. Als Ersatz fahren Busse.

Schiff wird in Papenburg untersucht

Nachdem der Frachter von der Brücke gelöst worden war, wurde er zurück nach Papenburg geschleppt. Dort sollen die Ermittlungen weitergehen, so die Polizei. Vorläufig darf der Havarist den Hafen nicht verlassen. Das 112 Meter lange Seeschiff, das unter der Flagge von Antigua Barbuda in der Karibik fährt, hatte laut der Internetseite "MarineTraffic" Papenburg gegen 18 Uhr Richtung Nordsee verlassen. Gebaut wurde der Frachter im Jahr 2000, der Heimathafen ist St. Johns, die Hauptstadt von Antigua.

Wahrzeichen und Nadelöhr

Die Friesenbrücke, 335 Meter lang und vier Meter hoch, ist ein Wahrzeichen der Region. Sie wurde 1926 eingeweiht und gilt als eine der längsten Klappbrücken der Eisenbahn in Deutschland. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört; 1951 aber wieder aufgebaut. Bei Überführungen von Schiffen der Papenburger Meyer Werft wird das Bauwerk zum Nadelöhr: Die Durchfahrtsbreite liegt bei lediglich 25 Metern. Daher wird die Friesenbrücke von einem Schwimmkran ausgehängt, wenn die Kreuzfahrt-Riesen die Ems passieren.


*) "Frachterfahrer" statt Kapitän ist so ähnlch wie "Triebwagenlenker" statt Triebfahrzeug- oder Lokführer. :D

Quelle: www.ndr.de

dr. bahnsinn

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Freitag, 4. Dezember 2015, 22:02

Die Friesenbrücke ist ein Totalschaden

Totalschaden: Frachter rammt Friesenbrücke

Stand: 04.12.2015 20:55 Uhr

Totalschaden in Millionenhöhe: Donnerstagabend hat ein Frachter mit voller Wucht die Friesenbrücke bei Weener (Landkreis Leer) gerammt. Der Mittelteil der Eisenbahn-Klappbrücke wurde dabei stark in Mitleidenschaft gezogen, Teile des historischen Bauwerks wurden abgerissen. Die gesamte Brücke wurde durch die Kollision sogar um einige Meter verschoben. Verletzte gab es nicht. Zum Zeitpunkt der Kollision war die Klappbrücke geschlossen. "Nach jetzigen Erkenntnissen ist die Brücke irreparabel beschädigt", sagte Egbert Meyer-Lovis, Sprecher der Deutschen Bahn, die Eignerin der Friesenbrücke ist. Ein Neubau werde Jahre dauern. Sowohl der mobile als auch der maschinentechnische Teil seien zerstört. Das hätten die Untersuchungen des Notfallteams der Deutschen Bahn ergeben. Wie genau es zu dem Unglück kam, ist noch unklar. Die Ermittlungen laufen.Binnenschiffe haben wieder freie Fahrt

Immerhin: Die Ems ist seit dem frühen Freitagnachmittag wieder für Binnenschiffe mit einer maximalen Höhe von vier Metern passierbar. Sie können laut Wasser- und Schifffahrtsamt durch die für die kleineren Schiffe vorgesehene Öffnung der Brücke fahren. Bei der Behörde in Emden geht man zurzeit davon aus, dass die Wasserstraße in der kommenden Woche auch wieder für Seeschiffe freigegeben werden kann. Geplant sei, so Behördenleiter Reinhard de Boer, das beschädigte Brückenteil - ähnlich wie bei den Passagen der Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft - mit einem Schwimmkran auszuheben. Das könne ebenfalls nächste Woche geschehen und Tage dauern, so Claudia Thoma von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt. Voraussetzung sei allerdings, dass der Überbau der Brücke noch stabil sei, sagte de Boer. Das werde derzeit untersucht.

10.000 Schiffe pro Jahr

Im Durchschnitt befahren nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes 10.000 Schiffe im Jahr die Unterems. Das seien 30 Schiffe pro Tag, 28 davon Binnenschiffe. Seit dem Unfall an der Friesenbrücke hätten nur zwei Schiffe an der Brücke gewartet, die meisten seien rechtzeitig informiert gewesen und hätten Umwege über Küstenkanal oder Hunte genommen.
Strecke Leer-Groningen bis auf Weiteres gesperrt

Auswirkungen hat der Unfall auch für den Bahnverkehr: Die Eisenbahnbrücke ist nicht mehr befahrbar, und das voraussichtlich für längere Zeit. "Die Gleise sind völlig zerstört, und die ganze Brücke muss neu gemacht werden", sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Wann die von der britischen Bahntochter arriva betriebene Strecke zwischen Leer und dem niederländischen Groningen wieder freigegeben wird, ist unklar. Als Ersatz fahren Busse.

Polizei befragt Besatzung

Nachdem der Frachter von der Brücke gelöst worden war, wurde er zurück nach Papenburg geschleppt. Dort befragte die Wasserschutzpolizei am Freitagmorgen die Besatzung des Schiffes. Auch Lotse und Brückenwärter wurden vernommen, um die Unfallursache zu klären. Erste Ergebnisse soll es Anfang der kommenden Woche geben. Vorläufig darf der Havarist den Hafen nicht verlassen. Das 112 Meter lange Seeschiff "Emsmoon", das unter der Flagge von Antigua und Barbuda fährt, hatte laut der Internetseite "MarineTraffic" Papenburg gegen 18 Uhr Richtung Nordsee verlassen. Gebaut wurde der Frachter im Jahr 2000, der Heimathafen ist St. Johns, die Hauptstadt von Antigua.

Wahrzeichen und Nadelöhr

Die Friesenbrücke, 335 Meter lang und vier Meter hoch, ist ein Wahrzeichen der Region. Sie wurde 1926 eingeweiht und gilt als eine der längsten Klappbrücken der Eisenbahn in Deutschland. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört; 1951 aber wieder aufgebaut. Bei Überführungen von Schiffen der Papenburger Meyer Werft wird das Bauwerk zum Nadelöhr: Die Durchfahrtsbreite liegt bei lediglich 25 Metern. Daher wird die Friesenbrücke von einem Schwimmkran ausgehängt, wenn die Kreuzfahrt-Riesen die Ems passieren.

Meyer Werft vorerst nicht betroffen

Die Meyer Werft ist von der beschädigten Friesenbrücke vorerst kaum betroffen. Wie Werftsprecher Peter Hackmann auf NDR Anfrage mitteilte, würden Stahl und andere Baumaterialien fast ausschließlich über Straße und Schiene angeliefert. Allerdings hofft die Werft trotzdem auf eine zügige Beseitigung des Problems, da im März kommenden Jahres die nächste Überführung anstehe.


Quelle: www.ndr.de mit Video

dr. bahnsinn

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3

Dienstag, 12. Januar 2016, 19:56

Emsbrücke Weener erst wieder in fünf Jahren

12.01.2016

Der Wiederaufbau bzw. Neubau der Eisenbahnbrücke über die Ems wird wohl fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Wie die Deutsche Bahn mitteilte, wird die Zeit für Planung, Planfeststellungsverfahren und Bau benötigt. Dabei ist derzeit die Höhe des Schadens noch immer nicht ermittelt worden – auch nicht, wer dafür aufkommen wird. Die Brücke ist der Teil der Eisenbahnstrecke Leer – Groningen. (cm)


Quelle: Eurailpress

grubenhunt

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4

Dienstag, 12. Januar 2016, 21:48

Da kann man jetzt nur hoffen, dass die 5 Jahre ähnlich zusammenschmelzen, wie die 5 Wochen in Frohnleiten....

KFNB X

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5

Donnerstag, 14. Januar 2016, 22:34

Wenn ich mir die Bilder auf Wikimedia ( https://commons.wikimedia.org/wiki/Categ…idge?uselang=de ) so ansehe, dann war die Brücke nicht mehr im bestem Zustand, da zahlt sich so ein Neubau schon mal aus...

oe.tom

Ingenieur

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6

Freitag, 15. Januar 2016, 06:52

Wenn ich mir die Bilder auf Wikimedia ( https://commons.wikimedia.org/wiki/Categ…idge?uselang=de ) so ansehe, dann war die Brücke nicht mehr im bestem Zustand, da zahlt sich so ein Neubau schon mal aus...

Naja, der Stahl aus früheren Zeiten hält schon einiges an Flugrostbefall aus... Auf gut Deutsch: ein bisserl mit der Flex hantiert, dann ein wenig Farbe drauf, und sie wäre so gut wie Neu... Aber nach dem Crash... Schade Drum.
Erst wenn das letzte Alteisen verschrottet, die letzte Nebenbahn abgerissen ist, werdet ihr sehen, dass nicht alles Gold ist, was neu ist...

dr. bahnsinn

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Sonntag, 13. März 2016, 12:20

Am Freitagabend passierte das neue Kreuzfahrtschiff, die 348 m lange und 41 m breite "Ovation of the Seas", bei ihrer Fahrt auf der Ems von der Meyer-Werft in Papenburg zur Nordsee die im vergangenen Dezember zerstörte Friesenbrücke:




Fotos: www.ndr.de

dr. bahnsinn

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Freitag, 13. Mai 2016, 19:15

Deutsche Bahn: Erst im September Entscheidung zur Friesenbrücke

13.05.2016

Nicht vor September 2016 wird laut der Deutschen Bahn die Bestandsaufnahme der Schäden an der zerstörten Friesenbrücke über die Ems abgeschlossen sein.
Erst dann könne eine Entscheidung wie der Wiederaufbau erfolgen soll, fallen. Dies ist das Ergebnis eines Treffens am 11.05.2016 von DB-Chef Rüdiger Grube und dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, mit lokalen Vertretern und Fachleuten der DB. Derzeit würden Unterwasser-Sondierungen an den Brückenpfeilern im Strom durchgeführt. Auch konnte bislang das 250 t schwere Gegengewicht des Klappsegments noch nicht geborgen werden. Im September soll es erneut ein Treffen geben. (cm)


Quelle: Eurailpress

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Montag, 11. Juli 2016, 12:16

Weener ab Dezember wieder per Bahn erreichbar

11.07.2016

Voraussichtlich ab Dezember werden die Züge von Arriva NL wieder bis nach Weener fahren.
Das hat die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann nach einem Gespräch mit der Deutschen Bahn nun mitgeteilt. Seit der Schiffskollision mit der Emsbrücke vom Dezember 2015 wenden die Regionalzüge im niederländischen Nieuweschanz. Probleme gab es, weil die Station Weener nicht zum Wenden von Zügen ausgestattet war, zudem gab es nicht genannte „offenen Sicherheitsfragen“ seitens des Betreibers. Beides soll auf dem Weg bzw. geklärt sein. (cm)


Quelle: Eurailpress

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Dienstag, 2. August 2016, 19:47

Ems-Brücke: Kapitän und Lotse wohl für Unfall verantwortlich

02.08.2016

Die Zerstörung der Klappbrücke über die Ems bei Weener ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft auf das Fehlverhalten des Lotsen und des Kapitäns zurückzuführen.

Der Unfall wäre laut Ermittlungsergebnis vermeidbar gewesen, teilte die Behörde am 29.07.2016 in Aurich mit. Gegen den 57 Jahre alten Lotsen und den 53 Jahre alten Kapitän sei Antrag auf Erlass eines Strafbefehls beim Amtsgericht Leer gestellt worden. Den beiden Beschuldigten werde Gefährdung des Schiffsverkehrs zur Last gelegt. Ein technischer Defekt an dem Schiff oder der Brücke sei auszuschließen. (cm)


Quelle: Eurailpress

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Donnerstag, 13. Oktober 2016, 20:07

Deutsche Bahn: Friesenbrücke kann schon 2020 fertig sein

13.10.2016

Bis spätestens 2021 kann die Friesenbrücke bei Weener wieder aufgebaut werden.

Das ist das Ergebnis umfangreicher Untersuchungen der Deutschen Bahn, die am Montag (10.10.2016) vorgestellt wurden. Weitere Untersuchungen werden im Frühjahr 2017 abgeschlossen sein. Sollten die Ergebnisse an den Brückenpfeilern positiv ausfallen, könnte die Bauzeit um ein Jahr verkürzt werden, so dass die Inbetriebnahme Ende 2020 erfolgen könnte. Die zerstörten oder stark beschädigten Segmente der Friesenbrücke sollen 1:1 ersetzt werden, der Rest der Brücke einschließlich der Pfeiler wird für die weitere Nutzung saniert. Die Kosten werden derzeit auf rund 30 Mio. EUR geschätzt. Zudem will die DB zum 01.11.2016 die Strecke zwischen Weener und der holländischen Grenze wieder für Regionalzüge frei geben. (cm)


Quelle: Eurailpress

dr. bahnsinn

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12

Montag, 5. Dezember 2016, 13:32

Gesperrte Friesenbrücke: Neubau statt Reparatur?

05.12.2016

In Niedersachsen droht ein Konflikt um den Wiederaufbau der vor einem Jahr von einem Schiff gerammten Eisenbahn-Klappbrücke bei Weener.

Ein für den 21.12.2016 geplantes Spitzentreffen wurde auf Januar verschoben. Bahnnutzer, die unter der unterbrochenen Zugverbindung Leer–Groningen leiden, fordern eine rasche Reparatur der Friesenbrücke. Nun verlangt aber die Meyer Werft ein Ersatzbauwerk mit breiter Klappöffnung, die Kreuzfahrtschiffen die Passage erleichtern würde. Anwohner befürchten, dass ein solcher Wiederaufbau deutlich länger dauern würde. Der DB-Vorsitzende Grube hatte Anfang November erklärt, die reparierte Brücke werde spätestens 2021 wieder befahrbar sein. (as)


Eurailpress

Fotos von der Durchfahrt eines von der Meyer Werft gebauten Kreuzfahrtschiffes gibt es weiter oben. Die Meyer Werft könnte den Neubau ja finanzieren. Im Vergleich zu einem Kreuzfahrtschiff kostet eine neue Brücke einen Pappenstiel. Die oben zu sehende "Ovation of the Seas" kostete z. B. 950 Mio. USD.

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Montag, 5. Dezember 2016, 15:23

In einem anderen Artikel kann man lesen, dass der Neubau nicht teurer sein soll. Allerdings hab ich auch schon gelesen, dass die Reparatur ~30 Mio € und der Neubau ~70 Mio € kostet.
Bei den Kosten für das Ausheben des Mittelteils kann die Werft vermutlich wirklich einiges beisteuern, aber das wird ihnen auch klar sein.

dr. bahnsinn

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Dienstag, 10. Januar 2017, 16:39

In einem anderen Artikel kann man lesen, dass der Neubau nicht teurer sein soll. Allerdings hab ich auch schon gelesen, dass die Reparatur ~30 Mio € und der Neubau ~70 Mio € kostet.
Bei den Kosten für das Ausheben des Mittelteils kann die Werft vermutlich wirklich einiges beisteuern, aber das wird ihnen auch klar sein.

Schaut so aus, als ob es der Meyer Werft klar wäre. Zumindest ist der Werft-Chef bei der nächsten Besprechung dabei. Nachzulesen hier:

Niedersachsen/Meyer-Werft/DB AG/BMVI: Treffen zur Friesen-Brücke

10.01.2017

Am 23.01.2017 soll es zum Wiederaufbau der Friesen-Brücke über die Ems bei Weener ein Gipfeltreffen in Hannover geben.

Wie das Landeswirtschaftsministerium bestätigt, werde auf Einladung von Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) DB-Chef Rüdiger Grube, Bernard Meyer, Chef der gleichnamigen Werft aus Papenburg, und Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium erwartet. Dabei werden auch Varianten besprochen, die von der Meyer-Werft vorgeschlagen worden sind. Meyer plädiert für eine breitere Durchfahrt als bisher. Derzeit erarbeitet die Deutsche Bahn als Bauherr mehrere Varianten, auch gemeinsam mit Meyer. (cm)


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dr. bahnsinn

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Mittwoch, 18. Januar 2017, 22:16

Friesenbrücke: Schiffsbesatzung bleibt straffrei

Stand: 18.01.2017 16:32 Uhr

Die Besatzung des Frachters "Emsmoon", der im Dezember 2015 die Friesenbrücke in Weener gerammt hatte, wird nicht bestraft. Das hat das Landgericht Aurich jetzt abschließend entschieden. Der 53-jährige Schiffsführer der "Emsmoon" und der 57-jährige Emslotse müssen demnach keine Strafe zahlen. Das Landgericht wies einen Antrag der Staatsanwaltschaft zurück, die einen Strafbefehl wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs beantragt hatte. Damit bestätigte das Landgericht in letzter Instanz eine Entscheidung des Amtsgerichts Leer.

Gericht sieht keine Pflichtverletzung

Kapitän und Lotse haben laut Gericht fahrlässig gehandelt, nicht aber entscheidend ihre Pflichten verletzt. Erst durch einen Absprachefehler von Brückenwärter, Schiffsführer und Lotse sei es zu dem Unfall gekommen. Für sie hat der Unfall deshalb keine strafrechtlichen Konsequenzen. Die juristische Auseinandersetzung ging durch verschiedene Instanzen, weil unklar war, welches Gericht zuständig war. Das jetzige Urteil ist endgültig.

Wiederaufbau bis 2021

Am kommenden Montag wollen Bahnchef Rüdiger Grube, Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) und der Chef der Meyer Werft in Papenburg, Bernard Meyer, über den Wiederaufbau der zerstörten Friesenbrücke beraten. Favorisiert wird eine schlichte Reparatur der schwer beschädigten Brücke. Anfang November hatte Bahnchef Rüdiger Grube einen Vertrag für die Vorfinanzierung der Reparatur unterzeichnet. Nach Bahn-Angaben soll der 30 Millionen Euro teure Wiederaufbau spätestens 2021 abgeschlossen sein.

Oder doch ein Neubau?

Derzeit wird aber zudem auf Wunsch der Meyer Werft auch geprüft, ob ein Neubau eine Option wäre. Ziel soll eine leichtere Durchfahrt von neugebauten Kreuzfahrtschiffen sein. Der Bahnverkehr zwischen Leer und dem niederländischen Groningen ist seit dem Unfall unterbrochen, es pendeln Busse.


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dr. bahnsinn

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Dienstag, 24. Januar 2017, 16:20

Niedersachsen: Friesenbrücke soll 1:1 ersetzt werden

24.01.2017

Die Deutsche Bahn wird den Wiederaufbau der beschädigten Friesenbrücke über die Ems als „1:1-Ersatz" mit neuer Technik bis 2021 in den nächsten Wochen und Monaten „ohne Verzögerung" weiter vorantreiben.

Gleichzeitig soll die Möglichkeit für eine Alternativlösung weiter geprüft werden. Darauf hat sich eine Spitzenrunde im niedersächsischen Wirtschaftsministerium am 23.01.2017 verständigt, an der unter anderem Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies, DB-Chef Rüdiger Grube, Bundesstaatssekretär Enak Ferlemann teilgenommen haben. Die Runde hat sich darauf verständigt, am 20.03.2017 erneut in Hannover zusammen zu kommen. Zwar sei ein Ersatzneubau mit einer Dreh- oder Klappbrücke auf lange Sicht die wünschenswerte Lösung, so Lies, denn beim 1:1-Nachbau müsste wie bisher die Brücke auch künftig an bis zu 50 Tagen im Jahr für den Bahnverkehr gesperrt werden - wegen der Überführung von Schiffen und Schiffskomponenten der Meyer Werft. Aber beim Ersatzneubau mit einer auf 56 m vergrößerten Brückenöffnung, welche den Bahnverkehr nicht mehr beeinträchtigt, ist ein Planfeststellungsverfahren erforderlich. Dies würde das Projekt um mindestens drei Jahre verzögern und um rund 15 Mio. EUR verteuern. (cm)


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Dienstag, 24. Januar 2017, 18:05

Zitat

Dies würde das Projekt um mindestens drei Jahre verzögern und um rund 15 Mio. EUR verteuern.

Die 3 Jahre hätte man nach gut 20 Jahren wieder "drinnen" und ein wesentlich attraktiveres Verkehrsmittel.

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Dienstag, 21. März 2017, 00:49

Friesenbrücke: Bund prüft Kostenbeteiligung

Stand: 20.03.2017 21:36 Uhr

Soll die zerstörte Friesenbrücke bei Weener (Landkreis Leer) repariert oder neu gebaut werden? Auch der runde Tisch am Montagabend hat darüber noch keine konkrete Entscheidung gebracht. Nach Beratungen im Niedersächsischen Verkehrsministerium hat der Bund zugesagt, bis Ostern eine Beteiligung an den Mehrkosten zu prüfen, die entstünden, wenn das Gremium sich für einen Neubau entscheidet. Das bestätigt ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Dieser würde Schätzungen zufolge bei 50 Millionen Euro liegen - und wäre damit rund 30 Millionen Euro teurer als eine Reparatur.

Kein Geld von der Meyer-Werft

Wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums bestätigte, wird die Papenburger Meyer-Werft kein Geld für einen Neubau beisteuern. Die Werft verspricht sich von einem Neubau der Friesenbrücke, große Kreuzfahrtschiffe leichter in die Ems überführen zu können. Auch die Niederlande wollen einen Neubau der zerstörten Brücke nicht fördern. Das Land Niedersachsen hat sich indes bereit erklärt, fünf Millionen Euro sowie einen Großteil der Baukosten vorzufinanzieren.

Zugverkehr seit über einem Jahr unterbrochen

Der Frachter "Emsmoon" rammte und zerstörte die geschlossene Friesenbrücke im Dezember 2015. Seitdem streiten Anwohner, die Deutsche Bahn als Eignerin und die Papenburger Meyer-Werft darüber, was mit der Brücke geschehen soll. Der Zugverkehr zwischen Leer und dem niederländischen Groningen ist seitdem unterbrochen.


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Dienstag, 21. März 2017, 09:34

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Wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums bestätigte, wird die Papenburger Meyer-Werft kein Geld für einen Neubau beisteuern.

Und warum sollte dann ein Neubau erfolgen? Man könnte sich zumindest "symbolisch" mit z.B. 1 Mio beteiligen.

dr. bahnsinn

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Dienstag, 21. März 2017, 11:47

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Und warum sollte dann ein Neubau erfolgen? Man könnte sich zumindest "symbolisch" mit z.B. 1 Mio beteiligen.

Sehe ich auch so. Der logistische Aufwand, die Kreuzfahrtschiffe an der Friesenbrücke vorbeizuschleusen, ist enorm. Siehe dazu Fotos weiter oben. Es wäre für die Meyer-Werft eine große Erleichterung, würde es das Nadelöhr Friesenbrücke in dieser Form nicht mehr geben. Aber ich kenne das ja aus meinen früheren beruflichen Erfahrungen mit Unternehmern, wenngleich auch in einer anderen Dimension. Darauf angesprochen, was ihr (finanzieller) Beitrag zu einer geplanten Infrastrukturverbesserung sei, kam meist wie aus der Pistole geschossen: "Wo denken Sie hin, ich zahle soundsoviele Steuern, sichere soundsoviele Arbeitsplätze und, und, und ......" Ich wette, dass die Meyer-Antworten so ähnlich klingen.