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Heizer

Registrierungsdatum: 27. Februar 2007

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1

Freitag, 21. April 2017, 09:44

[ORF WIEN] Mehr Beinfreiheit: ÖBB rüsten Cityjets um

Die Cityjets, mit denen die ÖBB die alten S-Bahn-Garnituren ersetzen, müssen nachgerüstet werden. Die S-Bahn-Gäste sollen dadurch auch mehr Beinfreiheit bekommen. Wie viel der Umbau kostet, geben die ÖBB noch nicht bekannt.

Erst 2014 hat die ÖBB den Ankauf der neuen Züge des Modells Cityjet für Regionalbahn und S-Bahn bekanntgegeben - mehr dazu in Neue Cityjet-Züge rollen ab Ende 2015. Jetzt räumt die ÖBB gegenüber wien.ORF.at ein, Änderungen an den Garnituren, die im S-Bahnbetrieb sind, vornehmen zu wollen. „Wir haben uns nach Kundenbefragungen entschlossen, die Sitzanordnung in den Cityjet-Zügen der S-Bahn zu ändern. Der Sitzabstand bei der Reihenbestuhlung wird im Mittelwagen von 80 auf 87 Centimeter erhöht", so ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder.

Erste geänderte Züge ab 2018

Alle neu auszuliefernden Fahrzeuge würden adaptiert. Zudem sollen die 31 bereits ausgelieferten Garnituren ebenfalls im Nachhinein umgebaut werden. An den Cityjets die als Regionalzüge in Betrieb sind, werden keine Änderungen vorgenommen. Neben der Änderung des Sitzabstandes werden pro Garnitur "zwei Mehrzweckabteile mit Klappsitzen eingebaut“, erklärt Rieder die Anpassungen, die den Kundenbeschwerden entgegenwirken sollen. Durch das Einbauen der Klappsitze würden Einbußen in der Kapazität der Züge - jetzt sind es 244 Sitzplätze - vermieden. Diese sei nach dem Umbau „nahezu ident“. Ab Februar 2018 sollen die ersten Cityjets mit neuer Bestuhlung im Einsatz sein.

Noch keine Angaben zu den Kosten

Zusätzlich zu den 31 Garnituren, die bereits in Betrieb sind und nun umgebaut werden müssen, geht es auch um 64 Züge, die erst ausgeliefert werden. Wie viel Geld insgesamt in die Adaptierungsmaßnahmen fließen wird, steht laut ÖBB noch nicht fest. „Wir sind noch auf einem sehr frühen Stand des Projektes. Wir werden uns genau anschauen, welche einzelnen Kosten auf uns zukommen“, so Rieder. Er verweist auf „genaue Kostenabschätzungen", die von den ÖBB aber noch nicht veröffentlicht würden.

Parallelen zu Wiener Linien

Ähnliche Maßnahmen ergriffen vor einigen Jahren die Wiener Linien. Die Verkehrsbetriebe nahmen auf Kundenwunsch hin Adaptierungen an Straßenbahnen vor. Es wurden 2012 aus 90 Niederflurstraßenbahnen des Modells „Ulf“ jeweils 12 Sitze ausgebaut - 1.000 Sitzplätze weniger in „Bims“. „Es steht nun in diesen Bereichen mehr Platz für die Fahrgäste zur Verfügung, die sich leichter im Fahrzeug verteilen können. Dadurch wird der Aufenthalt in den Haltestellen verkürzt, weil die Türbereiche weniger blockiert sind und die Straßenbahnen können den Fahrplan besser einhalten“, so Johanna Griesmayr, Sprecherin der Wiener Linien. Diese Erfahrungen in Sachen Raumaufteilung seien auch beim neuen Bim-Modell „Flexity“ berücksichtigt worden, das bereits 2018 auf den Gleisen Wiens zu sehen sein soll – mehr dazu in Produktionsstart für neue Flexity-Bim. Dennoch sei es gelungen die Sitzplatzanzahl wieder um acht auf insgesamt 62 Sitze zu steigern, so Griesmayr. Daneben wird es 149 Stehplätze geben.

Quelle: wien.orf.at 21. April 2017
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Oberlokführer

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Beiträge: 559

2

Freitag, 21. April 2017, 11:58

Ob man sich nun freuen kann oder doch eher aufs Hirn greifen?
Hat sich bitte vorher niemand irgendwelche Gedanken über das Einsatzgebiet und die Eignung der Züge gemacht? Nach rund einem Jahr schon herumzudoktern, weil die Sitzaufteilung für den Schnellbahnbetrieb mehr als ungeeignet ist, erweckt ja wirklich einen professionellen Eindruck. Andererseits: gscheiter werden kann man eh immer noch.
Nur normalerweise sollt man doch vorher überlegen, was man braucht und wie man das am besten ausgestaltet.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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Beiträge: 28 367

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3

Freitag, 21. April 2017, 12:18

Der Kauf von standardisierten Fahrzeugen mehr oder weniger von der Stange zum günstigsten Preis ohne Rücksichtnahme auf den Kundennutzen (ich weiß, ich wiederhole mich) hat eben seinen Preis, im Falle der Cityjet eben zum Preis der Umrüstung der Fahrzeuge.
Der Volksmund kennt folgenden Spruch: "Wer billig kauft, kauft teuer." Ich frage mich, wie lange es noch dauern wird, bis sich diese Volksweisheit auch bis ins ÖBB-Management durchgesprochen haben wird.
Die jetzt angekündigte Umrüstung der Cityjet ist eh nur mehr Schadensbegrenzung. Der Ruf der Fahrzeuge ist ohnehin schon nachhaltig ramponiert.

KFNB X

Direktor

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Beiträge: 9 615

4

Freitag, 21. April 2017, 16:40

Ausschreibungen sind nicht wirklich die Stärke vom PV, das wird sich wohl nicht so schnell ändern. Aber Fahrzeuge "von der Stange" sind es nicht wirklich. denn bei der Ausschreibung hieß es: maximale Sitzanzahl und das hat Siemens ausgereizt. Ist somit ein reiner Fehler in der Ausschreibung (da wäre ein teurer Hersteller vermutlich auch nicht besser weggekommen).

Man reduziert die 12 Reihen wohl auf 11 (würde mit 80 auf 87 cm genau passen). Wie man die 4 verlorengegangen Sitzplätze kompensieren will, ist mir nicht ganz klar. Klappsitze im Einstiegsraum? Das würde es ja noch "schlimmer" machen. Schade, dass aus der Reduktion der Doppelsitze auf Einzelsitze im Einstiegsbereich nichts geworden ist.

grubenhunt

Direktor

Registrierungsdatum: 27. März 2011

Beiträge: 5 034

5

Freitag, 21. April 2017, 19:55

Klappsitze im Einstiegsraum? Das würde es ja noch "schlimmer" machen.


kenn ich aus dem Pariser Metro : irgendwann, wenn der Andrang zu gross ist, stehen dei Leute halt. sogesehen ist das eine recht flexible Lösung.

KFNB X

Direktor

Registrierungsdatum: 29. Januar 2007

Beiträge: 9 615

6

Freitag, 21. April 2017, 21:14

Ich glaub es war ein Talent 1, welchen ich mal in Bayern (Einzelsitze) damit angetroffen habe und die RS1 von Agilis sollten auch welche haben (Doppelsitze). Dort sind sie sehr platzsparend untergebracht, ob das beim Cityjet auch möglich ist? Beim Regionalzug würde ich einen Nutzen sehen, aber bei der Schnellbahn? Da findet ja regelmäßig Fahrgastwechsel statt, wenn die regulären Sitzplätze voll sind, dann ist so viel los, dass man vermutlich bei jedem Halt aufstehen muss.