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dr. bahnsinn

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Samstag, 4. Dezember 2010, 12:35

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 97 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 189 Jahren:

05. 12. 1821:
Das ist zwar kein "runder" Gedenktag, aber trotzdem Wert, dass hier darüber berichtet wird, da es offiziell der erste Eisenbahnunfall ist, bei dem ein Nichteisenbahner ums Leben kam.
Der Zimmermann David Brook benutzt auf Grund des schlechten Wetters (Graupelschauer) auf seinem Heimweg das Gleis der Middleton Railway (GB). Dabei überhört und übersieht er einen sich nähernden Zug, wird von der Lokomotive erfasst und tödlich verletzt.

Vor 70 Jahren:

Anfang Dezember 1940:
In der Nähe von Iguala (Mexiko) entgleist ein Bauzug und stürzt über eine Klippe.
Opferbilanz: 71 Tote.

03. 12. 1940: Nahe des Bahnhofes Velilla de Ebro, ca. 50 km östlich von Saragossa (Spanien) stoßen ein aus Barcelona kommender Schnellzug und ein aus Madrid kommender, Richtung Barcelona fahrender Schnellzug frontal zusammen. Unfallursache: Die beiden Züge hätten einander im Bahnhof Velilla kreuzen sollen, der Zug aus Barcelona fuhr aber durch.
Opferbilanz: 47 Tote, über 60 Verletzte.

Vor 65 Jahren:

05. 12. 1945:
Frontalzusammenstoß zweier Personenzüge zwischen den Bahnhöfen Neubrandenburg und Neddemin auf Höhe der Ortschaft Trollenhagen an der Strecke Berlin - Stralsund.
Opferbilanz: 37 Tote, 51 Verletzte.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996
Katastrophen im Schienenverkehr, Wikipedia

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Samstag, 11. Dezember 2010, 12:28

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 98 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 140 Jahren:

12. 12. 1870:
Bei einem Rangiermanöver entlaufen im Bahnhof Stairfoot in der Nähe von Barnsley an der Manchester, Seheffield & Lincolnshire Railway einige Güterwaggons auf die freie Strecke und stoßen mit einem entgegenkommenden Personenzug zusammen. Dieser Unfall und ein gleichgelagerter in Nordwales zwei Jahre zuvor führten dazu, dass in Großbritannien sogenannte "trap points" oder auch "catch points" installiert wurden, wenn nach einem Bahnhof eine Gefällsstrecke anschloß. Die trap points bewirken das Entgleisen entlaufener Waggons.
Opferbilanz: 15 Tote

Vor 90 Jahren:

14. 12. 1920:
Zusammenstoß eines Postzuges mit einem Güterzug in Bommidi (Indien)
Opferbilanz: 30 Tote

Vor 45 Jahren:

09. 12. 1965:
Zusammenstoß zweier Züge in Toungo (Burma).
Opferbilanz: 76 Tote

Vor 30 Jahren:

13. 12. 1980:
Zusammenstoß eines Reisezuges mit einem Güterzug in der Nähe des Bahnhofes von Bosanka Krupa (ehem. Jugoslawien). Ursache: Die Lokmannschaft des Güterzuges wartet entgegen der Anweisung die Zugkreuzung im Bahnhof von Bosanka Krupa nicht ab und fährt mit dem Zug auf die Strecke, worauf es zum Zusammenstoß kommt.
Opferbilanz: 23 Tote

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
The Guinnes Book of Rail Facts & Feats by John Marshall, London 1979.

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Samstag, 18. Dezember 2010, 12:42

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 99 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 90 Jahren:

16. 12. 1920:
Zug 5 der Obereichsfelder Kleinbahn Silberhausen - Hüpstedt (Deutschland) gerät nach der Ankunft in Silberhausen (Anschlußbahnhof an der Bahnstrecke Gotha - Leinefelde) außer Kontrolle, fährt am Bahnsteig vorbei in ein auf einem Damm liegendes Ausziehgleis, die dreiachsige Tenderlok, der hinter der Lok gereihte Personenwaggon sowie neun von insgesamt 18 beladenen Kaliwagen stürzen einen 25 m hohen Hang hinunter. Unfallursache: Der Zug besaß keine durchgehende Bremse, sondern war mit fünf Bremsern besetzt. Entweder haben diese die Bremsen fehlerhaft oder gar nicht bedient. Der genaue Unfallhergang konnte auf Grund der Zeitumstände nicht geklärt werden.
Opferbilanz: 19 Tote, mehrere Verletzte.

Vor 45 Jahren:

20. 12. 1965:
Ein mit Arbeitern und Fahrgästen, die von den Weihnachtseinkäufen nach Hause unterwegs sind, besetzter Vorortezug stößt in Lissabon (Portugal) mit einem Güterzug zusammen.
Opferbilanz: Über 20 Tote.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
Katastrophen im Schienenverkehr, Wikipedia.
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Donnerstag, 23. Dezember 2010, 16:47

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 98 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 15 Jahren:

12. 12. 1995: Der unter dem Namen "Gläserner Zug" bekannte 491 001 der DB stößt bei der Einfahrt in den Bahnhof Garmisch-Partenkirchen frontal mit dem von der 1044 235 gezogenen RE 3612 zusammen. Unfallursache: Ausfahrt des RE aus dem Bahnhof bei Halt zeigendem Ausfahrsignal.
Wer mehr über den Gläsernen Zug wissen möchte, hier bitte: Gläserner Zug
Opferbilanz: 1 toter Fahrgast im 491 001, 46 zum Teil schwer Verletzte in beiden Zügen.

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Donnerstag, 23. Dezember 2010, 18:34

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 100 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 100 Jahren:

24. 12. 1910:
Zusammenstoß eines Schnellzuges mit zwei Kleinlokomotiven in Hawes Junction (heute Garsdale) (UK). Nach dem Zusammenstoß bricht Feuer aus. Unfallursache: Irrtum des Stellwerkswärters, der für die beiden Kleinloks die Strecke frei gab, obwohl der Schnellzug entgegen kam.
Opferbilanz: 12 Tote, 21 Verletzte.

Am 24. und 25. 12. 1910 passierten in UK (1), USA (1) und Frankreich (4) noch weitere sechs Unfälle mit insgesamt 18 Toten und 30 Verletzten.

Vor 75 Jahren:

24. 12. 1935:
Der rd. 20 Minuten verspätete D 44 Berlin - Basel fährt im Einfahrbereich des Bahnhofes Großherigen an der zweigleisigen Strecke Naumburg - Erfurt dem eben aus dem Bahnhof ausfahrenden P 825 Erfurt - Leipzig nahezu ungebremst in die Flanke. Die Unfallstelle befindet sich auf einer Brücke über die Saale. Dabei werden sieben Waggons des Personenzuges ineinander geschoben und zerstört. Ein Waggon landet auf einer der beiden Lokomotiven des D-Zuges. Ein Fahrgast des Personenzuges wird durch das Waggondach auf das Brückengeländer der Saalebrücke geschleudert, wo er sich minutenlang festhalten kann, schließlich aber doch in die Saale fällt und sich schwimmend ans Ufer retten kann.
Unfallursache: Lokführer Willi Baude des D 44 verlangt beim Halt in Halle/Saale eine Vorspannlok, da seine Lok nur mehr wenig Wasser mitführt und die Wasserpumpe schadhaft ist. Im Bahnhof von Weißenfels wird die dort stehende Reserve, eine P 8, dem D 44 vorgespannt. Das Problem dabei ist, dass der Lokführer der P 8, Kurt Dechant, nur Hilfslokführer ohne D-Zug-Erfahrung ist und der Heizer nur Aushilfsheizer mit zwei Monaten Fahrdienst-Praxis ist, der weder D-Zug-Erfahrung noch Erfahrung mit einer P 8 hat! Es kommt, wie es kommen musste. Der Heizer kommt mit der Feuerung der ihm ungewohnten P 8 nicht zurecht. Als der Hilfslokführer den nachlassenden Kesseldruck bemerkt, greift er selbst zur Kohlenschaufel und vergisst beim Kohlen schaufeln auf die Streckenbeobachtung! Er übersieht daher das in Warnstellung befindliche Einfahr-Vorsignal des Bahnhofes Großheringen. Wie er wieder auf die Strecke schaut, sieht er das Halt zeigende Einfahrsignal und ist wie gelähmt. Erst nach sechs Sekunden beginnt er zu bremsen, viel zu spät.
Vom 22. bis 26. Juni 1936 wird der Wartesaal des Bahnhofes Großheringen zum Gerichtssaal umfunktioniert. Die Große Strafkammer des Landgerichts Naumburg verurteilt den Hilfslokführer der P 8 zu 15 Monaten Gefängnis und den Lokführer Baude der Zuglok zu 7 Monaten Gefängnis, weil er im Vertrauen darauf, dass sein Kollege auf der Vorspannlok es schon richtig machen werde, sich auf diesen verlassen und selbst keine Streckenbeobachtung vorgenommen hatte.
Opferbilanz: 33 Tote, 27 Schwerverletzte.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991.
Die größten Eisenbahnkatastrophen von Keith Eastlake, Brown Partworks Ltd., London 1997.
Katastrophen im Schienenverkehr, Wikipedia.

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Sonntag, 2. Januar 2011, 23:28

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 101 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 105 Jahren:

31. 12. 1905:
Zusammenstoß zweier Reisezüge im Bahnhof Lebedin (Ukraine).
Opferbilanz: 30 Tote (hauptsächlich Rekruten und Eisenbahner).

31. 12. 1905: Zusammenstoß zweier Militärzüge zwischen den Bahnhöfen Snamenska und Trepowka (Rußland).
Opferbilanz: 20 Tote (allesamt Soldaten).

Vor 95 Jahren:

28. 12. 1915:
In Bentschen (Zbaszyn) an der Strecke Frankfurt (Oder) - Posen (Poznan) entgleist ein aus Berlin kommender Urlauberzug auf Grund überhöhter Geschwindigkeit.
Opferbilanz: 19 (23)*) Tote, 72 (47)*) Verletzte.
*) Unterschiedliche Angaben in den Quellen

Vor 80 Jahren:

27. 12. 1930:
Auf einer Nebenstrecke im Südwesten der Mandschurei (China) entgleist ein Reisezug, wobei es zu einer Kesselexplosion bei der Dampflok kommt. Zahlreiche Reisende erleiden dadurch tödliche Verbrennungen. Entgleisungsursache: Eine Banditenbande hatte den Zug absichtlich entgleisen lassen, raubten den Zug aus und entführten 20 Fahrgäste, um Lösegeld zu erpressen.
Opferbilanz: 80 Tote.

Vor 65 Jahren:

01. 01. 1946:
Im Bahnhof von Lichfield an der Westküsten-Hauptlinie fährt ein Kühlzug von Fleetwod nach London-Broad Street mit ca. 60 km/h auf einen auf dem Überholgleis stehenden Nahverkehrszug von Stafford nach Nuneaton auf. Dabei werden die vier Waggons des Nahverkehrszuges zerstört. Unfallursache: Nachdem der Nahverkehrszug auf dem Überholgleis eingefahren war, ließ sich die Weiche auf Grund der großen Kälte nicht umstellen. Der Lokführer des Kühlzuges, der den Nahverkehrszug in Lichfield überholen sollte, ignorierte im Glauben, freie Fahrt zu haben, das Halt zeigende Einfahrsignal, fuhr mit seinem Zug auf das Überholgleis und auf den stehenden Nahverkehrszug auf.
Opferbilanz: 20 Tote, 22 Verletzte.

Vor 40 Jahren:

31. 12. 1970:
Zusammenstoß zweier Züge auf einem Neubauabschnitt in der Nähe von Ardekan (Iran). Unfallursache: Fehler eines Stellwerkswärters und unzureichende Fernsprechverbindungen.
Opferbilanz: Über 70 Tote, 130 Verletzte.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Samstag, 8. Januar 2011, 12:46

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 102 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 135 Jahren:

Jänner 1876:
Zwischen den Bahnhöfen Balta und Birsula (heißt seit 1935 Kotowsk, ukrainisch Котовськ) in der heutigen Ukraine entgleist ein Zug im Bereich einer Gleisbaustelle, stürzt einen 30 m hohen Damm hinunter und gerät in Brand. Der Brand kann erst nach fünf Tagen gelöscht werden, weil ein Durchlass im Bahndamm wie ein Kamin wirkt und das Feuer immer wieder anfacht. Unfallursache: Der Zug fuhr eine Stunde vor Plan. Davon hatte man die Gleisbauarbeiter aber nicht unterrichtet.
Opferbilanz: 75 Tote, 50 Verletzte.

Vor 90 Jahren:

Jänner 1921:
In der Nähe von Luga (Sowjetunion) explodiert ein aus Nowgorod kommender Güterzug mit Personenbeförderung, der auch einige mit Benzin beladene Tankwaggons mitführt, während der Fahrt und alle Waggons fangen Feuer.
Opferbilanz: 68 Tote.

Vor 50 Jahren:

09. 01. 1961:
Kurz vor Barcelona stoßen der Nachtschnellzug Valencia - Barcelona und ein Güterzug auf offener Strecke zusammen. Beide Lokführer werden getötet. Vermutete Unfallursache: Signalfehler.
Opferbilanz: 27 Tote, über 50 Verletzte.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Samstag, 15. Januar 2011, 17:27

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 103 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 55 Jahren:

13. 01. 1956:
In der Nähe von Ludvika (Schweden) stoßen ein hauptsächlich mit Schulkindern besetzter Triebwagen und ein Erzzug zusammen. Unfallursache: Triebwagen und Erzzug sollten im Bahnhof von Ställdelen kreuzen, der Lokführer des Erzzuges fährt aber ohne anzuhalten durch den Bahnhof, worauf es auf freier Strecke zum Zusammenstoß mit dem Triebwagen kommt.
Opferbilanz: Über 20 Tote, 9 Verletzte.

Vor 30 Jahren:

14. 01. 1981:
Zwischen Accra und Kumasi (Ghana) entgleist ein Schnellzug.
Opferbilanz: Über 20 Tote, ca. 200 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Samstag, 22. Januar 2011, 12:59

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 104 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 90 Jahren:

21. 01. 1921:
Zusammenstoß des Schnellzuges Aberyswyth - Manchester mit einem Personenzug in der Nähe des Bahnhofes Abermule in Wales. Unfallursache: Personenzug und Schnellzug sollten im Bahnhof Abermule zur Mittagszeit kreuzen. Der Fahrdienstleiter war aber noch in der Mittagspause, sodass in der Zwischenzeit der 17-jährige Gepäckjunge und der 15-jährige Hilfsfahrkartenverkäufer (!) den Betrieb abwickelten. Der Gepäckjunge nahm telegrafisch den Schnellzug vom Bahnhof Newton an und der Hilfsfahrkartenverkäufer nahm dem Lokführer des bereits eingefahrenen Personenzuges den Token ab. In der Zwischenzeit war der Fahrdienstleiter von der Mittagspause zurückgekehrt. Er fragte den Gepäckjungen, was mit dem Schnellzug los sei. Der Gepäckjunge hatte aber einen Sprachfehler und stotterte herum. Der Fahrdienstleiter glaubte aus dem Gestammel herausgehört zu haben, dass die Kreuzung auf Grund einer Verspätung des Schnellzuges in Newton stattfinden solle, nahm dem Hilfsfahrkahrtenverkäufer den Token ab, der eigentlich für den Abschnitt Montgomery - Abermule bestimmt war, brachte den falschen Token dem Lokführer des Personenzuges und erteilte den Abfahrauftrag. Der Lokführer legte den Token, ohne zu bemerken, dass es der falsche war, zur Seite und fuhr los. Der Personenzug war gerade außerhalb des Bahnhofes Abermule, als der Fahrdienstleiter den Irrtum bemerkte. Er rief in Newton an, um den Schnellzug aufhalten zu lassen, aber es war schon zu spät. Der Lokführer des Schnellzuges sah die Rauchfahne des entgegenkommenden Personenzuges, leitete eine Notbremsung ein, wodurch die Geschwindigkeit des Schnellzuges bis zum Zusammenstoß von etwa 80 km/h auf ca. 50 km/h verringert werden konnte. Lokführer und Heizer derSchnellzuglok sprangen ab und wurden verletzt. Die Lok des Personenzuges und die ersten drei Waggons des Schnellzuges wurden zerstört. Das Lokpersonal des Personenzuges wurde beim Zusammenstoß getötet. Der Lokführer des Schnellzuges vermutete sofort ein Fehlverhalten des Lokführers des Personenzuges und befahl dem Heizer, im Wrack der Personenzuglok nach dem Token zu suchen. Tatsächlich wurde er gefunden und es stellte sich heraus, dass es der falsche war.
Der Fahrdienstleiter wurde nicht verurteilt, sondern nur verwarnt.
Opferbilanz: 17 Tote, über 20 Verletzte.

Vor 70 Jahren:

22. 01. 1941:
Zwischen Isenbüttel und Gifhorn (RBD Hannover) fährt der Dg 6120 auf den Militärzug W 94122 auf. Unfallursache: Unterlassene Fahrwegprüfung.
Opferbilanz: 94 Tote, 156 Verletzte.

Vor 55 Jahren:

22. 01. 1956:
Etwa sechs km vor dem Bahnhof Los Angeles fährt ein zweiteiliger Dieseltriebwagen in einen Bogen, der für nur 25 km/h zugelassen ist, mit 110 km/h, entgleist und rutscht über 170 m das Gleisbett entlang. Der Lokführer gibt an, ein Blackout gehabt zu haben. Bei der medizinischen Untersuchung wird eine bisher nicht entdeckte Epilepsie diagnostiziert.
Opferbilanz: 30 Tote.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991.
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Samstag, 29. Januar 2011, 12:36

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 105 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 25 Jahren:

01. 02. 1986:
Zusammenstoß zweier Pendlerzüge in Kwa Mashu in der Nähe von Durban (Südafrika). Unfallursache: Vermutlich eine Signalstörung. Die Bergungsarbeiten gestalten sich sehr schwierig, sodass einige der Verletzten bis zu 12 Stunden auf ihre Rettung warten müssen.
Opferbilanz: 39 Tote, ca. 70 Verletzte.

Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 104:

Vor 5 Jahren:

23. 01. 2006:
Um etwa 16:00 Uhr entgleist der Personenzug von Bijelo Polje nach Bar 10 km vor der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica in einem Tunnel bei Bioče. Der vordere Triebwagen (4-teilig) stürzt dabei in die Morača-Schlucht. Im Zug befinden sich etwa 300 Personen. Die Bahnstrecke Belgrad–Bar wurde 1976 fertig gestellt und zählt zu den spektakulärsten Eisenbahnverbindungen Europas.
Opferbilanz: 46 Tote, ca. 130 Verletzte.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Freitag, 4. Februar 2011, 11:29

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 106 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 60 Jahren:

06. 02. 1951:
Zum Zeitpunkt des Unfalls ist westlich der Haltestelle Woodbridge (Bundesstaat New Jersey, USA) infolge Bauarbeiten eine Gleisverschwenkung eingebaut, die nur mit 40 km/h durchfahren werden darf. Der am frühen Nachmittag verkehrende, dampfbespannte Pendlerzug „Broker“, ist vollbesetzt. Der Untersuchungsbericht lastet die Hauptschuld des Unfalls dem Lokomotivführer an, da dieser den 40 km/h Bereich mit einer Geschwindigkeit von circa 96 km/h durchfährt. Er ist zwar über die Geschwindigkeitsbeschränkung informiert, allerdings ist es seine erste Fahrt über die Strecke mit eingerichteter Geschwindigkeitsbeschränkung. Entlastend kommt hinzu, dass hier eine andere Bahngesellschaft zuständig ist, als die, der er angehört. Die beiden Bahngesellschaften haben unterschiedliche Vorschriften betreffend Signalisation von Langsamfahrstellen. So sucht der Lokomotivführer die Langsamfahrsignale, welche es bei seiner Gesellschaft gibt, hier aber nicht. Aus diesem Grund bemerkt er nicht, dass er sich schon in der Langsamfahrstelle befindet. Somit liegt auch eine Teilschuld an den unterschiedlichen Vorschriften. Der Unfall läuft folgendermaßen ab: Den ersten Bogen schafft der Zug noch, beim zweiten kippt die Lokomotive infolge der Fliehkraft nach rechts und entgleist. Sie bleibt mit der Seite auf der Bahnböschung liegen. Alle sieben Wagen des Zuges entgleisen ebenfalls. Die Wagen sind schon in Stahlbauart gefertigt, ansonsten wären sicher noch mehr Tote zu beklagen gewesen. Vier Waggons davon stellen sich quer und rutschen den Bahndamm hinunter. Einer davon wird auf der ganzen Länge seitlich aufgerissen. Ein anderer bleibt am Widerlager der Hilfsbrücke hängen und führt zum teilweisen Einsturz der Brücke.
Opferbilanz: 84 Tote, viele Verletzte.

Vor 45 Jahren:

Feber 1966:
In Indien (genauer Ort und Zeitpunkt leider unbekannt) explodiert im Postzug "Assam Mail" eine von Terroristen des Naga-Stammes deponierte Bombe.
Opferbilanz: 37 Tote.

Vor 40 Jahren:

09. 02. 1971:
Am Unfalltag fährt ein Triebzug des schweizerisch-niederländischen Typs RAm bzw. DE mit der Nummer 501 als TEE 56 "Bavaria" München–Zürich mit 53 Fahrgästen an Bord. Hinzu kommen der Lokführer, der Maschinist sowie der deutsche Zugbegleiter und das Personal im Speisewagen. Um 18:44 Uhr wird der Bahnhof Aitrang erreicht, dem eine enge S-Kurve folgt. Diese darf nur mit 80 km/h durchfahren werden. Wie die Ermittlungen ergeben, ist der Zug an dieser Stelle aber mit 128 km/h unterwegs. Der voranführende Steuerwagen entgleist bei km 34,344 mit den folgenden Wagen, der dritte stellt sich quer, der Motorwagen kommt auf dem Gegengleis zu liegen.

Der Fahrdienstleiter im Bahnhof Aitrang bemerkt die Entgleisung zunächst nicht, nimmt aber nach einer ihm unerklärlichen Besetztmeldung des Gegengleises sofort die Einfahrt für den Personentriebzug Pto 2531 zurück, der aus einer Garnitur eines Schienenbusses vom Typ VT 98 besteht. Dessen Lokführer kann den Zug noch auf unter 40 km/h abbremsen, aber den Aufprall auf den Dieseltriebkopf des TEE-Zuges nicht mehr verhindern.

Warum der Lokführer des TEE-Zuges zu schnell fuhr, kann nicht ermittelt werden. Der Fahrdienstleiter in Aitrang bemerkte am Maschinenwagen bei der Vorbeifahrt Funken von den anschlagenden Bremsklötzen. Eine Bremseinleitung erfolgte also, aber zu spät; dies ist auch durch Anlaufspuren auf den Radsätzen des Maschinenwagens belegt. Vermutlich waren ein Steuerungsteil oder die Bremsen defekt. Bereits vor dem Unfall hatte es Probleme an anderen schweizer RAm-Garnituren gegeben: vom Führerbremsventil des Steuerwagens, Bauart Oerlikon, konnte keine Bremsung ausgelöst werden, und die Züge mussten auf offener Strecke einen Halt einlegen. Auch verfasste Prof. Dr. Hans Thoma einen Bericht, wonach gefrorenes Schwitzwasser in der Bremsleitung zum Ausfall der
Jedoch wurde Kritik an den Sicherheitsstandards des Zuges laut, dem die deutsche Sifa mit Zeitsteuerung gegen unbeabsichtigtes Festhalten der Bedienungseinrichtung fehlte.
Opferbilanz: 28 Tote (darunter die beiden Lokführer), 42 Schwerverletzte. Unter den Toten befindet sich auch der Schauspieler und Regisseur Leonard Steckel.

Vor 25 Jahren:

08. 02. 1986:
Bei Hinton (Provinz Alberta, Kanada) stoßen ein aus 114 Waggons bestehender Güterzug mit einem Reisezug auf offener Strecke mit hoher Geschwindigkeit zusammen. Beim Zusammenstoß explodieren die beiden Diesellokomotiven und ein im Zugverband des Güterzuges befindlicher, mit Schwefel beladener Waggon fängt Feuer, wodurch giftige Schwefeldioxiddämpfe entstehen, die die Rettungsarbeiten massiv erschweren. Die Schwerverletzten werden mit Hubschraubern ins Krankenhaus der 16 km entfernten Stadt Hinton geflogen, die leichter Verletzten werden mit Bussen nach Edmonton transportiert. Unfallursache: Das Lokpersonal des Güterzuges missachtete die Anordnung, im Bahnhof von Hinton die Kreuzung mit dem Reisezug abzuwarten.
Opferbilanz: 29 Tote, viele Verletzte.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
Die größten Eisenbahnkatastrophen von Keith Eastlake, Brown Partworks Ltd., London 1997.
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Montag, 14. Februar 2011, 15:34

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 107 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 70 Jahren:

15. 02. 1941:
Zwischen San Sebastian und Bilbao stürzt während eines außerordentlichen Sturmes ein aus drei Wagen bestehender elektrischer Schmalspurzug von einer Brücke in einen Fluss, nachdem der Zug auf Grund einer Oberleitungsstörung auf der Brücke angehalten hatte.
Opferbilanz: 20 Tote, über 100 Verletzte.

Vor 40 Jahren:

14. 02. 1971:
Auf der Fahrt durch den 1,6 km langen Tunnel zwischen den Bahnhöfen Zenica und Doboj in der Nähe von Sarajewo gerät die Diesellok eines mit ca. 200 Fahrgästen besetzten Personenzuges in Brand. Der Zug kommt ca. 275 m vor dem Tunnelausgang zum Stehen und der Lokführer versucht, den Brand mit einem Feuerlöscher zu löschen, doch die Flammen greifen auf die Waggons über und die Fahrgäster versuchen, zu Fuß ins Freie zu flüchten. Dabei erleiden zahlreiche Fahrgäste, viele davon Stahlarbeiter im Stahlwerk von Zenica, tödliche Rauchgasvergiftungen.
Opferbilanz: 34 Todesopfer.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Samstag, 19. Februar 2011, 12:31

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 108 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 25 Jahren:

17. 02. 1986:
Ein aus den Küstenstädten Valparaiso und Vina del Mar nach Santiago de Chile fahrender Reisezug sowie ein von Los Andes nach Valparaiso fahrender Urlauberzug stoßen bei Limache frontal zusammen. Die beiden Lokomotiven werden dabei schwer beschädigt und die Waggons zum Großteil zerstört. Unfallursache: Die an sich zweigleisige Strecke ist auf Grund eines Bombenanschlages auf die Bahnstrecke im Jahr davor im betreffenden Abschnitt nur eingleisig befahrbar. Zu allem Überfluss werden wenige Stunden vor dem Unfall ca. 275 m Signalkabel gestohlen, sodass die Zugfolge nur über das Nottelefon geregelt werden kann. Dabei kommt es zwischen den diensthabenden Eisenbahnern zu einem Mißverständinis und in weiterer Folge zum Unfall. Der Dispatcher und der Fahrdienstleiter werden verhaftet.
Opferbilanz: 58 Tote.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Samstag, 26. Februar 2011, 17:55

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 109 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 90 Jahren:

27. 02. 1921:
Einer, für nordamerikanische Verhältnisse nicht unüblichen niveaugleichen Kreuzung zweier mehrgleisiger Bahnstrecken, im konkreten Fall der Bahngesellschaften New York Central (NYC) und Michigan Central (MC) in Porter (Bundesstaat Indiana), nähern sich zeitgleich die Züge "Interstate Express" der NYC und der "Canadian" der MC. Die Kreuzung in einem Winkel von etwa 45° ist nicht nur signalmäßig entsprechend abgesichert, sondern auch noch mit signalabhängigen Gleissperren versehen. Während der NYC-Zug vom Stellwerk freie Fahrt erhält, wird dem MC-Zug mittels Vorsignal "Halt erwarten" signalisiert. Der Lokführer des MC-Zuges quittiert zwar die Stellung des Vorsignals, beschleunigt danach aber wieder, im irrigen Glauben, das Deckungssignal würde frei zeigen. Die Lok des MC-Zuges fährt auf die 90 m vor der Kreuzung angebrachte Gleissperre auf, überspringt diese aber, gleist danach wieder ein, reißt sich von den Waggons los und kommt etwa 120 m hinter der Kreuzung zum Stehen. Die Waggons entgleisen bei der Gleissperre, bleiben aber stehen, allerdings so, dass einer davon genau auf der Kreuzung steht. Unmittelbar darauf rast der NYC-Zug in den auf der Kreuzung stehenden Waggon, der komplett zerstört wird.
Opferbilanz: 38 Tote, davon 35 im MC-Waggon und das Personal der NYC-Lok.

Vor 55 Jahren:

25. 02. 1956:
Auf Grund der Verspätung des D 94 wird die planmäßige Kreuzung mit dem Dg 7137 von Riesa an der Strecke Dresden - Leipzig nach Bornitz verlegt. Weil der auf das Kreuzungsgleis eingefahrene Dg 7137 den im Bereich des Bahnhofes gelegenen Bahnübergang blockiert, beauftragt der Dienstvorsteher des Bahnhofes ohne Absprache mit dem Fahrdienstleiter einen Weichenwärter, den Lokführer zu veranlassen, den Zug etwas vorzuziehen, um den Übergang nicht zu blockieren. Der Weichenwärter übergibt den Rangierauftrag an den Heizer der Lok des Dg 7137, der den Rangierauftrag an den Lokführer weitergibt. Erst dann informiert der Dienstvorsteher den Fahrdienstleiter über die Rangierfahrt des Dg 7137 und erklärt sich nachträglich damit einverstanden, obwohl er selbst den Rangierauftrag persönlich an den Lokführer des Dg 7137 hätte geben müssen. Obwohl im Bahnhof Bornitz Rangierfahrten während der Durchfahrt eines Zuges verboten sind, gibt er das Durchfahrtsgleis für die Durchfahrt des D 94 frei. Zu allem Überfluss überfährt der Lokführer des Gg 7137 bei der Rangierfahrt das Ausfahrsignal und fährt dem eben einfahrenden D 94 auf der Höhe der Einfahrweiche in die Flanke.

Die Gerichtsverhandlung findet Mitte 1956 am Leipziger Hauptgericht statt. Dabei werden gegen vier Personen Haftstrafen ausgesprochen:

Fünf Jahre für den Dienstellenleiter als Hauptschuldigen, weil er sich in die Agenden des Fdl einmischte und weil er den Befehl zum Vorziehen des Dg 7137 durch eine nicht befugte Person (Weichenwärter) überbringen ließ.

Viereinhalb Jahre für den Fahrdienstleiter, weil er den Rangierauftrag nachträglich akzeptierte und es unterließ, die während der Durchfahrt des D 94 unzulässige Rangierfahrt zu unterbinden.

Eineinhalb Jahre für den Lokführer des Dg 7137, weil er den Rangierauftrag nicht vom Fdl., sondern von seinem Heizer, der ihn wiederum von einem Weichenwärter hatte, angenommen hatte. Außerdem hätte er wissen müssen, dass während der Durchfahrt eines Zuges auf dem Hauptgleis in Bornitz keine Rangierfahrten zulässig waren. Der Lokführer des Dg 7137 war während der Gerichtsverhandlung nicht anwesend, da er beim Unfall schwer verletzt worden war und er sich noch immer im Krankenhaus befand.

Ein Jahr für den Heizer des Dg 7137, da er den Rangierauftrag vom Weichenwärter anstelle vom Fdl. angenommen hatte.

Opferbilanz: 43 Tote, 55 zum Teil schwer Verletzte.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991.
Katastrophen im Schienenverkehr, Wikipedia.

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Samstag, 5. März 2011, 12:31

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 110 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 65 Jahren:

04. 03. 1946:
Frontalzusammenstoß zwischen dem "Dehra Dun-Express" und einem Güterzug in Bhagauli (Indien), 77 km von der Großstadt Lucknow entfernt. Dabei werden ein 3. Kl.-Waggon völlig zerstört und zwei 1. Kl.-Waggons schwer beschädigt.
Opferbilanz: 60 Tote (darunter auch die beiden Lokführer), 84 Verletzte.

Vor 20 Jahren:

04. 03. 1991:
Ein Reisezug gerät außer Kontrolle und entgleist in der Nähe von Nacala (Mozambique).
Opferbilanz: 96 Tote.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Samstag, 12. März 2011, 19:39

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 111 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 105 Jahren:

16. 03. 1906:
Frontalzusammenstoß eines Richtung Osten fahrenden Reisezuges mit dem verspäteten, Richtung Westen fahrenden "New Mexico, Utah & California Express" zwischen den Bahnhöfen Adobe und Florence im Bundesstaat Colorado (USA). Dabei werden die jeweils ersten Waggons der beiden Züge völlig zerstört und Feuer bricht aus. Unfallursache: Mißverständnis zwischen Dispatcher und Bahnhofspersonal im Bahnhof Beaver bei der Festlegung des Kreuzungsbahnhofes auf Grund der Verspätung des Richtung Westen fahrenden Zuges.
Opferbilanz: 34 Tote.

Vor 85 Jahren:

14. 03. 1926:
Entgleisung von drei Waggons eines von Cartago nach San José (Costa Rica) für ein Altersheim verkehrenden Sonderzuges beim Überqueren eines Flusse. Die Waggons stürzen eine Böschung hinunter und einer von ihnen versinkt im an dieser Stelle 15 m tiefen Fluss.
Opferbilanz: 238 Tote, 93 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Samstag, 19. März 2011, 17:59

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 112 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 140 Jahren:

22. 03. 1871:
Im Bahnhof von Colombier (Schweiz) stößt auf Grund falscher Weichenstellung ein Militärextrazug mit Militärangehörigen, die zu der internierten Bourbaki-Armee gehören, mit einem abgestellten Güterzug, der aus 22 Kohlewagen und einem Gepäckwagen besteht, zusammen.
Opferbilanz: 23 Tote, davon 22 Armeeangehörige und ein Eisenbahner, 72 Verletzte.

Vor 65 Jahren:

20. 03. 1946:
In der Nähe von Aracuja (Brasilien) entgleist ein Reisezug.
Opferbilanz: 185 Tote.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
Katastrophen im Schienenverkehr, Wikipedia.
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Samstag, 26. März 2011, 12:56

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 113 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 95 Jahren:

29. 03. 1916:
Der Nachtzug von Chicago nach Pittsburgh verkehrt in zwei Teilen. Bei einem Halt zeigenden Signal in Amherst (Bundesstaat Ohio, USA) bleibt der erste Zugteil stehen. Gerade in dem Moment, als das Signal auf Frei gestellt wird und der erste Zugteil wieder anfährt, fährt der zweite Zugteil bei dichtem Nebel mit einer Geschwindigkeit von etwa 80 km/h auf den Vorderzug auf. Dabei verlegen einige Wrackteile das Nebengleis, auf dem nur Augenblicke später der "Twentieth Century Limited"-Express mit ebenfalls etwa 80 km/h in die Wrackteile fährt, wobei in diesem Zug keine Todesopfer zu beklagen waren.
Unfallauslösend war die Tatsache, dass der Signalwärter beim ersten Freistellen des Signals es verabsäumt hatte, den Signalstellhebel in der Endlage zu fixieren. Das Signal fiel daher wieder in die Haltstellung zurück. Als der Lokführer per Pfeifsignal auf das Halt zeigende Signal aufmerksam machte, wurde es erneut frei gestellt. In diesem Moment passierte dann der Unfall. Bei Gericht beteuerte der schuldtragende Lokführer, dass sein Signal frei gezeigt habe. Der Heizer hatte auf Grund des dichten Nebels die Orientierung verloren und konnte keine zweckdienlichen Angaben machen. Nachdem der Lokführer vor dem Unfall innerhalb von 16 Jahren bereits fünf Mal Halt zeigende Signale überfahren hatte, schenkte ihm das Gericht keinen Glauben.
Opferbilanz: 26 Tote.

Vor 50 Jahren:

26. 03. 1961:
Kein Unfall im eigentlichen Sinn, sondern ein politisch motiviertes Attentat. Der Schnellzug Mandalay - Rangun (Birma, heute Myanmar) wird ca. 240 km vor Rangun von Rebellen in die Luft gesprengt und die Fahrgäste, hauptsächlich Regierungsbeamte und Soldaten, werden mit automatischen Waffen beschossen.
Opferbilanz: 23 Tote, 100 Verletzte, 60 Geiseln.

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Samstag, 9. April 2011, 12:16

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 114 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 20 Jahren:

06. 04. 1991:
Entgleisung eines Reisezuges bei Villa Clara (Kuba).
Opferbilanz: 56 Tote.

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Freitag, 15. April 2011, 19:32

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 115 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 80 Jahren:

20. 04. 1931:
Ein von Humchun nach Kowloon (China) fahrender Reisezug stürzt in eine Schlucht, als ein auf Grund heftiger Regenfälle aufgeweichter Bahndamm nachgibt.
Opferbilanz: Über 30 Tote, 20 - 30 Schwerverletzte.

Vor 75 Jahren:

16. 04. 1936:
In der Sumimoto-Mine in Tadakuma (Japan) reißt bei einem Schrägaufzug auf halber Strecke das Seil, an dem neun Wagen nach oben gebracht werden sollen und die Wagen rasen auf der Strecke mit 9 % Gefälle wieder zur Grubensohle zurück, da die Sicherheitsbremse aus ungeklärten Gründen versagt.
Opferbilanz: 52 Tote, 2 Vermißte, 28 Verletzte.

Vor 50 Jahren:

19. 04. 1961:
Auf Grund einer Sabotage entgleist ein Reisezug bei Siliguri (Indien).
Opferbilanz: 23 Tote, 77 Verletzte, 28 davon schwer.

Vor 45 Jahren:

20. 04. 1966:
Mitglieder des Naga-Stammes, die bereits im Februar im Postzug "Assam Mail" eine Bombe zur Detonation gebracht hatten (37 Tote), lassen auch im Bahnhof von Lumding (Indien) in einem Reisezug eine Bombe hochgehen.
Opferbilanz.: 57 Tote.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1991.

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