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dr. bahnsinn

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261

Samstag, 31. Dezember 2011, 14:44

RE: RE: Fortsetzung Nr. 148 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Zitat

(wenn jemand von euch das ganze Gedicht will, soll er mir eine PN senden)


Danke, es genügt jener Teil, den ich hier gelesen habe. Erinnert mich irgendwie an das Gedicht eines Hobby-Dichters aus Anlass des 75. Geburtstages der Erbtante. :D
dr. bahnsinn - der Forendoktor

Alois

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262

Sonntag, 1. Januar 2012, 15:38

RE: Fortsetzung Nr. 148 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Danke, es genügt jener Teil, den ich hier gelesen habe. Erinnert mich irgendwie an das Gedicht eines Hobby-Dichters aus Anlass des 75. Geburtstages der Erbtante. :D

Du wirst doch nicht etwa die Ergüsse des großen dichterischen Autodidakten und Hand-Webstuhl-Webers, der für sein Werk immerhin zum Ritter geadelt wurde, in den Schmutz ziehen wollen? :D

dr. bahnsinn

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263

Sonntag, 1. Januar 2012, 18:54

RE: RE: Fortsetzung Nr. 148 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage


Du wirst doch nicht etwa die Ergüsse des großen dichterischen Autodidakten und Hand-Webstuhl-Webers, der für sein Werk immerhin zum Ritter geadelt wurde, in den Schmutz ziehen wollen? :D


Nein, natürlich nicht, ich habe nur meine persönliche Meinung geäußert. :D
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dr. bahnsinn

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Freitag, 6. Januar 2012, 12:39

Fortsetzung Nr. 149 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 95 Jahren:

07. 01. 1917:
Ein mit rd. 2.000 Fahrgästen überfüllter Reisezug stößt bei Ciurea (Rumänien) mit einem Militärzug zusammen und entgleist.
Opferbilanz: 374 Tote, darunter der französische Militärattaché, 756 Verletzte.

Vor 50 Jahren:

08. 01. 1962:
Im dichten Morgennebel stößt ein mit 900 Personen besetzter, aus Lok und elf Waggons bestehender Eilzug von Utrecht nach Rotterdam in der Nähe des Haltepunktes Harmelen bei Woerden mit einem aus einem vier- und einem zweiteiligen Triebwagen bestehenden Personenzug von Rotterdam nach Amsterdam frontal zusammen. Der Eilzug ist mit 107 km/h, der Personenzug mit ca. 70 km/h zusammen. Beim Zusammenstoß werden drei Wagen des Triebwagenzuges und sechs Wagen des Eilzuges komplett zerstört. Die Rettungskräfte brauchen Stunden, um sich in dem Trümmerhaufen überhaupt einmal orientieren zu können, erst dann können sie mit der Bergung der bewußtlosen Verletzten und der Toten beginnen. Unfallursache: Der Lokführer des Eilzuges übersieht im Nebel ein Vorsicht zeigendes Vorsignal und beginnt erst mit der Notbremsung, als er das Rot zeigende Hauptsignal vor sich sieht und kann vor dem Zusammenstoß die Geschwindigkeit der Eilzuges noch von 125 auf 107 km/h verringern. Dieses Unglück ist das schwerste in der Geschichte der Niederländischen Eisenbahnen und ist Anlaß für den Beginn der Arbeiten an der automatischen Signalüberwachung in den Niederlanden.
Opferbilanz: 91 bzw. 93 (hier gibt es je nach Quelle unterschiedliche Angaben) Tote, 52, Verletzte.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
Die größten Eisenbahnkatastrophen von Keith Eastlake, Gondrom Verlag, Bindlach 1997.
Wikipedia - Liste schwerer Eisenbahnunfälle.
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265

Samstag, 14. Januar 2012, 12:39

Fortsetzung Nr. 150 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 95 Jahren:

17. 01. 1917:
Bei einem britischen Truppentransportzug, der Soldaten vom Heimaturlaub zurück zu ihren Einheiten bringen soll, löst sich bei Massy Plaiseau südlich von Paris der hintere Teil des Zuges. Die Zugtrennung wird vom Lokpersonal nicht bemerkt und der Zug fährt weiter. Auch der hintere Zugteil fährt weiter und auf einer Gefällsstrecke fährt dieser Teil auf den langsameren vorderen Teil auf, wobei zwei Waggons des vorderen Zugteils ineinander geschoben werden.
Opferbilanz: 10 Tote, 30 Verletzte.

Vor 75 Jahren:

16. 01. 1937:
In den 3. Kl. Waggons des "Hongkong-Kanton-Express", die weder einer durchgehende Bremse noch eine Notbremse besitzen, bricht bei Sheklung (China) Feuer. Bis der Lokführer das Feuer bemerkt und anhält, stehen bereits drei Waggons in Vollbrand und zahlreiche Reisende springen aus dem fahrenden Zug. Die genaue Brandursache kann nicht eruiert werden. Es wird vermutet, dass ein Fahrgast an einem aus Zelluloid bestehenden Spielzeug gezündelt hat.
Opferbilanz: 112 Tote, 40 Verletzte.

Vor 35 Jahren:

18. 01. 1977:
In den Morgenstunden entgleist die Lokomotive eines mit Pendlern besetzten Vorortezuges von Mount Victoria nach Sydney (Australien) in Granville unmittelbar vor dem Unterqueren einer Straßenbrücke. Die Lok rammt die Brückenpfeiler und bringt die Brücke zum Einsturz. Diese stürzt mitsamt mehrerer Autos auf den dritten und vierten Waggon des Zuges. Viele Reisende werden durch die Brückentrümmer erschlagen und die Rettungsarbeiten werden dadurch sehr erschwert. Dieser Unfall ist der bisher schwerste in der Geschichte der Eisenbahnen in Australien.
Opferbilanz: 83 Tote, 213 Verletzte.

Vor 25 Jahren:

16. 01. 1987:
Zum Unfallhergang dieses Unfalls in Kosti (Sudan)sind keine Einzelheiten bekannt.
Opferbilanz: 21 Tote, 45 Verletzte.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996. Wikipedia.
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Samstag, 21. Januar 2012, 12:29

Fortsetzung Nr. 151 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 95 Jahren:

19. 01. 1917:
Ein von Triest nach Wien verkehrender Postzug wird in der Nähe von Trifail (heute Trbovlje, Slowenien) von einem Steinschlag getroffen, wobei ein Teil des Zuges in die Save stürzt. Der zu Hilfe eilende Hilfszug fährt in die Trümmer des Steinschlages und vergrößert dadurch das Ausmaß der Katastrophe.
Opferbilanz: 40 Tote.

Vor 35 Jahren:

19. 01. 1977: In der Nähe der heiligen Hindustadt Varanasi (früher Benares, Provinz Uttar Pradesh, Indien) fährt ein Schnellzug auf einen haltenden Personenzug auf.
Opferbilanz: 28, Tote, 78 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Samstag, 28. Januar 2012, 12:41

Fortsetzung Nr. 152 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 30 Jahren:

27. 01. 1982:
Kurz nach Mitternacht bleibt der Nachtschnellzug Algier - Oran (Algerien) außerhalb des Bahnhofes von Beni Helouane in einer starken Steigung stehen. Um den liegengebliebenen Zug zu bergen, will man eine vor einem im Bahnhof Beni Helouane vor einem Güterzug stehende Lokomotive heranziehen, doch bevor sich die Ersatzlokomotive in Bewegung setzen kann, wird die schadhafte Lok des Schnellzuges abgekuppelt und die ungesicherten Reisewaggons rollen das Gefälle in Richtung Bahnhof hinunter, wo sie mit dem im Bahnhof stehenden Güterzug zusammenstoßen.
Opferbilanz: Mehr als 130 Tote, 140 Verletzte.

27. 01. 1982: Bei Agra (Indien) stößt ein mit drei Stunden Verspätung verkehrender Schnellzug im dichten Nebel auf Grund der Nichtbeachtung eines Halt zeigenden Signals mit einem Güterzug zusammen.
Opferbilanz: 63 Tote, darunter auch der Schuld tragende Lokführer, 41 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Samstag, 18. Februar 2012, 12:57

Fortsetzung Nr. 153 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 105 Jahren:

16. 02. 1907:
Drei nach Einführung des elektrischen Betriebes auf der New York Central-Eisenbahngesellschaft entgleisen in New York mehrere Waggons am Zugende des Abend-Schellzuges nach White Plains in einem Bogen und stürzen um. Die beiden Loks und der vordere Zugteil bleiben im Gleis und kommen nach etwa 500 zum Stehen. Zuerst wird überhöhte Geschwindigkeit als Unglücksursache vermutet, doch bei den Untersuchungen über die Ursache des Unglücks stellt sich heraus, dass schadhafter Oberbau mit instabil liegenden Schwellen für den Unfall verantwortlich waren.
Opferbilanz: 23 Tote.

Vor 65 Jahren:

18. 02. 1947:
In Gallitzin (Bundesstaat Pennsylvania, USA) entgleisen die beiden Loks des rd. 1 Std. verspäteten "Red Arrow-Express" in einem mit vmax. 50 km/h befahrbaren Bogen, stürzen eine 27 m hohe Böschung hinunter und reißen 7 der insgesamt 14 Reisezugwagen des Zuges mit in die Tiefe. Der Lokführer der Vorspannlok, der als einziger des Lokpersonals das Unglück überlebt, beteuert, nicht schneller als die erlaubten 50 km/h gefahren zu sein. Die Unfall-Untersuchungskommission kommt jedoch zum Ergebnis, dass der Zug ungefähr doppelt so schnell gewesen sein muss. Da dem Lokführer aber nicht eindeutig nachgewiesen werden kann, wesentlich zu schnell unterwegs gewesen zu sein, wird er nur wegen anderwärtiger geringfügiger Verstöße zur Verantwortung gezogen.
Opferbilanz: 24 Tote.

Vor 50 Jahren:

22. 02. 1962:
In der Nähe von Cari (Kolumbien) stoßt ein überfüllter Reisezug mit einem Güterzug zusammen. Alle Ofer befinden sich in den ersten vier Waggons des Reisezuges.
Opferbilanz: 40 Tote, 67 Verletzte.

Vor 25 Jahren:

17. 02. 1987:
In Sao Paulo (Brasilien) stoßen bei strömenden Regen zwei überfüllte Pendlerzüge zusammen. Die Rettungsarbeiten gestalten sich auf Grund der Regenfälle sehr schwierig. Als Unfallursache wird ein Mix aus fehlerhafter Weichenstellung, falscher Signalstellung und menschlichem Versagen genannt.
Opferbilanz: 69 Tote, über 150 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Samstag, 25. Februar 2012, 12:54

Fortsetzung Nr. 154 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 95 Jahren:

27. 02. 1917:
Bei Mount Union (Bundesstaat Pennsylvania, USA) fährt ein Güterzug in voller Fahrt auf einen liegengebliebenen Reisezug auf. Dabei wird ein Pullmanwaggon, obwohl eine Stahlkonstruktion, total zusammengestaucht. Alle Insassen dieses Waggons werden dabei getötet. Unfallursache: Missachtung des Halt zeigenden Signals durch den Lokführer des Güterzuges. Bei der Unfalluntersuchung stellt sich heraus, dass der Lokführer des Güterzuges nach dem vorangegangenen fünfzehnstündigen Dienst nur fünf Stunden geschlafen hatte.
Opferbilanz: 20 Tote.

Vor 55 Jahren:

25. 02. 1957:
Auf Grund überhöhter Geschwindigkeit entgleist in der Nähe von Cordoba (Argentinien) ein mit Touristen voll besetzter Zug in einem engen Bogen, wobei sieben Waggons umstürzen.
Opferbilanz: Ca. 40 Tote, über 100 Verletzte.

Vor 35 Jahren:

28. 02. 1977:
Auf der Vorortebahn Ferrocariles Catalanes stoßen ca. 20 km vom Stadtzentrum Barcelona (Spanien) entfernt zwei Vorortezüge frontal zusammen. Der Richtung Stadt fahrende Zug war mit Arbeitern des SEAT-Autowerkes voll besetzt, die auf dem Heimweg von ihrer Arbeitsschicht waren.
Opferbilanz: 22 Tote.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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270

Samstag, 3. März 2012, 12:57

Fortsetzung Nr. 155 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 154:

Vor 65 Jahren:

25. 02. 1947:
Auf der Hachikō-Linie zwischen den Bahnhöfen Higashi-Hannō und Komagawa, etwa 30 km westlich von Tokio, entgleist ein überfüllter Personenzug in einem Gefälle von 20 ‰ und stürzt um. Ursache war überhöhte Geschwindigkeit infolge mangelnder Bremsung. Die alten Reisezugwagen mit hölzernen Aufbauten trugen wesentlich zum Ausmaß des Unglücks bei. Bis 1955 wurden alle Wagen mit hölzernen Aufbauten ersetzt.
Opferbilanz: 184 Tote, ca. 800 Verletzte

Vor 6o Jahren:

04. 03. 1952:
Ein von Belo Horizonte nach Minas Geraes fahrender Reisezug entgleist in Anchieta. einem Vorort von Rio de Janeiro auf einer Brücke über den Fluss Pavura und kippt um. Ein in der Gegenrichtung fahrender elektrischer Vorortezug von Nova Iguaco nach Rio de Janeiro fährt in die entgleisten waggons, wobei die Waggons beider Züge weitgehend zerstört werden. Ursache der Entgleisung war ein Schienenbruch auf der Brücke.
Opferbilanz: 119 Tote, ca. 200 Verletzte.

Vor 55 Jahren:

04. 03. 1957:
Zwischen Mandalay und Rangun (Burma) entgleist auf Grund eines Sabotageaktes, nachdem Verhandlungen zwischen Aufständischen und der Regierung gescheitert waren.
Opferbilanz: Über 30 Tote.

Vor 50 Jahren:

01. 03. 1962:
Kurz vor der Begegnung eines Richtung Berlin fahrenden sowjetischen Militärzuges, der mit 30 Panzern des Typs T-55 beladen ist und sieben oder acht gedeckte Güterwagen mit je 30 - 50 sowjetischen Soldaten mitführt, mit einem 120 km/h fahrenden Städteschnellzug Berlin - Leipzig löst sich bei der Ortschaft Kliestow bei Trebbin (ehem. DDR) bei einem Panzer die Turmarretierung. Das Kanonenrohr schwenkt Richtung Schnellzug, streift die Dampflok und reißt drei oder vier Waggons des Schnellzuges auf. Dabei wird ein Fahrgast herausgeschleudert und getötet. In weiterer Folge fällt der invovierte Panzer vom Waggon und bringt die nachfolgenden Waggons zum Entgleisen, die sich zu einem Trümmerhaufen auftürmen. Die deutschen und sowjetischen Behörden versuchen den Vorfall zu vertuschen, doch Rettungskräfte berichten von 70 - 90 toten sowjetischen Soldaten. Wie viele Soldaten verletzt wurden, ist nicht bekannt. Schließlich wird von den Behörden offiziell zugegeben, dass der deutsche Fahrgast, der aus dem Schnellzug geschleudert worden war, getötet worden ist.
Opferbilanz: 70 - 90 Tote, viele Verletzte.

Vor 40 Jahren:

02. 03. 1972:
Der aus beladenen Kesselwagen bestehende Übergabezug Üg 18263 erhält in Ingolstadt Hbf keine Einfahrt und bleibt vor dem Einfahrsignal aus Richtung Ingolstadt Nord stehen. Der Schluss des Übergabezuges ist unbeleuchtet, da auf dem Gelände der Raffinerie, aus der der Zug kam, keine Petroleumlaternen verwendet werden durften und auch nachträglich keine Zugschlussbeleuchtung angebracht worden war.
Ein zur gleichen Zeit aus Donauwörth einfahrender Triebwagen hatte eine Störung am Achszähler verursacht, zu deren Behebung ein Blockeingriff erforderlich ist. Dabei gibt der Fahrdienstleiter in Ingolstadt Hbf irrtümlich den Block aus Ingolstadt Nord frei. Dort erhält daraufhin Durchgangsgüterzug Dg 6563 Ausfahrt und fährt wenig später mit einer Geschwindigkeit von 60 km/h auf den stehenden Kesselzug auf, von dem insgesamt 20 Wagen in Brand geraten oder explodieren. Die Asphalt-Ladung eines Wagens zerstört eine Schule für Blindenhunde, ein anderer Wagen entgleist, fährt in ein ehemaliges Bahnwärterhaus und explodiert dort mit einer 100 m hohen Stichflamme. Durch brennendes Öl, das in die Kanalisation gelangt, werden mehrere Autos in Brand gesetzt. Der Lokführer des auffahrenden Zuges wird beim Aufprall im Führerhaus eingeklemmt und verbrennt. Auch die beiden Bewohner des Bahnwärterhauses sterben. Für die nachfolgenden schwierigen Bergungsarbeiten muss das angrenzende Stadtviertel evakuiert werden. Wenige Stunden nach dem Unfall nimmt sich der Fahrdienstleiter, der das Unglück ausgelöst hatte, das Leben.
Opferbilanz: 4 Tote.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
Wikipedia, Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
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Samstag, 17. März 2012, 12:37

Fortsetzung Nr. 156 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 100 Jahren:

18. 03. 1912: Bei einer Kesselprobe an einer frisch ausgebesserten Dampflok explodiert im Ausbesserungswerk in San Antonio (Bundesstaat texas, USA) der Kessel. Dabei werden mehrere Gebäude in der Umgebung schwer beschädigt. Ein 7 Tonnen schwerer Kesselteil wird 360 m weit weggeschleudert, ein ca. 400 kg schwerer Kesselteil fliegt 1,5 km weit und beschädigt ein Wohnhaus. Auf Grund der Tatsache, dass es im Ausbesserungswerk gerade einen Arbeitskonflikt zwischen Geschäftsführung und Belegschaft gibt, wird zunächst von einer Sabotage ausgegangen. Angesichts der Art der Zerstörung des Kessels kommt die Untersuchungskommission allerdings zur Ansicht, dass schlicht und einfach Wassermangel die Ursache für die Explosion gewesen sein dürfte.
Opferbilanz: 28 Tote, 40 Verletzte.

Vor 55 Jahren:

15. 03. 1957:
Während eines heftigen Schneesturmes stoßen in der Nähe der ca. 130 km nördlich von Helsinki gelegenen Ortschaft Kuurila (Finnland) der von einer Dampflok gezogene Nachtzug P 64 Tornio - Helsinki mit dem Triebwagenzug MP 41 von Helsinki nach Pori frontal zusammen, wobei durch die Wucht der schweren Dampflok der Triebwagen total zerstört wird. Die meisten Opfer befinden sich in den Trümmern des Triebwagens. Unfallursache: Durch den Schneesturm sind die Signale ausgefallen und der Betrieb muss im traditionellen signallosen Verfahren abgewickelt werden. Dabei kommt es zwischen den Fahrdienstleitern der Bahnhöfe Toijala und Hämeenlinna zu einem Mißverständnis und beide Züge werden gleichzeitig abgelassen, sodass es auf freier Strecke zum Zusammenstoß kommt. Dieser Unfall ist das schwerste Zugsunglück in Finnland zu Friedenszeiten. Auf Grund der Abgeschiedenheit der Unfallstelle können die Rettungskräfte nur mit Pferdeschlitten und Skiern zu den verunfallten Zügen vordringen.
Opferbilanz: 26 bzw. 28 Tote (je nach Quelle), darunter auch der Lokführer der Dampflok, 50 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia.
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272

Samstag, 24. März 2012, 12:38

Fortsetzung Nr. 157 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 105 Jahren:

28. 03. 1907:
Im Bahnhof von Colton (Bundesstaat Kalifornien, USA) entgleist ein Reisezug auf Grund einer falsch gestellten Weiche.
Opferbilanz: 22 T0te.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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273

Freitag, 30. März 2012, 17:45

Fortsetzung Nr. 158 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 110 Jahren:

30. 03. 1902:
Zwischen den Bahnhöfen Barberton und Kaapmuiden (Südafrika) gelingt es dem Lokführer des morgendlichen Personenzuges nicht, auf einer Gefällsstrecke die Geschwindigkeit zu halten, worauf der Zug in einem Bogen vor einer Brücke über einen Fluss entgleist. Die Lok und die ersten drei Waggons verkeilen sich ineinander, während der vierte Waggon über die Böschung in den Fluss stürzt. Die meisten Opfer sind Soldaten, die im ersten Waggon hinter der Lok sitzen. Auch zwei Zivilisten, die versuchen, sich durch Abspringen zu retten, finden den Tod.
Opferbilanz: Über 40 Tote.

Vor 40 Jahren:

31. 03. 1972:
In der Nähe von Potgietersrus (ehemalige Provinz Transvaal, Südafrika) entgleist ein Reisezug kurz vor dem Erreichen einer über ein fast ausgetrocknetes Flussbett führenden Brücke. Die Lok und die nachfolgenden Waggons stürzen in das Flussbett. Alle Opfer sind Farbige. Als Unfallsursache wird Sabotage vermutet.
Opferbilanz: 38 Tote, 174 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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dr. bahnsinn

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274

Montag, 9. April 2012, 17:19

Fortsetzung Nr. 159 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 55 Jahren:

08. 04. 1957:
In der Nähe von Woodstock bei Kapstadt (Südafrika) stoßen zwei elektrische Vorortezüge frontal zusammen.
Opferbilanz: Über 20 Tote, 45 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Alois

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275

Mittwoch, 11. April 2012, 20:23

Fortsetzung Nr. 160 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Gegen Mittag des 11. April 1952, also heute vor 60 Jahren, startete vom Bahnhof Semmering ein Güterzug in Richtung Mürzzuschlag. Das Ergebnis war am folgenden Tag in der Arbeiter-Zeitung folgendermaßen beschrieben:

Obwohl der Sachschaden dieses Unfalls jenen der Schnellzugkatastrophe von Langenwang (September 1951) bei weitem überstieg, waren keine Personenschäden zu beklagen - Glück gehabt.

grubenhunt

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276

Mittwoch, 11. April 2012, 21:06

Irgendwie grossartig, einen gut recherchierten, vielleicht ein bissl altfadrisch geschriebenen (mit heilen Knochen davongekommen) Artikel zu lesen.

Ich würde sagen, laienhaft aber durchwegs korrekt beschrieben, so wie es sich gehört wenn man eben nicht Fachpresse ist.

Danke Alois, für dieses Zeitdokument.

dr. bahnsinn

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Samstag, 14. April 2012, 12:55

Fortsetzung Nr. 161 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 95 Jahren:

17. (18.)*) 04. 1917:
Gegen 22:00 Uhr fährt in dem zwischen München und Augsburg gelegenen Bahnhof Nannhofen der D 53 dem rangierenden Eilgüterzug mit Personenbeförderung 926 in die Flanke. Dabei werden vier Reisezugwagen des Zuges 926 zerstört und einer der Waggons stürzt um. Die Lok des D 53 stürzt ebenfalls um, der Gepäckwaggon des 53 bohrt sich in den folgenden Reisewagen und zertrümmert diesen.
Unfallursache: Der Eilgüterzug 926 hat in Nannhofen die Aufgabe, einen Waggon mit einem Pferd an der Verladerampe abzustellen. Da der D 53 Verspätung hat, beschließt der Fdl, die Rangierfahrt vor der Durchfahrt des D 53 abzuwickeln wobei das Durchfahrtsgleis für den D 53 gekreuzt werden muss. Der Lokführer D 53 mißachtet jedoch das Halt zeigende Einfahrtssignal und der D 53 trifft auf den Zug 926 genau in dem Moment, als dieser gerade das Durchfahrtsgleis überquert.
Obwohl eindeutig feststeht, dass der Lokführer des D 53 das Halt zeigende Signal überfahren hat, wird er in der vom 19. bis 22. 02. 1919 stattfindenden Gerichtsverhandlung freigesprochen.
Begründung: In Deutschland wurde bis 1907 bei Signalen und Vorsignalen keinen grünes, sondern weißes Licht für die Signalbegriffe "Fahrt" bzw. "Fahrt erwarten" verwendet. Nach mehreren, glimpflich verlaufenen Unfällen begannen die deutschen Bahnverwaltungen in Anbetracht der Tatsache, dass das weiße Signallicht leicht mit anderen, immer mehr in Mode kommenden elektrischen weißen Lichtquellen verwechselt werden könnte, ihre Signale auf grünes Licht umzurüsten. 1913 war die Aktion bis auf Bayern abgschlossen. Bayern hatte 1917 erst eine Strecke mit grünen Signallichteren ausgestattet. Der Lokführer hatte in der Gerichtsverhandlung angegeben, drei Mal weißes Licht gesehen zu haben, was vom Heizer bestätigt wurde. Im Zuge der Verhandlung kam man zum Schluß, dass der Lokführer höchstwahrscheinlich die beleuchteten Fenster der Personenwagen des Eilgüterzuges mit den weißen Signallichtern verwechselt hat, weshalb er freigesprochen wurde.
Opferbilanz: 30 Tote und 80 Verletzte; nach andere Quelle 21 Tote und 41 Verletzte.

*) Unterschiedliche Angaben in den Quellen.

Quellen: Wikipedia und "Eisnebahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991.
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Montag, 16. April 2012, 11:19

Ein Unfallhergang, der frappant an Langenwang erinnert!

dr. bahnsinn

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279

Montag, 16. April 2012, 11:24

Ein Unfallhergang, der frappant an Langenwang erinnert!


Daran habe ich auch denken müssen, als ich obigen Unfallbericht geschrieben habe.

Hier die Unfallskizze von Langenwang zur Erinnerung:


Quelle: Wikipedia
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Samstag, 28. April 2012, 18:37

Fortsetzung Nr. 162 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 40 Jahren:

26.04. 1972:
In der Nähe von Bangalore (Indien) entgleisen die Lok und vier Waggons eines Reisezuges.
Opferbilanz: 21 Tote, 37 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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