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dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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341

Samstag, 19. Januar 2013, 12:22

Fortsetzung Nr. 197 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 95 Jahren:

18. 01. 1918:
Bei Argeningken südlich von Tilsit (heute Sowetsk [Советск]) im ehemaligen Ostpreußen stoßen ein Militärurlauberzug und ein Personenzug frontal zusammen. Es war dies das vierte schwere Eisenbahnunglück innerhalb eines Monats, in dem ein deutscher Militärurlauberzug involviert war.
Opferbilanz: 32 Tote, 36 Verletzte.

Vor 85 Jahren:

22. 01. 1928:
Zwischen den Bahnhöfen Hayagat und Kishanpur (Indien) kommt es zu einer Trennung zwischen Lok und Wagenzug. Der Wagenzug läuft aber auf die haltende Lok mit derartiger Wucht auf, dass die ersten beiden Waggons entgleisen und eine Böschung hinunterstürzen.
Opferbilanz: Über 30 Tote.

Vor 25 Jahren:

19. 01. 1988:
Bei einer Übung auf einem Militärgelände im brandenburgischen Forst Zinna in der Nähe von Jüterbog (ex-DDR) benützt ein 19-jähriger kasachischer Panzerfahrschüler aufgrund von Verständigungsproblemen mit seinem russischen Fahrlehrer nicht den vorhandenen Brückenübergang zum nahelgelegenen Übungsgelände, sondern fährt über die Gleise des Bahnhofs Forst Zinna und bleibt dort stehen, ohne dass es gelingt, den stillstehenden Motor wieder in Gang zu setzen. Nach Aussage der Beteiligten ist auch noch der Bordfunk ausgefallen. Der herannahende Schnellzug D 716 prallt gegen 17:50 Uhr ungebremst mit 120 km/h auf das Kettenfahrzeug. Nach diesem Unfall wird die Strecke mit Panzersperren gesichert, um das unerlaubte Queren der Gleise durch Panzerfahrzeuge zu verhindern.
Opferbilanz: 6 Tote, 33 Schwerverletzte.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia.
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dr. bahnsinn

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342

Samstag, 26. Januar 2013, 12:55

Fortsetzung Nr. 198 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Nachtrag zu Fortsetzung Nr. 197:

Vor 90 Jahren:

14. 01. 1923:
Bei Anuradhapura (Ceylon) stürzt wird während eines schweren Regensturms eine Brücke unterspült. Als der "Jaffa-Postzug" die beschädigte Brücke befährt, entgleisen die Lok samt Tender und der erste Reisewagen und stürzen in die reißenden Fluten. Da die Unglücksstelle so abgeschieden liegt, kann auch keine Verbindung zu den Rettungskräften hergestellt werden. Erst als der Zug überfällig ist, schickt man einen Sonderzug mit Rettungskräften auf die Strecke, um den Zug zu suchen.
Opferbilanz: 39 Tote.

Vor 110 Jahren:

27. 01. 1903:
Ein Nahverkehrszug wird in der Nähe von Graceland (Bundesstaat New Jersey, USA) vom Nahverkehrsgleis auf das Fernverkehrsgleis geleitet, um einen Güterzug zu überholen. Wegen eines Heißläufers muss er aber die Geschwindigkeit drosseln. Der Lokführer des nachfolgenden "Reading Express" ist durch eine defekte Dampfstrahlpumpe so abgelenkt, dass er das Halt zeigende Signal übersieht und auf den langsamen Nahverkehrszug auffährt. Dabei werden die letzten drei Waggons des Nahverkehrszuges ineinander geschoben und fangen Feuer.
Opferbilanz: 23 Tote, alle im Nahverkehrszug.

Vor 90 Jahren:

26. 01. 1923:
Innerhalb von zwei Wochen der zweite Unfall auf Grund einer Unterspülung (siehe oben), als ein Postzug aus Talaimannar zwischen den Bahnhöfen Madawachchi und Anuradhapura (Ceylon) entgleist.
Opferbilanz: Die Anzahl der Todesopfer ist unbekannt.

Vor 85 Jahren:

28. 01. 1928:
Der Postzug von Mandalay nach Rangun (Birma) entgleist auf einer Brücke zwischen Yindsikkon und Kyauktaga. Dabei stürzen die Lok und vier Waggons von der Brücke 50 m tief in einen Fluß. Bei der Untersuchung der Unglücksursache wird Sabotage durch Entfernen der Schienenlaschen festgestellt, wobei die Sabotage eigentlich dem vor dem Postzug fahrenden Güterzug gegolten hat, den die Saboteure ausrauben wollten. Auf Grund seiner geringen Geschwindigkeit war der Güterzug aber nicht entgleist. Einer der Saboteure konnte dingfest gemacht werden. Er wird zum Tod verurteil, später durch einen Parlamentsakt aber begnadigt.
Opferbilanz: 54 Tote, über 30 Verletzte.

Vor 45 Jahren:

27. 01. 1968:
Zu diesem Unglück in dert Provinz Rio Grande do Sol (Brasilien) wurden keine Einzelheiten bekannt.
Opferbilanz: 41 Tote, 57 Verletzte.

Vor 25 Jahren:

24. 01. 1988:
In der Nähe des Bahnhofes Qiewu (China) entgleist ein von Kumning nach Shanghai fahrender Sonderzug. Es ist dies der dritte schwere Unfall innerhalb von drei Wochen in China.
Opferbilanz: Über 90 Tote, 66 Schwerverletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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dr. bahnsinn

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343

Freitag, 1. Februar 2013, 11:51

Fortsetzung Nr. 199 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 100 Jahren:

05. 02. 1913:
Bei Erzsébetváros (heute Dumbrăveni, Ungarn) fährt nachts um 01:30 Uhr der Schnellzug 601 der ungarischen Staatsbahn von Bukarest kommend mit ca. 60 km/h auf einen außerplanmäßig haltenden Güterzug auf. Dabei entgleisen die letzten sechs Waggons des Güterzuges, die letztgereihten Kesselwagen, die mit Petroleum beladen sind, werden zerstört und fangen Feuer. Da sich im letzten Waggon des Schnellzuges der zweitgeborene Sohn des deutschen Kaisers Wilhelm II., Prinz Eitel Friedrich von Preußen befindet, ist der Zug unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen als sogenannter "Hofzug" unterwegs. Die Sicherheitsvorkehrungen werden allerdings insofern unterlaufen, als sich die für die Sicherheit zuständigen Beamten anstatt auf der Lok im Dienstwagen hinter der Lok befinden. Zudem hat der auf dem letzten Waggon des Güterzuges mitfahrende Bremser, der beim Unfall getötet wird, vergessen, am Güterzug das Zugschlusssignal zu setzen, das bei der in dieser Nacht herrschenden Sicht von ca. 800 m dazu beitragen hätte können, das Unfallausmaß zumindest zu verringern.
Opferbilanz: 3 Tote (der Bremser und 2 Reisende), mehrere Reisende und das Lokpersonal des Schnellzuges erleiden schwere Brandwunden. Der Prinz bleibt unverletzt.

Vor 40 Jahren:

01. 02. 1973:
Im Osten von Algerien entgleist ein Reisezug.
Opferbilanz: 35 Tote, 51 Verletzte.

Vor 10 Jahren:

01. 02. 2003:
In der Nähe von Dete (Simbabwe) stoßen ein mit 1100 Personen besetzter Personenzug und ein Güterzug frontal zusammen. Als Unfallsursache wird ein falsch gestelltes Signal vermutet.
Opferbilanz: 46 Tote.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia.
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dr. bahnsinn

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344

Sonntag, 10. Februar 2013, 16:43

Fortsetzung Nr. 200 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 95 Jahren:

07. 02. 1918:
Während der Fahrt zwischen Stanislaw und Lemberg (ehemalige Sowjetunion, jetzt Ukraine) bricht bei einem überfüllten Reisezug etwa um Mitternacht während der Fahrt ein Brand aus. Der Zug kommt auf einer Brücke über den Fluss Dnjestr zum Stehen. Zahlreiche Fahrgäste springen aus den brennenden Waggons in den Fluss und ertrinken.
Opferbilanz: Zahl der Todesopfer und der Verletzten unbekannt.

07. 02. 1918: Während der Fahrt eines Reisezuges kommt es bei Güsten (Deutschland) zu einer Zugtrennung und daraufhin zum Zusammenstoß des vorderen haltenden Zugteiles mit dem auffahrenden hinteren Zugteil.
Opferbilanz: 18 Tote, 35 Verletzte.

08. 02. 1918: Im Bahnhof Köln-Ehrenfeld (Deutschland) stoßen ein Schnellzug und ein Militärurlauberzug zusammen.
Opferbilanz: 8 Tote, 76 Verletzte.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens und Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 bzw. Berlin 1991.
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oe.tom

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345

Montag, 11. Februar 2013, 07:14

Gratulation zur 200! :thumbup:
Erst wenn das letzte Alteisen verschrottet, die letzte Nebenbahn abgerissen ist, werdet ihr sehen, dass nicht alles Gold ist, was neu ist...

dr. bahnsinn

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346

Montag, 11. Februar 2013, 10:46

Zitat

Gratulation zur 200!

Danke! Aber ich muss hier nicht unbedingt Alleinunterhalter sein. Jeder User, der etwas Interessantes beitragen kann, ist herzlich eingeladen, es hier zu posten.
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dr. bahnsinn

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347

Samstag, 16. Februar 2013, 12:39

Fortsetzung Nr. 201 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 90 Jahren:

18. 02. 1923:
Im Nordosten Frankreichs stößt ein von Paris nach Strasbourg fahrender Reisezug mit einem anderen Zug zusammen.
Opferbilanz: 27 Tote.

Vor 65 Jahren:

17. 02. 1948:
Ein Güterzug und ein Nahverkehrszug stoßen in Thumeries an der Strecke Lille - Douai (Frankreich) frontal zusammen.
Opferbilanz: 22 Tote, 30 Verletzte.

Vor 60 Jahren:

15. 02. 1953:
In den frühen Morgenstunden entgleist der Eilzug Lecce - Neapel - Rom bei der Einfahrt in den Bahnhof von Benevento (Italien) auf Grund überhöhter Geschwindigkeit. Bis auf einen Waggon stürzen alle um, der erstgereihte Waggon, ein älterer 3. Kl.-Waggon durchbricht dabei die Wand zur Gepäcksaufbewahrung und zerstört diese. In diesem Bereich sind auch die meisten Opfer zu beklagen. Der Lokführer verantwortet sich damit, nicht auf den Geschwindigkeitsanzeiger geschaut zu haben und als er bremsen wollte, hätten die Bremsen versagt.
Opferbilanz: 23 Tote.

15. 02. 1953: Bei Comodoro in Patagonien (Argentinien) entgleist ein Schienenbus und stürzt eine Böschung hinab.
Opferbilanz: 23 Tote, 42 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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348

Samstag, 16. Februar 2013, 20:59

Endlich kann ich etwas zu diesem interessanten Thread beitragen. :)

Am kommenden Donnerstag, dem 21. Februar 2013, wird der Elektrotriebwagen 4042.01 der NBiK 77 Jahre alt. An diesem Tag wurde er offiziell in den Stand der BBÖ eingegliedert.

dr. bahnsinn

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349

Samstag, 16. Februar 2013, 22:10

Zitat

Am kommenden Donnerstag, dem 21. Februar 2013, wird der Elektrotriebwagen 4042.01 der NBiK 77 Jahre alt.

Alles Gute zum Geburtstag. Und nicht nur hoch, sondern vor allem laaaaang soll er leben! :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
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350

Freitag, 22. Februar 2013, 10:44

Ich bin der Meinung, dass im Board "Historisches" Platz für ein Unterboard sein sollte, das an besondere Ereignisse im Zusammenhang mit der Eisenbahn erinnern soll. Dazu gehören aus meiner Sicht Streckenjubiläen, z. B. dargestellt durch zeitgenössische Berichte über die Eröffnung, aber auch Bedenktage, z. B. langfristige oder endgültige Streckensperren nach Naturkatastrophen oder Jahrestage von schweren Eisenbahnunfällen....



Vor 80 Jahren:

10. 9. 1928: Zwischen Brünn und Lundenburg (Breclav) fährt der "Paris-Bukarest-Expreß" auf einen Güterzug auf.
Opferbilanz: 21 Tote, 29 Verletzte.


Was ist/war der "Paris-Bukarest-Expreß"?

dr. bahnsinn

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Freitag, 22. Februar 2013, 11:11

Zitat

Was ist/war der "Paris-Bukarest-Expreß"?

Steht so in der Quelle "Katastrophen auf Schienen" von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996, S. 83.

Vielleicht ein normaler Schnellzug mit einem Kurswagen Bukarest - Paris mit Laufweg über Prag oder eine der vielen Orient-Express-Varianten.
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dr. bahnsinn

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Samstag, 23. Februar 2013, 12:28

Fortsetzung Nr. 202 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 65 Jahren:

22. 02. 1948: Ein von Sattel nach Zürich fahrender Zug der Südostbahn wird auf Grund einer Fehlbedienung durch den Lokführer auf der 50-Promille-Gefällsstrecke immmer schneller, erreicht über 60 km/h, obwohl nur 15 km/h zulässig sind. Der Fahrdienstleiter von Wädenswil leitet den außer Kontrolle geratenen Zug auf ein Stumpfgleis, der Zug überfährt den Prellbock und rast in ein Bürogebäude, das in sich zusammenstürzt und den Zug unter sich begräbt.
Opferbilanz: 21 Tote, 70 Verletze.

Vor 35 Jahren:

25. 02. 1978: In der von Santa Fé (Argentienien) kommt es auf einer EK zu einem Zusammenstoß zwischen einem Kraftfahrzeug und einem Zug.
Opferbilanz: 53 Tote, 56 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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dr. bahnsinn

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Mittwoch, 27. Februar 2013, 19:01

Nachtrag zu den Fortsetzungen Nr. 200 und 201:

Vor 20 Jahren:

13. 02. 1993:
Am Morgen des Tages (Samstag, Ende der Semesterferien in Ostösterrreich) stoßen um 08:03 Uhr der E 1565 (1044 241 + 9 Wagen von Salzburg Hbf. nach Wien West) bei der Einfahrt in den Bf. Melk von Streckengleis 1 nach Bahnhofsgleis 4 mit dem auf Streckengleis 2 durchfahrenden G 43412 (1010 008 + 21 Wagen, 968 t, von Wien ZVbf. nach Hall/T.) zusammen. Dabei verkeilen sich die Triebfahrzeuge, 10 Güterwagen des G 43412 und 3 Reisezugwagen des E 1565 entgleisen, stürzen zum Teil um und verkeilen sich ineinander. Dabei werden sämtliche Gleise im westlichen Bahnhofsbereich verlegt.
Ubfallursache: Der pünktlich einfahrende E 1565 sollte auf Grund umfangreicher Ladetätigkeit und zum gefahrlosen Fahrgastwechsel am Hausbahnsteig halten. Zu diesem Zweck muss er das Streckengleis 2 traversieren. Aus diesem Grund zeigt für den auf Streckengleis 2 Richtung Linz fahrenden G 43412 das Ausfahrvorsignal des Bf. Melk "Vorsicht", was vom Tfzf. auch quittiert wird. Der Tfzf. hält den Zug vor dem Halt zeigenden Ausfahrsignal aber nicht an, sondern bemerkt erst knapp vor dem Signal seine Fehlhandlung. Er leitet noch die Schnellbremsung ein, die aber kaum mehr wirksam wird und flüchtet in den Maschinenraum, wo er dank der robusten Bauweise der 1010 nur leicht verletzt wird. Der Tfzf. des E 1565 sieht auf Grund des engen Bogens vor der Bahnhofseinfahrt den entgegenkommenden G 43412 zu spät und es gelingt ihm nicht mehr, in den Maschinenraum zu flüchten, was für ihn letale Folgen hat.
Durch den Unfall ist die Westbahn bis Montag (15. 02.) um 05:00 Uhr unterbrochen. Die Fernzüge werden über die Donauuferbahn durch die Wachau (52 Züge) sowie über die Südbahn und Schoberpaß (26 Züge) bzw. Tauern (22 Züge) umgeleitet, wobei auf der Donauuferbahn der Regelverkehr im Schienersatzverkehr geführt wird.
Der Unfall macht in schmerzvoller Weise deutlich, dass es ein Fehler war, die Donauuferbahn als Umleitungsstrecke für die Westbahn sträflich zu vernachlässigen. Der Umleitungsverkehr durch die Wachau war dank unzureichender Kreuzungsmöglichkeiten (zu kurze Bahnhofsgleise), Dieselvorspann vor den abgebügelten E-Loks, fehlender Sicherungseinrichtungen und niedriger Reisegeschwindigkeit ein einziges Fiasko und das an einem der auflommensstärksten Reisewochenenden des Jahres. Lehren hat man bei den ÖBB aus dem Umleitungschaos damals keine gezogen und das Schicksal der Donauuferbahn ist zwischenzeitlich hinlänglich bekannt.
Opferbilanz: 3 Tote (Tfzf., Zugführer und Zugbegleiter des E 1565), 7 Schwerverletzte, 14 Leichtverletzte.

18. 02. 1993: Um 07:25 Uhr stoßen der aus Hütteldorf Richtung Wien West ausfahrende R 2059 (1044 223 + 4 Wagen, Neulengbach - Wien West) mit dem R 20228 (4030 208, Wien West - Rekawinkel) frontal zusammen. Beide Fahrzeuge verkeilen sich, der 4030 208 entgleist mit allem Achsen.
Unfallursache: Der Tfzf. des R 2095 beschleunigt nach dem Halt in Hütteldorf den Zug auf 95 km/h, ignoriert den Signalnachahmer des Ausfahrsignals und leitet erst nach Erkennen des Halt zeigenden AS die Schnellbremsung ein, wodurch der Zug noch auf ca. 30 km/h abgebremst wird, der Zusammenstoß mit dem zum Nahverkehrsgleis traversierenden R 20228 Richtung Purkersdorf aber nicht mehr verhindert werden kann.
Opferbilanz: 3 Tote (darunter der Tfzf. des 4030 208), 25 zum Teil schwer Verletzte.

Quellen: EÖ 4/93, S. 72 ff., Sva 4/93, S. 12 ff.
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Samstag, 2. März 2013, 12:25

Fortsetzung Nr. 203 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 55 Jahren:

04. 03. 1958:
Aufgrund eines Signalfehlers fahren in Mangueira (drei Kilometer außerhalb des Stadtzentrums von Rio de Janeiro) auf dem gleichen Gleis ein stadtauswärts fahrender und ein stadteinwärts fahrender Zug der Estrada de Ferro Central do Brasil aufeinander zu. Der Zusammenstoß erfolgt unter einer Autobahnbrücke, wo sich die beiden Züge ineinander schieben, verkeilen und sich die Wracks der Personenwagen aufeinander türmen.
Opferbilanz: 128 Tote, über 300 Verletzte.

Quelle: Wikipedia
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Samstag, 9. März 2013, 11:46

Fortsetzung Nr. 204 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 85 Jahren:

12. 03. 1928:
Ein Schnellzug von Galle nach Colombo (Ceylon) und ein Personenzug stoßen bei Kalatura, etwa 45 km südlich von Colombo, auf freier Strecke zusammen. Unfallursache ist das Fehlverhalten von Lokführer und Zugführer des Personenzuges sowie des Fahrdienstleiters des Bahnhofes Kalatura.
Opferbilanz: 25 Tote, 41 Verletzte.

Vor 55 Jahren:

07. 03. 1958:
Im Vorort Pacienca von Rio de Janeiro (Brasilien) stoßen drei Züge zusammen.
Opferbilanz: 58 Tote, ca. 120 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Samstag, 16. März 2013, 12:28

Fortsetzung Nr. 205 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 80 Jahren:

17. 03. 2013:
Zwischen den Bahnhöfen Chengchitun und Ssupingkai in der Mandschurei (heute VR China, damals der japanische Marionettenstaat Mandschukuo) fährt ein Güterzug auf einen Personenzug auf, der vor einer Gleisverwerfung angehalten hatte.
Opferbilanz: 50 Tote, 70 Verletzte.

Vor 45 Jahren:

15. 03. 1968:
Zwischen den Bahnhöfen Santa Maria de la Alameda und Robledo de Chavela in der Sierra Guadarrama an der Magistrale Madrid - Avila stoßen ein mit einer Kleinlok bespannter Bauzug und ein aus zwei zweiteiligen Dieselschnelltriebzügen der Reihe TER (Tren Espanol Rapido) bestehender Schnellzug frontal zusammen, wobei der führende Triebwagen weitgehend zerstört wird und Feuer fängt. Unfallursache: Der mit Schwellen und Schienen beladene Bauzug hat den Auftrag, nach dem Abladen an einer Gleisbaustelle nördlich des Bahnhofes Robledo in den Bahnhof zurückzukehren, um den Schnellzug passieren zu lassen. Bei der Rückfahrt in den Bahnhof Robledo gerät der Bauzug auf Grund des starken Gefälles außer Kontrolle, rast durch den Bahnhof Robledo auf die freie Strecke Richtung Santa Maria de la Alameda und stößt ca. 3 km außerhalb des Bahnhofes Robledo mit dem Schnellzug zusammen.
Opferbilanz: 25 Tote, über 80 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Freitag, 22. März 2013, 17:40

Fortsetzung Nr. 206 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 60 Jahren:

27. 03. 1953:
Während der Fahrt auf einer viergleisigen Strecke fallen bei Conneaut (Bundesstaat Ohio, USA) von einem Rungenwagen eines Richtung Osten fahrenden Güterzuges mehrere 9,50 m lange Stahlrohre mit 33 cm Durchmesser auf das Nebengleis, das dadurch so weit verschoben wird, dass der unmittelbar darauf entgegenkommende, mit ca. 120 km/h fahrende Expresszug "Mohawk" entgleist. Die Trümmer verteilen sich über alle vier Gleise der Strecke, worauf der ebenfalls Richtung Osten mit ca. 110 km/h fahrende Expresszug "Southwestern Limited" in die Trümmer fährt und bis auf die letzten drei Waggons des Zuges alle Wagen entgleisen. Dabei werden insgesamt sieben Reisezugwagen komplett zerstört.
Maßgeblich für das Unglück war die Tatsache, dass im Stahlwerk Aliquippa in Pennsylvania die Rohre um ca. 1,50 m zu hoch aufgeladen und schlecht gesichert worden waren. Dazu kam, dass sowohl die Sicherheitskontrolle im Stahlwerk als auch die Zugbeobachtung durch die Stationspersonale während der Fahrt mangelhaft gewesen sein müssen, denn es hätte auffallen müssen, dass die Rohre zu hoch aufgeladen waren und die Ladesicherung unzureichend war.
Opferbilanz: 21 Tote.

Das Foto unten zeigt die auf die Seite gekippte Diesellok eines der beiden beteiligten Expresszüge. Am unteren Bildrand ist eines der Stahlrohre zu sehen, die unfallauslösend waren:

Quelle: Die größten Eisenbahnkatastrophen von Keith Eastlake, Gondrom Verlag 1997, S. 24.


Vor 30 Jahren:

22. 03. 1983:
Ein eigenartiger Brückeneinsturz ereignet sich bei Ishurdi (Bangladesh): Während der Fahrt über eine Brücke entleist die Diesellok des Zuges. Die daraus resultierenden Erschütterungen bewirken das Einstürzen der Brücke in der Form, dass die einzelnen Brückentragwerke jeweils einseitig von den Pfeilern rutschen. Die Diesellok bleibt in Schräglage auf einem Tragwerk stehen, während einer der hinter ihr gereihten beiden Waggons in das Flussbett stürzt und der andere fast senkrecht, angelehnt an ein Brückentragwerk zu stehen kommt. Siehe Foto unten:
Opferbilanz: Ca. 60 Tote.


Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996, S. 196.


Vor 25 Jahren:

24. 03. 1988:
Bei einem Eisenbahnunfall bei Shanghai (VR China), dessen genauer Unfallhergang nicht geklärt ist (der Direktor der Eisenbahnverwaltung von Jinan in der Provinz Shandong spricht lediglich allgemein von schlechter Disziplin der Bediensteten, Schwierigkeiten in der Verwaltung und von veralteten Anlagen), sind hauptsächlich japanische Oberschüler, die nach China auf Besuch gekommen waren, die Opfer.
Opferbilanz: 28 Tote, 1209 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Montag, 1. April 2013, 18:31

Fortsetzung Nr. 207 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 75 Jahren:

29. 03. 1938:
In der Nähe von Valencia (Spanien) stößt ein Zug auf einer Ek mit einem Tanklastwagen zusammen, worauf der gesamte Zug in Flammen aufgeht.
Opferbilanz: 39 Tote und viele Fahrgäste mit mehr oder weniger schweren Brandverletzungen.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Samstag, 6. April 2013, 11:55

Fortsetzung Nr. 208 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 75 Jahren:

04. 04. 1938:
Zwischen den Bahnhöfen Plumtree und Tsessebe an der Grenze zwischen Südrhodesien und Betschuanaland stößt in einem Einschnitt ein von Bulawayo nach Johannesburg und Kapstadt fahrender Schnellzug mit einem Güterzug zusammen, wobei einige Waggons des Schnellzuges entgleisen. Straßen mit schlechtem Erhaltungszustand und die Lage der Unglücksstelle in einem tiefen Einschnitt, der für die Rettungsarbeiten erst erweitert werden musss, tragen dazu bei, dass die Rettungsarbeiten erst 48 Stunden nach dem Unfall beendet werden können. Unfallursache: Der fahrplanmässige Kreuzungsaufenthalt wäre im Bahnhof Tsessebe vorgesehen gewesen. Auf Grund der früheren Abfahrt des Güterzuges an seinem Abgangsort wurde der Kreuzungsaufenthalt verlegt, wobei dem Lokführer des Schnellzuges telegrafisch der Bahnhof Ramaquabane als Kreuzungsbahnhof bekannt gegeben wurde, dem Lokführer des Güterzuges irrtümlich aber der Bahnhof Vakaranga. So kam es zum Zusammenstoß.
Opferbilanz: 26 Tote, 22 Verletzte.

Quelle; Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
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Samstag, 13. April 2013, 18:36

Fortsetzung Nr. 209 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 65 Jahren:

17. 04. 1948:
Ein auf der Fahrt in den Urlaub befindlicher Soldat will schneller nach Hause kommen und zieht in der Nähe seiner Behausung im Nachtschnellzug von Glasgow nach London-Euston die Notbremse, worauf der Zug nördlich des Bahnhofes Winsford zum Stehen kommt. Der Stellwerkswärter des Bahnhofes Winsford ist aber der irrigen Meinung, dass der Nachtschnellzug schon an ihm vorbeigefahren sei und gibt den Blockabschnitt für den folgenden Postzug aus Glasgow frei. Der Schaffner des Nachtschnellzuges, der den Auftrag hat, den Zug nach hinten abzusichern, ist erst ca. 350 m vom Zug entfernt, als er den Postzug kommen hört. Er versucht, mit der rot leuchtenden Handlaterne den Lokführer des Postzuges zu warnen, was auch gelingt. Aber trotz Schnellbremsung fährt der Postzug auf den stehenden Zug auf, wobei der letzte Wagen zur Gänze und der vorletzte Wagen des Nachtschnellzuges zur Hälfte zerstört werden.
Opferbilanz: 24 Tote, 18 Schwerverletzte.

Vor 50 Jahren:

11. 04. 1963:
Bei Bandung (Indonesien) springen die Lok und die ersten Waggons des Schnellzuges Jarkarta - Bandung aus den Schienen. Ein Waggon stürzt, sich mehrfach überschlagend, in eine Schlucht.
Opferbilanz: 37 Tote.

Vor 35 Jahren:

15. 04. 1978:
Der Schnellzug von Lecce in Apulien nach Mailand muss auf Grund eines durch anhaltende Regenfälle verursachten Brückeneinsturzes an der Küstenlinie entlang der Adria über Rom umgeleitet werden. Mit über acht Stunden Verspätung fährt der Zug in der Nähe des Bahnhofes Vado an der Strecke Florenz - Bologna mit ca. 110 km/h in eine auf die Gleise abgegangene Schlammlawine, wobei die Lok entgleist, die Waggons jedoch unversehrt bleiben. Die Lok stürzt jedoch unglückseligerweise auf das Gegengleis, auf dem nur wenige Augenblicke später der Rapido "Freccia della Laguna" Venedig - Rom mit ca. 120 km/h entgegenkommt und mit der umgestürzten Lok zusammenstößt. Die Lok des Rapido und fünf Waggons des Zuges stürzen daraufhin eine 20 m hohe Böschung hinunter auf die den Böschungsfuß entlangführende Provinzstraße.
Opferbilanz: 43 Tote, 120 Verletzte (eine andere Quelle meldet 47 Tote und ca. 200 Verletzte).

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991.
dr. bahnsinn - der Forendoktor