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dr. bahnsinn

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Montag, 28. März 2016, 12:14

Fortsetzung Nr. 357 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 100 Jahren:

29. 03. 1916:
[Amherst, Bunddesstaat Ohio, USA] Der Nachtzug von Chicago nach Pittsburgh verkehrt in zwei Teilen. Bei einem Halt zeigenden Signal in Amherst bleibt der erste Zugteil stehen. Gerade in dem Moment, als das Signal auf Frei gestellt wird und der erste Zugteil wieder anfährt, fährt der zweite Zugteil bei dichtem Nebel mit einer Geschwindigkeit von etwa 80 km/h auf den Vorderzug auf. Dabei verlegen einige Wrackteile das Nebengleis, auf dem nur Augenblicke später der "Twentieth Century Limited"-Express mit ebenfalls etwa 80 km/h in die Wrackteile fährt, wobei in diesem Zug keine Todesopfer zu beklagen sind.
Unfallauslösend ist die Tatsache, dass der Signalwärter beim ersten Freistellen des Signals es verabsäumt, den Signalstellhebel in der Endlage zu fixieren. Das Signal fiel daher wieder in die Haltstellung zurück. Als der Lokführer per Pfeifsignal auf das Halt zeigende Signal aufmerksam macht, wird es erneut frei gestellt. In diesem Moment passiert dann der Unfall. Bei Gericht beteuert der schuldtragende Lokführer, dass sein Signal frei gezeigt habe. Der Heizer hatte auf Grund des dichten Nebels die Orientierung verloren und konnte keine zweckdienlichen Angaben machen. Nachdem der Lokführer vor dem Unfall innerhalb von 16 Jahren bereits fünf Mal Halt zeigende Signale überfahren hatte, schenkte ihm das Gericht keinen Glauben.
Opferbilanz: 26 Tote.

Vor 55 Jahren:

26. 03. 1961:
[Birma, heute Myanmar] Kein Unfall im eigentlichen Sinn, sondern ein politisch motiviertes Attentat. Der Schnellzug Mandalay - Rangun wird ca. 240 km vor Rangun von Rebellen in die Luft gesprengt und die Fahrgäste, hauptsächlich Regierungsbeamte und Soldaten, werden mit automatischen Waffen beschossen.
Opferbilanz: 23 Tote, 100 Verletzte, 60 Geiseln.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag Stuttgart 1996.

dr. bahnsinn

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Mittwoch, 30. März 2016, 20:53

Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 355 mit Österreich-Bezug

Vor 75 Jahren:

15. 03. 1941:
[St. Michael/Stmk.] Ein Felssturz verschüttete beim Neubau des 158 m langen Annabergtunnels zwischen Hinterberg und St. Michael die Baustelle.


Foto: Archiv Tezak, aus: BiB Nr 13 - Unfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980.

dr. bahnsinn

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Samstag, 2. April 2016, 12:34

Fortsetzung Nr. 358 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 20 Jahren:

06. 04. 1996:
[Kiazi, Rep. Kongo] In der Nähe des Bahnhofs Kiazi, südöstlich von Brazzaville, entgleist ein überladener Güterzug, auf dem viele „blinde Passagiere“ mitreisen.
Opferbilanz: Ca. 100 Tote.

Quelle: Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr

dr. bahnsinn

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Samstag, 2. April 2016, 13:15

110 Jahre Streckenabschnitt Fort William - Mallaig der West Highland Bahn in Schottland

Vor 110 Jahren, am 1. April (nach anderer Quelle 14. April) 1901 wurde der 67 km (41 Meilen) lange Abschnitt Fort William - Mallaig der West Highland Bahn eröffnet.
Bekanntestes Bauwerk dieses Streckenabschnitts ist der Glenfinnan-Viadukt, der in vielen Szenen zahlreicher bekannter Filme, darunter auch in mehereren Harry Potter-Filmen, vorkommt.

Quellen: Die Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1963 und Wikipedia.

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Samstag, 9. April 2016, 13:02

Fortsetzung Nr. 359 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 25 Jahren:

06. 04. 1991:
[Villa Clara, Kuba] Entgleisung eines Reisezuges bei Villa Clara.
Opferbilanz: 56 Tote und Verletzte.

Vor 5 Jahren:

11. 04. 2011:
[Minsk, Weißrußland] Anschlag auf eine Metro-Station.

Hergang: Rund 100 Meter von der Metro-Station Kastrytschnizkaja (Кастрычніцкая) in Minsk entfernt liegt das Hauptbüro des weißrussischen Staatspräsidenten Aljaksandr Lukaschenka. In der Metro-Station ereignet sich gegen 18 Uhr eine Explosion. Nach Angaben der Sicherheitskräfte ist dafür eine ferngezündete, mit Nägeln und anderen Metallteilen präparierte Bombe verantwortlich.
Folgen: Zwei Verdächtigte, Wladislaw Kowaljow und Dmitri Konowalow, werden festgenommen und unter anderem wegen Terrorismus angeklagt und am 30. November 2011 zum Tode durch Erschießen verurteilt. Das Urteil löst international Kritik aus. Prozessbeobachter sahen die Schuld der Verurteilten nicht als erwiesen an und bemängeln, dass das Verfahren nicht fair sei. Die Hintergründe für den Anschlag bleiben nach wie vor unklar.
Am 16. März 2012 informiert das Oberste Gericht Weißrusslands die Angehörigen der Verurteilten schriftlich darüber, dass diese per Genickschuss hingerichtet worden seien. Die staatliche Nachrichtenagentur BelTA meldet die Vollstreckung des Urteils am 17. März. Zahlreiche europäische Regierungen sowie die Europäische Union verurteilen die Vollstreckung und ziehen die Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens erneut in Zweifel.
Opferbilanz: 15 Tote, ca. 300 Verletzte.

Quellen: Katstrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia, Liste von Anschlägen im Schienenverkehr.

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Samstag, 16. April 2016, 15:31

Fortsetzung Nr. 360 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 85 Jahren:

20. 04. 1931:
[China] Ein von Humchun nach Kowloon fahrender Reisezug stürzt in eine Schlucht, als ein auf Grund heftiger Regenfälle aufgeweichter Bahndamm nachgibt.
Opferbilanz: Über 30 Tote, 20 - 30 Schwerverletzte.

Vor 80 Jahren:

16. 04. 1936
: [Tadakuma, Japan] In der Sumimoto-Mine in Tadakuma reißt bei einem Schrägaufzug auf halber Strecke das Seil, an dem neun Wagen nach oben gebracht werden sollen und die Wagen rasen auf der Strecke mit 9 % Gefälle wieder zur Grubensohle zurück, da die Sicherheitsbremse aus ungeklärten Gründen versagt.
Opferbilanz: 52 Tote, 2 Vermißte, 28 Verletzte.

Vor 55 Jahren:

19. 04. 1961:
[Siliguri, Indien] Auf Grund einer Sabotage entgleist ein Reisezug bei Siliguri.
Opferbilanz: 23 Tote, 77 Verletzte, 28 davon schwer.

Vor 50 Jahren:

20. 04. 1966:
[Lumding, Indien] Mitglieder des Naga-Stammes, die bereits im Februar im Postzug "Assam Mail" eine Bombe zur Detonation gebracht hatten (37 Tote), lassen auch im Bahnhof von Lumding in einem Reisezug eine Bombe hochgehen.
Opferbilanz: 57, nach anderen Angaben 55 Tote, 127 Verletzte.

Vor 20 Jahren:

18. 04. 1996:
[Domingarh, Bundesstaat Uttar Pradesh, Indien] Ein Personenzug von Gorakhpur nach Gonda fähri in Domingarh auf einen haltenden Güterzug auf.
Opferbilanz: 60 Tote.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle und Anschläge im Schienenverkehr.

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Samstag, 23. April 2016, 18:52

Fortsetzung Nr. 361 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 105 Jahren:

22. 04. 1911:
[Blaauwkrantz Bridge, Kap Provinz, Südafrika] Beim Überqueren der Blaauwkrantz Bridge entgleist ein Teil eines von Port Alfred nach Grahamstown verkehrenden gemischten Zuges. Dabei stürzen ein Dienstwaggon sowie vier Reisezugwagen 75 m tief in eine Schlucht. Unfallcausal ist ein Schaden an einem der Waggons, generell befinden sich aber sowohl der Oberbau als auch das Wagenmaterial in einem sehr schlechten Zustand, weshalb ein Manager der Bahngesellschaft wegen fahrlässiger Tötung von Reisenden zur Verantwortung gezogen wird.
Opferbilanz: 30 Tote.

Vor 75 Jahren:

23. 04. 1941:
[Kampala, Uganda] In der Nähe von Kampala entgleist ein Reisezug.
Opferbilanz: 20 Tote.

Vor 70 Jahren:

25. 04. 1946:
[Naperville, Bundesstaat Illinois, USA] Ein Schaffner des Richtung Westen fahrenden Expresszuges "Advance Flyer" bemerkt während der Fahrt, dass ein Gegenstand vom Zug weggeschleudert wird. Er verständigt den Lokführer, worauf dieser den Zug im Bahnhof Naperville anhält und den Beimann an das Zugende schickt, um den Zug nach hinten abzusichern, obwohl die Strecke ohnehin mit automatischem Streckenblock ausgerüstet ist. Bevor der Beimann noch das Zugende erreicht, fährt der Folgezug "Exposition Flyer" auf den stehenden Zug auf. Obwohl der Lokführer den Zug von ca. 130 km/h noch auf ca. 70 km/h abbremsen kann, werden der letzte Waggon und der drittletzte, ein Speisewagen in Leichtbauweise komplett zerstört, wobei der Speisewagen wie ein U-Hakerl zusammengebogen wird.
Der 68-jährige Lokführer des auffahrenden Zuges wird vor Gericht gestellt, vom Geschworenengericht jedoch überraschender Weise mangels Beweisen frei gesprochen, obwohl durch Materialuntersuchungen weder an der Lok noch an den Bremsen ein Versagen festgestellt werden kann.
Opferbilanz: 45 Tote, 36 Verletzte.

Vor 65 Jahren:

24. 04. 1951:
[Bahnhof Sakuragichō in Yokohama, Japan] Ausgangslage: Am Unfalltag finden auf der Keihin-Strecke (heute: Negishi-Strecke) Wartungsarbeiten an der elektrischen Oberleitung statt. Gleichzeitig wird auf der Strecke weiter planmäßiger Bahnverkehr durchgeführt, unter anderem mit Triebwagen der Bauart MoHa 63. Die Türen der Kriegsbaureihe 63 lassen sich nur elektrisch öffnen, was zwar durch eine Türnotöffnung überbrückbar ist, diese aber ist für Reisende nicht ohne weiteres erkennbar unter den Sitzen angebracht. Außerdem sind – aufgrund kriegsbedingter Materialknappheit – anstelle eines großen Fensters jeweils drei kleine eingebaut.
Unfallhergang: Um 13 Uhr 38 wird bei den Wartungsarbeiten versehentlich ein Tragseil durchtrennt. Dadurch sackt der stromführende Fahrdraht ab und hängt durch.
Vier Minuten später nähert sich der Gefahrenstelle vom Bahnhof Yokohama her ein fünfteiliger Triebwagen der Bauart MoHa 63 (1271B). Dessen Pantograf verfängt sich in der herabhängenden Leitung, das stromführende Kabel schlägt gegen die hölzernen Wagen, was einen Kurzschluss auslöst. Der damit verbundene Lichtbogen setzt das Dach des ersten Wagens des Zuges in Brand und setzt die Anlage zur elektrischen Türöffnung außer Funktion. Der Wagen ist mit etwa 150 Reisenden besetzt. Die Durchgangstür zum zweiten Wagen öffnet nach innen, was aber nicht mehr möglich ist, da die in Panik geratenen Reisenden, die zu fliehen versuchen, dagegen drücken. Die Fenster sind zu klein, um sie als Notausstieg zu verwenden. Der hölzerne Wagen brennt innerhalb von 10 Minuten komplett aus.
Folgen: Der Unfall führt zum Rücktritt von Hideo Shima, dem Direktor, der für das Rollmaterial zuständigen Abteilung der Japanese National Railways. Ab 1955 ist er zuständig für die Konstruktion und Bau von Japans erstem Hochgeschwindigkeitszug, Shinkansen.
Innerhalb von zwei Jahren werden in allen 800 Wagen der Baureihe MoHa 63 die Isolation verbessert und die Türnotöffnung deutlich gekennzeichnet.
Opferbilanz: 106 Tote, 92 Schwerverletzte. Für die Opfer des Unfalles wird im Tempel Sōji-ji in Yokohama eine Gedenkstätte errichtet.

Vor 50 Jahren:

23. 04. 1966:
In Diphu in der Nähe des Stammesgebietes des aufständischen Naga-Stammes explodiert in einem Reisezug eine Bombe. Bereits im Februar sowie am 20. 04. 1966 fordern Bombenattentate in Reisezügen, die von Angehörigen des Naga-Stammes verübt werden, insgesamt 94 Tote.
Opferbilanz: 39 Tote, ca. 60 Verletzte.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle und von Anschlägen im Schienenverkehr.

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Samstag, 23. April 2016, 19:36

Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 361 mit Österreich-Bezug

vor 45 Jahren.

22. 04. 1971:
[Gloggnitz] Um 12:41 Uhr entgleist bei der Durchfahrt des Güterzuges 1564 durch den Bahnhof Gloggnitz der achte Waggon auf Grund eines gebrochenen Radreifens und bringt so 15 weitere Waggons zum Entgleisen. Auf dem Foto unten sind die Aufräumarbeiten zu sehen:

Foto von Peter Wegenstein aus: BiB Nr. 13 Unfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980.

dr. bahnsinn

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Samstag, 30. April 2016, 17:02

Fortsetzung Nr. 362 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 110 Jahren:

01. 05. 1906:
[Regenstauf, Deutsches Reich] Der Nachtzug D 21 (München - Berlin) fährt in Regenstauf auf Grund einer falsch gestellten Weiche auf einen Güterzug auf, den er eigentlich überholen sollte. Der Unfall verläuft an sich glimpflich, aber im Zug befindet sich mit Thomas Mann ein berühmter Fahrgast, der den Unfall zum Anlass nimmt, die Erzählung "Das Eisenbahnunglück", die 1909 veröffentlicht wurde, zu schreiben.

Vor 85 Jahren:

29. 04. 1931:
[Bahnhof Benha, Ägypten] In einem am Tag des Beiram-Festes von Alexandria nach Kairo fahrenden, voll besetzten Reisezuges bricht in einem 3. Kl.-Waggon Feuer aus, das auf zwei weitere 3. Kl.-Waggons übergreift. Viele Fahrgäste springen aus dem fahrenden Zug und kommen so ums Leben bzw. erleiden Verletzungen. Erst im Bahnhof von Benha kommt der Zug zum Stehen, doch das Feuer wütet bereits so heftig, sodass niemand mehr eingreifen kann und die drei Waggons völlig verbrennen. Über die Brandursache gibt es nur Spekulationen, entweder ein heißes Achslager oder die Unvorsichtigkeit eines Fahrgastes.
Opferbilanz: 48 Tote.

Vor 75 Jahren:

03. 05. 1941:
[Gusow, Reichsbahndirektion Ost] Der im Bahnhof rangierende N 8106 fährt dem einfahrenden W 92065 in die Flanke. Unfallursache: Die Zugmannschaft des N 8106 interpretiert eine Anweisung des Fdl falsch und zieht den Zug vor.
Opferbilanz: 16 Tote, 45 Verletzte.

Vor 40 Jahren:

04. 05. 1976:
[Schiedam, Niederlande] Der aus Hoek von Holland kommende "Rhein-Express" wird bei Schiedam auf das Gegengleis geleitet, um einen auf dem Regelgleis fahrenden Regionalzug zu überholen. Der Lokführer eines in der Gegenrichtung fahrenden "Sprinter"-Nahverkehrszuges mißachtet das Haltesignal und fährt in den vom Rhein-Express besetzten Blockabschnitt ein, wodurch es zum Frontalzusammenstoß zwischen dem Rhein-Express und dem Sprinter kommt und zwar genau auf der Höhe des am Regelgleis in einer Haltstelle stehenden Regionalzuges, wodurch auch dieser massiv in Mitleidenschaft gezogen wird.
Opferbilanz: 24 Tote.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart, 1996.
Die größten Eisenbahnkatastrophen von Keith Eastlake, Gondrom Verlag, Bindlach 1997.
Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

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Samstag, 30. April 2016, 18:26

Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 362 mit Österreich- und Straßenbahnbezug

Vor 65 Jahren:

29. 04. 1951:
[Wien] Um 13:36 Uhr lässt sich eine stadtauswärts fahrende Garnitur der Linie 62 nach der abschüssigen Strecke auf der Breitenfurter Straße im 12. Bezirk nicht mehr bremsen und entgleist in der Rechtskurve zur Hetzendorfer Straße. Die Waggons stürzen um, es werden über 170 Personen verletzt, die meisten davon schwer. Unfallursache ist die fehlerhafte Bedienung der Bremseinrichtungen durch den Motorführer, der normalerweise nur im Werkstättendienst eingesetzt ist. Eine Frau stirbt einige Tage später an den Folgen des Unfalls.

Quelle: Wikipedia - Straßenbahn in Wien

dr. bahnsinn

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Samstag, 30. April 2016, 20:57

140 Jahre Bahnstrecke Carlisle - Settle in den nördlichen Pennines

Am 1. Mai 1876 wurde der 117 km lange Abschnitt Carlisle -Settle der Verbindung Glasgow - Leeds eröffnet. Die Strecke führt durch die nördlichen Pennines, einem sehr abgelegenen Mittelgebirge mit Höhen bis knapp an die 900 m. Der Streckenabschnitt Carlisle - Settle gilt als landschaftlich schönste Bahnstrecke Englands. Sie stand aber stets im Schatten der West Coast Main Line, die 1975 bis Glasgow elektrifiziert wurde. Nachdem der Verkehr über die Strecke immer sehr überschaubar war, empfahl der Beeching-Report 1963 die Einstellung.
Anfang der 1980er-Jahre verkehrten nur mehr fünf tögliche Zugpaare über die Strecke und British Rail stellte den Unterhalt der Tunnel und Brücken ein. Der Güterverkehr war mittlerweile fast zur Gänze auf die West Coast Maine Line abgewandert. Argumentiert wurde mit den hohen Kosten für die Erhaltung und Sanierung, wobei British Rail bewusst mit falschen zahlen operierte. Allein für den mit 402 m längsten Viadukt, den Ribblehead-Viadukt wurden 6 Mio. Pfund veranschlagt.
1983 wurde schließlich das Stilllegungsverfahren eingeleitet, was zur Folge hatte, dass sich heftiger Widerstand formierte und die Öffentlichkeit auf die bevorstehende Streckenschließung aufmerksam wurde. Die Fahrgastzahlen stiegen von 93.000 im Jahr 1983 auf 450.000 im Jahr 1989, worauf die Regierung die Stilllegung der Strecke ablehnte und British Rail die verfallenden Tunnel und Brücken wieder reparierte.
Heute floriert die Strecke wieder. Es gibt zwar keine durchgehenden schnellen Züge zwischen Leeds und Glasgow mehr, aber bei Unterbrechungen der West Coast Main Line werden die Schnellzüge mit Dieselvorspann über die Strecke geführt und auch ein Teil des Güterverkehrs ist auf Grund der Überlastung der West Coast Main Line auf die Strecke zurückgekehrt, weshalb wieder in bauliche Maßnahmen zur Streckenertüchtigung investiert wurde und acht Stationen, die 1970 geschlossen worden waren, wurden wiedereröffnet.

Alles in Allem ist es eine sehr erfreuliche Geschichte, dass die Strecke dem Streckentod, der in GB ja besonders arg gewütet hatte, von der Schaufel gesprungen ist, weshalb ich ihr zu ihrem 140-jährigen Bestandsjubiläum besonders herzlich gratuliere.

Weitere Informationen gibt es auf Wikipedia


Ausschnitt aus der Eisenbahnkarte GB und Irland von Boris Chomenko.

Weitere Quelle: Die Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich, 3. Ausgabe 1982, S. 299.

dr. bahnsinn

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Freitag, 6. Mai 2016, 23:41

150 Jahre (Rom -) Orte - Foligno - Falconara Marittima (- Ancona)

Vor 150 Jahren, am 29. April 1866 konnte mit der Eröffnung der 120 km langen Teilstrecke Foligno - Falconara Marittima der durchgehende Verkehr zwischen Rom und Ancona aufgenommen werden. Die ürbrigen Teilstrecken waren bereits im Jahr 1865 bzw. im Januar 1866 (Terni - Foligno) eröffnet worden.
Die im Jahr 1939 mit 3 kV DC elektrifizierte Strecke Orte - Falconara Marittima ist 202 km lang und zum Großteil noch immer eingleisig, obwohl der zweigleisige Ausbau schon seit den 1980er-Jahren in Gang ist.
Zweigleisig sind derzeit die Abschnitte Orte - Terni (28 km), Campello sul Clitunno - Foligno (16 km), Fabriano - Albacina (9 km) und Montecarotto-Castelbellino - Falconara Marittima (26 km). Der Abschnitt Spoleto - Campello sul Clitunno (10 km) ist samt einer Trassenbegradigung gerade in Bau.
Die maximale Neigung beträgt 22 ‰, der minimale Kurvenradius 273 m. Der Scheitelpunkt liegt auf 533,7 m Seehöhe. 10 Tunnel mit einer Gesamtlänge von 5.952 m werden durchfahren. Der längste davon ist die Galleria di Fossato mit 1.908 m.
In Terni zweigen eine nicht elektrifizierte Strecke nach Rieti, L'Aquila und Sulmona bzw. eine elektrifizierte Strecke nach Perugia ab. Spoleto war Ausgangspunkt einer schmalspurigen und elektrifizierten Stichbahn nach Norcia, die von 1926 bis 1968 in betrieb war. Ein Teilstück der Trasse wird als Radweg genutzt. Über Spurweite (950 mm bzw. 1.000 mm) und Stromspannung (2,4 kV bzw. 3 kV DC) divergieren die Quellenangaben.
In Foligno zweigt eine eingleisige und elektrifizierte Strecke nach Perugia ab. Fabriano ist Ausgangspunkt einer Stichbahn in das 32 km entfernte Pergola. Die Strecke führte einst in das 80 km entfernte, wegen seines Stadtbildes sehr bekannte Urbino. Die Strecke im 2. Weltkrieg teilweise zerstört. Seit 1987 ist der Abschnitt Pergola - Urbino eingestellt.
Von Albacina führt eine nicht elektrifizierte Nebenstrecke nach Civitavechia Marche südlich von Ancona an der adriatischen Küstenlinie.

Im aktuellen Fahrplan verkehren zwischen Rom und Ancona 6 beschleunigte Regionalzugpaare (RV), 2 IC-Zugpaare und 1 Frecchiabianca-Zugpaar (FB).

Quellen: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag Zürich, 3. Auflage 1982, S. 127f und die Trenitalia-HP..

Zur Orientierung:

Ausschnitt aus der Eisenbahnkarte Italien von Boris Chomenko.

dr. bahnsinn

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Samstag, 7. Mai 2016, 16:28

Fortsetzung Nr. 363 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 75 Jahren:

Mai 1941:
[Kyujo, Japan] Auf Grund einer Signalstörung stoßen bei Kyujo ein Schnellzug aus Keelung und ein Güterzug aus Takao frontal zusammen.
Opferbilanz: Ca. 200 Tote oder Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.

dr. bahnsinn

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Samstag, 14. Mai 2016, 18:51

Fortsetzung Nr. 364 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 90 Jahren:

12. 05. 1926:
[Hankow, China] Ein von Peking nach Hankow fahrender Güterzug entgleist. Da viele blinde Passagiere auf den Güterwagen mitfahren, fordert der Unfall zahlreiche Todesopfer.
Opferbilanz: Über 50 Tote.

Vor 35 Jahren:

14. 05. 1981:
[Taegu, Südkorea] Eigentlicher Auslöser dieses Unfalles ist ein Unfall auf einer Ek. Der Schnellzug Pusan - Seoul stößt auf einer Ek bei Taegu mit einem Motorrad zusammen und kommt nach der Ek zum Stehen. Kurz darauf fährt ein Nahverkehrszug auf den stehenden Schnellzug auf. Die Ursache dafür, entweder eine Signalstörung oder die Nichtbeachten der Signale durch den Lokführer des Nahverkehrszuges, kann nicht geklärt werden.
Opferbilanz: 54 Tote.

Vor 30 Jahren:

15. 05. 1986:
[Bheramara, Bangladesh] Bei Bheramara entgleist ein vollbesetzter Schnellzug, wobei mehrere Waggons in einen neben der Bahnstrecke verlaufenden Kanal stürzen. Als Ursache wird Sabotage vermutet, weil mehrere Gleislaschen fehlen.
Opferbilanz: Über 25 Tote, 45 Verletzte.

Vor 25 Jahren:

14. 05. 1991:
[Shigaraki, Großraum Kyōto, Japan] Auf der eingleisigen Shigaraki-Linie der Shigaraki Kōgen Tetsudō zwischen dem Bahnhof Shigaraki-gūshi und der provisorischen Ausweichstelle Onotani ein Nahverkehrszug von Shigaraki nach Kibukawa und ein Verstärker-Eilzug von Kyōto nach Shigaraki frontal zusammen. Letztendlich ausgelöst wird der Unfall durch das Überfahren eines vermeintlich gestörten, Halt zeigenden Signals, hierfür sind aber ursächlich mangelnde Kommunikation zwischen den Bahngesellschaften JR West und Shigaraki Kōgen Railway, unabgesprochene Manipulationen am Signalsystem und mangelnde signaltechnische Qualifikation des Personals der Shigaraki Kōgen Railway verantwortlich. Bereits elf Tage vorher, am 03. 05. wäre es aus der gleichen Ursache beinahe zu einem Zusammenstoß zwischen Shigaraki und Onotani gekommen, doch der Richtung Shigaraki fahrende Zug kann noch rechtzeitig in Onotani zurückgehalten werden.
Opferbilanz: 42 Tote, 614 Verletzte.

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Samstag, 21. Mai 2016, 14:38

Fortsetzung Nr. 365 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 120 Jahren:

26. 05. 1896:
[Victoria, Provinz British Columbia, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland, heute Kanada] Unter einer mit 143 Reisenden überfüllten Straßenbahn der Consolidated Electric Railway Company stürzt die Point Ellice Bridge wegen des zu hohen Gewichts in den Gorge River.
Opferbilanz: 55 Tote.

Vor 90 Jahren:

24. 05. 1926:
[München] Ein in den Bahnhof München-Ost einfahrender Reisezug kann vom Lokführer nicht rechtzeitig zum Halten gebracht werden und fährt auf einen im Bahnhof stehenden Sonderzug auf, wobei die beiden letzten Waggons des Sonderzuges ineinander geschoben werden. Der schuldtragende Lokführer wird zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten verurteilt.
Opferbilanz: 33 Tote, ca. 100 Verletzte.

Vor 70 Jahren:

30. 05. 1946:
[bei Hengyang, Provinz Hunan, Republik China] Beim Befahren der Shaochi-Brücke über einen Fluss entgleist ein aus Kanton kommender Zug der Canton-Hankow Railway etwa 90 km südlich von Hengyang.
Opferbilanz: Über 90 Tote, 60 Verletzte.

Vor 50 Jahren:

26. 05. 1966:
[Belgaum, Indien] Bei Belgaum entgleist ein von Banglapore nach Poona verkehrender Reisezug. Unfallsursache: Sabotage durch Entfernen einer Schienenlasche.
Opferbilanz: 22 Tote, 21 Verletzte.

31. 05. 1966: [bei Bukarest, Rumänien] Etwa 8 km außerhalb von Bukarest stößt der Schnellzug Bukarest - Galati mit einem Nahverkehrszug zusammen. Wie bei kommunististischen Regimen damals üblich, wird nicht lange gefackelt und der Verkehrsminister wegen "Duldung wiederholter Disziplinmängel" entlassen.
Opferbilanz: 38 Tote, 65 Verletzte.

Vor 45 Jahren:

27. 05. 1971:
[Radevormwald, ehemalige BRD] Zwischen den Bahnhöfen Dahlerau und Radevormwald stoßen kurz nach 21 Uhr ein Schienenbus der Reihe 795 mit Beiwagen und ein von einer Lok der Reihe 212 gezogener Güterzug zusammen. Dabei wird der Triebwagen rd. 100 m zurückgeschoben und auf ein Drittel seiner Gesmtlänge zusammengestaucht. Der rd. 30 Minuten verspätete Personenzug ist mit Schülern und Lehrpersonen der Geschwister-Scholl-Hauptschule, die auf einer Klassenfahrt nach Bremen unterwegs waren, besetzt. Unfallursache: Der Güterzug hätte den Personenzug in Dahlerau außerplanmäßig kreuzen sollen. Der Tfzf. hält auch an, fährt aber dann weiter, weil er der Meinung ist, vom Fdl. mit der Signallampe das Abfahtsignal signalisiert bekommen zu haben. Der Fdl., der den Irrtum sofort bemerkt, läuft dem Zug nach und versucht, mit der roten Signallaterne den Zug aufzuhalten, aber es ist zu spät. Signale gab es damals in Dahlerau nicht. Nach rd. 800 m Fahrt kommt es zum Zusammenstoß.
Der genaue Hergang lässt sich nicht mehr eruieren, da der Fdl. kurz nach dem Unfall bei einem nicht von ihm verschuldeten Autounfall stirbt
Opferbilanz: 46 Tote (darunter 41 Schüler, 2 Lehrer und eine mitreisende Schülermutter), 25 Verletzte. Ein einziger Schüler bleibt unverletzt.

Vor 40 Jahren:

23. 05. 1976:
[Seoul, Südkore] Ein Reisezug rammt auf einer Ek in Seoul einen Tanklastwagen, wobei ein Feuer ausbricht.
Opferbilanz: 20 Tote.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

dr. bahnsinn

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Dienstag, 31. Mai 2016, 23:53

40 Jahre Bahnstrecke Beograd - Bar

Vor 40 Jahren, am 28. Mai 1976 fand im Beisein von Staatspräsident Tito die offizielle Eröffnungsfeier für das juogoslawische Prestigeprojekt statt und am 30. Mai 1976 wurde der kommerzielle Betrieb aufgenommen. Mehr Informationen darüber gibt es auf Wikipedia.

dr. bahnsinn

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Samstag, 4. Juni 2016, 13:03

Fortsetzung Nr. 366 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 65 Jahren:

07.06. 1951
: [Nova Iguaçu, Brasilien] In Nova Iguaçu, einem Vorort von Rio de Janeiro, bleibt ein mit 20 Kubikmetern Benzin beladener Tanklastzug in den frühen Morgenstunden auf einem niveaugleichen Bahnübergang einer Bahnstrecke der Estrada de Ferro Central do Brasil in Nova Iguaçu liegen. Gegen 4 Uhr 25 nähert sich ein fünfteiliger Elektrotriebwagen, der mit Pendlern voll besetzt ist. Der Zug trifft auf den liegengebliebenen Tanklastzug, der durch den Aufprall explodiert und den Zug sofort in Flammen setzt. Die Hitzewelle ist so stark, dass ein Teil der Reisenden sofort tot ist, sie werden verbrannt in ihren Sitzen aufgefunden. Andere versuchen noch zu entkommen, ohne dass ihnen das gelingt, und die Toten häufen sich an den Ausgangstüren.
Opferbilanz: 54 Tote, 44 Verletzte.

Vor 35 Jahren:

06. 06. 1981:
[Mansi, Provinz Bihar, Indien] Der Kalka Mail ist zwischen Mansi und Saharsa unterwegs. Die Lokomotive zieht neun Personenwagen, mehr als 500 Fahrgäste sollen im Zug gewesen sein, vielleicht sogar 1000.
Der Lokomotivführer löst bei Reisegeschwindigkeit eine Notbremsung aus, als er eine Heilige Kuh auf dem Gleis bemerkt. Den Fotos der Unfallstelle nach muss daraufhin der Oberbau auf der Brücke verrutscht sein und die letzten sieben Wagen des Zuges kippen in den Fluss Bagmati. Ganz zweifelsfrei ist diese Unfallursache nicht. In den Quellen werden eine Reihe anderer Faktoren genannt, die eine Rolle gespielt haben können: ein Zyklon, eine Flutwelle oder ein Bremsversagen. Die Wagen versinken sofort in den schlammigen Fluten des Hochwasser führenden Flusses.
Die Voraussetzungen, Überlebende zu retten und Tote zu bergen, sind ungünstig. Es dauert geraume Zeit, bis Hilfskräfte an der Unfallstelle eintreffen. Diese suchen dann allerdings fünf Tage die gesamte Umgebung nach Überlebenden ab. Auch Taucher werden eingesetzt, was wegen des verschlammten Wassers aber auch nicht viel bringt. Wegen des Hochwassers ist davon auszugehen, dass viele Leichen vom Fluss weggeschwemmt wurden. Es wird von mehreren hundert Leichen ausgegangen.
Opferbilanz: Mindestens 250 Tote, es ist aber auch von 600 Toten die Rede. Da die genaue Zahl der Opfer nicht bekannt ist, ist auch schwer festzustellen, wo in der Liste der schwersten Eisenbahnunfälle dieser Unfall einzustufen ist. Es könnte der zweitschwerste weltweit gewesen sein. Sicherlich ist es der schwerste Unfall in der indischen Eisenbahngeschichte.

Vor 25 Jahren:

08. 06. 1991:
[Ghotki, Provinz Sindh, Pakistan] Ein Schnellzug fährt im Bahnhof von Ghotki auf einen dort stehenden Zug auf.
Ein mit 800 Reisenden besetzter Schnellzug ist von Karatschi nach Islamabad unterwegs. Im Bahnhof von Ghotki steht auf dem Durchfahrgleis ein Güterzug oder nach anderen Quellen ein anderer Schnellzug, der dort zum Halten gekommen ist.
Ob das Einfahrsignal des Bahnhofs „Halt“ zeigte und der Lokomotivführer es regelwidrig überfuhr oder ob es versehentlich die Fahrt frei gab, benennen die Quellen nicht. Unfallursache soll die Fahrlässigkeit des Bahnpersonals gewesen sein. In die Trümmer fährt danach ein Gegenzug.
Opferbilanz: Mindestens 100 Tote, mehrere 100 Verletzte.

Vor 20 Jahren:

07. 06. 1996:
[Sambia, ohne Ortsangabe] Ein Zug stößt auf einer Ek mit einem Tanklastzug zusammen, der in Flammen aufgeht.
Opferbilanz: 50 Tote.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

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Samstag, 4. Juni 2016, 14:35

Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 366 mit Österreich-Bezug

Vor 60 Jahren:

04. 06. 1956:
[Bf. Penk an der Tauernbahn] Auf Grund einer Fehlausfahrt fährt die 1020.14 über den Gleisstutzen und stürzt über die Böschung:

Foto: Archiv Haftel

Vor 50 Jahren:

04. 06. 1966:
[Donauuferbahnhof, Wien] Zusammenstoß zwischen einer von der 2062.38 geschobenen Verschubeinheit und der Richtung Wien Nord ausfahrenden 52.3683. Unfallursache: Ohne Verschuberlaubnis durchgeführte Verschubfahrt und Verlassen des Bahnhofes ohne Abfahrauftrag durch die 52.3683:

Foto: Pospischil

Quelle: BiB 13 - Unfälle und Schadensfälle, verlag Pospischil, Wien 1980.

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Sonntag, 5. Juni 2016, 12:33

110 Jahre Simplontunnel I

Vor 110 Jahren, am 1. Juni 1906 wurde der Simplontunnel I, mit 19.803 m der damals längste Tunnel der Welt, offiziell eröffnet. Mit dem Bau des eingleisigen Tunnels war am 1. August 1898 begonnen worden, der Durchstich erfolgte am 24. Februar 1905. Etwa in der Mitte des Tunnels wurde eine Kreuzungsstation eingerichtet, die 50 Jahre lang, bis 1956 ständig mit zwei Mitarbeitern besetzt war. Die seither von Brig aus fernbediente Kreuzungsstation wird im Normalbetrieb nicht mehr benötigt, ist aber für Notfälle bzw. für durch Baurbeiten bedingten eingleisigen Betrieb nachwievor einsatzbereit.
Im Jahr 1912 wurde der Bau einer zweiten Tunnelröhre (Simplontunnel II) beschlossen. Dieser wurde am 16. Oktober 1922 in Betrieb genommen und ist mit 19.824 um knapp 21 m länger als der Simplontunnel I.

Quelle: Die Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 158ff.

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Sonntag, 5. Juni 2016, 19:26

135 Jahre durchgehende Verbindung (Bordeaux -) Périgueux - Brive-la-Gaillarde - Clermont Ferrand (- Lyon)

Vor 135 Jahren, am 6. Juni 1881 konnte mit der Eröffnung des 105 km langen Abschnitts Ussel - Clermont Ferrand die insgesamt 271 km lange Querverbindung Périgueux - Brive-la-Gaillard -Ussel - Clermont Ferrand durch das Zentralmassiv der durchgehende Verkehr zwischen Bordeaux und Lyon hergestellt werden.
Die weitestgehend eingleisige und nicht elektrifizierte Strecke, die in Brive-la-Gaillarde die Hauptstrecke Paris - Toulouse kreuzt, weist eine Maximalneigung von 26 ‰ auf. Weil man beim Bau weitgehend auf kostenintensive Kunstbauten verzichtete, weist die Strecke ein ungünstiges sägeförmiges Streckenprofil auf.
Der Scheitelpunkt liegt auf 941,5 m Seehöhe, der Minimalradius beträgt 250 m. Die Gesamtlänge der 11 Tunnel beträgt 2.372 m, der längste Tunnel misst 556 m.
1991 gab es noch einen durchgehendes Expresszugpaar Lyon - Bordeaux vv., 2015 nur mehr ein Intercité-Zugpaar Ussel - Bordeaux vv., welches mittlerweile auch auf den Autobus umgestellt wurde. Siehe hier. Laut Open Railway Map ist aktuell der Verkehr zwischen Ussel und Laqueuille überhaupt eingestellt.

Unser Frankreich-Experte grubenhunt weiß vielleicht mehr.

Zur Orientierung:

Ausschnitt aus der Eisenbahnkarte Frankreich von Boris Chomenko

Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 55f.