Donnerstag, 30. März 2017, 12:43 UTC+2

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: schienenweg.at. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

681

Sonntag, 31. Juli 2016, 13:17

Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 374 mit Österreich- und indirektem Eisenbahnbezug

Vor 40 Jahren:

01. 08. 1976:
Am Sonntagmorgen um ca. 04:45 Uhr stürzt in Wien die Reichsbrücke ein, wobei ein Pkw-Lenker ums Leben kommt und ein Gelenkbus*) der Wiener Linien bei der Fahrt zum Dienstantritt mit den Brückenteilen in die Donau stürzt. Die Bahn ist nur indirekt durch die Sperre der Donauuferbah bis Anfang September 1976 betroffen:


Foto: Schmied, aufgenommen am 3. 8. 1976. Aus: BiB Nr. 13 - Unfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980.

*) Der Buslenker bekommt zwar viel mediale Aufmerksamkeit, aber auch Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber, denn er hätte zum Ausgangspunkt seiner ersten Fahrt nicht über die Reichsbrücke fahren dürfen, da der Dienstplan eine andere Fahrtroute vorsah.

KFNB X

Direktor

Registrierungsdatum: 29. Januar 2007

Beiträge: 9 470

682

Dienstag, 2. August 2016, 15:07

Generell hat der Bus sehr viel Aufmerksamkeit bekommen, der Käfer der gar nicht auf die Brücke wollte (und sich am Praterstern überschlug inkl. Verkettung die u.a. dem ORF-Chauffeur dann das Leben kostete) findet da schon viel seltener die Erwähnung.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

683

Sonntag, 7. August 2016, 12:27

Fortsetzung Nr. 375 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 85 Jahren:

08. 08. 1931:
[Jüterbog, Deutschland] Der berüchtigte Eisenbahnattentäter Sylvester Matuska (Attentate in Maria Anzbach an der Westbahn und in Biatorbágy, Ungarn) sprengt gegen 22:00 Uhr bei Jüterbog unter der Lok des Schnellzuges D 43 von Basel nach Berlin ein Stück Schiene weg, was den Zug zum Entgleisen bringt.
Opferbilanz. 82 Verletzte.

Vor 60 Jahren:

07. 08. 1956:
[Barra do Pirai, Brasilien] In Barra do Pirai fährt ein Güterzug auf freier Strecke auf einen Reisezug auf.
Opferbilanz: Mehr als 20 Tote.

Vor 45 Jahren:

04. 08. 1971:
[Lipe, ehem. Jugoslawien, heute Serbien] Ein Güterzug und ein Reisezug mit 300 Messebesuchern stoßen außerhalb des Bahnhofes Lipe südlich von Belgrad auf freier Strecke zusammen. Unfallursache: Der Güterzug hätte im Bahnhof Lipe die Kreuzung mit dem Reisezug abwarten sollen. Aus nicht bekannten Gründen fährt der Güterzug durch den Bahnhof, worauf es zum Zusammenstoß kommt. Der Lokführer des Güterzuges, sein Beimann sowie vier Mitarbeiter des Bahnhofes Lipe werden verhaftet.
Opferbilanz: 35 Tote.

Vor 30 Jahren:

06. 08. 1986: [Palamau, Bundesstaat Bihar, Indien]Der Schnellzug von Tatangar nach Amritsar stößt in der Nähe von Palamau mit ein paar Güterwaggons zusammen, die sich zuvor von einem Güterzug gelöst hatten. Die Reisezugwagen des Schnellzuges stürzen nach dem Zusammenstoß in einen Kanal. Rund 150 Fahrgäste werden in den Waggons eingeschlossen und müssen bis zu 18 Stunden auf ihre Rettung warten.
Opferbilanz: 52 Tote, 35 Verletzte.

Vor 15 Jahren:

10. 08. 2001:
[Zenza do Itombe, Angola] Anschlag auf einen gemischten Zug auf einer Zweigstrecke der Luandabahn. Der Anschlag geschieht während des Bürgerkriegs in Angola. In dem Jahrzehnte andauernden Bürgerkrieg zwischen den Regierungstruppen und der Rebellenbewegung UNITA sterben schätzungsweise 500.000 Menschen. 2,5 Millionen werden vertrieben.
Der Anschlag wird auf der Bahnstrecke von Zenza do Itombe nach Dondo, einer Zweigstrecke der Luandabahn, verübt. Die Strecke zwischen Luanda und Dondo ist einige der wenigen, die nach den Verwüstungen des Bürgerkrieges noch befahren werden. Sie ist seit mehreren Jahren nicht mehr angegriffen worden und gilt daher als sicher. Die Verbindung wird pro Woche drei Mal angeboten.
Der Zug besteht aus mehreren Personenwagen und aus Güterwagen, darunter auch Kesselwagen, die Kraftstoff geladen haben. Mit dem Zug reisen etwa 500 Bürgerkriegs-Flüchtlinge von Luanda nach Dondo. Andere Berichte gehen offensichtlich davon aus, dass die Reisenden keine Bürgerkriegsflüchtlinge, sondern ganz „normale“ Reisende sind. Sie reisen zum Teil auch auf den Güterwagen. Begleitet wird der Zug nur von einer kleinen Sicherheitseskorte.
Der Zug fährt auf eine Panzermine, die von UNITA-Rebellen ausgelegt wurde und entgleist, der Treibstoff in den Kesselwagen explodiert und der Brand greift schließlich auf den ganzen Zug über und dauert mehr als 24 Stunden an. Anderen Berichten nach habe sich „nur“ der Treibstofftank der Lokomotive entzündet. Einige der Verletzten erleiden auch Verbrennungen.
Für das der Entgleisung folgende Geschehen gibt es zwei Varianten: Entweder sollen Heckenschützen das Feuer auf die Fahrgäste eröffnet und sich anschließend abgesetzt haben. Oder – nach anderer Darstellung – stürmen die Terroristen den Zug und schießen mit Handfeuerwaffen auf Reisende und Zugpersonal, auch auf Zivilisten, die versuchen, zu fliehen.
Die UNITA bekennt sich zu dem Anschlag und behauptet, der Zug hätte ein Bataillon Militär der Regierungs-Armee befördert und Waffen transportiert. Der Anschlag ist die erste größere Operation der UNITA seit 1999, als sie durch Regierungsstreitkräfte massiv verdrängt wurde. Der Überfall ist auch der erste dieser Art.
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, bezeichnet den Anschlag als „unentschuldbar“ und machte die UNITA für die Toten verantwortlich.
Opferbilanz: 252 Tote einschließlich jener Personen, die erschossen werden, 165 Verletzte. Der Großteil der Toten wird in einem Massengrab gleich neben der Unfallstelle beigesetzt.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
Wikipedia - Liste schwerer Unfälle sowie Liste von Anschlägen im Schienenverkehr.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

684

Sonntag, 7. August 2016, 20:16

125 Jahre Schweizerische Südostbahn (SOB)

Vor 125 Jahren, am 8. August 1891, konnte mit der Eröffnung der Linien Pfäffikon SZ – Samstagern und Biberbrugg – Arth-Goldau der durchgehende Verkehr auf der Schweizerischen Südostbahn Rapperswil - Arth-Goldau aufgenommen werden.

Die Strecke ist gekennzeichnet durch Steigungen bis zu 50 Promille, speziell zwischen Pfäffikon und Samstagern sowie zwischen Biberegg (Scheitelpunt mit 932 m Seehöhe) und Sattel Aegeri. Der minimale Kurvenradius liegt bei 150 m.

Zwar nicht diese Strecke, dafür aber die SOB-Strecke Wädenswil - Samstagern - Biberbrugg - Einsiedeln war von zwei herausragenden Katastrophen betroffen. Die erste Katastrophe am 30. 11. 1876 besiegelte das Ende des Walzenradsystems Wetli, die zweite Katastrophe betraf am 22. 2. 1948 einen Wintersport-Sonderzug und kostete 22 Personen das Leben.

Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 210ff.

Zur Orientierung:

Ausschnitt aus der Eisenbahnkarte Schweiz von Boris Chomenko

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

685

Samstag, 13. August 2016, 15:05

Fortsetzung Nr. 376 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 100 Jahren:

12. 08. 1916:
[Brookdale, Bundesstaat Pennsylvania, USA] Zusammenstoß zweier Reisezüge.
Opferbilanz: 26 Tote.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

686

Samstag, 13. August 2016, 18:34

100 Jahre Bahnlinie Nyon - Saint-Cergue - La Cure - Morez

Leider bin ich erst mit etwas Verspätung darauf gestoßen:

Vor 100 Jahren, am 12. Juli 1916 wurde der erste Abschnitt Nyon - Saint-Cergue (19 km) der heute knapp 27 km langen Bahnlinie von Nyon am Genfer See nach La Cure eröffnet. Die meterspurige, mit 1500 V DC elektrifizierte Strecke führte dereinst 11 km weiter bis in das französische Morez. 1958 wurde der Abschnitt La Cure - Morez eingestellt und die Bahn kam daraufhin in ihrer Gesamtheit enorm unter Einstellungsdruck. 1972 konnte eine Umstellung auf Busbetrieb auf Grund der massiven Bevölkerungsproteste gerade noch verhindert werden. Erst im Jahr 1982 entschied man sich definitiv für die Aufrechterhaltung des Schienenverkehrs und man begann mit der Modernisierung der Strecke, wobei auch die Fahrdrahtspannung von 2200 V auf 1500 V gesenkt wurde.
2015 lieferte Stadler vier zweiteilige Fahrzeuge ABe 4/8 401 - 408. Siehe dazu diesen Thread.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

687

Samstag, 20. August 2016, 15:24

Fortsetzung Nr. 377 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 90 Jahren:

19. 08. 1926:
[Leiferde, Deutschland] Das Eisenbahn-Attentat bei Leiferde im Landkreis Gifhorn ist bis heute der folgenreichste Anschlag auf den Eisenbahnverkehr in Deutschland.

Um den Nachtschnellzug D 174 von Berlin nach Amsterdam zu stoppen und dessen Bahnpostwagen auszurauben, beschädigen die Wandermusiker Otto Schlesinger (21) und Willy Weber (22) mit Werkzeug, das sie zuvor von der Baustelle der nahe gelegenen Okerbrücke gestohlen haben, ein Stück Schiene der Bahnstrecke zwischen den Bahnhöfen Leiferde und Meinersen, der heutigen Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin. Sie lösen eine Lasche und wollten die Schiene nach außen aufbiegen, um den Zug zum Entgleisen zu bringen.

Der D 174 überfährt die beschädigte Stelle allerdings, als die Täter lediglich erst die Lasche entfernt haben. Dabei springt die Achse eines sechsachsigen Schlafwagens aus dem Gleis, um sich anschließend wieder aufzugleisen. Im Innern des Wagens wird das zwar bemerkt. Da der Wagen aber anschließend ruhig weiter fährt, zieht niemand die Notbremse.

Die Täter biegen die Schiene weiter nach außen. Dem D 174 folgt nach 40 Minuten der Schnellzug D 8 von Berlin nach Köln. Dessen Lokomotive, eine preußische S 10, und die beiden folgenden Wagen entgleisen bei einer Geschwindigkeit von etwa 85 km/h. Zwei Wagen der ersten und zweiten Wagenklasse – noch in Holzbauweise – schieben sich ineinander.

Die Täter, die auf der Flucht von Zeugen beobachtet werden, werden am 8. September 1926 von der Polizei Hannover verhaftet und vom Schwurgericht Hildesheim zum Tode verurteilt. Aufgrund eines Gnadengesuchs (unter anderem von Otto Dix, Max Liebermann und Albert Einstein unterzeichnet) werden sie 1927 zu lebenslanger Zuchthausstrafe begnadigt.
Opferbilanz: 21 Tote, 1 Schwerverletzter, 39 Leichtverletzte. Allein in den beiden zerstörten Wagen der Holzbauart kommen 18 Reisende ums Leben.

Vor 65 Jahren:

18. 08. 1951:
[Székefehérvar, Ungarn] Bei Székesfehérvár stoßen ein Schnellzug und ein Personenzug frontal zusammen. Unfallursache: Fehlverhalten einer in Ausbildung befindlichen Stellwerkswärterin.
Opferbilanz: Über 150 Tote.

24. 08. 1951: [Sary-sur-Sud, Frankreich] Der Express Basel - Calais fährt im Bahnhof von Sary-sur-Sud bei Metz auf dem im Bahnhof stehenden Express Frankfurt/Main - Paris auf. Dabei wird der Gepäckwagen am Zugschluss des stehenden Zuges total zerstört und die beiden vor ihm gereihten Waggons ineinandergeschoben. Unfallursache: Fehlverhalten des Stellwerkswärters.
Opferbilanz: 21 Tote, ca. 35 Verletzte.

Vor 10 Jahren:

21. 08. 2006:
[Qalyub, nördlich von Kairo, Ägypten] Zwei stark frequentierte Pendlerzüge der Ägyptischen Staatsbahnen, einer von Banha und einer von al-Mansura, fahren im morgendlichen Berufsverkehr nach Süden, auf Kairo zu. Der Zug aus Banha hält vor dem Einfahrsignal des Bahnhofs von Qalyub, 20 km nördlich von Kairo.
Der Zug aus Mansura fähr mit etwa 80 km/h ebenfalls auf den Bahnhof Qalyub zu und wegen eines Defekts der Signalanlage auf den haltenden Zug aus Banha auf. Vier Personenwagen des Zuges entgleisen und überschlagen sich, ebenso die Lokomotive des Zuges aus Mansura. Der Zug aus Banha beginnt zu brennen.
Hanafi Abdel Qawi, Direktor der Ägyptischen Staatsbahnen, wird aufgrund des Unfalls entlassen. 14 Angestellte der Bahngesellschaft werden wegen grob fahrlässigen Verhaltens angeklagt und zu Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie versäumt haben, die defekte Signalanlage zu reparieren.
Opferbilanz: 58 Tote, darunter auch der Lokführer des auffahrenden Zuges, 140 Verletzte.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipesia - Liste von Unfällen und Anschlägen im Schienenverkehr.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

688

Samstag, 20. August 2016, 22:08

100 Jahre Brünigbahn

Vor 100 Jahren, am 23. August 1916 wurde mit der Eröffnung des knapp 16 km langen Abschnitts Brienz - Interlaken der durchgehende Verkehr auf der meterspurigen Brünigbahn Luzern - Interlaken aufgenommen.
Die Brünigbahn war bis 2004 die einzige Schmalspurbahn der SBB. 2004 wurde sie von der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn (LSE) Übernommen. Seit 1. Januar 2005 firmieren die beiden fusionierten Bahnen unter der Bezeichnung Zentralbahn.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

689

Sonntag, 28. August 2016, 19:25

110 Jahre Pyhrnbahn

Vor 110 Jahren, am 21. August 1906, konnte mit der Eröffnung des Abschnittes Spital am Pyhrn - Abzweigung von der Rudolfsbahn (2,6 km vor Selzthal) die Pyhrnbahn erstmalig durchgängig befahren werden. Die direkte Einbindung der Pyhrnbahn in den Bahnhof durch ein parallel zur Rudolfsbahn verlaufendes Gleis folgte erst 1907.
Mit dem Bau des 4.766 m langen Bosruck-Tunnels war im Juli 1901 begonnen worden. Die Arbeiten gestalteten sich auf Grund der zahlreichen Wassereinbrücke (bis zu 800 l/sec) als sehr schwierig. Der Bau musste deshalb immer wieder, manchmal auch für Monate, unterbrochen werden. Am 17. Mai 1905 erfolgte ein besonders heftiger Wassereinbruch, der die gesamte bisher fertiggestellte Tunnelröhre überschwemmte. Der Wassereinbruch führte zum Ausströmen einer größeren Menge im Berginneren angesammelten Methangases, worauf es am 22. Mai zu einer Schlagwetter-Katastrophe kam, bei der 16 Mann einer Arbeitsgruppe starben. Erst nach mehr als einem halben Jahr hörte der Gasaustritt auf und es wurde eine Tunnel-Entlüftungsanlage eingebaut.
Der Tunneldurchschlag erfolgte am 22. November 1905 und die Arbeiten am Tunnel konnten Ende Juni 1906 abgeschlossen werden.

Quellen: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 247ff. und Wikipedia.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

690

Sonntag, 28. August 2016, 21:59

Fortsetzung Nr. 378 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 155 Jahren:

25. 08. 1861:
[Clayton-Tunnel bei Brighton, England] Im 7 km von Brigthon entfernten Clayton-Tunnel fährt ein regulärer Reisezug ca. 200 m nach der Tunneleinfahrt auf einen vor ihm verkehrenden Sonderzug auf. Dabei werden zwei Waggons des Sonderzuges zerstört und die Lok des Reisezuges verkeilt sich zwischen den Tunnelwänden.
Unfallursache: Die Blocksignale beiderseits der Tunnelportale werden von Signalwärtern bedient, die sich mittels Telegrafen verständigen. Am Unglückstag verkehren vor dem regulären Reisezug zwei Sonderzüge im Abstand von fünf Minuten. Der Wärter an der Tunneleinfahrt hat bereits 18 Stunden Dienst hinter sich und döst vor sich hin. Nach der Einfahrt des ersten Sonderzuges vergisst er daher das Zurückstellen des Signals und döst weiter. Erst als der zweite Sonderzug auf Grund des frei zeigenden Signals in den Tunnel einfährt, bemerkt er seinen Fehler und gibt dem Zug mit seiner Signalfahne Haltzeichen, nimmt aber gleichzeitig an, dass diese vom Zugpersonal nicht gesehen worden seien. Deshalb fragt er beim Posten an der Tunnelausfahrt an, ob der Zug den Tunnel verlassen hätte. Der Wärter an der Tunnelausfahrt, der von der Einfahrt des zweiten Sonderzuges nichts weiß, bezieht die Anfrage auf den ersten Sonderzug und beantwortet die Anfrage mit ja. Daraufhin gibt der Wärter an der Tunneleinfahrt die Einfahrt für den regulären Reisezug frei. Die Lokmannschaft des zweiten Sonderzuges hatte das Haltezeichen entgegen der Vermutung des Signalwärters jedoch gesehen, hält im Tunnel an und schiebt den Zug zurück, um nach den Grund des Haltezeichens zu fragen. Ca. 200 m nach der Tunneleinfahrt kommt es dann zum Zusammenstoß.
Opferbilanz: 21 Tote, ca. 230 meist Schwerverletzte.

Vor 105 Jahren:

25. 08. 1911:
[Manchester, Bundesstaat New York, USA] Als ein aus 14 Waggons bestehender Sonderzug, der Gewerkschaftsveteranen einschließlich ihrer Familienangehörigen von einem Vetreranentreffen nach Hause bringen soll, bei Manchester über eine Brücke über den Canandagua River fährt, entgleisen einige Waggons wegen eines Schienenbruches. Dabei stürzt der siebente Waggon 12 Meter in den Fluss ab. Die meisten Toten befinden sich in diesem Waggon.
Opferbilanz: 28 Tote.

Vor 95 Jahren:

27. 08. 1921:
[bei Rom, Italien] Ein Personenzug mit Ausflüglern von Ladispoli bei Civita Vecchia nach Rom stößt mit einer rangierenden Lokomotive zusammen.
Opferbilanz: 29 Tote, über 100 Verletzte.

Vor 90 Jahren:

26. 08. 1926:
[Anting, China] Eine der Bürgerkriegsparteien entfernt ein Gleisstück aus der Bahnstrecke Shanghai–Nanjing. Vermutlich soll der Sonderzug eines Generals der Gegenseite zum Entgleisen gebracht werden. Allerdings befährt die beschädigte Stelle zuerst ein ziviler Zug.
Opferbilanz: 20 Tote.

Vor 35 Jahren:

31. 08. 1981:
[Asifabad Road, Indien] Der Schnellzug Madras - Delhi entgleist in der Nähe des Bahnhofes Asifabad Road.
Opferbilanz: Über 25 Tote, über 40 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag Stuttgart 1996.
Wikipedia - Liste schwerer Unfälle und Liste von Anschlägen im Schienenverkehr.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

691

Montag, 29. August 2016, 23:39

Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 378 mit Österreich-Bezug

Vor 45 Jahren:

26. 08. 1971:
[Murtalbahn bei Madling, Salzburg] Bei der Fahrt über die Murbrücke nächst der Haltestelle Madling entgleist auf Grund der verschobenen oder unsachgemäß gesicherten Ladung der Güterwagen OOm 473 und neigt sich zur Seite. Da die zulässige Geschwindigkeit nur 10 km/h beträgt, halten sich die Unfallschäden in Grenzen:


Foto: Friedrich Haftel, aus: BiB-Band 13, Unfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980.

KFNB X

Direktor

Registrierungsdatum: 29. Januar 2007

Beiträge: 9 470

692

Dienstag, 30. August 2016, 10:53

Jetzt habe ich einen Moment benötigt, bis ich die Situation erkannt habe. Hier wurde wohl eine überbreite Brücke (ehem. 2-gleisig?) genutzt um eine eingleisige Strecke im Bogen darüber zu führen.

grubenhunt

Inspektor

Registrierungsdatum: 27. März 2011

Beiträge: 4 949

693

Dienstag, 30. August 2016, 18:39

eine gerade, "überbreite" Strahlbrücke für einen Bogenabschnitt ist durchaus eine Standardlösung. Im Grundriss geschwungene Fachwerkbrücken (auch aus Holz) sind recht schwer herzustellen.

Zuallermeist ist aber die Strecke auf der Brücke gerade geführt.

Hilfsheizer

Oberlokführer

Registrierungsdatum: 5. August 2011

Beiträge: 793

Wohnort: Wien

694

Samstag, 3. September 2016, 13:10

Bei der MTB wurde auf einen Großteil der Strecke die Möglichkeit offen gelassen, die Strecke später auf Normalspur umzuspuren.
Daher wurden auch Brücken mit Normalspurlichtraum eingebaut.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

695

Samstag, 3. September 2016, 13:47

Fortsetzung Nr. 379 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 155 Jahren:

03. 09. 1861:
[Platte River, USA] Anschlag auf die Platte-Brücke durch Guerillakämpfer der Südstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg auf einen Zug der Nordstaaten. Der Anschlag betrifft einen gemischten Zug der Hannibal and St. Joseph Railroad und eine Brücke auf deren Bahnstrecke, die als erste den Staat Missouri quert. Sie erschließt unter anderem den östlichen Endpunkt des Pony Express in Saint Joseph und ist damit von erheblicher strategischer Bedeutung. Die Guerillas beschädigen die Stützen der etwa 50 Meter langen Brücke über den Platte River so, dass dies vom Zug aus nicht zu erkennen ist. Als in der Dunkelheit gegen 23:15 Uhr der Zug von Hannibal nach St. Joseph auf die Brücke fährt, bricht diese unter dem Zug mit seinen etwa 100 Reisenden zusammen und seine Fahrzeuge stürzen zehn Meter tief in den Fluss. Die Armee der Union gibt den Befehl aus, die Guerillas zu verfolgen und zu erschießen. Die Konföderation reklamiert das Attentat als kriegsrechtlich zulässige Handlung.
Opferbilanz: Über 20 Tote.

Vor 90 Jahren:

01. 09. 1926:
[Annetlla, Spanien] Der Postzug von Barcelona nach Valencia fährt zwischen den Bahnhöfen Anetlla und Ampolla in eine auf Grund heftiger Regenfälle ausgelöste Mure und entgleist. Dabei wird ein Waggen 3. Klasse zerstört.
Opferbilanz: 25 Tote, 50 Verletzte.

05. 09. 1926: [Waco, Bundesstaat Colorado, USA] Auf Grund überhöhter Geschwindigkeit in einem Bogen entgleist der "Scenic Limited-Express" bei Waco. Die Lok und sechs der 14 Waggons stürzen in den Fluss Arkansas.
Opferbilanz: 23 Tote, über 50 Schwerverletzte.

Vor 60 Jahren:

02. 09. 1956:
[Mahbubnagar, Bundesstaat Andhra Pradesh, Indien] Der Zug Nr. 565 der Indischen Staatsbahn von Secunderabad nach Dronachalam (heute: Dhone) besteht aus einer Dampflokomotive, ihrem Schlepptender und neun Wagen. Er ist auf einer Bahnstrecke in Meterspur der Central Railway unterwegs, die früher zur Nizam State Railway gehörte, und muss bei Mahbubnagar über die 1923 errichtete Stahl-Fachwerkbrücke Nr. 229 fahren, die einen Bach namens Pasani Kunta Vagu quert. Der Bach ist durch heftigen Monsunregen stark angeschwollen, zu einem reißenden Strom geworden. Der Brückenanlage fehlen Flutgräben in ausreichendem Umfang, so dass das gesamte anfallende Wasser durch den einen zentralen Durchfluss abfließen muss. Bereits am 1. August 1956 hat ein heftiger Monsunregen die Brücke beschädigt, die aber anschließend repariert wurde. Ein Brückenwärter, der aber mehrere Brücken zu beaufsichtigen hat, kontrolliert die Brücke zweimal während der Nacht, ohne dass ihm etwas Besonderes auffällt.

In der Stunde unmittelbar vor dem Unfall gehen mehr als 5 cm Regen nieder. Das führte daz, dass das Wasser mit Macht durch den Abfluss drückt, dabei die Schienenoberkante 20-30 Zentimeter überflutet, die Pfeiler der Brücke unterspült und die Widerlager auf beiden Seiten beschädigt.

Als der Zug gegen 0:40 Uhr auf die Brücke auffährt, gibt sie nach und stürzt ein. Die Lokomotive und ihr Schlepptender kommen noch auf der gegenüberliegende Böschung zu liegen. Die beiden folgenden Personenwagen der 3. Klasse mit je 70 Sitzplätzen, die zwischen der Masse des folgenden Zuges und der Lokomotive zertrümmert werden, stürzen ins Wasser. Im ersten Wagen überlebt niemand. Die Strömung ist so stark, dass eine Anzahl Leichen bis in einen mehrere Kilometer flussabwärts gelegenen Stausee gespült werden.[ Der folgende dritte Wagen 1. Und 2. Klasse wird im vorderen Teil ebenfalls schwer beschädigt und ragt in absturzgefährdeter Stellung über den Fluss.

Der Untersuchungsbericht kommt zum Schluss, dass die Eisenbahn Schuld an dem Unfall hat: Zum einen sei es unangemessen, zwei gefährdete Brücken durch nur einen Mitarbeiter bewachen zu lassen, zum anderen wire den verantwortlichen Ingenieuren die Schuld gegeben. Aufgrund des Einzugsgebiets des Baches, der unter der Brücke durchfließt, und der Höhe des möglichen Niederschlags während der Monsun-Zeit hätten hier zusätzliche Durchflüsse unter der Eisenbahnstrecke errichtet werden müssen.

Der damalige indische Eisenbahnminister, Lal Bahadur Shastri, der sich sofort an die Unfallstelle begibt, will die politische Verantwortung für den Unfall übernehmen und bieter dem Premierminister, Jawaharlal Nehru, seinen Rücktritt an. Dieser lehnt aber ab. Erst als etwa drei Monate später der Eisenbahnunfall von Ariyalur mit 144 Toten geschieht und Shastri erneut seinen Rücktritt anbietet, wird dieser angenommen.
Opferbilanz: 117 Tote.

05. 09. 1956: [Robinson, Bundesstaat New Mexico, USA] Im unbesetzten Bahnhof von Robinson sollen zwei mit je zwei Dieselloks gezogene Schnellzüge kreuzen. In unbesetzten Bahnhöfen ist es Vorschrift, dass der Lok-Beimann des zuerst eingefahrenen Zuges die Weichen bedient. Nachdem der Richtung Osten fahrende Zug auf dem Nebengleis eingefahren ist, geht der Beimann zur Einfahrweiche aus der Gegenrichtung und schließt diese auf, was nicht den Vorschriften entspricht. Als sich der Richtung Westen fahrende Gegenzug nähert, betätigt der Lokführer des wartenden Zuges mehrmals das Spitzensignal, offenbar, um den Beimann vor dem sich nähernden Zug zu warnen. Der Beimann interpretiert die Signale aber so, dass er etwas falsch gemacht habe, ist verwirrt und stellt die bereits aufgeschlossene Einfahrweiche in die Ablenkung, worauf der Gegenzug mit etwa 100 km/h mit dem wartenden Zug zusammenstößt. Die meisten Todesopfer sind Eisenbahner, nämlich die Lokpersonale mit Ausnahme des schuldigen Beimannes sowie die Personale der hinter den Lokomotiven gereihten Schlaf- und Speisewagen des Richtung Westen fahrenden Zuges.
Opferbilanz: 20 Tote.

Vor 40 Jahren:

06. 09. 1976:
[Benoni, Südafrika] Ein Nahverkehrszug in das Eingeborenenviertel Daveyton fährt in Benoni auf einem vor einem Signal wartenden Schnellzug auf. Die Unfallursache (falsche Signalstellung oder Nichtbeachtung des Signals) ist unbekannt. Alle Toten befinden sich im Nahverkehrszug.
Opferbilanz: 31 Tote.

Vor 25 Jahren:

05./06. 09. 1991:
[Mvoungouti, Republik Kongo] Der überfüllte Personenzug der Chemin de Fer Congo-Océan (CFCO) ist von Pointe-Noire nach Brazzaville landeinwärts unterwegs. In der Gegenrichtung fährt ein Güterzug der Compagnie minière de l’Ogooué (COMILOG), der Holz geladen hat. Im Bahnhof von Mvoungouti kommt es zu einem Frontalzusammenstoß beider Züge. Als Ursache wird seitens der Bahngesellschaft Bremsversagen, an anderer Stelle menschliches Versagen angegeben. Knapp zehn Jahre später, am 10. 01. 2001, kommt es im selben Bahnhof zu einem neuerlichen Zusammenstoß zweier Züge, bei dem mehr als 50 Personen sterben.
Opferbilanz: 133 Tote, darunter 29 vermisste Personen, über 50 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

696

Samstag, 3. September 2016, 17:13

Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 379 mit Österreich-Bezug

Vor 55 Jahren:

02. 09. 1961:
[Scheibbs, NÖ.] Auf Grund einer falschen Weichenstellung fährt ein Personenzug mit der Dampflok 770.92 um 15:03 Uhr auf einem mit einem Güterzug besetzten Gleis in den Bahnhof ein und kollidiert mit dem Güterzug. Die geringe Geschwindigkeit verhindert größeres Ungemach (siehe Foto):


Foto: Archiv Wegenstein, aus: BiB-Band Nr. 13 - Unfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

697

Sonntag, 11. September 2016, 18:20

Fortsetzung Nr. 380 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 95 Jahren:

10. 09. 1921:
[Les Échets, Departement Ain, Frankreich] Während des 1. Weltkriegs muss auf Grund der Materialknappheit auf der Verbindung Bourg-en-Bresse - Lyon ein Gleis abgebaut werden. Nur die Bahnhofe behalten ihre Gleiskonfigurationen, wobei die Kreuzungsgleise nur mit max. 20 km/h befahren werden dürfen. Nach dem Krieg fehlt der für den Wiederaufbau notwendige Staahl, sodass sich die Arbeiten verzögern. Im August 1921 werden die erforderlichen Genehmigungen erteilt, doch bevor noch die Arbeiten beginnen können, fährt ein Militär-Urlauberzug von Strasbourg nach Lyon, der Soldaten aus dem soeben von Frankreich besetzten Elsaß-Lothringeen in den Heimaturlaub bringen soll, im Bahnhof von Les Échets bei Lyon mit hoher Geschwindigkeit in die Ablenkung, worauf drei der Waggons mit hölzernen Aufbauten entgleisen und dabei zerstört werden.
Übrigens, der Abschnitt Les Échets - Lyon ist nachwievor eingleisig.
Opferbilanz: 38 Tote.

Vor 90 Jahren:

13. 09. 1926:
[Murrulla, Bundesstaat New South Wales, Australien] Der ungewöhnlicher Zusammenstoß zwischen entlaufenen Güterwaggons und einem Postzug passiert auf der Nord-West-Strecke zwischen Murrunundi und Wingen. Beim Rangieren eines Güterzuges um Mitternacht im Bahnhof von Murrulla entlaufen fünf mit Wolle beladene Waggons auf die im Gefälle liegende freie Strecke und prallen mit hoher Geschwindigkeit auf den mit 50 km/h bergfahrenden Postzug Maree -Sydney. Beim Aufprall auf die Lok des Postzuges werden die Waggons über die Lok katapultiert und schlagen in den zweiten Waggon des Postzuges ein, wobei die Wolle Feuer fängt.
Opferbilanz: 27 Tote, davon die meisten aus dem zweiten Waggon, 46 Verletzte.

Vor 85 Jahren:

13. 09. 1931:
[Biatorbágy, Ungarn] Sylvester Matuska (siehe dazu auch Antwort #683 in diesem Thread) sprengt nahe der westlich von Budapest gelegenen Ortschaft Biatorbágy das Gleis auf der 25 m hohen mehrbogigen Eisenbahnbrücke. Lokomotive, Gepäckwagen, Schlafwagen und drei Personenwagen des Nachtschnellzuges Budapest–Wien stürzen ab. In Wien wird Matuska am 1. Oktober 1931 auf Ersuchen der ungarischen Polizei vernommen, weil er als angeblicher Fahrgast des verunglückten Zuges Schadenersatz fordert. Bei einer zweiten Vernehmung am 7. Oktober 1931 wird er verhaftet und gibt diesen und seine früher verübten Anschläge zu. Im Strafprozess können seine Motive nicht eindeutig geklärt werden. Matuska macht zeitweise einen verwirrten Eindruck und äußert religiöse Wahnvorstellungen. Das Schwurgericht verurteilt ihn wegen zweier Anschläge bei Anzbach zu sechs Jahren schwerem Kerker. Nach vier Jahren Strafverbüßung wird er wegen des Anschlags von Biatorbágy an Ungarn ausgeliefert. Dort wird er wegen Mordes zum Tode verurteilt. Österreich macht allerdings für die Auslieferung eine Begnadigung zur lebenslanger Haft zur Bedingung.
Opferbilanz: 24 Tote, 14 Schwerverletze, zahlreiche Leichtverletzte.


Die Unfallstelle von Biatorbágy. Foto: Archiv Bamer, aus: BiB-Band 13 - Unfälle und Schadensfälle,
Verlag Pospischil, Wien 1980.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste von Anschlägen im Schienenverkehr.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

698

Freitag, 16. September 2016, 16:26

125 Jahre Erzbergbahn

Vor 125 Jahren, am 15. September 1891 wurde der durchgehende Verkehr auf der Erzbergbahn von Vordernberg nach Eisenerz über den Präbichl aufgenommen, allerdings vorerst nur für den Güterverkehr. Die Aufnahme des Personenverkehrs erfolgte im Sommer des Jahres 1892.
Bereits knapp vier Monate vorher, am 25. Mai 1891 war die Südrampe von Vordernberg bis zum Bahnhof Präbichl eröffnet worden. Allerdings konnte vorerst nur bis Glaslbremse gefahren werden, da der Wasservorrat der Loks nur bis hierher reichte. Erst nachdem der Wasserkran in Glaslbremse fertiggestellt war, konnte bis auf die Passhöhe gefahren werden.

Übrigens, vor 30 Jahren, im Jahr 1986 verkehrte der letzte Erzzug vom Erzberg nach Donawitz.

Quellen: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag 1982, S. 249 ff. und Wikipedia

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

699

Samstag, 17. September 2016, 23:39

Fortsetzung Nr. 381 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 110 Jahren:

18. 09. 1906:
[Dover, Bundesstaat Oklahoma, USA] Ein von Fort Worth nach Chicago fahrender Personenzug stürzt bei Dover in den Fluss Cimarron, als die bei einem sturmebedingten Hochwasser am Vortag beschädigte Brücke während der Überfahrt des Zuges einstürzt.
Opferbilanz: 20 Tote

Vor 75 Jahren:

16. 09. 1941:
[Himeji, Präfektur Hyōgo, Japan] Ein Schnellzug fährt mit 85 km/h im Bahnhof Aboshi in der Stadt Himeji auf einen im Bahnhof haltenden Nahverkehrszug auf . Unfallursache: Mißachten mehrerer Halt zeigender Signale durch den Lokführer des Schnellzuges.
Opferbilanz: Mindestens 65 Tote, 110 Verletzte.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

700

Mittwoch, 21. September 2016, 13:10

10 Jahre Transrapid-Unfall in Lathen

Morgen, am 22. 09. jährt sich der Transrapid-Unfall auf der Versuchsstrecke in Lathen zum 10. Mal. Der Journalist Joop Wösten war damals einer der ersten am Unfallort und schildert hier seine Eindrücke und Empfindungen.