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dr. bahnsinn

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Montag, 26. September 2016, 12:35

Fortsetzung Nr. 382 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 105 Jahren:

23. 09. 1911:
[Montreuil-Bellay, Frankreich] Ein vomHochwasser des Flusses Thouet beschädigter Brückenpfeiler einer Eisenbahnbrücke in Montreuil-Bellay bei Saumur stürzt ein und reißt dabei die beiden Lokomotiven sowie die ersten drei Wagen eines Reisezuges. Ein Teil der Reisenden, auch jene, die sich auf die Wagendächer retten können, ertrinken in den Wassermassen.
Opferbilanz: 22 Tote, 27 Verletzte.

Vor 100 Jahren:

25. 09. 1916:
[Rossendale-Edenfield, UK] Bei einem Bombenangriff durch ein deutsches Zeppelin-Luftschiff wird der Bahnhof von Ewood Bridge and Edenfield an der Bahnstrecke von Bury nach Bacup zerstört.

Vor 90 Jahren:

23. 09. 1926:
[Akinakano, Japan] Zwischen Anikakano und Amitashi in der Nähe von Hiroshima entgleist während der Nachtstunden der "Tokio-Shimoneseki-Express", als das Gleisbett auf Grund schwerer Niederschläge nachgibt. Dabei werden vier Waggons schwer beschädigt.
Opferbilanz: 28 Tote, 40 Verletzte.

Vor 85 Jahren:

27. 09. 1931:
[Liaoning, China] Räuber entfernen etwa 90 km westlich von Shenyang (damals: Mukden) Schienen aus der Strecke, so dass der Zug von Mukden nach Peking entgleist. Sie rauben den Zug aus und töten dabei auch Reisende und Zugpersonal.
Opferbilanz: 30 Tote, viele Verletzte.

Ende September 1931: [Leningrad, ehem. Sowjetunion] Bei einem Militärmanöver bei Leningrad (heute St. Petersburg) explodiert ein Truppentransportzug, wobei die Lokomotive und zwölf Waggons völlig zerstört werden.
Opferbilanz: viele Todesopfer

Vor 70 Jahren:

23. 09. 1946: [Dighwara, Indien] Der "Lucknow-Express" entgleist zwischen den Bahnhöfen Dighwara und Barra Gopal (Indien).
Opferbilanz: 27 Tote, 70 Verletzte.

Vor 65 Jahren:

25. 09. 1951:
[Langenwang, Österreich] Der verspätete D 589 (Wien Süd - Rom) fährt im Bahnhof Langenwang bei Mürzzuschlag einem Güterzug, der gerade dabei ist, von Gleis 4 auf Gleis 3 umzusetzen, in die Flanke. Beim Zusammenstoß entgleisen die ersten drei hinter der Lok gereihten Waggons und der dritte Waggon mit Holzkastenaufbau (Baujahr 1907) wird unter den zweiten Waggon, einem Gepäckwaggon mit Stahlkastenaufbau geschoben. 21 Fahrgäste, hauptsächlich italienische Eisenbahner aus Venedig und Ancona und ihre Familien, die von österreichischen Kollegen zu einem Wienbesuch eingeladen waren, sterben allein in diesem Waggon.
Unfallursache: Der Fahrdienstleiter von Langenwang will die Verspätung des D 589 für eine Verschubfahrt des Güterzuges von Gleis 4 auf Gleis 3 nützen und ist der Meinung, diese Verschubfahrt ohne weitere Verspätung des D 589 noch vor dessen Durchfahrt abwickeln zu können, wobei die Hauptgleise gekreuzt werden müssen. Dabei verkalkuliert sich der Fdl., weil er nicht bedenkt, dass vor der Verschubfahrt auf Gleis 3 noch einige Wagengruppen zusammengeschoben werden müssen. Dazu kommt noch, dass der Aufenthalt des D 589 in Mürzzuschlag gekürzt werden kann und der Zug früher in Langenwang sein wird, als vom Fdl. angenommen. Um den D 589 nicht zu lange zu verhalten, stellt der Fdl. das Einfahrsignal frei, entblockt Ausfahrvorsignal und Ausfahrsignal und geht nach draußen, um die Verschubfahrt zu beschleunigen.
Als die Verschubfahrt gerade dabei ist, die Durchfahrtsgleise zu queren, nähert sich der D 589 trotz des Halt zeigenden Ausfahrvorsignales mit unverminderter Geschwindigkeit. Der Fdl. läuft dem Zug entgegen und gibt Haltesignale, auf die die Lokmannschaft nicht reagiert. Erst 50 - 60 Meter vor dem Halt zeigenden Ausfahrsignal leitet der Lokführer eine Schnellbremsung ein und der D 589 fährt mit knapp 60 km/h dem Güterzug in die Flanke (siehe dazu untenstehende Skizze).
Der Lokführer und der Zugführer des D 589 sowie der Fahrdienstleiter werden verhaftet. Der Fahrdienstleiter erleidet einen Schock und gibt verworrene Antworten. Der Lokführer verteidigt sich damit, dass er nach dem frei zeigenden Einfahrsignal in einem Bahnhof, in dem der D 589 normalerweise durchfährt, nicht mit einem Halt zeigenden Ausfahrsignal gerechnet habe. Außerdem sei ihm durch die Rauchfahne der Güterzuglok die Sicht auf das Ausfahrsignal genommen worden.


Quelle: Wikipedia

Opferbilanz: 22 Tote, 50 Verletzte, 11 davon schwer.

Wer den AZ-Unfallbericht lesen möchte, hier bitte: AZ

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag 1996; Wikipedia; AZ vom 27. 09. 1951.

dr. bahnsinn

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Montag, 26. September 2016, 13:03

Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 382 mit Österreichbezug

Vor 40 Jahren:

25. 09. 1976:
[Amstetten, NÖ.] In den frühen Morgenstunden fährt der G 41671 auf der Westbahn zwischen der Abzweigung Mauer-Öhling und Amstetten auf dem vor dem Halt zeigenden Blocksignal stehenden G 51531 auf. Dem Tfzf. des G 41671 gelingt es noch, die Geschwindigkeit von 40 km/h auf 25 km/h zu verringern. Trotzdem werden die letzten drei Wagen des G 51531 zertrümmert und verkeilen sich mit der Vorspannlok 1018.03 des G 41671, die mit fünf Achsen entgleist. Die Zuglok 1010.11 entgleist mit zwei Achsen und wird beschädigt. Der Tfzf. der 1018.03 wird verletzt und der Sachschaden beträgt ca. 4 Mio. öS (ca. 291.000 €).
Unfallursache: Wegen Bauarbeiten herrscht zeitweise eingleisiger Betrieb und der Streckenblock ist nicht in Betrieb. Durch das Nichteinhalten des vorgeschriebenen Wortlautes im Zugmeldeverfahren und Nichtabwarten der Rückmeldung des G 51531 durch die beteiligten Fahrdienstleiter wird der G 41671 irrtümlich in den besetzten Blockabschnitt eingelassen.

Quelle: Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991.

Foto von der Unfallstelle:

Foto: Archiv Spurkranz, aus: BiB-Band 13 - Unglücksfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980.

dr. bahnsinn

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Samstag, 1. Oktober 2016, 14:10

Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 382 mit Österreichbezug

Vor 40 Jahren:

24. 09. 1976:
[Amstetten, NÖ.] Um 23:10 Uhr durchbrach beim Westbahn-Str.-km. 120,9 bei Amstetten einTraktor den Schranken und wurde von der 1044.01 vor dem D 546 gerammt. Die Batterie des Traktors verklemmte sich im Drehgestell der Lok und setzte ausgelaufenes Öl in Brand. Durch unsachgemässe Löscharbeiten wurde die 1044.01 schwer beschädigt:


Foto: Hofmeister, aus: BiB-Band 13, Verlag Pospischil, Wien 1980.

dr. bahnsinn

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Sonntag, 2. Oktober 2016, 20:33

Fortsetzung Nr. 383 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 95 Jahren:

05. 10. 1921:
[Paris, Frankreich] Am Abend des 5. Oktober muss der Vorortezug nach Versailles im westlich des St. Lazare-Bahnhofes in Paris gelegenen 900 m langen Batignolles-Tunnel vor einem Blocksignal anhalten. Auf Grund einer Fehlhandlung der Signalwärter fährt der Vorortezug nach Issy-les-Molineaux auf den haltenden Zug auf, wobei Feuer ausbricht.
Der Batignolles-Tunnel, der schon vor dem Unfall auf Grund seiner geringen Kapazität abgetragen hätte werden sollen, wird daraufhin beseitigt und die dafür erforderlichen Arbeiten im September 1926 abgeschlossen.
Die Schuld tragenden Signalwärter werden zu sechs- bzw. viermonatigen Gefängnisstrafen verurteilt.
Opferbilanz: 28 Tote.

Vor 90 Jahren:

04. 10. 1926:
[Rickentunnel, Schweiz] Der Rickentunnel liegt unter dem Rickenpass und ist Teil der eingleisigen SBB-Strecke Uznach–Wattwil. Er ist 8604 m lang, hat eine Profilfläche von 25,5 m² und eine konstante Steigung von 15,75 ‰. Eine künstliche Belüftung fehlt. Der Tunnel ist wegen der Vergasungsgefahr in der Zeit des Dampfbetriebes beim Bahnpersonal verhasst. Das Lokpersonal muss während der Durchfahrt Nase und Mund mit einem feuchten Tuch vor den Rauchgasen schützen.

Das Personal des Personenzuges 3616, der Wattwil am 4. Oktober 1926 um 11.05 Uhr verlässt und in Kaltbrunn um 11.20 Uhr ankommt, stellt im Tunnel keine stärkere Gasentwicklung fest.

Um 11.55 Uhr verlässt der Güterzug 6854 die Station Kaltbrunn. Der mit einer Dampflokomotive B 3/4 geführte Zug fährt mit sechs Bundesbahn­beamten und einer Anhängelast von 252 Tonnen mit einer Geschwindigkeit 20 km/h in den Tunnel hinein. Die maximale Anhängelast der Lokomotive auf dieser Strecke beträgt 260 Tonnen. Die Geschwindigkeit des Zuges verringert sich wegen mangelnder Dampfentwicklung andauernd. Nach 6 ½ Minuten beziehungsweise einem Kilometer Fahrt bleibt der Zug in der Steigung stecken, weil die Dampflokomotive mit Briketts von nur geringem Heizwert befeuert wird. Dem Lokpersonal gelingt es nicht, den Zug wieder in Bewegung zu setzen.

Aufgrund der mangelhaften Entlüftung des Tunnels ist für das Feuer der Dampflokomotive nicht ausreichend Sauerstoff vorhanden, so dass die Verbrennung unvollständig erfolgt und die Abgase der Lokomotive zunehmend nicht mehr aus (ungiftigem) Kohlendioxid, sondern aus Kohlenmonoxid bestehen. Dieses verbindet sich im Blut mit Hämoglobin und blockiert die Fähigkeit der Roten Blutkörperchen, Sauerstoff im Körper zu transportieren. Die gerichtsmedizinischen Untersuchungen belegen, dass die Opfer an Kohlenmonoxid erstickten.

Nach Angaben der Meteorologischen Zentralanstalt herrscht am Unfalltag auf der Alpennordseite eine außerordentlich starke Hochdrucklage. Durch die fehlende Luftdruckdifferenz finden die giftigen Rauchgase des stillstehenden Zuges keinen Abzug.

Rettungsversuche: Von Wattwil her versucht eine achtköpfige Rettungskolonne mit einem Draisine, einem Personenwagen und Atemschutzgeräten zu Hilfe zu kommen. Wegen schlechter Sicht können die Retter auf dem letzten Kilometer nur schrittweise bis zur Unfallstelle vordringen. Weil mehrere Helfer bewusstlos werden, muss der Rettungsversuch aufgegeben werden. Trotzdem gelingt es, den bewusstlosen Heizer des Güterzugs nach Wattwil zu bringen. Zwei der Retter müssen jedoch im Tunnel zurückgelassen werden. Ein Retter und der bewusstlose Heizer sterben nach der Bergung in Wattwil.

Ein später von Kaltbrunn her unternommener Versuch, mit einem Hilfszug zur Unfallstelle vorzudringen, scheitert ebenfalls. Erst nach 20 Uhr gelingt es, mit einer Draisine von Kaltbrunn aus mit Hilfe von Gas- und Sauerstoffmasken die Unfallstelle zu erreichen. Die Bergungsarbeiten werden nicht mehr durch Rauchgas behindert. Die Mannschaft des Zuges und die beiden Retter aus Wattwil werden tot aufgefunden, womit die Zahl der Todesopfer auf neun angesteigt. Die Opfer werden in den Wagen liegend oder sitzend aufgefunden. Zwei liegen außerhalb des Zuges in Tunnelnischen. Einer der verunglückten Helfer aus Wattwil hat offenbar versucht, mit dem Tunneltelefon Kontakt mit der Station aufzunehmen. Beim Eintreffen der Rettungskräfte brennen die Petrol-Signallaternen der Lokomotive noch, die Briketts auf dem Rost sind ausgebrannt.

Folgen: Die zulässige Anhängelast der Züge wird reduziert und das Zugspersonal mit Sauerstoffmasken ausgerüstet. In Wattwil und Kaltbrunn werden Rettungsgeräte stationiert. Die Strecke wird innerhalb kürzester Zeit elektrifiziert. Am 7. Mai 1927 wrd der elektrische Betrieb auf der Strecke Rapperswil–Wattwil und damit auch im Tunnel aufgenommen.

Zwischenfall vom 01. 03. 1916: Bereits am 01. 03. 1916 kommt es im Rickentunnel zu einem Unfall mit Rauchgasen, bei dem vier Bahnarbeiter ungefähr in der Tunnelmitte ohnmächtig werden. Einem gelingt es noch, die Station Wattwil zu alarmieren, worauf eine Suchaktion und die Rettung eingeleitet wird. Auch einer der Helfer wird bewusstlos und muss ärztlich versorgt werden.
Opferbilanz: 9 Tote.

Vor 80 Jahren:

01. 10. 1936:
[Lemberg, Polen] Ein Personenzug von Berlin nach Piala in Ostpreußen stößt bei Lemberg im polnischen Korridor mit einem Güterzug zusammen.
Opferbilanz: 20 Tote, 150 Verletzte.

Vor 70 Jahren:

04. 10. 1946:
[Ongole, Indien] Der Postzug von Madras nach Kalkutta stößt in Ongole mit einem Güterzug zusammen.
Opferbilanz: 36 Tote, 81 Verletzte.

Vor 65 Jahren:

05. 10. 1951:
[Montenegro, Provinz Caldas, Kolumbien] Bei Montenegro in der Provinz Caldas wird ein Reisezug durch einen auf Grund starker Regenfälle ausgelösten Erdrutsch verschüttet.
Opferbilanz: 26 Tote.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, 1996; Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982; Wikipedia - Schwere Unfälle im Schienenverkehr.

dr. bahnsinn

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Montag, 3. Oktober 2016, 14:16

110 Jahre Karawnkenbahn Villach - Rosenbach - Jesenice

Vor 110 Jahren, am 1. 10. 1906 wurde die Karawnkenbahn zwischen Villach und Jesenice eröffnet, nachdem der Streckenast Klagenfurt - Rosenbach, der heute als Rosentalbahn bezeichnet wird*), bereits am 30. Mai eröffnet worden war.
Auf bahnbilder.warumdenn.net gibt es einen ausführlichen und bebilderten Bericht.

*) .....und der PV zum Fahrplanwechsel zwischen Rosenbach und Weizelsdorf eingestellt wird.....

dr. bahnsinn

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Montag, 3. Oktober 2016, 14:23

110 Jahre Wocheiner Bahn

Vor 110 Jahren, am 1. 10. 1906, wurde die Wocheiner Bahn Jesenice/Assling - Triest eröffnet.
Mehr Informationen zur Strecke gibt es auf Wikipedia.

dr. bahnsinn

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Samstag, 8. Oktober 2016, 18:02

Fortsetzung Nr. 384 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 100 Jahren:

08. 10. 1916:
[Zantoch, heute Santok, Polen] Um etwa 03:40 Uhr fährt der D 24 (Warschau - Bromberg - Berlin) zwischen dem Bahnhof Zantoch (heute Santok) und der Blockstelle Jahnsfelde (heute Jańczewo, Polen) auf den wegen eines Lokschadens (Lok 1101 hatte das innere Kurbellager verloren) liegengebliebenen D 4 (Eydtkuhnen - Berlin) auf. Wenige Minuten später fährt der D 241 (Berlin - Eydtkuhnen) in die Trümmer des D 4, wobei die Lok und der erste Waggon des D 241 beschädigt werden.
Unfallursache: Der auf der Blockstelle Jahnsfelde Dienst tuende Bahnwärter schläft unmittelbar nach der Annahme der Abmeldung des D 4 durch den Fahrdienstleiter des Bahnhofes Zantoch ein. Er unterlässt es daher auch, die Abmeldung in das Zugmeldebuch einzutragen. Dass der D 4 auf Grund des Lokschadens nicht an seiner Blockstelle vorbeifährt, entgeht ihm daher ebenso. Erst als der Fahrdienstleiter von Zantoch bei ihm nachfrägt, warum der Block noch immer besetzt sei, wird er munter. Er weiß daher nicht, ob der D 4 schon vorbeigefahren ist oder nicht. Es wäre ein Leichtes gewesen, ihm Folgebahnhof Lorenzdorf nachzufragen, ob der D 4 dort schon durchgefahren ist. Das wäre aber einem Eingeständnis gleichgekommen, dass er geschlafen habe, also unterlässt er die Anfrage.
Stattdessen löst er das Bleisiegel der elektrischen Tastensperre, die im Normalfall vom Zug ausgelöst wird und gibt dadurch den Blockabschnitt frei, worauf der Fahrdienstleiter in Zantoch dem D 24 die Abfahrt erteilt. In der Zwischenzeit plagt den Bahnwärter auf Block Jahnsfelde doch das Gewissen, er ruft in Lorenzdorf an und fragt nach dem D 4. Der Fahrdienstleiter in Lorenzdorf beteuert ihm, dass der D 24 in Lorenzdorf noch nicht durchgefahren sei. Jetzt dämmert dem Bahnwärter, dass der D 4 noch auf der Strecke sein muss. Zur gleichen Zeit taucht ein Hilfswagenaufseher des D 4 bei ihm auf und meldet ihm das Liegenbleiben des D 4. Bevor noch etwas unternommen werden kann, fährt der D 24 in den stehenden D 4.
Am anderen Ende des Zuges D 4 handelt das Zugpersonal (Zugführer, Schaffner, Hilfswagenaufseher) reichlich glücklos. Zugführer und Schaffner gelingt es nicht, die Fackeln, die den Lokführer des D 24 warnen hätten können, anzuzünden. Der Hilfswagenaufseher, der zum nächsten Streckenfernsprecher rennt, um den Fahrdienstleiter in Zantoch vom Liegenbleiben des D 4 zu unterrrichten, vergisst in der Hektik den Vierkantschlüssel zum Aufsperren der Fernsprechbude. Er rennt weiter zum nächstgelegenen Wärterhaus und weckt den schlafenden Wärter, aber es ist bereits zu spät. Nachdem das Anzünden der Fackeln nicht gelingt, läuft der Schaffner dem D 24 entgegen und legt in 200 m Entfernung zum Zugschluss eine Knallkapsel aus und gibt mit der Hand Haltesignale. Der Lokführer des D 24 sieht die Haltesignale des Schaffners und hört auch die Explosion der Knallkapsel, auf Grund der kurzen Entfernung bis zum Zugschluss des D 4 kann auch er nichts mehr ausrichten.
Als Konsequenz aus dem Unfall wird in den folgenden Jahren in den Stellwerken die manuelle Auslösung der Streckentastensperre, die in Jahnsfelde mit einem Bleisiegel gesichert war, durch Abdeckung mit einem Glaskasten, Vernietung der Sperre und Sicherung des Blockwerkes mit einem Schloss unterbunden.
Opferbilanz: 12 Tote, 22 Verletzte.

Vor 40 Jahren:

10. 10. 1976:
[Mexiko] In Mexiko kollidiert im Grenzgebiet zu den USA ein mit Urlaubern besetzter Reisezug mit einem Güterzug. Dabei stürzt ein Waggon des Reisezuges in eine Schlucht.
Opferbilanz: Über 20 Tote.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991.

dr. bahnsinn

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Samstag, 15. Oktober 2016, 12:18

Fortsetzung Nr. 385 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 60 Jahren:

15. 10. 1956:
[Rokken, Japan] In Rokken in der Nähe von Nagoya stoßen zwei von Dampflokomotiven gezogene Reisezüge frontal zusammen. Beide Lokführer sowie ein Heizer werden verhaftet, weil sie Signale nicht beachtet haben.
Opferbilanz: 40 Tote, 96 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.

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Sonntag, 16. Oktober 2016, 12:20

145 Jahre Mont-Cenis-Tunnel

Vor 145 Jahren, am 16. Oktober 1871 fuhr der erste planmäßige Zug durch den am 17. September 1871 eröffneten, 12,2 km langen Mont-Cenis-Tunnel. Er ist der älteste der großen Alpentunnel und war bis zur Eröffnung des Gotthard-Tunnels der längste Tunnel der Welt.

Während des Baus kam es am 6. November zu einem schweren Unglück, als das Pulvermagazin beim Nordportal in die Luft flog. Mehrere Baracken wurden zerstört bzw. schwer beschädigt. Die Opferbilanz betrug 10 Tote und zahlreiche Verletzte.

Quellen: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 99ff. und Wikipedia.

dr. bahnsinn

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Mittwoch, 19. Oktober 2016, 00:13

100 Jahre durchgängige Transsibirische Eisenbahn

Heute vor genau 100 Jahren, am 18.*) Oktober 1916, konnte mit der Eröffnung der Amur-Brücke von Chabarowsk auf der Transsibirischen Eisenbahn der durchgehende Verkehr zwischen Moskau und Wladiwostok aufgenommen werden.

Interessant ist, dass es parallel zur Brücke über den Amur einen aus strategischen Gründen, zwischen 1937 und 1942 errichteten, 7,2 km langen Tunnel gibt. Dass dieser zu Kriegszeiten bzw. in Zeiten des Kalten Krieges geheimgehalten wurde, war irgendwie klar. Aber auch in der Jetztzeit scheint die Existenz dieses Tunnels im Westen nicht allzusehr bekannt zu sein. Zumindest ich habe davon bis zur Befassung mit der Rätselfrage von diesem Tunnel nichts gewusst. Mehr über den Tunnel kann in obigem Link über die Brücke von Chabarowsk nachgelesen werden.

*) Hin und wieder wird noch immer der 5. Oktober 1916 als Eröffnungsdatum genannt. Allerdings ist damit der 5. Oktober nach dem julianischen Kalender gemeint, der nach dem gregorianischen Kalender der 18. Oktober ist.

Hier der Lageplan von Brücke über den und Tunnel unter dem Amur bei Chabarowsk:

Ausschnitt aus der OpenRailwayMap

dr. bahnsinn

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Samstag, 22. Oktober 2016, 16:53

Fortsetzung Nr. 386 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 80 Jahren:

22. 10. 1936:
[Tengchatang, Provinz Hunan, China] Auf der Bahnstrecke von Guangzhou nach Hangzhou ist ein Militärtransport unterwegs, der Soldaten der Republik China ins Landesinnere befördert, die im Süden Chinas einen Aufstand bekämpft haben. Die Wagen des Zuges sind sehr stark besetzt. Der Zug ist mit 24 Wagen auch extrem lang und wird von zwei Dampflokomotiven gezogen. Um eine schwierige Steigung besser nehmen zu können, wird der Zug in zwei Teile getrennt. Der hintere Zugteil soll am Fuß der Steigung so lange warten, bis der vordere Teil sie überwunden hat. Die erste Lokomotive geht die Steigung mit zwölf Wagen an, was sie aber nicht schafft. Daraufhin kuppelt das Zugpersonal vier Wagen ab und lässt sie auf der Strecke stehen, um sie mit einer zweiten Fahrt zu holen und über die verbleibende Steigung zu ziehen.

Ein Offizier zwingt den Lokomotivführer, der den hinteren Zugteil am Haken hat, in die Strecke einzufahren, ehe die Meldung erfolgt, dass der vordere Zugteil die Strecke geräumt hat. Die vier in der Steigung abgestellten Wagen beginnen bergab zu rollen und kollidieren mit dem ihnen entgegen kommenden hinteren Zugteil.
Opferbilanz: 60 Tote, ca. 100 Verletzte.

Anmerkung: Parallelen zu einem kürzlich in Österreich erfolgten Unfall sind durchaus erkennbar.

Vor 55 Jahren:

20. 10. 1961:
[Ghatsila, Indien] Zwischen den Bahnhöfen Ghatsila und Dalbhumgarh entgleisen die Lokmotive und sieben Waggons des Schnellzuges Howrah - Ranchi. Ursache: Sabotage an den Gleisanlagen. In den Jahren 1961/62 sterben in Indien 87 Personen auf Grund von Sabotageakten an Eisenbahnanlagen und 324 werden verletzt.
Opferbilanz: 27 Tote, 105 Verletzte.

26. 10. 1961: [Oitu, Japan] Zwischen den Bahnhöfen Oitu und Beppu wird ein Triebwagen durch eine gewaltige, auf Grund wolkenbruchartiger Regenfälle ausgelöste Schlammlawine verschüttet. Der Unfall hat zur Folge, dass die Bahnlinie eingestellt und durch Busse ersetzt wird.
Opferbilanz: 32 Tote, 35 Verletzte.

Vor 45 Jahren:

26. 10. 1971:
[Nagoya, Japan] Zwischen Nagoya und Osaka stoßen auf der eingleisigen Privatbahn Kinki Nippon Railway zwei Reisezüge frontal zusammen.
Opferbilanz: 23 Tote.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikiprdia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

dr. bahnsinn

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Samstag, 22. Oktober 2016, 22:45

110 Jahre Bahnlinie Martigny - Le Châtelard (MC)

Vor 110 Jahren, am 24. 10. 1906, laut Wikipedia hingegen bereits am 20. 8. 1906, wurde die 18 km lange Bahnlinie von Martigny im Rhonetal durch das Vallée du Trient nach Le Châtelard an der Grenze zu Frankreich eröffnet. Die Strecke, die abschnittsweise mit Zahnstange System Strub ausgestattet ist, überwindet auf ihrem Weg aus dem Rhonetal bis zum Grenzbahnhof Le Châtelard-Frontiére, der auf 1118 m Seehöhe liegt, 651 Höhenmeter. In Le Châtelard schließt die Bahnlinie Châtelard-Vallorcine-Chamonix-Saint-Gervais an. Durchgehende Züge werden unter dem Namen "Montblanc Express" vermarktet.
Eine Besonderheit der Strecke ist, dass abschnittsweise mit seitlicher Stromschiene oder mit Oberleitung gefahren wird. So ist die 4 km lange Strecke im Rhonetal zwischen Martigny und Vernayaz, wo sich Depot und Werkstätte befinden, mit Oberleitung ausgestattet. Auch zwischen den Bahnhöfen Finhaut (km 14) und Le Châtelard-Frontiére (km 18) wird mit Oberleitung gefahren. Es wurde von Beginn an elektrisch, ursprünglich mit 550 V DC betrieben. Späer wurde die Stromspannung auf 850 V angehoben.
Auf den Adhäsionsabschnitten beträgt die Maximalsteigung 70 ‰, auf den Zahnstangenabschnitten 200 ‰.

Quellen: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 85ff und Wikipedia.

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Freitag, 28. Oktober 2016, 23:10

Fortsetzung Nr. 387 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 110 Jahren:

28. 10. 1906:
[Atlantic City, Bundesstaat New Jersey, USA] In Atlantic City südlich von New York, stürzen die Lok und die ersten beiden Waggons eines Sonderzuges mit einer Geschwindigkeit von ca. 65 km/h vor einer geöffneten Zugbrücke in den gezeitenabhängigen Fluss Elizabeth, weil der Lokführer, der angeblich die Strecke zum ersten Mal allein befährt, weder die Halt zeigenden Signale noch die von Weitem zu sehende geöffnete Brücke beachtet. Der Versuch eines Schaffners, die Notbremse zu ziehen, kommt zu spät.
Opferbilanz: 57 Tote.

Vor 75 Jahren:

02. 11. 1941:
[Paris, Gare d'austerlitz] Ein Schnellzug aus Orleans stößt im Pariser Kopfbahnhof Gare d'Austerlitz auf eine im Bahnhof stehende Leergarnitur.
Opferbilanz: 21 Tote, 7 Verletzte.

Vor 55 Jahren:

29. 10. 1961:
[Mainpuri, Indien] Auf Grund überhöhter Geschwindigkeit entgleist zwischen den Bahnhöfen Mainpuri und Bhongaon ein Zug auf offener Strecke.
Opferbilanz: 22 Tote, 62 Verletzte.

Vor 25 Jahren:

31. 10. 1991:
[Bangalore, Indien] In der Nähe von Bangalore entgleist ein Reisezug auf Grund eines Steinschlages.
Opferbilanz: 40 Tote und Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.

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Samstag, 5. November 2016, 13:20

Fortsetzung Nr. 388 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 100 Jahren:

07. 11. 1916: [Boston, Bundesstaat Massachusetts, USA] Bei dem Straßenbahnunfall auf der Summer Street Bridge in Boston, Massachusetts, stürzt am 7. November 1916 eine stark besetzte Straßenbahn in den Fort Point Channel.

Für die Signalisierung für Zugbrücken kreuzende Straßenbahnen bestehen keine einheitlichen Regeln. Bei der Summer Street Bridge befindet sich ein Absperrgitter etwa 8,5 Meter vor der Stelle, an der die Brücke aufklappt. 60 Meter vor dem Absperrgitter befindet sich eine Tafel, die Halt gebietet. Dort muss der Fahrer anhalten und die Situation überprüfen.

Am Unfallfahrzeug, dem Triebwagen Nummer 393, ist erst am Nachmittag die Bremsen justiert worden und das Fahrzeug ist eine Woche zuvor in der Inspektion gewesen. Dabei wurden keine technischen Mängel festgestellt. Auch funktionierten die Bremsen zuvor einwandfrei.

Der Unfall geschieht bei Dunkelheit und einer Geschwindigkeit von 15 bis 20 km/h. Der Fahrer hält vorschriftswidrig nicht an dem Stoppschild, bremst das Fahrzeug aber soweit ab, dass ein Fahrgast aufspringen kann. Der Fahrer bemerkt dann offensichtlich sehr spät, dass die Absperrgitter geschlossen sind und die Zugbrücke geöffnet ist. Er sagt hinterher aus, dass er sofort gebremst und den Motor habe rückwärts laufen lassen. Das aber reicht nicht mehr aus, das Fahrzeug aufzuhalten. Es durchbricht die Absperrgitter und stürzt in den Kanal.

Der Fahrer wurde strafrechtlich nicht belangt, weil die Installation des unbeleuchteten Stoppschildes und der geringe Abstand der Absperrgitter zur Gefahrenstelle nachträglich als mangelhaft bewertet werden. Andererseits wird der Unfall offensichtlich dadurch verursacht, dass der Fahrer unaufmerksam gegenüber den technischen Sicherungen ist.

Bereits am 21. November 1916 werden dann von der Aufsichtsbehörde – zunächst vorläufige – einheitliche Regeln für die Ausschilderung, die Beleuchtung, das Bremsen und den Abstand zwischen Absperrgitter und Gefahrenstelle an Zug- und Drehbrücken erlassen.

Opferbilanz: Die Zahl der Toten schwankt je nach Quelle zwischen 47 und 52. Lediglich neun Personen (sieben Fahrgäste, Fahrer und Schaffner) überleben den Unfall. Es ist der schwerste Straßenbahnunfall weltweit.

Vor 30 Jahren:

06. 11. 1986:
[Koristowka, ehem. UdSSR, heute Ukraine] Um 03:02 stoßen im Bahnhof Koristowka in der Nähe von Kirowograd der von Kiew nach Donezk fahrende Zug Nr. 38 mit dem von Kriwoi Rog nach Kiew fahrenden Zug Nr. 635 frontal zusammen. Unfallursache: Nachdem in der betreffenden Nacht wegen Bauarbeiten im Bahnhof nur ein Durchfahrtsgleis zur Verfügung steht, soll der Zug 635 vor dem Halt zeigenden Einfahrsignal die Durchfahrt des Zuges 38 durch den Bahnhof abwarten. Der Fahrdienstleiter will dies dem Lokpersonal des Zuges 635 per Funk mitteilen, erhält aber vom Lokpersonal keine Antwort. Gleich darauf bemerkt der Fdl am Gleisbild das Aufschneiden der Einfahrweiche und im nächsten Moment kommt es im Bahnhof zum Zusammenstoß. Die Ursachenforschung ergibt, dass das Lokpersonal des Zuges 635 eingeschlafen ist. Der Lokführer hat dem Beimann die Führung der Lok übergeben und setzte sich abseits, um besser schlafen zu können. Mit seiner Schläfrigkeit steckte er aber auch den Beimann an, sodass schließlich beide schlafen.
Opferbilanz: 41 Tote, 30 Schwerverletzte.

Vor 25 Jahren:

09. 11. 1991:
[Mumbai, Indien] Bei einem Anschlag auf einen Vorortezug werden zehn Fahrgäste getötet.

Quelle: Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991, Wikipedia - Liste schwerer Unfälle und Anschläge im Schienenverkehr.

dr. bahnsinn

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Samstag, 5. November 2016, 18:15

115 Jahre ehemalige Dalmatinerbahn

Ist zwar schon ein bissl her, dass die ehemalige Dalmatinerbahn Čapljina - Zelenika mit ihren Zweigstrecken Hum - Trebinje und Uskoplje - Dubrovnik ihr 115-jähriges Bestandsjubiläum gefeiert hätte, hätte sie es erlebt. Aber ich bin selbst erst vor wenigen Tagen bei meinen Recherchen zum ehemaligen Bahnhof Zelenika (siehe Rätselfrage "Ehemaliger Bahnhof" im Rätselboard) auf das Jubiläum aufmerksam geworden.
Also, vor 115 Jahren, am 16. und 17. Juli 1901 wurde die 189 km lange Strecke mit ihren je 17 km langen Zweigstrecken eröffnet worden. Der78 km lange Abschnitt Uskoplje - Zelenika der Stammstrecke wurde nach nur 67 Jahren Betriebszeit am 30. Juni 1968 eingestellt. Die Einstellung der Stichstrecke nach Dubrovnik erfolgte am 30. Mai 1976.
Wann die Zweigstrecke Hum - Trebinje eingestellt wurde, geht aus dem Wikipedia-Artikel nicht hervor. Interessant ist, dass diese Zweigstrecke im Jahr 1931 um 42 km bis in die Stadt Bileća und 1938 um weitere 71 km nach Nikšić im heutigen Montenegro verlängert wurde. Ab 1948 konnte man mit der in diesem Jahr eröffneten Schmalspurstrecke Nikšić - Titograd (heute Podgorica) bis in die heutige montenegrinische Hauptstadt reisen. 1965 wurde die Strecke Nikšić - Titograd auf Normalspur umgespurt. Wahrscheinlich war diese Umspurung auch das Todesurteil für die Strecke Trebinje - Nikšić.
Anlässlich meines Kurzbesuches in Montenegro und Dubrovnik habe ich mit unserer Reiseleiterin über die Dalmatinerbahn gesprochen. Sie sagte mir, dass über eine Reaktivierung der Bahn zwar laufend dskutiert werde, aber keine konkreten Aktivitäten seitens der Politik bekannt seien. Sie bedauerte den aktuellen Zustand sehr, denn für den Tourismus, von dem der montenegrinische Küstenstreifen zum überwiegenden Teil lebt, wäre die Bahn ein wichtiger Faktor, hätte sie doch spektakuläre Streckenabsschnitte zu bieten.
Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass es ihnen so geht wie den Leuten im Salzkammergut mit der SKGLB: Alle träumen von einer Reaktivierung der Ischler Bahn, aber konkret tut sich nichts....

Wer mehr von der ehemaligen Dalmatinerbahn sehen möchte, dem seien die Fotos von Dave Sallery ans Herz gelegt.

dr. bahnsinn

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Samstag, 5. November 2016, 23:33

90 Jahre umbrische Gebirgsbahn Spoleto - Norcia

Wäre sie nicht vor über 48 Jahren, am 31. Juli 1968 eingestellt worden, würde eine der eindruckvollsten Bahnlinie Italiens mit zahlreichen Kehren und Wendetunnel, die 51 km lange umbrische Gebirgsbahn Spoleto - Norcia, heute, am 6. November ihr 90. Bestandsjubiläum feiern.
Die 950 mm-Strecke wurde von Anbeginn mit 2400 V DC betrieben. Die 20 Tunnel, darunter einige Wendetunnel, hatten eine Gesamtlänge von 4,94 km. Die Maximalsteigung betrug 45 ‰, der Minimalkurvenradius 70 m. Der Scheitelpunkt der Strecke lag im 1,96 km langen Scheiteltunnel Caprareccia in 625 m Seehöhe.

Die ehemalige Bahntrasse wird abschnittsweise als Radweg genutzt. Weitere Daten zur Bahnstrecke und Fotos gibt es hier.

Der Ausschnitt aus OpenRailwayMap zeigt den spektakulärsten Streckenabschnitt:


Weitere Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 128f.

dr. bahnsinn

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Samstag, 12. November 2016, 12:35

Fortsetzung Nr. 389 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 110 Jahren:

12. 11. 1906:
[Woodville, Bundesstaat Indiana, USA] Ein Richtung Osten fahrender Güterzug und der Richtung Westen fahrende zweite Teil des in zwei Teilen geführten Reisezuges Nr. 47 stoßen bei Woodville auf offener Strecke frontal zusammen. Nach dem Zusammenstoß bricht Feuer aus, das einen Teil der Waggons zerstört. Unfallursache: Der Güterzug sollte im Bahnhof Babcock die Vorbeifahrt der beiden Zugteile abwarten. Obwohl die Lok des des ersten Zugteiles grüne Fähnchen trägt, das Zeichen dafür, dass der Zug in zwei Teilen unterwegs ist, wartet die Lokmannschaft des Güterzuges die Vorbeifahrt des zweiten Zugteiles nicht ab und auf freier Strecke kommt es zum Zusammenstoß. Der Großteil der Todesopfer sind Einwanderer aus Osteuropa.
Opferbilanz: 43 Tote.

Vor 100 Jahren:

11. 11. 1916:
[Zantoch, Deutschland] Bei Zantoch in der Nähe von Rahnsdorf fährt ein Zug in eine Gleisarbeiter-Rotte.
Unfallbilanz: 19 Tote.

Vor 70 Jahren:

12. 11. 1946:
[Revigny, Frankreich] Im Bahnhof von Revigny fährt ein Güterzug im dichten Nebel mit ca. 60 km/h auf einen im Bahnhof haltenden Nahverkehrszug auf, wobei die letzten drei Waggons des Nahverkehrszuges ineinander geschoben werden. Unfallursache: Ignorien des Halt zeigenden Einfahrsignals durch den Lokführer des Güterzuges. Ungefähr die Hälfte der Todesopfer sind Schulkinder, darunter auch einige, die sich auf dem Bahnsteig aufhalten.
Opferbilanz: 31 Tote.

Vor 65 Jahren:

12. 11. 1951:
[Evanstown, Bundesstaat Wyoming, USA] Die beiden Stromlinienzüge "City of Los Angeles" und "City of San Francisco" der Bahngesellschaft Union Pacific stoßen bei Evanstown in einem Schneesturm zusammen.
Opferbilanz: 26 Tote, 200 Verletzte.

Vor 50 Jahren:

16. 11. 1966:
[Nilopolis, Brasilien] Bei Nilopolis (ca. 30 km nordwestlich von Rio de Janeiro) stoßen zwei vollbesetzte Vorortezüge frontal zusammen. Unfallursache: Vermutlich Missachten eines Halt zeigenden Signals durch einen der Lokführer.
Opferbilanz: 38 Tote.

Vor 25 Jahren:

15. 11. 1991:
[Miaoli, Taiwan] Ein Zug fährt auf einen Reisezug auf.
Opferbilanz: 33 Tote.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996.
Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991.

dr. bahnsinn

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Samstag, 19. November 2016, 19:37

Fortsetzung Nr. 390 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 95 Jahren:

19. 11. 1921:
[Indien] Bei einem in einen Reisezug eingereihten Arrestantenwaggon sind die Belüftungsschlitze mit Farbe verklebt, sodass die im Waggon transportierten Häftlinge ersticken.
Opferbilanz: 64 Tote

Vor 60 Jahren:

23. 11. 1956:
[Ariyalur, Bundesstaat Tamil Nadu, Indien] Vor Mitternacht passieren noch mehrere Züge problemlos die spätere Unfallstelle bei Ariyalur passiert. Nach bereits vier Tagen andauernder, sehr starker Regenfälle ist der Schnellzug von Madras (heute: Chennai) nach Tuticorin unterwegs. Der Fluss Maradaiyar, den der Zug etwa 270 km von Madras entfernt queren muss, führt Hochwasser. Der sintflutartige Regen hat die Widerlager der Eisenbahnbrücke und den Bahndamm vor der Eisenbahnbrücke unterspült. Die Brücke und der aufgeweichte Bahndamm verschieben sich gegeneinander, wobei das Gleis verworfen wird. Als der Schnellzug gegen 5:30 Uhr die Stelle befährt, entgleist er. Die Lokomotive, sechs Personenwagen – vier Wagen der 3. Klasse, einer davon für Frauen reserviert, 2 Wagen der 2. Klasse und ein Gepäckwagen – entgleisen und stürzen in den Fluss. Der für Frauen reservierte Wagen wird weitgehend durch den Schlamm im Grund des Flusses begraben.
Die Rettungsarbeiten können ausschließlich durch Hilfszüge erfolgen, die aus Richtung Dalmiapuram und Tiruchirapalli an die Unfallstelle heranfahren, da die Strecke aufgrund der Flut nach Norden hin unterbrochen ist.
Die nach Ansicht der Behörden schuldigen Eisenbahner werden verhaftet. Der damalige indische Eisenbahnminister, Lal Bahadur Shastri, übernimmt die politische Verantwortung für den Unfall und tritt zurück.
Opferbilanz: Mindestens 144 Tote, 110 Verletzte.

Vor 20 Jahren:

18. 11. 1996:
[Eurotunnel] Während der Fahrt durch den Eurotunnel bricht bei einem Richtung Frankreich fahrenden Ro-La-Shuttle auf einem der Ro-La-Waggons ein Brand aus, der so rasch um sich greift, dass der Zug im Tunnel angehalten werden muss. Die im Zug befindlichen 34 Personen (Tfzf., Zub und Lkw-Fahrer) können durch den mittig angeordneten Versorgungs- und Rettungstunnel gerettet werden, allerdings erleiden einige von ihnen zum Teil schwere Rauchgasvergiftungen. Die Lok bleibt unbeschädigt, wird allerdings stark verrußt. Der durch den Brand in Mitleidenschaft gezogene Tunnelabschnitt bleibt in der Folge sieben Monate gesperrt, der Sachschaden beträgt rd. 250 Mio. €.

Vor 10 Jahren:

20. 11. 2006:
[Belacoba, Indien] In einem Zug explodiert in der Nähe des Bahnhofs Belacoba in Westbengalen eine Bombe.
Opferbilanz: 7 Tote, 53 Verletzte.

Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia, Liste schwerer Unfälle und Liste von Anschlägen im Schienenverkehr.

dr. bahnsinn

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Samstag, 26. November 2016, 00:41

Fortsetzung Nr. 391 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

Vor 115 Jahren:

27. 11. 1901:
[Seneca, Bundesstaat Michigan, USA] Knapp außerhalb des Bahnhofes Seneca stoßen der Richtung Osten fahrende Zug Nr. 4 und der Richtung Westen fahrende Zug Nr. 113 bei Dunkelheit auf offener Strecke frontal zusammen. Unfallursache: Mißachten des Kreuzungsaufenthaltes im Bahnhof Seneca durch den Lokführer des Zuges Nr. 4. Auf Grund der Verspätung ist die Kreuzung der beiden Züge, die planmässig im sechs Kilometer entfernten Bahnhof Sand Creek stattfinden sollte, nach Seneca verlegt worden. Der Lokführer mißachtet jedoch die Anweisung und fährt in Seneca durch, worauf es zum Zusammenstoß kommt. Die meisten Todesopfer sind Einwanderer.
Opferbilanz: 20 Tote.

28. 11. 1901: [Horrem, Deutsches Reich] Gegen 19 Uhr entgleist der Personenzug Nr. 640 von Verviers nach Köln Hauptbahnhof in der Nähe des Bahnhofs Horrem. Ursache: Sabotage in der Form, dass eine ausgewechselte alte Schiene, die zwischen den Gleisen gelagert war, quer über das Gleis gelegt und mit Draht befestigt worden war.
Opferbilanz: 4 Tote, 15 Verletzte, 3 davon schwer.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste von Anschläge im Schienenverkehr.

dr. bahnsinn

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Donnerstag, 1. Dezember 2016, 23:26

50 Jahre normalspurige Bahnlinie Sarajevo-Mostar–Ploče

Vor 50 Jahren, am 29. (nach anderen Quellen am 26. und 27.) November 1966 wurde die normalspurige, 195 km lange Bahnstrecke zwischen Sarajevo und dem Adriahafen Ploče eröffnet. Sie ersetzte damit die in bosnischer Spur errichtete und 1891 eröffnete Narentabahn, welche dem Güterverkehr in den 60er-Jahren des 20. Jh. über den Ivansattel nicht mehr gerecht wurde.
Die neue, mit 25 kV 50 Hz AC elektrifizierte Strecke mit 106 Tunnel (Gesamtlänge 36,6 km) weist zwischen den Bahnhöfen Bradina und Konjic eine beeindruckende Linienführung auf (siehe Ausschnitt unten). Der Scheiteltunnel unter dem Ivansattel ist 3,7 km lang, die Maximalneigung beträgt 25 ‰. Unter den Kriegshandlungen in den 90er-Jahren hat die Strecke arg gelitten, von denen sie sich bis heute nicht erholt hat. Auch die Tatsache, dass der Großteil der Strecke heuteauf bosnischem Staatsgebiet und das Reststück bis Ploče in Kroatien liegt, ist für die Verkehrsentwicklung kontraproduktiv. Mehr darüber auf Wikipedia.


Ausschnitt aus OpenRailwayMap