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dr. bahnsinn

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Samstag, 14. März 2009, 12:34

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 25 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 85 Jahren:

14. 3. 1924: Ein Wirbelsturm erfasst einen Personenzug just zu dem Zeitpunkt, als dieser eben auf einer Brücke bei Bareilly (Indien) einen Fluss überquert. Der Wirbelsturm fegt fünf 3.Kl.-Waggons in den Fluss.
Opferbilanz: Über 18 Tote.

Vor 75 Jahren:

12. 3. 1934: Im Bahnhof von Tawatui (ehem. Sowjetunion) überfährt ein Nahverkehrszug ein Halt zeigendes Signal und stößt mit einem im Bahnhof rangierenden Güterzug zusammen.
Opferbilanz: 33 Tote, 68 Verletzte.

16. 3. 1934: Kein Bahnunfall im eigentlichen Sinn in San Salvador. In einem Zug explodieren 7 t Dynamit. Die Flammen greifen auf ein Treibstofflager und auf das angrenzende Dorf über. Dabei werden hunderte Häuser zerstört.
Opferbilanz: Über 250 Tote, rd. 1000 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, transpressVerlag, Stuttgart, 1996.

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tba-werner

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Sonntag, 22. März 2009, 23:37

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Zur Abwechslung wieder mal ein Jubiläum. Am 23.3. jährt sich zum 150.sten Mal die Inbetriebnahme der Bahnlinie von Verona nach Trient. Dies war das erste Teilstück der Südtiroler Bahn. Die Planung der Bahnlinie oblag dem Tiroler Ingenenieur Alois Negrelli.
Von Verona aus führt die Trasse durch die Etschschlucht nordwärts und erreicht bei Roveretto den Tiroler Boden (heute Trentino - früher Welschtirol). Weiter ging sie dann bis Trient. Neben baulichen Problemen in der Etschschlucht mußte man in Trient das Flußbett verlegen um darauf den Bahnhof zu errichten. Der Bau bis Bozen wurde erst kurz später fertiggestellt.
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dr. bahnsinn

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Montag, 13. April 2009, 12:19

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 26 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 70 Jahren:

13. 4. 1939: Zusammenstoß zweier Personenzüge ca. 290 km westlich von Mexico City, dabei werden 12 Waggons ineindergeschoben und weitgehend zerstört. In den beiden Zügen befinden sich zahlreiche amerikanische Touristen. Als Unfallursache wird Nachlässigkeit durch das Personal festgestellt.
Opferbilanz: 26 Tote.
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Montag, 13. April 2009, 19:07

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

120 Jahre "Linea Succursale dei Giovi"

Am 15. 4. 1889 wurde der viergleisige Ausbau der als "Giovi-Linie" bekannten Bahnlinie (Turin bzw. Mailand-)Arquata Scrivia - Ronco - Genua mit der Eröffnung der "Succursale" (=Hilfslinie) abgeschlossen. Der Begriff "Succursale" ist insoferne irreführend, als die neue Linie eine wesentlich bessere Linienführung aufweist und daher auch wesentlich leistungsfähiger als die alte Giovi-Linie ist.

Die alte Giovi-Linie, die eine Länge von 42 km (zwischen Arquata Scrivia und Genoa Piazza Principe) und eine Maximalneigung von 35 Promille aufweist, wurde 1853 eröffnet. Obwohl bereit von Anfang an zweigleisig, konnte sie ab 1871 (Eröffnung der Mont Cenis-Linie) den stark angestiegenen Verkehr vom und zum Genueser Hafen nicht mehr bewältigen. Daher wurde am 29. 7. 1879 mit dem Bau der zweigleisigen Succursale dei Giovi begonnen.
Die Succursale ist 37 km lang, hat eine Maximalneigung von 16 Promille und verläuft zu mehr als der Hälfte der Streckenlänge in Tunnels (Gesamtlänge der insgesamt 22 Tunnels: 19,854 km = 53,6 % der Streckenlänge). Längster Tunnel ist der Ronco-Tunnel mit 8291 m.
Elektrifiziert wurde die Succursale 1914/15 mit 3600 V 16 2/3 Hertz Drehstrom. Am 1. 3. 1963 wurde die Strecke 3000 V = umgestellt.
Auf der Succursale liegt die Hauptlast des Verkehrs zwischen Genua und Arquata Scrivia. Auf der alten Giovi-Linie wird heute der Nahverkehr abgewickelt.

Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider. Orell Füssli Verlag, Zürich 1963, S. 122ff.
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Samstag, 18. April 2009, 12:24

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

75 Jahre Direttissima Bologna - Florenz

Am 21. 4. 1934 wurde die 97 km lange, durchgehend zweigleisige Direktverbindung zwischen Bologna und Florenz in Betrieb genommen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Verkehr zwischen den beiden Großstädten über die weitgehend eingleisigen Gebirgsstrecken "Porrettana" (133 km, davon 34 km zweigleisig, Scheitelpunkt 616 m, max. Neigung 26 Promille, min. Kurvenradius 300 m, 45 Tunnels, elektrifiziert) bzw. über die "Faentina" (151 km, davon 50 km zweigleisig, Scheitelpunkt 578 m, max. Neigung 25 Promille, min. Kurvenradius 300 m, 47 Tunnels, nicht elektrifiziert) geführt.
Nachdem diese beiden Strecken nicht sehr leistungsfähig waren, wurde 1920 das Projekt einer Direktverbindung (97 km, durchgehend zweigleisig, Scheitelpunkt 322 m, max. Neigung 12 Promille, min. Kurvenradius 600 m, 29 Tunnels) zum Bau vorgeschlagen. Mit dem Bau wurde aber nur sehr zögerlich begonnen. Erst als in Italien der Faschismus an die Macht gekommen war und dieser sein Prestige mit Großprojekten aufzupolieren gedachte, war für den Bau der Direttissima Geld in Hülle und Fülle da.
Längster Tunnel der Strecke ist der "Große Appenninen-Tunnel" mit 18505 m Länge, der als Besonderheit in der Tunnelmitte eine Überholstation "Stazione delle Precedenze" (mit vier Gleisen und zum Zeitpunkt der Eröffnung ein Befehlsstellwerk, Stationsbüro und Werkstatt) aufweist. Die Überholstation ist durch zwei Schrägstollen mit der Erdoberfläche verbunden. Durch einen der beiden Schrägstollen führt eine Stiege mit 1863 Stufen in das über dem Tunnel liegende Bergdorf Ca di Landino. Durch diesen Schrägstollen fallen einmal im Jahr für wenige Augenblicke die Sonnenstrahlen auf die Gleisanlagen der Überholstation. Zweitlängster Tunnel ist der "Monte Adone-Tunnel" auf der Nordrampe mit 7135 m Länge. Die Gesamtlänge der Tunnels beträgt 36,5 km, das sind rd. 38 % der Streckenlänge.
Die Srecke ist mit 3000V = elektrifiziert.

Der bisher schwerste Unfall auf der Direttissima passierte vor ziemlich genau 31 Jahren, am 15. 4. 1978, als der umgeleitete und stark verspätete Schnellzug Lecce - Mailand bei Vado auf der Nordrampe mit ca. 110 km/h in eine Schlammlawine fährt. Der Wagensatz blebt zwar im Gleis, aber die Lok stürzt auf das Gegengleis, just zu dem Zeitpunkt, als der Expresszug "Freccia della Laguna" Venedig - Rom mit 120 km/h aus der Gegenrichtung daherkommt und ungebremst in die umgestürzte Lok fährt. Die Lok des Expresszuges stürzt zusammen mit fünf Waggons auf die unter der Bahntrasse verlaufende Provinzstraße. Das Unglück fordert 43 Todesopfer und 120 Verletzte.

Quelle: Die Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1963 S. 139 ff.
Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991 S. 19 f.

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dr. bahnsinn

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Samstag, 18. April 2009, 12:55

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 27 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 90 Jahren:

17. 4. 1919: Zwischen den Bahnhöfen Crisse und Sarthe (Frankreich) muss ein ein Urlauberzug wegen eines Lokschadens auf freier Strecke anhalten. Obwohl ein Bahnwärter auf der Strecke zurückläuft und auf den Schienen Knallkapseln auslegt, fährt der nachfolgende Zug, der amerikanische Soldaten nach Brest bringen soll, auf den stehenden Urlauberzug auf, da der mit den Soldaten besetzte Zug auf der abschüssigen Strecke zu schnell unterwegs ist.
Opferbilanz: 33 Tote.

Vor 70 Jahren:

17. 4. 1939: Im Bahnhof von Najdia, 105 km von Kalkutta (Indien) entfernt, stoßen der "Dakka-Postzug" und der "Nordbengalen-Express" zusammen. Unter den Todesofern befinden sich auch zwei Regionalpolitiker.
Opferbilanz: 35 Tote, 31 Verletzte.

Vor 20 Jahren:

19. 4. 1989: In der Nähe von Jhansi (Zentralindien und ca. 530 km südlich von Delhi entfernt) entgleisen 12 der 20 Waggons des Bangalore - Delhi Expresszuges bei hohem Tempo. Ein Sabotageakt wird als Unfallursache vermutet.
Opferbilanz: 67 Tote, 137 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, TranspressVerlag, Stuttgart 1996.

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Samstag, 25. April 2009, 12:22

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 28 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 85 Jahren:

24. 4. 1924: Im Bahnhof Bellinzona (Schweiz) stoßen der "Basel-Mailand-Express und ein Schnellzug zusammen. Im Schnellzug ist ein deutscher Waggon älterer Bauart eingereiht, der noch Gasbeleuchtung hat. Dieser Waggon fängt sofort Feuer und alle Fahrgäste dieses Waggons kommen ums Leben. Das Feuer greift auch auf den benachbarten italienischen Waggon über, die meisten Personen dieses Wagens können aber gerettet werden. Auf Grund dieses Unfalles verbieten die Schweizer Behörden ab August 1924 den Einsatz von Waggons mit Gasbeleuchtung im Schweizer Bahnnetz.
Gleich zwei Unfallursachen sind für das Unglück verantwortlich. Erstens überfährt der Expresszug ein Halt zeigendes Signal, zweitens wird der Schnellzug durch eine falsche Weichenstellung auf das Gegengleis geleitet, wo er mit dem Expresszug, der vor dem Signal hätte warten sollen, zusammenstößt.
Opferbilanz: 21 Tote.

Vor 60 Jahren:

28. 4. 1949: Zwischen den Bahnhöfen Midway und Langlaate in der Nähe von Johannesburg (Südafrika) fährt ein Vorortezug auf einen vor einem Signal haltenden Vorortezug auf.
Opferbilanz: 70 Tote, 166 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, transpressVerlag, Stuttgart 1996.
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Freitag, 1. Mai 2009, 17:39

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 29 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 85 Jahren:

2. 5. 1924: Der "Lenin-Express" entgleist bei seiner ersten Fahrt zwischen Odessa am Schwarzen Meer und Moskau. Dabei stürzen vier Waggons um und die restlichen Waggons werden beim Sturz über eine Böschung zerstört. Als Unfallursache wird Sabotage vermutet, die im Land herrschende Medienzensur verhindert jede Berichterstattung über den Unfall, es wird lediglich bekannt, dass viele Fahrgäste bei dem Unfall getötet oder verletzt werden.
Opferbilanz: keine genauen Opferzahlen bekannt (siehe oben).

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, transpressVerlag, Stuttgart 1996.
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Donnerstag, 7. Mai 2009, 17:03

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Auch wenn es nun Verspätet ist - das wohl Traurigste Osterfest der letzten zeit war wohl letztes Jahr!

Am Ostermontag dem 24.03.2008 fuhr zum letzten mal die Pöstlingbergbahn...

Nachsatz: Das soll Ostern, das Fest der Wiederauferstehung sein???
Erst wenn das letzte Alteisen verschrottet, die letzte Nebenbahn abgerissen ist, werdet ihr sehen, dass nicht alles Gold ist, was neu ist...

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Samstag, 9. Mai 2009, 11:54

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 30 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 50 Jahren:

8. 5. 1959: Der Schnellzug Bandjar - Bandung entgleist in der Nähe von Tasikmalaja (Indonesien) und stürzt in eine Schlucht. Vermutete Unfallursache: Sabotage.
Opferbilanz: 92 Tote, 14 Verletzte.

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Samstag, 16. Mai 2009, 09:17

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Heute jährt sich zum 150.mal der Tag an dem der Bahnhof Bozen in Betrieb genommen wurde.
Damit wurde die von Alois Negrelli geplante gesamte Südbahnlinie von Verona über Trient nach Bozen dem Betrieb übergeben. Die Südbahn hatte damit die zweite Teilstrecke der Nord - Süd Verbindung fertiggestellt ( Teil 1 war Kufstein Innsbruck ), der Ausbau über den Brenner mußte noch bis 1867 warten.
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Samstag, 16. Mai 2009, 12:21

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 31 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 20 Jahren:

19. 5. 1989: Zusammenstoß zweier Züge in der Provinz Sambesi (Mocambique), Unglücksursache: Schlechter Erhaltungszustand der Strecke.
Opferbilanz: 28 Tote, 48 Verletzte.

Vor 15 Jahren:

15. 5. 1994: In Pinlaung (Birma) entgleist ein Reisezug und stürzt um.
Opferbilanz: 25 Tote.

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Samstag, 6. Juni 2009, 12:53

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 32 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 50 Jahren:

5. 6. 1959: In Engenheiro Goulart (Region Sao Paulo, Brasilien) stoßen zwei Züge frontal zusammen. Unfallursache ist eine Signalstörung.
Opferbilanz: 43 Tote.

Vor 20 Jahren:

4. 6. 1989: Der im Folgenden beschriebene Unfall ist im eigentlichen Sinn kein Zugunglück, obwohl zwei Züge betroffen sind.
In der Nähe von Ufa westlich des Ural in der ehemaligen Sowjetunion treten aus einer defekten Erdgaspipeline große Mengen Gas aus, verbreiten sich in der bewaldeten Umgebung der Leckstelle und sammeln sich in zwei Senken. Als zwei Züge der Transsibirischen Eisenbahn in 1,6 km Entfernung zur Pipline in einer der beiden Senken aneinander vorbeifahren, entzündet sich das explosive Gas-Luft-Gemisch und die Züge verwandeln sich innerhalb von Sekundenbruchteilen in einen Feuerball. Im Umkreis von zwei Kilometern um die Explosionsstelle werden alle Bäume entwurzelt und entlaubt. Viele der Verletzten erleiden sehr schwere Verbrennungen, einige von ihnen werden zwecks besserer medizinischer Versorgung nach Großbritannien geflogen. Präsident Gorbatschow besucht auf Grund der Tragweite der Katastrophe den Unfallort.
Opferbilanz: Mehrere hundert Tote und Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, transpressVerlag, Stuttgart 1996.
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Samstag, 20. Juni 2009, 12:32

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 33 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 90 Jahren:

19. 6. 1919:
Zwischen den Bahnhöfen Firozabad und Makkhanpur (Indien) stoßen ein Güterzug und ein Richtung Kalkutta fahrender Personenzug frontal zusammen. Nach dem Zusammenstoß bricht Feuer aus, wodurch sechs der zehn Waggons des Personenzuges zerstört werden. Unfallursache ist die irrtümliche Freigabe des eingleisigen Streckenabschnittes für den Güterzug.
Opferbilanz: Die Zahlen schwanken zwischen 100 bis 300 Toten, ca. 40 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, transpressVerlag, Stuttgart 1996.

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Samstag, 27. Juni 2009, 12:17

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

100 Jahre RhB-Strecke Davos - Filisur

Am 1. 7. 2009 feiert die RhB-Strecke Davos -Filisur ihren 100-jährigen Bestand. 1903 wurde das erste Projekt für die 19 km lange Strecke vorgelegt. Erste Geländeerkundungen begannen 1905. Größtes Bauwerk ist der Viadukt bei Wiesen mit 210 m Länge und 88 m Höhe. Der Viadukt wurde am 23. 11. 1908 fertiggestellt, die Betriebsaufnahme erfolgte jedoch erst am 1. 7. 1909.

Weitere Eckdaten: max. Steigung: 35 Promille
min. Kurvenradius: 120 m
14 Tunnel mit einer Gesamtlänge von 4,2 km; länster Tunnel: Bärentritt-Tunnel mit 969 m
Scheitelpunkt: 1628 m
Elektrifizierung: 1919 - 1921, 11000 V 16 2/3 Hz.

Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli-Verlag Zürich 1963, S. 235.

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Samstag, 27. Juni 2009, 12:38

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 34 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 90 Jahren:

29. 6. 1919:
Zusammenstoß eines aus Delhi kommenden Postzuges mit einem Güterzug in der Nähe von Rohtak, im Punjab, Indien.
Opferbilanz: 35 Tote, 46 Verletzte.

Vor 20 Jahren:

26. 6. 1989:
Kein Zugunglück in herkömmlichen Sinn. Während der Fahrt explodiert ein Waggon eines Zuges von Hangzhou nach Shanghai (China). Als Ursache wird festgestellt, dass im Waschbecken eines WC eine größere Menge Dynamit zur Explosion gebracht worden war, wodurch der Großteil des Waggons zerstört wird. Ob es sich um einen Sabotageakt oder ob es sich um eine unabsichtlich ausgelöste Explosion handelt (arme Landbauern pflegten das während ihrere Arbeit in Steinbrüchen und Bergwerken gestohlene Dynamit bei der Heimfahrt von der Arbeit in den Waggon-WC's zu verstecken), kann nicht geklärt werden.
Opferbilanz: 20 Tote, 11 Schwerverletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, transpressVerlag, Stuttgart 1996.

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Samstag, 4. Juli 2009, 12:38

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

99 bzw. 100 bzw. 101 Jahre Bernina-Bahn

Es dürfen auch gleich drei Jubiläen sein, noch dazu, wenn es sich um eine europaweit bekannte schmalspurige Bergstrecke handelt, die immer wieder als Vorbild herhalten muss, wenn bei uns über die Zukunft unserer Schmalspurbahnen in den NÖ. Kalkvoralpen diskutiert wird.

Freuen wir uns trotzdem mit der Bernina-Bahn, dass sie in aller Frische und ohne Zukunftssorgen ihr 99- bzw. 100- bzw. 101-jähriges Bestehen feiern darf.
Baubeginn war am 15. 7. 1906 sowohl auf der Nord- als auch auf der Südseite. Die Bahn wurde in mehreren Etappen von Anfang an mit elektrischer Traktion in Betrieb genommen:
Am 1. 7. 1908: Pontresina - Morteratsch und Poschiavo - Tirano
am 18. 8. 1908: Schlarigna - Pontresina und Morteratsch Bernina Suot
am 1. 7. 1909: St. Moritz - Schlarigna und Bernina Suot - Ospizio Bernina
am 5. 7. 1910: Ospizio Bernina - Poschiavo.

Die Bernina-Bahn weist einige Rekorde bzw. rekordverdächtige Daten auf, z. B. den höchstgelegenen Bahnhof Europas für eine nichttouristische Bahnlinie (Ospizio Bernina mit 2256 m Seehöhe); max. 7o Promille Steigung ohne Zahnstange; 11 Kehrschleifen auf der Südrampe; offene Spiralkehre bei Brusio usw.

Die Südrampe ist überhaupt ein Muss für jeden Eisenbahnfreund. Jeder, der noch nicht dort war, sollte sich zumindest einmal Zeit nehmen und im Urlaub dort mit der Bahn vom hochalpinen Gelände am Bernina-Paß von 2256 m Seehöhe 1827 m hinunter in das mediterrane Tirano auf 429 m Seehöhe zu fahren.
Ein Erlebnis!

Hier ein paar Impressionen von meiner Fahrt:









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Samstag, 4. Juli 2009, 17:03

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

100 Jahre Tauernbahn

Noch ein rundes Jubiläum gilt es zu feiern: Am 5. 7. 1909 erfolgte die durchgehende Inbetriebnahme der Tauernbahn. Der Teilabschnitt Schwarzach-St. Veit - Badgastein war bereits am 20. 9. 1905 eröffnet worden (siehe Foto unten).
Baubeginn für die 80,9 km lange Strecke bis Spittal/Drau war im Oktober 1901.
Die ersten Planungen gab es bereits im Jahr 1880. Fast 20 veschiedene Linienführungen wurden projektiert und teilweise auch im Gelände abgesteckt, bis sich letztendlich die Variante durch das Gasteiner Tal durchsetzte, erstens war sie die kürzeste Variante, zweitens wies sie auch den kürzesten Scheiteltunnel auf.

Man sieht: Nicht nur der Zusammenschluß der Traunseebahn mit der Gmundner Straßenbahn braucht viel Zeit, wie man hier an anderer Stelle lesen kann, auch die Überwindung der Alpen kann ein Projekt für Generationen sein. ;D

Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1963, S. 298 ff.
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Samstag, 4. Juli 2009, 17:45

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 35 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 105 Jahren:

3. 7. 1904:
Im Bahnhof von Litchfield (Bundesstaat Illinois, USA) entgleist ein Personenzug. Unfallursache: Sabotage an einer Weiche.
Opferbilanz: 24 Tote.

Vor 65 Jahren:

6. 7. 1944:
In High Cliff (Bundesstaat Tennessee, USA) stürzen die Lokomotive und fünf Waggons eines Truppentransportzuges über eine 15 m hohe Böschung in einen Bach. Unfallursache: Entgleisung auf Grund überhöhter Geschwindigkeit (ca. 70 km/h anstatt der erlaubten 55 km/h) in einem kurvenreichen Streckenabschnitt.
Opferbilanz: 35 Tote, 98 Verletzte.

Vor 55 Jahren:

3. 7. 1954:
Ca. 10 km nördlich von Tournon (Frankreich) stoßen ein von Lyon nach Nimes fahrender Dieseltriebzug und ein Güterzug frontal zusammen. Unfallursache: Obwohl der tagsüber wegen Bauarbeiten eingleisig abgewickelte Betrieb bereits beendet ist, leitet ein Weichenwärter irrtümlich einen der beiden Züge auf das falsche Gleis. Der Weichenwärter wird inhaftiert.
Opferbilanz: 33 Tote.

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Samstag, 11. Juli 2009, 12:44

Re: Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

Fortsetzung Nr. 36 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage:

Vor 40 Jahren:

15. 7. 1969:
Ein Güterzug fährt in der Nähe des Bahnhofes Cuttack (Indien) auf einen Personenzug auf.
Opferbilanz: Mehr als über 100 Tote.

Vor 25 Jahren:

14. 7. 1984:
Der Lokführer eines Güterzuges ignoriert das Halt zeigende Einfahrsignal des Bahnhofes Divaca im damaligen Jugoslawien und fährt mit ca. 65 km/h auf den im Bahnhof haltenden Schnellzug aus Belgrad mit Zugteilen zu den Adriahäfen Koper und Pula auf. Auf Grund der Urlaubszeit befinden sich ca. 1400 Fahrgäste in den 14 Waggons des Schnellzuges. Durch den Aufprall werden die letzten drei Waggons des Schnellzuges zerstört und 16 Waggons des Güterzuges schwer beschädigt. Der Lokführer, der das Unglück überlebt, gibt an, sich aus Übermüdung nicht mehr erinnern zu können, was die Signale bei der Einfahrt in den Bahnhof anzeigten, da er bereits seit über 14 Stunden im Dienst und seine Ablöse nicht erschienen war. Der Lokführer wird daraufhin in Haft genommen.
Opferbilanz: 31 Tote, 33 Verletzte.

Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, transPress-Verlag, Stuttgart, 1996.
Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, transpress-Verlag, Berlin 1991.

dr. bahnsinn
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