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dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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1

Freitag, 20. Januar 2012, 09:29

KURIER: Fahrgäste am Aussteigen aus defektem WESTbahn-Zug in Ybbs gehindert

Nach Panne in Westbahn „gefangen“

Eine Zugbegleiterin verhinderte, dass ein Fahrgast im Bahnhof defekten Zug verließ. Der Kunde fühlte sich in „rollendem Käfig“.

Nach der Rücknahme der Raucher-Erlaubnis in ihren Waggons ist die neue Westbahn (Westbahn Management GmbH) auch vor weiteren Pannen nicht gefeit. So wurden nach einem Gebrechen in Niederösterreich Passagiere eine Stunde am Verlassen des Zuges gehindert, obwohl dieser in einem Bahnhof stand.

„Eigentlich kann man das als Freiheitsentzug bezeichnen. Einige Ungereimtheiten wird die Westbahn noch aufarbeiten müssen“, fordert Pendler Franz W. aus Amstetten. Auf der Heimfahrt von St. Pölten hatte der Angestellte in einem Westbahnzug ein skurriles Erlebnis. Dem gut gefüllten Abendzug vor dem Dreikönigstag entschwanden gegen 18.45 Uhr vor Ybbs die Lebensgeister. Die Garnitur rollte gerade noch in den Bahnhof ein. Eine Lautsprecherstimme klärte über eine Betriebsstörung auf.

Ausstiegsverbot

Schließlich fiel der Strom aus und „ich wollte aus dem den Zug, da er ohnehin am Bahnsteig stand“, erzählt W. Doch das lehnte die Zugbegleiterin freundlich aber bestimmt ab. Dabei erklärte sie, dass die Westbahn für den Bahnhof Ybbs keinen Nutzungsvertrag mit den ÖBB habe. „Da droht eine hohe Pönale, wenn jemand aussteigt“, soll sie gesagt haben. Züge der Westbahn halten in NÖ nur in Amstetten und St. Pölten.

Im stickigen, notbeleuchteten Zug fühlte sich W. nach 40 Minuten sehr unwohl. Auch andere klagten und angesäuselte Fahrgäste motzten. Gesundheitliche Beschwerden wischte die Hostess mit dem Hinweis auf ihre Rotkreuz-Ausbildung und einen Defibrillator vom Tisch.

„Pönale vor Menschenleben. Unglaublich. Mich hätte meine Frau mit dem Pkw von Amstetten aus abholen können. Auch ÖBB-Züge hätten wir zur Weiterfahrt nutzen können“, erinnert sich der Amstettener.

Nach einer Stunde wurde er wieder überrascht. Alle Passagiere durften dann doch aus dem Zug und mit einem außerplanmäßig angehaltenen Westbahnzug weiterreisen.

Westbahn-Sprecher Manfred Mader behauptet, das Personal habe richtig gehandelt. Weil der Zug nicht in Gesamtlänge am Bahnsteig stand, sei das Aussteigen verboten. Nur das gemeinsame Agieren der Zugbegleiter habe das Umsteigen dann doch ermöglicht. Die Pönal-Geschichte sei aber erfunden, erklärt Mader.

Letztes Update am 20.01.2012, 06:09

Artikel vom 19.01.2012 21:34 | KURIER | Wolfgang Atzenhofer


Quelle: KURIER
dr. bahnsinn - der Forendoktor

Vorspannlok

Ingenieur

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2

Freitag, 20. Januar 2012, 17:40

Schon mal was von Notentriegelung einzelner Türen gehört?
Wenn mir schlecht wird und ich die Rettung und die Feuerwehr rufe, dann gehen die von außen in den Zug rein, dann hat die Westbahn wirklich ein Problem.
Gruß, die Vorspann

grubenhunt

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3

Freitag, 20. Januar 2012, 22:53

Das mit den zu kurzen Bahnsteigen ist der Witz des Jahrhunderts.

Das Vorgehen dürfte WESTbahn aber von der SNCF übernommen haben. Ich war einmal eine Stunde in einem komplett überfüllten TGV gemeinsam mit Frau und Sohn(damals 9 Monate altem Baby) eingesperrt. Bei der Überfüllung und dem damaligen Sonnenstand hat's die Klima übrigens nicht mehr so wirklich derblasen, hätte ich einen Eisenbahner derwischt (Kollegen bitte jetzt nicht weiterlesen), dem hätten die Eier(stöcke) gefehlt...

Vorspannlok

Ingenieur

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4

Freitag, 20. Januar 2012, 23:20

Das mit den zu kurzen Bahnsteigen ist der Witz des Jahrhunderts.


Vermutlich halb am Bahnsteig verreckt.
Gruß, die Vorspann

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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5

Samstag, 21. Januar 2012, 11:31

Vermutlich halb am Bahnsteig verreckt.


Höchstwahrscheinlich. Ich gehe davon aus, dass der Westbahnzug auf der HL-Strecke unterwegs war und man versucht hat, ihn bis zum Bahnsteig 1 in Ybbs zu bringen. Und wer den Ybbser Bahnhof kennt, weiß, dass der Bahnsteig 1 so lang ist, dass man dort drei Westbahnzüge abstellen könnte.

Die HL-Gleise haben im Bhf. Ybbs keine Bahnsteige.
dr. bahnsinn - der Forendoktor

156.3423

Lokomotivführer

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6

Samstag, 21. Januar 2012, 13:56

Ich frage, was wäre im Falle eines Brandes geschehen? Hätte man die Fahrgäste auch am Aussteigen gehindert. Ausserdem, wenn auch nur eine Tür Bahnsteig hat bin ich schon weg, was will die Kaffeetante den dagegen machen?

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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7

Samstag, 21. Januar 2012, 17:00

Ich frage, was wäre im Falle eines Brandes geschehen? Hätte man die Fahrgäste auch am Aussteigen gehindert. Ausserdem, wenn auch nur eine Tür Bahnsteig hat bin ich schon weg, was will die Kaffeetante den dagegen machen?


Man hat das Gefühl, als ob die WESTbahn-Stewards und Stewardessen, obwohl sie pro Zug im Sechser-Rudel auftreten, in Krisensituationen ein wenig überfordert wären. Entweder war die Ausbildung ein wenig mangelhaft oder sie haben noch zu wenig Routine.
Bei Gefahr im Verzug ist es irrelevant, ob Ybbs ein WESTbahn-Halt ist oder nicht. Und auch das Problem, dass der Zug nicht zur Gänze am Bahnsteig steht, sollte lösbar sein, z. B. durch manuelles Verriegeln jener Türen, bei denen kein Bahnsteig vorhanden ist und danach erst die Türen freigeben. Es muss dorch möglich sein, die Fahrgäste, die sich in den versperrten Waggons befinden, via Lautsprecher zum Vorgehen zu den offenen Türen zu bewegen.
dr. bahnsinn - der Forendoktor

grubenhunt

Direktor

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8

Samstag, 21. Januar 2012, 22:05

In Frankreich gib's Bahnhöfe, da ist das Standard!
WESTbahn sollte sich bei Miteigentümer SNCF erkundigen, wie sowas geht.... :D

156.3423

Lokomotivführer

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9

Sonntag, 22. Januar 2012, 14:22

Es ist an sich nichts neues, dass die manchmal die Bahnsteige zu kurz waren.
Beim ehemaligen Remus 234 mussten die Fahrgäste der letzten beiden Waggons aufgefordert werden nach vorne zu gehen, weil Gleis 19 in Wb zu kurz war. Vorspann in Meidliing abhängen, die zwei Wagen mit der Reserve nach Wb nachführen, war im Sommer an der Tagesordnung. Beim 236 hatten die letzten fünf Wagen in Judenburg ohnedies nie Bahnsteig, war wurscht, is eh nur ein Mann eingestiegen.

KFNB X

Direktor

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10

Sonntag, 22. Januar 2012, 17:05

Auch wenn ich ungern die Webstbahn verteidige, aber im Grund haben sie richtig gehandelt. So lange die Gesundheit der Fahrgäste nicht gefährdet wird, darf keiner Aussteigen, egal ob Bahnsteig oder nicht.

Ob die Rotkreuz-Ausbildung ein 4-stündiger Führerschein Erste Hilfe Kurs war?

HAB

Ingenieur

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11

Sonntag, 22. Januar 2012, 17:20

Wo war da die Gesundheit der Fahrgäste gefährdet. Die Türen, welche sich nicht im Bahnsteigbereich abschalten und die anderen freigeben.

Ich hatte es schon, dass die Bahnsteiglänge nicht ganz ausgereicht hat. Den ZuB darüber verständigt und die Sache war gegessen.
Wir sind ja nur zum Plaudern hier.

KFNB X

Direktor

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12

Sonntag, 22. Januar 2012, 17:51

Durch das Aussteigen, wären die Fahrgäste vermutlich nicht gefährdet, aber durch das einsperren auch nicht.
Ich kenne mich mit den aktuellen Zulassungsverfahren nicht aus, dürfte der Zug überhaupt in Ybbs "entladen" und die Strafe wäre ihnen dann vermutlich auch gewiss.

HAB

Ingenieur

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13

Sonntag, 22. Januar 2012, 20:03

Was hat das mit Zulassungsverfahren zu tun? Welche Strafen?

Das Ganze ist in der V3 geregelt. Sinngemäß: Wenn Bahnsteig zu kurz, dann Aussteigen nur über Türen im Bahnsteigbereich, Bewachen/Versperren der anderen Türen, Verständigen der Fahrgäste darüber.
Und wenn ich aufgrund eines technischen Defekts längere Zeit stehe, dann ermögliche natürlich den Leuten den Ausstieg. Damit die Raucher rauchen können usw.
Wir sind ja nur zum Plaudern hier.

156.3423

Lokomotivführer

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14

Sonntag, 22. Januar 2012, 23:32

Die Frage ist, welche Art von Defekt war es? Ein solcher wo keine Stromabnahme stattfand und damit die klima abgeschaltet wurde. Nur Notlicht brannte? Wenn offensichtlich eine Weiterfahrt mit dem Zug nicht möglich ist und er an einem Bahnsteig steht, wäre in einem solchen Fall das Hindern am Aussteigen nicht richtig.