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dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

1

Dienstag, 24. April 2012, 09:56

KURIER: Ernstbrunn wünscht sich Wiederaufnahme des PV auf der Schiene!

Mini-Zug soll Pendler befördern

800 Personen pendeln täglich mit dem Pkw aus der Gemeinde Ernstbrunn aus.

Hektik herrscht auf dem Ernstbrunner Bahnhof schon lange keine mehr. Vor Jahrzehnten wurde der Personenverkehr eingestellt.
Jetzt wird die Strecke nur noch für Nostalgiefahrten und den Güterverkehr genutzt – und auch der wird immer weniger. „Weil der Transport auf den Schienen immer teurer wird“, schüttelt Bürgermeister Johann Prügl den Kopf. „Dabei gibt’s hier einige Betriebe, die das gerne und sofort nutzen würden.“ Sein Herz hängt an der Strecke. „Mein Wunsch ist, dass sie in den nächsten drei Jahren wieder aktiviert wird.“ Und zwar für die Pendler. Ein Betreiber wird gesucht.

Auspendler

600 bis 800 Menschen pendeln täglich aus der Gemeinde aus. Der Großteil fährt nach Wien. Und nach langen Jahren des Bevölkerungsrückganges wächst die Gemeinde wieder deutlich. „Der Großteil der Auspendler fährt mit dem Auto über die B 6. „Zu den Pendlerzeiten spielt es sich auf der Strecke ziemlich ab“, sagt Vizebürgermeister Horst Gangl. Busse fahren zwar nach Korneuburg, doch die werden hauptsächlich von den Schülern genutzt.

Deshalb haben sich Prügl und Gangl nach Alternativen umgesehen – und sind in Deutschland fündig geworden. In der "Donnersbergbahn"haben sie ihr Vorbild gefunden. „Dabei handelt es sich um ein Leichtschienen-Fahrzeug mit 70 Sitzplätzen. Im Prinzip ist das ein klimatisierter Waggon mit Fahrschein-Automat und Toilette“, beschreibt der Bürgermeister.
Die Donnersberg-Bahn verkehrt im Stundentakt. Und die wünschen sich auch die Gemeindevertreter von 5.30 bis 22 Uhr für ihre Strecke bis Wien. „Die anderen betroffenen Gemeinden würden mitmachen“, sagt Prügl. Und schon jetzt treffe man dafür Vorkehrungen. „Wir haben die Eisenbahnkreuzungen minimiert, um die Strecke dafür fit zu machen.“
Allein: Ein Betreiber fehlt. „Aber es wird Gespräche geben“, erklärt Prügl. Das Konzept eines Verkehrsplaners würde zudem bescheinigen, dass sich ein derartiges Projekt rechnet. „Das ist eine Zukunftschance“, sind Prügl und Gangl überzeugt.

Artikel vom 23.04.2012 09:53 | KURIER | michaela reibenwein


Quelle: KURIER
dr. bahnsinn - der Forendoktor

Alois

Inspektor

Registrierungsdatum: 5. August 2008

Beiträge: 3 862

2

Dienstag, 24. April 2012, 16:19

„Dabei handelt es sich um ein Leichtschienen-Fahrzeug mit 70 Sitzplätzen. Im Prinzip ist das ein klimatisierter Waggon mit Fahrschein-Automat und Toilette“, beschreibt der Bürgermeister.
Die Donnersberg-Bahn verkehrt im Stundentakt. Und die wünschen sich auch die Gemeindevertreter von 5.30 bis 22 Uhr für ihre Strecke bis Wien.

'leicht[e] Schienen'-Fahrzeug oder doch Leicht-Schienenfahrzeug? :D
Ob es tatsächlich Potential für einen ganztägigen Stundentakt gibt, wäre möglicherweise zu erkunden. Ob es allerdings auch finanziell Sinn ergäbe, eine Direktverbindung nach Wien (wohin denn? Strebersdorf ist auch schon Wien, aber für die Stammstrecke sähe ich wohl aus Kapazitätsgründen schwarz) zu machen oder doch schlicht eine Pendelverbindung bis Korneuburg und Umsteigen in die Schnellbahn das ist, was sich Pendler wünschen, bliebe zu beweisen.

Und selbst bei einem Pendelverkehr Korneuburg-Ernstbrunn kommt man mit einem Fahrzeug vermutlich nicht weit: Revisionen oder Wartungen, geschweige denn Ausfälle, schreien nach zumindest einem zweiten Fahrzeug. Bei einer - dem Sinn nach zu hinterfragenden - Weiterführung in Richtung Wien stellen sich nach den Trassenverfügbarkeiten sicher auch noch Fragen nach zusätzlichen Fahrzeugen. Damit dürfte dann sehr schnell der finanzielle Aspekt alle anderen übertönen.

HAB

Ingenieur

Registrierungsdatum: 15. März 2007

Beiträge: 1 063

3

Dienstag, 24. April 2012, 18:07

Zitat

Deshalb haben sich Prügl und Gangl nach Alternativen umgesehen – und sind in Deutschland fündig geworden.

Was mich immer wieder fasziniert. Nie werden solche Alternativen in der näheren Umgebung gefunden, sondern immer in einer Entfernung wo sich eine nette Dienstreise ausgeht.

Zitat

„Dabei handelt es sich um ein Leichtschienen-Fahrzeug mit 70 Sitzplätzen. Im Prinzip ist das ein klimatisierter Waggon mit Fahrschein-Automat und Toilette“, beschreibt der Bürgermeister.

Toll, man hat im Weinviertel den Triebwagen entdeckt...
Wenn das Fahrzeug im Stundentakt verkehrt, dann schaff ich in der Frühspitze (5.30-8.30) 3 Fahrten, das wären dann max. heiße 200 Fahrgäste, bei 800 Pendlern....

Zitat

„Wir haben die Eisenbahnkreuzungen minimiert, um die Strecke dafür fit zu machen.“

Endlich liest man mal was von Infrastrukturmaßnahmen. Wobei mich Interessiert, wie die Gemeinde die Eisenbahnkreuzungen "minimiert" (ich hoffe doch die Anzahl).
Aber was ist mit Haltestellenausbauten, Gleiserneuerungen,....
Dauernd hört man von tollen Fahrplankonzepten, aber nie was dafür gebaut werden muss. Wenn dann auf einmal eine halbe Million für eine Ausweiche oder ähnliches gebraucht wird, geht wieder des Gesudere los.

Zitat

Allein: Ein Betreiber fehlt.

Na, das ist ja das kleinste Problem. :D

Zitat

„Aber es wird Gespräche geben“, erklärt Prügl.

Mit wem wäre interessant.

Zitat

Das Konzept eines Verkehrsplaners würde zudem bescheinigen, dass sich ein derartiges Projekt rechnet.

Oh, welcher Verkehrsplaner wird das wohl sein.

Was ich mich frage, will die Gemeinde(n) das alleine stemmen. Alleine für den Betrieb kann man da locker eine halbe Million bis Million pro Jahr veranschlagen, für die nochmal einen 6 stelligen Betrag veranschlagen und noch 2 Millionen für das Fahrzeug, bei mehreren entsprechend vervielfachen. Wie soll diese Gemeinde(n) das finanzieren?
Wir sind ja nur zum Plaudern hier.

KFNB X

Direktor

Registrierungsdatum: 29. Januar 2007

Beiträge: 9 470

4

Dienstag, 24. April 2012, 21:17

Die Finanzierbarkeit mal außer Acht gelassen, für was gibt es die NÖVOG in NÖ? Zur Not machens vielleicht auch die Steirer: StLB :D

HAB

Ingenieur

Registrierungsdatum: 15. März 2007

Beiträge: 1 063

5

Freitag, 27. April 2012, 14:12

Machen tuts dir jeder, wenn du ihn bezahlst.

Aber an die Steirer würde ich mich persönlich im Moment nicht wenden.
Wir sind ja nur zum Plaudern hier.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

6

Samstag, 28. April 2012, 11:17


Ob es tatsächlich Potential für einen ganztägigen Stundentakt gibt, wäre möglicherweise zu erkunden. Ob es allerdings auch finanziell Sinn ergäbe, eine Direktverbindung nach Wien (wohin denn? Strebersdorf ist auch schon Wien, aber für die Stammstrecke sähe ich wohl aus Kapazitätsgründen schwarz) zu machen oder doch schlicht eine Pendelverbindung bis Korneuburg und Umsteigen in die Schnellbahn das ist, was sich Pendler wünschen, bliebe zu beweisen.

Und selbst bei einem Pendelverkehr Korneuburg-Ernstbrunn kommt man mit einem Fahrzeug vermutlich nicht weit: Revisionen oder Wartungen, geschweige denn Ausfälle, schreien nach zumindest einem zweiten Fahrzeug. Bei einer - dem Sinn nach zu hinterfragenden - Weiterführung in Richtung Wien stellen sich nach den Trassenverfügbarkeiten sicher auch noch Fragen nach zusätzlichen Fahrzeugen. Damit dürfte dann sehr schnell der finanzielle Aspekt alle anderen übertönen.


Alois und HAB haben leider Recht. Es ist naiv zu glauben, mit einem Triebwagenzug und Stundentakt zwischen Korneuburg und Ernstbrunn könne für die Wien-Pendler ein attraktives Angebot auf der Schiene gemacht werden. Weit gefehlt. Die Pendler wollen mit Sicherheit nicht in Korneuburg in bereits volle S-Bahn-Züge oder REX umsteigen, sondern mit durchgebundenen Zügen bis Wien (zumindest bis Floridsdorf, noch besser bis zum Praterstern) fahren. Dazu braucht man aber nicht einen, sondern zumindest drei Triebwagen. Und ob das Durchbinden überhaupt geht, ist auf Grund der dichten Streckenbelegung der S-Bahn-Stammstrecke mehr als fraglich.
Die Triebwagen stehen aber dann, abgesehen von zwei Zwischenfahrten um die Mittagszeit für die Schüler bis zur Nachmittags-HVZ herum, es sei denn es gibt eine sinnvolle Zwischenverwendung, denn den von den Ernstbrunner Lokalpolitikern geforderten Stundentakt darf man sich getrost abschminken. Die Region zwischen dem Korneuburger Becken und den Leiser Bergen hat einfach nicht das Bevölkerungspotential, um sie mit der Donnersbergbahn vergleichen zu können, die im bevölkerungsreichen Rheinland-Pfalz verkehrt.

Angesichts dieser Fakten glaube ich nicht, dass die EVU, die die Strecke Ernstbrunn - Korneuburg (- Wien) betreiben wollen, in Ernstbrunn bereits vor dem Bürgermeisterzimmer in Ernstbrunn Schlange stehen. Und HAB hat es außerdem oben schon angesprochen: Wenn man schon Beispiele für einen erfolgreichen Nahverkehr aus dem ländlichen Raum in eine Großstadt sucht: Warum in die Ferne schweifen? Positive Beispiele gibt es auch bei uns. Siehe die LILO zwischen Linz und Peuerbach oder die GKB von Graz in die Weststeiermark.
dr. bahnsinn - der Forendoktor

Hannibal

Colonel

Registrierungsdatum: 13. Februar 2012

Beiträge: 732

Wohnort: Wien

7

Samstag, 28. April 2012, 13:15


Angesichts dieser Fakten glaube ich nicht, dass die EVU, die die Strecke Ernstbrunn - Korneuburg (- Wien) betreiben wollen, in Ernstbrunn bereits vor dem Bürgermeisterzimmer in Ernstbrunn Schlange stehen.


Hmmm, vielleicht mag ja der Lokalbahner ein EVU gründen? ;)

Lokalbahner

Oberlokführer

Registrierungsdatum: 15. September 2010

Beiträge: 509

8

Samstag, 28. April 2012, 13:19

Dr. Bahnsinn: Die Straße zwischen Ernstbrunn und Korneuburg (B 6) ist derart dicht befahren, dass demnächst mit dem Bau von Umfahrungen begonnen wird. Und wofür natürlich das Geld problemlos vorhanden ist und sich niemand darüber in den diversen Foren den Kopf zerbricht. Der "finanzielle Moralist" regt sich stets nur bei durchaus vernünftigen Bahnprojekten auf. Und der Straßenbau hat doch einen Grund - oder? Also mangelt es ganz sicher nicht an Frequenz. Und in Zeiten steigender Benzinpreise und jetzt schon vorhandenem großen Parkplatzmangel am Parkdeck in Korneuburg (und dem Zentrum überhaupt), ist der PV durchaus als Alternative zu sehen!
Wünschenswert wäre selbstverständlich eine Durchbindung nach Wien. Ich bin jedoch kein Fahrplanexperte, um das beurteilen zu können, wie weit das möglich oder nicht ist.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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9

Samstag, 28. April 2012, 13:51

@ Lokalbahner:

Ich bin kein Gegner von Bahnprojekten aber ich bin auch kein Phantast. Ich wollte mit meinem Beitrag lediglich darstellen, dass der an sich verständliche Wunsch der Ernstbrunner Lokalpolitiker nach einer Bahnverbindung nach Wien leider Wunschdenken bleiben wird.

Genau aus diesem Grund habe ich in meinem obigen Postings eingagns geschrieben: " Alois und HAB haben leider Recht.
dr. bahnsinn - der Forendoktor

Hannibal

Colonel

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Wohnort: Wien

10

Samstag, 28. April 2012, 14:49

Bin auch absolut kein Gegner des Schienenverkehrs. Leider haben die Ernstbrunner das Problem, im falschen Bundesland zu leben. In Salzburg, in Oberösterreich oder in der Steiermark könnte ich mir durchaus Betreiber für eine derartige Wiederaufnahme des Schienenverkehrs vorstellen. Dort werden Regionen, die auch nicht viel dichter besiedelt sind, sehr wohl mit Schienenverkehrsmitteln erschlossen. An der Bahnstrecke Bürmoos - Trimmelkam leben sicher nicht mehr Leute als zwischen Korneuburg und Ernstbrunn, und dort gibt es auch einen Stundentakt! Aber im Lande Pröllistan mit seiner Bus- und Straßenlobby ist das wohl aussichtslos.

HAB

Ingenieur

Registrierungsdatum: 15. März 2007

Beiträge: 1 063

11

Sonntag, 29. April 2012, 15:53

Zitat

Der "finanzielle Moralist" regt sich stets nur bei durchaus vernünftigen Bahnprojekten auf.

Nein, ich wundere mich auch bei Straßenbauprojekten oft genug. Nur diskutiere ich darüber nicht in einem Eisenbahnforum.

Aber eines zeigt mir dein Posting wieder:
Die Argumentationsarmut der Bahnbefürworter. Weil es kommt immer die selbe Platte: "Straßenbau kriegt viel Geld--> unfair, Benzinpreis steigt--> Wahnsinn, Bus ist blöd, Bahn ist schön,..."
Leider ist das mehr oder weniger die gesamte Linie die man zu hören kriegt, mehr Argumente gibt es nicht.
Wenn man sich kritisch mit den Projekten auseinandersetzt, wird man ja von dieser Seite sofort als Bahnhasser, Busbefürworter, ÖVPler,... abgestempelt.

Auch bin kein Bahngegner (sonst hätte ich den falschen Job), nur ist eine meiner Aufgaben solche Projekte zu hinterfragen. Und wenn ich schon sehe, dass nicht einmal die Basics gemacht werden, dann kann ich das auch nicht unterstützen.
Sachen die man sich gründlicher überlegen sollte, bevor man in die Presse geht oder eine Homepage bastelt, sind für mich zum Beispiel:
Welches Potential habe ich wirklich? Und hier keine esoterischen Betrachtungen, sondern genaue Analysen.
Welche Taktlage passt zu diesem Potential?
Was für einen Fahrplan will ich?
Wo sind dann die Ausweichen, wie sollen diese aussehen,....?
Welche Betriebsform sollte zur Anwendung kommen?
Fahren die Züge 0:0 oder mit ZuB?
Wieviel Personal brauche ich?
Wie soll mein Fahrzeug aussehen?
Was ist mein Wartungs bzw. Störungskonzept?
Wo sollen die Haltestellen situiert sein, wie sollen sie aussehen?
Wo sind die P+R Anlagen und ähnliches?
Wie sieht das Zubringernetz aus?
Welche Geschwindigkeit soll dort gefahren werden?
Gibt die Strecke bzw. geben die EKs die gewünschte Geschwindigkeit her?
Welche Maßnahmen ergeben sich daraus?
Sind Maßnahmen in die Infrastruktur notwendig, z. B. Brückenbau, Schienentausch,...?
Und ganz wichtig:
Was kostet das alles einmalig und im laufenden Betrieb?

Aber ich weiß:
Es ist einfacher bunte Linien auf Papier zu malen und alle die das nicht toll finden als Bahnhasser zu bezeichnen.
Wir sind ja nur zum Plaudern hier.

Lokalbahner

Oberlokführer

Registrierungsdatum: 15. September 2010

Beiträge: 509

12

Sonntag, 29. April 2012, 19:12

Zitat

Der "finanzielle Moralist" regt sich stets nur bei durchaus vernünftigen Bahnprojekten auf.

Nein, ich wundere mich auch bei Straßenbauprojekten oft genug. Nur diskutiere ich darüber nicht in einem Eisenbahnforum.

Aber eines zeigt mir dein Posting wieder:
Die Argumentationsarmut der Bahnbefürworter. Weil es kommt immer die selbe Platte: "Straßenbau kriegt viel Geld--> unfair, Benzinpreis steigt--> Wahnsinn, Bus ist blöd, Bahn ist schön,..."
Leider ist das mehr oder weniger die gesamte Linie die man zu hören kriegt, mehr Argumente gibt es nicht.
Wenn man sich kritisch mit den Projekten auseinandersetzt, wird man ja von dieser Seite sofort als Bahnhasser, Busbefürworter, ÖVPler,... abgestempelt.



Ich bin kein Fachmann, der sich mit den von dir genannten Fragen auseinandersetzen kann - auch nicht beim Straßenbau. Mir geht es aber um Grundsätzliches, was ich zum Ausdruck bringen wollte.
Es ist Fakt, dass die Umfahrung kommt und logischerweise das Geld dafür vorhanden ist.
Es ist Fakt, dass Benzinpreise steigen, dass der Bus nicht unbedingt die Alternative für Autofahrer darstellt. Und es ist Fakt, dass ein Bahnstrecke eine Alternative darstellen kann.
Und es ist weiters Fakt, dass die Gemeinden hinter der Realisierungsidee stehen müssen - siehe Pinzgau!
Sämtliche von dir aufgeworfenen Fragen sind zur Beantwortung ohnehin den Experten zu überlassen.
Auch der Wunsch nach Umfahrungen geht von der Bevölkerung aus (oder etwa doch nicht?) und muss im Vorfeld genauso überprüft werden wie die Wiedereröffnung einer Bahnstrecke.
Zusammenfassend sollte ich deiner Meinung nach dazu offensichtlich gar nichts schreiben....

HAB

Ingenieur

Registrierungsdatum: 15. März 2007

Beiträge: 1 063

13

Dienstag, 8. Mai 2012, 18:36

Wenn eine Umfahrung gebaut wird, dann setzt sich wer hin, erstellt Pläne, rechnet alles durch und geht dann an die Öffentlichkeit.
Die "Bahnaktivisten" würden, wenn sie eine Umfahrungstraße bauen wollten, sich dauernd über die Finanzierung der Bahn beschweren und mit Oldtimerbussen über Landstraße herumkurven, aber kein Konzept erstellen (lassen).

Wenn die div. Aktivisten unbedingt einen Verkehr nach Ernstbrunn wollen, dann sollen sie ordentliche Konzepte auf die Füsse stellen und nicht irgendwelche Allerweltsweisheiten von sich geben. Mit dem kommt man in den jeweilligen Ämtern der Landesregierungen nicht wirklich weit.
Es stimmt schon, für ein Konzept braucht man Fachleute die das alles genau betrachten. Aber wenn man selbst nicht weiß was man will, dann können einen die Fachleute auch nicht helfen. Und wenn ich mir so die div. Aussendungen ansehe, dann ist das einzige was die Aktivisten wissen, dass ein Zugsverkehr toll wäre. Man wird sich ja nicht mal bei den Taktfrequenzen einig....
Wir sind ja nur zum Plaudern hier.

grubenhunt

Inspektor

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Beiträge: 4 949

14

Dienstag, 8. Mai 2012, 20:09

Mit Konzepten kommst als Bahnaktivist aber auch nicht weiter, zumindest nicht in Niederösterreich.

Und noremalerweise ist eben das Land (hier Niederösterreich) dafür verantwortlich, dass ein konzept erstellt und bezahlt wird.

das ist ja genau der unterschied, Strassenplanung wird vom land Lânge mal Breite gemacht, bezahlt und dann werden auch regelmâssig Projekte realisiert. ähnliche eifrigkeit wünsche ich mir bei Projekten des öffentlichen Verkehres auch!


Aber es kann eben leider nicht überall Vorarlberg, Tirol und Salzburg sein...

Lokalbahner

Oberlokführer

Registrierungsdatum: 15. September 2010

Beiträge: 509

15

Mittwoch, 9. Mai 2012, 08:30

@HAB: Aktivisten = Lobbyisten. Egal ob für Straße oder Schiene. Sie "stoßen" das jeweilige Projekt an, die Fachleute setzen sich dann damit auseinander und erstellen Konzepte und überprüfen Machbarkeit bzw. "Nichtmachbarkeit".

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

16

Sonntag, 13. Mai 2012, 23:40

Die „regiobahn“ kann starten

Die Revitalisierung der Bahnlinie nach Ernstbrunn ist das große Ziel der Gemeinden. Das Firmenlogo ist schon fix.


Foto: Stefan Straka/KURIER


Das Baby braucht einen Namen. Auch wenn es sich bei dem „Baby“ um die Regionalbahn Korneuburg-Ernstbrunn handelt. Der Name für die Betreiberfirma ist mit „regiobahn Leiser Berge“ schon gefunden. Als nächste Etappe wird die Firmengründung vorangetrieben.

Freitagabend wurde im Fahrrad-Draisinenbahnhof zwischen Thomasl und Ernstbrunn die „regiobahn Leiser Berge“ inoffiziell aus der Taufe gehoben und das Firmen-Logo präsentiert. Und zwar auf einer nigelnagelneuen Fahrrad-Draisine, die quasi von der noch zu gründenden Bahnbetreiber-Firma schon im Vorfeld gesponsert wurde.

„Die Strecke hat ein hohes Potenzial. Im Tourismus zeigt sich das schon“, sagte Johann Narrenhofer. Als gebürtiger Ernstbrunner tritt er seit Jahren als (unbezahlter) Lobbyist für das Bahnprojekt auf. „Im Güterverkehr steckt noch ein viel höheres Potenzial als bei der Personenbeföderung“, ist Narrenhofer überzeugt. 150.000 Tonnen Güter könnten künftig jährlich statt auf der Straße über die Schiene transportiert werden. Die Präsentation des Logos ist für Narrenhofer wichtig. „Die Bevölkerung soll einfach weiter darüber diskutieren.“ Die ehrgeizigen Bahn-Pläne haben auch schon einiges ausgelöst. Es gibt schon die ersten Angebote von Grundstückeigentümern entlang der Strecke, die eine Fläche für einen Park & Ride Parkplatz verkaufen wollen.

„Ich werde schön langsam zu einem Eisenbahner“, sagt Bürgermeister Johann Prügl. Auch er ist mittlerweile ein glühender Befürworter der Regionalbahn-Reaktivierung geworden. „Die Sechser-Bundesstraße stößt an die Grenzen ihrer Belastung und für die Umwelt ist es auch nicht gut“, sagt Prügl.

Die regiobahn-Fahrraddraisine sollte natürlich standesgemäß „getauft“ werden. Die Flasche DAC war zwar schnell an einen Bindfaden gewickelt und Landtagsabgeordneter Hermann Haller hatte schon zum Schwung zum Zerschellen der Flasche ausgeholt, da fiel ihm ein: „Den trink’ma’ lieber.“

Artikel vom 13.05.2012 20:50 | KURIER | Stefan Straka


Quelle: KURIER
dr. bahnsinn - der Forendoktor

Hannibal

Colonel

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Wohnort: Wien

17

Montag, 14. Mai 2012, 10:30

Zitat

Die Flasche DAC war zwar schnell an einen Bindfaden gewickelt und Landtagsabgeordneter Hermann Haller hatte schon zum Schwung zum Zerschellen der Flasche ausgeholt, da fiel ihm ein: „Den trink’ma’ lieber.“


Hört sich sehr nach einer "b'soffenen G'schicht" an.

Zitat


Die Revitalisierung der Bahnlinie nach Ernstbrunn ist das große Ziel der Gemeinden. Das Firmenlogo ist schon fix.


Klar, das ist ja auch das Wichtigste. Ich kauf mir ein T-Shirt mit Superman-Logo drauf. Der Rest ergibt sich dann faktisch von selber... :wacko:

Zitat


„Die Strecke hat ein hohes Potenzial. Im Tourismus zeigt sich das schon“, sagte Johann Narrenhofer.


Und der muss es wissen. Mal sehen, wie das "Potential" heuer ausschaut, wenn man nicht mehr mit der NÖ-Card fahren kann, sooft man will.

Zitat

Als gebürtiger Ernstbrunner tritt er seit Jahren als (unbezahlter) Lobbyist für das Bahnprojekt auf. „Im Güterverkehr steckt noch ein viel höheres Potenzial als bei der Personenbeföderung“, ist Narrenhofer überzeugt. 150.000 Tonnen Güter könnten künftig jährlich statt auf der Straße über die Schiene transportiert werden.


Klar, vor allem, nachdem Infra die Strecke aufgeben will und das Kalkwerk schon vorsorglich auf LKW umgestiegen ist. Die wird man sicher wieder als Kunden gewinnen können. Warum nicht gleich eine Verlängerung der Bahnstrecke zum Steinbruch, oder ein ganzes Netz von Feldbahnen? Und eine Zahnradbahn auf den Buschberg fehlt auch noch, um Ernstbrunn endgültig zum Nabel der schönen, neuen Regionalbahn-Nostalgiewelt zu machen.

Zitat

Die ehrgeizigen Bahn-Pläne haben auch schon einiges ausgelöst. Es gibt schon die ersten Angebote von Grundstückeigentümern entlang der Strecke, die eine Fläche für einen Park & Ride Parkplatz verkaufen wollen.


Haha! Da wittern schon die ersten Bauernschädeln ein Riesengeschäft, mit dem sie ihre Äcker vergolden können!

Zitat

„Ich werde schön langsam zu einem Eisenbahner“, sagt Bürgermeister Johann Prügl. Auch er ist mittlerweile ein glühender Befürworter der Regionalbahn-Reaktivierung geworden. „Die Sechser-Bundesstraße stößt an die Grenzen ihrer Belastung und für die Umwelt ist es auch nicht gut“, sagt Prügl.


Herr Prügl, die Telefonnummer ihres busfreundlichen und bahnfeindlichen Parteikollegen Pröll in St. Pölten haben sie sicher, um sich für ihre Ideen stark zu machen!

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

Registrierungsdatum: 15. April 2007

Beiträge: 28 096

Wohnort: Wien

18

Montag, 14. Mai 2012, 11:12

Leider hast Du mit Deiner Analyse nur allzu recht. Idealismus schön und gut, aber überschwänglicher Idealismus, gepaart mit fehlendem Ralitätssinn lassen noch lange keine Bahnlinie wieder aufleben.
Es ist weiter oben schon mehrfach angesprochen werden: Nur harte Fakten sowie ein Betriebs- und Finanzierungskonzept mit Hand und Fuß würde allfällige Betreiber dazu bewegen können, zumindest erhöhtes Interesse zu bekunden.
Die Behauptungen Narrenhofers, der Tourismus sei durch die Revitalisierung der Bahn ein noch zu hebender Schatz und 150.000 Tonnen an Gütern könnten jährlich per Bahn transportiert werden, sind durch nichts belegt. Von wo sollen die 150.000 Tonnen herkommen? Aus Ernstbrunn? Da ist, wie Hannibal oben richtig schreibt, der Zug schon Richtung Straße abgefahren. Das Lagerhaus in Harmannsdorf-Rückersdorf? Vernachlässigbar und wahrscheinlich auch bald Geschichte. Sonstige in Frage kommende Betriebe? Sendepause.
So schaut die Realität aus. Leider.
dr. bahnsinn - der Forendoktor

Lokalbahner

Oberlokführer

Registrierungsdatum: 15. September 2010

Beiträge: 509

19

Montag, 14. Mai 2012, 12:42

Ein paar Fragen dazu seien gestattet:
.) Warum ist der GV von den Lagerhäusern Ernstbrunn und Wetzleinsdorf auf die Straße abgewandert?
.) Warum das Kalkwerk ebenfalls?
.) Warum werden die Rüben vom Rübenplatz Thomasl und Rückersdorf (beide direkt an der Bahn gelegen!) nicht abtransportiert?
Zählt man all diese auf die Straßen verlagerten Tonnagen zusammen, kommt eine durchaus beachtliche Menge zusammen - die übrigens Jahrzehnte problemlos per Bahn transportiert worden ist.
Weiter:
.) Warum wird die Umfahrung Rückersdorf kommen?
.) Warum ist das Parkhaus Korneuburg überfüllt?
.) Warum jammern die Autopendler über die hohen Spritpreise?

KFNB X

Direktor

Registrierungsdatum: 29. Januar 2007

Beiträge: 9 470

20

Montag, 14. Mai 2012, 14:32

Bei welchem Konzern war der werte Herr Narrenhofer? Ich glaub das hatte irgendetwas mit Güterverkehr zu tun :D
Und auf welcher Seite er damals stand, kann vermutlich jeder erahnen...