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dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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1

Dienstag, 29. Mai 2012, 23:19

Der Standard: Stadt Leonding macht gegen viergleisigen Westbahnausbau mobil

Leonding erhöht bei Westbahnausbau Druck auf ÖBB

Markus Rohrhofer, 29. Mai 2012, 17:59

Bürgerinitiativen befürchten durch 40 Meter breite Gleisanlage Beeinträchtigung der Lebensqualität

Linz - Beim geplanten viergleisigen Ausbau der Westbahn zwischen Linz und Wels ist zumindest auf dem Gemeindegebiet von Leonding nichts auf Schiene. Man befürchtet dort durch eine künftig bis zu 40 Meter breite Gleisanlage quer durch das gesamte Gemeindegebiet eine massive Verschlechterung der Lebensqualität und fordert entsprechende Änderungen der ÖBB-Pläne. Unterstützt von mittlerweile zwei Bürgerinitiativen erhöht die Stadt jetzt den Druck auf die ÖBB und das Infrastrukturministerium.

Vor allem will man jetzt die Gunst der Stunde nutzen: Aktuell läuft beim Verkehrsministerium eine Umweltverträglichkeitsprüfung zum ÖBB-Bauvorhaben Umbau Linz Hauptbahnhof Westseite bis zur Abzweigung Pyhrnbahn (Untergaumberg). Ab heute, Mittwoch, ist für zwei Tage im Rahmen der UVP eine mündliche Verhandlung anberaumt. Von Leondinger Seite hat man sich entsprechend gerüstet und plant die Ergebnisse von unabhängigen Expertenprüfungen zu strittigen Punkten in die Verhandlung einzubringen.

Kein Lärm in ÖBB-Unterlagen

Konkret gibt etwa der Schweizer Eisenbahnsachverständige Gerhard Abgottspon in seiner Projektanalyse zu bedenken, dass "die Kapazitätserhöhung des Linzer Bahnhofs zu einer noch stärkeren Verlagerung des lärmintensiven Güterzugverkehrs in die Nachtstunden führen wird". Dieser Effekt sei in den Unterlagen der ÖBB nicht berücksichtigt, kritisiert Leondings Bürgermeister Walter Brunner (SPÖ).

Der Salzburger Umweltmediziner Gerd Oberfeld warnt im Rahmen einer Auswertung der Projektdaten hinsichtlich der elektromagnetischen Felder, dass der in UVP-Verfahren über Starkstromleitungen herangezogene Vorsorgewert in benachbarten Wohngebäuden um mehr als das Dreifache überschritten werde.

"Bahnfreundliche" Grenzen

Befürchtet wird von Kritikerseite auch, dass die von der Behörde derzeit angestellte lärmtechnische Beurteilung mit "besonders bahnfreundlichen" Grenzwerten - insbesondere dem "Schienenbonus" - operiere. "Diese Werte sind längst anpassungsbedürftig", kritisiert Brunner.

Man sei aber nicht generell gegen einen Ausbau der Westbahn-Trasse. Brunner: "Wir wollen nichts verhindern, die Bahnstrecke ist von internationaler Bedeutung. Wir wollen nur den bestmöglichen Lärmschutz - einfach drüberfahren geht nicht."

Was man vonseiten der ÖBB auch dementiert. "Wir befinden uns in einem laufenden Verfahren, jetzt werden zwei Tage alle relevanten Punkte, wie eben auch Lärmschutzmaßnahmen, behandelt", stellt ÖBB-Sprecher Christopher Seif auf Standard-Anfrage klar. Unter Berücksichtigung aller Gutachten werde es einen UVP-Bescheid der Behörden geben, der maßgeblich für Projektgenehmigung und -ausführung sein wird. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, 30.5.2012)


Quelle: Der Standard
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2

Mittwoch, 30. Mai 2012, 10:15

Lustiger Weise gibt es dort zwei Plattformen, wovon eine zumindest gegen die andere wettert.

http://www.schoen-hier-zu-wohnen.at
http://www.leonding.at/index.php?id=992

Und wie lautet die Forderung? Ab in den Tunnel damit! Aber mit den 50.000 Straßenfahrzeugen pro Tag können sie, wie es aussieht gut leben. :cursing:


PS: Nicht zu vergessen, lt Bürgermeistes Brunner, wird die Attraktivität als Wirtschaftsstandort durch den Westbahnausbau gefährdet. :D

dr. bahnsinn

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3

Mittwoch, 30. Mai 2012, 10:34

PS: Nicht zu vergessen, lt Bürgermeistes Brunner, wird die Attraktivität als Wirtschaftsstandort durch den Westbahnausbau gefährdet. :D


Und die Bürgermeister jener Regionen, wo die ÖBB gerade dabei sind, die Bahnlinie einzustellen (z. B. im Bezirk Oberpullendorf), jammern, dass der Wirtschaftsstandort durch den Wegfall der Eisenbahn gefährdet sei. Merke: Jeder Bürgermeister drechselt sich im Zusammenhang mit Eisenbahn und Wirtschaftsstandort seine Argumentation so zusammen, wie er es für das Vorantreiben seiner Sache für richtig hält.
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dr. bahnsinn

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4

Dienstag, 9. April 2013, 10:32

Westbahn-Ausbau: Leonding weiter für Einhausung

LEONDING. Auch Verkehrslandesrat Entholzer (SP) spricht sich für diese Variante aus; ein Gespräch mit Ministerin Bures (SP) ist schon geplant.

Mit einer neuen Trassenplanung für den viergleisigen Ausbau der Westbahn im Leondinger Gemeindegebiet lässt die Stadt aufhorchen. Der Gemeinderat setzt sich weiterhin für eine Tieferlegung und Einhausung sowohl der alten als auch der neuen Gleise auf gleichem Niveau ein. „Das ist absolut notwendig, die Anrainer leiden bereits jetzt unter dem Lärm und den Erschütterungen“, sagt Bürgermeister Walter Brunner (SP).

Dabei soll die Bahn nicht völlig unter der Erde verschwinden, sondern mit der Oberkante (der Deckel der Einhausung) auf dem Niveau der Schienenoberkante der heutigen Trasse sein. Unterstützung erhält die Stadt dabei vom Schweizer Bahn-Infrastruktur-Planungsbüro Fahrgrund. Dieses wurde beauftragt, um die Ergebnisse der ÖBB-Planungen zu analysieren.

Die nun vorliegenden Erkenntnisse stehen in Widerspruch zu den Ergebnissen der Bundesbahn. Dort waren die Experten, wie berichtet, zu der Auffassung gelangt, dass ein Tunnel wesentlich teurer wäre und wenig zum Schutz der Bevölkerung beitragen würde. Stattdessen sollen Lärmschutzwände an den Seiten und in der Mitte errichtet werden. Damit kann sich die Stadt nicht anfreunden. „Die Wände wären wie eine Chinesische Mauer, die Leonding in zwei Hälften teilt“, sagt Brunner.

Die Schweizer Experten kommen zu der Ansicht, dass eine Einhausung sehr wohl Sinn macht, wenn diese um 400 Meter früher als von den ÖBB geplant beginnt (siehe auch obenstehende Grafik). Die Absenkung soll nach der Straßenbahnunterführung unter der Westbahn in Gaumberg beginnen. Dazu muss der Granitfelsen der Firma Wibau abgebaut werden. „Die ÖBB haben gesagt, dass das technisch nicht machbar sei. Das stimmt nicht, es gibt Verfahren, die das bei laufendem Betrieb ermöglichen“, sagt Brunner. Die Kosten dafür würden zwischen zwei und 2,5 Millionen Euro betragen.

170,8 zu 197 Millionen Euro

Insgesamt würde die von der Stadt geforderte Einhausung 197 Millionen Euro kosten, die ÖBB-Pläne, wonach zwei Gleise abgesenkt würden, kämen auf 170,8 Millionen Euro. „An den Zusatzkosten von 27 Millionen Euro kann es nicht scheitern“, sagt Brunner. Noch dazu, wo sich dadurch die Lärmemissionen vermindern würden. Ähnlich sieht dies Verkehrslandesrat Reinhold Entholzer (SP). „Der Mensch gehört in den Mittelpunkt gestellt.“ Gemeinsam mit Brunner möchte er mit Infrastrukturministerin Doris Bures (SP) ein Gespräch führen.

Bei den ÖBB wollte man gestern zu den Forderungen der Stadt noch nichts sagen. „Wir kennen die genauen Unterlagen noch nicht“, sagt Pressesprecher Mario Brunnmayr. Seitens des Unternehmens ist der Baustart für das rund 1,7 Kilometer lange Teilstück für 2017 vorgesehen. (cb)


Grafik: OÖN

Quelle: OÖN
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