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dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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1

Donnerstag, 18. September 2014, 13:33

[ORF OÖ] Präsentation der neuen Linzer (Eisenbahn-)Brücke

Neue Linzer Donaubrücke präsentiert

Linz soll als Ersatz für die alte Eisenbahnbrücke eine Brücke erhalten, die von einem Pariser Architekturbüro entworfen wurde. Am Donnerstag wurden die Pläne der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Pariser Architekturbüro Marc Mimram hat sich durchgesetzt mit den Plänen für eine Fachwerksbrücke mit angedeuteten Bögen, die insgesamt auch sehr leicht wirkt, wie am Donnerstag bei der Präsentation hervorgehoben wurde.

Nur zwei Gegenstimmen

Die Stahlstruktur soll einerseits die Bedeutung der Stahlindustrie für Linz widerspiegeln, andererseits auch in gewisser Weise an die alte Eisenbrücke erinnern. Die 14-köpfige Jury sprach sich fast zur Gänze dafür aus, es gab nur zwei Gegenstimmen. Der Jury-Vorsitzende, Architekt Heinz Lang sagt: „Erinnern ist vielleicht zu direkt gesagt. Es sollte in einer bestimmten Art und Weise an einem Ort, an dem ein signifikantes Bauwerk jetzt doch 100 Jahre gestanden ist, etwas stehen, was dem ebenbürtig ist und vielleicht mit der Wahl dieser Konstruktion eine gewisse Reminiszenz hat. Das ist aber eine Interpretation einiger Jury-Mitglieder gewesen. Ob das so gewollt war, können wir schwer nachvollziehen, aber wir haben es als sehr schönes Motiv empfunden.“


Animation: Marc Mimram Architectes

Fertigstellung voraussichtlich 2020

Läuft alles nach Plan, könnte die Brücke 2020 fertig sein, so der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ): „Es sind jetzt sämtliche Planungsschritte, Einreichplan und Baubewilligung notwendig, Ausschreibungen der Gewerke für die Firmen, und dazu bedarf es auch noch der Gemeinderatsbeschlüsse. Diese Vorarbeiten, würde ich sagen, sind mit zwei bis zweieinhalb Jahren zu veranschlagen. Und dann braucht man ebenfalls noch einmal zwei bis zweieinhalb Jahre für den Bau der Brücke, so dass man vom heutigen Zeitpunkt mit rund fünf Jahren rechnen muss. Ich glaube, dass die Entscheidung der Jury auch ein Angebot an Menschen ist, deren Herz an der alten Brücke hängt. Denn es ist eine moderne Brücke, aber eine, die durch ihre Erscheinungsform mit den Bögen eine Referenz an die alte Eisenbahnbrücke ist. Vielleicht erleichtert das manchen Menschen ihre emotionale Einstellung auch dahingehend zu verändern.“

Die Bauzeit würde zweieinhalb Jahre dauern, in dieser Zeit muss sich der Verkehr auf die anderen Brücken in Linz aufteilen. Das sei gewiss nicht einfach, so Bürgermeister Klaus Luger.

Die Kosten für den Abriss der alten und den Bau der neuen Brücke sollen nach derzeitigen Planungen die gesetzte Obergrenze von 60 Millionen Euro nicht übersteigen.

Reaktionen zur neuen Brücke

„Das Ergebnis des Wettbewerbs für eine neue Brücke ist schlimmer als alle bisherigen Befürchtungen“, reagierte der Verein „Rettet die Eisenbahnbrücke“. Der Neubau könne die „alte Dame“ keinesfalls ersetzen.

Die Grüne Stadträtin Eva Schobesberger sagte, jetzt seien zukunftsfähige Lösungen für eine sanfte Mobilität auf dem Tisch. Jetzt liege es an Bürgermeister Luger, ein Finanzierungskonzept auf die Beine zu stellen.

FPÖ-Gemeinderat Werner Pfeffer sieht den Entwurf der neuen Brücke als einen, der es allen recht machen will. Seit allerdings klar ist, dass die bestehende Eisenbahnbrücke erhalten werden könne, brauche man kein neues Retro-Modell. Die FPÖ will weiterhin eine verbindliche Volksbefragung, bei der die Linzer selbst entscheiden sollen, ob sie die alte oder eine neue Brücke wollen.

Für die ÖVP sind nach wie vor, wie sie sagt, Charme und Tradition der alten Eisenbahnbrücke unersetzlich. Vizebürgermeister Bernhard Baier sagte angesichts des neuen Brückenmodells, dieses sei ein Versuch, die alte Eisenbahnbrücke zu kopieren. Die neue Brücken-Variante „steril und letztlich Nicht-Fisch-Nicht-Fleisch“. Die ÖVP wehrt sich weiter gegen den Abriss der alten Eisenbahnbrücke.


Quelle: ORF OÖ

KFNB X

Direktor

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2

Donnerstag, 18. September 2014, 16:35

Zitat

Das Pariser Architekturbüro Marc Mimram hat sich durchgesetzt mit den Plänen für eine Fachwerksbrücke mit angedeuteten Bögen,...
Ist es nicht eher umgekehrt. Eine "Bogen-Brucke" mit angedeutetem Fachwerk?

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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3

Mittwoch, 24. September 2014, 10:22

Im Standard gibt es eine Fotostrecke über die alte Eisenbahnbrücke. Quasi als Erinnerung, falls sie abgerissen werden sollte, was nach der derzeitigen Einstellung der Entscheidungsträger zur Brücke zu erwarten ist.

dr. bahnsinn

Verkehrsminister

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4

Mittwoch, 24. September 2014, 13:45

Sechs Fragen zur neuen Linzer Eisenbahnbrücke

LINZ. Auch wenn nun ein konkretes Projekt auf dem Tisch liegt, bleibt noch viel zu tun, bis der neue Übergang steht.

Schon lange war in der Linzer Bevölkerung keine Entscheidung so intensiv diskutiert worden, wie jene, wie die neue Linzer Eisenbahnbrücke aussehen wird. Auch wenn das Projekt der Pariser Teilnehmergemeinschaft Marc Mimram Ingénierie SA und Marc Mimram Architecte nun vorgestellt wurde, müssen noch viele Punkte geklärt werden.

1. Wie geht es nun weiter, da das Design der neuen Brücke bekannt ist?

Nachdem sich eine Jury für den Vorschlag des französischen Architekten entschieden hat, werden nun alle acht Bewerber, die Projekte zum Aussehen des neuen Übergangs eingereicht hatten, schriftlich verständigt. Danach beginnen die Gespräche zwischen der Stadt Linz und den Siegern, um dann mit der Detailplanung des Projektes zu beginnen. "Bis Ende des heurigen Jahres oder spätestens Anfang 2015 soll diese abgeschlossen sein", sagte zuletzt Bürgermeister Klaus Luger (SP).

2. Welche Hürden müssen genommen werden, damit die Brücke tatsächlich gebaut werden kann?

Um zu gewährleisten, dass die Pläne in die Realität umgesetzt werden, sind eine Reihe von Bewilligungen nötig. Dazu zählen Wasser- und Schifffahrtsrecht sowie ein straßenrechtliches Verfahren. Nicht nötig ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung, da die Brücke am selben Standort wie die Eisenbahnbrücke gebaut wird. Bis alle Genehmigungen auf dem Tisch liegen, dürfte es zwei bis zweieinhalb Jahre dauern.

3. Wie lange wird es dauern, bis die neue Donauquerung steht?

Das hängt davon ab, wann alle Genehmigungen vorhanden sind. Ab diesem Zeitpunkt wird mit einer Bauzeit von zwei bis zweieinhalb Jahren gerechnet. Dass die Brücke vor dem Jahr 2020 steht, gilt deshalb als unwahrscheinlich.

4. Wie viel wird die Errichtung des Bauwerkes kosten, wer zahlt das Geld?

Eine seriöse Prognose dazu abzugeben ist schwierig. Der Kostenrahmen liegt bei 50 Millionen Euro ohne Umsatzsteuer. Die Kosten für das Siegerprojekt belaufen sich ersten Schätzungen zufolge auf rund 47 Millionen Euro. Wer sich neben der Stadt an der Finanzierung beteiligt, steht noch nicht fest. Luger geht davon aus, dass auch Land und Bund mitzahlen.

5. Was passiert mit der historischen Eisenbahnbrücke?

Diese wird trotz zahlreicher Proteste abgerissen. Die Kosten dafür belaufen sich auf mindestens drei Millionen Euro. Die Abrissdauer beträgt vier bis sechs Monate (ohne Pfeiler). Der Plan, die neue Brücke zuerst neben der bestehenden zu errichten und anschließend an die Stelle der "Alten Dame" zu verschieben, ist aus technischen Gründen nicht möglich. Somit muss die Stadt mindestens zwei Jahre mit einer Brücke weniger auskommen.

6. Besteht die Chance, den Abriss der Eisenbahnbrücke noch zu verhindern?

Mit der Gründung einer Bürgerinitiative möchten die Mitglieder der Retterplattform, der auch VP und FP angehören, den Erhalt des Bauwerkes sicherstellen. Sammeln sie 3800 Unterschriften, dann muss der Gemeinderat über eine Volksbefragung zu der Causa entscheiden. Dass es dafür eine Mehrheit gibt, ist unwahrscheinlich.


Quelle: OÖN