Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

  • Fortsetzung Nr. 471 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 105 Jahren:

    23. 05. 1913: [Bulgarien] Der Unfall ist wegen der drastischen Folgen für einen Beteiligten erwähnenswert: Zwischen Poroi und Andjista
    stoßen zwei Züge frontal zusammen, wobei beide Lokomotiven zerstört werden. Der Schuld tragende Fahrdienstleiter wird daraufhin auf Befehl eines Inspektors der Bulgarischen Eisenbahn erschossen.
    Opferbilanz: Über die Zahl der Unfallopfer ist nichts bekannt.

    Vor 35 Jahren:

    26. 05. 1983: [Groß Königsdorf, Bundesrepublik Deutschland] Um 21:26 Uhr entgleisen die Lok und die ersten drei Waggons des D 225 "Oostende-Wien-Express" mit ca. 130 km/h kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Groß Königsdorf an der Strecke Aachen - Köln. Die Lok prallt gegen den Pfeiler einer Straßenbrücke und dreht sich um 180 °, der erste Wagen stürzt um. Unfallursache ist eine Überflutung des Streckengleises aus Wasser und dünnflüssigem Schlamm ca. 800 m vor der eigentlichen Unfallstelle, wo bei der Durchfahrt des Zuges ein Drehgestell des ersten Wagens blockiert wurde. Bei der ersten Weiche des Bahnhofes Groß Königsdorf kommt es schließlich zur Entgleisung. Der Unfall hätte verhindert werden können, da der Lokführer eines Richtung Aachen fahrenden Güterzuges die Überflutung seines Gleises um 20:47 Uhr bereits gemeldet hatte, worauf dieses Gleis gesperrt wurde, das Richtung Köln führende Gleis jedoch nicht. Eine Warnung des Lokführers des D 225 unterblieb ebenfalls. Warum das vom D 225 befahrene Gleis nicht gesperrt wurde und der Lokführer nicht gewarnt wurde, konnte nicht eruiert werden.
    Opferbilanz: 6 Tote, darunter der Lokführer des D 225, 18 Verletzte.

    Vor 25 Jahren: [[Gyumri, Armenien] Zusammenstoß zweier Reisezüge.
    Opferbilanz: 30 Tote.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996, Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991, EÖ-Heft 7/1983, S. 129.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • 120 Jahre Pöstlingbergbahn

    Heute vor 120 Jahren, am Pfingstsonntag, dem 29. Mai 1898 wurde die Pöstlinbergbahn eröffnet:

    Pöstlingbergbahn: Seit 120 Jahren eine Attraktion

    René Laglstorfer - 29. Mai 2018 - 00:04 Uhr


    LINZ. Der Altösterreicher Josef Urbanski hatte 1891 die Idee, eine Bahn auf den Linzer Pöstlingberg zu bauen. Von seinen Partnern, die über Geldgeber und Kontakte verfügten, wurde der Pionier in den Hintergrund gedrängt.

    Der offene Sommerwagen 1898. Bild: OON


    Festlich dekoriert mit Fahnen und Reisig startete heute vor 120 Jahren der offene Motorwagen Nummer IV um 7.36 Uhr früh bei miserablem Wetter von der Remise Urfahr: Der Betrieb der Linzer Pöstlingbergbahn hatte nach nur zehnmonatiger Bauzeit begonnen.
    Dabei steht die Idee des 1846 im heutigen Polen geborenen Ingenieurs Josef Urbanski, eine dampfbetriebene Zahnradbahn auf den heutigen Hausberg der Linzer hinauf zu bauen, 1891 nicht gerade unter einem guten Stern. Die damals noch eigenständigen Städte Urfahr und Linz geben sich zugeknöpft. Ein Privatmann, "Realschul-Professor Stranik", muss 1892 finanziell aushelfen. Ein Jahr später beginnt ein Wiener Bauunternehmen mit den Vorarbeiten für die Trassenführung, die jedoch aus Geldmangel abgebrochen werden.
    100 Gulden für eine geniale Idee
    Mit seinem neuen Partner Gotthard Ritter von Ritschl meldet Urbanski an das k.u.k. Handelsministerium 1894, dass in seinem Projekt die Variante einer elektrischen Adhäsions-, also Schienenhaftungsbahn zu berücksichtigen sei. Das Ministerium fragt postwendend, woher der Strom dafür herkommen soll.
    Ein weiterer "Partner" von Urbanski, Carl Beurle, gründet 1895 ein "Consortium zur Errichtung von elektrischen Anlagen in Linz", das Strom für die Straßenbahn, eine "Steilbahn" auf den Pöstlingberg und private Haushalte liefern soll. Ritschl und Beurle haben die Geldgeber und die noch junge Elektroindustrie hinter sich. Schließlich verändern sie Urbanskis Pläne immer weiter, bis als "Projectsverfasser" (sic!) Ritschls Ingenieur Hermann Danner bezeichnet wird.
    1897 beginnen die Bauarbeiten für die Pöstlingbergbahn, der Erdaushub erfolgt von Hand. "Mit Ochsenkarren wurden das Baumaterial und die in Graz hergestellten Waggons vom Linzer Frachtenbahnhof nach Urfahr transportiert", sagt Robert Schrempf, der sich in seinem Buch "Pöstlingbergbahn Album" intensiv mit der Adhäsionsbahn beschäftigte (mehr hier).

    Beim Bau der Pöstlingbergbahn 1897 dienten Ochsengespanne zum Transport der Turm- und Gerätewaggons.
    Ein knappes Jahr vor der Eröffnung zieht Urbanski verzweifelt und enttäuscht aus Linz weg. Die Stadt Urfahr fertigt ihn mit der vergleichsweise geringen Summe von 100 Gulden "in Anerkennung der vielen Mühen, welche die Entwicklung des Projectes forderte", für die Trassierungskosten ab.
    Bei der Eröffnung der Pöstlingbergbahn am Pfingstsonntag, 29. Mai 1898, wird Initiator Urbanski mit keinem Wort erwähnt. 1903 stirbt er verbittert in Wien.

    Heute bezwingt der historische Motorwagen an Wochenenden im regulären Fahrbetrieb den Pöstlingberg.

    Die Meilensteine der Pöstlingbergbahn vom 19. bis ins 21. Jahrhundert
    1891: Josef Urbanski beantragt beim Handelsministerium Vorarbeiten zu einer Zahnradbahn mit zwei Dampflokomotiven von Urfahr auf den Pöstlingberg.
    1894: Mit Gotthard Ritter von Ritschl, Inhaber einer Wiener Baufirma, ändert Urbanski das Ansuchen auf den Bau einer elektrischen Adhäsionsbahn.
    1898: Eröffnung der Linzer Pöstlingbergbahn. Initiator Urbanski wird mit keinem Wort erwähnt. Die Stadt Urfahr fertigt ihn mit 100 Gulden ab.
    1943: Rekord an Fahrgästen: 1,2 Millionen. Flugabwehrkanonen werden aufgestellt.
    1950: Neubau des Fuhrparks in der Remise Urfahr. Mit der einsetzenden Motorisierung verliert der Pöstlingberg als Ausflugsziel an Bedeutung.
    1990: Wegen eines Defizits von 1,3 Millionen Euro wird die Einstellung der Pöstlingbergbahn mit Busersatz angedacht.
    2002: In einer Studie über die Zukunft der Pöstlingbergbahn schlägt Otfried Knoll deren Verlängerung zum Hauptplatz vor
    2009: Im Linzer Kulturhauptstadtjahr wird die Pöstlingbergbahn an das Linzer Straßenbahnnetz angeschlossen und bis zum Hauptplatz verlängert. Die Spurweite wird dafür von 1000 auf 900 Millimeter verkleinert.

    Die neuen Waggons sind ein Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne.

    OÖN

    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Fortsetzung Nr. 472 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 20 Jahren:

    03. 06. 1998: [Eschede, Deutschland]

    Stand: 29.05.2018 18:43 Uhr
    Eschede gedenkt der Opfer des ICE-Unglücks
    Am 3. Juni 1998 erschütterte das schwerste Zugunglück in der Geschichte der Bundesrepublik ganz Deutschland: Bei Eschede (Landkreis Celle) entgleist der ICE "Wilhelm Conrad Röntgen" auf dem Weg von München nach Hamburg. Bei Tempo 200 bricht ein Radreifen, bohrt sich ins Innere eines Waggons und verkantet sich im Gleisbett. Der Zug wird bei voller Fahrt aus dem Gleis gehoben und prallt gegen eine Brücke. Unter dem Druck des Aufpralls bricht die Brücke in sich zusammen und begräbt einen Waggon. Die nachfolgenden Wagen rasen in die Unfallstelle und werden wie eine Ziehharmonika zusammengeschoben. In den Trümmern sterben 101 Menschen, mehr als 100 weitere Passagiere werden teils schwer verletzt.

    NDR.de überträgt Gedenkfeier in Eschede live
    Zum 20. Jahrestag erinnern die Gemeinde und die Kirche in Eschede am Sonntag mit einer Gedenkfeier an die Katastrophe. Hinterbliebene, Überlebende, Helfer, Anwohner sowie Vertreter von Politik und Bahn kommen zunächst zum stillen Gedenken am Unglücksort zusammen. Als Redner auf dem Brückenplateau sprechen im Anschluss Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Bahnchef Richard Lutz, der damalige Feuerwehreinsatzleiter Gerd Bakeberg, Eschedes amtierender Bürgermeister Günter Berg (parteilos) und der Hinterbliebenen-Sprecher Heinrich Löwen, der bei dem Unglück seine Frau und seine Tochter verlor. NDR.de überträgt die Gedenkveranstaltung im Livestream: hier an dieser Stelle und bei Facebook ("NDR Niedersachsen").
    In Eschede wird der Opfer des Zugunglücks von 1998 gedacht. Vom Torbogen gelangt man über eine Treppe in den Gedenkhain mit 101 gepflanzten Kirschbäumen und einer Gedenktafel.

    Wochenserie zum ICE-Unglück von Eschede bei Hallo Niedersachsen
    Die Katastrophe wirkt in vielen Bereichen noch immer nach. Nicht nur trauernde Angehörige und die Überlebenden aus dem Zug leiden bis heute. Auch Retter, Journalisten und Anwohner des Unglücksorts werden die schrecklichen Ereignisse wohl nie ganz loslassen. Das NDR Fernsehregionalmagazin Hallo Niedersachsen blickt in einer Wochenserie auf den Unfall zurück und beleuchtet dabei verschiedene Aspekte. Unter anderem kommen Überlebende und Angehörige von Opfern zu Wort.

    Welche Lehren wurden aus dem Unglück von Eschede gezogen?
    Eine wichtige Frage, die in der Serie gestellt wird, ist auch, welche Lehren und Veränderungen das Unglück nach sich zog. ADAC-Hubschrauberpilot Rüdiger Engler und Rolf Bartsch vom Technischen Hilfswerk Oldenburg schildern, welche technischen, finanziellen und organisatorischen Konsequenzen aus der Katastrophe gezogen wurden. Außerdem berichtet Augenzeugin Jutta Helmerichs vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz, wie die Unfallseelsorge nach Eschede quasi komplett neu organisiert wurde.
    Berichterstattung vom Unglücksort: Schwieriger Einsatz auch für die Presse
    Auch bei vielen Pressevertretern sorgte das Unglück für traumatische Erinnerungen. Als sich am Mittag des 3. Juni 1998 die Nachricht vom Zugunglück verbreitete, machten sich Reporter, Kamerateams und Fotografen aus ganz Deutschland auf dem Weg nach Eschede. Wohl niemand von ihnen war auf die schrecklichen Szenen an den Gleisen gefasst. Viele Journalisten merkten erst nach Ende des Einsatzes, wie sehr die Ereignisse sie belasten.
    Mildes Urteil sorgt für Kritik bei Angehörigen und Überlebenden
    Ein weiterer wichtiger Punkt ist die juristische Aufarbeitung der Katastrophe. Im Frühling 2003 stellte das Lüneburger Landgericht das Verfahren gegen drei verantwortliche Ingenieure gegen Geldbußen ein, da sie aus Sicht der Richter keine schwere Schuld traf. Für viele Angehörige und Teile der Öffentlichkeit war dieses Urteil nur schwer zu verstehen. Auch die Bahn wurde wegen ihres Umgangs mit der Tragödie scharf kritisiert. Zum 15. Jahrestag des Unglücks 2013 entschuldigte sich mit Rüdiger Grube erstmals ein Bahnvorstand bei den Opfern und Hinterbliebenen.

    www.ndr.de
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Fortsetzung Nr. 473 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 120 Jahren:

    30. 05. 1898: [Luzern, Schweiz] Ein Personenzug der Nordostbahn (NOB) überfährt beim Südportal des Gütschtunnels ein Gleisbaurotte der Centralbahn (SCB).
    Opferbilanz:
    7 Tote, 4 Verletzte.

    Vor 75 Jahren:

    03. 06. 1943: [Akola, Indien] Der Postzug von Bombay (heute Mumbai) nach Kalkutta (heute Kolkata] stößt in der Nähe von Akola mit hoher Geschwindigkeit mit einem Güterzug zusammen. Dabei werden zwei Reisewagen sowie der Speisewagen des Postzuges völlig zerstört.
    Opferbilanz: 50 Tote, 100 Verletzte.

    Vor 30 Jahren:

    04. 06. 1988: [Arsamas, Sowjetunion, heute Russland] In der Stadt Arsamas (ca. 400 km östlich von Moskau) explodieren drei mit etwa 120 Tonnen des Sprengstoffs Hexogen beladene Güterwagen eines Zuges, der nach Kasachstan unterwegs ist, gerade in dem Augenblick, als er an einem Bahnschranken vorbeifährt. Bei der Explosion entsteht ein 26 Meter tiefer Krater, wobei mehrere Autos, die vor dem Schranken warten, in den Krater stürzen. Eine Sektion der Diesellokomotive der Baureihe 2ТЭ10М wird ca. 200 Meter weit weggeschleudert, 151 Gebäude im Umkreis von mehreren hundert Metern werden zerstört, ca. 250 weitere Häuser werden beschädigt, rd. 600 Familien werden obdachlos. Eine in der Nähe der Gleise verlaufende Gas-Pipeline wird beschädigt und im ca. 1,5 km von der Explosionsstelle entfernten Parteilokal der KPdSU zerstört die Druckwelle sämtliche Fensterscheiben.
    Opferbilanz: Nach offiziellen Angaben 91 Zote, etwa 1500 Verletzte.

    Vor 25 Jahren:

    31. 05. 1993: [Quipungo, Angola] Auf Grund eines Anschlages durch Unita-Rebellen entgleist ein Zug.
    Opferbilanz:
    355 Tote

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Tranpress Verlag, Stuttgart 1996;
    Die größten Eisenbahnkatastrophen von Keith Eastlake, Gondrom Verlag 1997;
    Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Vor 90 Jahren: Eröffnung des Teilstücks Bedous - Canfranc der westlichen Transpyrenäen-Linie

    Am 03. 06. 1928 wurde auf dem 27 km langen Teilstück Bedous - Canfranc der westlichen Transpyrenäen-Linie Pau - Canfranc - Zaragoza der Betrieb aufgenommen. Damit war die grenzüberschreitende Verbindung zwischen Frankreich und Spanien fertiggestellt, nachdem auf spanischer Seite der Grenzbahnhof Canfranc mit dem Schienenstrang bereits 1922 erreicht worden war.
    Der Strecke war ein unruhiges und nur kurzes Leben beschieden. Bereits 1936 wurde sie in Kampfhandlungen im Zusammenhang mit dem spanischen Bürgerkrieg verwickelt und die Spanier mauerten zum ersten Mal den 7,9 km langen Grenztunnel zu. 1940 wurde die Strecke wieder eröffnet und wies in der Folge zeitweise ein höheres Güterverkehrsaufkommen auf, wurde aber 1944 von französischen Widerstandskämpfern stellenweise zerstört und die Spanier mauerten den Grenztunnel zum zweiten Mal zu.
    Erst 1948 wurde der Betrieb, der sehr bescheiden blieb, wieder aufgenommen, nach einer Güterzugentgleisung, bei der bei l'Estanguet eine Brücke einstürzte, 1970 zwischen Canfranc und Bedous eingestellt und abschnittsweise abgebaut. 1980 wurde auch der Abschnitt Bedous - Oloron eingestellt. Oloron - Pau blieb in Betrieb.
    Vor knapp zwei Jahren, am 01. 07. 2016 wurde 36 Jahre nach der Betriebseinstellung auf dem 24,7 km langen Abschnitt Oloron - Bedous der Personenverkehr wieder aufgenommen. Die Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Verkehrs ist geplant und wird hier im Forum in diesem Thread diskutiert.
    Die Strecke war ursprünglich auf französischer Seite mit 1500 V = elektrifiziert. Längster Tunnel ist der Grenztunnel Tunnel du Somport mit 7.874,8 m. Die Maximalsteigung der Strecke lag bei 43 Promille, im Tunnel du Somport bei 34 Promille. Die Zahl der Tunnel lag auf französischer seite bei 24, darunter ein Kehrtunnel.

    Wikipedia weiß mehr über die Bahnlinie. Weitere Informationen stammen aus dem Buch "Gebirgsbahnen Europas" von A. Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 46ff.
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  • Fortsetzung Nr. 474 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 90 Jahren:

    10. 06. 1928: [Siegelsdorf, Deutschland] In den frühen Morgenstunden entgleist bei Siegelsdorf der Schnellzug München - Frankfurt/M., wobei die Lok und die ersten vier Waggons eine Böschung hinabstürzen. Als Unfallsursache wird die mangelhafte Instandhaltung des Oberbaus festgestellt.
    Opferbilanz: 24 Tote, 103 Verletzte.

    Vor 35 Jahren:

    10. 06. 1983: [Kairo, Ägypten]In der Nähe von Kairo fährt ein Reisezug auf einen haltenden Zug auf, wobei es zu starken Beschädigungen der Reisezugwagen kommt.
    Opferbilanz: Über 20 Tote, 46 Verletzte.

    Vor 15 Jahren:

    11. 06. 2003: [Schrozberg, Baden-Württemberg] Zwei Personenzüge stoßen auf der Taubertalbahn nördlich von Schrozberg wegen eines Meldefehlers des Fahrdienstleiters frontal zusammen.
    Opferbilanz: 6 Tote, darunter beide Lokführer, sowie eine Mutter mit ihren drei Kindern, die nach einem Radausflug im Fahrradabteil gleich hinter dem Führerstand des Steuerwagens der Reihe 928 sitzen.

    Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Smmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
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  • 120 Jahre Bahnlinie La Roche-sur-Foron – Saint-Gervais

    Heute vor 120 Jahren, am 15. Juni 1898, wurde die 47 km lange Teilstrecke La Roche-sur-Foron - Saint-Gervais des Haute Savoie-Netzes eröffnet. Die für den Touristenverkehr wichtige Strecke wird auch von TGV befahren. In Saint-Gervais besteht Anschluss an die meterspurige Bahnlinie Saint-Gervais - Vallorcine - Le Châtelard-Frontière, von wo es auf Schweizer Seite mit der meterspurigenTransports de Martigny et Régions (TMR) nach Martigny im Rhonetal weitergeht.

    Erwähnenswert am Haute Savoie-Netz ist, dass bei seiner Elektrifierung seitens der SNCF erstmalig das 25 kV 50 Hz-Industriestrom-System anstelle des in Frankreich damals üblichen 1,5 kV DC-Systems zur Anwendung kam. Heute vor 68 Jahren, am 15. Juni 1950 wurde im Abschnitt Aix les Bains - Annecy der elektrische Betrieb aufgenommen. Als letzter Abschnitt wurde im Jahr 1955 der Abschnitt La Roche-sur-Foron - Saint-Gervais elektrifiziert.

    Quellen: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 84f. und
    Wikipedia.

    Zur Orientierung:

    Ausschnitt aus der Eisenbahnkarte Frankreich von Boris Chomenko


    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Fortsetzung Nr. 475 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 80 Jahren:

    19. 06. 1938: [Miles City, Bundesstaat Montana, USA] Während der mit 152 Fahrgästen besetzte Schnellzug "Olympian" der Chicago-Milwaukee-St. Paul-Pacific Railroad, der von Chicago nach Seattle-Tacoma unterwegs ist, die Brücke über den Custer Creek, einem Nebenfluss des Yellowstone River befährt, stürzt die Brücke ein. Die Lok und die ersten fünf Waggons erreichen noch das andere Ufer, die folgenden zwei Schlafwagen werden aber in den Fluss mitgerissen und versinken. Die restlichen vier Wagen entgleisen nicht und bleiben unbeschädigt. Ursache für den Einsturz der Brücke ist die Tatsache, dass kurz vor dem Unfall die Wassermassen des Hochwasser führenden Flusses den Hauptpfeiler der Brücke verschoben hatten.
    Opferbilanz: Es liegen unterschiedliche Angaben vor. Eine Quelle meldet 47 Tote, die andere 38 Tote, darunter 5 Eisenbahner und 43 Verletzte. Mehrere Leichen werden 80 km vom Unfallort entfernt aus den Fluten des Yellowstone River gefischt.

    Vor 20 Jahren:

    17. 06. 1998: [Khaipur, Pakistan] Auf zwei Züge wird ein Bombenanschlag verübt.
    Opferbilanz: 23 Tote.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Fortsetzung Nr. 476 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Neu

    Vor 115 Jahren:

    21. 06. 1903: [Palézieux, Kanton Waadt, Schweiz] Ein Schnellzug Bern–Genf prallt in Palézieux mit 60 km/h bei Dunkelheit und Nebel auf eine stehende Rangierlokomotive. Der hinter der Schlepptenderlokomotive eingereihte Gepäckwagen wird vom nachfolgenden Erst-/Zweitklasswagen emporgehoben. Die Rangierlokomotive stürzt über die Böschung. Der Unfall wird durch mangelhafte Verständigung des Bahnpersonals verursacht.
    Opferbilanz:
    6 Tote, 9 Verletzte.

    27. 06. 1903: [San Asensio, Spanien] Zwischen Bilbao und Saragossa stürzt ein Zug bei San Asensio in den Fluss Najerilla. Auf Grund von Streitigkeiten zwischen zivilen und militärischen Behörden über Zuständigkeiten verzögern sich die Aufräumarbeiten und die Angaben über den Hergang des Unglücks sind sehr widersprüchlich.
    Opferbilanz: 90 - 100 Tote, 69 Verletzte.

    Vor 100 Jahren:

    22. 06. 1918: [Ivanhoe, Bundesstaat Indiana, USA] Der mit ca. 400 Zirkusmitarbeitern besetzte und aus 26 Waggons bestehende Zirkuszug des Zirkus Hagenbeck-Wallace ist auf einer Strecke der Michigan Central Railroad unterwegs, als er bei der Streckengabelung Ivanhoe Interlocking, ca. 9 km östlich von Hammond auf Grund eines vermuteten Heißläufers um ca. 04:00 Uhr anhalten muss.
    Obwohl die Strecke signalmäßig gesichert ist, wird ein Bremser beauftragt, den stehenden Zug nach hinten abzusichern. Dem Zirkuszug
    folgt ein aus 24 Pullman-Waggons bestehender, für Truppentransporte bestimmter Leerzug, dessen Lokführer bereits über 23 Stunden im Dienst ist. Dazu kommt, dass der Heizer noch nicht streckenkundig ist. Der Lokführer döst vor sich hin, er und der Heizer übersehen das Halt zeigende Signal und auch die Anhalteversuche des Bremsers, der mit seiner Signallaterne wachelt. Der Leerzug fährt mit etwa 55 km/h ungebremst in den stehenden Zirkuszug. Dabei zertrümmert die Lokomotive den Begleitwagen und vier Schlafwagen mit hölzernem Aufbau. Die Trümmer der Fahrzeuge entzünden sich und der Brand wird durch das Öl der Öllampen in den Schlafwagen zusätzlich befeuert. Der Brand ist so stark, dass die meisten Leichen nicht mehr identifiziert werden können.
    Der Lokführer und der Heizer werden wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht gestellt, im Verfahren jedoch freigesprochen.
    Opferbilanz: 86 Tote, darunter zahlreiche bekannte Artisten, 127 Verletzte.

    Vor 90 Jahren:

    22. 06. 1928: [Ummendorf bei Biberach, Baden-Württemberg] Der von der Dampflokomotive 18 107 der Baureihe 18.1 (vormals Baureihe C der Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen) gezogene Schnellzug D 135 fährt am auf der Südbahn von Friedrichshafen über Ulm nach Stuttgart.Zwischen Ummendorf und Biberach ist zu dieser Zeit aufgrund von Bauarbeiten ein eingleisiger Betrieb eingerichtet. Die Streckengeschwindigkeit beträgt planmäßig 100 km/h. Die Überleitung im Bahnhof Ummendorf ist für maximal 45 km/h freigegeben. Da der Zug sie mit einer Geschwindigkeit von etwa 60-75 km/h befährt, entgleist die Lokomotive und kommt quer zur Fahrtrichtung auf dem Bahndamm zu liegen. Mindestens fünf Personenwagen entgleisen, ohne dass die Kupplungen brechen, und kommen in Schräglage auf dem Bahndamm zu stehen.
    Opferbilanz: 31 Verletzte.

    27. 06. 1928: [Darlington, GB] In den Nachtstunden überfährt im Rangierbahnhof Barik-Top in Darlington eine von einem Heizer mit
    Reglerberechtigung geführte Rangiereinheit eines Stückgutzuges ein Haltzeigendes Signal und gerät mit der Rangiereinheit auf die freie
    Strecke, wo sie mit einem mit ca. 70 km/h fahrenden Sonderzug von Scarborough nach Newcastle zusammenstößt. Unfallauslösend ist die
    Tatsache, dass der Heizer das erste Mal in Darlington rangiert und sich überhaupt nicht auskennt.
    Opferbilanz: 25 Tote, 48 Verletzte.

    Vor 65 Jahren:


    24. 06. 1953: [Hai-Van-Pass, Vietnam] Während des Indochinakriegs ist der Hai-Van-Pass (auch: Wolkenpass / Col des Nuages), über den auch die Eisenbahnhauptstrecke zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) führt, als strategisch wichtiger Gebirgspass schwer umkämpft. Als dort ein mit zwei Lokomotiven bespannter Zug auf eine Bogenbrücke fährt, sprengen die Việt Minh ein Brückensegment. Beide Lokomotiven und 18 Wagen stürzen knapp 20 Meter in die Tiefe.
    Opferbilanz: Über 100 Tote.

    Vor 30 Jahren:

    27. 06. 1988: [Paris] Auf einem der unterirdischen Bahnsteige des Gare de Lyon stößt in der abendlichen HVZ ein aus Mélun kommender, auf Grund eines Bremsversagens ungebremster Vorortezug mit einen im Bahnhof auf die Abfahrt nach Mélun wartenden Vorortezug zusammen. Die ineinander verkeilten Wagen und die beengten Platzverhältnisse erschweren die Rettungsarbeiten massiv und die letzte verletzte Person konnte erst in den Morgenstunden des Folgetages geborgen werden.
    Das Unglück nimmt damit seinen Ausgang, dass eine Frau im acht Kilometer vom Zielbahnhof entfernten Bahnhof Vert-de-Maisons die Notbremse zieht, weil der Zug entgegen ihrer Annahme, der Zug würde hier halten, durchfährt und sie schneller zu Hause sein will. Beim Lösen der Bremsen nach der Notbremsung verschließt der Lokführer, ohne es zu bemerken, die durchgehende Bremsleitung, sodass ab diesem zeitpunkt sieben der acht Wagen des Zuges ungebremst sind. Der Zug erhält durch die Notbremsung eine Verspätung von 26 Minuten und der Lokführer will einen Teil der Verspätung noch aufholen, weshalb er sehr zügig fährt. Bei einer Geschwindigkeit von ca. 100 km/h bemerkt er, dass die Druckluftbremse keine Bremswirkung zeigt. Die elektrische Widerstandsbremse setzt er nicht ein, weil er der Meinung ist, dass sie bei den nassen Schienen nicht wirksam sei. Zwei Kilometer vor dem Zielbahnhof setzt er noch einen Notruf an den Zielbahnhof ab, um die Bahnsteige räumen zu lassen, was aber vom Aufsichtsbeamten unterlassen wird. Zu allem Überfluss ist der im Bahnhof wartende Zug stark überbesetzt, weil der vorhergehende Zug auf Grund des Nichterscheinens des Lokführers ausgefallen ist.
    Im Jahr 1992 kommt es zum Prozess, in dem der Lokführer des Unglückszuges, die Frau, die die Notbremse gezogen hatte, der nicht zum Dienst erschienene Lokführer sowie der Aufsichtsbeamte, der die Räumung des Bahnsteiges unterlassen hatte, wegen fahrlässiger Tötung auf der Anklagebank sitzen. Die Frau und der Aufsichtsbeamte werden freigesprochen, der Lokführer des Unglückszuges wird zu vier Jahren Haft verurteilt, von denen er sechs Monate absitzen muss. Der zu spät zum Dienst gekommene Lokführer wird zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Diese Urteile führen zu landesweiten Streiks der SNCF-Mitarbeiter. 1993 legt der nicht zum Dienst erschienene Lokführer Berufung gegen seine Verurteilung ein und die zwei Jahre Haft auf Bewährung werden mit der Begründung, sein Nichterscheinen zum Dienst sei kein Verstoß gegen die Sicherheitsbestimmungen gewesen, auf zwei Monate reduziert.
    Opferbilanz: 59 Tote, 32 Verletzte.

    Vor 15 Jahren:

    22. 06. 2003: [Vaibhavwadi, Bundesstaat Maharashtra, Indien] Ein Sonderzug der Konkan Railway Corporation mit Ferienreisenden ist auf der Central Railway von Karwar nach Mumbai unterwegs. Durch starken Monsunregen und Dunkelheit ist die Sicht extrem schlecht. Bei Vaibhavwadi durchfährt der Zug einen Tunnel, der in unwegsamem Gelände in einen Geländeeinschnitt mündet. Hier hat sich nach den schweren Regenfällen ein Erdrutsch ereignet: Felsen und Erde sind auf die Bahnstrecke gestürzt, was bis dahin nicht bemerkt wurde. Gegen 22:30 Uhr fährt die Lokomotive des Zuges mit erheblicher Geschwindigkeit auf die Gesteinsbrocken auf und wird aus dem Gleis geschleudert, ebenso die ersten drei Wagen des Zuges. Das geschieht so heftig, dass die Fahrzeuge zertrümmert werden. Der letzte Wagen des Zuges verkeilt sich im Tunnel.
    Die Gegend, in der der Unfall geschieht, ist so abgelegen, dass es keine Anwohner gibt, die den Unfall bemerken. So dauert es Stunden, bevor Erste Hilfe von außerhalb zur Verfügung steht. Die Unfallstelle ist wegen der schlechten Straßenverhältnisse auch von den 150 abgeordneten Soldaten der Armee und mit Rettungsfahrzeugen nur schwer zu erreichen. Auch Rettungszüge können zunächst wegen der Gefahr weiterer Erdrutsche nicht eingesetzt werden. So dauert es bis in die Morgenstunden, bevor alle Opfer aus dem verunglückten Zug geborgen werden. Diese Umstände tragen erheblich zu der hohen Zahl der Toten bei. Auf den havarierten Zug rutschen weitere Teile der Böschung nach.
    Opferbilanz: 51 Tote, über 100 Verletzte, davon 60 Schwerverletzte.

    Quellen: Katstrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
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