Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

  • 110 Jahre Weissenstein-Linie Solothurn - Moutier/Münster

    Vor 110 Jahren, am 1. August 1908 wurde die 22 km lange Weissenstein-Linie zwischen Solothurn und Moutier/Münster eröffnet. Wichtigstes Bauwerk ist der 3.700 m lange Weissenstein-Tunnel. Ihre Elektrifizierung erfolgte im Jahr 1932. Ab Mitte der 1970er-Jahre wurde immer wieder ihre Einstellung diskutiert, die Diskussion wurde aber im Jahr 2017 mit dem Beschluss des Verkehrsministeriums beendet, den Weissenstein-Tunnel ab 2020 zu sanieren, um so den Betrieb für weitere 25 Jahre sicherzustellen.

    Weitere Informationen gibt es auf Wikipedia und in diesem Schienenweg-Thread.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Fortsetzung Nr. 482 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 115 Jahren:

    07. 08. 1903: [Durand, Bundesstaat Michigan, USA] Der Benjamin-Wallace-Zirkus ist mit zwei Sonderzügen unterwegs, als beim ersten Zug ein Bremsproblem auftritt. Während der Zug vor dem Einfahrsignal des Bahnhofes Durand auf die Einfahrt in den Verschiebebahnhof von Durand wartet, fährt der zweite Zug infolge der Unaufmerksamkeit des Lokführers auf den stehenden Zug auf.
    Opferbilanz: 22 Tote.

    Vor 100 Jahren:

    03. 08. 1918: [Auschwitz, heute Oświęcim, Polen] Ein gemischter Zug entgleist während einer Schnellbremsung auf der Weichselbrücke. Der stark verspätete Güterzug 76, auf der Bahnstrecke Wien–Krakau unterwegs, hält vor dem „Halt“ zeigenden Einfahrsignal des Bahnhofs Auschwitz auf der Weichselbrücke.Dem Güterzug folgt im Fahrplanabstand der pünktlich verkehrende gemischte Zug Nr. 62. In diesem Zug laufen nach der Lokomotive 13 Dienst- und Personenwagen, die mit einer Druckluftbremse ausgerüstet sind. Anschließend folgen 46 Güterwagen, die mit der Hand zu bedienende Spindelbremsen haben.
    Durch den Fehler eines Blockwärters erhält Zug 62 Einfahrt in den durch den Zug 76 noch belegten Streckenabschnitt. Der Güterzug 76 fährt gerade an, als der Lokomotivführer des Zuges Nr. 62 ihn vor sich bemerkt. Er löst sofort eine Schnellbremsung aus, die aber nur bei den 13 ersten, mit Druckluftbremse ausgestatteten Wagen wirkt. Die folgenden 46 Wagen aber rollen weiter und üben einen solchen Druck auf den gebremsten Zugteil aus, dass 7 der gebremsten Wagen entgleisen und 5 in die Weichsel stürzen.
    Opferbilanz: Mindestens 8, nach anderen Angaben 20 Tote, 30 Verletzte.

    Vor 65 Jahren:

    06. 08. 1953: [Böheimkirchen, NÖ] Die 12.004 wird im Bahnhof Böheimkirchen mit ihrem Zug in voller Fahrt irrtümlich auf ein Nebengleis geleitet, wobei die Lok umstürzt.

    Foto: Zell, Archiv Griebl. Aus BiB 13 - Unfäll und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980, S. 17.

    Vor 55 Jahren:

    04. 08. 1963: [Montevideo, Uruguay Zirka elf Kilometer außerhalb von Montevideo entgleist ein Reisezug bei einem Tempo von rd. 65 km/h, wobei zwei Waggons zerstört werden. Als Unglücksursache wird Sabotage vermutet.
    Opferbilanz: Zirka 40 Tote.

    Vor 30 Jahren:

    06. 08. 1988: [Bologoie, ehem. Sowjetunion] In der Nähe von Bologoie entgleist der"Aurora-Express" (Leningrad - Moskau) bei einer Geschwindigkeit von 140 km/h, obwohl im betreffenden Streckenabschnitt eine LA von max. 60 km/h gilt. Dabei geraten die Waggons des Zuges in Brand, die mit Hilfe eines Löschzuges gelöscht werden müssen, da die Unglücksstelle von der Straße aus nicht erreichbar ist. Die LA war am Vortag auf Grund schadhafter Schienen verfügt worden, der Lokführer war über die LA allerdings nicht informiert worden.
    Opferbilanz: 28 Tote, über 180 Verletzte.

    Vor 25 Jahren:

    04. 08. 1993: [Mairwa, Indien] In Mairwa entgleist ein Reisezug.
    Opferbilanz: 22 Tote.

    Vor 15 Jahren:

    07. 08. 2003 [Gsteigwiler, Kanton Bern, CH] Zwei Personenzüge der Berner-Oberland-Bahn (BOB) stoßen zwischen Wilderswil und Zweilütschinen zusammen. Der Triebfahrzeugführer des nach Interlaken fahrenden Zuges übersieht beim Übergang vom Doppelspur- auf den Einspurabschnitt das Halt zeigende Signal. Als der Triebfahrzeugführer dies bemerkt, hält er den Zug sofort an. Inzwischen fährt jedoch der von Wilderswil kommende Gegenzug in den Einspurabschnitt ein. Die Strecke ist noch nicht mit einer Zugsicherung ausgerüstet, der Einbau der Zugsicherung ZSI-127 ist jedoch zum Zeitpunkt des Unfalls bereits im Gang.
    Opferbilanz: 1 Toter, 63 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Fortsetzung Nr. 483 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 115 Jahren:

    10. 08. 1903: [Paris] Panik nach Brand eines Métrozuges: Man versucht, einen brennenden Métrozug auf der Métrolinie 2 durch die Tunnelstrecke abzuziehen. Dies misslingt und die Evakuierung eines folgenden Zuges, der im Bahnhof Couronnes aufgehalten wird, klappt nicht richtig, weil viele der verärgerten Fahrgäste sich weigern, auszusteigen. Als dann der Brand des vorderen Zuges die Stromleitung beschädigt, die auch die Beleuchtung des Bahnhofs Couronnes versorgt und zugleich dichter Rauch von dem brennenden Zug aus dem Tunnel quillt, bricht Panik aus.
    Opferbilanz: 84 Tote.

    Vor 45 Jahren:

    13. 08. 1973: [Erdbach, Bundesland Hessen, BRD] Durch den Eingriff Betriebsfremder im Bahnhof Mademühlen der Westerwaldquerbahn werden 16 Güterwagen von einem Zug abgekuppelt und beginnen im Gefälle bergabwärts zu rollen. Nach 15 km und Querung von 20 Bahnübergängen treffen sie auf den Prellbock des Bahnhofs Erdbach, der in einer Spitzkehre liegt, überfahren ihn und schlagen 50 Meter weiter in ein Wohnhaus ein.
    Opferbilanz: 1 Tote (Bewohnerin des zerstörten Wohnhauses).

    Quelle: Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Neu

    Am 4. Juli habe ich anlässlich des 50-jährigen Bestandsjubiläums der Somosierra-Linie in Antwort 901 Folgendes geschrieben:

    dr. bahnsinn schrieb:

    Im Jahr 2006 wurde der letzte hochwertige Zug auf dieser Strecke, der Hotelzug Madrid - Paris auf die Strecke über Vallodolid verlegt. Im Februar 2010 ist ein TALGO-Zug bei Bahabón de Esgueva wegen eines im Gleis liegenden Felsbrockens entgleist, worauf der Personenverkehr eingestellt wurde. Im Jahr 2011 ist schließlich ein Teil des Somosierra-Scheiteltunnels eingestürzt und damit scheint das Schicksal besiegelt zu sein, auch wenn es immer wieder Diskussionen über eine Wiederaufnahme des Verkehrs gibt.
    Jetzt scheint man nicht nur der Strecke, sondern auch den Diskussionen über die Wiederinbetriebnahme endgültig das Lebenslicht ausgeblasen zu haben. Am 13. Juni 2018 wurde das Südportal des 3.895 m langen Somosierra-Scheiteltunnels zugemauert.
    Ein unrühmliches Ende für die Direktverbindung Madrid - Burgos nach vierzig Jahren Bau- und nur 42 Jahren Betriebszeit.
    Quelle: TR EU-Heft Nr. 272, S. 57.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Fortsetzung Nr. 484 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Neu

    Vor 150 Jahren:

    20. 08. 1868: [Llanddulas, Wales] An diesem Tag ist der „Irish Mail“ der London and North Western Railway (LNWR), ein Schnellzug, vom Londoner Bahnhof Euston nach Holyhead unterwegs. Der Zug besteht aus der Lokomotive, einem Wagen für den Zugführer, zwei Bahnpostwagen, Gepäckwagen, vier Reisezugwagen und einem weiteren Wagen für einen Zugbegleiter am Zugschluss. Der Zug ist um 7 Uhr 30 in London abgefahren und um 11:30 in Chester angekommen. Hier werden weitere vier Reisezugwagen vor die aus London gekommenen Reisezugwagen in den Zug eingestellt. Der Zug befährt nun die North Wales Coast Line. Um 12 Uhr 39 durchfährt der Zug den Bahnhof Abergele mit etwa 65 km/h. Die Türen der Reisezugwagen sind – wie damals üblich – aus Sicherheitsgründen von außen verschlossen.
    In Llanddulas soll er einen Güterzug überholen, der aber mit 43 Güterwagen zu lang ist, um ihn insgesamt in eines der beiden dort gelegenen Überholungsgleise zu stellen, weil dort auch Güterwagen zum Beladen mit Material aus einem benachbarten Steinbruch abgestellt sind. Der Güterzug muss deswegen geteilt werden. Bei dem erforderlichen Rangiermanöver werden sechs Güter- und ein Bremswagen vorübergehend auf dem Durchfahrtsgleis abgestellt, das ein Gefälle von 1 % in Richtung Abergele aufweist. Die abgestellten Wagen werden lediglich von der Bremse des Bremswagens gehalten, die Bremsen der einzelnen Wagen sind nicht aktiviert. Dessen beide Bremser sind abgestiegen, um bei dem Rangiermanöver zu helfen. Die abgestellte Wagengruppe ist durch das Einfahrtsignal des Bahnhofs gedeckt, d.h. der folgende „Irish Mail“ würde vor der Bahnhofseinfahrt auf ein „Halt“ zeigendes Signal treffen.
    Bei einem weiteren Rangiermanöver trifft eine Wagengruppe mit zu hoher Geschwindigkeit auf die auf dem Durchfahrtsgleis abgestellte Wagengruppe, deren Bremse löst sich und die Wagengruppe rollt 2,8 km im Gefälle auf den herannahenden Schnellzug zu. Bedingt durch die Lage der Strecke in zwei gegenläufigen Kurven und Einschnitten sieht der Lokführer des „Irish Mail“ die Wagen erst auf sich zukommen, als sie nur noch 200 m entfernt sind. Lokführer und Heizer lösen eine Notbremsung aus, der Lokomotivführer kann rechtzeitig abspringen und kommt mit Verletzungen davon, der Heizer verbleibt auf der Maschine.
    Der Zug stößt mit einer Geschwindigkeit von 45–50 km/h mit den entlaufenen Güterwagen zusammen, die mit etwa 20–25 km/h unterwegs sind. Lokomotive, Schlepptender und der Wagen des Zugführers entgleisen. Dies ist noch keine Katastrophe. Allerdings haben zwei der entlaufenen Güterwagen 50 Holzfässer mit insgesamt 8 Kubikmetern Paraffinöl geladen, von denen einige durch den Aufprall zerstört werden. Das Paraffinöl hat einen Entzündungspunkt von 58 °C. Es ergießt sich auf die Lok und die ersten vier Reisezugwagen des Schnellzugs und entzündet sich dabei. Die Lok und der Schlepptender und alle Wagen bis einschließlich dem führenden Bahnpostwagen stehen explosionsartig in Sekundenschnelle in Brand. Da die Türen der Reisezugwagen verschlossen sind, haben die
    Reisenden keine Chance, zu entkommen.
    Rettung ist hier nicht mehr möglich, alle Reisenden in den ersten vier Wagen kommen ums Leben, ebenso wie der Zugbegleiter im ersten Wagen und der Heizer. Die folgenden Personenwagen können abgekuppelt und in Sicherheit gebracht werden, bevor die Flammen auf sie übergreifen können und bleiben unbeschädigt. Hier gibt es nicht einmal Schwerverletzte.
    Diese Reisenden können ihre Fahrt gegen 18 Uhr fortsetzen. Der Unfall ist der bis zu diesem Zeitpunkt schwerste in Großbritannien und der erste größer Unfall weltweit, der durch Gefahrgut ausgelöst wurde.
    Opferbilanz: 33 Tote.

    Vor 115 Jahren:

    17. 08. 1903: [Rothenkirchen, Sachsen] Beim Eisenbahnunfall von Rothenkirchen auf der Schmalspurbahn Wilkau–Haßlau–Carlsfeld entgleist die Lokomotive und zwölf Personenwagen des Abendzuges von Rothenkirchen nach Wilkau aufgrund überhöhter Geschwindigkeit.
    Opferbilanz: 3 Tote, 30 Verletzte.

    Vor 100 Jahren:

    16. 08. 1918: [Dümpelfeld, Deutschland] Am Vortag ist auf dem zweigleisigen Abschnitt Remagen - Dümpelfeld der Ahrtalbahn ein Militärurlauberzug liegengeblieben. Deshalb muss am Unfalltag zwischen Hoenningen und Dümpelfeld der Betrieb auf nur einem Gleis abgewickelt werden. Dabei unterläuft dem Fahrdienstleiter in Dümpelfeld ein schwerwiegender Fehler. Obwohl er einen aus Remagen kommenden Personenzug angenommen hat, lässt er einen vom Truppenübungsplatz Elsenborg kommenden Rekrutentransportzug in Richtung Hoenningen durchfahren. In einem unübersichtlichen Gleisbogen knapp vor Hoenningen stoßen die beiden Züge zusammen, wobei die Loks und insgesamt acht Waggons zerstört werden. Außerdem bricht Feuer aus, wodurch die im Rekrutentransportzug mitgeführte Munition (Handgranaten und Garanatwerfer-Munition) expodiert.
    Opferbilanz: 31 Tote, 73 Verletzte.

    Vor 85 Jahren:

    20. 08. 1933: [Jiangxi, China] Ein Zug, der eine Ausbildungsdivision der chinesischen Armee befördert, stürzt aus unbekannter Ursache zwischen Nanchang und Lushan in einen Fluss.

    Opferbilanz: Ca. 200 Tote.

    Vor 80 Jahren:

    21. 08. 1938: [Vadamura, Indien] Bei Vadamura entgleist ein mit moslemischen Pilgern und einer großen Hochzeitsgesellschaft besetzter Reisezug auf Grund einer durch Hochwasser beschädigten Brücke. Die Lok, der Postwaggon und der erste Reisezugwagen versinken dabei im Schlamm. Obwohl der Schaden an der Brücke schon zwei Stunden vor dem Unfall entstanden ist, unterlassen es die Bewohner eines in der Nähe befindlichen Dorfes, auf den Schaden an der Brücke aufmerksam zu machen.
    Opferbilanz: 33 Tote, 93 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991; Wikipedia - Liste schwerer Fälle im Schienenverkehr
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
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