Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

  • 120 Jahre Luzern - Engelberg-Bahn

    Vor nunmehr 120 Jahren, am 5. Oktober 1898 wurde die damalige Stansstad-Engelberg-Bahn (StEB) zwischen den Bahnhöfen Stansstad-Schiffsstation (435 m Seehöhe) und Engelberg (999m) elektrisch mit 750 V 32 Hz Drehstrom in Betrieb genommen. Sie ist eine der ältesten elektrisch betriebenen Bahnlinien der Schweiz und war zum Zeitpunkt ihrer Eröffnung mit rd. 22 km Streckenlänge die längste elektrische Bahnlinie der Schweiz. Anfang der 60er-Jahre des 20. Jh. konnte sie nach Ausräumen der Finanzierungsprobleme bis Hergiswil verlängert werden, wodurch der Anschluss an die Brünigbahn möglich wurde und die Züge bis Luzern durchgebunden werden konnten. Gleichzeitig erfolgte die Umstellung auf das SBB-Bahnstromsystem mit 15kV 16,7 Hz AC. Mit 16. 12. 1964 nahm die nunmehr Luzern-Stans-Engelberg-Bahn (LSE) heißende Bahn den durchgehenden Betrieb bis und ab Luzern auf. Ab 1964 wurden bis 1980 insgesamt acht Triebwagen BDeh 4/4 beschafft, von denen sechs noch vorhanden sind. Diese Triebwagen, die bis 2010 den Gesamtverkehr abwickelten, konnten auf dem 1.579 m langen 246 ‰-Zahnstangenabschnitt (System Riggenbach) zwischen den Stationen Obermatt und Engelberg mit 14,5 km/h befahren. Der 246 ‰-Zahnstangenabschnitt durch die Aaschlucht wurde zwischen 2001 und 2010 durch den Bau eines ca. 4 km langen Tunnels ersetzt, wodurch
    die Maximalsteigung auf 105 ‰ verringert und die Fahrzeit um 14 Minuten verkürzt konnten. Im Jahr 2004 wurde die LSE mit der Brünigbahn fusioniert und seit Anfang 2005 fährt das fusionierte Unternehmen unter dem Namen Zentralbahn (ZB).

    Am 22. 08. 2005 wurde die Trasse im unteren Teil der Aaschlucht durch ein Hochwasser vollständig zerstört und am oberen Ende der Schlucht
    stürzte der die Bahntrasse und die Kantonsstraße tragende Viadukt ein, wodurch Engelberg für mehrere Tage nur über den Luftweg erreichbar war.

    Der Wintersportort Engelberg ist den Schisprung-Fans unter den Usern als Austragungsort von Weltcup-Schisprung-Veranstaltungen ein Begriff.

    Quellen: Die Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 156ff. sowie
    Wikipedia
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Fortsetzung Nr. 491 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 130 Jahren:

    10. 10. 1888: [Mod Run, Bundesstaat Pennsylvania, USA] Mit insgesamt acht Sonderzügen sollen rd. 5.000 Mitglieder der amerikanischen Abstinenzler-Vereinigung von einer Veranstaltung in Hazleton nach Hause gebracht werden. Um den Abtransport rasch abwickeln zu können, werden die Sonderzüge im Abstand von 10 Minuten abgefertigt. Aus Sicherheitsgründen fährt auf den Lokomotiven zusätzlich zum Lokpersonal eigens ein Signalbeobachter mit. Als der fünfte Sonderzug nach dem Haltepunkt Mud Run bei einem Halt zeigenden Signal stehen bleiben muss, sichert die Zugmannschaft den Zug nach hinten vorschriftsmäßig mit einer roten Laterne ab und läuft dem Folgezug entgegen. Trotz dem dritten Mann am Führerstand übersieht die Lokmannschaft des sechsten Zuges das Halt zeigende Einfahrtssignal von Mud Run. Als sie die ihnen entgegenlaufende Zugmannschaft sowie die rote Laterne des fünften Zuges erblicken, leiten sie eine Notbremsung ein, die jedoch zu spät kommt. Beim Aufprall der Lok des sechsten Zuges auf den letztgereihten Waggon des fünften Zuges wird dieser zu zwei Drittel
    in den vorletzten Waggon geschoben und dieser in den drittletzten. Im letzten Waggon gibt es keine Überlebenden. Aus der Ortschaft Pleasant
    Valley sterben 37 Bewohner, darunter viele Jugendliche. Die schuldtragende Lokmannschaft, der Sicherheitsmann und ein Schaffner des
    fünften Zuges werden vor Gericht gestellt, in der Verhandlung am 16. 03. 1889 jedoch freigesprochen. Weitere Informationen zum Unfall von Mud Run auf Wikipedia.
    Opferbilanz: 66 Tote, 50 Verletzte.

    Vor 100 Jahren:

    09. 10. 1918: [Jünkerath, Deutschland] Bei Jünkerath stoßen ein Personenzug und ein Militär-Urlauberzug zusammen.
    Opferbilanz: 16 Tote, 28 Verletzte.

    Vor 75 Jahren:

    06. 10. 1943: [Chalon-sur-Saone, Frankreich] Ein nach Lyon fahrender Schnellzug fährt bei Chalon-sur-Saône auf einen entgleisten Güterzug auf.
    Opferbilanz: 21 Tote, ca. 90 Verletzte.

    Vor 50 Jahren:

    01. 10. 1968: [Korinth, Griechenland] Bei Korinth stoßen auf der Peloponnes-Meterspurstrecke zwei Reisezüge frontal zusammen.
    Opferbilanz: 34 Tote, 150 Verletzte.

    Vor 30 Jahren:

    09. 10. 1988: [Lapovo, ehemaliges Jugoslawien, heute Serbien] Während der Durchfahrt des Schnellzuges Skopje - Belgrad durch den bahnhof Lapovo entgleisen aus unbekannten Gründen die beiden die beiden letzten Wagen des Schnellzuges und werden gegen die Lok eines im Bahnhof stehenden Güterzuges geschleudert. Da der Schnellzug nachweislich nicht zu schnell unterwegs war, wird ein technisches Gebrechen als Unfallursache angenommen.
    Opferbilanz: Mindestens 33 Tote, 15 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
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  • Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 491

    Vor 100 Jahren:

    09. 10. 1918: [Craiova, Rumänien] Auf Grund einer Unterspülung der Strecke nach einem Wolkenbruch entgleist ein Schnellzug.
    Opferbilanz: Rund 100 Tote.

    Vor 80 Jahren:

    09. 10. 1938: [Sant Vicenç de Calders, Katalonien] Im Spanischen Bürgerkrieg stehen die Region Katalonien und deren Hauptstadt Barcelona auf der Seite der Republikaner, weshalb es immer wieder zu Luftangriffen der Faschisten kommt. Am 9. Oktober 1938 wird ein von Tarragona nach Barcelona fahrender, aus Personenwagen mit Holzaufbauten bestehender Personenzug von einem auf den Balearen gestarteten Flugzeug mit Fliegerbomben angegriffen und beschossen. Dabei werden sechs Waggons zerstört.
    Opferbilanz: 83 Tote, über 200 Verletzte, zum Großteil Zivilisten. Viele Fahrgäste kommen in der nach dem Luftangriff ausbrechenden Panik ums Leben.

    Quellen: Wikipedia - Liste schwerer Unfälle und Liste von Anschlägen im Schienenverkehr.
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  • Fortsetzung Nr. 492 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 110 Jahren:

    14. 10. 1908: [Metz, Bundesstaat Michigan, USA] Schwere Waldbrände in den Bundesstaaten Michigan und Wisconsin veranlassen die Behörden, die Bewohner des Dorfes Metz mit Hilfe eines Hilfszuges zu evakuieren. Nach Aufnahme der Bewohner samt Hab und Gut versucht die Zugmannschaft den Flammen durch die Fahrt Richtung Norden zu entkommen, was jedoch angesichts des wütenden Feuers nicht gelingt und man die Flucht Richtung Süden versucht. Beim Versuch, eine vom Feuer bereits beschädigte Brücke über einen Abwasserkanal zu befahren, bricht diese zusammen und der Zug stürzt in den Kanal. Die meisten Todesopfer sind Frauen und Kinder.
    Opferbilanz: 35 Tote.

    Vor 100 Jahren:

    12. 10. 1918: [Selerra, Spanien] Auf Grund einer falsch gestellten Weiche stoßen bei Selerra zwei Personenzüge frontal zusammen.
    Opferbilanz: 67 Tote, 25 Schwerverletzte.

    Vor 75 Jahren:

    16. 10. 1943: [Coesfeld, Deutschland] Auf einer Ek der Bahnlinie Coesfeld - Borken rammt ein Reisezug bei dichtem Nebel einen Wehrmachts-Lkw.
    Opferbilanz: 21 Tote, 10 Verletzte.

    17. 10. 1943: [Schüpfheim, Kanton Luzern, Schweiz] Der Stationsvorstand des Bahnhofes Schüpfheim an der Bahnlinie Luzern - Bern stellt die Einfahrweiche unter dem vorletzten Wagen eines durchfahrenden Schnellzugs Luzern – Bern. Die beiden Wagen entgleisen und stoßen gegen die Lokomotive des Gegenzuges, der die Zugkreuzung abwartet. Die beiden Wagen werden schwer beschädigt.
    Opferbilanz: 6 Tote, ca. 50 Verletzte.

    Vor 50 Jahren:

    16. 10. 1968: [Hauptsuhl, Bundesland Rheinland-Pfalz, BRD]Auf der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken werden Halte- und Sicherungsbolzen einer Eisenbahnweiche entfernt und diese auf Ablenkung gestellt. Lokomotive und 7 Wagen des D 216 entgleisen mit 120 km/h.
    Opferbilanz: 1 Toter, 14 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgaart 1996; Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1990; Wikipedia - Liste schwerer Eisenbahnunfälle in den USA und Liste von Anschlägen im Schienenverkehr.
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  • Fortsetzung Nr. 493 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Neu

    Vor 105 Jahren:

    22. 10. 1913: [Waldenburg heute Wałbrzych, Polen] Am Tag des Unfalls herrscht ein heftiger Sturm. Auf dem Waldenburger Güterbahnhof der Preußischen Staatsbahn wird rangiert. Dabei wird ein leerer Offener Güterwagen abgestellt, der weder durch eine Handbremse noch durch einen Hemmschuh vor dem Wegrollen gesichert wird.Der Güterwagen wird vom Sturm erfasst und auf die offene Strecke getrieben. Dort rollt er über einen Bahnübergang, der gerade von einem Zug der Waldenburger Straßenbahn gequert wird und rammt den Straßenbahnzug.
    Opferbilanz: 14 Tote.

    Vor 85 Jahren:

    24. 10. 1933: [St. Elier, Frankreich] Zwischen den Bahnhöfen St. Elier und Conches-en-Ouche entgleist mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h der Schnellzug Cherbourg - Paris knapp vor einer über den Fluss Iton führenden Brücke. Lok samt Tender, ein Bremswagen und vier Reisezugwagen stürzen in den Fluss. Dabei werden die ersten drei Reisezugwagen mit Holzaufbauten weitgehend zerstört.
    Opferbilanz: 36 Tote, 68 Verletzte.

    Vor 75 Jahren:

    23. 10. 1943: [Deutschland] Auf der Strecke München Hbf. - Ingolstadt rammt der P 210 auf einer Ek einen Autobus. Ursache: Offener Bahnschranken.
    Opferbilanz: 17 Tote, 25 Verletzte.

    Vor 15 Jahren:

    23. 10. 2003: [Zell am See, Salzburg] Zusammenstoß eines Regionalzuges mit einer Gleisbaumaschine bei der Einfahrt in den Bahnhof Zell am See. Es entsteht hoher Sachschaden in der Höhe von vier Millionen Euro.
    Opferbilanz: 16 Verletzte, darunter 3 Schwerverletzte.

    24. 10. 2003: [Zürich-Oerlikon, Schweiz] Beim Bahnhof Zürich Oerlikon stoßen zwei Schnellzüge in einer Flankenfahrt seitlich zusammen. Ein von Zürich nach Konstanz fahrender Regio-Express kann in Zürich Oerlikon nicht anhalten und prallt seitlich in einen aus Schaffhausen kommenden Schnellzug. Die Bremshähne zwischen dem ersten und zweiten Wagen sind fälschlicherweise geschlossen und damit ist der größte Teil des Zuges ungebremst.
    Opferbilanz: 1 Tote (tschechische Touristin), über 60 Verletzte.

    Vor 5 Jahren:

    21. 10. 2013: [Naseerabad District, Pakistan] Auf den Jaffar Express Quetta - Rawalpindi wird ein Bombenanschlag verübt.
    Opferbilanz: 7 Tote, 17 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress verlag, Stuttgart 1996; Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag Berlin 1991; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
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