Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

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  • Fortsetzung Nr. 509 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 80 Jahren:

    11. 02. 1939: [Barcelona, Spanien] Zwei Züge – einer davon ist ein dreigliedriger Elektrotriebwagen – sind auf der damals eingleisigen, elektrifizierten Bahnstrecke Barcelona–Castellar del Vallès der Katalanischen Eisenbahn unterwegs, einer von Terrassa nach Barcelona, der andere in der Gegenrichtung. Heute ist dieser gesamte Streckenbereich unterirdisch geführt und Bestandteil der Metro Barcelona.
    Zum Unfallhergang gibt es variierende Darstellungen. Im Bahnhof von Sarrià, einem Stadtteil von Barcelona, fährt der Elektrotriebwagen auf einen dort stehenden Personenzug auf. Der vordere Wagen des Elektrotriebwagens wird vollständig zerstört. Nach anderer Darstellung stoßen zwei Züge, von denen einer gerade den Bahnhof „Les Planes“ verlassen hat, bei einem Eisenbahntunnel bei Sarrià zusammen. Der zweite Zug setzt sich durch den Aufprall rückwärts in Bewegung und rollt im Gefälle nach Sant Gervasi de Cassoles hinunter, wo er mit einem dritten Zug kollidiert, der aus Barcelona kommend bergauf fährt.
    Offiziell wird angegeben, ein Bremsversagen habe den Unfall ausgelöst, aber auch von Sabotage ist die Rede. Der Spanische Bürgerkrieg befindet sich zu dieser Zeit in seiner Endphase und entsprechend interessengesteuert sind die jeweils verbreiteten Meldungen.
    Opferbilanz:
    32, nach anderen Angaben 53 Tote, 160 Verletzte.

    12. 02. 1939: [Xàtiva, Spanien] Bei einem Luftangriff auf den Bahnhof von Xàtiva in den letzten Tagen des Spanischen Bürgerkriegs sterben 129 Menschen, 200 werden darüber hinaus verletzt.

    Vor 70 Jahren:

    12. 02. 1949: [Móra la Nova, Spanien] Der Schnellzug Barcelona–Madrid entgleist in einer Kurve vor dem Bahnhof Móra la Nova (Streckenkilometer 536,6), die in einem Gefälle liegt. Die Lokomotive wird aus der Kurve in eine darunter liegende Schlucht getragen, mehrere Wagen fallen auf sie. Die Franco-Diktatur behauptet als Ursache einen kommunistischen Anschlag. Befestigungen der Schienen seien entfernt worden.
    Opferbilanz: 40 Tote, ca. 100 Verletzte.

    Vor 5 Jahren:

    10. 02. 2014: [Brennersee,Österreich] Im RoLa-Terminal Brennersee entrollen zwei unbesetzte Lokomotiven Baureihe 189 von Lokomotion und Rail Traction Company und prallen in den Begleitwagen und die Schiebelokomotive 1144 eines RoLa-Zugs. Die 1144 281 stürzt eine Böschung hinunter und schrammt am Bahnhofsgebäude entlang. Glücklicherweise ist die Fahrstraße für die Schiebelokomotive in ein Stumpfgleis und nicht auf das Streckengleis mit 23 ‰ Gefälle eingestellt.

    Quelle: Wikipedia - Liste schwerer Unfälle sowie Liste von Anschlägen im Schienenverkehr.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Fortsetzung Nr. 510 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 100 Jahren:

    16. 02. 1919: [Kambove, Belgisch Kongo] Ein in einem während der Nacht im Bahnhof abgestellten Zug eingereihten Waggon explodieren mehrere Tonnen Sprengstoff. Zahlreiche, im Zug befindliche Personen werden getötet.
    Opferbilanz: 27 Tote.

    Vor 95 Jahren:

    18. 02. 1924: [Ludwigstadt, Deutschland] Auf der Frankenwaldbahn entgleist nach Bremsversagen ein Güterzug, worauf die Lok und 21 Waggons von der Trogenbachbrücke auf Wohnhäuser von Ludwigsstadt stürzen und teilweise in Brand geraten.
    Opferbilanz: 2 Tote, darunter der Lokführer und ein illegal im Packwagen mitfahrender Passagier. Heizer, Schaffner, Bremser und Zugführer werden verletzt. Von der Bevölkerung des Ortes kommt wie durch ein Wunder niemand zu Schaden.

    Vor 85 Jahren:

    18. 02. 1934: [Populonia, Italien] Ein Dieseltriebwagen stößt auf der eingleisigen Strecke Piombino - Livorno in der Nähe des Bahnhofes Populonia mit ca. 120 km/h mit einem von einer Dampflok geführten Sonderzug zusammen, wobei Feuer ausbricht. Die Mehrzahl der 48 Fahrgäste des Triebwagens kommt ums Leben.
    Opferbilanz: 34 Tote.

    Vor 70 Jahren:

    18. 02. 1949: [Pont d'Atelier, Frankreich] Der Schnellzug von Nancy nach Dijon stößt mit einer Lokomotive zusammen. Dabei werden zwei Reisezugwagen mit Holzaufbauten, die zwischen dem Gepäckwagen mit Stahlkasten und einem Postwaggon gereiht waren, regelrecht zerdrückt.
    Opferbilanz: 43 Tote, darunter auch der der Lokführer, der durch ausströmenden Dampf schwere Kopfverletzungen erleidet.

    Vor 15 Jahren:

    18. 02. 2004: [Nischapur, Iran] Nach Angaben der zuständigen iranischen Behörden hat sich ein Güterzug aus unbekannten Gründen mit 51 Güterwagen
    selbständig gemacht und fährt führerlos bis in den Bahnhof von Chajjam im Nordosten des Landes, wo er entgleist und in Brand gerät. Bei den Bergungsarbeiten kommen viele Helfer zu Schaden, da erst fünf Stunden nach dem Ereignis eine Explosion erfolgt. Diese zeigt auf derErdbebenwarte in Teheran einen Erdstoß mit der Stärke 3,6 auf der Richterskala an. Auch in der 75 Kilometer entfernten ProvinzhauptstadtMaschhad ist der Knall noch zu hören. Im Zugverband befinden sich 17 Wagen mit Schwefel, 6 mit Treibstoff, 7 mit leicht entzündlichen Düngemitteln und 10 mit Baumwolle beladen. Diese Ladungen ergeben zusammen diese hochexplosive Mischung. Der Brand ist zum größten Teil bereits gelöscht, als die dabei entstandenen Gase explodieren. Erst diese Explosion fordert die große Zahl der Toten und Verletzten. Genaue Zahlen sind aber bis heute nicht bekannt.
    Opferbilanz: Mindestens 320 Tote, darunter zum Großteil Feuerwehrleute, ca. 460 zum Teil schwerverletzte Feuerwehrleute und Dorfbewohner.

    Quellen:
    Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
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  • Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 510 mit Österreichbezug

    Vor 50 Jahren:

    16. 02. 1969: [Buchs, Schweiz] Auf Grund eines Fehlers in der Sicherungsanlage des Bahnhofes Buchs stößt ein SBB-Tw der Reihe RBe 4/4 mit dem 6030.19 zusammen.

    Foto: Hajek, aufgenommen am 18. 02. 1969 in Bludenz.

    Quelle: BiB 13 - Unfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980, S. 69.
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  • Fortsetzung Nr. 512 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 85 Jahren:

    04. 03. 1934: [ehemalige Sowjetunion, heute Russland] Auf einem Bahnhof in der Nähe von Moskau fährt ein Zug auf einen im Bahnhof stehenden Reisezug auf, wobei die letzten beiden Waggons dieses Zuges schwer beschädigt werden. Im Prozess gegen das schuldtragende Zugpersonal werden der Lokführer und der Heizer zum Tode verurteilt, drei weitere Eisenbahner erhalten Gefängnisstrafen.
    Opferbilanz: 19 Tote, 52 Verletzte.


    Vor 75 Jahren:

    02. 03. 1944: [Bahnlinie Battipaglia - Metaponto, Armi-Tunnel, Italien] Im Süden Italiens haben die Alliierten die faschistische Regierung von Benito Mussolini bereits besiegt, das zivile Leben befindet sich aber noch im Chaos. Der zivile Eisenbahnverkehr verläuft völlig ungeordnet und unzuverlässig. Zahlreiche Menschen reisen deshalb illegal auf Güterzügen mit, vor allem auch für Hamsterfahrten, um bei der unsicheren Versorgungslage an Nahrungsmittel vom Land zu kommen. Die Ferrovie dello Stato hat aus dem gleichen Grund große
    Schwierigkeiten qualitativ geeignete Steinkohle für ihre Dampflokomotiven zu beschaffen und muss in der Regel auf minderwertige
    Kohle zurückgreifen. Das Unglück ereignet sich auf der Bahnstrecke Battipaglia–Metaponto.
    Diese quert den Apennin, weist erhebliche Steigungen und Gefälle sowie zahlreiche Tunnel auf. Am Unglückstag reisen über 600 Menschen illegal auf dem Güterzug Nr. 8017 mit, der in östlicher Richtung auf der Strecke unterwegs ist. Der Zug besteht aus 47 Güterwagen, darunter zahlreiche Flachwagen, 41 davon sind nicht beladen. Wegen der vor dem Zug liegenden Steigungen erhält er im Bahnhof Romagnano eine zusätzliche Vorspannlokomotive. Die beiden Lokomotiven entstammen den 1'D-Baureihen 740 und 744.
    Da für die Dampflokomotiven des Zuges nur minderwertige Kohle zur Verfügung steht, ist zum einen deren Zugkraft eingeschränkt, zum anderen enthalten deren Rauchabgase überdurchschnittlich viel Kohlenmonoxid. Als der Zug in den Armi-Tunnel zwischen dem Haltepunkt
    Balvano-Ricigliano und dem Bahnhof Bella-Muro einfährt, reicht die Zugkraft der beiden Lokomotiven nicht mehr aus, ihn durch den fast 1,7
    km langen Tunnel mit einer Steigung von 14 ‰ zu ziehen. Der Zug kommt zum Stehen, als sich die Lokomotiven etwa 800 Meter weit im Tunnel und sich auch die meisten Wagen bereits innerhalb des Tunnels befinden.
    Aufgrund der mangelhaften Entlüftung des Tunnels ist für das Feuer der Dampflokomotive nicht ausreichend Sauerstoff für die Verbrennung
    vorhanden, die so unvollständig erfolgt, und die Abgase der Lokomotive bestehen zunehmend nicht mehr aus (ungiftigem) Kohlendioxid, sondern aus Kohlenstoffmonoxid. Dieses verbindet sich im Blut mit Hämoglobin und blockiert die Fähigkeit der Roten Blutkörperchen, Sauerstoff im Körper zu transportieren. Folge ist Tod durch Ersticken. Diese Kohlenmonoxidvergiftung tritt so schleichend ein, dass die meisten Reisenden und das Zugpersonal das gar nicht wahrnehmen, sondern einfach einschlafen. Die wenigen Überlebenden befinden sich alle auf den wenigen Wagen am Schluss des Zuges, die noch außerhalb des Tunnels stehen.
    Opferbilanz: Mindestens 426 Tote, die Zahlen schwanken allerdings zwischen 426 und 549. Auf alle Fälle handelt es sich um das schwerste Unglück in der Geschichte der italienischen Bahnen.

    Vor 35 Jahren:

    29. 02. 1984: [Hohenthurm, ehemalige DDR, heute Bundesland Sahsen-Anhalt] Als sich der P 7523 von Wolfen nach Halle, der am Zugschluss eine Lok der Reihe 250 betriebsbereit und mit Lokführer mitführt, dem Bahnhof von Hohenthurm an der Strecke Berlin - Halle nähert, ist der Nebel in Verbindung mit dem Industrie-Smog so dicht, dass der Lokführer des P 7523 die Geschwindigkeit seines Zuges auf 15 km/h verringert, wodurch er bis zum Bahnhof Hohenthurm 27 Minuten "Frack" aufreißt. Beim EVS kann er die Stellung "ES Halt erwarten" wahrnehmen, beim ES ist die Signalstellung nicht zu erkennen, weshalb er den Zug anhält und über den Signalfernsprecher die Signalstellung
    erfragen muss. Der Fdl. teilt ihm mit, dass das ES "Frei" zeige und er weiterfahren könne. Zur gleichen Zeit nähert sich auch der Transitzug D 354 Berlin - Saarbrücken, der bis zum damaligen Grenzbahnhof Bebra durchfährt, dem Bahnhof Hohenthurm. Der 48-jährige Lokführer hatte auf Grund des dichten Nebels die Geschwindigkeit ebenfalls etwas verringert, allerdings muss er später bei der Gerichtsverhandlung zugeben, bei nur zwei von neun Signalen, die er passierte, die Signalstellung eindeutig erkannt zu haben! Er ist der Meinung, ein Transitzug müsse einfach freie Fahrt haben. Schließlich übersieht er auch das "Halt zu erwarten" zeigende AVS und das Halt zeigende AS des Bahnhofes Landsberg. Der Wärter des Schrankenposten 156 versucht den Zug aufzuhalten, die Haltesignale ignoriert der Lokführer jedoch und der Zug fährt auf Höhe der Bahnhofseinfahrt in den Bahnhof Hohenthurm mit voller Geschwindigkeit auf den P 7523 auf, wobei die am Zugschluss des P 7523 mitlaufende E-Lok der Reihe 250 einen erheblichen Teil der Auffahrenergie auffängt. Das Ausmaß der Katastrophe wäre ansonsten mit Sicherheit wesentlich größer gewesen. Das Bezirksgericht Halle verurteilt den Schuld tragenden Lokführer des D 354 wegen gröblicher Vernachlässigung der Signalbeobachtung zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren.
    Opferbilanz: 11 Tote (darunter auch der Lokführer der E-Lok am Zugschluss des P 7523), 46 Verletzte.

    Vor 30 Jahren:

    02. 03. 1989: [Äthiopien] Im Osten Äthiopiens stößt ein Güterzug mit drei leeren Waggons zusammen. Bei den Unfallopfern handelt es sich um blinde Passagiere.
    Opferbilanz: 57 Tote, 54 Verletzte.

    Vor 5 Jahren:

    01. 03. 2014: [Kunming, VR China] Im und vor dem Bahnhof von Kunming stechen neun uigurische Separatisten wahllos auf Reisende ein und töten 29 von ihnen. Die Polizei erschießt vier Attentäter und ein Polizist stirbt später an seinen Stichverletzungen.
    Opferbilanz: 34 Tote, 143 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr und Liste von Anschlägen im Schienenverkehr.
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  • Fortsetzung Nr. 513 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 85 Jahren:

    12. 03. 1934: [Tawatui, ehemalige Sowjetunion, heute Russland] Im Bahnhof von Tawatui im Ural überfährt ein Nahverkehrszug ein Halt zeigendes Signal und stößt mit einem im Bahnhof rangierenden Güterzug zusammen.
    Opferbilanz: 33 Tote, 68 Verletzte.

    Vor 55 Jahren

    09. 03. 1964: [Baudpur, Indien] Im Bahnhof von Baudpur stößt der Schnellzug Madras - Kalkutta mit einem im Bahnhof stehenden Güterzug frontal zusammen.
    Opferbilanz: 22 Tote.

    Vor 30 Jahren:

    13. 03. 1989: [Tauer, Kreis Beeskow, ehemalige DDR, heute Bundesland Brandenburg] Auf dem Betriebsbahnhof Tauer stoßen der Personenzug Frankfurt (Oder)–Cottbus und ein Güterzug zusammen. Die Lokomotiven beider Züge entgleisen, zwei Personenwagen verkeilen sich ineinander, einer wird über die Lokomotive geschoben. Zwei Fahrgäste können nach stundenlanger mühsamer Rettungsaktion nur noch tot geborgen werden. Vier Reisende und der Lokführer des Personenzuges, der ein Einfahrtssignal nicht beachtet hat, werden ins Krankenhaus gebracht, während weitere Fahrgäste mit leichten Verletzungen ambulant betreut werden.
    Opferbilanz: 2 Tote, mehrere Verletzte.

    Vor 25 Jahren:

    08. 03. 1994: [Durban, Südafrika] Der voll besetzte Zug des südafrikanischen Eisenbahnbetreibers Transnet ist im morgendlichenn Berufsverkehr von Cato Ridge nach Durban unterwegs. Er befördert etwa 800 Reisende. Der Unfall ereignet sich in einer Kurve ca. 20 km westlich der Stadt Durban, als der Zug viel zu schnell in eine Kurve fährt, wobei neun der elf Wagen des Zuges entgleisen und gegen eine Böschung kippen.
    Opferbilanz: 65 Tote, 370 Verletzte.

    Vor 15 Jahren:

    11. 03. 2004: [Madrid, Spanien] Am Montag jähren sich die verheerenden, von Islamisten verübten Terroranschläge auf mehrere Madrider Vorortezüge zum 15. Mal. Hier noch einmal der Ablauf und die Orte der Anschläge:
    Ablauf: Die Explosionen ereignen sich zwischen 7:39 Uhr und 7:42 Uhr Ortszeit.
    Zehn Sprengsätze explodieren in eng besetzten Personenwagen von Vorortzügen der Cercanías Madrid. Drei weitere Bomben sollen verzögert detonieren, vermutlich, um die zu Hilfe kommenden Einsatzkräfte zu verletzen. Die Sprengsätze werden später kontrolliert gesprengt, einer davon soll die Kraft gehabt haben, den zu Rushhourzeiten stark frequentierten Madrider Hauptbahnhof Atocha komplett zu zerstören. Ein verdächtiges Auto, das vor dem Bahnhof geparkt ist, wird ebenfalls kontrolliert gesprengt. Wie später bekannt wird, befindet sich unter den in einer Polizeistation eingelagerten Koffern und Taschen ein brauner Rucksack mit einem weiteren Sprengsatz, der vermutlich durch ein Mobiltelefon gezündet werden sollte. Die Ermittler werden durch das Klingeln des Mobiltelefons auf den Rucksack aufmerksam und können den Sprengsatz entschärfen. Zwei der vier Züge explodieren nicht im Bahnhof Atocha (siehe unten). Einer der Züge sollte fahrplanmäßig zum Zeitpunkt der Detonation im Bahnhof eintreffen, er hat jedoch Verspätung und explodiert auf dem Gleisfeld etwa 500 Meter vor den Bahnsteigen (siehe Foto unten).
    Rettungskräfte erreichen die Unglücksstellen nach wenigen Minuten. Angesichts des Ausmaßes der Anschläge muss ein Behandlungsplatz im Sportkomplex Daoiz y Velarde eingerichtet werden. Um 8:00 Uhr wird die Operation Jaula („Käfig“) angeordnet: Der Verkehr von und nach der Stadt Madrid wird unterbrochen, um die Flucht von möglichen Terroristen zu unterbinden. Der Verkehr auf der Metrolinie 1 wird eingestellt, die beiden anderen Fernbahnhöfe Madrids neben Atocha, Chamartín und Príncipe Pío, werden geschlossen.
    Die Anschläge ereignen sich drei Tage vor den spanischen Parlamentswahlen 2004. In Spanien sind daher die Sicherheitsmaßnahmen bereits erhöht.
    Orte der Explosionen
    Sieben der zehn Explosionen ereignen sich im Bahnhof Atocha bzw. in dessen Nähe. Dies ist der zentrale Bahnhof der spanischen Hauptstadt für die Fernzüge aus dem Süden des Landes sowie für Regionalzüge und der wichtigste Knoten im Cercanías-Netz. Er wurde 1992 umgebaut. Drei Bomben explodieren im Zug 21431, der sich im Bahnhof befindet (die erste um 7:37 Uhr, zwei weitere unmittelbar nacheinander um 7:38). Um 7:39 explodieren vier Sprengsätze im verspäteten Zug 17305, rund 800 Meter vor dem Bahnhof an der Calle de Téllez.
    Zwei Sprengsätze detonieren im Zug 21435 gegen 7:38, als dieser die Station El Pozo del Tío Raimundo verlässt. Eine weitere Explosion ereignet sich im Zug 21713 in der Station Santa Eugenia. Bei den Stationen Santa Eugenia und El Pozo del Tío Raimundo handelt es sich um zwei S-Bahn-Stationen in Arbeitervierteln im Südosten der Stadt. Alle Züge befahren die Strecke Alcalá de Henares - Atocha, eine der wichtigsten Madrider Vorortverbindungen, die in der Rushhour entsprechend stark frequentiert wird.
    Opferbilanz: Von den 191 Todesopfern sterben 34 im Bahnhof Atocha, 64 an der Calle de Téllez, 67 am Bahnhof El Pozo del Tío Raimundo und 16 am Bahnhof Santa Eugenia; die übrigen zehn sterben in Krankenhäusern. Weiters fordern die Anschläge 2051 Verletzte, darunter 82 Schwerverletzte.
    Zahl der Todesopfer nach Staatsangehörigkeit:
    Spanien 140
    Rumänien 16
    Ecuador 6
    Polen 4
    Peru 4
    Bulgarien 4
    Marokko 3
    Kolumbien 2
    Honduras 2
    Dominikanische Republik 2
    Ukraine 2
    Brasilien 1
    Chile 1
    Kuba 1
    Philippinen 1
    Guinea-Bissau 1
    Frankreich 1

    Hier, im Vorfeld des Bahnhofes Atocha, explodiert eine Bombe im verspäteten Zug 17305, die eigentlich im Bahnhof hätte explodieren sollen:

    Foto: dr. bahnsinn, aufgenommen am 09. 02. 2013.

    Die Auswirkungen der Bomben im Zug 17305 sind katastrophal:

    Foto: Corbis

    Neben dem Bahnhof Atocha erinnert ein zylinderförmiges Mahnmal an die Terroranschläge. Im Inneren sind Kondolenzeintragungen aus den Tagen nach den Anschlägen zu lesen:

    Foto: dr. bahnsinn, aufgenommen am 09. 02. 2013.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
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  • 120 Jahre Ybbstalbahn-Zweigstrecke Gstadt - Ybbsitz

    Neu

    Hätte man sie nicht dem Straßenausbau geopfert, dann gäbe es zumindest die Trasse noch. So aber heißt es leider: Am 9. März hätte die Zweigstrecke Gstadt - Ybbsitz der Ybbstalbahn ihr 120-jähriges Bestehen gefeiert, denn laut Wikipedia-Eintrag wurde sie am 9. März 1899 eröffnet. So bleibt uns nur der Blick auf ein, wahrscheinlich um die Jahrhundertwende entstandenes historisches Foto des Bahnhofes Ybbsitz:

    Quelle: Piaty-Blog
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  • 120 Jahre Sierra Nevada-Linie in Spanien

    Neu

    Vor 120 Jahren, am 15. März 1899 wurde auf der 242 Kilometer langen Sierra Nevada-Linie Linares-Baeza - Almería in Andalusien der Verkehr aufgenommen, wodurch der wichtige Mittelmeerhafen Almería (ca. 195.000 EW) Anschluss an das Iberische Breitspurnetz bekam. Begonnen wurde mit dem Bahnbau im Jahr 1891 und die Arbeiten schritten, nicht zuletzt auch wegen zahlreicher Arbeitskonflikte nur sehr zäh voran. Die Bahn ist durchwegs eingleisig und hat ihren Scheitelpunkt in km 169,6 auf einer Seehöhe von knapp 1.129 m. Die Maximalsteigung liegt bei 27,5 ‰. Die Zahl der Tunnels beträgt 20, wobei sie mit I bis XX sehr phantasielos bezeichnet sind.
    Der Verlauf der Strecke ist weitgehend unspektakulär, allerdings muss sie auf ihrem Weg vom andalusischen Hochland zur Mittelmeerküste mehrere Flusstäler mittels spektakulärer Brücken überqueren, unter anderem auch die Puente del Anchurón, Schauplatz einiger Filmszenen von "Brennendes Indien" aus dem Jahr 1959 mit Lauren Bacall und Herbert Lom in den Hauptrollen (siehe Foto).


    In der Nähe des Scheitelpunktes befinden sich auch die beiden Bahnhöfe La Calahorra und Huenéja-Dólar, von denen je eine Stichbahn zum einst größten Eisenerztagebau Europas in Alquife abzweigten. In diesem Tagebau wurden 40 % der spanischen Eisenerzförderung abgebaut wurden, weshalb die Sierra Nevada-Linie für den Abtransport des Erzes von großer Bedeutung war. Im Jahr 1997 wurde der Tagebau stillgelegt und die Bahn verlor dadurch den Großteil des Güterverkehrs.
    Der intensive Güterverkehr war auch der Grund, weshalb man im Jahr 1911 die Strecke mit 6.000 V 25 Hz Drehstrom zwischen Nacimiento und Gádor sowie 1955 zwischen Gádor und Almeria elekrifizierte. Mit der Umstellung vom Dampf- auf Dieselbetrieb im Jahr 1967 wurde der elektrische Betrieb eingestellt und die Fahrleitung abgebaut. Die Originalloks aus dem Jahr 1911 (siehe Foto), die auf Grund ihrer geringen Leistung (360 PS) nur im Tandem verkehren konnten, waren bis zum Ende des elektrischen Betriebes im Jahr 1967 im Einsatz.
    Foto aus: Die Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Zürich 1963

    Aktuell ist der Abschnitt Almeria - Huenéja-Dólar mit 3 kV elektrifiziert. Ob auch elektrisch gefahren wird, ist mir nicht bekannt. Die Bueker-Eisenbahnkarte weist die Strecke allerdings als nicht elektrifiziert aus (siehe Ausschnitt aus bueker.net).

    Der oben schon erwähnte Bahnhof von La Calahorra, dessen Umgebung völlig menschenleer ist und der heute ohne jede Bedeutung und außer Betrieb ist, war in den 1960er- und 70er-Jahren Drehort mehrerer Western-Filme, wie "Spiel mir das Lied vom Tod" "Für eine Hand vol Dollar", "Für ein paar Dollar mehr", Mein Name ist Nobody", Nobody ist der Größte", "Zwei glorreiche Halunken" und "Todesmelodie". Der Bahnhof von La Calahorra war bereits einmal Gegenstand einer Rätselfrage hier im Forum.

    Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 26f.

    Zur Orientierung:

    Ausschnitt aus bueker.net
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  • Fortsetzung Nr. 514 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Neu

    Vor 95 Jahren:

    14. 03. 1924: [Bareilly, Indien] Bei Bareilly erfasst ein Wirbelsturm einen gerade über eine Brücke fahrenden Reisezug und bringt fünf 3.
    Klasse-Wagen des Zuges zum Absturz in den Fluss.

    Opferbilanz: Zahlreiche Todesopfer, aber genaue Zahl unbekannt. In Indien gab es von Jänner bis Ende März 1924 insgesamt 2.818 Todesopfer auf Eisenbahngleisen. 2.029 Personen starben durch unbefugtes Überqueren der Bahngleise, bei Bahnunfällen starben 372 Fahrgäste und
    417 Eisenbahner. Diese erschreckenden Zahlen waren Anlass für den Start einer von den indischen Bahngesellschaften initiierten umfassenden
    Sicherheitskampagne.

    Vor 85 Jahren:

    16. 03. 1934: [San Salvador] In einem Zug explodieren 7 t Dynamit, wobei die Flammen auf ein Treibstofflager übergreifen. In der näheren
    Umgebung werden hunderte Häuser zerstört.
    Opferbilanz: Über 250 Tote, ca. 1.000 Verletzte.

    Vor 55 Jahren:

    18. 03. 1964: [Mirigama, Sri Lanka] Bei Mirigama entgleist ein Pendlerzug bei hoher Geschwindigkeit.
    Opferbilanz: Mindestens 60 Tote.

    Vor 25 Jahren:

    19. 03. 1994: [Baku, Aserbaidschan] In der U-Bahn von Baku verüben armenische Terroristen einen Bombenanschlag.
    Opferbilanz: 14 Tote, 49 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Suttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle und Anschläge im Schienenverkehr.
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