Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

  • Nachtrag "130 Jahre Linea Succursale dei Giovi"

    Vor 130 Jahren, am 15. 4. 1889 wurde der viergleisige Ausbau der als "Giovi-Linie" bekannten Bahnlinie (Turin bzw. Mailand-)Arquata Scrivia - Ronco - Genua mit der Eröffnung der "Succursale" (=Hilfslinie) abgeschlossen. Der Begriff "Succursale" ist insoferne irreführend, als die neue Linie eine wesentlich bessere Linienführung aufweist und daher auch wesentlich leistungsfähiger ist als die alte Giovi-Linie.
    Die alte Giovi-Linie, die eine Länge von 42 km (zwischen Arquata Scrivia und Genoa Piazza Principe) und eine Maximalneigung von 35 Promille aufweist, wurde 1853 eröffnet. Obwohl bereit von Anfang an zweigleisig, konnte sie ab 1871 (Eröffnung der Mont Cenis-Linie) den stark angestiegenen Verkehr vom und zum Genueser Hafen nicht mehr bewältigen. Daher wurde am 29. 7. 1879 mit dem Bau der zweigleisigen Succursale dei Giovi begonnen.
    Die Succursale ist 37 km lang, hat eine Maximalneigung von 16 Promille und verläuft zu mehr als der Hälfte der Streckenlänge in Tunnel (Gesamtlänge der insgesamt 22 Tunnel: 19,854 km = 53,6 % der Streckenlänge). Längster Tunnel ist der Ronco-Tunnel mit 8291 m.
    Elektrifiziert wurde die Succursale 1914/15 mit 3600 V 16 2/3 Hertz Drehstrom. Am 1. 3. 1963 wurde die Strecke 3000 V = umgestellt.
    Auf der Succursale liegt die Hauptlast des Verkehrs zwischen Genua und Arquata Scrivia. Auf der alten Giovi-Linie wird heute der Nahverkehr abgewickelt.

    Links die Turchino-Linie, halbrechts die jubilierende "Succursale" , ganz rechts die alte Giovi-Linie.

    Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider. Orell Füssli Verlag, Zürich 1963, S. 122ff.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • 85 Jahre Direttissima Bologna - Florenz

    Vor 85 Jahren, am 21. 4. 1934 wurde die 97 km lange, durchgehend zweigleisige Direktverbindung zwischen Bologna und Florenz in Betrieb genommen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Verkehr zwischen den beiden Großstädten über die weitgehend eingleisigen Gebirgsstrecken "Porrettana" (133 km, davon 34 km zweigleisig, Scheitelpunkt 616 m, max. Neigung 26 Promille, min. Kurvenradius 300 m, 45 Tunnels, elektrifiziert) bzw. über die "Faentina" (151 km, davon 50 km zweigleisig, Scheitelpunkt 578 m, max. Neigung 25 Promille, min. Kurvenradius 300 m, 47 Tunnels, nicht elektrifiziert) geführt.
    Nachdem diese beiden Strecken nicht sehr leistungsfähig waren, wurde 1920 das Projekt einer Direktverbindung (97 km, durchgehend zweigleisig, Scheitelpunkt 322 m, max. Neigung 12 Promille, min. Kurvenradius 600 m, 29 Tunnels) zum Bau vorgeschlagen. Mit dem Bau wurde aber nur sehr zögerlich begonnen. Erst als in Italien der Faschismus an die Macht gekommen war und dieser sein Prestige mit Großprojekten aufzupolieren gedachte, war für den Bau der Direttissima Geld in Hülle und Fülle da. Längster Tunnel der Strecke ist der "Große Appenninen-Tunnel" mit 18505 m Länge, der als Besonderheit in der Tunnelmitte eine Überholstation "Stazione delle Precedenze" (mit vier Gleisen und zum Zeitpunkt der Eröffnung ein Befehlsstellwerk, Stationsbüro und Werkstatt) aufweist. Die Überholstation ist durch zwei Schrägstollen mit der Erdoberfläche verbunden. Durch einen der beiden Schrägstollen führt eine Stiege mit 1863 Stufen in das über dem Tunnel liegende Bergdorf Cà di Landino. Durch diesen Schrägstollen fallen einmal im Jahr für wenige Augenblicke die Sonnenstrahlen auf die Gleisanlagen der Überholstation. Die Haltestelle wurde mittlerweile stillgelegt.


    Foto: FS - Fototeca

    Zweitlängster Tunnel ist der "Monte Adone-Tunnel" auf der Nordrampe mit 7135 m Länge. Die Gesamtlänge der Tunnels beträgt 36,5 km, das sind rd. 38 % der Streckenlänge. Die Strecke ist mit 3000V = elektrifiziert. Durch die Eröffnung der Schnellfahrstrecke Bologna - Florenz im Jahr 2009 hat die Direttissima stark an Bedeutung verloren.
    Der bisher schwerste Unfall auf der Direttissima passierte vor ziemlich genau 41 Jahren, am 15. 4. 1978, als der umgeleitete und stark verspätete Schnellzug Lecce - Mailand bei Vado auf der Nordrampe mit ca. 110 km/h in eine Schlammlawine fuhr. Der Wagensatz blieb zwar im Gleis, aber die Lok stürzte auf das Gegengleis, just zu dem Zeitpunkt, als der Expresszug "Freccia della Laguna" Venedig - Rom mit 120 km/h aus der Gegenrichtung daherkam und ungebremst in die umgestürzte Lok fuhr. Die Lok des Expresszuges stürzte zusammen mit fünf Waggons auf die unter der Bahntrasse verlaufende Provinzstraße. Das Unglück forderte 43 Todesopfer und 120 Verletzte.
    Vor knapp 35 Jahren, am 23. 12. 1984 wurde während der Fahrt durch den 18,5 km langen Tunnel auf den Rapido 904 Neapel - Mailand ein Bombenattentat verübt. 17 Menschen wurden dabei getötet, weitere 267 verletzt.

    Quellen: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1963 S. 139 ff; Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991 S. 19 f; Wikipedia - Liste von Anschlägen im Schienenverkehr.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Fortsetzung Nr. 520 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 135 Jahren:

    27. 04. 1884: [Chillón, Spanien] Unbekannte beschädigen eine über den Fluss Alcudia führende Brücke, worauf ein Zug entgleist und in den Fluss stürzt.
    Opferbilanz: 59 Tote. Es ist der schwerste Eisenbahnunfall in der Geschichte Spaniens.

    Vor 70 Jahren:

    28. 04. 1949: [Midway/Langlaate, Südafrikanische Union] In der Nähe von Johannesburg kommt zwischen den Bahnhöfen Midway und Langlaate ein elektrischer Vorortezug vor einem Halt zeigenden Signal zum Stehen, der Folgezug ebenso. Der
    dritte Zug fährt jedoch auf den Vorzug auf und schiebt diesen gegen den ersten Zug.
    Opferbilanz: 70 Tote, 166 Verletzte.

    Vor 65 Jahren:

    27. 04. 1954: [Hanau, Bundesland Hessen, BRD] Beim Eisenbahnunfall von Hanau handelt es sich um eine Flankenfahrt eines Nahverkehrszugs in den Skandinavien-Express. Der Lokomotivführer des Personenzuges gibt an, beim erst kurz zuvor montierten Lichtsignal „Grün“ erkannt zu haben. In der Folge werden Lichtsignale mit Blendschutz versehen.
    Opferbilanz: 4 Tote, 97 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress verlag, Stuttgart 1996; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle sowie Liste von Anschlägen im Schienenverkehr.
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  • Fortsetzung Nr. 521 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 95 Jahren:

    02. 05. 1924: [Sowjetunion] Zwischen Odessa und Moskau entgleist der "Lenin-Express" auf seiner Jungfernfahrt nach Moskau. Vier Waggons stürzen um und auch die restlichen Waggons werden arg in Mitleidenschaft gezogen. Dabei kommen zahlreiche Fahrgäste ums Leben oder werden verletzt. Auf Grund der herrschenden Zensur dringen kaum Informationen an die Öffentlichkeit, vor allem auch deswegen, weil als Unfallsursache Sabotage vermutet wird.
    Opferbilanz: Zahl der Todesopfer und der Verletzten unbekannt.

    Vor 30 Jahren:

    04. 05. 1989: [Tepic, Mexiko] Wegen Bremsversagen gerät bei Tepic ein Zug in einer Gefällestrecke außer Kontrolle. In einer Kurve werden die Lokomotive und drei Wagen aus dem Gleis geworfen und stürzen in eine Schlucht.
    Opferbilanz: Je nach Quelle 20 bis 52 Todesopfer.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
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  • Vor 165 Jahren: Aufnahme des Güterverkehrs auf der Semmeringbahn

    Vor 165 Jahren, am 17. 5. 1854, wurde auf der Semmeringbahn der Güterverkehr aufgenommen. Der Personenverkehr folgte zwei Monate später am 17. 7. 1854.
    Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 239.
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  • Fortsetzung Nr. 522 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Neu

    Vor 15 Jaahren:

    12. 05. 2004: [Purkersdorf, NÖ.] Auf der Westbahn wird ein Schnellbahn-Zug von einem überholenden Güterzug gerammt, wobei die S-Bahn-Garnitur (ich vermute Reihe 4030 [Anm.]) zur Seite kippt.
    Opferbilanz: 11 Verletzte.

    Quelle: Wikipedia - Liste von Eisenbahnunfällen in Österreich
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