Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

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  • 110 Jahre Teilstrecke Bernina Suot - Bernina Ospizio der Berninabahn

    Am 1. Juli wurden zwei kurze Teilstrecken der Berninabahn 110 Jahre alt, denn am 1. Juli 1909 wurden das 2 km lange Teilstück St. Moritz - Celerina sowie das 6,6 km lange Teilstück Bernina Suot (früher Berninahäuser) (km 15,7 ab St. Moritz) - Ospizio Bernina (km 22,3) eröffnet. Der durchgehende elektrische Verkehr auf der Berninabahn wurde ein Jahr später am 5. Juli 1910 mit der Eröffnung der Teilstrecke Ospizio Bernina - Poschiavo aufgenommen.
    Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 195ff.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Fortsetzung Nr. 529 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 180 Jahren:

    07. 07. 1839: [Vranovice/Branowitz, Mähren] Der Unfall verläuft zwar relativ harmlos, ist aber angesichts der Umstände trotzdem schildernswert. An diesem Tag findet die festliche Eröffnung der Bahnstrecke Lundenburg (Břeclav) - Brünn statt, weshalb auch drei Festzüge von Wien nach Brünn und retour im damals üblichen Zeitabstand unterwegs sind. Bei der Rückfahrt wird die Lok des zweiten Festzuges untauglich und muss auf freier Strecke vom Lokpersonal repariert werden. Dem Lokführer des dritten Festzuges, ein Engländer namens John Williams, macht seine Lok mit dem Namen "Gigant" ebenfalls Schwierigkeiten, indem sie nicht die volle Leistung bringt. Der Lokführer muss daher ebenfalls auf freier Strecke anhalten, um ein paar Schrauben nachzuziehen. Doppelt peinlich, weil es sich erstens um einen Eröffnungszug handelt und zweitens, weil entlang der Strecke zahlreiche Schaulustige den Zügen zujubeln. Als die Lok wieder ihre volle Leistung bringt, versucht John Williams, überall dort, wo es die Strecke zulässt, die Verspätung aufzuholen. Bei Vranovice vergisst er dabei auf den Sicherheitsabstand zu achten, worauf sein Zug auf den zweiten Eröffnungszug auffährt. Dabei werden zwei Personenwagen des zweiten Eröffnungszuges zertrümmert sowie die Lok "Gigant" und der erstgereihte Wagen des dritten Eröffnungszuges leicht beschädigt.
    Opferbilanz: 60 Verletzte.

    Vor 130 Jahren:

    07. 07. 1889: [Röhrmoos, Bayern] Beim Eisenbahnunfall von Röhrmoos gerät im Bahnhof Röhrmoos an der Strecke München–Ingolstadt bei einer außerplanmäßigen Kreuzung ein durchfahrender Schnellzug auf ein Stumpfgleis und stößt auf eine Gruppe abgestellter Güterwagen, da nach dem Abstellen der Güterwagen die Weiche nicht zurückgestellt wurde.
    Opferbilanz: 10 Tote, 5 Schwer- und 19 Leichtverletzte.

    Vor 80 Jahren:

    09. 07. 1939: [Peñaranda de Bracamonte, Spanien] Vielleicht durch einen Heißläufer verursacht, explodiert Sprengstoff, der in einem Güterzug transportiert wird, bei der Einfahrt des Zuges in den Bahnhof von Peñaranda de Bracamonte, Provinz Salamanca, genau in dem Moment, als der Zug an einer Güterhalle vorbeifährt, in der ebenfalls Sprengstoff und Munition gelagert ist.
    Opferbilanz: Über 100 Tote, über 1.500 Verletzte.

    Vor 75 Jahren:

    06. 07. 1944: [High Cliff, Bundesstaat Tennessee, USA] Bei High Cliff stürzen die Lokomotive und fünf Waggons eines Truppentransportzuges über eine 15 m hohe Böschung in einen Bach. Unfallursache: Entgleisung auf Grund überhöhter Geschwindigkeit (ca. 70 km/h anstatt der erlaubten 55 km/h) in einem kurvenreichen Streckenabschnitt sowie auf Grund einer Gleiserweiterung im Bereich der Entgleisungstelle im Ausmaß von ca. 1,5 cm.
    Opferbilanz: 35 Tote, 98 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
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  • 110 Jahre Tauernbahn

    Am 5. 7. 1909 erfolgte die durchgehende Inbetriebnahme der Tauernbahn. Der Teilabschnitt Schwarzach-St. Veit - Badgastein war bereits am 20. 9. 1905 eröffnet worden.
    Baubeginn für die 80,9 km lange Strecke bis Spittal/Drau war im Oktober 1901.
    Die ersten Planungen gab es bereits im Jahr 1880. Fast 20 veschiedene Linienführungen wurden projektiert und teilweise auch im Gelände abgesteckt, bis sich letztendlich die Variante durch das Gasteiner Tal durchsetzte, erstens war sie die kürzeste Variante, zweitens wies sie auch den kürzesten Scheiteltunnel auf.
    Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 232 ff.
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  • Heute vor 50 Jahren

    Wie man hier sehen kann, wurden auch schon vor 50 Jahren Verschubsignale überfahren:

    Vor 50 Jahren:

    11. 07. 1969: [Station Landstraße, Wien] Bei diesem Unfall handelt es sich um den ersten schweren Unfall im Bereich der Wiener Schnellbahn. Bei einer Umstellfahrt im damaligen Bahnhof Landstraße überfährt die Schnellbahngarnitur 4030.218 um 04:36 Uhr ein "Verschubverbot" zeigendes Verschubsignal und stößt mit dem durchfahrenden, aus der 1042.049 bestehenden Lokzug frontal zusammen. Das erste Foto unten zeigt den ziemlich ramponierten 4030.218 bei den Aufräumarbeiten an der Unfallstelle. Das zweite Foto zeigt die ebenfalls arg in Mitleidenschaft gezogene 1042.049, nachdem sie von der 52.3683 ins Freie gezogen worden war. Der Tfzf. der 1042er konnte rechtzeitig abspringen:



    Quelle und Fotos: BiB 13 - Unfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil Wien 1980, S. 19 und 20.
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  • Fortsetzung Nr. 530 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 135 Jahren:

    16. 07. 1884: [Penistone, Grafschaft South Yorkshire, Großbritannien] Ein Schnellzug der Manchester, Sheffield and Lincolnshire Railway (MS&LR) ist auf der Woodhead Line vom Bahnhof Manchester London Road (heute: Manchester Piccadilly Station) um 12:30 Uhr zum Londoner Bahnhof King’s Cross abgefahren, wo er um 17:20 Uhr ankommen soll. Er führt als Anschluss zu abendlichen Schiffsabfahrten auch Kurswagen zum Bahnhof Grimsby Docks mit. Der Zug ist mit einer Saugluftbremse nach dem System Smith (Smith's brake) ausgerüstet. Diese funktioniert noch nicht automatisch, nach dem Prinzip, dass die Bremsen sich anlegen, wenn Luft in das Bremssystem strömt, dass also bei einem Riss der Bremsleitung automatisch eine Vollbremsung erfolgt. Vielmehr muss der Lokomotivführer aktiv den Unterdruck herstellen, damit die Bremsen sich anlegen.
    Etwa 3 km vor dem Bahnhof Penistone durchläuft die Strecke eine Kurve von 800 m Radius bei einem Gefälle von 8 ‰. Sie führt dort zugleich über die Bullhouse Bridge, auf die die Strecke von beiden Seiten mit einem Bahndamm zuführt.
    Unfallhergang
    Nach dem Verlassen des Woodhead Tunnel, eines Scheiteltunnels, nimmt der Zug in der Abwärtsfahrt auf den Bahnhof Penistone Geschwindigkeit auf. Etwa 3 km vor dem Bahnhof, gegen 13:00 Uhr, im Bereich des auf die Bullhouse Bridge zuführenden Bahndamms, bricht die Achse eines Radsatzes der Dampflokomotive in ihrer rechten Lagerung, als der Zug etwa 80-95 km/h schnell gewesen sein soll. Vermutlich handelte es sich um Materialermüdung, obwohl die Achse erst 82.000 km Leistung erbracht hat. Der Lokomotivführer bemerkt das am Lauf der Lokomotive sofort und leitet eine Schnellbremsung ein. Die beiden nun voneinander gelösten Räder verkeilen sich und drücken dabei die Schienen auseinander. In dieser Spurerweiterung entgleisen die folgenden Wagen, wobei die Kupplung zwischen dem zweiten und dritten Wagen bricht. Das unterbricht auch die Bremsleitung, was dazu führt, dass der abgerissene Zugteil nicht mehr
    bremsen kann. Während Lokomotive, Schlepptender und der ihm unmittelbar folgende gedeckte Güterwagen zum Pferdetransport im Gleis bleiben und etwa 190 m nach der Brücke zum Stehen kommen, wird der folgende, entgleisende Zug in der Kurve nach außen getragen und stürzt vom Bahndamm.
    Opferbilanz: 24 Tote, ca. 50 Verletzte.

    Vor 100 Jahren:

    11. 07: 1919: [Lokalbahn Wien-Baden, Österreich] Ein von Baden nach Wien verkehrender Triebwagen der elektrischen Lokalbahn Wien–Baden gerät in Brand. Durch die Stichflammen werden zwölf Fahrgäste schwer verletzt.

    Vor 50 Jahren:

    14. 07. 1969: [Jajpur Road, Bundesstaat Orissa, Indien] Im dem Personenzug Nr. 398 von Asansol nach Puri reist eine große Zahl von Hindu-Pilgern zu einer Feier im Jagannath-Tempel von Puri, einem der bedeutendsten vishnuitischen Tempel Indiens. Zu dem Fest werden eine Million Gläubige erwartet. Der von einer Diesellokomotive gezogene Güterzug Nr. D 513 befährt das gleiche Gleis hinter dem Personenzug. Dabei fährt er im Bahnhof von Jajpur Road auf den stehenden Personenzug auf. Nach der offiziellen Version haben in dem Bereich, in dem der Unfall geschah, Eingriffe betriebsfremder Personen in die Signalanlagen der Bahn stattgefunden, die den Streckenblock absicherten. Offiziell wird als Unfallursache deshalb ein Attentat angenommen.
    Opferbilanz: 85 Tote, 130 Verletzte.

    Vor 35 Jahren:

    14. 7. 1984: [Divaca, Jugoslawien, heute Slowenien] Der Lokführer eines Güterzuges ignoriert das Halt zeigende Einfahrsignal des Bahnhofes Divaca und fährt mit ca. 65 km/h auf den im Bahnhof haltenden Schnellzug aus Belgrad mit Zugteilen zu den Adriahäfen Koper und Pula auf. Auf Grund der Urlaubszeit befinden sich ca. 1400 Fahrgäste in den 14 Waggons des Schnellzuges. Durch den Aufprall werden die letzten drei Waggons des Schnellzuges zerstört und 16 Waggons des Güterzuges schwer beschädigt. Der Lokführer des Güterzuges, der das Unglück überlebt, gibt an, sich aus Übermüdung nicht mehr erinnern zu können, was die Signale bei der Einfahrt in den Bahnhof anzeigten, da er bereits seit über 14 Stunden im Dienst und seine Ablöse nicht erschienen war. Der Lokführer wird daraufhin in Haft genommen.
    Opferbilanz: 31 Tote, 33 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress-Verlag, Stuttgart, 1996; Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress-Verlag, Berlin 1991; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • 90 Jahre östliche Transpyrenäenlinie

    Am 21. Juli 1929 wurde im Beisein des spanischen Königs Alfonso XIII. und dem französischen Präsidenten Gaston Doumerguedie die östliche, von Toulouse über La Tour de Carol - Puigcerdá - Ripoll nach Barcelona führende und insgesamt 222 km lange Pyrenäentransversale eröffnet, die auch heute noch existiert. Die eingleisige Strecke ist auf französischer Seite bis Puigcerdá seit Anbeginn mit 1500 V = elektrifiziert. Die maximale Steigung liegt bei 40 Promille und der minimale Kurvenradius liegt bei 200 m, Faktoren, die die Leistungsfähigkeit der Strecke sehr einschränken. Der Scheitelpunkt der Strecke mit 1.567 m Seehöhe befindet sich beim Südportal des Scheiteltunnel de Puymorens (5.410 m). Zwischen den Grenzbahnhöfen La Tour de Carol (SNCF) und Puigcerdá (RENFE) liegt ein Dreischienengleis, sodass bis in den Grenzbahnhof der jeweils anderen Bahnverwaltung gefahren werden kann. Der Normalspurverkehr zwischen La Tour de Carol und Puigcerdá ist laut Wikipedia aber eingestellt.

    Der französische Abschnitt (163 km lang) weist 17 Tunnel mit 13,6 km Gesamtlänge auf, darunter auch den Kehrtunnel Tunnel hélicoidal de Saillens (1.752 m). Auf spanischer Seite gibt es 59 Tunnel (darunter den Túnel de Tosas mit 3.904 m) mit 12,0 km Gesamtlänge. Der spanische Abschnitt der Bahnlinie ist mit 3000 V = elektrifiziert.
    In La Tour de Carol befindet sich auch der Endpunkt der Cerdagne Linie (Le Petit Train Jaune).
    Die mittel- bis langfristige Zukunft der durchgehenden Transpyrenäenlinie ist leider genausowenig gesichert wie die des kleinen gelben Pyrenäenzuges.
    Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 48ff.

    Zur Orientierung: Eisenbahnkarten Frankreich und Iberische Halbinsel von Boris Chomenko
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Fortsetzung Nr. 531 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 65 Jahren:

    24. 07. 1954: [Abenheim, Bundesland Rheinland-Pfalz, BRD] Ein Omnibus wird an einem unbeschrankten Bahnübergang der Bahnstrecke Worms–Gundheim zwischen Herrnsheim und Abenheim von einem Zug erfasst. Der Bus ist im Rahmen eines Betriebsausflugs der Hochheimer Möbelfirma Schramm & Möller an den Eiswoog*) unterwegs, als er sich einem technisch ungesicherten Bahnübergang zwischen Herrnsheim und Abenheim nähert, während gleichzeitig auf der Bahnstrecke der P 3912, gezogen von der Dampflokomotive 74 850 des Bundesbahn-Betriebswerks Worms, auf den Bahnübergang zufährt. Etwa 60 m vor dem Übergang rufen die Fahrgäste dem Fahrer noch zu, dass der Zug komme. Statt zu bremsen, gibt dieser aber Gas und versucht, noch vor dem Zug den Bahnübergang zu queren. Nach Zeugenaussagen überholt er dazu bereits vor dem Übergang wartende Verkehrsteilnehmer, unter anderem ein Kraftfahrzeug, ein Motorrad und mehrere Fahrräder. Der Tachometer des Busses zeigt nach dem Unfall noch 69 km/h. Der Lokomotivführer leitet eine Schnellbremsung ein, was aber nicht ausreicht, um den Zusammenstoß noch zu verhindern. Der Bus wird erfasst und völlig zertrümmert.
    Opferbilanz: 25 Tote, 6 Verletzte. Lokführer und Heizer erleiden einen Schock.

    *) Stausee im nördlichen Pfälzerwald

    Quelle:
    Wikipedia - Eisenbahnunfälle in Deutschland.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 528

    Vor 10 Jahren:

    29. 06. 2009: [Viareggio, Italien] Der Güterzug Nr. 50325 der Trenitalia ist auf der Bahnstrecke Pisa–Genua von Trecate nach Gricignano di Aversa unterwegs. Der Zug wird von der Lokomotive E.655.175 gezogen und besteht aus 14 Kesselwagen der GATX, die zum Teil bei der Polnischen Staatsbahn (PKP) und zum Teil bei der Deutschen Bahn eingestellt sind. Der Einsteller ist für den Unterhalt der Eisenbahnwagen zuständig.
    Unfallhergang: Um 23:48 Uhr entgleist der erste Wagen des Zuges, einer der Güterwagen, die bei der Deutschen Bahn eingestellt sind, bei der Einfahrt in den Bahnhof von Viareggio. Die Entgleisungsstelle befindet sich auf einem geraden Stück Gleis, ohne Weiche. Ursache ist ein Riss in einem Rad, der bei einer vorangegangenen Revision übersehen wurde. Der Wagen schlägt gegen die Bahnsteigkante und kippt, ebenso wie die folgenden vier Wagen, nach links. Dabei wird der Tank mit Flüssiggas aufgerissen. Die beiden darauf folgenden Wagen entgleisen ebenfalls, ohne umzukippen, die letzten sieben Wagen bleiben im Gleis. Der Zug kommt nach 500 Metern, 200 Meter hinter dem Bahnsteigende, zum Stehen. Das Flüssiggas strömt aus, auch in das dem Bahnhof benachbarte Stadtviertel, und entzündet sich.
    Folgen: Der Brand verursacht schwere Zerstörungen an Eisenbahninfrastruktur und Gebäuden in der Umgebung. Etwa 1.000 Menschen müssen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Zwei Häuser stürzen ein. Große Teile von Viareggio werden beschädigt, 100 Menschen wurden obdachlos. Die beiden Lokomotivführer entkommen mit leichten Verletzungen.
    Aufarbeitung: Die Europäische Eisenbahnagentur arbeitet nach dem Unfall gesamteuropäisch auftretende Probleme mit Achsen von Eisenbahnfahrzeugen auf und veröffentlicht dazu einen Bericht. Am 13. November 2013 beginnt in Lucca ein Prozess gegen 33 Angeklagte. Die Anklage umfasst das Herbeiführen eines Eisenbahnunfalls und mehrfache fahrlässige Tötung. Das Urteil wurde am 31. Januar 2017 verkündet. Das Gericht kommt zu der Ansicht, dass der Riss in dem Rad bei der Revision hätte festgestellt werden müssen. Daraufhin verurteilt es 24 Angeklagte, davon sechs deutsche Mitarbeiter des Güterwagenunternehmens GATX Rail Europe, zu Haftstrafen zwischen acht und neun Jahren. Der ehemalige Manager der Rete Ferroviaria Italiana und der für die Instandhaltung der Eisenbahninfrastruktur Zuständige erhalten je sieben Jahre Haft, der damals für die Logistik Verantwortliche sieben Jahre und sechs Monate. GATX wuid darüber hinaus zu einer Geldstrafe von 480.000 Euro verurteilt. Acht Angeklagte werden freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hat weit höhere Strafen verlangt. Dieses erstinstanzliche Urteil ist noch nicht rechtskräftig und wird mit einem Revisionsverfahren angefochten werden. Revisionsverfahren ziehen sich bei umfangreichen Strafprozessen in Italien auch schon mal so lange hin, dass Haftstrafen verjähren.
    Opferbilanz: 32 Tote, 27 Verletzte.

    Quelle: Wikipedia - Zugunglück von Viareggio
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 531 mit Österreichbezug

    Vor 45 Jahren:

    24. 07. 1974: [Baden, NÖ.] Das Durchdrücken einer NIOGAS*)-Erdgasleitung durch den Bahndamm bei Baden führt zu einer Gleisverwerfung, die von den Mitarbeitern der ausführenden Baufirma nicht bemerkt wird. Um 11:39 Uhr entgleist an dieser Stelle der D 252 Athen - Wien, wobei der 4. Waggon und fünf weitere Waggons entgleisen und einer der Waggons über die 7m hohe Böschung stürzt.

    Opferbilanz: 27 Verletzte.
    Foto: Archiv Spurkranz

    Quelle: BiB-Band 13 Unfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980.


    *) Heute EVN-Gas
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Fortsetzung Nr. 532 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 55 Jahren:

    26. 7. 1964: [Custoias, Portugal] Ein Dieseltriebzug der CP entgleist bei Custoias, ca. 5 km vor dem Zielbahnhof Porto in einem
    kurvigen Abschnitt der Strecke. Während der Triebwagen und der zweite Beiwagen weitgehend unbeschädigt bleiben, kracht der erste Beiwagen in den Brückenpfeiler einer Wegüberführung und wird dabei völlig zerstört. Nach Behördenangaben befinden sich im Zug mehr als drei Mal so viele Fahrgäste als zugelassen, da viele Personen nach einem Badeausflug nach Porto zurückfahren wollen. Da die Bahnlinie am Unfallort in einem tiefen Einschnitt liegt, gestalten sich die Bergungsarbeiten sehr schwierig. Die Verletzten müssen mit improvisierten Tragbahren bzw. auf dem Rücken der Sanitäter den Abhang hinauftransportiert werden.
    Unfallursache: Überhöhte Geschwindigkeit, da der Zug zum Zeitpunkt der Entgleisung mit 95 km/h unterwegs ist, was wesentlich über der erlaubten Geschwindigkeit für den Streckenabschnitt liegt sowie die massive Überbesetzung des Zuges. Es ist das schwerste Eisenbahn-Unglück in der Geschichte der Eisenbahn in Portugal.
    Opferbilanz: Je nach Quelle unterschiedliche Angaben. Die Zahl der Todesopfer schwankt zwischen 89 und 104, die der Verletzten zwischen 105 und 121.

    29. 7. 1964: [Randfontein, Südafrika] In der Nähe der Bergarbeiterstadt Randfontein entgleist ein Reisezug.
    Opferbilanz: Über 20 Tote.

    Vor 50 Jahren:

    30. 07. 1969: [Gostivar, Jugoslawien, heute Mazedonien] Im Bahnhof Gostivarentrollen bei Verschubarbeiten drei 40 t-Kesselwaggons auf die im Gefälle liegende freie Strecke in Richtung Tetovo. Ein entgegenkommender zweiteiliger Dieseltriebwagen kann nicht gewarnt werden, wodurch es auf freier Strecke zum Zusammenstoß kommt und der führende Triebwagen bis auf ca. 2 m zusammengestaucht wird. Die für das Entlaufen der Kesselwagen verantwortlichen Verschubarbeiter werden in Haft genommen.
    Opferbilanz: 29 Tote, 17 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Vor 45 Jahren:

    24. 07. 1974: [Baden, NÖ.] Das Durchdrücken einer NIOGAS*)-Erdgasleitung durch den Bahndamm bei Baden führt zu einer Gleisverwerfung, die von den Mitarbeitern der ausführenden Baufirma nicht bemerkt wird. Um 11:39 Uhr entgleist an dieser Stelle der D 252 Athen - Wien, wobei der 4. Waggon und fünf weitere Waggons entgleisen und einer der Waggons über die 7m hohe Böschung stürzt.

    Opferbilanz: 27 Verletzte.
    Foto: Archiv Spurkranz

    Quelle: BiB-Band 13 Unfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980.


    *) Heute EVN-Gas

    dr. bahnsinn schrieb:

    Vor 45 Jahren:

    24. 07. 1974: [Baden, NÖ.] Das Durchdrücken einer NIOGAS*)-Erdgasleitung durch den Bahndamm bei Baden führt zu einer Gleisverwerfung, die von den Mitarbeitern der ausführenden Baufirma nicht bemerkt wird. Um 11:39 Uhr entgleist an dieser Stelle der D 252 Athen - Wien, wobei der 4. Waggon und fünf weitere Waggons entgleisen und einer der Waggons über die 7m hohe Böschung stürzt.

    Opferbilanz: 27 Verletzte.
    Foto: Archiv Spurkranz

    Quelle: BiB-Band 13 Unfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980.


    *) Heute EVN-Gas
    An den Unfall kann ich mich gut erinnern! Ich habe in den Ferien meinen Vater zum Autoservice begleitet. Die Werkstatt war 200 Meter von der Unfallstelle entfernt. Alle Arbeiter sind mit Werkzeug zur Unfallstelle gelaufen und haben 1 Hilfe geleistet!
  • 125 Jahre Pontremolese

    Mit der Eröffnung des 18 km langen Zwischenstücks Borgo Val di Taro - Pontrèmoli mit dem 7.972 m langen Scheiteltunnel Galleria del Borgallo konnte der durchgehende Verkehr auf der 119 km langen Pontremolese Parma - La Spezia aufgenommen werden.
    Eigentlich können gleich zwei Jubiläen gefeiert werden, denn vor 150 Jahren, am 4. August 1864 wurde der 7 km lange Abschnitt La Spezia C. - Vezzano Ligure, der auch von Zügen der Relation Genua - Pisa befahren wird, eröffnet. Aber das für die Pontremolese wichtigere Ereignis war die Eröffnung des 18 km Zwischenstückes Borgo Val di Taro - Pontrémoli mit dem 7.972 m langen Scheiteltunnel Galleria del Borgallo am 1. August 1894, da dadurch der durchgehende Verkehr auf der 119 km langen Verbindung zwischen Parma in der Emilia-Romagna und La Spezia in Ligurien aufgenommen werden konnte.
    Hintergrund für den Bau der Strecke war die Absicht, dem Hafen von La Spezia mehr Bedeutung zukommen zu lassen, indem man den Abtransport der im Hafen ankommenden Waren in die Emilia-Romagna und weiter Richtung Norden erleichterte. Zugleich wollte man dadurch die eingleisige Porrettana, die bis dahin die einzige Verbindung von Mailand über Bologna und Florenz nach Rom war, entlasten.
    Der Scheitelpunkt der Strecke liegt auf 431,3 m Seehöhe im Borgallo-Scheiteltunnel, die Maximalneigung der Strecke von 25 Promille befindet sich auf der Südrampe zwischen den Stationen Gròndola und Pontrèmoli, der kleinste Kurvenradius beträgt 300 m. Mit dem Bau des Scheiteltunnels wurde 1882 begonnen. Noch im selben Jahr musste der Bau auf Grund eines massiven Wassereinbruchs eingestellt werden und konnte erst 1886 wiederaufgenommen werden. Der Tunneldurchschlag erfolgte am 30. Mai 1893.
    Der am 1. August 1894 eröffnete Abschnitt ist von Anbeginn zweigleisig, ebenso der Schlussabschnitt zwischen Vezzano Ligure und La Spezia. 1996 wurde die zwischen Solignano (km 37) und Berceto (km 46) verlegte und zweigleisig ausgebaute Strecke mit dem 1.381 m langen Osella-Tunnels eröffnet, wobei der Bahnhof Valmózzola (km 42) geschlossen wurde. Eine weitere größere Streckenverlegung (ca. 13 km) mit dem 7.014 m langen Serena-Tunnel erfolgte zwischen 2003 und 2005 bei Aulla, bei der auch die Einbindung der Bahnlinie nach Lucca verlegt werden musste. 1929 wurde die Strecke südlich von Fornovo (km 23), wo eine von Faenza kommende Zweiglinie einmündet, mit 3600 V 16,7 Hz Drehstrom elektrifiziert. Die beiden Streckenäste von Fornovo nach Parma bzw. Faenza wurden 1938/39 mit 3000 V Gleichstrom elektrifiziert. Während des 2. Weltkrieges wurde die Strecke durch Kriegseinwirkungen schwer in Mitleidenschaft gezogen, der Wiederaufbau verschlang viel Geld. 1948 wurde der mit Drehstrom elektrifizierte Abschnitt auf Gleichstrom
    umgestellt.
    Weitere Informationen: Wikipedia (italienisch) und Boris Chmenko, Suchfeld 3-C
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Fortsetzung Nr. 533 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 115 Jahren:
    07. 08. 1904: [Eden, USA] Der Schnellzug Nr. 11 der Missouri Pacific Railroad ist an diesem Tag von Denver, Colorado, nach St. Louis, Missouri, unterwegs. Der Lokomotivführer hat eine Warnung erhalten, wegen eines Gewitters darauf zu achten, dass die Brücken über zu querende Wadis in Ordnung und nicht durch Sturzfluten beschädigt sind. Er fährt deshalb nur mit etwa 20 km/h. Der Zug besteht aus der Lokomotive mit Schlepptender, einem folgenden Gepäckwagen, den Sitzwagen und dem Raucherwagen. Am Ende des Zuges laufen Speisewagen und zwei Pullmanwagen. 12 km nördlich von Pueblo ist ein Wadi in der Nähe des Bahnhofs Eden (heute ein nördlicher Vorort von Pueblo) zu kreuzen.
    Die Brücke über das Wadi ist unbeschädigt und so überfährt der Lokomotivführer sie. Während der Zug die Brücke querte– die Lokomotive befindet sich bereits auf dem gegenüberliegenden Ufer – kippt eine durch das Wadi schießende Sturzflut die gerade auf der Brücke fahrenden Wagen nach rechts und spült die Brücke unter dem Zug weg. Die Kupplung zwischen dem vorderen Zugteil und den Pullmanwagen bricht. Der vordere Zugteil stürzt in den Fluss und reißt die Lokomotive rückwärts mit. Ein Schaffner in einem der Pullmanwagen, die sich noch auf dem Ausgangsufer befinden, zieht die Notbremse, so dass die Wagen auf dem Ausgangsufer stehen bleiben, der vordere hängt von der abgebrochenen Brücke über dem Fluss.
    Aus diesem hinteren Zugteil können sich 29 Menschen retten (die diesbezüglichen Zahlen variieren). Im vorderen Zugteil überleben nur 4 Personen, 97 werden getötet, 14 können nicht mehr gefunden werden. Leichen werden bis zu 35 Kilometer unterhalb der Unfallstelle im Arkansas River geborgen. Der Einsatz von Spürhunden muss aufgrund von Treibsand abgebrochen werden. Die Lokomotive wird unmittelbar neben der Brücke gefunden, die in den Fluss gestürzten Wagen 7 Kilometer talabwärts. Der erste Hilfszug
    erreicht die Unfallstelle nach vier Stunden. Die Brücke wird sofort wieder in Stand gesetzt und der Verkehr über die Strecke 24 Stunden nach dem Unfall wieder aufgenommen.
    Opferbilanz: 111 Tote (14 Leichen werden nicht gefunden),

    Vor 105 Jahren:

    05. 08. 1914: [Tipton Ford, Bundesstaat Montana, USA] Der Lokführer eines von Joplin nach Harrison fahrenden vollbesetzten dieselelektrischen Triebwagens mit dem Spitznamen "Doodlebug (Ameisenlöwe)" ignoriert die Anweisung, im Bahnhof von Tipton Ford die Kreuzung mit einem Gegenzug abzuwarten. In der Folge stößt der Zug außerhalb des Bahnhofes mit ca. 110 km/h mit dem Gegenzug zusammen.
    Opferbilanz: 47 Tote, 25 Verletzte.

    Vor 75 Jahren:

    04. 08. 1944: [Stockton, Bundesstaat Georgia, USA] Auf Grund eines Schienenbruches unter dem neunten Wagen eines Reisezuges entgleist der Wagen, wird dabei aber kaum beschädigt. Der zehntgereihte Wagen, in dem sich hauptsächlich Gleisbauarbeiter schwarzafrikanischer Herkunft
    befinden, entgleist ebenfalls, gerät dabei aber in das Lichtraumprofil des Gegengleises und wird dabei von der Lok eines entgegenkommenden Güterzuges fast über die gesamte Länge aufgerissen. Alle Todesopfer dieses Unfalls befinden sich in diesem Wagen.
    Opferbilanz: 47 Tote, 36 Verletzte.

    Vor 45 Jahren:

    04. 08. 1974: [San Benedetto Val di Sambro, Italien] Um 01:23 Uhr explodiert im 5. Wagen des
    Italicus-Express eine Bombe, als der Zug gerade durch den Bahnhof von San Benedetto Val di Sambro an der Strecke Bologna - Florenz fährt. Auftraggeber für das Attentat sind die Fronte Nazionale Rivoluzionario und der Ordine Nuovo, zwei rechtsextreme Organisationen.
    Opferbilanz: 12 Tote, 48 Verletzte.

    Vor 30 Jahren:

    04. 08. 1989: [Colon, Kuba] Im Morgengrauen stoßen bei Colon, 160 km östlich von Havanna, zwei Reisezüge mit hoher Geschwindigkeit zusammen. Die zwei Lokomotiven und vier Reisezugwagen werden dabei zerstört.
    Opferbilanz: 32 Tote, 17 Verletzte.

    Vor 20 Jahren:

    02. 08. 1999: [Gaisal, Bundesstaat Westbengalen, Indien] Zusammenstoß des Awadh-Assam Express und des Brahmaputra Mail im Bahnhof Gaisal.
    Opferbilanz: 287 Tote, 312 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
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  • 129 Jahre Ischlerbahn

    Am 5. August jährt sich zum 129. Mal die Eröffnung des ersten Teilstücks der Ischlerbahn von Bad Ischl nach Strobl. Diesem Anlass widmet das Feuilleton der Wiener Zeitung einen Bericht über die SKGLB.

    PS.: Den an sich nicht uninteressanten Bericht mit dem Stichwort "Ferrosexualität" zu übertiteln, finde ich mehr als unpassend, auch wenn der westi sicher anderer Meinung sein wird. Was hat ein Rückblick auf eine Bahn, deren Einstellung heute als Fehler betrachtet wird, mit Ferrosexualität zu tun? :(
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  • Fortsetzung Nr. 534 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 125 Jahren:

    09. 08. 1894: [Lincoln, Bundesstaat Nebraska, USA] Auf einer 13 Meter hohen und etwa 130 Meter langen Fachwerkbrücke der Chicago, Rock Island and Pacific Railroad werden bei Wilderness Park in Lincoln, Schienennägel entfernt. Ein Zug aus Fairbury, Nebraska, der aus einer Lokomotive und zwei Reisezugwagen besteht, überquert die Brücke gegen 21:20 Uhr. Der Zug entgleist und stürzt ab. Die Feuerbüchse der Lokomotive bricht auf und die hölzernen Wagen fangen Feuer. Die Untersuchung ergibt, dass die Bahnanlage vorsätzlich beschädigt worden war und der Zug deswegen entgleiste. Die Polizei verhaftet den Afroamerikaner George Washington Davis, der zum Zeitpunkt des Unfalls in der Nähe der Unfallstelle gesehen worden sein soll. Nach zwei Prozessen vor einer Jury wird er in einem reinen Indizienprozess – er selbst bestreitet die Tat immer – wegen Totschlags verurteilt. Eine Verurteilung wegen Mordes scheiterte. Ein Motiv kann ihm nie nachgewiesen werden. Er wird nach zehn Jahren durch Gouverneur John H. Mickey begnadigt.
    Opferbilanz: 11 Tote.

    Vor 115 Jahren:

    07. 08. 1904: [Steele`s Hollow, Bundesstaat Colorado, USA] Als ein Schnellzug auf der Fahrt von Denver nach St. Louis bei Steele's Hollow eine hölzerne Brücke über einen kleinen, aber Hochwasser führenden Fluss überquert, treffen die Reste einer kurz zuvor etwas oberhalb eingestürzten Straßenbrücke auf die Eisenbahnbrücke und bringen diese zum Einsturz. Der Lok-Tender und drei Waggons werden hunderte Meter flussabwärts mitgerissen und dabei zerstört.
    Opferbilanz: 111 Tote, 14 Opfer werden nie gefunden.

    Vor 80 Jahren:

    12. 08. 1939 [Carlin, Bundesstatt Nevada, USA] Zirka 25 Kilometer westlich von Carlin entgleist der von drei dieselelektrischen Lokomotiven gezogene und aus 14 Waggons bestehende Expresszug "City of San Francisco" bei einer Geschwindigkeit von ca. 100 km/h. Mehrere Waggons stürzen eine Böschung hinunter und landen im Bachbett des Humboldt River, wobei der Speisewagen und die drei dahinter gereihten Waggons weitgehend zerstört werden. Die führende Lok und die beiden letztgereihten Waggons bleiben im Gleis. Als Unfallursache wird Sabotage festgestellt, da im Bereich der Entgleisungsstelle eine Schiene fehlte.
    Opferbilanz: 24 Tote, darunter 15 Eisenbahner, hauptsächlich Speisewagenpersonal, 115 Verletzte, darunter 16 Eisenbahner.

    Vor 35 Jahren:

    12. 08. 1984: [Heilbronn, Bundesrepublik Deutschland] Der Unfall ist nicht wegen seiner Opferzahl, sondern wegen seiner Begleitumstände berichtenswert.
    Obwohl für den D 890 von Stuttgart nach Hamburg Hbf. beim Einfahrtssignal des Bahnhofes Heilbronn Vorbahnhof die Fahrt in die Ablenkung vorschriftsmäßig mit v/max. 40 km/h signalisiert ist, fährt der 62-jährige Lokführer ohne zu bremsen mit 103 km/h in die Ablenkung.
    Dabei bleiben die Lok sowie die letzten drei Wagen im Gleis, die ersten sechs Wagen aber entgleisen und stürzen um. Bei der Gerichtsverhandlung kann der Lokführer, dem seitens der Vorgesetzten sehr gute Charaktereigenschaften, hohe Intelligenz und überdurchschnittlich gute berufliche Eignung attestiert werden, keine Erklärung für sein Verhalten abgeben und nimmt die ganze Schuld auf
    sich. Das Gericht verurteilt den Lokführer zu acht Monaten Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung und Bezahlung einer
    Geldstrafe in Höhe von 5.000 Mark an eine gemeinnützige Organisation. Als strafmildernd werden seine oben genannten positiven Eigenschaften genannt sowie die Tatsache, dass er sich während seiner gesamten Dienstzeit nie etwas zu Schulden kommen hat lassen. Die Fahrt, auf der er mit seinem Zug verunglückte, war die letzte Fahrt vor seinem geplanten Pensionsantritt. Vielleicht war er gerade deshalb mit seinen Gedanken schon ganz woanders, was natürlich auch kein Entschuldigungsgrund ist.
    Opferbilanz: 3 Tote, darunter der baden-württembergische Landtagsabgeordnete Josef Wilhelm Hauser, 57 Verletzte.

    Vor 30 Jahren:

    10. 08. 1989: [Los Mochis, Mexiko] Zirka 80 Kilometer südlich von Los Mochis stürzt der im Volksmund als "El Burro (der Esel)"*) bekannte Nachtzug von Guadalajara nach Mexicali an der Grenze zu den USA von einem durch Hochwasser beschädigten Viadukt in den Fluß San Rafael de Bamoa.
    Opferbilanz: Über 112 Tote, 205 Verletzte.

    *) Den Spitznamen erhielt der Zug wegen seiner niedrigen Reisegeschwindigkeit sowie auf Grund seiner zahlreichen Halte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
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  • Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 534

    Vor 70 Jahren:

    08. 08. 1949: [Leverkusen-Schlebusch, Nordrhein-Westfalen, BRD] Ein Lkw-Zug, der Ferienkinder befördert, versucht den Bahnübergang noch zu queren, obwohl sich die Schranken bereits schließen. Sie werden zudem auch zu spät geschlossen. Der D 99 erfasst den Lkw-Zug.
    Opferbilanz: 18 Tote, 12 Verletzte.

    Vor 5 Jahren:

    13. 08. 2014: [Tiefencastel, Kanton Graubünden, CH] Der mit etwa 140 Personen besetzte Zug 1136 Samedan–Chur der Rhätischen Bahn (RhB) wird zwischen Tiefencastel und Solis von einem Erdrutsch erfasst, wobei die Lokomotive und drei Personenwagen entgleisen. Es entsteht grosser Sachschaden.
    Opferbilanz: 1 Toter, 5 Schwer- und 5 Leichtverletzte.

    Quelle: Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
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  • 135 Jahre Pajares-Rampe

    Am 14. 8. 1884 wurde der technisch anspruchsvollste, 62 km lange Streckenabschnitt Busdongo (1246 m Seehöhe) - Ujo (249 m), die sogenannte Pajares-Rampe, der 140 km langen Bahnlinie von León in Kastilien nach Gijón an der Atlantikküste in Asturien eröffnet.
    Streckencharakteristika: Eingleisig, elektrifiziert seit 1924 mit 3000 V =, max. Neigung 20,8 Promille, 71 Tunnel mit 25,6 km Gesamtlänge,
    längster Tunnel: Tunel de la Perruca (3071 m).
    Die Bahnlinie ist derzeit noch die wichtigste Verbindung zwischen Madrid und der asturischen Atlantikküste. Der im Bau befindliche, fast 25 km lange Basistunnel wird die Strecke um 33 km verkürzen. Im zweigleisigen, an sich normalspurigen Tunnel wird ein Gleis zusätzlich auch mit Breitspur ausgestattet, sodass daher in Zukunft auch Güterzüge den Basistunnel befahren können. Gijón ist einer der größten Atlantikhäfen Spaniens.
    Weitere Informationen zur Pajares-Rampe und zum Tunnel gibt es hier: Wikipedia. und auf www.bueker.net, Suchraster 1-2/C-D.
    Lageskizze:

    Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag Zürich, 1963, S. 27ff.
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  • 155 Jahre baskische Gebirgslinie Alsasua - Donostia (San Sebastián) - Irún

    Am 20. 08. 1864 wurde die 104 km lange, über die östlichen Ausläufer des kantabrischen Gebirges führende Hauptbahn von Alsasua über Donostia (San Sebastián) nach Irún an der französischen Grenze offiziell in Betrieb genommen. Die Eröffnungsfeier hatte bereits fünf Tage vorher, am 15. 08. 1864 stattgefunden. Die Bahnlinie ist die wichtigste Verbindung Zentralspaniens über Burgos in das Baskenland und an die französische Grenze. Ihre Tage sind aber bereits gezählt, denn die normalspurige Hochgeschwindigkeitsstrecke mit einer Zweigstrecke nach Bilbao ist bereits in Bau.
    Streckencharistika: Breitspur, zweigleisig, elektrifiziert seit 1929 mit 3000 V =, Maximalneigung 15,7 Promille, 33 Tunnel mit 14,6 km
    Gesamtlänge, längster Tunnel Oazurza mit 2955 m Länge, Scheiteltunnel Otzaurte mit 1158 m Länge und Scheitelpunkt auf 611 m Seehöhe.
    Zur Orientierung: www.bueker.net, Suchraster 1-2/F.

    Quelle: Die Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 43f.
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  • Fortsetzung Nr. 535 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 165 Jahren:

    21. 08. 1854: [South Croydon, UK] Ein Ausflugszug fährt in eine Wasser fassende Lokomotive. Die Lokomotive des Ausflugszugs und der ihr folgende Gepäckwagen entgleisen und werden aus der Kurve getragen. Die nachfolgenden Wagen schieben sich ineinander.
    Opferbilanz: 3 Tote, 11 Verletzte.

    Vor 95 Jahren:

    19. 08. 1924: [Paporah Bridge, ehem. Französisch-Äquatorialafrika] Während bei Paporah Bridge ein Zug bei Hochwasser über eine Brücke fährt, stürzt diese ein.
    Opferbilanz: 29 Tote.

    Vor 40 Jahren:

    21. 08. 1979: [Taling Chan, Thailand] Ein Pendlerzug von Thonburi nach Nakhon Pathom stößt mit einem Güterzug von Bangsue nach Padang Besar zusammen, weil der Lokführer des Güterzugs übermüdet ist. Dies ist der schwerste Eisenbahnunfall in der Geschichte Thailands.
    Opferbilanz: 54 Tote.

    Vor 35 Jahren:

    16. 08. 1984: [Chargoon, Bundesstaat Madhya Pradesh, Indien] In der Nähe des Bahnhofs von Chargoon wird durch Hochwasser eine Eisenbahnbrücke weggespült. In diese Lücke fährt ein Personenzug und stürzt in den Fluss.
    Opferbilanz: 56 Tote (nach einer anderen Quelle 104 Tote), 120 Verletzte.

    Vor 25 Jahren:

    21. 08. 1994: [Nähe Tunis, Tunesien] Frontalzusammenstoß zweier Züge.
    Opferbilanz: 21 Tote.

    21. 08. 1994: [Drei Annen Hohne, Sachsen-Anhalt, Deutschland] Zwischen Drei Annen Hohne und Steinerne Renne kollidieren zwei Personenzüge der Harzquerbahn frontal. Beide Lokomotiven entgleisen, mehrere Waggons werden ineinander geschoben oder stellen sich quer. Der Lokomotivführer des talwärts fahrenden Zugs hat einen Halt übersehen.
    Opferbilanz:
    31 zum Teil schwer Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
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