Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

  • 110 Jahre Teilstrecke Bernina Suot - Bernina Ospizio der Berninabahn

    Am 1. Juli wurden zwei kurze Teilstrecken der Berninabahn 110 Jahre alt, denn am 1. Juli 1909 wurden das 2 km lange Teilstück St. Moritz - Celerina sowie das 6,6 km lange Teilstück Bernina Suot (früher Berninahäuser) (km 15,7 ab St. Moritz) - Ospizio Bernina (km 22,3) eröffnet. Der durchgehende elektrische Verkehr auf der Berninabahn wurde ein Jahr später am 5. Juli 1910 mit der Eröffnung der Teilstrecke Ospizio Bernina - Poschiavo aufgenommen.
    Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 195ff.
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  • Fortsetzung Nr. 529 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 180 Jahren:

    07. 07. 1839: [Vranovice/Branowitz, Mähren] Der Unfall verläuft zwar relativ harmlos, ist aber angesichts der Umstände trotzdem schildernswert. An diesem Tag findet die festliche Eröffnung der Bahnstrecke Lundenburg (Břeclav) - Brünn statt, weshalb auch drei Festzüge von Wien nach Brünn und retour im damals üblichen Zeitabstand unterwegs sind. Bei der Rückfahrt wird die Lok des zweiten Festzuges untauglich und muss auf freier Strecke vom Lokpersonal repariert werden. Dem Lokführer des dritten Festzuges, ein Engländer namens John Williams, macht seine Lok mit dem Namen "Gigant" ebenfalls Schwierigkeiten, indem sie nicht die volle Leistung bringt. Der Lokführer muss daher ebenfalls auf freier Strecke anhalten, um ein paar Schrauben nachzuziehen. Doppelt peinlich, weil es sich erstens um einen Eröffnungszug handelt und zweitens, weil entlang der Strecke zahlreiche Schaulustige den Zügen zujubeln. Als die Lok wieder ihre volle Leistung bringt, versucht John Williams, überall dort, wo es die Strecke zulässt, die Verspätung aufzuholen. Bei Vranovice vergisst er dabei auf den Sicherheitsabstand zu achten, worauf sein Zug auf den zweiten Eröffnungszug auffährt. Dabei werden zwei Personenwagen des zweiten Eröffnungszuges zertrümmert sowie die Lok "Gigant" und der erstgereihte Wagen des dritten Eröffnungszuges leicht beschädigt.
    Opferbilanz: 60 Verletzte.

    Vor 130 Jahren:

    07. 07. 1889: [Röhrmoos, Bayern] Beim Eisenbahnunfall von Röhrmoos gerät im Bahnhof Röhrmoos an der Strecke München–Ingolstadt bei einer außerplanmäßigen Kreuzung ein durchfahrender Schnellzug auf ein Stumpfgleis und stößt auf eine Gruppe abgestellter Güterwagen, da nach dem Abstellen der Güterwagen die Weiche nicht zurückgestellt wurde.
    Opferbilanz: 10 Tote, 5 Schwer- und 19 Leichtverletzte.

    Vor 80 Jahren:

    09. 07. 1939: [Peñaranda de Bracamonte, Spanien] Vielleicht durch einen Heißläufer verursacht, explodiert Sprengstoff, der in einem Güterzug transportiert wird, bei der Einfahrt des Zuges in den Bahnhof von Peñaranda de Bracamonte, Provinz Salamanca, genau in dem Moment, als der Zug an einer Güterhalle vorbeifährt, in der ebenfalls Sprengstoff und Munition gelagert ist.
    Opferbilanz: Über 100 Tote, über 1.500 Verletzte.

    Vor 75 Jahren:

    06. 07. 1944: [High Cliff, Bundesstaat Tennessee, USA] Bei High Cliff stürzen die Lokomotive und fünf Waggons eines Truppentransportzuges über eine 15 m hohe Böschung in einen Bach. Unfallursache: Entgleisung auf Grund überhöhter Geschwindigkeit (ca. 70 km/h anstatt der erlaubten 55 km/h) in einem kurvenreichen Streckenabschnitt sowie auf Grund einer Gleiserweiterung im Bereich der Entgleisungstelle im Ausmaß von ca. 1,5 cm.
    Opferbilanz: 35 Tote, 98 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag, Stuttgart 1996; Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag, Berlin 1991; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
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  • 110 Jahre Tauernbahn

    Am 5. 7. 1909 erfolgte die durchgehende Inbetriebnahme der Tauernbahn. Der Teilabschnitt Schwarzach-St. Veit - Badgastein war bereits am 20. 9. 1905 eröffnet worden.
    Baubeginn für die 80,9 km lange Strecke bis Spittal/Drau war im Oktober 1901.
    Die ersten Planungen gab es bereits im Jahr 1880. Fast 20 veschiedene Linienführungen wurden projektiert und teilweise auch im Gelände abgesteckt, bis sich letztendlich die Variante durch das Gasteiner Tal durchsetzte, erstens war sie die kürzeste Variante, zweitens wies sie auch den kürzesten Scheiteltunnel auf.
    Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 232 ff.
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  • Heute vor 50 Jahren

    Neu

    Wie man hier sehen kann, wurden auch schon vor 50 Jahren Verschubsignale überfahren:

    Vor 50 Jahren:

    11. 07. 1969: [Station Landstraße, Wien] Bei diesem Unfall handelt es sich um den ersten schweren Unfall im Bereich der Wiener Schnellbahn. Bei einer Umstellfahrt im damaligen Bahnhof Landstraße überfährt die Schnellbahngarnitur 4030.218 um 04:36 Uhr ein "Verschubverbot" zeigendes Verschubsignal und stößt mit dem durchfahrenden, aus der 1042.049 bestehenden Lokzug frontal zusammen. Das erste Foto unten zeigt den ziemlich ramponierten 4030.218 bei den Aufräumarbeiten an der Unfallstelle. Das zweite Foto zeigt die ebenfalls arg in Mitleidenschaft gezogene 1042.049, nachdem sie von der 52.3683 ins Freie gezogen worden war. Der Tfzf. der 1042er konnte rechtzeitig abspringen:



    Quelle und Fotos: BiB 13 - Unfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil Wien 1980, S. 19 und 20.
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  • Fortsetzung Nr. 530 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Neu

    Vor 135 Jahren:

    16. 07. 1884: [Penistone, Grafschaft South Yorkshire, Großbritannien] Ein Schnellzug der Manchester, Sheffield and Lincolnshire Railway (MS&LR) ist auf der Woodhead Line vom Bahnhof Manchester London Road (heute: Manchester Piccadilly Station) um 12:30 Uhr zum Londoner Bahnhof King’s Cross abgefahren, wo er um 17:20 Uhr ankommen soll. Er führt als Anschluss zu abendlichen Schiffsabfahrten auch Kurswagen zum Bahnhof Grimsby Docks mit. Der Zug ist mit einer Saugluftbremse nach dem System Smith (Smith's brake) ausgerüstet. Diese funktioniert noch nicht automatisch, nach dem Prinzip, dass die Bremsen sich anlegen, wenn Luft in das Bremssystem strömt, dass also bei einem Riss der Bremsleitung automatisch eine Vollbremsung erfolgt. Vielmehr muss der Lokomotivführer aktiv den Unterdruck herstellen, damit die Bremsen sich anlegen.
    Etwa 3 km vor dem Bahnhof Penistone durchläuft die Strecke eine Kurve von 800 m Radius bei einem Gefälle von 8 ‰. Sie führt dort zugleich über die Bullhouse Bridge, auf die die Strecke von beiden Seiten mit einem Bahndamm zuführt.
    Unfallhergang
    Nach dem Verlassen des Woodhead Tunnel, eines Scheiteltunnels, nimmt der Zug in der Abwärtsfahrt auf den Bahnhof Penistone Geschwindigkeit auf. Etwa 3 km vor dem Bahnhof, gegen 13:00 Uhr, im Bereich des auf die Bullhouse Bridge zuführenden Bahndamms, bricht die Achse eines Radsatzes der Dampflokomotive in ihrer rechten Lagerung, als der Zug etwa 80-95 km/h schnell gewesen sein soll. Vermutlich handelte es sich um Materialermüdung, obwohl die Achse erst 82.000 km Leistung erbracht hat. Der Lokomotivführer bemerkt das am Lauf der Lokomotive sofort und leitet eine Schnellbremsung ein. Die beiden nun voneinander gelösten Räder verkeilen sich und drücken dabei die Schienen auseinander. In dieser Spurerweiterung entgleisen die folgenden Wagen, wobei die Kupplung zwischen dem zweiten und dritten Wagen bricht. Das unterbricht auch die Bremsleitung, was dazu führt, dass der abgerissene Zugteil nicht mehr
    bremsen kann. Während Lokomotive, Schlepptender und der ihm unmittelbar folgende gedeckte Güterwagen zum Pferdetransport im Gleis bleiben und etwa 190 m nach der Brücke zum Stehen kommen, wird der folgende, entgleisende Zug in der Kurve nach außen getragen und stürzt vom Bahndamm.
    Opferbilanz: 24 Tote, ca. 50 Verletzte.

    Vor 100 Jahren:

    11. 07: 1919: [Lokalbahn Wien-Baden, Österreich] Ein von Baden nach Wien verkehrender Triebwagen der elektrischen Lokalbahn Wien–Baden gerät in Brand. Durch die Stichflammen werden zwölf Fahrgäste schwer verletzt.

    Vor 50 Jahren:

    14. 07. 1969: [Jajpur Road, Bundesstaat Orissa, Indien] Im dem Personenzug Nr. 398 von Asansol nach Puri reist eine große Zahl von Hindu-Pilgern zu einer Feier im Jagannath-Tempel von Puri, einem der bedeutendsten vishnuitischen Tempel Indiens. Zu dem Fest werden eine Million Gläubige erwartet. Der von einer Diesellokomotive gezogene Güterzug Nr. D 513 befährt das gleiche Gleis hinter dem Personenzug. Dabei fährt er im Bahnhof von Jajpur Road auf den stehenden Personenzug auf. Nach der offiziellen Version haben in dem Bereich, in dem der Unfall geschah, Eingriffe betriebsfremder Personen in die Signalanlagen der Bahn stattgefunden, die den Streckenblock absicherten. Offiziell wird als Unfallursache deshalb ein Attentat angenommen.
    Opferbilanz: 85 Tote, 130 Verletzte.

    Vor 35 Jahren:

    14. 7. 1984: [Divaca, Jugoslawien, heute Slowenien] Der Lokführer eines Güterzuges ignoriert das Halt zeigende Einfahrsignal des Bahnhofes Divaca und fährt mit ca. 65 km/h auf den im Bahnhof haltenden Schnellzug aus Belgrad mit Zugteilen zu den Adriahäfen Koper und Pula auf. Auf Grund der Urlaubszeit befinden sich ca. 1400 Fahrgäste in den 14 Waggons des Schnellzuges. Durch den Aufprall werden die letzten drei Waggons des Schnellzuges zerstört und 16 Waggons des Güterzuges schwer beschädigt. Der Lokführer des Güterzuges, der das Unglück überlebt, gibt an, sich aus Übermüdung nicht mehr erinnern zu können, was die Signale bei der Einfahrt in den Bahnhof anzeigten, da er bereits seit über 14 Stunden im Dienst und seine Ablöse nicht erschienen war. Der Lokführer wird daraufhin in Haft genommen.
    Opferbilanz: 31 Tote, 33 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress-Verlag, Stuttgart, 1996; Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress-Verlag, Berlin 1991; Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
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