Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

  • Nachtrag zur Fortsetzung Nr. 541 mit Österreichbezug

    Vor 55 Jahren:

    01. 10. 1964:

    Quelle: BiB Nr. 13: Unfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980.

    PS.: Man beachte das Volksinteresse am Unfall. Heute wäre es aus Sicherheitsgründen undenkbar, die Schaulustigen näher als 100 m an die
    Unglücksstelle heranzulassen. Heerscharen an Securitys und zahlreiche Absperrbänder sind heute Standardrepertoire bei jedem Bahnunfall.
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  • 145 Jahre Sella-Linie (Turin -)San Giuseppe di Cairo - Sella - Savona

    Mit etwas Verspätung ein Streckenjubiläum:

    Vor 145 Jahren, am 28. 9. 1874 wurde der 20 km lange, das ligurische Küstengebirge durchquerende Abschnitt der Verbindung Turin - Savona eröffnet.
    Streckendaten: max. Neigung: 25 Promille, Scheitelpunkt 360 m ü. M.
    Elektrifizierung 1914 mit Drehstrom 3600 V 16 2/3 Hertz
    eingleisig, min. Kurvenradius 400 m
    24 Tunnel, längster Tunnel Galleria di Sella mit 2309 m, Gesamtlänge der Tunnel 4943 m.
    Nach 1945 wurde zur Entlastung der Sella-Linie die Cadibona-Linie über Altare errichtet, die vor 65 Jahren am 7. 2. 1954 eröffnet wurde. Siehe hier. Die im Link angesprochene Seilbahn gibt es nachwievor (siehe hier) und ihr Verlauf ist auch auf dem unten zu sehenden Kartenverlauf dargestellt.

    Quelle: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag, Zürich 1982, S. 104f.

    Zur Orientierung:

    Ausschnitt aus Open Railway Map
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  • 150 Jahre ÖBB-Werkstätte Knittelfeld

    150 Jahre ÖBB-Werkstätte Knittelfeld

    Die ÖBB-Werkstätte Knittelfeld feiert am Samstag ihr 150-jähriges Bestehen – und ihre Bedeutung ist nach wie vor groß: So wollen die ÖBB in den nächsten Jahren rund zehn Millionen Euro investieren.

    Online seit heute, 12.45 Uhr

    Was als Werkstätte für die damalige Kronprinz-Rudolf-Bahn begonnen hat, ist aus dem Stadtbild von Knittelfeld nicht mehr wegzudenken – und in den letzten 150 Jahren entwickelte sich die nunmehrige ÖBB-Werkstätte zum topmodernen Standort und wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Region.
    Internationale Top-Adresse
    Die ÖBB-Werkstätte Knittelfeld ist aber nicht nur eine international anerkannte Top-Adresse für die Instandhaltung von Radsätzen für Schienenfahrzeuge, sondern mit 540 Mitarbeitern auch ein wichtiger Arbeitgeber, sagt Technische-Service-Geschäftsführerin Sandra Gott-Karlbauer: „Dass Kunden aus 15 europäischen Ländern ihre Fahrzeuge unseren Fachkräften anvertrauen, unterstreicht die Bedeutung der Werkstätte. Für uns ist der Standort Knittelfeld eine wichtige Säule, um unseren Partnern jederzeit perfekt gewartete Züge zur Verfügung zu stellen und somit einen wichtigen Beitrag für einen attraktiven Schienenverkehr um umweltfreundliche Mobilität zu leisten.“
    Derzeit werden am Standort Knittelfeld pro Jahr mehr als 25.000 Radsätze sowie 3.000 Tonnen Stahlbaukomponenten produziert; zusätzlich werden mehr als 1.000 Revisionen und Checks an Sonderfahrzeugen und Güterwagen durchgeführt.
    Millioneninvestitionen geplant
    Damit das auch in Zukunft so bleibt, wird seitens der ÖBB in den Standort Knittelfeld kräftig investiert – in den nächsten Jahren mehr als zehn Millionen Euro in modernste Technologien sowie in eine weitere Automatisierung der Anlagen. Zurzeit wird die Lehrwerkstätte neu errichtet: Sie soll künftig in Knittelfeld 200 Ausbildungsplätze sicherstellen.
    ÖBB mit großem Mitarbeiterbedarf
    Überhaupt benötigen die ÖBB in den nächsten Jahren rund 10.000 neue Mitarbeiter, so ÖBB-Chef Andreas Matthä am Samstag, darunter auch Experten für Datenverarbeitung und Elektronik. Damit sei der österreichische Arbeitsmarkt derzeit aber überfordert, so Matthä, der eine Initiative gegen den Facharbeitermangel fordert.

    steiermark.ORF.at
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Fortsetzung Nr. 542 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 100 Jahren:

    05. 10. 1919: [Mexiko] Ein von Laredo in Texas nach Mexico City fahrender Reisezug entgleist.
    Opferbilanz: 60 Tote.

    Vor 80 Jahren:

    08. 10. 1939: [Berlin, Deutschland] Im Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen fährt der D 17 auf den P 411 auf, weil der Lokführer des D17 sowohl die Warnstellung des Vorsignals als auch die Haltstellung des Hauptsignals mißachtet.
    Opferbilanz: 23 Tote, 31 Verletzte.

    Vor 75 Jahren:

    04. 10. 1944: [Köppern, Hessen, Deutschland] Kein Unfall im klassischen Sinn, aber trotzdem erwähnenswert: Am Abend des Tages wird der Zug Nr. 2021 auf der Taunusbahn von Frankfurt nach Usingen kurz vor der Einfahrt in Köppern (Stadteil der Stadt Friedrichsdorf im Hochtaunuskreis) von Tieffliegern angegriffen.
    Opferbilant: 31 Tote.

    Vor 20 Jahren:

    05. 10. 1999: [Ladbroke Grove, London, GB] Der Eisenbahnunfall von Ladbroke Grove ist ein Frontalzusammenstoß, der sich im Londoner Stadtteil Ladbroke Grove an der Zufahrtsstrecke zum Kopfbahnhof von London-Paddington ereignet. Ein ausfahrender Zug überfährt ein „Halt“ zeigendes Signal und stößt mit einem einfahrenden Zug zusammen. 31 Tote und 523 Verletzte waren die Folge. Dies ist der schwerste Unfall, der sich bisher auf der Great Western Main Line je ereignete. Er trägt wesentlich dazu bei, dass ein Teil der Bahnreform in Großbritannien zurückgenommen wird.
    Opferbilanz: 31 Tote, 526 Verletzte.

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress-Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.

    Zum Schluss noch ein zum Glück glimpflich verlaufener Unfall in Österreich:

    Vor 85 Jahren:

    04. 10. 1934: Auf der Westbahn entgleist bei Oftering der D117 mit allen Achsen. Ursache: Attentäter haben ein 15 m langes Schienenstück in der 20 Minuten währenden Zugpause zwischen dem Vorzug und dem D 117 entfernt. Die Zuglok 214.06 stürzt nach links um:


    Die Bergungsarbeiten sind sehr schwierig, weshalb die Lok an Ort und Stelle zerlegt wird, was 14 Tage in Anspruch nimmt. Die Lok kommt in
    ihre Einzelteile zerlegt in die Hauptwerkstätte, ist aber im Frühjahr 1935 schon wieder im Einsatz:

    Bildquelle: BiB Nr. 13 - Unglücksfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980.
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  • Vor 50 Jahren: Die letztgebaute Lok verlässt das Gelände der Lokfabrik Floridsdorf

    Es ist zwar schon ein paar Tage länger als genau 50 Jahre, aber auf die paar Tage kommt es auch nicht an: Die letzte, in der Lokfabrik Floridsdorf gebaute Lok, die 1042.540 verlässt vor 50 jahren, am 19. 9. 1969 das Werksgelände in Floridsdorf:
    Fotoquelle: Bezirksmuseum Floridsdorf, Ausstellung "Die Floridsdorfer Lokomotivfabrik 1869 - 1969"
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  • Fortsetzung Nr. 543 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Vor 115 Jahren:

    10. 10. 1904: [Warrensburg, Bundesstaat Missouri, USA] Zusammenstoß eines Personenzuges mit einem Güterzug. Unfallursache ist das Nichtabwarten der Zugkreuzung im Bahnhof durch die Lokmannschaft des Güterzuges. Der Personenzug verkehrt an diesem Tag in zwei Teilen, wobei die ein besonderes Spitzensignal auf der Lok des ersten Zuges darauf hinweist, dass ein zweiter Zug folgt. Das Lokpersonal des Güterzuges übersieht das Spitzensignal und fährt, ohne den zweiten Zugteil abzuwarten, auf die Strecke. Fast alle Todesopfer befinden sich im ersten Waggon des Personenzuges, da dieser ohne Gepäckwagen verkehrt. Die Lokpersonale können sich retten, indem sie rechtzeitig abspringen.
    Opferbilanz: 29 Tote.

    Quelle: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress-Verlag, Stuttgart 1996
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  • Fortsetzung Nr. 544 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage (mit Österreichbezug)

    Neu

    Vor 50 Jahren:

    18. 10. 1969: [Bahnhof Jedlersdorf] Während des Befahrens einer schadhaften Weiche durch den 4030.202 wird die Weichenzunge von der
    Backenschiene weggedrückt´wodurch die Garnitur entgleist. Der Mittelwagen 7030.202 gerät in leichte Schräglage.


    Foto von Peter Schmied aus: BiB-Band 13 - Unfälle und Schadensfälle, Verlag Pospischil, Wien 1980, S. 70.

    Vor 40 Jahren:

    19. 10. 1979: [Rodaun] Vor 40 Jahren entgleiste der von Waldmühle kommende Verschubgüterzug 72030 bei der Einfahrt in den Bhf. Rodaun. Der Unfall forderte drei Tote und vier Schwerverletzte. Eisenbahn Österreich berichtete ausführlich darüber:






    Quelle: EÖ-Heft 12/1979, S. 232.
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  • 100 Jahre Metro Madrid

    Neu

    Vor 100 Jahren, am 17. Oktober 1919, wurde die Metro Madrid im Beisein von König Alfonso XIII., Urgroßvater des aktuellen Königs Felipe, eröffnet. Aktuell verkehren 13 Linien auf 294 Streckenkilometern.
    Der Eröffnungszug ist erhalten geblieben und wurde in zweijähriger Arbeit bis Oktober 2018 aufgearbeitet. Im Rätsel "U-Bahn-Jubiläum"
    ist ein Foto vom Zug zu sehen. Im TR EU-Heft Nr. 286 ist ab Seite 26 ein ausführlicher Bericht über die Metro Madrid zu lesen.
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  • Fortsetzung Nr. 545 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

    Neu

    Vor 100 Jahren:

    24. 10. 1919: [Kranowitz, Provinz Oberschlesien, Preußen, heute Krzanowice, Polen] Beim Eisenbahnunfall von Kranowitz fährt im damaligen deutschen Grenzbahnhof Kranowitz ein aus der Tschechoslowakei kommender Personenzug einer zu weit vorgefahrenen Lokomotive eines Güterzugs in die Flanke. Ein ausbrechender Brand breitet sich schnell im Zug aus.
    Opferbilanz: Die Zahl der Toten wird zwischen 25 und 60 und die der Verletzten zwischen 80 und 130 angegeben.

    Vor 80 Jahren:

    21. 10. 1939: [Zwischen Santa Lucrecia und Matias Romero, Mexiko] Nach der Entgleisung eines von Vera Cruz an die Pazifikküste fahrenden Güterzuges fangen zwei Kesselwagen Feuer, welches auf die übrigen Waggons übergreift, wobei zahlreiche Arbeiter
    und deren Familien, die auf den Güterwagen mitfahren, zu Schaden kommen.
    Opferbilanz: Ca. 40 Tote.

    Vor 70 Jahren:

    22. 10. 1949: [Nowy Dwor, Polen] Der wahrscheinlich nie stattgefunden habende Unfall von Nowy Dvór (übernommen aus Wikipedia):

    Am 22. Oktober 1949 sei ein Schnellzug, von Danzig nach Warschau unterwegs, bei „Nowy Dwór“, ein Ortsnamen, der in Polen mehrfach
    vorkommt, beim Durchfahren einer Kurve entgleist. Die Lokomotive undeinige Wagen seien umgestürzt. Dabei seien 200 Menschen ums Leben gekommen. Das wäre für einen Eisenbahnunfall ein selten schwerwiegendes Ereignis. Dazu gab es aber damals keine Bestätigung. Das damalige Regime hat grundsätzlich Informationen über derartige Verkehrs-, Industrie- oder Bergbaukatastrophen zu unterdrücken versucht. Andererseits war es damals im beginnenden Kalten Krieg auch kaum möglich, solche Meldungen vom Ausland aus zu überprüfen.
    Aber auch nachträglich gab es nie eine Bestätigung des Unfalls, auch nach der Wende nicht. Es sind keinerlei Dokumente oder Zeugen (Betroffene, Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Krankenhäuser, Verletzte, Überlebende oder Angehörige von Opfern) bekannt geworden.
    Nach der Wende fanden sich in den meisten Fällen, in denen solche Unfälle verschwiegen worden waren, Unterlagen oder Zeugen – auch wenn der Schadensumfang viel kleiner war. Deshalb ist dieser Unfall als Falschmeldung einzustufen.
    Die älteste bekannte Quelle ist eine Meldung der Presseagentur Associated Press, die in zahlreichen amerikanischen Regionalzeitungen am 24. bzw. 25. Oktober 1949 veröffentlicht wurde und sich auf „inoffizielle, aber vertrauenswürdige Quellen“ beruft. Davon ausgehend wurde die Information in (Fach)literatur und später dem Internet weiter tradiert. Das im Internet zu findende Foto, das angeblich die Unfallstelle zeigt, stammt in Wirklichkeit aus einer Sammlung der Library of Congress und zeigt ein amerikanisches Eisenbahnunglück aus den 1910er-Jahren.

    Vor 55 Jahren:

    24. 10. 1964: [Hastedt, Bremen] Die auf dem Güterzuggleis als Lz 90306 alleine fahrende 50 4027 überfährt das Vor- und Hauptsignal. Das Güterzuggleis mündet an der Stelle flankenschutzlos ins Hauptbahngleis, somit kann die Flankenfahrt nicht verhindert werden. Die 50.40 fährt auf Höhe des dritten Wagens in den E 526, dabei stürzen der 3. und 4. Wagen des E 526 um, wobei der 3. Wagen in den zwischen den Gleisen stehenden Mittelträger der über die Strecke führende Brücke prallt. Dabei wirdeder n-Wagen geknickt und zerstört. Die 50.40 entgleist mit allen Achsen und kippt gegen einen Brückenpfeiler.
    Opferbilanz: 7 Tote, 36 Verletzte.

    Quellen:
    Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress-Verlag, Stuttgart 1996 und Wikipedia - Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr.
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