Gedenk- und Bedenktage, Jubiläen etc.

  • Fortsetzung Nr. 551 der Eisenbahn-Unfall-Gedenktage

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    Vor 110 Jahren:

    28. 11. 1909: [Sapperton, Provinz Columbia, Kanada] Entgleisung eines Personenzuges der Great Northern-Bahngesellschaft in Sapperton auf Grund der Unterspülung des Bahndammes.
    Opferbilanz: 22 Tote.

    Vor 80 Jahren:

    01. 12. 1939: [Sibiu, Rumänien] Ein mit Gleisbauarbeitern besetzter und mit Bahnbaumaterial beladener Bauzug, der zu einer
    Streckenneubau-Baustelle zwischen den Bahnhöfen Marsa und Avric (Rumänien) unterwegs ist, entgleist in der Nähe von Sibiu (Hermannstadt) in Siebenbürgen.
    Opferbilanz: 20 Tote, 16 Schwerverletzte.

    01. 12. 1939: [Dortmund, Deutsches Reich] Der P 3501 stößt auf einem Bahnübergang zwischen Dortmund Hbf. und Witten West mit einem Autobus zusammen, da der Schrankenwärter vergißt, den Bahnschranken zu schließen.
    Opferbilanz: 15 Tote, 17 Verletzte.

    Vor 75 Jahren:

    28. 11. 1944: [Friedrichsaue, heute Bundesland Brandenburg, Deutschland] In einem Waldstück bei Friedrichsaue stoßen auf der ehemaligen Oderbruchbahn Wriezen - Fürstenwalde bei starkem Nebel der Triebwagen T 71 von Friedrichsaue kommend mit einem aus Richtung Dolgelin verkehrenden Nahgüterzug frontal zusammen. Der Triebwagen und mehrere Güterwagen entgleisen und werden schwer beschädigt. Über das Ereignis finden sich in den Archiven der Oderbruchbahn keine Quellen, die Angaben des Geschäftsberichts von 1944 enden im September des Jahres.
    Die beiden verspäteten Züge sollten planmäßig in Friedrichsaue kreuzen. Als der von der Stichbahn aus Genschmar kommende T 71 in Friedrichsaue eintrifft, befindet sich der ebenfalls verspätete Güterzug noch auf dem Streckenabschnitt Golzow–Friedrichsaue. Die Zugführerin stellt die Weichen in Friedrichsaue ohne Zustimmung der Zugmeldestelle Zechin zur Ein- und Ausfahrt.
    Opferbilanz: Laut Zeitzeugen 7 bis neun Tote, darunter der Triebwagenführer und die Zugführerin, zahlreiche Schwerverletzte, hauptsächlich Fronturlauber.

    Vor 65 Jahren:

    02. 12. 1954: [Wilsele, Belgien] Ein mit deutschen Fußballfans besetzter Sonderzug, der sie nach dem Ländermatch England - Bundesrepublik Deutschland in London nach Hause bringen soll, entgleist in der Nähe von Wilsele. Dabei springen die Lok und drei Waggons aus den Schienen, der zweite Waggon wird völlig zerstört. Lokführer und Heizer sind unter den Todesopfern, sodass die genaue Unfallursache nicht eruiert werden kann. Die Strecke ist im Bereich des Unfallortes zum Zeitpunkt des Unfalles auf Grund von Bauarbeiten an einer Brücke über den Fluß Dyle nur eingleisig befahrbar. Es wird daher vermutet, dass der Zug beim Wechsel auf das Gegengleis zu schnell unterwegs war.
    Opferbilanz: 21 Tote.

    Vor 40 Jahren:

    3. 12. 1979: [Londa, Indien] In Londa im Süden des Subkontinents entgleist ein Reisezug.

    Opferbilanz: 23 Tote, 12 Verletzte.

    Vor 25 Jahren:

    02. 12. 1994: [Szajol, Ungarn] Entgleisung eines Schnellzuges bei Szajol.
    Opferbilanz: 29 (keine Unterscheidung in Tote/Verletzte).

    Quellen: Katastrophen auf Schienen von Peter Semmens, Transpress Verlag Stuttgart 1996; Eisenbahnunfälle in Europa von Erich Preuß, Transpress Verlag Berlin 1991; Wikipedia - Liste von Eisenbahnunfällen in Deutschland.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Runde und halbrunde Streckenjubiläen

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    01. 12.: 140 Jahre Bahnlinie über den Predealpaß, Rumänien:

    Am 01. 12. 1879 wurde das knapp 30 km lange Teilstück Campina - Sinaia der über den in den Südkarpaten liegenden Predealpaß führenden
    Magistrale Bukarest - Kronstadt eröffnet. Damit war die durchgehende Verbindung von Rumänien in das damals zu Ungarn (bis 1918) gehörende Siebenbürgen hergestellt.
    Streckenlänge Campina - Kronstadt: 75 km
    Maximale Neigung: 25 ‰
    Minimaler Kurvenradius: 275 m
    Scheitelpunkt: 1054 m
    Mehr Infos gibt es auf Wikipedia

    01. 12.: 130 Jahre Bahnlinie Annaberg-Buchholz - Schwarzenberg:

    Am 01. 12. 1889 wurde die 24,1 km lange Bahnlinie von Annaberg--Buchholz nach Schwarzenberg in Sachsen eröffnet. Der Güterverkehr wurde 1994 und der spärliche Personenverkehr 1997 eingestellt. Die Strecke wird aber nachwievor von Sonderzügen und Sondertransporten genutzt. Außerdem ist die Strecke im Rahmen des "Living Lab"-Programms der DB als Teststrecke für autonomes Fahren vorgesehen. Markantestes Bauwerk ist der Markersbacher Viadukt mit 236,5 m Länge und 36,5 m Höhe.
    Streckencharistika:
    Streckenlänge: 24,1 km
    Maximale Neigung: 25 ‰
    Minimaler Kurvenradius: 190 m
    V/max: 60 km/h
    Mehr Infos gibt es auf Wikipedia

    03. 12.: 125 Jahre transkorsische Gebirgsbahn Bastia - Casamozza - Corte - Ajaccio

    Auch wenn sich die Fachliteratur nicht ganz einig ist, ob die Eröffnung der Gesamtstrecke am 3. 12. 1894 oder erst 1896 stattgefunden hat, nehme ich das von Ascanio Schneider in seinem Standardwerk über die Gebirgsbahnen Europas genannte Datum 3. 12. 1894 zum Anlass, auf das 125-jährige Bestandsjubiläum der transkorsischen Gebirgsbahn hinzuweisen.
    Streckencharistika:
    Eröffnung der Teilstrecke Bastia - Corte (74 km): 01. 12. 1888
    Teilstrecke Corte -Ajaccio (84 km): 03. 12. 1894
    Streckenlänge: 158 km
    Spurweite: 1000 mm
    Traktionsart: Diesel, überwiegend VT
    Maximale Neigung: 30 ‰
    Min. Kurvenradius: 100 m
    Scheitelhöhe: 906 m (Bahnhof von Vizzavona)
    Zahl der Tunnel: 43, längster Tunnel: Tunnel de Vizzavona (3916 m)
    Der von der Streckenführung her interessanteste Abschnitt befindet sich zwischen den Bahnhöfen Corte (km 74) und Ucciani (km 127).
    Für alle, die mehr wissen wollen, hier bitte: Wikipedia und Eisenbahnromantik

    01. 12.: 110 Jahre Bergenbahn, Norwegen:

    Am 01. 12. (andere Quellen nennen auch den 27. 11.) 1909 wurde die 526 km lange (ab Oslo), offiziell ab Honefoss 402 km lange Bergenbahn (Oslo -) Honefoss -Myrdal - Voss - Bergen offiziell eröffnet. Sie ist sowohl auf Grund der Schönheit und Abgeschiedenheit der Landschaft, durch der sie führt, als auch auf Grund der dort herrschenden extremen klimatischen Bedingungen, die dort herrschen, eine der bekanntesten Bahnlinien Europas.
    Erste Planungen für den Bau dieser Bahn begannen bereits um 1870. In den 70er Jahren wurden mehrere Trasenvarianten ausgearbeitet und
    ausgesteckt, von denen die 1875 ausgesteckte Linienführung des Eisenbahndirektors Hille als die auszuführende Variante ausgewählt
    wurde. In den 80er Jahren fanden entlang der ausgesteckten Trasse umfangreiche Schneemessungen und metereologische Beobachtungen statt. Deren Auswertungen ergaben, dass während des Baues mit extremen Witterungsverhältnissen zu rechnen sei.
    In den 90er Jahren fand die Detailabsteckung der Trasse und die Vermessung der zu bauenden Tunnels statt. Mit dem Bau der Strecke wurde
    definitiv 1901 begonnen, die Eröffnung erfolgte je nach Quelle am 27. 11. bzw. 01. 12. 1909.
    Streckencharistika:
    Streckenlänge: 402,43 km, eingleisig
    Elektrifizierung: Bergen - Voss (107 km) 1954, Reststrecke 1964 mit 15 kV, 16 2/3 Hz.
    Scheitelpunkt: ursprünglich 1301 m bei Taugevatn zwischen Finse und Hallingskeid. Dieser Abschnitt, der besonders häufig massiven Schneeverwehungen ausgesetzt war, wurde 1993 durch einen Streckenneubau inklusive des 10,3 km langen Finsetunnel ersetzt. Der Scheitelpunkt liegt nunmehr im Finsetunnel bei 1237 m Seehöhe.
    Maximale Neigung: 21,5

    Minimaler Kurvenradius: 250 m
    Zahl der Tunnel: 182, mit einer Gesamtlänge von 73 km, darunter der o. e. 1993 eröffnete Finse-Tunnel
    (10,3 km), der Gravahals-Tunnel (5,3 km) zwischen den Bahnhöfen Myrdal und Mjolfjell und der 1964 eröffnete Ulrikentunnel (7,7 km) ca. 25 km vor Bergen.
    Die Bergenbahn auf Wikipedia.

    30. 11.: 95 Jahre Raumabahn, Norwegen:

    Am 30. 11. 1924 wurde die im Bahnhof Dombås an der Bahnlinie Oslo - Hamar - Trondheim abzweigende, 114 km lange, zum am Romsdalsfjord liegenden Fischereihafen Åndalsnes eröffnet. Interessantester Streckenabschnitt ist die Doppelkehrschleife bei Verma mit zwei Wendetunnel. Die Strecke verläuft fast zur Gänze entlang des namensgebenden Flusses Rauma.
    Streckenlänge: 114 km, eingleisig, Dieselbetrieb, Tourismuszüge mit Dampfloks
    Maximale Neigung: 20 ‰
    Scheitelpunkt: 670 m Seehöhe
    Zahl der Tunnel: 6, darunter 2 Wendetunnel
    Die Raumabahn auf Wikipedia.

    Quellen: Gebirgsbahnen Europas von Ascanio Schneider, Orell Füssli Verlag Zürich 1982 und die oben angeführten Links.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Vor 10 Jahren: Baubeginn für den BBT

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    Vor zehn Jahren Baubeginn des BBT

    Vor zehn Jahren haben die Arbeiten am Brenner Basistunnel (BBT) begonnen. Bisher wurde die Hälfte des 230 Kilometer langen Tunnelnetzes ausgebrochen. LH Günther Platter (ÖVP) forderte die EU am Mittwoch auf, mehr Druck für den Bau der Zulaufstrecken auszuüben.

    Online seit heute, 14.41 Uhr

    Der Brenner-Basistunnel soll die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt werden. Die Gesamtkosten des Projekts bezifferte die Brenner-Basistunnel-Gesellschaft mit 9,3 Milliarden Euro, derzeit sind 115 Kilometer des Tunnelnetzes ausgebrochen, hieß es in der Vorwoche. Günther Platter betonte anlässlich eines Treffens mit EU-Koordinator Pat Cox am Mittwoch, dass das Projekt BBT im Zeitplan liege und der vom Aufsichtsrat genehmigte Kostenrahmen halte.
    BBT-Zulaufstrecken in Italien und Deutschland im Fokus
    Zugleich mahnte Platter vonseiten der EU mehr Druck für den Ausbau der BBT-Zulaufstrecken ein. Eine Inbetriebnahme im Jahr 2028 dürfe durch fehlende Anbindungen nicht gefährdet werden. Gleichzeitig bedürfe es verkehrspolitischer Rahmenbedingungen, um die Verlagerung auf die Schiene zu forcieren, so Platter.
    „Der BBT wächst Meter um Meter – es kann nicht sein, dass in Deutschland immer noch über die Notwendigkeit der Zulaufstrecken diskutiert wird und auch in Italien bisher noch kein einziger Meter Zulaufstrecke errichtet wurde“, zeigte sich Platter verärgert. Im Jahr 2012 wurde in Tirol eine der modernsten Eisenbahnstrecken – die neue Unterinntalstrecke – in Betrieb genommen. Der zweite Ausbauschritt bis zur deutschen Grenze steht vor dem Umweltverträglichkeitsverfahren.
    Unterstützung durch EU-Koordinator Pat Cox
    „Der BBT und die Zulaufstrecken genießen die höchste strategische Priorität für die EU“, sicherte EU-Koordinator Cox seine Unterstützung bei der Realisierung des Brennerkorridors zu.
    Güterschwerverkehr soll auf Schiene verlegt werden
    Platter betonte zudem, dass bereits jetzt, vor der Fertigstellung des Tunnels, alles getan werden müsse, um den Güterschwerverkehr auf der Straße drastisch zu reduzieren und die Schadstoffbelastung zu senken.
    Die Maßnahmen, die Tirol zur Reduzierung des Transitverkehrs umsetze, seien bei den Nachbarn zwar nicht beliebt, doch führe kein Weg an den Notmaßnahmen zum Schutz der Tirolerinnen und Tiroler vorbei, so Platter: „Ich fordere auch die neue EU-Kommission auf, unterstützend einzugreifen. Wir müssen die Harmonisierung der Bahnsysteme vorantreiben, den Güterverkehr auf der Straße eindämmen und die Verlagerung auf die Schiene durch verbesserte Rahmenbedingungen fördern.“
    red, tirol.ORF.at/Agenturen
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
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