Millionenspiel um Märklin

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    Insolvenzverwalter Pluta spricht von sieben ernsthaften Kaufinteressenten

    Das Angebot ist kein Schnäppchen: 100 Millionen Euro plus Kaufpreis fordert Insolvenzverwalter Michael Pluta von Investoren, die Märklin übernehmen wollen. Trotzdem gebe es mittlerweile sieben Interessenten.


    Göppingen Der Einsatz beträgt 100 Millionen Euro plus Kaufpreis, die Gewinnchance ist ungewiss. Das Millionenspiel um Märklin scheint trotzdem gefragt. Nach Auskunft von Insolvenzverwalter Michael Pluta gibt es sieben ernsthafte Interessenten für eine Übernahme des Göppinger Traditionsbetriebs, der Anfang Februar beim Göppinger Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt hatte. Ab Mai wird verhandelt. Die Namen der potenziellen Investoren werden nicht verraten.

    Nicht dabei ist Lutz Gisbert, bis 1997 Marketingchef des weltweit führenden Modellbahnherstellers und heute Chef der Paderborner Agentur PlanB. Die Investorengruppe, die ihn mit der Märklin-Übernahme beauftragt habe, sei ausgestiegen, teilte er gestern mit. "Wir haben es nicht nötig, mit einem 100-Millionen-Paket, das wir Märklin langfristig zins- und tilgungsfrei zur Verfügung stellen wollten, als Bittsteller nach Göppingen zu ziehen", fasst Gisbert in einer Pressemitteilung den Ärger in "der Unternehmenszentrale in Zug (Schweiz)" zusammen. Der Insolvenzverwalter habe bislang jeglichen Kontaktversuch der Investorengruppe über PlanB ignoriert und auch keine Verhandlungseinladung ausgesprochen, heißt es in dem Schreiben weiter.

    Das Büro Pluta reagiert auf die Pressemitteilung des Werbeprofis verwundert. Man habe mehrfach angekündigt, erst im Mai Gespräche mit Kaufinteressenten zu führen, sagte gestern eine Sprecherin. Im übrigen hat sich Gisbert womöglich selbst disqualifiziert. "Wer sich nicht an die Verschwiegenheitsverpflichtung hält und keinen geeigneten Finanzierungsnachweis erbringt, wird nicht zu Verhandlungen aufgefordert", unterstreicht Plutas Sprecherin. Auf die öffentliche Kritik an seinem Sanierungskonzept will der Insolvenzverwalter nicht eingehen. Gisbert spricht von einer "Rundumschlag-Sanierung". Das Investorenteam sei nicht mehr davon überzeugt, dass das sehr erfolgversprechende Konzept, das PlanB erarbeitet habe, wirklich noch umgesetzt werden könne. "Die Kritik entzündet sich hierbei unter anderem an der unverständlichen Entlassung von für Märklin überlebenswichtigen Mitarbeitern", so der Paderborner Agenturchef. "Hier werden derzeit Strukturen zerschlagen, die für eine erfolgreiche Märklin-Sanierung meines Erachtens einfach notwendig sind."

    Die Zahl der Bewerber, die bei Pluta wegen einer Märklin-Übernahme anklopfen, reißt unterdessen nicht ab. Es gebe weitere Anfragen in Sachen Umwandlung des Unternehmens in eine Publikumsgesellschaft, berichtet sein Büro.

    Quelle: http://www.suedwest-aktiv.de/region/nwz/goeppinger_kreisnachrichten/4263484/artikel.php?SWAID=fd1e453b8c3ae1179615527731bda257