Modellbahnsteuerung: die Anwort

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  • Modellbahnsteuerung: die Anwort

    Um den Thread von VLZ nicht noch mehr zu versauen als er eh schon ist, schreib ich das hier als Extrathread.

    1012.001 hat dort folgendes gefragt:
    Eine Frage noch bezüglich der Decoder und den verschiedenen Zentralen, da müssen sich wohl einige Infoquellen von mir deutlich irren: Wie kommt es, dass, wenn jemand eine Lok mit einem z.B. ESU-Decoder mittels Intellibox programmiert und diese auch auf seiner eigenen Digitalanlage einwandfrei betreiben kann, auf einer Anlage mit einer anderen Zentrale nur Probleme mit einigen eingestellten Werten hat? Kennt sich der Anwender jetzt nicht aus (komisch wenns eh alles so einfach ist) oder passen einige Zentralen nicht so ganz zusammen?

    Da ich heute zufällig bei Herrn Hübsch war habe ich ihm diese Frage gleich gestellt:
    Seine Antworten:
    1) DCC ist DCC. Die Lok muss fahren. Wenn doch nicht, sind es meist "Drittfehler bei der Programierung" die fälschlicherweise zu dem Eindruck führen. Wenn die Lok nach einem Decoderreset wieder fährt, dann war's so etwas.
    2) Es ist die Frage welche die "andere" Zentrale war. Handelt es sich um ein Uraltmodell, das nur 14 Fahrstufen kennt, reagiert der Decoder der auf 128 Fahrstufen programmiert ist falsch. ZB alte Lokmäuse. Man müsste dort den Decoder auf die 14 Fahrstufen umstellen was kein Problem ist, wenn man die Ursache erkennt.
    3) Bei einem ESU Decoder unwahrscheinlich, aber es gibt reine Motorola Decoder. Die Intellibox ist multiprotokollfähig und programmiert den Decoder in "seiner" Sprache. Da die Intellibox auch die Motorola Befehle absendet tut der Decoder bei ihr auch was er soll, Bei einer reinen DCC Zentrale, Lenz etc., steht das Werkl aber.

    Das wars. Ich hoffe aufklärend gewirkt zu haben.

    lg Walter
  • Re: Modellbahnsteuerung: die Anwort

    Alt, was ist alt?

    Auf alle Fälle ein Gerät, welches durch ein *besseres* ersetzt wurde - mit noch mehr "Spielereien" und sonstigen Firlefanz...

    Und da liegt die Problematik beim ganzen Digibereich - ich kaufe heute mit u.U. einigen finanziellen Ausgaben etwas, das vielleicht schon bei der nächsten Messe überholt ist bzw. wo ich ein kostenpflichtiges Update oder was auch immer benötige.

    Bei der schnelllebigen Zeit bei dem ganzen Digizeugs kann man nie sicher sein, ob in ein paar Monaten / Jahren die soeben erworbenen Komponenten noch aktuell sind oder vielleicht nur noch eingeschränkt oder mit den Mindestfunktionen überhaupt noch weiter verwendbar sind.

    Da frage ich mich schon, wozu der Aufwand und warum ich mir so etwas antun sollte!
  • Re: Modellbahnsteuerung: die Anwort

    Unter "alt" versteht man Zentralen aus der Steinzeit der Digisteuerungen. Also über 15 Jahre oder mehr. Das sollte dir schon die Anzahl von 14 Fahrstufen sagen. Der Decoder der Bausteinaktion310er von vor ichweißnichtwieviel Jahren kann schon 28 Fahrstufen.

    Monte, du überzeichnest. Wenn man den PC auspackt den man eben gekauft hat ist er schon veraltet, so lautet ein gängiger Spruch. Das mag ja in Teilbereichen richtig sein, aber mein PC ist über 5 jahre alt und genügt den Ansprüchen die ich an ihn stelle vollauf. Wäre ich Hardcoregamer müsste ich mir schon eine schnellere Maschine kaufen.
    So und jetzt sind wir dort wo ich hin will. Will man den "Firlefanz" haben, dann kommt man um ein ständiges "Uptodate sein" nicht herum. Aber das ist dann der Privatspaß desjenigen. Will man einfach nur die Grundfunktionen, dann kann das jede gängige Zentrale und alles was noch kommt ist damit kompatibel. Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit: Ich kann einen 8poligen Decoder mit einer 21 poligen Schnittstelle verbinden. Dann habe ich halt kein extra schaltbares Zugschlußsignal, aber es funktioniert.

    Warum warte ich auf das Release der neuen Zimo Zentrale? Wegen Railcom. Railcom vereinfacht mir die Programmierung meines Mitspielers "Blechtrottel" der die Schattenbahnhofssteuerung, Fahrstraßensteuerung, Zugsteuerung der Züge die ich gerade nicht fahre, usw übernehmen soll. Das ist mein Anspruch und ich möchte das so. Wer das nicht möchte kommt mit kleineren Brötchen auch klar.
    Auf jeden Fall hat er, nach meinen Dafürhalten, erheblich mehr Komfort als ein Analogfahrer.

    Du bist offensichtlich rigide gegen Digital eingestellt. Warum? Die Entwicklung geht weiter! Du hast sicher nicht mehr den Fernseher der 70er oder das Auto aus den 60ern. Besitzt du ein Handy? Wenn ja, dann bestimmt auch nicht mehr die "tragbare Telefonzelle" aus den Anfangsjahren. Wie auch immer, wenn du dich umblickst nutzt du zu Hause und im Beruf, unterwegs oder sonst wo, dankbar die kleinen elektronischen/digitalen Helferlein die einem das Leben leichter machen. Auch wenn einem der Computer hin und wieder zur Weißglut treibt, so ist ein Leben ohne diesem mittlerweile definitiv unmöglich geworden, denn in fast allem was du kaufst, und sei es nur eine Kaffeemachine steckt einer drin. Der moderne Lebenstil, die moderen Lebensorganisation ist ohne "digital" nicht denkbar, und du schließt dich davon sicher nicht aus. Kann ich mir zumindest nicht vorstellen. Du müsstest als Erimit auf einem Berggipfel leben. Warum also gerade hier das Beharren auf einer Technik die es in der Steinzeit der Technik auch schon gegeben hat?
    Versteh' mich nicht falsch. Ich bin durchaus dafür, dass man Entwicklungen kritisch betrachtet. Ich bin nicht unbedingt dafür von Bewährtem nur der Neuerung willen Abstand zu nehmen. Wenn jemand triftige Gründe hat analog zu fahren so wie zB Herr Much, dann bin ich dabei. Wenn jemand meint er zieht lieber viele Meter Strippen als einen Decoder zu programmieren...soll sein. Jeder soll nach seiner Version glücklich werden. Wogegen ich mich wehre ist die Tatsache, dass du digital verteufelst, weil es digital ist und es unnötig herabwürdigst. Dein Ausdruck "Digizeugs" spricht da Bände. Ich empfinde das als kurzsichtig.

    lg Walter

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  • Re: Modellbahnsteuerung: die Anwort

    Du wirst lachen, ich persönlich habe einen Rechner der fast 4 Jahre alt ist und damals zu den Topgeräten zählte: 4 Prozessoren, 4 GB RAM und damals eine 256 MB - heute 512 MB - Grafikkarte besitzt. Als Betriebssystem noch immer XP, weil ich die Spielerei mit dem Vista mir ersparen wollte.

    Mein Handy ist bis vor kurzem ein Nokia 6610i gewesen, jetzt habe ich ein 5310 und mein Läpi wird im Mai 4 Jahre alt und hat noch immer XP drauf.

    Warum ich Dir das erzähle? Weil ich Jemand bin, der Neuem zwar nicht abgeneigt ist, jedoch nicht einen jeden Trend unbedingt mitmachen muss. Und wenn sich ein System bewährt hat, dann bleibt es, bis mich ein neueres OS (oder was auch immer) ÜBERZEUGT hat. Und genau darum geht es - ich habe Vista u.a. deswegen verabscheut (und ist wörtlich gemeint), weil ein Haufen Programme mit diesem Trottelsystem nicht mehr kompatibel waren und ich sicherlich nicht vermeidbares Geld ausgeben will, nur damit ich wieder etwas nutzen kann, was vorher unter XP funktioniert hat.

    Und sei mir nicht böse, aber die derzeitige Digiszene ist noch weit entfernt davon, dass Komponenten über einen längeren Zeitraum weiterhin uneingeschränkt verwendbar bleiben. Die sogenannte Normung ist eigentlich ein Kompromiss auf den kleinsten gemeinsamen Nenner und mehr nicht. Und wenn einem Hersteller was einfällt, dann müssen es alle schlucken oder sie haben Pech gehabt.

    Auch die Ersatzteilfrage sollte man nicht unbeachtet lassen - was nutzt mir ein System, wenn ich nach ein paar (und ich war schon versucht, Paar zu schreiben) Jahren nicht mehr verfügbar ist. Wieder umrüsten? Zig FUNKTIONIERENDE Komponenten ersetzen, weil das nunmehr erhältliche nur bedingt kompatibel ist? DAS KANNS JA AUCH NICHT SEIN!

    Nimm allein die Dekoder für die Loks - innerhalb einiger weniger Jahre sind sie überholt. Jetzt gibt es endlich den genormten 8 poligen Stecker und dann "erfinden" wir den 21 poligen... Und genau um so etwas geht es mir. Ich erbe damit eine DAUERBAUSTELLE, wo ich ständig weitere Investitionen tätigen muss. DANKE, KEIN BEDARF!

    Da lobe ich mir G+R - seit Jahrzehnten - Jawohl, ich beschäftige mich damit bereits seit Anfang der 90er Jahre! - ein in der Grundkonzeption kompatibles System, wo ich noch dazu die Loks nicht mit einem Dekoder ausrüsten muss, was bei einigen älteren Fahrzeugen auch nicht unproblematisch ist. Und ich habe bei G+R genau das, auf was es mir ankommt - nämlich eine vorbildnahe Sicherungstechnik. Ein Signal mit Frei 40? Kein Problem, die Geschwindigkeit des Zuges verringert sich über die Steuerung und bei Frei mit 60 fahren wir etwas schneller in die Weichenstraße ein. Ich habe genau einmal die Arbeit und muss die Strecke mit den Parametern eingeben. Danach fährt ein jeder Zug den Einstellungen entsprechend. Achja, ich muss auch einmal den Zug genau definieren bzw. damit die Einstellungen des Fahrtreglers festlegen - mehr nicht. Und noch einige weitere Vorteile, welche aber den Rahmen dieses Beitrages sprengen würde und ich sie daher nicht aufzählen werde.

    Warum ich Digizeugs sage? Nicht weil ich ein Fortschrittsverweigerer bin, sondern weil mich diese ganze "Spielerei" einfach nicht überzeugt und ich keine für mich umsetzbare Vorteile sehe. Ich beobachte stetig die Entwicklungen und Neuerungen und muss leider feststellen, dass es nicht besser sondern immer ärger wird. Und sei mir nicht böse, aber bewegliche Türen bei Wagen sind eine Spielerei. Ein Containerkran muss nicht unbedingt digital gesteuert werden, das geht konventionell auch und bei Störungen kann ich mir sogar helfen, weil ein Motor oder mechanische Teile ersetzbar sind. Bei Platinen schaut es schon anders aus... Und vor allem: Welche hat jetzt was? Oder ist es das Steuergerät? Usw...


    Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich mich beruflich u.a. auch mit Netzwerktechnik befasse bzw. generell mit IT und auch mit Konfigurationen von Hard- und Software. Daher weiß ich sehr wohl von was ich rede / schreibe...
  • Re: Modellbahnsteuerung: die Anwort

    Ich habe nie behauptet, dass du nicht weißt was du schreibst. Und ich bin völlig bei dir: Man muss nicht jeden Blödsinn mitmachen. Ich gebe dir auch mit Vista völlig recht. Nur greifst du um deine Abneigung zu artikulieren mit Vorliebe zu genau den Dingen die tatsächlich Firlefanz sind. zB Türen öffnen. Ja natürlich ist das eine Spielerei, aber erkennen wir doch wozu sie gemacht wurde: Um Nachwuchs anzulocken. Das braucht ja wirklich kein ernsthafter Modellbahner. Anders ist es schon wieder mit dem Anlegen des Panto. Das sehe ich schon wieder in einer vernünftigen Richtung. Aber "brauchen" tut das auch keiner wirklich. Für die "Poweruser" sind auch die neuen Schnittstellen entwickelt worden, wobei die inneren 8 Pins der 22poligen Schnittstelle dem üblichen Stecker mit seinem Funktionsumfang entsprechen. Was also solls. Man gibt die Möglichkeit zwingt aber keinen dazu. Die üblichen NMRA Kabel sind schon seit dem vorigen Jahrhundert genormt und eben auch weiterverwendbar. Dass die Entwicklung bei den Decodern nicht stehenbleibt liegt in der Natur der Sache. Das ist doch kein Argument! Wenn ein alter dich zufrieden stellt wer zwingt dich ihn zu tauschen? Das ist doch Nonsens.

    Das mit der "Dauerbaustelle" und den "ständigen Investitionen" oder ähnlichen plakativen Meldungen ist mir zu sehr "Bild Zeitung". Ich habe keine Lust mehr diese ständigen Umdeutungen von Tatsachen richtigzustellen. Lieber Monte bleib analog, und bleib bei G+R, es freut mich wenn du daran Freude hast. Mir ist das egal.

    lg Walter
  • Re: Modellbahnsteuerung: die Anwort

    Obwohl hier eh schon die Profis dran sind, hier mal meine Meinung:

    SW und die zugehörige HW haben leider zu den vielen Vorteilen ein paar unschöne Nachteile (hier nur die für mich Gravierendsten mit halbwegsem Bezug):
    1. SW ist nie fehlerfrei, ganz im Gegenteil schleichen sich bei einem neuen Release oft neue Fehler ein, die aber manchmal wiederum zum Glück lt. Wahrscheinlichkeit nur alle x-tausend Jahre auftreten, also nie, aber man weiß es nie bzw. man wird sehen - eigentlich ein wenig befriedigender Zustand, aber denoch allgemein akzeptiert. Zum Glück sind die möglichen Folgen bei der Modellbahn zwar ärgerlich, aber kaum personengefährdend.
    2. komplexe SW ist praktisch nur durch Profis und oft - Quellcodes hin und her - auch nur durch den urspr. Programmierer bearbeitbar und erweiterbar, also Änderungen insbes. über die Jahre schwierig. Für die Modellbahn: hoffentlich kann man noch updaten, wenn man ein paar neue Funktionalitäten braucht, sonst halt neu kaufen und bei der Gelegenheit die HW hochrüsten - wie bei MS & Co
    3. HW hält bei weitem nicht ewig und ist nach Jahren generell nicht mehr in der nötigen Ausführung erhältlich, SW ist hingegen kaum abwärtskompatibel. In Kombination mit Pkt. 2 u.U. ein monetäres Faß ohne Boden bzw. wenn man es bösartig betrachtet für IT-Lieferanten die Basis für einen längerfristigen Geschäftserfolg.

    Eine weitere Diskussion zur Infiltrierung von IT in unser heutiges Leben ist aber eh kaum zweckmäßig, da es ohnedies kein Zurück gibt, dazu sind die Vorteile auch zu übermächtig, siehe Internet, Handy, Navi, usw. Darauf will/kann kaum wer verzichten. Und ich auch nicht. Insofern muss ich die Krot der diversen Problemchen schlucken. Im Berufsleben kann ich letztendlich damit leben, weil ich mich der entsprechenden Profis bedienen kann. Im Privatleben muss ich wohl oder üblich damit leben, wobei kleinere Schwierigkeiten wiederum durch Hinzunahme persönlicher Experten, größere Probleme aber zumindest gegen Einwurf kleiner Münzen bewältigbar sind. Aber nur als Beispiel, einen Laptop setzt mir heute auch keiner selbst von meinen z.T. sehr IT-affinen Kumpels neu auf (bzw. nur unter Androhung von Gewalt oder Verrat von Jugendsünden).

    Aber wie steht es mit der Modellbahn, meinem Hobby?
    Natürlich gibt es im Grunde genommen ebenfalls (langfristig) keine Alternativen zur Digitalisierung, einerseits, weil die angebotenen Funktionalitäten halt schon was können und andererseits, weil auch analoge Steuerungen, Relaise, usw. nicht ewig halten und irgendwann abgängig werden.

    Für mich sind aber 2 Aspekte maßgeblich:
    1. Auch wenn man als Modellbahner quasi Allrounder ist, stelle ich mir aber schon die Frage, ob ich nicht lieber an einer Lok rumfeile oder eine feine Landschaft gestalte, als öde rumzuprogrammieren oder gar Platinen zu löten, was mich eben kaum interessiert und wo mir ab einem gewissem Punkt auch der nötige Tiefgang bzw. die Lust zur weiteren Vertiefung fehlt. Als alter Maschinenbauer will ich vorrangig Modellbahn bauen und spielen, nicht löten und programmieren. Aber da meine Anlage eine entsprechende Steuerung benötigen wird, brauche ich zwingend technische Lösungen, die ich selbst und mit überschaubarem Aufwand realisieren und ggf. anpassen/erweitern kann - grundsätzlich egal, ob analog oder digital. Der Preis ist dabei vorerst sekundär, sofern im Rahmen (wie immer dieser auch definiert ist).

    2. Meine Modellbahn ist ein langsames und langfristiges Projekt. Mein heutiges Arbeitstempo zumindest über mein restliches Berufsleben hochgerechnet, ergibt im Bestcase zum Pensionsantritt eine Modellbahnanlage im Rohbau und vielleicht die wichtigsten Fahrzeuge gesupert und hochgerüstet. Heute habe ich noch nicht mal den Anlagenraum, aber zumindest einen weit gediehenen und mittlerweile über Jahre entwickelte Plan, dazu einige fertige und halbfertige Anlagenstücke und einige wenige der allerwichtigsten Fahrzeuge gesupert und gealtert (analog). Ich brauche also zukunftsfähige Lösungen, d.h. langfristig lieferbar, erweiterbar, dennoch aber technisch ausgereift (schwierg, ichweißschon)

    Fazit für mich:
    a. Solange ich nur streckenabschnittsweise fahre, mache ich das analog und überwiegend mit mechanischen (Unterflur-)Weichenantrieben. Erstens einfach, zweitens billig, drittens betriebssicher, viertens ausreichend.
    b. Gedanken an die Anlagensteuerung mache ich mir dann, wenn ich diese wirklich brauche. Dann will ich aber das Beste haben, was es am Markt gibt. Ehrlicherweise kann ich mir dann aber trotz meiner oben skizzierten Skepsis eine platinengelötete Schattenbahnhof- und Kehrschleifensteuerung nicht wirklich vorstellen. Womit wir wieder bei der eigentlichen Frage des Threads sind - tja, die Antwort wird nicht einfach. Ich warte mal auf eure Rückmeldung aus der Praxis ;)

    Schönen Abend
    Jürgen

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  • Re: Modellbahnsteuerung: die Anwort

    Hallo jzipp

    Nun, ich würde mich nicht als Profi bezeichnen. Aber, falls du mich gemeint hast, trotzdem Danke!
    Deine Gedanken haben Hand und Fuß, daher auch meine Gedanken dazu:

    Zum ersten Absatz: Nichts von Menschenhand ist fehlerfrei und nichts hält ewig, nicht nur die Elektronik auch die Mechanik. Man kann durch Erfahrung und viel Nachdenken zwar die meisten Fehlerquellen ausschließen aber vorhanden bleiben sie doch. Man kann jetzt argumentieren, dass man dann u.U. mechanische und elektronische Fehler hat. Aber auch analoge Anlagen kommen nicht ohne Elektronik aus. Die angesprochenen G+R Bausteine sind ja genauso elektronisch, das Computerprogramm dazu ebenso Software und jedes modernere Fahrpult beinhaltet elektronische Bausteine. Die Quellcodes und die Ersatzteile dazu sind exakt mit demselben Risiko behaftet wie bei Digi. Da frage ich mich: Warum mache ich nicht gleich den ganzen Schritt? Noch mal: Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden aber für mich ist das wie ein Trike: Die Kombination der Nachteile eines Autos und einer Motorrades ohne jeweils die Vorteile zu bieten. Somit hast du dir in Absatz 3 im Grunde selbst die richtige Antwort gegeben.

    Zu Aspekt 1:
    Richtig! Ich nehme da lieber ein Programm „von der Stange“, als dass ich mich als Laie selber hinsetze, Platinen entwickle oder bei Conrad kaufe, löte und dazu womöglich Software programmiere. Wer daran Spaß hat soll es doch bitte tun, aber ich möchte mich weder damit noch mit der Organisation der Anlage beschäftigen. Die Datenverarbeitung ist die Domäne eines Computers, der weiß wie jede Weiche steht wo eine Lok ist und welche das ist, und nicht die des menschlichen Gehirns. Das kann dafür besser kreativ sein. Der Vorteil einer Computersteuerung ist auch noch die Tatsache, dass ich Dinge die nicht so laufen wie ich mir das vorstelle meist innerhalb der Software lösen kann. Habe ich vorher etwas zusammengelötet muss ich es wieder umlöten. Mir graut davor Jahre zu verbraten bis die Steuerung klappt. Da beschäftige ich mich lieber mit dem Bauen von Loks oder so.

    Zu Aspekt 2:
    Das mit der zukunftsfähigen Lösung ist natürlich schwierig. Aber irgendwann muss man den Punkt setzen an dem man einsteigt. An dem man sagt: „Ja das bietet jetzt die Möglichkeiten die gerne hätte, das ist meine Basis.“ Wenn man stets zaudert, dann kommt dieser Punkt nie. Immer wieder hat man Situationen im Leben wo man sagt: „Hätt’ ich doch nur noch 5 Wochen gewartet!“ Aber es gibt auch: „Hätt’ ich doch damals gleich...“ Eine Gretchenfrage die jeder für sich selbst lösen muss.

    Zu deinem Fazit: Ja, genau das habe ich auch gesagt bevor mir eine Lokmaus in die Hände gefallen ist und ich sie auf meiner Testanlage ausprobiert habe.

    Lg Walter

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  • Re: Modellbahnsteuerung: die Anwort

    Viele glauben aber, dass sie durch die Steuerung Antriebsmängel ausmerzen können. Ok, man kann leichte Verbesserungen erreichen, doch das Grundübel wird dadurch nicht behoben. Auch zeigt es sich sehr schnell, wenn seitens der Hersteller nur eine minimale Stromabnahme vorgesehen wurde.
  • Re: Modellbahnsteuerung: die Anwort

    Damit hast du recht. Qualitätsmängel im Getriebe lassen sich nur sehr eingeschränkt beheben. Konstuktionsmängel in der Stromabnahme aber durch gar nichts. Höchstens durch ein paar Geisterwagen mit Kondensatoren, aber das ist sicher nicht der Sinn der Sache.
    Das einzige, was man machen kann ist: Zu schnelle Loks elektronisch zu bremsen. Das ist aber auch nicht das Gelbe vom Ei.
  • Re: Modellbahnsteuerung: die Anwort

    [quote author=walter_f link=topic=18290.msg118099#msg118099 date=1262939645]
    Zu deinem Fazit: Ja, genau das habe ich auch gesagt bevor mir eine Lokmaus in die Hände gefallen ist und ich sie auf meiner Testanlage ausprobiert habe.
    [/quote]

    Gut, also ich hab mal meine wesentlichen Anforderungen zusammengeschrieben:

    1. Ich will das ganze mal ausprobieren und vielleicht drei, vier Maschinen probehalber digitalisieren, ein oder zwei davon mit Sound.

    2. Ich will damit vorerst nur einen kleinen Werksanschluss mit einigen Gleisen betreiben, dabei aber auch Weichen usw. digital steuern.

    3. Perspektivisch würde ich dann darauf auch gerne mal einen teil- und oder vollautomatischen Betrieb über den PC ausprobieren.

    4. Und langfristig - tja in 10 Jahren oder so - will ich mal eine größere Anlage betreiben, dann also mit PC-Ansteuerung für den Schattenbahnhofbetrieb, Blockstellen usw. Daneben soll manueller Betrieb möglich sein. Stellpult tendenziell auch über PC. Loks in größerer Zahl.

    Stellt sich nun die Frage, was kaufen? (konkret: welche Zentrale? welche Fahrregler?)

    Da meine unmittelbaren Anforderungen eher bescheiden sind (und auch primär "zur Probe"), tendiere ich eher zu einer "Einsteigerlösung", auch weil preiswerter. Andererseits will ich aber - irgendwann - aufstocken und wer billig kauft, kauft bekanntlich doppelt. Aber rentiert sich eine teurere Lösung heute überhaupt, wenn ich die Performance erst dann brauche, wenn es vermutlich viel besseres am Markt gibt?

    Wer von den Experten kann mir dazu ein paar Tipps geben?

    Danke
    Jürgen
  • Re: Modellbahnsteuerung: die Anwort

    Jetzt schalte ich mich auch dazu,

    Als Märklin-Bahner eher der Außenseiter.
    Ich hab mich lange den Digizeug's gewehrt.
    Schlüsselerlebnis war damals als ich meine erste Mä 1016 erworben hab.
    Die wollt' ich natürlich, zu Hause angekommen, gleich ausprobieren.
    Also Probestrecke raus, anschließen der Stromversorgung, und natürlich das Beste (Eletronikfahrpult Mä 6699).
    Gefahren ist sie dann genau 30cm. Danach ging nur mehr der Lichtwechsel und sonst nichts mehr.
    Nach auspacken der Beschreibung und lesen (nicht Elektronikfahrpult 6699) war ich um einiges g'scheiter.
    Wurde sogar kostenlos repariert, die ganze Platine ausgetauscht.
    Ab da, digital muß her. Man will ja auch die Funktionen ausleben.
    PC gesteuert, das schwebte mir sowiso schon immer im Hinterkopf.
    Also, ich hab viele Fremdfabrikate (Liliput, Lima, Rivarossi, KMB, KB, Brawa, Roco) eine Multizentrale muß her.
    Ich entschloß mich für die IB von Uhlenbrock. Softwaremäßig WDP.
    Nur die IB ist ja auch nicht das gelbe vom Ei, die tut gern reseten.
    Meine noch nicht, aber wenn alles drannhängt viellecht dann aber auch.
    Ich habe zu Testzwecken eine eines Mo-Bahnkollegen bei mir, die resetet obwohl nicht's angeschlossen ist.
    Also, ein Ding das alles ansprechen kann, und dann auch noch störungsfrei funtioniert, das wär's.
    Softwaremäßig bin ich mit WDP vollends zufrieden.
    Jetzt fehlt eigentlich nur mehr eine zufriedenstellende Schnittstelle zwischen Anlage und PC.
    Zum programmieren der Decoder, na ja, für jeden gibt's ein Programmerl.
    Da muß man sich durch's I-Net kämpfen.

    Fazit: Ich bin mit Digital allesamt zufrieden.
    Eine stabile Zentrale die alles kann wäre super.
    Gruß 4024.12
  • Re: Modellbahnsteuerung: die Anwort

    Mal vorweg: ich favoritisiere die Digitalsteuerung.

    NUR. Beide Systeme haben natürlich ihre Probleme.

    Digital ist für mich interessant, wegen der Funktionen (Licht,...), dem wenigeren Verdrahtungsaufwand, und der (für mich) unkomplizierteren Betriebsabwicklung.

    Uninteressant sind für mich öffnungsfähige Türen o.a. Ich kanns auch begründen - wenn man unbedingt davor steht, sieht man's, auf größeren Anlagen aber nicht mehr (dort fällt es zumindest nicht mehr auf) - ebenso wie Stromabnehmer und ähnliches. Ich achte da vielmehr auf ein realistisches Auftreten der Fahrzeuge (Alterung, Vorbildgerechte Umbauten, etc, die auch aus weiterer Distanz mehr hergeben.)
    Dass die öffnungsfähigen Türen ein Anreiz für Jungmodellbahner sein sollen, kann ich ebenfalls nicht bestätigen. Abgesehn davon, dass es eh sehr wenige Jungmodellbahner gibt, hier tuts meist ein Piko-Taurus mit Kleinbahn-Wagen auch; meine erste Lok war eine damals noch weit weg von digital gewesene D120, die nun für den Schienenputzzug eingesetzt wird.

    Noch dazu sind die Preise für die Multifunktionswagen oft in Höhen, die für Junge sehr unattraktiv sind.

    Das Digitale hat ein weiteres Problem: Kleinloks, Straßenbahnen und Altfahrzeuge.

    In Kleinloks und Altfahrzeugen fehlt oft der Platz für Dekoder; oft ist auch nicht einmal eine Schnittstelle dafür da, und wenn, dann kann diese auch schon veraltet oder inkompatibel sein.

    Hier sehe ich die Vorteile des Analogen, wie Monte es oben geschrieben hat, durchaus ein.

    Aber nur dort. Wenn ich eine Anlage mit 1044, 1116, 1014, etc. hab, ist mMn der digitale Betrieb besser.


    Aber letztlich muss eh jeder selbst wissen, wie er seine Anlage realisiert und welche Ansprüche er an die Modellbahnsteuerung hat.
  • Re: Modellbahnsteuerung: die Anwort

    Das mit dem digitalisieren der Altfahrzeuge ist natürlich so ein Ding, da muss man sich oft etwas einfallen lassen. Aber ein Problemchen wird es nur, wenn man den Motor, bzw dessen Gehäuse von der Masse trennen muss. Das zusammenlöten der einzelnen Kabel ohne Schnittstelle ist nach der 3ten Lok Routine. Was aber am Meisten nervt, ist die meist unzureichende Doku, wie man eine Lok auseinander nehmen kann. Es ist oft zum irre werden. Beispiel bei mir zuletzt die Gützold 52er. Da sitzt man Stunden. Nicht um den Decoder einzubauen, der war kein Problem, sondern um sich einen Weg zur Tender-Beleuchtung freizuschlagen.
    für solche Fälle bin ich immer dankbar, wenn mir Herr Hübsch hilft.
    Im Normalfall dauert aber auch bei Altfahrzeugen die Digitalsierung etwa 15 bis 20 Minuten. Es gibt schon so kleine oder flache Decoder, dass sich fast immer ein Platzl dafür findet.
    Eine Marktlücke wären flache/gebogene Decoder, die man um einen Rundmotor legen kann. Ich weiß schon...Blödsinn. Wo gibts gebogene Platinen?
    lg W
  • Re: Modellbahnsteuerung: die Anwort

    Oke!
    Ich habe Roco Multimaus um es auszuprobieren und die umgerüsteten Fahrzeuge zu testen.
    Ich kaufe mir Zimo (wenn die neue Zentrale verfügbar ist), weil die von mir angestrebte Teilautomatisierung mit diesem System am günstigsten (auch finanziell) machbar ist.
    lg Walter
  • Re: Modellbahnsteuerung: die Anwort

    [quote author=walter_f link=topic=18290.msg132417#msg132417 date=1291453571]
    Ich kaufe mir Zimo (wenn die neue Zentrale verfügbar ist), weil die von mir angestrebte Teilautomatisierung mit diesem System am günstigsten (auch finanziell) machbar ist.
    [/quote]
    Ich habe vor kurzem gehört, daß Zimo auch eine Multizentrale ist, also auch MM kann.
    Kann mir das jemand bestätigen. Bei den Decodern soll das ja der Fall sein.
    Wo sich natürlich auch die Unkompiziertheit (Anschluß am Pc, Verträglichkeit mit WDP, Ansprechen bzw. programmieren der zahlreichen fremd-Decodern erst bestätigen sollte (müßte)).

    Ich werd' da mal vorsichtig auf deren HP nachschauen.
    Gruß 4024.12
  • Re: Modellbahnsteuerung: die Anwort

    [quote author=walter_f link=topic=18290.msg132417#msg132417 date=1291453571]
    Ich habe Roco Multimaus um es auszuprobieren und die umgerüsteten Fahrzeuge zu testen.
    [/quote]
    Hm, genau das würde vorerst ja mal meinem Zweck entsprechen. Hab gerade gesehen, da ist man ja ab knapp über 100 € dabei. Eine Zimo Zentrale liegt ja eher in einer Region ab 700 aufwärts.

    Das wäre dann ja wohl die günstige Einsteigerlösung. Gibt es zur Roco-MM irgendwas nennenswertes zu berichten? Kann man die auch für die Gartenbahn verwenden?

    Auf der Ebene wäre die Alternative dann nur die Digi1 von Piko. Gibts hier Erfahrungen?

    [quote author=4024.12 link=topic=18290.msg132419#msg132419 date=1291454384]
    Ich habe vor kurzem gehört, daß Zimo auch eine Multizentrale ist, also auch MM kann.
    [/quote]
    Was meinst du damit? Wozu brauchst du eine Multimaus UND eine Zentrale? Würde die Multimaus dann nur als Fahrregler dienen oder könnte diese die Zentrale sinnvoll unterstützen? Oder ääh, was meiinst du mit MM?

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  • Re: Modellbahnsteuerung: die Anwort

    Hallo jzipp
    Man kann dir da schwer antworten. Du müsstest erst ein Lastenheft verfassen, was du alles machen willst.
    Für mich ist die Roco Maus selbst zum Testen etwas mühsam. Aber ok, es geht. Für mich wäre die Anschlussmöglichkeit eines Computers die Mindestvoraussetzung. Das Programmeiren mit dem Handgerät geht zwar, aber "easy handling" ist anders. Ich glaube, aber dass sich das bei zunehmender Erfahrung wieder gibt. Herrn Hübsch sehe ich nur mit dem Zimo Handgerät programmieren. Das liegt aber sicher daran, dass er weiß was er tut...ich experimetiere noch mehr. Erfahrung ist offensichtlich durch nichts zu ersetzen. Er nimmt eine von mir programmierte Lok, drückt 5 Tasten und das Ding läuft wie Butter.

    Zurück zum Lastenheft: Es geht nicht darum was du jetzt in den nächsten 5 oder 10 Monaten machen willst, sondern wo du in Zukunft hin wllst. Auch wenn das Zimo Anfangsset so um die 700 kostet, ist das Geld besser angelegt, als du kaufst dir zuerst einen Maus und dann erst das Zimo Gerät. Wichtig ist aber, dass du den Funktionsumfang der Zimozentrale auch nutzen möchtest. Wenn nicht, ist es schad ums Geld. Ich wusste gleich, für mich ist Zimo das beste. Die Zentrale kann alles, was ich gerne haben möchte, und dies ohne Zusatzkosten. Lenz würde mich mehr kosten. Tran auch.
    Die Maus habe ich, weil ich die 03.10 mit ihrem Zug wollte. Und das war im Set mit der Maus am günstigsten. Sie wäre schon längst außer Betrieb, wäre die neue Zimo Zentrale bereits verfügbar.
    lg W