Abzockversuch gescheitert: Opel unterliegt im Streit um Markenverletzung

  • Abzockversuch gescheitert: Opel unterliegt im Streit um Markenverletzung

    Opel unterliegt im Streit um Markenverletzung durch Spielzeugautos

    Der u. a. für Markenrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat gestern entschieden, dass der Hersteller eines Kraftfahrzeuges den Vertrieb von Spielzeugmodellautos, die als verkleinerte Nachbildung seines Originalfahrzeugs auch die Marke des Originalherstellers an der entsprechenden Stelle tragen, nicht unter Berufung auf seine Markenrechte verbieten kann.

    Die Klägerin, die Adam Opel GmbH, ist Inhaberin einer für Kraftfahrzeuge und Spielzeug eingetragenen Bildmarke, die das Opel-Blitz-Zeichen wiedergibt. Sie wendet sich gegen den Vertrieb eines funkgesteuerten Spielzeugautos der Beklagten, das ein verkleinertes Abbild eines Opel Astra V8 Coupé darstellt und am Kühlergrill das Opel-Blitz-Zeichen trägt.

    Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat zu der Frage, ob diese Nachbildung in verkleinertem Maßstab eine unzulässige Markenbenutzung darstellt, eine Vorabentscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Union eingeholt. Dieser hat entschieden, dass es maßgeblich auf die von dem vorlegenden Gericht zu treffende Feststellung ankomme, ob die angesprochenen Verkehrskreise das identische Zeichen auf den Spielzeugmodellautos als Angabe darüber verstünden, diese stammten von der Klägerin oder einem mit ihr wirtschaftlich verbundenen Unternehmen. Das Landgericht hat die u.a. auf Unterlassung und Schadensersatz gerichtete Klage daraufhin abgewiesen. Es hat angenommen, der Verkehr sehe die auf einem verkleinerten Abbild eines großen Originalfahrzeugs an der richtigen Stelle angebrachte Marke als einen Teil des Modellfahrzeugs an und rechne sie weder dem Hersteller des Vorbilds zu noch gehe er von wirtschaftlichen, insbesondere lizenzvertraglichen Beziehungen zwischen den Herstellern des Vorbilds und des Spielzeugmodells an. Das Berufungsgericht hat diese Auffassung bestätigt. Die Revision der Klägerin hatte keinen Erfolg.

    Eine Verletzung der für Spielzeug eingetragenen Marke der Klägerin hat der Bundesgerichtshof verneint. Zwar liegen die Voraussetzungen einer Markenverletzung insoweit vor, als es sich bei der Anbringung des Opel-Blitz-Zeichens auf dem Spielzeugauto der Beklagten um die Benutzung eines mit der Klagemarke identischen Zeichens für identische Waren (Spielzeug) handelt. Dadurch werden jedoch weder die Hauptfunktion der Marke, die Verbraucher auf die Herkunft der Ware (hier: Spielzeugauto) hinzuweisen, noch sonstige Markenfunktionen beeinträchtigt, weil die angesprochenen Verbraucher das Opel-Blitz-Zeichen auf den Spielzeugautos der Beklagten nur als – originalgetreue – Wiedergabe der Marke verstehen, die das nachgebildete Auto der Klägerin an der entsprechenden Stelle trägt. Das Opel-Blitz-Zeichen wird nur als Abbildungsdetail der Wirklichkeit angesehen. Die Verbraucher sehen darin folglich keinen Hinweis auf die Herkunft des Modellautos.

    Soweit die Marke der Klägerin für Kraftfahrzeuge eingetragen ist, handelt es sich nicht um ähnliche Waren (Spielzeugautos und Kraftfahrzeuge), so dass auch die Annahme einer Markenverletzung wegen Begründung einer Verwechslungsgefahr ausscheidet. Unter dem Gesichtspunkt des Schutzes einer – für Kraftfahrzeuge – bekannten Marke ist eine Markenverletzung gleichfalls zu verneinen. Insoweit fehlt es an einer unlauteren Beeinträchtigung oder Ausnutzung des Rufs der für Kraftfahrzeuge eingetragenen Marke der Klägerin.

    Urteil vom 14. Januar 2010 – I ZR 88/08 – Opel-Blitz II
    OLG Nürnberg - Urteil vom 29. April 2008 – 3 U 1240/07
    GRUR-RR 2008, 393 = WRP 2008, 1257
    LG Nürnberg-Fürth - Urteil vom 11. Mai 2007 – 4HK O 4480/04
    WRP 2007, 840
    EuGH – Urteil vom 25. Januar 2007 – C-48/05,
    Slg. 2007, I-1017 = GRUR 2007, 318 = WRP 2007 – Adam Opel
    Karlsruhe, den 15. Januar 2010

    § 14 Abs. 2 MarkenG:
    Dritten ist es untersagt, ohne Zustimmung des Inhabers der Marke im geschäftlichen Verkehr
    1. ein mit der Marke identisches Zeichen für Waren oder Dienstleistungen zu benutzen, die mit denjenigen identisch sind, für die sie Schutz genießt,
    2. ein Zeichen zu benutzen, wenn wegen der Identität oder Ähnlichkeit des Zeichens mit der Marke und der Identität oder Ähnlichkeit der durch die Marke und das Zeichen erfassten Waren oder Dienstleistungen für das Publikum die Gefahr von Verwechslungen besteht, einschließlich der Gefahr, dass das Zeichen mit der Marke gedanklich in Verbindung gebracht wird, oder
    3. mit der Marke identisches Zeichen oder ein ähnliches Zeichen für Waren oder Dienstleistungen zu benutzen, die nicht denen ähnlich sind, für die die Marke Schutz genießt, wenn es sich bei der Marke um eine im Inland bekannte Marke handelt und die Benutzung des Zeichens die Unterscheidungskraft oder die Wertschätzung der bekannten Marke ohne rechtfertigenden Grund in unlauterer Weise ausnutzt oder beeinträchtigt.

    Pressestelle des Bundesgerichtshofs
    76125 Karlsruhe
    Telefon (0721) 159-5013
    Telefax (0721) 159-5501

    [size=8pt]Quelle: http://www.sammlervz.net/nwsIndex.php?action=NwsView&nId=2914[/size]


    Gut so daß der Versuch eines an Negeritits leidenden Unternehmens sich die (durch mangelnden Geschäftserfolg) fehlende Kohle durch Unterlassungs- und Schadenersatzklagen von Modellspielwarenherstellern holen zu wollen, um damit die Aasgeier und Heuschrecken Shareholder zu füttern, kläglich gescheitert ist . ;) :D ;D

    So gesehen müsste sich dieses Urteil ja auf alle Nachbildungen mit Firmenlogos (Bierwagen, Kesselwagen, Container + Containertragwagen, Railjet, etc.) im Modell umlegen lassen. Sowohl was die Eisenbahnunternehmen (z.B. ÖBB, ÖBB-Wortmarke) selbst als auch ihre Teilfirmen (z.B. Railcargo) betrifft.
    Wie schaut das aber mit durch Künstler (z.B. Geiblinger) gestaltete Werbeloks a la bunte Tauri aus? Urheberrecht auf das Geschmiere Werk des/der Künstler(s) oder auch frei verwendbar?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von 197.303 ()

  • Re: Abzockversuch gescheitert: Opel unterliegt im Streit um Markenverletzung

    [quote author=197.303 link=topic=18553.msg119978#msg119978 date=1267349728]
    Wie schaut das aber mit durch Künstler (z.B. Geiblinger) gestaltete Werbeloks a la bunte Tauri aus? Urheberrecht auf das Geschmiere Werk des/der Künstler(s) oder auch frei verwendbar?[/color]
    [/quote]Ist mMn mit diesen Satz schon erklärt:

    Wir weisen darauf hin, dass (auch für Fotozwecke) das unbefugte Betreten von nicht-öffentlichen Bahnanlagen lebensgefährlich und daher ausnahmslos verboten ist.

  • Re: Abzockversuch gescheitert: Opel unterliegt im Streit um Markenverletzung

    [quote author=297.401 link=topic=18553.msg119979#msg119979 date=1267350953]
    [quote author=197.303 link=topic=18553.msg119978#msg119978 date=1267349728]
    Wie schaut das aber mit durch Künstler (z.B. Geiblinger) gestaltete Werbeloks a la bunte Tauri aus? Urheberrecht auf das Geschmiere Werk des/der Künstler(s) oder auch frei verwendbar?[/color]
    [/quote]
    Ist mMn mit diesen Satz schon erklärt:

    Wir weisen darauf hin, dass (auch für Fotozwecke) das unbefugte Betreten von nicht-öffentlichen Bahnanlagen lebensgefährlich und daher ausnahmslos verboten ist.
    [/quote]

    Dafür hatte sie sicher eine Genehmigung. Wie sonst sollte sie persönlich in den TS Linz Hand angelegt haben beim Folienpicken?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von 197.303 ()

  • Re: Abzockversuch gescheitert: Opel unterliegt im Streit um Markenverletzung

    Es geht darum Rechte Dritter zu verletzen, mit diesem Satz aus dem Lokfinder aber wurde ja das verwenden besagter Fotos bzw daraus resultierender "Dinge" erlaubt.
  • Benutzer online 1

    1 Besucher