KURIER: MAV will RCH teilweise zurückkaufen

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  • KURIER: MAV will RCH teilweise zurückkaufen

    ÖBB: Ungarn wollen Güterverkehr zurück

    Die Staatsbahn MAV will den ÖBB ein Drittel der MAV Cargo wieder abkaufen. Bahnchef Christian Kern dementiert.

    Die ungarische Güterbahn MAV Cargo (heute Rail Cargo Hungaria/RCH), die die ÖBB 2008 um rund 390 Millionen Euro gekauft haben, könnte zumindest zum Teil wieder nach Ungarn zurückrollen. Verkehrsministerin Doris Bures bestätigte am Mittwoch Gespräche zwischen den ÖBB und der ungarischen Staatsbahn MAV, von der die RCH gekauft wurde. Angesichts der großen Probleme und Verluste der RCH mache es Sinn, die MAV wieder mit einzubeziehen. Details wollte Bures allerdings nicht nennen.

    Laut ungarischen Medienberichten will der Nachbarstaat rund ein Drittel der RCH zurückkaufen. Allerdings zu einem weit geringeren Preis als die ÖBB damals zahlten. Den Berichten zu Folge wollen die Ungarn nur rund 10 Milliarden Forint (37,7 Millionen Euro) für den Anteil auf den Tisch legen. Das gesamte Unternehmen soll dem Vernehmen nach nur noch 33 Milliarden Forint (124,4 Mio. €) wert sein. 2010 fuhr die ungarische ÖBB-Gütertochter 70 Millionen Euro Verlust ein und bescherte dem Konzern zusammen mit der österreichischen Mutter Rail Cargo Austria 330 Millionen Euro Verlust.

    Kooperationen

    Die ÖBB selbst dementieren Verkaufsverhandlungen. Es gebe zwar Gespräche mit der MAV, allerdings - ließ Bahn-Chef Christian Kern dem KURIER ausrichten - nur über Kooperationen. Dadurch soll das Infrastrukturentgelt (Schienenmaut), die die ÖBB über die MAV an den ungarischen Staat zahlt, reduziert werden. Und auch die Traktionskosten - die Güterzüge der RCH werden großteils von gemieteten MAV-Lokomotiven gezogen - sollen sich dadurch deutlich verringern. Schienenmaut und Lok-Kosten machen rund 60 Prozent der Betriebskosten aus.

    Insider orten freilich massiven Druck der MAV: Sollte sie nicht einen Anteil an der RCH bekommen, würden weder die Kosten für die Schienenmaut noch für die Miet-Lokomotiven gesenkt. Die ÖBB blieben auf den hohen Betriebskosten sitzen.

    Privatisierung

    Eine Privatisierung der ÖBB, die sich Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) wünscht, lehnte Bures am Mittwoch erneut ab. Die Debatte sei "ideologisch motiviert und ökonomisch unsinnig". Zuerst müsse die Bahn bis 2013 saniert werden, dann könne man über eine Stärkung des Eigenkapitals - für Bures am liebsten mittels Staatszuschuss - nachdenken.

    Letztes Update am 15.06.2011, 16:27
    Artikel vom 15.06.2011 16:00 | KURIER | Franz Jandrasits


    Quelle: KURIER
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