(nicht so) Neues aus dem Burgenland

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  • (nicht so) Neues aus dem Burgenland

    Im Rahmen eines ORF-Burgenland-Artikels über die Optimierung des öffentlichen Verkehrs gibt es noch einmal eine Bestätigung (Begründung wäre wohl zu viel verlangt) politischerseits zur Betriebseinstellung der Strecke von Oberwart nach Friedberg:

    Wien-Pendler bevorzugen Bus
    Keine Diskussion gibt es offenbar mehr, was die Bahnstrecke Oberwart-Wien betrifft- trotz Protesten von Bürgerinitiativen, die sich für den Erhalt der Strecke einsetzen. Der Bahnverkehr würde sich nicht rechnen, meinte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) am Dienstag erneut. "750 Pendler fahren täglich mit dem Bus von Oberwart nach Wien und nur 50 mit der Bahn."
    Statt der Bahn sollen zusätzliche Busse von Oberwart nach Wien installiert werden. Im Herbst soll das neue Gesamtverkehrskonzept präsentiert werden.
  • Zum Thema auch ein Artikel aus dem heutigen KURIER:

    Für Niessl ist der Zug abgefahren

    Trotz Protesten hält das Land an der Einstellung des Personenverkehrs fest. Busse sollen als Ersatz dienen.

    Letztes Update am 29.06.2011, 06:10

    Im Burgenland sollen bis Herbst Konzepte für die zukünftige Gestaltung des Öffentlichen Bahn- und Busverkehrs erarbeitet werden. Derzeit laufe auch eine Bedarfserhebung in jenen südburgenländischen Gemeinden, die vom mittlerweile eingestellten "Roten Bus" befahren wurden, berichtete Landeshauptmann Hans Niessl am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

    Nach der Ankündigung der ÖBB, den Personenverkehr auf der Bahnlinie Oberwart-Friedberg Anfang August einzustellen, hat sich im Südburgenland Widerstand formiert. Für Donnerstag hat die Initiative "Südburgenland Pro Bahn" einen Protestmarsch in Eisenstadt angekündigt und will dort mehr als 5000 Unterschriften übergeben. Täglich würden rund 750 Pendler mit dem Bus, jedoch nur 50 mit der Bahn von Oberwart nach Wien fahren, so Landeshauptmann Niessl. Dennoch würde der Personenverkehr auf der Schiene Kosten von rund "750.000 Euro" pro Jahr verursachen. Die ÖBB und auch das Land seien nicht mehr bereit, dies zu finanzieren.*) Deshalb habe man für die Pendler Busse organisiert, die mit Liegesitzen und Gratis-Internet ausgestattet seien.

    Busverkehr

    Ein zentrales Thema ist dabei die Frage, wie die Gemeinden in das Verkehrsnetz eingebunden werden können. Dabei gebe es zwei Ansätze: Die Grundsatzfrage sei, ob alle Verbindungen in Form eines Linienverkehrs geführt werden sollen oder ob es sinnvoll sei, in gewissen Gebieten mit Gemeindebussen zu arbeiten, meinte der neue Verkehrskoordinator des Landes, Peter Zinggl. Beim "Roten Bus", der im Pinka- und Stremtal fuhr, habe man gesehen, dass die Fahrgastzahlen für einen derartigen Linienverkehr nicht zusammengebracht würden. Seitens des Landes werden derzeit Richtlinien für ein einheitliches Fördersystem für Gemeindebusse erstellt.


    Quelle: KURIER

    *) Das rote Burgenland verwendet die gleichen Argumente wie das schwarze NÖ, wenn es um die Bahneinstellungen und für die Autobusse geht. Die Bahnallergie in den ländlichen Teilen Ostösterreichs scheint hier weniger ein ideologisches, sondern eher ein mentales Problem zu sein. Mit einem Wort: NÖ und das Burgenland ticken diesbezüglich gemeinsam anders als der Rest Österreichs. Leider.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Bahn-Aktivisten überreichen 5.000 Unterschriften an burgenländischen Landtag

    Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, daher scheuen südburgenländische Bahn-Aktivisten keine Mühen und Kosten, um den burgenländischen Landtag doch noch umzustimmen. Aber da ja die Einstellung der Bahn und die Umstellung auf den Bus laut SPÖ und ÖVP eine "Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs" darstellt, wird der Zug im Bezirk Oberwart bald endgültig abgefahren sein. Nachzulesen hier:

    3 Stunden Bahnfahrt für 5000 Unterschriften

    Südburgenländische Aktivisten rückten zur Rettung der Bahnlinie Oberwart-Friedberg aus.

    Pro Bahn Die Aktivisten durften nur abseits des Landhauses demonstrieren.
    Die letzte Landtagssitzung vor der Sommerpause begann für die Mitglieder der Bürgerinitiative "Südburgenland Pro Bahn" am Donnerstag, zu nachtschlafender Zeit: Um 5.35 Uhr ging's - natürlich mit der Bahn - nach Eisenstadt, wo die rund 20 Aktivisten um 8.38 Uhr ankamen, um 5000 Unterschriften zum Erhalt der Bahnlinie Oberwart-Friedberg an Landtagspräsident Gerhard Steier, SPÖ, zu überreichen.

    Wie berichtet, soll der Personenverkehr zwischen Oberwart und Friedberg mangels Passagieren von den ÖBB ab 1. August eingestellt werden. Im Landtag wurde ein Dringlichkeitsantrag von SPÖ und ÖVP "zur Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs im Südburgenland" beschlossen.

    Basis soll auch eine Bedarfserhebung zum Mobilitätsverhalten in der Region sein. Für "Pro Bahn"-Sprecher Dietrich Wertz sollte diese Erhebung abgewartet werden. Die 5000 Unterschriften sind parlamentarisch folgenlos, weil sie nicht als Petition eingebracht wurden. "Das war eine symbolische Übergabe, die Petition haben wir schon im Nationalrat eingebracht", sagt Wertz. Das letzte Wort der Landtagssitzung hatte Finanzlandesrat Helmut Bieler, der die Budgetrede hielt.

    Letztes Update am 01.07.2011, 06:12

    Artikel vom 30.06.2011 20:00 | KURIER


    Quelle: KURIER

    PS.: Mit drei bahnlosen Bezirkshauptorten (im ÖV) von insgesamt sieben wird das Burgenland ab 1. 8. einsame Spitze sein. Aber NÖ wird sicher auch noch mitmischen, Waidhofen/Th. und Zwettl sind schon bahnfrei, mit Scheibbs, Lililienfeld und Horn wird NÖ in absehbarer Zeit nachziehen. Wetten?
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Auch der Wechsel wird zwangsläufig PV-frei werden, Scheibbs ebenso, Traisen- und Gölsental sind auch aussichtsreiche Kandidaten, das Triestingtal genauso. (Die komplette Erneuerung der Strecke macht doch das Betriebsergebnis schlechter!). Schneebergbahn, Gutensteiner-Bahn - alles Strecken zum Zusperren! Wahrscheinlich schon im nächsten Jahr wird es die Rumpf-Stammersdorfer erwischen.
  • Pro Bahn-Initiative hofft auf Anschluss an Szombathely

    Letzte Hoffnung bleibt Szombathely

    Die Bürgerinitiative hofft auf alternative Betreiber. Land sieht nur Chancen im Lückenschluss nach Szombathely.

    Keineswegs resignieren möchte die Initiative "Südburgenland Probahn", die gegen die Einstellung des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke Oberwart - Friedberg kämpft. Ganz im Gegenteil, nun werden Alternativen gesucht.

    "Wenn die Österreichischen Bundesbahnen nicht wollen oder können, dann muss man sich nach anderen Betreibern umschauen", erklärt dazu BI-Sprecher Dietrich Wertz. Das sei eigentlich nicht Aufgabe der Bürgerinitiative, sondern des Landes, in der konkreten Situation sei man aber für die Region bereit, hier aktiv zu werden.

    Infrage kämen Bahngesellschaften wie die Steiermärkische Landesbahn, die Graz-Köflacher Bahn oder die Raab-Ödenburger Bahn. Letztere sei besonders interessant, so Wertz, da sie ja im Nord- und Mittelburgenland aktiv ist. Erste Gespräche habe es bereits gegeben, das Interesse sei durchaus vorhanden.

    Wille

    Entscheidend, so Wertz, sei aber der politische Wille des Landes. Nach der Übergabe von mehr als 5000 Unterschriften an Landtagspräsident Gerhard Steier und der Debatte im Landtag zweifle er aber leicht daran.
    Enttäuscht zeigt sich die Bürgerinitiative vom Schweigen der Bürgermeister an der Bahnstrecke.

    Seitens des Landes verweist man auf ein Gesamtverkehrskonzept, das derzeit für das Südburgenland erstellt werde. Außerdem sei es eine Entscheidung der ÖBB gewesen, den Verkehr einzustellen. Dazu käme, dass die Auslastung auf der Bahnstrecke äußerst gering sei und hohe Kosten verursachen würde.

    "Es ist natürlich schade, wenn ein Angebot des öffentlichen Verkehrs wegfällt", räumt der Verkehrskoordinator des Landes, Peter Zinggl, ein. Die Auslastung spreche aber gegen
    die Strecke. Private Betreiber seien zwar nicht auszuschließen, ob sie aber ein besseres Angebot stellen könnten, bezweifelt der Verkehrskoordinator. Mittel- und langfristig werde der Bahnverkehr im Bezirk Oberwart nur eine Chance haben, wenn es zum Lückenschluss nach Szombathely käme: "Wir verhandeln mit den Ungarn, aber derzeit scheitert das an Finanzproblemen bei den Nachbarn."

    Letztes Update am 06.07.2011, 06:19
    Artikel vom 05.07.2011 22:00 | KURIER | Peter Sitar


    Quelle: KURIER
    dr. bahnsinn - der Forendoktor