[APA/Der Standard] Schmalspurbahn wird zur "Erlebnisbahn"

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  • [APA/Der Standard] Schmalspurbahn wird zur "Erlebnisbahn"

    Der Standard zitiert in seiner Abendausgabe die APA-Aussendung betreffend die heutige Pressekonferenz des NÖ Landesrates Wilfing und dessen Ankündigungen über Investitionen des Landes in die Waldviertler Schmalspurbahnen:

    26.07.2011 15:47

    Schmalspurbahn wird zur "Erlebnisbahn"

    Mit der Attraktivierung der Waldviertler Schmalspurbahn soll der Schiene und der Region Gmünd eine Zukunft gegeben werden

    Gmünd - Mit der Attraktivierung der Waldviertler Schmalspurbahn soll der Schiene und der Region Gmünd eine Zukunft gegeben werden, erklärte Verkehrslandesrat Karl Wilfing (ÖVP) am Dienstag. Nach vielen Jahrzehnten werde nun endlich wieder in die Strecke investiert. 12 Mio. Euro werden demnach in die Positionierung als "Erlebnisbahn" fließen.

    Die Pläne wurden in Gmünd gemeinsam mit der NÖVOG (NÖ Verkehrsorganisationsgesellschaft) vorgestellt. Demnach wird um fünf Mio. Euro ein neues Betriebsgebäude errichtet, das den Gästen voraussichtlich ab 2014 zur Verfügung stehen soll. Rund 1 Mio. Euro wird in die Gleisanlagen investiert, weiters seien u. a. eine Verstärkung von Vertriebskooperationen, der zusätzliche Einsatz eines Schmalspur-Triebwagens, die Pflege und Nutzung der Bahnhöfe durch die Gemeinden oder auch eine Verdichtung des Fahrplans geplant.

    Durch letztere soll der derzeitige Betrieb an Wochenenden sowie mittwochs in den Sommerferien 2012 ausgedehnt werden, und zwar auf Montag, Dienstag und Freitag von Gmünd ins "Fassldorf" und retour bzw. an Donnerstagen auf der Strecke Gmünd - Weitra - Gmünd - Litschau und retour sowie erstmals von Weitra aus nach Norden über Gmünd hinaus und wieder zurück.

    Längerfristig werde in den kommenden rund zehn Jahren eine Steigerung der Fahrgastzahlen auf 100.000 pro Jahr angestrebt. Zwischen 2001 und 2010 konnte bereits ein Zuwachs von 7.000 auf rund 23.300 Gäste erzielt werden, hieß es in der Aussendung.

    Parallel dazu wird im Zusammenhang mit der Waldviertler Schmalspurbahn ein Leader-Projekt gestartet, das der generellen Attraktivierung der Bahn dienen und diese verstärkt im Bewusstsein der Menschen verankern soll, meinte Wilfing. Weiters sollen die - derzeit das ganze Jahr über geltenden - Stopptafeln an Bahnübergängen künftig außerhalb der Saison entfernt werden. (APA)
    Interessant dazu die Diskussionsbeiträge, die allesamt auf die Skurrilität der NÖ Verkehrsplanung Bezug nehmen:
    › Bertel Mann | 26.07.2011 21:00
    Ich brauch' keine "Erlebnisbahn" zu der ich nur mit dem Auto gelange, ich brauch' kürzere Intervalle und Erhalt der Nebenbahnen

    › hin und wieder ein tunichtgut | 26.07.2011 20:34
    ich find's auch jammerschade,
    dass der feriengast quasi zuerst mit dem auto anreisen muss, damit er dann bahn fahren kann.
    nein, absurd ist das.
    ich würde gerne urlaubszeit im waldviertel verbringen, aber als nicht-autobesitzer ist man ziemlich eingeschränkt. das verursacht stress und keinesfalls urlaubsvergnügen.
    schade!

    › Peter_23 | 26.07.2011 20:27
    Was soll eine "Erlebnisbahn" sein?
    Besser wäre ein öffentlicher Verkehr mit brauchbaren (kurzen) Intervallen, so dass man ohne Auto auskommt. Denn das spart Geld und mehr Öffis wären sinnvoll.

    Eine "Erlebnisbahn" zu der man nur mit Auto hinkommt, weil ja bekanntlich die ÖBB alle Nebenbahnen einstellen, ist hingegen nur ein schlechter 1. Aprilscherz. Wenn ich schon im Auto sitzt, brauch ich keine Erlebnisbahn und fahre gleich mit Auto zum Ziel.

    Kein weiterer Kommentar erforderlich?
  • Lokalbahner schrieb:

    Die Forderung nach ordentlichen Bahnverbindungen (Erhalt der Nebenbahnen) ist absolut wichtig - aber die Waldviertler Spaßbahn wird durch diese Maßnahmen immerhin erhalten! Seien wir froh, dass dort nicht auch noch absurde Radwegideen aufgetaucht sind!

    Dem kann ich nur zustimmen.
    Außerdem gibt's dort eigentlich nur Radwege: die Landesstraßen in der Gegend sehen, wenn's hoch herkommt, durchschnittlich 1 Fahrzeug (!) je Stunde

    grubenhunt schrieb:

    Wobei die Waldviertler Bahnen zumindest erreichbar sind (via Gmünd).
    Aber der Fahrplan lässt ja nichteinmal eine Tagesfahrt von Gmünd nach Weitra mit Aufenthalt, Weiterfahrt nach Grossgerungs und wieder zurück zu.

    Auch das ist - leider - Realität.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Alois ()

  • [Presse] Betreibt Niederösterreich Bahn ohne Dienstvorschrift?

    Weil's so schön paßt, ich keinen eigenen Thread aufmachen will und ich einen gewissen Zusammenhang mit der gestern in Gmünd stattgefundenen Pressekonferenz von LR WIlfing und NÖVOG-GF Stindl vermute, stelle ich hier einen in der heutigen Ausgabe, S. 11, erschienenen Artikel in der Presse herein, worin über eine Anzeige der Grünen NÖ gegen die NÖVOG betreffend der fehlenden Betriebsvorschrift für die Schmalspurstrecken geschrieben wird:
    Betreibt Niederösterreich Bahn ohne Dienstvorschrift?
    Die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) gerät ins Visier der Behörden, nachdem die Grünen am Dienstag eine Strafanzeige gegen die NÖVOG erstattet haben.
    St. pölten/Stu. Die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) gerät ins Visier der Behörden – nachdem die Grünen am Dienstag eine Strafanzeige gegen die NÖVOG erstattet haben.
    Konkret geht es um die Genehmigung der Dienstvorschriften für die Schmalspurbahnen Gmünd-Groß Gerungs, Gmünd–Litschau, St. Pölten–Mariazell und Waidhofen/Ybbs–Gstadt. Diese Genehmigung, die am 10. Dezember 2010 von Landeshauptmann Erwin Pröll erlassen wurde, ist wegen Rechtswidrigkeit aufgehoben worden. „Seither hat es die NÖVOG offenbar nicht der Mühe wert gefunden, Dienstvorschriften für eine Genehmigung zu erstellen und der Eisenbahnbehörde neuerlich vorzulegen“, erklärte die grüne Verkehrssprecherin Amrita Enzinger. Die NÖVOG verstoße damit seit vier Monaten permanent gegen das Eisenbahngesetz. Enzinger über die Anzeige: „Aufgrund des beträchtlichen Gefährdungspotenzials (Betriebsführung auf den niederösterreichischen Schmalspurbahnen ohne genehmigte Sicherheitsvorschriften, Anm.) und des langen Zeitraumes des rechtswidrigen Verhaltens hoffe ich, dass das Strafverfahren schnell eingeleitet wird“, so Enzinger. Denn jedes Unternehmen habe Auflagen zu erfüllen, sonst sperrt die Behörde den Betrieb. Und Gesetze seien auch von niederösterreichischen Landesgesellschaften einzuhalten: „Immerhin geht es auch um Sicherheitsvorschriften.“
    Gegenüber der „Presse“ kündigt die NÖVOG nun an: „Wir sind gerade dabei, eine entsprechende Dienstvorschrift zu erstellen. Sie soll im September beim Ministerium eingereicht werden, bis Ende des Jahres könnte sie in Kraft sein.“
    Dass die Nebenbahnen derzeit ohne Vorschriften betrieben werden, wird von der NÖVOG relativiert. Der Betrieb erfolge auf Basis der ÖBB-Dienstvorschriften, die bei der Übernahme der Nebenbahnen durch das Land ebenfalls übernommen wurden.
    ("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2011)

    Ich gehe davon aus, daß jede auch noch so kleine Eisenbahnaktivität entsprechend der vorgesehenen Verwaltungsabläufe zu gestalten und durchzuführen ist. Daß dieser ursprünglich zentral verwaltete Genehmigungsansatz durch die unseelige Föderalismusentscheidung zumindest für nicht-Hauptbahnen - man muß schon sagen "leider" - nunmehr zur Obliegenheit der Landeshauptmänner gehört, war davon auszugehen, daß diese Übertragung einer Verpflichtung irgendwann einmal ignoriert oder nur halbherzig erfüllt wird. Wie die Erfahrung nunmehr zeigt, hat's nicht einmal so lange gedauert als ein Achterl Veltliner oder ein Sommerg'spritzter braucht, um die Kehle eines Landeshauptmanns runter zu fließen.
  • Alois schrieb:

    grubenhunt schrieb:

    ätsch, ätsch kenn' ich schon :D :D


    Du hast aber schon auf den Posting-Zeitpunkt geschaut, oder?
    hier: 13:14
    dort: 18:irgendwas

    Also: wer war hier schneller? :thumbup: (und das trotz jeder Menge Arbeit!)

    Auch die Kronenzeitung hatte gut eine Drittelseite mit diesem spannenden Thema, also, was soll's?



    hmm...

    26.07.2011 / 18.18 ist fast genau 19h vor 27.07.2011 / 13:14

    macht aber nix. war auch nicht als Kritik daran gedacht, dass DU so >langsam< warst. Hat es so ausgesehen, entschuldige bitte. Ich wollte eigentlich nur darauf hinweisen, dass wir nicht die Einzigen sind, die sich für Eisenbahn interessieren.
    ;)


    Und dann noch eine Frage : will der Wilfling Landeshäuptling werden? Der legt sich ja ordentlich ins Zeug.
  • grubenhunt schrieb:

    hmm...

    26.07.2011 / 18.18 ist fast genau 19h vor 27.07.2011 / 13:14

    macht aber nix. war auch nicht als Kritik daran gedacht, dass DU so >langsam< warst. Hat es so ausgesehen, entschuldige bitte. Ich wollte eigentlich nur darauf hinweisen, dass wir nicht die Einzigen sind, die sich für Eisenbahn interessieren.
    ;)
    Und dann noch eine Frage : will der Wilfling Landeshäuptling werden? Der legt sich ja ordentlich ins Zeug.

    Sorry, habe ich nicht bemerkt :(
    Daß wir nicht die Einzigen sind, war mir eh klar :D , deshalb siehe auch:
    -------- Original-Nachricht --------
    Betreff: Google Alert - Waldviertler Schmalspurbahn
    Datum: Wed, 27 Jul 2011 10:00:21 +0000
    Von: Google Alerts <googlealerts-noreply@google.com>

    News 5 neue Ergebnisse für Waldviertler Schmalspurbahn

    Waldviertler Schmalspurbahn wird zur "Erlebnisbahn"
    derStandard.at
    Gmünd - Mit der Attraktivierung der Waldviertler Schmalspurbahn soll der Schiene und der Region Gmünd eine Zukunft gegeben werden, ...
    Waldviertler Schmalspurbahn wird "Erlebnisbahn"
    Kleine Zeitung
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    ORF.at
    Die Waldviertler Schmalspurbahn soll attraktiver werden. Nach vielen Jahrzehnten wird wieder in die Strecke investiert. Zwölf Millionen Euro sollen etwa in ...
    Attraktivierung der Waldviertler Schmalspurbahn
    APA OTS
    St. Pölten (OTS/NLK) - "Nach vielen Jahrzehnten wird nun endlich wieder in die Waldviertler Schmalspurbahnen investiert, und wir werden hier weiter ...
    Mit Volldampf in die Zukunft
    Kurier
    Bis 2021 fließen 12 Millionen Euro in die Waldviertler Schmalspurbahn. In Gmünd entsteht ein Betriebszentrum mit Shop. Neues Betriebskonzept: Landesrat ...


    Betreffend Wilfing: der Mann hat sicherlich nicht vor, auf dem Posten eines Landesrats zu versauern, der meint sehr wohl, für Höheres geboren zu sein -8)
  • Ziel: 100.000 Fahrgäste in 10 Jahren
    Längerfristig werde in den kommenden rund zehn Jahren eine Steigerung der Fahrgastzahlen auf 100.000 pro Jahr angestrebt. Zwischen 2001 und 2010 konnte bereits ein Zuwachs von 7.000 auf rund 23.300 Gäste erzielt werden, heißt es in einer Aussendung.


    Ich frage mich, wie das gehen soll. 16.000 Fahrgäste mehr in fast 10 Jahren gut und schön und ein Kompliment an die Waldviertler Schmalspurbahner. Aber 77.000 Fahrgäste mehr? Von woher nehmen und nicht stehlen? Bei linearer Fortschreibung der Zunahme der Fahrgastzahlen würden die 100.000 Fahrgäste erst im um das Jahr 2055 erreicht werden. Etwas realistischere Annahmen bezüglich der Zuwachsraten täten sowohl den Waldviertler Schmalspurbahnen als auch dem Landesrat nicht schaden.

    ......sollen die bestehenden Ausflugsziele wie die Blockheide, der Herrensee oder die Brauerei-Städte mit der Erlebnisbahn verknüpft werden.


    Wie soll das gehen bitte? Mit der Waldviertler Schmalspurbahn ist nur die Braustadt Weitra erreichbar. Schrems liegt abseits der FJB und nach Zwettl fährt auch nichts mehr.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Lokalbahner schrieb:

    Das geht dann so: Busse mit Seniorenladungen fahren Zwettl - Weitra - Blockheide und dann fahren die Senioren ein Stück mit der Schmalspurbahn, der Bus natürlich leer nebenher. Wenn man es geschickt vermarktet, lassen sich so Fahrgastzahlen pushen.


    Okay, soll so sein. Aber eine Mogelpackung bleibt es trotzdem. Wenn sich die Schmalspurbahner so vereinnahmen lassen, soll es mir auch recht sein.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Von einer meiner Kontaktpersonen hörte ich eine Mutmaßung, die mir irgendwie gefällt bzw. die auf's Erste nicht so unplausibel klingt: der die Strecke Heidenreichstein-Altnagelberg bedienende Verein "nähme nach Ansicht des Landes der NÖVOG die Fahrgäste weg". Also eine Art Verschwörungstheorie, die dazu führte, daß man dem Verein einfach die Betriebsbewilligung vorenthält?
    Tatsache ist jedenfalls, daß die immer wieder kolportierten Fahrgastzahlen auf den Gmünder Strecken um Zehnerpotenzen unter den Fahrgastzahlen in den Neunzigerjahren zu liegen scheinen (und NEIN, das waren nicht sooo viele Pendler oder Schüler, die mit den damaligen Planzügen gefahren sind!, sondern auch damals schon Touristen)
    Außerdem kann ich mich an die späten Achtziger und dann die Neunziger Jahre erinnern, wo es im Waldviertel fast nur Deutsche und Holländische Kennzeichen zu sehen gab (und die Quartiere alle voll belegt waren) - die sieht man heute praktisch überhaupt nicht (mehr).
  • Die Heidenreichsteiner als Konkurrenz zu sehen ist aber selten dämlich.

    Schliesslich ist Heidenreichstein mit seiner Wasserburg wohl eine der bedeutendsten mit Schienenverkehrsmitteln erreichbaren Tourismusattraktionen in NÖ, eine tour nicht nur für Eisenbahnfreaks sondern ein richtiger Familienausflug!

    auf gut bairisch : die Fiass oschlegga (Füsse abschlecken=küssen) miassad ma deni vom Varein!
  • grubenhunt schrieb:

    Die Heidenreichsteiner als Konkurrenz zu sehen ist aber selten dämlich.
    Schliesslich ist Heidenreichstein mit seiner Wasserburg wohl eine der bedeutendsten mit Schienenverkehrsmitteln erreichbaren Tourismusattraktionen in NÖ, eine tour nicht nur für Eisenbahnfreaks sondern ein richtiger Familienausflug!
    auf gut bairisch : die Fiass oschlegga (Füsse abschlecken=küssen) miassad ma deni vom Varein!

    Du sagst es.
    Allerdings ist halt die Wasserburg allein "a bissal z'weng" für Tourismus, weswegen ja 2000 das großartige Projekt "Anderswelt" vorgestellt wurde, das dann gegen Ende 2002 eröffnet, und nach knapp 2 Jahren 2004 aufgrund übermäßigen Erfolgs wieder geschlossen werden mußte. Die Schulden darf die Stadtgemeinde, die für die Erbauer- und Betreibergesellschaft gehaftet hat, auch noch die nächsten Jahrzehnte abzahlen. Das Andersweltdebakel war der gewichtigste Grund, weshalb die Burgstadt mittlerweile unter Landeskuratel steht (ca. 6 Mio. Euro "Miese").
    Auch war es in den letzten Jahrzehnten seit der Einstellung des Schienen-PV (1986) nur an einzelnen Tagen möglich, auf der Schiene nach Heidenreichstein zu gelangen (einzelne Tage in den Jahren 1987 bis 1996, danach erst wieder ab Juni 2004 an manchen Sonntagen im Sommer)

    Noch etwas betreffend Heidenreichstein und Tourismus: ich war bei meinem letzten Besuch dort (Juni) äußerst überrascht, daß es scheinbar kaum noch - zumindest am Wochenende - geöffnete Gastronomiebetriebe gibt. Ob das für einen funktionierenden Fremdenverkehr so fördernd ist, wage ich anzuzweifeln.
  • hm, die Burg allein wäre ja wirklich >a bissal weng<, aber wie, bitte, wär's mit einem Gesamtkonzept der Region zur Vermarktung. Das Waldviertel hat hunderttausend Attraktionen und Attraktiönchen. Heidenreichstein ist nicht die einzige Burg, Weitra nicht das einzige mittelalterliche Städtchen. Gmünd hat ein sehr schönes Hallen- felsen- und Freibad (mit Solewasser soviel ich weiss). Dazu noch Karpfen und Krapfen, ja Deibel, da könnt's zugehen wie in Wales, wenn man wollte.

    oder : Litschau - Heidenreichstein sind 12km, da fahr' ich mit dem NÖVOG-Zug nach Litschau, radle die 12km nach Heidenreichstein und fahre mit dem Zug zurück, oder umgekehrt. In Litschau und Heidenreichstein gibt's am Bahnhof jeweils einen Radverleih, die Bahn kann ohne Probleme >Ausgleichstransporte< zwischen den beiden Bahnhöfen durchführen, sollten die Radler eine bevorzugte Richtung haben. Eine strecke dieser Länge lässt sich sogar erwandern!

    Ich bin ja auch durchaus der Meinung, dass eine Ballung von Eisenbahnen (wie eben zb. in Wales) nicht zu Konkurrenz, sondern zu gegenseitiger Belebung führen kann, wenn man's g'schickt macht.

    zu den gastronomiebetrieben : das ist wohl ein Henne-Ei-Problem. sind zuerst die Touristen ausgeblieben oder haben zuerst die Wirt'n zugesperrt?
  • Auch die NÖN träumen den Traum von den 100.000 Waldviertelbahn-Touristen. Nur: Wie oben von Alois und grubenhunt schon ausgeführt, ohne intensive Investitionen in touristische Attraktionen entlang bzw. in der Nähe der Bahnstrecken wirds das nicht spielen. Nachzulesen hier:

    Ziel: 100.000 Zug-Gäste

    BAHN-OFFENSIVE / Die Waldviertler Erlebnisbahn soll zur Top-Attraktion aufgewertet werden. Land investiert 12 Mio. Euro.

    VON DANIEL LOHNINGER

    GMÜND / Die beiden Äste der 68 Kilometer langen Waldviertler Schmalspurbahnen sollen in den nächsten zehn Jahren zu einer der touristischen Top-Attraktionen Niederösterreichs aufgebaut werden. Insgesamt 12 Millionen Euro investiert das Land in die Attraktivierung der Strecken von Gmünd nach Groß Gerungs sowie von Gmünd nach Litschau.

    Optisch auffälligste Neuerung wird ein neues Betriebszentrum mit Remise, Shop und Fahrgastraum sein, das auf dem Gmünder Bahnhofsareal entstehen wird. Baubeginn ist 2013, die Eröffnung ist 2014 geplant.

    Spätestens ab 2020 sollen pro Jahr mehr als 100.000 Fahrgäste auf den Schmalspurbahnen unterwegs sein im Vorjahr waren es 23.305. Unser Ziel ist es, dass jeder Besucher des Waldviertels auch an die Waldviertler Erlebnisbahn erinnert wird und mit dieser Bahn fahren will, erklärt Verkehrs-Landesrat Karl Wilfing. Durch die angestrebte Frequenzsteigerung würden in und um Gmünd nicht nur neue Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch die Wertschöpfung deutlich gesteigert werden. Derzeit lassen die Schmalspurbahngäste rund 500.000 Euro in der Region.

    Die ersten Maßnahmen auf dem Weg zur Vervierfachung der Fahrgastzahlen werden verstärkte Marketing-Bemühungen, die Positionierung unter dem neuen Namen Waldviertler Erlebnisbahn, die Sanierung der Gleisanlagen sowie eine Frequenzsteigerung sein. Bereits im nächsten Jahr wird der Fahrplan verdichtet: Im Sommer werden die Züge täglich verkehren. Erstmals wird es auch möglich sein, von Weitra über Gmünd nach Litschau und retour zu fahren.

    Ab 2013 sind die Züge ohne ÖBB-Personal unterwegs

    Personell soll das ÖBB-Personal sukzessive durch Landespersonal ersetzt werden bereits im nächsten Jahr werden Schaffner im Landesdienst die Züge begleiten, auch eigene Lokführer will das Land einsetzen. Ab 2013 will die NÖVOG die Schmalspurbahnen überhaupt gänzlich ohne ÖBB-Personal betreiben. Zugleich wird der Fuhrpark aus Dampf- und Diesellok um einen Dieseltriebwagen erweitert.Der Vorteil ist, dass dieser Triebwagen ohne Vorlaufzeit wie ein Bus sofort gestartet werden kann, führt Gerhard Stindl von der NÖVOG-Landesgesellschaft aus.

    Wilfing und Stindl wollen aber nicht nur investieren, sie fordern auch die Gemeinden zum Schulterschluss auf. Die Bauten und Grundstücke entlang der Strecke sollen in Abstimmung mit den Gemeinden intensiver als bisher genutzt und auch optisch in Schuss gebracht werden. Die Schmalspurbahnen sind ein wichtiges Element für den Tourismus, aus dem ein aktiver Beitrag der Gemeinden nicht wegzudenken ist, so Wilfing.

    Was die Zukunft der Strecke Alt-Nagelberg-Heidenreichstein angeht, zeichnet sich ein Lichtblick ab: Nach einem Gespräch mit Stindl zeigt sich Gerd Kaller, der Obmann des Waldviertler Schmalspurbahnvereines, zuversichtlich, dass sich mit dem Land eine gemeinsame Lösung finden lässt. Der beliebte Wackelstein-Express musste aufgrund der desolaten Gleisanlagen vor wenigen Wochen eingestellt werden (die NÖN berichtete exklusiv).


    Quelle: NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor