Amstettner Denkmallok 78.606 muss ins Museum!

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  • Amstettner Denkmallok 78.606 muss ins Museum!

    Amstetten verliert Denkmal: Dampflok muss ins Museum


    Foto: Merowinger31


    Wahrzeichen – Amstettens Aufschwung ist sehr eng mit der Eisenbahn verbunden. Aus diesem Grund hatten sich die Stadtveranwortlichen 1974 für die Errichtung eines Lokomotivdenkmals in der Eggersdorfer Straße entschieden. Somit hatte eine Lokomotive aus dem Jahr 1938*) auch ihren letzten Ruheplatz in Amstetten gefunden.

    Doch lange werden Gäste und Einheimische das Gefährt nicht mehr bewundern können. Grund: Das Bundesdenkmalamt will die Lokomotive zurückholen, restaurieren und wieder fahrtüchtig machen. Auf jeden Fall muss die Lok ins Museum. „Damit verlieren wir leider ein Wahrzeichen“, sagt Bürgermeisterin Ursula Puchebner.

    Letztes Update am 20.04.2012, 17:10

    Artikel vom 20.04.2012 17:10 | KURIER


    *) Stimmt nicht. Siehe hier.

    Quelle: KURIER
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Hier ein Artikel aus den NÖN. Ob es die 78.606 in Strasshof besser haben wird, wie vom Strasshofer Gansterer behauptet, sei einmal dahigestellt.

    Dampflok muss zurück

    24.04.2012 | 00:00

    RÜCKHOLUNG / Seit 1974 steht das Stahlross in der Eggersdorfer Straße. Nun soll die Leihgabe zurück ins Museum nach Strasshof.

    VON HERMANN KNAPP

    AMSTETTEN / Die Dampflok Typ 78 606 beim Parkplatz an der Eggersdorfer Straße ist so etwas wie das geheime Wahrzeichen der Mostviertelmetropole - zumindest für die Eisenbahner. Seit dem Jahr 1974 steht sie dort und erinnert daran, dass Amstetten seine positive Entwicklung der Eisenbahn verdankt.

    Doch nun sind die Tage des alten Stahlrosses gezählt. Die Lokomotive ist nämlich nur eine Leihgabe aus dem Bestand des Lokomotivmuseums der österreichischen Bundesbahnen. Und das Bundesdenkmalamt hat nun die Empfehlung ausgesprochen, sie nach Strasshof zurückzuholen. „Angeblich entspricht die Aufstellung im Freien nicht mehr dem heutigen Erhaltungsstandard. Wir haben in den letzten Monaten immer wieder Verhandlungen mit den Verantwortlichen geführt, doch leider vergeblich. Es war uns nicht möglich, die Lok für Amstetten zu erhalten“, bedauert Bürgermeisterin Ursula Puchebner.

    Schon Ende April, spätestens im Mai soll die Lokomotive abtransportiert werden. Im Gegenzug wurde der Stadt eine E-Lok angeboten. „Das hätte uns aber einiges gekostet. Außerdem war die Dampflokomotive ein Wahrzeichen der Stadt. Eine E-Lok kann das nicht ersetzen“, sagt Puchebner.

    Ganz genau so sieht das VP-Vizebürgermeister Dieter Funke. „Wir müssen uns damit abfinden, dass uns die Dampflok weggenommen wird. Kaputt würde sie nicht, wir haben sie ja schon mehrmals renoviert. Doch wir haben keine Handhabe gegen den Entschluss des Bundesdenkmalamtes. Auf unsere Kosten eine E-Lok herzustellen macht keinen Sinn. Da stehen ja ohnehin vier davon vor der Werkstätte und rosten vor sich hin.“

    Der Kurator des Eisenbahnmuseums in Strasshof Rupert Gansterer, ist der Ansicht, dass ein Verbleiben der Lok in Amstetten langfristig ihr Ende wäre. „Sie ist dort allen Witterungseinflüssen ausgesetzt und nimmt dadurch natürlich Schaden, sie ist ja nicht als Denkmal-Lokomotive hergerichtet. Es gab Anfang der 70er Jahre einfach nicht genug Raum um alle Lokomotiven zu lagernm, daher wurde aus der Not der Gedanke geboren, sie in Städten entlang der Bahn aufzustellen.“

    Ältere Fotos, so Gansterer weiter, würden zudem belegen, dass in Amstetten schon wichtige Teile der Lokomotive abhandengekommen seien - wie etwa die Exzenterstange der Lichtmaschine.“

    Der Kurator hält die Elektro-Lokomotive 1040, die der Stadt zum Erwerb angeboten wurde, durchaus für einen guten Ersatz. Denn dieses Modell war in Amstetten auch viele Jahre lang im Einsatz.

    Einziger Lichtblick für die Freunde der alten 78 606: „Wir werden die Dampflok wieder betriebsbereit machen und es spricht nichts dagegen, dass sie gelegentlich auch nach Amstetten kommt“, sagt Gansterer.*)

    Vizebürgermeister Dieter Funke: „Wir müssen uns damit abfinden!“


    *) Das glaube ich erst, wenn die 78.606 wirklich mit einem Sonderzug im Bahnof Amstetten steht.

    Quelle: NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Hauptsache die Maschine bleibt erhalten. Wenn in Strasshof unter Dach oder gar betriebsfähig umso besser.
    Eines ist klar: die 78er ist aufgrund ihrer Größe, Leistung, Geschwindigkeit und Reichweite eigentlich die ideale Lok für Sonderfahrten.
    Allerdings ist die 78er sehr modern ausgestattet (Giesl-Ejektor, Ventilsteuerung, Heinl-Pumpe.....) und damit etwas aufwändiger in der Instandhaltung.

    Aber wie ich Straßhof einschätze wird man dort bemüht sein aus der Lok wieder eine 729er zu machen, was ich etwas schade fände, war sie doch in diesem Zustand
    nur kurz im EInsatz und prägte eher in ihrer Letztausführung den Bahnbetrieb in Österreich.

    PS:
    Nachdem die 78 606 als Lok der ersten Serie über keine Friedmann-Achslager verfügt, ist sie nur 95 km/h zugelassen, wohingegen die 78 618 für 105 km/h zugelassen ist.
    Die Begründung mit den Friedmann-Lagern ist zwar m. E. an den Haaren herbeigezogen, aber fraglich ist, ob heutige Abnehmer, Zulasser sich trauen eine höhere Vmax zuzulassen,
    als dies ursprünglich der Fall war.

    MfG

    Castor
  • Die 78.606 wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht rück gebaut. Die Wahl ist auf die Maschine gefallen da sie Ideal für den Sonderzugsverkehr ist und dementsprechend wäre ein Rückbau mit einer Leistungsminderung verbunden. Die 78 der ÖGEG spielt dabei keine Rolle.

    Außerdem herrscht in Strasshof sowieso ein Mangel an betriebsfähigen Maschinen in ÖBB Ausführung. Wen ich jetzt die Maschinen die nur einen neuen Rohrsatz benötigen würden mitrechne gibt es da nur die beiden Erzbergmaschinen.

    kkStB: 310.23, 30 33
    SB: 17c372, 629.01,109.13
    BBÖ: DT1.07
    DRB: 52 100
    ÖBB : 79.208, 197.301


    Das Fahrwerk der 629 ist in bester Ordnung, Am Sonntag war sie ja auch wieder im Einsatz. Du glaubst doch nicht wirklich, dass das Denkmalamt einer Heranziehung der 78 als Ersatzteilspender für die 629.01 zustimmen würde?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von badreiniger ()

  • Die Kessel der unterschiedlichen Baulose waren leistungsmäßig ident, unterschieden sich nur durch die Höhe des Dampfdomes und wurden sowieso freizügig über Loks aller Baulose durchgetauscht.
    Der Leistungsunterschied ergibt sich durch den Giesl und eventuell durch Optimierungen der ÖBB an der Ventilsteuerung.
    Was ich in Absenz meiner Literatur nicht mit Sicherheit sagen kann (freihändig glaube ich aber nicht), ist, ob die ersten 729er nicht noch mit Dabeg-Speisepumpen anstatt
    Heinl-Pumpen ausgeliefert wurden (auch dies wäre eine geringfügige Leistungsminderung aufgrund geringerer Speisewasservorwärmtemperatur).

    Weiters haben die 78er der letzten Bauserie auch größere Wasserkästen, was Ihre Reichweite etwas erhöht.

    Die letzte Bauserie ist in einigen Punkten einfach moderner als die ersten beiden Baulose, weßhalb ich froh bin, daß wir bei der ÖGEG mit der 78 618 eine Lok der Letztausführung haben,
    auch wenn ursprünglich der Erwerb der 78 609 geplant war, dann jedoch scheiterte und die in wesentlich schlechterem Zustand erworbene 78 618 eigentlich die Notlösung war.

    Es freut mich zwar einerseits, daß man andenkt die 78 606 wieder aufzuarbeiten, von einem österreichischen Gesamtkonzept her, wäre aber die ebenfalls äußerst brauchbare 35er (BBÖ 429) oder die
    etwas weniger optimale 75er (BBÖ 29/229) interessanter.
    Die 12er ist zwar imposant und sicher das Aushängeschild des österreicischen Dampflokomotivbaus schlechthin, aber im sich schnell ändernden Umfeld auf den Hauptstrecken kaum mehr sinnvoll einsetzbar,
    abgesehen davon, daß es für die 12er auch an einem ausreichenden 4-Achser-Park (alle historisch passenden4-Achser in Österreich zusammengerechnet) fehlt.

    Was aus meiner Sicht auch fraglich ist, warum man glaubt bei der 78 606 nicht aus den gleichen Gründen an Auflagen des Eisenbahnmuseums zu scheitern als bei der 12er.
    Auch die 78 606 wird eine neue (Stahl-)Feuerbüchse brauchen, was ja meines Wissens nach vom Eisenbahnmuseum wegen angeblicher Zerstörung historischer Substanz abgelehnt wurde.
    Gibt es beim Eisenbahnmuseum diesbezüglich ein Umdenken ?

    Macht es überhaupt für einen Sinn Unmengen an Geld in eine Lok zu pumpen, die dann möglicherweise nur ein paar mal im Jahr fahren darf (wie dies bei der 310er der Fall ist) ?

    MfG

    Castor

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Castor ()

  • Man hat aber die Nicholson-Wasserkammern bei allen Kesseln wieder ausgebaut, angeblich weil diese zu wartungsintensiv waren (sprich zum Verkalken neigten).
    Ich würde mir für den Museumsbetrieb auch keine Nicholson-Wasserkammern einbauen, denn ich kann mir vorstellen, daß diese gerade bei der gewaltigen Feueranfachung österreichischer Loks
    und den entsprechenden Temperaturen in der Feuerbüchse nicht nur verstärkt wasserseitig verkalken sondern auch feuerseitig rasch abgezehrt werden.
    Mir fehlt zwar der Vergleich, aber die 78er ist auch ohne diese Wasserkammern eine tolle und leistungsfähige Lok, wenn Steuerung und Heinl-Pumpe gut funktionieren.

    MfG

    Castor
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