KURIER: Tauziehen um die Zukunft des Franz Josefs-Bahnhofes

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  • KURIER: Tauziehen um die Zukunft des Franz Josefs-Bahnhofes

    „Vergessener“ Bahnhof hat schon 60.000 Euro verschlungen

    Während ein Bahnhof nach dem anderen modernisiert wird, bleibt der Franz-Josefs-Bahnhof auf der Strecke.

    Die Bahnhofshalle ist an diesem Morgen menschenleer. Im bleichen Neonlicht hält ein Regionalzug, ein paar Menschen steigen aus und gehen mit raschen Schritten aus dem Bahnhof. Keiner, den es hier lange hält. „Dabei hätte der Franz-Josefs-Bahnhof enormes Entwicklungspotenzial“, sagt Martina Malyar, Bezirksvorsteherin am Alsergrund. Seit Jahren kämpft sie für eine Modernisierung. Vergeblich.

    Während der neue Hauptbahnhof kurz vor der Teilinbetriebnahme steht und Bahnhöfe wie Wien Mitte oder der Westbahnhof renoviert und ausgebaut wurden, vegetiert der Franz-Josefs-Bahnhof vor sich hin. Mit einer Fläche so groß wie die Shopping City Süd trennt der Bahnhofsblock das Liechtental vom Donaukanal. Nur auf zwei verwinkelten Fußwegen kann man das Areal durchqueren – „aber bei Nacht trau’ ich mich das nicht“, sagt Malyar. Barrierefrei sind sie obendrein nicht.

    Hoffnung

    Im Jänner 2011 sah die Zukunft noch rosig aus. Die neu gewählte Planungsstadträtin Maria Vassilakou (G) wollte den begonnenen Leitbild-Prozess ihres Vorgängers fortführen. 280.000 Euro wurden vom Gemeinderat genehmigt, um gemeinsam mit den Bürgern am Alsergrund die Umgestaltung zu erarbeiten. 60.000 Euro davon wurden bisher eingesetzt, unter anderem für eine Ausstellung im Jänner 2012, bei der Studenten ihre Ideen für das Areal präsentierten. Rückblickend gesehen verschwendetes Geld. Denn seitdem ist nichts geschehen.

    Das liegt vor allem an den komplizierten Eigentumsverhältnissen ( Grafik ). Der Grund gehört bis auf den vorderen Teil den ÖBB, deren Bahngleise überplattet wurden. Darauf wurden mehrere Gebäude errichtet, etwa die Wirtschaftsuniversität (WU), die Post oder ein Parkhaus. Mit dem Auszug der WU kam es zur Diskussion über die Weiternutzung. Die ÖBB untersuchten, ob ihre Züge nicht schon in Spittelau enden könnten. Damit hätte man schlagartig eine riesige Fläche als Stadtentwicklungsgebiet bekommen.

    Doch mittlerweile wollen die ÖBB den Bahnhof weiter erhalten. Ein Grund dafür ist, dass die ÖBB für ihre Grundstücke eine Pacht von den Gebäudebesitzern bekommen, ein sogenanntes Superädifikat. Dem Vernehmen nach soll allein das Wissenschaftsministerium für die WU jährlich eine Million überweisen. Ein gewichtiger Grund, um die Situation zu belassen, wie sie ist. Zudem will die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) die WU als Ausweichquartier für andere renovierungsbedürftige Einrichtungen nutzen. So soll nach der WU die Universität für angewandte Kunst einziehen, nachher das Parlament.

    „Dann wäre das Areal bis 2020 besetzt“, sagt Malyar, die nun Druck auf Stadträtin Vassilakou macht. In einem Bezirksantrag wurde die Stadträtin aufgefordert, den Entwicklungsprozess fortzuführen. Dabei sollen Schritte bis 2015 vorgegeben werden.

    „Das sind Wünsche an das Christkind“, entgegnet Vassilakou, die darauf hinweist, dass die Stadt auf dem Areal über keine Grundstücke verfügt: „Ich kann niemandem vorschreiben, wie er mit seinem Eigentum umzugehen hat.“ Man sei in Gesprächen mit allen Beteiligten. Der Leitbild-Prozess wurde auf Eis gelegt, die verbliebenen 220.000 € eingefroren. „Wir werden erst weitermachen, wenn es Bewegung gibt, alles andere wäre Verschwendung von Steuergeld.“


    Quelle: KURIER
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Die Frage ist allerdings, ob sich die teure Weitererhaltung des Bahnhofes auszahlt, auch wenn man soviel Geld von den Grundstücken wieder retour bekommt? Immerhin kostet der FJB auch genug - Personal, Gleiserhaltung, .......

    Soweit ich am letzten Stand bin, sind im FJB v.a. grüne Schlieren, Majestic-Imperator-Wagen, Nostalgieloks, udgl abgestellt. Also ein überdachter Ort, um bisschen Zeugs zu verstecken. Mehr ist dort nicht mehr.
    Die Züge, die vom FJB ausgehen sind nur mehr S-Bahnen und Regionalzüge, die Fahrgastfrequenz liegt unter der von Wien Mitte.
    Die Haltestelle Spittelau selbst wäre ja auch nur für die Umsteiger zur U6 wirklich von Vorteil, alle anderen könnten ja sogar schon in Heiligenstadt etwa in den D oder in die U4 umsteigen.
    Meiner Meinung nach wäre ein Stadtentwicklungsgebiet da doch gescheiter. Wohnungen werden gebraucht, die Stadt wächst. - Zudem würde damit der graue Betonklotz-Schandfleck aus den 70er/80er Jahren verschwinden........

    Aber wenn man eh die leerstehenden Gebäude als Übergangsersatz für u.a. Universität für angewandte Kunst, Parlament verwenden will, dann bleibt uns der FJB eh noch länger erhalten.
  • railjet16er schrieb:

    Zudem würde damit der graue Betonklotz-Schandfleck aus den 70er/80er Jahren verschwinden........


    ...und prompt durch einen grauen Betonklotz-Schandfleck aus den 2010er/2020er-Jahren ersetzt, oder kannst du mir den großen qualitativen Unterschied zwischen der verspiegelten Glasfassade mit den gebrochenen 45°-Kanten von Wien FJB und der verspiegelten Glasfassade mit den gebrochenen 45°-Kanten von Wien-Mitte erklären? Ich seh keinen.
  • Na also, wird ja doch noch was:

    Vorbild USA: Hochpark am Alsergrund

    Das Konzept für die Neugestaltung des Areals rund um den Franz-Josefs-Bahnhof steht: Oberhalb des Bahnhofs soll ein Hochpark entstehen. Ebenfalls geplant sind Hochhäuser. Die Maximalhöhe beträgt 126 Meter.

    Damit soll „die Barriere“, die der Bahnhof mit dem darüber liegenden Gebäudekomplex derzeit im neunten Bezirk bildet, aufgebrochen werden, berichtete Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne). Michaela Mischek, Geschäftsführerin der Entwicklergesellschaft, stellte gemeinsam mit Vassilakou die Leitlinien für die Neugestaltung des Areals, das vom Julius-Tandler-Platz bis zur Augasse reicht, vor.

    Maximalhöhe für Gebäude 126 Meter

    So wird das Bank-Austria-Gebäude im südlichen Teil des Geländes generalsaniert - es wird entkernt und erhält eine neue Fassade. Die Mitarbeiter der Bank, die in den neuen Campus auf dem ehemaligen Nordbahnhofgelände zieht, werden das Gebäude bis September 2018 verlassen.

    Außerdem wird das Parkhaus im angrenzenden nördlichen Teil abgerissen, stattdessen sollen Hochhäuser entstehen. Als Orientierung für die Maximalhöhe der Neubauten diene der 126 Meter hohe Turm der Müllverbrennungsanlage Spittelau, sagte Bernd Vlay, der das Planungsverfahren koordiniert hat. Ob diese Höhe ausgenutzt werde, stehe aber noch nicht fest.

    Grünraum als verbindendes Element

    Durch die Neubauten werde das Bauvolumen nicht vergrößert, sondern verlagert, betonte Mischek, wodurch weite Teile der Überplattung für den Hochpark freigeräumt werden könnten. Durch ein Trägergeschoß zwischen der Bahn und dem Hochpark werde es möglich, neun Meter über dem Straßenniveau Bäume zu pflanzen. „Die Bahn schneidet den Bezirk auseinander, deshalb wird als verbindendes Element Grünraum geschaffen“, sagte Vlay.

    Für Mischek ist das Areal, das „wie ein gestrandeter Wal“ im neunten Bezirk liege, „das spannendste Entwicklungsgebiet der Stadt“. „Die Herausforderung wird sein, aus diesem gestrandeten Wal, der langsam zu stinken anfängt, ein quirliges Korallenriff zu machen“, meinte sie. Das Gelände soll zu je einem Drittel für Bahnhof, Wohnen sowie Büro und Gewerbe genutzt werden. Das ehemalige WU-Gebäude, das im Norden an das Areal angrenzt, ist von der Neugestaltung nicht betroffen.

    Fertigstellung für 2025 geplant

    Im Rahmen des Projekts werden auch die angrenzenden Straßen umgestaltet. Die Nordbergstraße bekommt Sitzmöglichkeiten und Grünflächen, die Althanstraße soll verkehrsberuhigt werden und erhält breitere Gehsteige. Auch der Julius-Tandler-Platz wird aufgewertet, kündigte Vassilakou an.

    Die Neugestaltung des Areals, das von den Projektentwicklern „Althan Quartier“ getauft wurde, wurde in einem kooperativen Planungsverfahren erarbeitet. Bis jetzt sei „jeder Schritt unter Beteiligung der Bürger erfolgt“, betonte Vassilakou. In der Althanstraße 4 wurde zudem ein Dialogbüro eingerichtet, in dem sich Interessierte informieren können.

    Nach dem Beschluss in der Stadtentwicklungskommission am 28. März soll im Sommer der Realisierungswettbewerb für den Neubau gestartet werden. Mit dem Bau wird frühestens im Herbst 2019 begonnen. Die Fertigstellung des gesamten Projekts ist für 2025 geplant. Entwickelt wird das Projekt von einem Tochterunternehmen des Immobilienentwicklers 6B47, der den Gebäudekomplex im August 2015 gekauft hatte und gleich daneben den „Althan Park“ mit Büro- bzw. Gewerbeflächen und 240 Wohnungen errichtet.


    ORF Wien
  • Der ORF hat einen Beitrag mit einigen Bildstrecken zu diesem Thema veröffentlicht: orf.at/vstories/franzjosefsbahnhof

    Aufgrund der Fotostrecken und der kurzen Filmsequenz über die Ankunft im FJB, die für diesen Bericht essentiell sind, habe ich Ausnahmsweise nur verlinkt....
    Erst wenn das letzte Alteisen verschrottet, die letzte Nebenbahn abgerissen ist, werdet ihr sehen, dass nicht alles Gold ist, was neu ist...
  • Kritik sorgt für Projektpause

    Die Erneuerung des in die Jahre gekommene Areals um den Franz-Josefs-Bahnhof in Wien-Alsergrund gehört zu den größten, aber auch schwierigsten planerischen Vorhaben der Stadt. Im Frühjahr hätte das Projekt „Althan Quartier“ des Investors 6B47 mit dem Beschluss des Flächenwidmungsplans eigentlich in die Vollen gehen sollen. Doch nun stoppte Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) nach Kritik das Widmungsverfahren und verordnete eine Pause.

    Anrainer und Opposition in der Stadtregierung hatten in den vergangenen Wochen gegen das Projekt mobilisiert. Für Kritik sorgte unter anderem, dass laut den Plänen für das Areal im nördlichen Teil zwei bis zu 126 Meter hohe Häuser gebaut werden könnten. Zusätzlich sah der Flächenwidmungsplan ein weiteres Hochhaus mit 63 Metern vor. Die Investorenfirma und Stadt hatten diese Pläne damit begründet, dass Durchbrüche für Freiflächen auf dem äußerst undurchlässigen Franz-Josefs-Bahnhofs Hochbauten erfordern.
    Für Sorge sorgten aber nicht nur die geplanten Maximalhöhen, sondern auch der Umstand, dass das gesamte Kopfgebäude des Bahnhofs auf dem Flächenwidmungsplan als Einkaufszentrum ausgewiesen wurde. Ebenfalls Unmut brachten Pläne für eine Tiefgarage auf öffentlichem Grund, zudem wurde seitens der Anrainer ein fehlendes Baustellen- und Verkehrskonzept moniert. Kritik hatte es auch an der Treffsicherheit des Bürgerbeteiligungsprozesses gegeben. Ein solcher hatte das Projekt seit 2011 begleitet.
    Vassilakou will Architekturwettbewerb abwarten
    Nun zog Vizebürgermeisterin Vassilakou nach der sich mehrenden Kritik vorerst die Reißleine. Nach einer Gemeinderatssitzung teilte ihr Büro am Donnerstag mit, dass die ausgearbeiteten Pläne für die Flächenwidmung verworfen werden. Bevor ein neues Verfahren gestartet wird, soll das Ergebnis des derzeit laufenden Architekturwettbewerbs im April abgewartet werden.
    Erst anschließend soll auf Basis des Ergebnisses ein einziges Flächenwidmungsverfahren für das gesamte Areal gestartet werden. Ursprünglich war ein zweiteiliges Widmungsverfahren geplant - ein vorgelagertes Verfahren für den vorderen Bereich am Julius-Tandler-Platz und ein eigenes Verfahren für den hinteren Bereich nach Abschluss des Wettbewerbs.
    Bezirkswiderstand nach Anrainerkritik
    Die Chefin der Wiener Grünen antwortet mit der verordneten Zwangspause auch auf Widerstand aus dem Bezirk. Dieser hatte sich, nachdem die Kritik der Anrainer auch öffentliches Gehör gefunden hatte, „im Sinne der Bevölkerung“ einstimmig gegen den Entwurf des Flächenwidmungsplans ausgesprochen. Die Opposition hatte ebenfalls heftige Kritik an dem Projekt geübt und dabei freilich auch immer wieder auf das Heumarkt-Projekt im ersten Bezirk verwiesen. Auch damals hatte Vassilakou eine „Nachdenkpause“ verordnet.
    Die Wiener ÖVP teilte am Donnerstag nach Vassilakous Entscheidung mit, dass das Vorgehen rund um den Franz-Josefs-Bahnhof „exemplarisch für die laienhafte und inkompetente Planung der Stadtregierung“ sei. Der angekündigte Stopp des Widmungsverfahrens sei „der einzig richtige Weg“, so Planungssprecherin Elisabeth Olischar. Es sei nun Zeit für eine Einbindung von Bürgern und Bezirk.
    NEOS, das in der Gemeinderatssitzung eine Zusammenlegung der Flächenwidmungspläne gefordert hatte, ortete ein „Einlenken“. Das Bauprojekt am Althangrund dürfe „nicht zum nächsten Heumarkt werden“. Kritik übte NEOS an der SPÖ. Diese treibe „ein doppeltes Spiel, mit dem sie Stadträtin Vassilakou vor sich hertreibt“. SPÖ-Politiker aus Bezirk und Gemeinderat seien seit Jahren bei allen relevanten Entscheidungen mit am Tisch, so Stadtplanungssprecher Stefan Gara.
    Leitbild bleibt gültig
    Im Kontrast zur derzeit geäußerten Kritik steht, dass noch im März alle Parteien im Gemeinderat gemeinsam das Leitbild für die Neuentwicklung des Franz-Josefs-Bahnhofs beschlossen hatten - und in diesem sind alle Eckpunkte der Neugestaltung, darunter auch die Möglichkeit von Hochhäusern, festgeschrieben. Die in diesem Leitbild fixierten Ziele sollen im Übrigen weiterhin gültig bleiben und die Basis für alle weiteren Planungsschritte setzen, so Vassilakou.
    Die Investorenfirma 6B47 teilte mit, dass man die Pause „grundsätzlich positiv“ und als „verlängerte Phase des Dialogs“ bewerte. Die Widmung für das gesamte Areal durchzuführen sei aus Sicht des Unternehmens ein vernünftiger Schritt, ebenso das Abwarten des Architekturwettbewerbs. Das erhöhe die Planungssicherheit. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass eine solche Gesamtbeurteilung positiv ausfallen wird“, so der Vorstandsvorsitzende von 6B47, Peter Ulm.
    Mit dem Bau des „Althan Quartiers“ sollte frühestens im Herbst 2019 begonnen werden, die Fertigstellung ist für 2025 anvisiert. Für das Areal ist ein Drittelmix aus Wohnen, Gewerbe und Gastronomie vorgesehen, geplant war auch ein Hochpark auf neun Metern. Der Bahnhof soll erhalten bleiben. Das ehemalige Bank-Austria-Gebäude am Julius-Tandler-Platz soll entkernt und renoviert werden, unter anderem dürfte sich die Fassade ändern.

    ORF
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Kein 126-Meter-Haus auf Althangründen

    Das Althan Quartier rund um den Franz-Josefs-Bahnhof nimmt konkrete Formen an. Heute wurden die finalen Visualisierungen präsentiert. Der höchste Gebäudeteil wird 58 Meter - die mögliche Bauhöhe wurde also nicht erreicht.

    Der Baukörper soll sich an der gründerzeitlichen Stadtkante von 25 Metern orientieren. Über dieser Höhe wird entlang der Straßenverläufe auf nach hinten gestaffelte, terrassierte Bebauungen gesetzt. Der höchste Punkt wird bei rund 58 Metern liegen - bislang war er bei ungefähr 45 Metern. Auch seien die Gebäudeteile über der Stadtkante durch die zurückspringende Terrassierung aus dem Straßenraum nicht sichtbar, wie es in einer Aussendung des Immobilienentwicklers 6B47 heißt.

    Finale Visualisierungen der Althangründ. Visualisierung: 6B47/zoomVP

    7.000 Quadratmeter Freifläche
    Hervorgehoben wurde in der Jurybeurteilung die gute Verbindung der Bezirksteile. Erstmals seit rund 150 Jahren werden die Bezirksteile Lichtental im Westen und Spittelau im Osten miteinander verbunden. In Nord-Süd-Richtung erstreckt sich ein mit Bäumen und Grünflächen gestalteter Hochpark. Die Freifläche über dem Franz-Josefs-Bahnhof steigt damit von 2.000 auf 7.000 Quadratmeter und ist für Anrainer und Bewohner zugänglich.
    Der Entwurf von Artec Architekten wurde mit einem einstimmigen Jurybeschluss angenommen. In der elfköpfigen Jury waren auch Fachexpertinnen und -experten der Architektenkammer, der Stadt Wien und aus der Bezirksvorstehung Alsergrund vertreten. Geplant ist eine Mischnutzung aus Büros, Hotels, Wohnungen, einem Studierendenwohnheim, Nahversorgern und Dienstleistern.
    Öffentliche Ausstellung der Pläne
    Damit konnten offenbar auch zahlreiche Kritiker der Pläne überzeugt werden. Das „Althan Quartier“ soll bis 2025 realisiert sein. Viele Anrainer und Bezirk waren usprünglich gegen das Konzept zur Neugestaltung des Areals, die Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) stoppte im Jänner sogar das Widmungsverfahren.
    Interessierte können alle Wettbewerbsbeiträge vor Ort in der Althanstraße 4, 1090 Wien, im Rahmen einer mehrwöchigen Ausstellung einsehen, die am Donnerstag eröffnet wird. Bis 14. Juli können dort jeweils Donnerstag und Freitag von 14.00 bis 19.00 Uhr sowie Samstag von 10.00 bis 16.00 Uhr Pläne, Modelle und Visualisierungen zu allen Einreichungen und dem abgestimmten Gesamtprojekt begutachtet werden.

    ORF Wien
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Das Projekt hat übrigens eine homepage: althanquartier.at/

    und dort gefunden:

    Der Franz-Josefs-Bahnhof am Julius-Tandler-Platz bleibt bestehen. Er wird auch in Zukunft ein wichtiger Mobilitätsknoten sein, was viele Vorteile und zahlreiche Chancen für das gesamte Areal mit sich bringt.

    Als bedeutender Bahnhof für Pendler aus dem nordwestlichen Waldviertel steigen hier werktags rund 7.000 Fahrgäste ein und aus. Diese Besucherfrequenz sorgt für belebte Geschäfte und eine gute Lokalinfrastruktur. Der Bahnhof ist daher ein bedeutsamer Baustein bei der Bildung eines neuen, lokalen Zentrums für den Bezirk.

    Im Zuge der Errichtung des Althan Quartiers wird seitens der ÖBB überlegt, den Bahnhofsbereich sowie die Wartehalle neu zu gestalten. Der Bahnhof soll als solcher erkennbar gemacht werden. Gleichzeitig sollen die Bahnsteiganlagen modernisiert und behindertengerecht ausgelegt werden.

    Das gesamte Gelände wird ein sanfter Mobilitätsknoten mit einem zukunftsweisenden multimodalen Anspruch werden. Neben Zug- und S-Bahnverbindungen in Richtung Tulln, Krems, Waldviertel und der Tschechischen Republik befinden sich am Julius-Tandler-Platz Haltestellen der Straßenbahnlinien D, 5 und 33. Damit kann man in wenigen Minuten die Ringstraße und das Stadtzentrum erreichen. In fünf Gehminuten ist auch die Haltestelle Friedensbrücke der U-Bahnlinie U4 erreichbar.

    Eine Verlegung des Franz-Josefs-Bahnhofs in den Verkehrsknoten Spittelau wurde übrigens nach eingehender Prüfung verworfen. Zum einen sind für die geplanten Nahverkehrszüge fünf Bahnsteigkanten mit einer Bahnsteiglänge von 220 m erforderlich. In der U-Bahn-Station Spittelau wäre dafür nicht genug Platz gewesen. Und zum anderen leistet der Franz-Josefs-Bahnhof einen wichtigen Beitrag, um die stark beanspruchte U6 in den Stoßzeiten zu entlasten.
  • Schlechte Aussicht für Terrassenhaus am Wiener Althangrund

    Um den knapp 60 Meter hohen Siegerentwurf (im Bild in Blickrichtung Julius-Tandler-Platz) bauen zu können, braucht es eine Umplanung. © Bild: ZOOMVP
    Gespräche über städtebaulichen Vertrag stocken, der Investor arbeitet an einer Notlösung. Was das für das Grätzel bedeutet.

    Ob tatsächlich ein 60 Meter hohes Terrassenhaus über dem Franz-Josefs-Bahnhof gebaut wird, scheint immer fraglicher. Der Projektbetreiber 6B47 ringt seit mehr als sieben Monaten mit Stadt und Bezirk um einen städtebaulichen Vertrag. Dieser ist die Voraussetzung für die Umwidmung, die 6B47 braucht, um in die Höhe bauen zu können.
    Der Investor verliert langsam die Geduld: Er arbeitet bereits an einem Notfallplan. Der KURIER erklärt, was das für das neuen Stadteilzentrum im neunten Bezirk heißt.
    Warum dauern die Verhandlungen so lange?
    „Es geht insbesondere um eine Forderung des Bezirks: leistbares Wohnen“, sagt 6B47-Geschäftsführerin Michaela Mischek-Lainer.
    Laut städtebaulichem Leitbild, in dem die Stadtentwicklungskommission im Jahr 2017 den Rahmen für das sogenannte Althanquartier absteckte, soll die Hälfte der rund 600 geplanten Wohnungen auch für Geringverdiener erschwinglich sein.


    © Bild: ZOOMVP

    Das sei nicht realisierbar, da Gleisüberbauungen mit hohen Bau- und Betriebskosten verbunden seien, erklärt Mischek-Lainer.
    „Wir finden keinen Bauträger, der das macht. Unser Ansinnen ist, den sozialen Wohnbau reduzieren zu dürfen.“ Alternativ könnten Büronutzer, ein Studentenheim oder Appartements für Kurzeitwohnen einziehen – Anfragen gebe es bereits.
    „Wir haben nicht auf Türmen bestanden und wünschen uns nun von unserem Gegenüber Flexibilität.“ Zur Erinnerung: Das Leitbild hätte zwei bis zu 126 Meter hohe Gebäude erlaubt.
    Stadt und Bezirk wollen dem aber offenbar nicht nachkommen.

    So sieht der Komplex vom Julius-Tandler-Platz aus betrachtet derzeit aus. © Bild: Kurier/Jeff Mangione

    50 Prozent sozial gebundene Wohnungen sind die „absolut rote Linie“, sagt SPÖ-Bezirkschefin Saya Ahmad. Auch die MA 21 (Stadtteilplanung) verweist auf diese Vorgabe.
    Welche Bedingungen gibt es noch?
    Das Leitbild schreibt außerdem „lebendige“ Sockelzonen mit Geschäften und Gastronomie, einen „weitgehend öffentlich nutzbaren Hochpark“ und Verbindungswege zwischen den angrenzenden Bezirksteilen fest.
    Was passiert, wenn keine Einigung gelingt?
    Ohne städtebaulichen Vertrag gibt es keine neue Widmung. 6B47 kann dann nur auf Basis der bestehenden Bestimmungen bauen – und somit niedriger. Vorbereitungen für diese Notlösung laufen bereits.
    Die Stadt hat in diesem Fall keine Möglichkeit, Forderungen zu stellen. Angesprochen auf dieses Risiko, heißt es aus der MA 21 lediglich: „Es ist ein gemeinsames Interesse, an diesem Ort zusätzliche Qualitäten sicherzustellen.“
    „Wir sind unseren Mitarbeitern und Aktionären verpflichtet, dass dieses Projekt gut weitergeht“, sagt Mischek-Lainer. Noch heuer wolle 6B47 einen Plan einreichen, der von den jedenfalls erlaubten Bauhöhen von 45 bis 50 Metern ausgeht.
    In diesem Fall müsse das Gebäude aber „entsprechend verdichtet“ werden. Das bedeutet auch: weniger Grünflächen und Wege. Sollte doch eine Einigung erzielt werden, könne man auf den ursprünglichen Plan umschwenken.
    Was sagen eigentlich die Anrainer dazu?
    Die Bürgerinitiative „Lebenswerter Althangrund“ fürchtet um die versprochenen Mehrwerte, mit denen ihnen der Umbau schmackhaft gemacht wurde.
    Aus Sicht von Anrainer Christoph Weißenbäck ist der Nutzen des Projekts für die Anwohner der umliegenden Grätzel überschaubar – selbst wenn es zu einer Einigung kommt.
    „Im Hochpark wird Radfahren nicht erlaubt sein, außerdem könnte er nachts gesperrt werden. Solche Beschränkungen entsprechen nicht dem versprochenen Raum für alle“, sagt er.
    Debatten sind bei der für heute Abend angesetzten Bürgerversammlung (9., Boltzmanngasse 1, 18 Uhr) mit Vertretern der Bezirkspolitik und 6B47 also programmiert.
    Hintergrund
    Im städtebauliche Leitbild für das Althanquartier sind „zwei am Turm der Müllverbrennungsanlage Spittelau (126 m) orientierte Höhenfenster“ vorgesehen. Das rief Kritiker auf den Plan: Sie monierten, dass Hochhäuser nicht in das gründerzeitlich geprägte Viertel rund um den Bahnhof passen würden, eine Bürgerinitiative gründete sich.
    Das Wiener Büro Artec gewann den ausgelobten Architektur-Wettbewerb mit einem deutlich niedrigeren Entwurf. Der maximal 60 Meter hohe Neubau wird das bestehende Parkhaus ersetzen. Das angrenzende, ehemalige Bank-Austria-Quartier wird generalsaniert. Ab März dient es 650 Mitarbeitern von Raiffeisen International als Übergangsbüro.
    (kurier.at, rach) | Stand: 24.01.2019, 6:00 | Autor: Stefanie Rachbauer


    KURIER
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Es war doch immer geplant, dass der "Grundstock" bleibt?

    Ich sehe es als große Enttäuschung, statt einem modernen Haus mit viel Wohnraum und öffentlichen Dachgarten gibt es jetzt das klassische österreichische Dahingewurschtl. Wobei ich da die Schuld weniger beim Bauträger suche, denn ich gehe davon aus, dass man ihm das von Seiten der Stadt nahegelegt hat.