KURIER: Tauziehen um die Zukunft des Franz Josefs-Bahnhofes

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  • 2 Stiegen sind doch ein Unterschied zu vielleicht 30 Stiegen. Zusätzlich waren schon durchaus teilweise Talent unterwegs und bei den Regionalzügen schon die DoSto.

    Eine wirklich Notwendigkeit für den Hauptbahnhof sehe ich nicht. Sicherlich die Durchbindungen wären sonst nicht möglich, sind aber auch nicht überlebensnotwendig.
  • Ich sehe sehr wohl eine Notwendigkeit für den Hauptbahnhof.

    Wie hätte man sonst einen ITF-Knoten in dieser Gestalt durchführen können, mit Korrespondenzhalten des Fernverkehrs am selben Bahnsteig, etc.?

    Wie würde man sonst es ermöglichen, umsteigefreie Verbundungen etwa von München nach Budapest anzubieten? Alleine schon für viele grenzüberschreitende Teilrelationen ist das definitiv ein Benefit und das ist heutzutage nicht irrelevant.

    Eine Anbindung des Fernverkehrs an den Flughafen wäre sonst auch nicht so gut möglich.

    Außerdem spart man sich eine Menge an Fläche ein. Fläche, die man andertweitig besser verwenden kann.
  • Wieso immer entweder-oder? Schlussendlich ist die Stamstrecke modernisiert worden, bevor die Bauarbeiten am Hauptbahnhof fertig wurden, und überhaupt. Wir haben doch ein ziemlich gutes Niveau, flächendeckend wurden und werden Strecken aufgewertet, Bahnhöfe saniert, es ist schlichtweg nicht nötig, Großprojekte gegen kleinere Maßnahmen auszuspielen, beides geht sich zur selben Zeit aus ;)

    Wir sind ja nicht in Tschechien :P
  • J-C schrieb:

    Aus Baden und Wiener Neustadt steigt man in Meidling um, so sieht es der Doppelknoten vor und das hat nichts mit dem Hauptbahnhof zu tun.

    Meidling gab es doch schon immer...
    korrekt. Und deswegen hätte es den HBF so wie jetzt auch nicht zwingend gebraucht.
    Denn so lässt es sich ja auch in andere Relationen dort umsteigen.

    Aber man hat eben ein Einkaufszentrum schaffen wollen, wo man mit den Einkäufen gleich nach Zürich fahren kann ;)
  • Du, das ist doch eeetwas kurzgegriffen.

    Vor allem wäre es schön, würde man auf meine Argumente eingehen. Die Durchbindungen sind betrieblich sehr sinnvoll, so kann man sich mitunter Fahrzeugumläufe sparen und den Betrieb wesentlich effizienter gestalten.

    Zweitens, wir sind nicht mehr in der Kaiserzeit! Wer von Norden oder Osten in Wien ankommt, will vielleicht nicht in Wien bleiben, sondern nach Süden oder Westen! Der Hauptbahnhof hat viele spannende Direktverbindungen ermöglicht - unter anderem die Flughafenanbindung, die sich steigender Beliebtheit erfreut und mit einem Südbahnhof nicht so gut umsetzbar gewesen wäre.

    Nicht zu vergessen die S80, ohne den Hauptbahnhof wäre es nicht möglich, aus ihr eine anständige S-Bahnlinie zu machen. Zumindest keine, die am Südbahnhof hielte.

    Und du bist auch nicht darauf eingegangen, dass man mit dem Hauptbahnhof jetzt einen Anschluss an die U1 hat. Wer auch immer die Wege von und zur U1 kritisiert, möge bedenken, dass sie mit dem Südbahnhof gar nicht erst angeschlossen war!

    Der Hauptbahnhof wurde nicht als Einkaufszentrum mit Bahnanschluss geplant. Schau doch selber mal vorbei, sag mir, wo bitteschön die Geschäfte dich beim Zugang zum Bahnsteig stören. Der Hauptbahnhof wurde mit dem Fokus auf den Reisenden geplant, ich kenne sonst keinen Bahnhof mit solch großzügigen Sitzgelegenheiten und Aufenthaltsbereichen für Fahrgäste. Die Geschäfte ordnen sich da unter. Und ja, es wäre nonsense, keine Geschäfte dort zu haben. Dann hat man halt Leere, und? Übrigens hab ich vor allem das Interspar mehr als einmal genutzt und auch die anderen Geschäfte können für Reisende durchaus nützlich sein. Schöner Nebeneffekt: Für die Bevölkerung in der Umgebung gibt es mehr Einkaufsmöglichkeiten, was es auch aufwertet.

    Und mal ehrlich, es ist nicht falsch, wenn die ÖBB effizienter werden. Ich hab davon gelesen, dass der Südbahnhof hoffnungslos überdimensioniert war. Das ist überhaupt ein Platzverbrauch, den, wenn es Alternativen gibt, man gerne vermeiden will.

    Und jetzt hat man es geschafft, im Areal ganze Stadtviertel anzusiedeln, also auch ein schöner Impuls für die Stadtentwicklung.

    Ich mag den Hauptbahnhof. So wie er ist, gefällt er mir. Ich bin froh, dass er nicht so überlastet ist wir der in Hamburg und auch nicht so dezent kontraintuitiv wie der in Berlin.
  • Ich fahre täglich über den Hbf und würde ihn zumindest rein subjektiv als Erfolgsgeschichte bezeichnen. Ich denke auch, dass die Menschenmengen zu eigentlich jeder Uhrzeit dort auch objektiv zeigen, dass das Konzept aufgegangen ist.

    Auch findet man nahezu in ganz Österreich mittlerweile modern und barrierefrei ausgebaute Verkehrsstationen (Stichwort Bahnhofsoffensive) - ich erinnere mich noch wie Leibnitz (Erdbahnsteige!) oder Gloggnitz in den 90ern ausgesehen haben, von den abgefuckten Stationen entlang der Stammstrecke möchte ich gar nicht erst sprechen.
    Im Europäischen Vergleich sind wir sicherlich auch sehr gut unterwegs.

    Ich kann wirklich nicht erkennen, das Geld nur für wenige Großprojekte ausgegeben wird - es ist einfach beides wirklich wichtig.
  • Definitiv. Ich war in Deutschland, in Tschechien und der Schweiz öfters im Zug gefahren.

    In Österreich hatte ich das Gefühl, dass man sich am besten um die Strecken und Stationen kümmert. Ich komme da selbst an kleinen Orten ins Schwärmen bei den Bahnhöfen.

    Oder hättet ihr heutzutage in Österreich einen Bahnhof vorgefunden, der so aussieht wie der in den Videos hier:
    youtu.be/ZWsCsxzmQNo
    youtu.be/ccGVB9kihnU
    youtu.be/eFXQ4LCpE5Y
    ?

    In Deutschland gibt es eine Menge solcher deprimierender Bahnhöfe...

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von J-C ()

  • ttgo schrieb:

    Auch findet man nahezu in ganz Österreich mittlerweile modern und barrierefrei ausgebaute Verkehrsstationen (Stichwort Bahnhofsoffensive)
    Die Bahnhofsoffensive kam aber erst nach Koralm, Wien Hbf,... Und diese hätte eben vor dem Hbf in Angriff genommen werden sollen.

    Aber auch in Deutschland tut sich einiges. Wenn ich mich erinnere, wie z.B. Dresden - Radebeul ausgesehen hat. Wobei ich es schade finde, dass man bei Radebeul Ost nicht versucht hat, das historische Thema irgendwie zu integrieren.

    Den Bahnhof (im Video) finde ich nicht so schlimm, hat doch Lift und Dach.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von KFNB X ()

  • Dir ist klar, dass solche Großprojekte eben mehr Zeit brauchen? Die Bahnhofsoffensive ist schon sehr weit fortgeschritten, die großen Tunnels hingehen sind noch immer nicht fertig.

    Außerdem darf nicht unterschätzt werden, dass das eine nicht gänzlich unabhängig von dem anderen ist. Im Zuge von Aus- und Neubauten werden ja auch die Bahnhöfe modernisiert.

    Und man kann darüber debattieren, wann man es hätte angehen sollen. Eigentlich bin ich froh, die Architektur nach den 2000 sieht annehmbarer aus als das, was es vorher gab...

    Aber wie gesagt, in der Fläche wurden Strecken und Bahnhöfe bereits saniert und aufgefrischt, eben bevor die Großprojekte fertig sind. Das zeigt doch, dass man die Prioritäten schon richtig setzt.

    Was wollen wir denn noch mehr? Soll man jetzt in jedem Bahnhof eine Gaststätte aufstellen, dass es gefällt?

    Außerdem sehe ich bei den Ausbauten und Sanierungen in Deutschland längst nicht so eine gute Qualität wie in Österreich... oder besser gesagt, in Österreich hat man selbst bei kleineren Bahnhöfen öfters einen höheren Komfort und eine höhere Aufenthaltsqualität als bei gleichwertigen in Deutschland.
    Hier mal einige neu gestaltete Stationen an der VDE8

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von J-C ()