KURIER: Tauziehen um die Zukunft des Franz Josefs-Bahnhofes

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Und die Durchbindungen, die wir heutzutage haben und in Zukunft haben werden? Die S60, die REXe, der Fernverkehr?

    Mit dem Hauptbahnhof hat man dies alles an einem Punkt mit raschen Umstiegen.

    Und nein. Mit Kopfmachen am Westbahnhof gewinnt man heute keinen Blumentopf, das ist Zeitverschwendung. Meidling würde bei einem Südbahnhof nur für Umstiege von Süd- zu Westbahn, aber nicht zu Nord- oder Ostbahn sinnvoll sein.

    Und außerdem ist es am Ende die Summe aller Gründe, die das ganze so cool machen. Jegliche Ersatzmaßnahmen würden sich über kurz oder lang entweder widersprechen oder zu genau dem führen, was wir jetzt haben.

    Wozu braucht man bitteschön überhaupt diesen grindigen Kopfbahnhof weiter erhalten? Damit ziehst du niemanden an.

    Und wenn die Modernisierung der Bahnhöfe im Zuge der Förderung der Bauwirtschaft angestoßen wurde, dann ist das der Beweis für meine These, dass die Bauwirtschaft positive Impulse in der Infrastrukturentwicklung setzt und es eine gute Idee ist, deren Lobbyinteressen, sofern vorhanden, zu entsprechen ;)
    Wenn die die Bahn besser machen wollen, wieso sollten wir sie daran hindern?

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von J-C ()

  • Es hat bis jetzt keiner behauptet, dass der Hauptbahnhof nicht auch seine Berechtigung hat. Aber in meinen Augen hat es zum damaligen Zeitpunkt wichtigere Projekte gegeben.

    Und für die Durchbindung nach Ungarn hätte man auch vorübergehend am Südbahnhof (oder in Meidling) stürzen und über die Donaulände fahren können.
  • Uhhh, in Meidling stürzen? Dir ist klar, dass das bedeutet, dass der Südbahnhof damit nicht bedient worden wäre und der ITF nicht mehr erfüllt werden könnte?

    Außerdem würde das problematisch sein, Meidling ist nicht der beste Bahnhof, um Züge stürzen zu lassen. Es hat seine Gründe, wieso dort die allermeisten Züge durchgebunden sind.

    Würde man hingegen auf die Durchbindung verzichten, würden mehr Züge notwendig und damit könnte es etwas eng werden bei den Fahrzeugen

    Und so wie er ist, braucht man den Hauptbahnhof definitiv, sonst hätte man nicht das Angebot realisieren können, was man jetzt hat. Erst Recht nicht in seiner Effektivität. Und ich verstehe auch nicht, in wiefern der Südbahnhof in irgendeiner Weise bessere Umsteigewege gehabt haben soll. Das Gegenteil war der Fall.

    Und wieso sollte man den Hauptbahnhof nicht frühestmöglich bauen? Ohne ihn wäre es mit der Stammstrecke auch nicht anders geworden. So realistisch sollte man sich schon sein.

    Noch einmal, all die kleinen Strecken sind doch schon fertig geworden, bevor die großen Projekte fertig wurden. Ich verstehe echt nicht euer Problem.
  • J-C schrieb:

    Und so wie er ist, braucht man den Hauptbahnhof definitiv, sonst hätte man nicht das Angebot realisieren können, was man jetzt hat.
    Bestreite ich gar nicht. Nur war z.B. zwischen der Teilinbetriebnahme vom Hbf Dez 2012 und dem Start des ITF im seit Dez 2015 doch ein ziemliches Zeitfenster.


    J-C schrieb:

    Und wieso sollte man den Hauptbahnhof nicht frühestmöglich bauen? Ohne ihn wäre es mit der Stammstrecke auch nicht anders geworden. So realistisch sollte man sich schon sein.
    Weil das Geld an anderer Stelle gefehlt hat.


    J-C schrieb:

    Noch einmal, all die kleinen Strecken sind doch schon fertig geworden, bevor die großen Projekte fertig wurden. Ich verstehe echt nicht euer Problem.
    Ohne der Wirtschaftskrise hätte es die Bahnhofsoffensive in der Form nicht gegeben. Somit war es zum Zeitpunkt des Starts der großen Projekte nicht in Aussicht, dass kleine folgen.
  • Es würde noch immer ein Konzept sein, das nicht wenige Fahrgäste vernachlässigt hätte.

    Es wäre ein Konzept, das nicht effizient gewesen wäre.

    Den Südbahnhof wollten sowohl die ÖBB, als auch die Stadt und gewiss auch nicht wenige Fahrgäste lieber gestern als heute durch etwas besseres ersetzt sehen. Und der Hauptbahnhof sticht den Südbahnhof nunmal sowohl in Erreichbarkeit, in den Umsteigewegen, in der Aufenthaltsqualität, in betrieblicher Sicht und auch in städtebaulicher Sicht (es kann nicht schaden, wenn man entsprechende Flächen lieber gestern als heute frei bekommt) aus. Er ist eindeutig sinnvoll und eine Verschleppung, nur damit das Bedürftnis befriedigt ist, dass man die Stammstrecke vorher fertig hat (und erst spät auf die Stammstrecke geleitet, in den letzten Jahren kann man überhaupt erst von der Barrierefreiheit - dank den Desiro ML - wirklich in größerem Maße profitieren, ich war schon vor meinem Umzug paar mal in Wien und konnte nur sporadisch einen Talent auf der Stammstrecke sehen - eben wie heutzutage). Was nützt ein Barrierefreier Zugang, wenn die meisten Züge keine Barrierefreiheit haben? Die Doppelstockzüge wurden ja erst Außerdem tangiert ja der Hauptbahnhof die Stammstrecke, da ist es schlau, dessen Ausbau auf den Hauptbahnhof zu akkordieren.

    Den Hauptbahnhof zu verzögern wäre ein Konzept, womit die Anbindung an die U1 verschleppt worden wäre, obwohl sie hätte vorgestern schon da sein sollen?

    Woher weißt du, dass das Geld gefehlt hat und urplötzlich schon Jahre vor Baubeginn des Hauptbahnhofes plötzlich wieder da war?

    Und wenn wir zum Beispiel uns die Weststrecke ansehen, da hätten sicher viele Regionalverkehrslinien nicht so einen hohen Zuspruch bekommen, würde man die Strecke nicht ausgebaut haben. Das eine geht nicht ohne das andere und deswegen ergibt es keinen Sinn, erst damit anzufangen, übergeordnete Projekte zu bauen, wenn man den angeblich so viel sinnvolleren Ausbau der Regionalbahnen vorantrieb und sich dann wundert, wenn es ohne schnelle überregionale Verbindungen nicht so recht will.

    Im Gegensatz zu Tschechien kann man es sich in Österreich ein eigenes Auto ja ganz gut leisten, da ist der Ausbau der Nebenbahnen alleine eher uninteressant, wenn man den Umstieg auf die Bahn vorantreiben will.

    Und Wien konnte ja derweil auch ganz prächtig die U-Bahnlinien ausbauen. Die hätten - mit Unterstützung des Bundes - auch vorher die Stammstrecke ausbauen lassen können, wenn sie denn wollten. Ist am Ende passiert, eben später als dein Geschmack es für schön empfunden hätte.

    Aber wie gesagt, wenn du den Ausbau der Stationen so verstehst, dass man damit die Bauwirtschaft in der Krise ankurbeln wollte, wäre es auch der Beweis, dass eine Politik, die Interessen der Baulobby befriedigt, keineswegs dazu führt, dass nur Hauptkorridore gebaut werden. Die Baufirmen bauen alles, wofür sie Geld kriegen. Und wenn's viele kleine Projekte sind, kann's sich genauso lohnen wie ein großes ;) Man muss nur den Auftrag geben.

    Mit den großen Dingern alleine würde man auch nicht die Nachfrage nach Aufträgen in der Wirtschaft nicht gänzlich befriedigen.

    Ach und mal ganz nebenbei, Vom Ausbau der Südstrecke profitieren ja auch die Regionalverkehre. Etwa an der Pottendorfer Linie oder an der Koralmbahn, wo die S-Bahn der GKB eine beschleunigte Streckenführung erhielt. Auf Kärntner Seite wird der Regionalverkehr Richtung Bleiburg und darüber hinaus maßgeblich attraktiviert. Durch den Fernverkehrsausbau wird also der Regionalverkehr wesentlich aufgewertet. Damit entledigt sich das Argument, der Fernverkehrsausbau würde zulasten des Regionalverkehrs gehen, ja erst recht.

    Und falls du mir wieder mit Wien kommst: mehr als 3/4 Österreichs lebt außerhalb von Wien, das sollte man auch bedenken. Die wollen Wien womöglich nur zur Durchreise nutzen oder überhaupt lieber schnell von Graz nach Klagenfurt.

    Also wo soll denn dein Argument hin?

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von J-C ()

  • KFNB X schrieb:

    J-C schrieb:

    Und so wie er ist, braucht man den Hauptbahnhof definitiv, sonst hätte man nicht das Angebot realisieren können, was man jetzt hat.
    Bestreite ich gar nicht. Nur war z.B. zwischen der Teilinbetriebnahme vom Hbf Dez 2012 und dem Start des ITF im seit Dez 2015 doch ein ziemliches Zeitfenster.
    Seine Errichtung zu so frühem Zeitpunkt war ja ursprünglich eh nicht vorgesehen, der Hauptbahnhof sollte jetzt Baustelle sein. Die ÖBB wollten zuerst Wienerwaldtunnel und SBT bauen, danach Koralmbahn, Lainzer Tunnel und Hauptbahnhof.

    Dann fuhr der SBT gegen den Pröllbock und man suchte rasch zu verwirklichende Ersatzprojekte, die man vorziehen konnte. Das waren der Lainzer Tunnel, der Hauptbahnhof und die Zulaufstrecken zum Koralmtunnel, die ja in der jetzigen Form auch relativ unmotiviert früh fertig sind.



    KFNB X schrieb:

    J-C schrieb:

    Noch einmal, all die kleinen Strecken sind doch schon fertig geworden, bevor die großen Projekte fertig wurden. Ich verstehe echt nicht euer Problem.
    Ohne der Wirtschaftskrise hätte es die Bahnhofsoffensive in der Form nicht gegeben. Somit war es zum Zeitpunkt des Starts der großen Projekte nicht in Aussicht, dass kleine folgen.
    Die Bahnhofsoffensive wurde von GD Draxler gestartet und von der Regierung Schüssel abgewürgt, bevor sie später wiederauferstand. Da kann also der Hauptbahnhof auch nix dafür.
  • Hui, erzähl denen, die jetzt schon schneller ans Ziel kommen, dass diese Strecken unmotiviert früher fertig wurden ;)

    Wenn es so stimmt, hat Erwin Pröll ja am Ende was g'scheites gemacht :D

    Ist so ähnlich wie in Salzburg, wenn ich es richtig im Kopf habe. Eigentlich sollte Salzburg beim Ausbau der Weststsrecke zuerst kommen, aber da sie sich nicht einigen kommen, ist der viel weitreichendere Rest zuerst drangekommen.

    Sagen wir es mal so, man muss das Wirken österreichischer Verkehrspolitik nicht immer verstehen, aber am Ende fügt es sich auf wundersamer Weise immer ganz harmonisch ein.

    Ich frag mich zum Beispiel eigentlich die ganze Zeit, ob Semmering- Basistunnel und Koralmbahn mit einem ITF im Hinterkopf geplant wurden. Als jemand, der den ITF zu schätzen weiß, bin ich immer wieder fasziniert, wie dieser Taktfahrplan so elegant hingezimmert wurde, als ob von Anfang an eine Integration in einen solchen geplant war...
  • Die Prioritätensetzung der ÖBB beim SBT ist aber mehr als verständlich. Das wäre mehr als gut, wäre er wie ursprünglich geplant, jetzt schon fertig. Wien - Graz in 2h und ein Berg weniger für den Güterverkehr sollten erst einmal vorrangig sein.

    Und die Fahrzeiten auf KAB und SBT sind natürlich auf einen integrierten Taktfahrplan hin abgestimmt geplant.
  • Und umso mehr finde ich es erstaunlich, dass man die Koralmbahn so gut in den ITF einbinden kann und dabei auch 2 ziemlich schöne Taktknoten fand. Das macht für mich den Eindruck, dass es einfach funktioniert, selbst wenn es eigentlich ein spontanes Flickwerk ist, das aus irgendwelchen Gründen zusammenfand.

    Aber jetzt zurück zum Thema. Ich finde ja, dass der Bahnhof an sich auch bemerkenswert ist. Es gab da schon ernsthafte Forderungen, ihn abzureißen. Ich kenne es zu gut aus Deutschland, wie man mit Freuden Kopfbahnhöfe abreißen lässt - in Hamburg-Altona gar überhaupt durch einen Bahnhof weiter draußen ersetzt und stattdessen ein Wohnquartier draufbaut.

    In Wien hat man genau die selben Motive wie in Hamburg, aber man reißte nicht den Bahnhof ab, man baute einfach darüber was. Eine Praxis, die in Deutschland eher unbekannt zu sein scheint.

    Ich mag irgendwie den Bahnhof mit der Tiefgaragenoptik, mich freut es, dass man noch immer daran festhält, ihn zu behalten und dass er perspektivisch auch mal aufgefrischt wird.