Zweiter Ulf mit weniger Sitzen auf der Linie 43

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  • Zweiter Ulf mit weniger Sitzen auf der Linie 43

    Weniger Sitze in Bim: Test verlängert

    Seit September ist eine Garnitur der Straßenbahnlinie 43 mit weniger Sitzen unterwegs. Die Wiener Linien wollen damit testen, wie sich das Gedränge vor den Türen verringern lässt. Nun soll ein zweiter Testzug auf die Strecke geschickt werden.

    „Der 43 ist eine Linie, die ohne Zweifel sehr stark frequentiert ist“, hieß es von den Wiener Linien. In der Testgarnitur wurden deshalb bei der dritten und fünften Tür - also bei den mittleren Einstiegen - jeweils sechs Sitze entfernt. Statt zwölf Sitzplätzen ist Raum für 16 stehende Fahrgäste - mehr dazu in Schnellere Fahrt durch weniger Sitze.

    „Das Ein- und Aussteigen durch den größeren Raum funktioniert schneller und wir tun uns damit leichter den Fahrplan einzuhalten“, sagte Sprecherin Anna Reich gegenüber Radio Wien. Die Wiener Linien wollen deshalb den Testbetrieb verlängern.

    Entscheidung nach Erfahrung mit zweitem Testzug

    "Wir planen in den nächsten Monaten noch einen zweiten Testzug auf die Strecke zu schicken. Die Sitze werden dann aber in anderen Einstiegsbereichen ausgebaut. Wir glauben, dass das sinnvoller ist, weil in diesen Bereichen mehr Menschen ein- und aussteigen“, sagte Reich.

    Erst nach dem Testbetrieb mit dem zweiten Zug werde entschieden, ob der Testlauf auch in den Normalbetrieb übernommen wird, kündigte die Sprecherin an. Laut Wiener Linien waren die Reaktionen auf die Testgarnitur unterschiedlich, verhältnismäßig aber eher positiv


    Quelle: ORF Wien
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • RE: Zweiter Ulf mit weniger Sitzen auf der Linie 43

    Wetten, dass noch viele Testgarnituren folgen werden... :D

    verhältnismäßig aber eher positiv auf Nichtwienerliniendeutsch: Der Mehrheit ist es wurscht, da sie ohnehin stehen muss.
    Geht so vorbildlich behutsam und nachhaltig die Generation Dummgans mit der Umwelt zwischen den Schulstreiks (warum keine Ferienstreiks?) für das Klima um?
  • Die Versuche mit weniger Sitzen in den ULFen geht in die nächste Runde. Jetzt kommt auch die Linie 6 an die Reihe:

    Testbetrieb: Weniger Straßenbahnsitze

    Ab Montag gibt es in der Straßenbahnlinie 6 einen Testbetrieb, bei dem in einigen Garnituren weniger Sitze eingebaut sind. Einer Studie zufolge hat Wien mit einer Länge von 174 Kilometern weltweit das sechsgrößte Straßenbahnnetz.

    Die Linien 43 und 6 sind die meistfrequentierten Straßenbahnlinien in Wien, allein mit der Linie 6 fahren jährlich rund 27 Millionen Fahrgäste. Täglich sind auf beiden Linien einer Studie des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zufolge jeweils 68.500 Personen unterwegs. Ab Montag werden für die Linie 6 Garnituren eingesetzt, in denen sechs Sitze entfernt wurden. Damit soll das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste beschleunigt werden.

    Kürzere Intervalle bei Linie 43

    Seit Herbst 2012 läuft bei der Linie 43 ein Testbetrieb mit weniger Sitzen. Der Auffangraum in zwei Einstiegsräumen wurde vergrößert.

    Die Erfahrungen der Wiener Linien beim Testbetrieb in der Linie 43 sind gut, die Intervalle konnten durch das raschere Ein- und Aussteigen der Fahrgäste besser eingehalten werden. Beim Testbetrieb in der Linie 6 werden die Sitze im Bereich von anderen Türen als beim 43er entfernt.

    Platz sechs beim Straßenbahnnetz

    Mit einer Länge von 174 Kilometern liegt das Wiener Straßenbahnnetz laut VCÖ weltweit an sechster Stelle, an der Spitze liegt Melbourne (245 km) vor St. Petersburg (240 km), Sofia (195 km), Berlin (190 km) und Moskau (181 km). In Europa ist die Zahl der Städte mit Straßenbahnen laut Studie in den vergangenen 30 Jahren von 230 auf 286 gestiegen, weltweit sind in 381 Städten Straßenbahnen unterwegs.

    Aufgrund der stark wachsenden Fahrgastzahlen in Wien fordert der Verkehrsclub nun u.a. eine grüne Welle für Bims. Zudem bestehe ein Viertel des Netzes aus keinen eigenen Gleiskörpern, wodurch Straßenbahnen immer wieder vom Autoverkehr blockiert werden bzw. im Stau stehen. Auch das solle geändert werden.

    In diesem Jahr wird es im Wiener Straßenbahnnetz eine Erweiterung geben, die Verlängerung der Linie 26 in die Seestadt Aspern geht im Herbst gleichzeitig mit der Verlängerung der U-Bahn-Linie U2 in Betrieb.


    Quelle: ORF Wien
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Mit einer Länge von 174 Kilometern liegt das Wiener Straßenbahnnetz laut VCÖ weltweit an sechster Stelle, an der Spitze liegt Melbourne (245 km) vor St. Petersburg (240 km), Sofia (195 km), Berlin (190 km) und Moskau (181 km). In Europa ist die Zahl der Städte mit Straßenbahnen laut Studie in den vergangenen 30 Jahren von 230 auf 286 gestiegen, weltweit sind in 381 Städten Straßenbahnen unterwegs.


    Ist das die Gesamtlänge der Linien oder die Länge des Gleisnetzes?


    dr. bahnsinn schrieb:

    Aufgrund der stark wachsenden Fahrgastzahlen in Wien fordert der Verkehrsclub nun u.a. eine grüne Welle für Bims..


    das wäre auch eine sehr wirksame Methode, die Kapazitäten zu erhöhen. Kurzere Umlaufzeiten -> mehr Fahrten pro Fahrzeug.
  • das wäre auch eine sehr wirksame Methode, die Kapazitäten zu erhöhen. Kurzere Umlaufzeiten -> mehr Fahrten pro Fahrzeug.

    Da wird die Personalvertretung nicht mitspielen, denn das würde auch mehr Arbeit für die Fahrer bedeuten. Das ist ja auch der Grund, warum in den Abendstunden bei mäßigem Verkehrsaufkommen mit dem gleichen Fahrplan wie untertags gefahren wird.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Ich kenne die Personalvertretung nicht, aber mit dem richtigen Konzept, springt auch für die Fahrer ein Vorteil heraus. Als Fahrgast habe ich das Gefühl, dass z.B.: in Linz durch die "Grünen-Bim-Wellen" der Job weitaus stressfreier ist, als die Wiener Lösung (komm ich noch bei grün rein, oder muss ich halten).
  • Schätze, dass es um folgende Punkte geht:

    a) Durch eine Beschleunigung verkürzt sich die Fahrzeit und somit sind kürzere Wagenumläufe möglich und dadurch werden u.U. mehr Touren in einer Schicht möglich, da dadurch bei einigen Linien sich noch eine weitere Tour in die Dienstpläne hinein pressen lassen. Letzt gibt es bereits Dienste, die über 9 Stunden Anwesenheit haben und rein rechnerisch könnte sich dann dadurch eine Gesamtdienstzeit von knapp unter 10 Stunden erreichen lassen.

    b) Es gibt jetzt bereits Linien, wo das Fahrpersonal 5 Runden in einem absolviert, dann genau für ein Intervall eine Pause hat - 10 Minuten - und dann weitere Runden fährt und irgendwann einmal eine Essenspause vorgesehen ist und danach noch weitere Runden... Bei einem verkürzten Wagenumlauf könnte dann eine zusätzliche Runde möglich werden - und das alles bei unveränderter Bezahlung!

    c) Bei längeren Linien gehen sich derzeit nur eine bzw. eineinhalb Runden aus, künftig könnten sich für das Fahrpersonal durch die zeitliche Einsparungen durchaus zwei Runden in einem ergeben. Nach einer Mindestpause weitere zwei Runden und nach der Essenspause dann zumindest 1,5 oder gar zwei Touren...

    Fakt ist, dass seitens des Unternehmens jetzt schon die Dienstzeiten so angelegt werden, dass das Fahrpersonal von einer 40 Stunden Woche nur träumen kann, denn oft genug kommen in einer Woche 48 - 50 Stunden Dienstzeit zusammen. Und es gibt Dienste, wo das Fahrpersonal um ca 04:00 Uhr Dienstbeginn hat und erst kurz vor 14:00 Uhr aufhört und oft genug grad mal zwei Pausen mit in Summe 40 Minuten hat. Die Wendezeiten in den Endstationen darf man nicht als Pause rechnen, denn dabei sind dienstliche Tätigkeiten wie Wagenumsicht, Kontrolle der Sandvorräte usw. durchzuführen. Bei Endstationen wo mehrere Linien zusammenkommen - Dr. Karl Renner Ring z.B. mit 46, 48A und 49 sind gar keine Ausgleichszeiten vorgesehen sondern diese werden in den stadtauswärtigen Endstationen abgehalten. Was bei Verspätungen geschieht, kann man sich selbst leicht ausmalen - sofort nach Eintreffen in den Endpunkten wird wieder abgefahren, in der HVZ oft mehrere Stunden hindurch!

    Ich kann daher die Gewerkschaft durchaus verstehen, dass sie gegenüber kürzeren Fahrzeiten sehr reserviert reagiert, denn bislang wurden diese zeitlichen Einsparungen nur zu Lasten des Fahrpersonals umgesetzt, statt hier Pufferzeiten zu schaffen und damit wieder eine Einhaltung des Fahrplans zu ermöglichen!

    Man sollte auch diese Aspekte bedenken, bevor man sich kritisch gegenüber der Gewerkschaft äußert!
  • Den Zusammenhang kann ich nicht ganz finden. Einfach jegliche Veränderung zu boykottieren, da es in ihren Augen aktuell Missstände gibt ist keine zielführende Taktik (auch wenn sie in Österreich regelmäßig angewendet wird). Genau diese Fahrzeitverkürzungen könnten unter anderem dazu genutzt werden, dem Fahrpersonal den Job zu erleichtern. Da ist halt gutes Verhandeln gefragt und nicht boykottieren. (nicht dass ich einen von den beiden Parteien das unterstellen möchte).

    ad b) bei einer sinnvollen Ampelschaltung wären vermutlich 6 Runden mit kürzerer Gesamtfahrzeit möglich (und somit möglicher längerer Pause). Es ist nunmal ein Job, wo man pro Stunde und nicht pro Kilometer bezahlt wird. Zusätzlich gehe ich davon aus, dass die grüne Welle den Job ein wenig stressfreier macht.
  • Durch meine Verbindungen zum Fahrpersonal der WL weiß ich, dass bislang Verbesserungen*) in der Regel zu Lasten des Personals gegangen sind, die Pausenzeiten haben sich nicht verändert, dafür ist aber eine Einschub- oder Einziehfahrt dazu gekommen, oft genug am anderen Streckenende und die Heimfahrt nach Dienst (bzw. Fahrt zum Dienst) hat sich für die Betroffenen dadurch verlängert. Geschicktes Verhandeln wäre zwar ein guter Ansatzpunkt, doch wage ich zu bezweifeln, dass auf einmal ein beiderseitiges Umdenken (Gewerkschaft UND Unternehmen) stattfindet, zumal der Kostendruck sehr hoch ist...

    *) Verbesserungen im Sinne von kürzeren Wagenumlauf und Fahrzeit, wobei bei vielen Linien die Fahrzeiten oftmals reine Makulatur sind, da sie tagsüber nicht einhaltbar sind und somit der gesamte Umlauf verspätet unterwegs ist. Durch Kurzführungen versuchen die Disponenten eine halbwegs geregelte Zugsfolge zusammen zu bringen, wobei oftmals das Personal dann auch noch mit verkürzten Pausen rechnen muss, da auf einmal der für den Fahrer vorgesehene Zug pünktlicher ist, während er mit seinem ursprünglichen Zug durch die Verspätung seine Pause nicht pünktlich beginnen konnte. Durch die optimierten Personaleinsatzpläne ist natürlich auch kein Reservepersonal vorgesehen, welches zum Beispiel eine Ausgleichsfahrt machen könnte!
    Egal ob BBÖ, DRG oder KPEV - die alten E-Maschinen sind faszinierend!

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  • 1X45 schrieb:

    *) Verbesserungen im Sinne von kürzeren Wagenumlauf und Fahrzeit, wobei bei vielen Linien die Fahrzeiten oftmals reine Makulatur sind, da sie tagsüber nicht einhaltbar sind und somit der gesamte Umlauf verspätet unterwegs ist.


    Siehst, und genau darum versteh' ich die Argumentation nicht. Bevorrangungs- und Beschleunigungsmassnahmen dienen in erster Linie genau dem : dass ersteinmal das Einhalten des Fahrplans leichter wird.
  • grubenhunt schrieb:

    1X45 schrieb:

    *) Verbesserungen im Sinne von kürzeren Wagenumlauf und Fahrzeit, wobei bei vielen Linien die Fahrzeiten oftmals reine Makulatur sind, da sie tagsüber nicht einhaltbar sind und somit der gesamte Umlauf verspätet unterwegs ist.


    Siehst, und genau darum versteh' ich die Argumentation nicht. Bevorrangungs- und Beschleunigungsmassnahmen dienen in erster Linie genau dem : dass ersteinmal das Einhalten des Fahrplans leichter wird.


    Nur kann man damit auch nicht die durch optimierte Wartung hervorgerufenen Wagenschäden oder Falschparker wegzaubern.
    Und beides ist etwa auf der Linie 6 ein großes Thema. (Und, Anmerkung: der 6er fährt fast komplett auf eigenem Gleiskörper, die meisten Verspätungen und Behinderungen passieren im Abschnitt Matzleinsdorfer Platz - Enkplatz)

    Um auch halbwegs regelmäßig nach Kaiserebersdorf zu kommen, gibts da beinahe täglich Fahrzeitüberschreitungen und keine Wendezeit in KE.....


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    Natürlich wär's eine Erleichterung für die Fahrer, wenn sie in einem Zug durchfahren könnten .... wäre aber am Bsp. der Linie 6, oder der Linie 31, nicht machbar.
    Am 6er müssen die ganzen Querstraßen des Gürtels auch irgendwann grün haben (Besonders die Wientalbundesstraße zur Westausfahrt!) - bei dem dichten Takt der Linie 6 (HVZ theoretisch alle 4 Minuten) und 18 würde das nicht gehen; andernorts wird das ja schon so verwendet (Zentralfriedhof 4. Tor, wo der 6er die Simm. Hauptstraße queren muss, bekommt er sofort frei....)

    Auf der Linie 31 ist da der Abschnitt zwischen Floridsdorf und Stammersdorf besonders betroffen. Dort werden sehr verkehrsreiche, mehrspurige Straßen gekreuzt (etwa Nordbrückenabfahrt, Shuttleworthstraße, Siemensstraße!) bei ebenso dichtem Takt der Linien 30 und 31.
    einzige wirklich sinnvolle Maßnahme wären dort Straßenbahnunterführungen ala Linz, und für den Autoverkehr sogenannte "Turbo-Roundabouts", damit der Verkehr flüssiger rennt.

    Für sowas will aber keiner ein Geld haben..... scheitert ja oft schon an wesentlich einfacheren Beschleunigungsmaßnahmen.....