Streckenabschnitt Sarmingstein - Weins-Ysperdorf der Donauuferbahn für GV reaktiviert, dafür wird der Abschnitt Weins-Isperdorf - Weitenegg abgetragen!

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  • Das ist die grosse Frage in diesem Zusammenhang. Es fehlen ja immerhin schon einige Brücken auf der Strecke.



    Zur Ordination im Zug fällt mir auch ein : Krankentransportzug der Bundeswehr

    Man kann also sogar ein ganzes Krankenhaus auf Schienen stellen. Umgekehrt gesagt : ambulante chirurgische Eingriffe in so einem Ordinationswagen sind jetzt auch nicht die Hexerei. Dazu muss der Zug aber stehen, ich neige sowieso zu (2) oder (3)

    Was die Apotheke anbelangt: die sollte so ein Zug besser mithaben. Damit wäre auch die Versorgung der Bevölkerung mit rezeptfreien, aber apothekenpflichtigen Medikamenten vor Ort möglich.

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  • Erstaunlich ist, mit welcher Verzögerung auch der ORF das gleiche - aus meiner Sicht utopische - Thema meldet:

    Donauuferbahn: Neuer Betreiber im Gespräch
    Die Diskussion um die Donauuferbahn, die in Niederösterreich von Krems bis Sankt Valentin verläuft, geht weiter. Ein Teilstück der Bahnstrecke wird aufgelassen. Aktivisten wollen dafür sorgen, dass der Bahnverkehr wieder aufgenommen wird. Ein Betreiber soll in Kürze vorgestellt werden.

    Online seit heute, 3.9.2019, 5.24 Uhr
    [...]
    Die ORF-Meldung wird dann aber realistischer:
    Strecke muss aufgelassen werden
    Gemäß Eisenbahngesetz sind eingestellte Eisenbahnstrecken aufzulassen, sofern es keine entsprechende Nachnutzung gibt.
    [...]

    Wie schon oben von Foren-Kollegen erwähnt, handelt es sich wohl um ein Wahlkampfthema.

    Meine Meinung:
    Klarerweise hatte die Donauuferbahn in ihrer Blütezeit eine wesentliche Bedeutung als hochwasser-sicherer Verkehrsweg im Strudengau wie auch in der Wachau.
    Auch als Ausweichstrecke im Fall von größeren Störungen auf der Westbahn.
    Man muss aber wohl die Realität der Kosten- Nutzen - Relation zur Kenntnis nehmen.

    Bis vor einigen Jahren gab es noch bei Krummnussbaum eine Brücken-Konstruktion für ein Bahngeleise, das von der Westbahn ins Waldviertel via Martinsberg nach Zwettl und weiter führen sollte. Gedacht war ursprünglich an eine schnellere Verbindung von Wien und St. Pölten ins Waldviertel, da die Strecken über Franz-Josefs- und Donauuferbahn wohl als zu langsam galten.
    Diese Brücken-Konstruktion, die nie über die Donau gereicht hat, wurde vor einigen Jahren abgetragen.

    Weiß jemand in diesem Forum mehr darüber? Wann entstanden diese Pläne? Noch in Monarchie-Zeiten oder später?
  • Werner schrieb:

    Diese Brücken-Konstruktion, die nie über die Donau gereicht hat, wurde vor einigen Jahren abgetragen.
    Dass es bereits eine Brückenkonstruktion gegeben haben soll, ist mir, obwohl ich mich schon sehr ausführlich mit der Geschichte der Donauuferbahn beschäftigt habe, völlig neu. Da muss ich wohl noch etwas mehr recherchieren.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Dass die Initiative, die unpolitisch bleiben will, es vielleicht gut meint, mag sein. Die Chancen stehen aber bei 0. Ist leider so.

    Mich persönlich fasziniert ja immer wieder die Strategie des Landes.

    Die durchgehende Donauuferbahn rentiert sich also nicht. Sieht man sich die Einwohnerzahlen an, könnte man Parallelen mit Mistelbach-Laa ziehen. Dort hat sich aber sogar die Elektrifizierung rentiert.
    Für den Durchzugsverkehr baut man sogar eine Autobahn durch die Felder, vorbei an Metropolen mit selten mehr als 5.000 EW, demnächst bis CZ, während der vernünftige Betrieb einer kleinen Lokalbahn wieder kein Budget findet.

    Also jedes Mal, wenns beim Land mit dem Kosten Argument kommen, stellts mir die Haare auf.
  • 5047.090 schrieb:

    Dass die Initiative, die unpolitisch bleiben will, es vielleicht gut meint, mag sein. Die Chancen stehen aber bei 0. Ist leider so.
    Richtig. Der Donauuferbahnabschnitt zwischen Emmersdorf und Weins-Isperdorf ist tot und wird auch nicht mehr zum Leben erweckt werden, allen Wiederbelebungsversuchen zum Trotz. "Schuld" daran hat, das wurde hier schon mehrfach deponiert, die zwischen Melk und Ybbs parallel verlaufende Westbahn, die für die Pendler stets wesentlich attraktiver und brauchbarer war, da sie die Leute auch dorthin brachte, wo sie arbeiteten oder studierten, während der Donauuferbahn immer nur das Attribut einer Toristenbahn verblieb. Dementsprechend war sie nie wirklich in der Bevölkerung verankert und dementsprechend war und ist auch deren Widerstand gegen die Stilllegungs- und Abbauaktivitäten seitens ÖBB und Land NÖ.
    Mir liegen nachwievor die Worte des damaligen Bürgermeisters des über der Donau gelegenen Wallfahrtsortes in den Ohren, der mir gegenüber meinte, man möge die Donauuferbahn endlich einstellen und einen Radweg auf der Bahntrasse errichten. Den Wunsch mit der Einstellung hat man ihm erfüllt, das mit dem Radweg kommt vielleicht noch.
    Wie soll die Bevölkerung hinter einer Bahn stehen, wenn nicht einmal die Bürgermeister (mit Ausnahme des Marbacher Bürgermeisters) es tun. Genauso war es auch im Ybbstal. Auch dort waren die örtlichen Bürgermeister die Sargträger und Totengräber der Ybbstalbahn.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Werner schrieb:

    Bis vor einigen Jahren gab es noch bei Krummnussbaum eine Brücken-Konstruktion für ein Bahngeleise, das von der Westbahn ins Waldviertel via Martinsberg nach Zwettl und weiter führen sollte. Gedacht war ursprünglich an eine schnellere Verbindung von Wien und St. Pölten ins Waldviertel, da die Strecken über Franz-Josefs- und Donauuferbahn wohl als zu langsam galten.
    Diese Brücken-Konstruktion, die nie über die Donau gereicht hat, wurde vor einigen Jahren abgetragen.
    Ich habe daran massive Zweifel:
    1) Die Strecke Martinsberg - Zwettel und weiter ist einfach viel zu langsam trassiert, das kann nicht schneller als die FJB sein.
    2) Es gab für die Verbindung Martinsberg - Donau meines Wissens nie eine Entscheidung zur Routenwahl, somit weiß man gar nicht, wo man auf die Donau getroffen hätte.
    3) Bei Krumnußbaum gab es mir bekannte Brückenlager für eine RAB (oder einen Anschluss an die RAB), welche zum WiFo-Tanklager Krumnußbaum und weiter nach Krems (Gau-Hauptstadt von Niederdonau) geführt hätte.
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Auch dort waren die örtlichen Bürgermeister die Sargträger und Totengräber der Ybbstalbahn.
    Auch dort mit einer Ausnahme. Auch dort wurde ein Betreiber gefunden (sogar vor der Einstellung, wenn ich mich recht erinnnere), nur wenn das Land keinen Cent zahlen will, kann es sich eigenwirtschaftlich nicht ausgehen.

    PS: Wenn man es vor Jahren gewollt hätte, wäre das eine Touristenbahn geworden, welche vermutlich wesentlich erfolgreicher wäre als die Mariazellerbahn. Sie ist halt blöder Weise zu weit weg von St. Pölten.


    dr. bahnsinn schrieb:

    Mir liegen nachwievor die Worte des damaligen Bürgermeisters des über der Donau gelegenen Wallfahrtsortes in den Ohren, der mir gegenüber meinte, man möge die Donauuferbahn endlich einstellen und einen Radweg auf der Bahntrasse errichten. Den Wunsch mit der Einstellung hat man ihm erfüllt, das mit dem Radweg kommt vielleicht noch.
    Damit die Radfahrer den Autofahrern die Sicht auf die Donau nicht versperren? Radweg gibt es ja jetzt bereits.
  • KFNB X schrieb:

    1) Die Strecke Martinsberg - Zwettel und weiter ist einfach viel zu langsam trassiert, das kann nicht schneller als die FJB sein.
    2) Es gab für die Verbindung Martinsberg - Donau meines Wissens nie eine Entscheidung zur Routenwahl
    Sehe ich auch so. Die Topografie des Waldviertels erlaubt in dem Gebiet einfach keine bessere Trassierung, die mit den technischen Mitteln des vorigen Jahrhunderts und vertretbaren Kosten realisierbar gewesen wäre.
    Die nahe dem damaligen Bahnhof Krummnußbaum von der Westbahn in Richtung Donau abzweigende, aus Beton gebaute Brücke habe ich in meinen Kindheits- und frühen Jugendjahren auf meinen häufigen Wien - Salzburg und vice versa - Fahrten regelmäßig gesehen. Sie war für mich rätselhaft. Im Lauf der Jahre sind dann einige Beton-Elemente eingestürzt. Erst ein Berufskollege mit ÖBB-Background hat mir die in obiger Antwort 505 genannte Information gegeben, dass diese Brücke für eine Bahnverbindung ins Waldviertel gedacht gewesen sei. Natürlich mit Anschluss an eine normalspurige Strecke.
    Daher der Gedanke an Martinsberg und Zwettl.

    KFNB X schrieb:

    3) Bei Krumnußbaum gab es mir bekannte Brückenlager für eine RAB (oder einen Anschluss an die RAB), welche zum WiFo-Tanklager Krumnußbaum und weiter nach Krems (Gau-Hauptstadt von Niederdonau) geführt hätte.
    Danke für den Hinweis. Zwar scheint mir ein RAB (Reichs-Auto-Bahn)- Anschluss bei Krummnußbaum an der Westbahn nicht sehr plausibel. Unter anderem weil wohl die Topografie in Krummnußbaum nicht so gut für eine Autobahn geeignet ist. Das Gebiet bei Pöchlarn eignet sich dazu schon besser. Siehe die heutige Donaubrücke.
    Die Brücken-Konstruktion bei Krummnußbaum hat nach meiner Erinnerung nahe dem westseitigen Ende des damaligen Bahnhofs Krummnußbaum begonnen und in Richtung der Donau-Fähre geführt.
    Eine Bahn-Verbindung zum Tanklager an der Donau könnte zu früherer Zeit durchaus von Interesse gewesen sein. Wurde aber nie realisiert.
    Und die Rest-Brücke abgebaut.

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  • Hier der entsprechende NÖN-Artikel:

    Donauuferbahn: Initiative will neuen Betreiber präsentieren

    Es wird ernst: Der Bahnbetreiber soll diese Woche vorgestellt werden. Bis Ende 2019 ist Gleisabbau abgeschlossen.


    Von Zaklina Jukic. Erstellt am 03. September 2019 (05:35)
    Geht es nach der Initiative „Donauuferbahnrettung jetzt“, soll in Persenbeug bald wieder ein Zug verkehren. Foto: Donauuferbahnrettung jetzt

    Die Spannung in der Region steigt: Bereits in dieser Woche will die Initiative „Donauuferbahnrettung, jetzt“ einen neuen Betreiber für die aufgelassene Nebenbahn präsentieren.
    Für Christa Kranzl, die Teil der Initiative ist, bestand die größte Hürde, im Fortbestand der Bahn im Finden eines neuen Betreibers. Dies soll nun geschafft sein, auch wenn daran zahlreiche Beobachter des Projektes und Teilnehmer des letzten Infoabends zweifeln.
    Vom derzeitigen Eigentümer der Strecke, der Niederösterreichischen Verkehrsorganisationsges.m.b.H. (NÖVOG) gibt es eine klare Stellungnahme zu den Plänen der Initiative. „Gemäß Eisenbahngesetz sind eingestellte Eisenbahnstecken aufzulassen, sofern es keine Nachnutzung gibt.
    Dies gilt auch für diese Strecke, deren Auflassungsbescheid bis Jahresende vollzogen wird“, betont Pressesprecherin Katharina Heider-Fischer. Vom Büro des zuständigen VP-Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko heißt es auf NÖN-Anfrage: „Der Abbau der Gleisanlagen der Donauuferbahn sind kein Akt der Willkür, sondern der Vollzug gültiger Bescheide.“

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • KFNB X schrieb:

    Es gab für die Verbindung Martinsberg - Donau meines Wissens nie eine Entscheidung zur Routenwahl, somit weiß man gar nicht, wo man auf die Donau getroffen hätte.
    Das ist richtig. Auf Wikipedia heißt es dazu:

    Wikipedia schrieb:

    Danach wurde der Weiterbau Richtung Süden bis zur Donau verfolgt, es konnte jedoch keine Einigung über den Streckenverlauf erzielt werden. Während Zwettl die Variante über Yspertal favorisierte, bevorzugte das Eisenbahnministerium die Variante durch das Weitental. Der Weiterbau scheiterte schließlich an der Finanzierung. Die Höhendifferenz zwischen dem Waldviertel und dem Donautal hätte auf jeden Fall die Errichtung einer aufwändig trassierten Gebirgsbahn erfordert.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Diese eigenartig geplante Führung ist auf die Tanklager zurückzuführen: unterirdisch.de/index.php?thre…ch.4649/page-3#post-39857
    Mehr zum WiFo Krummnußbaum: altversion.geheimprojekte.at/t_krummnussbaum.html


    Werner schrieb:

    Die Brücken-Konstruktion bei Krummnußbaum hat nach meiner Erinnerung nahe dem westseitigen Ende des damaligen Bahnhofs Krummnußbaum begonnen und in Richtung der Donau-Fähre geführt.
    Genau dort steht (oder stand?) das Brückenfundament.
  • Herzlichen Dank an KFNB X und dr.bahnsinn für die ausführlichen und detaillierten Informationen.
    Der Brückentorso von Krummnußbaum war demnach tatsächlich als RAB-Zubringer gedacht.
    Und ich war durch eine Fehlinformation irregeleitet in der Mutmaßung, er sei für eine nie vollendete Bahnstrecke gebaut worden.

    War jedenfalls ein hoch interessanter Ausflug in einen unrühmlichen Teil der Geschichte! Danke!
  • Da ich als besonderes Stück ein kombiniertes Kraftlinien - Bahnkursbuch aus 1955 besitze: Nicht erst durch den Bau der Donaubrücken hat die Donauuferbahn ihre strategische Bedeutung verloren - es gab schon vorher in Grein, Pöchlarn und Melk Postautobusverbindungen via Rollfähre zur Westbahn mit denen man schneller in Wien war als via Krems!

    Z.B. Klein -Pöchlarn - 17h00 via Fähre - Wien West 19h35 bzw. 16h35 via Krems - FJ Bahnhof 20h35