Semmering-Basistunnel: Dokumentation des Baufortschritts

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  • Semmering-Basistunnel: Dokumentation des Baufortschritts

    Semmering-Bahntunnel: Bau schreitet voran

    Seit etwa einem Jahr laufen die Vorbereitungsarbeiten für das umstrittene Projekt. Eines der beiden Tunnelportale wird in Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen) errichtet. Doch ein Ende der Arbeiten ist noch lange nicht in Sicht.

    Künftig wird die Südbahn in Gloggnitz im Berg verschwinden. Der etwa 27 Kilometer lange Tunnel die Gemeinde im Bezirk Neunkirchen mit Mürzzuschlag in der Steiermark verbinden. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Die Bauarbeiten sollen noch mehr als zehn Jahre dauern.

    Die Baustelle bei Gloggnitz ist derzeit so groß wie mehrere Fußballfelder. Neben Hochwasserschutzmaßnahmen von Payerbach bis ins Stadtgebiet von Gloggnitz, wird auch die Reichenauer Straße neu gebaut.

    Dazu kommen zwei Eisenbahnbrücken und eine neue Zufahrtsbrücke für die Firma Huyck Wangner über die Schwarza. „Wir haben bei diesem Baulos ein Auftragsvolumen von 22 Millionen Euro. Davon sind fünf Millionen Euro an lokale Betriebe vergeben worden", sagte Projektleiter Gerhard Gobiet.


    So sollen das Tunnelportal und die Brücke über die Schwarza nach der Fertigstellung
    aussehen. Computeranimation: ORF

    Vor allem Beton- oder Abraumlieferung seien die Hauptaufgaben, so Gobiet. Außerdem sollen die Bahnhöfe Gloggnitz und Mürzzuschlag barrierefrei gemacht werden. Dazu werden Liftanlagen gebaut.

    30 Minuten Zeitersparnis

    Auf niederösterreichischer Seite beginnen die eigentlichen Tunnelarbeiten erst 2015. In Betrieb genommen werden soll der Semmering-Basistunnel Ende 2024. Fahrgäste der Südbahn sollen dadurch auf der Strecke von Wien nach Graz 30 Minuten Zeit sparen


    Quelle: ORF NÖ
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Brückeneinschub in Gloggnitz

    Hier der ÖBB-Pressetext zum in der vergangenen Woche durchgeführten Brückeneinschub in Gloggnitz und ein paar aktuelle Fotos von erwin Tisch:

    SBT – Vorarbeiten Gloggnitz: Brückeneinschub erfolgreich gestartet

    Erster Meilenstein beim Projekt Semmering-Basistunnel neu gesetzt.

    (Gloggnitz, 8. Oktober 2013)

    Nach eineinhalb Jahren intensiver
    Bautätigkeit wurde gestern Nachmittag in Gloggnitz ein Meilenstein beim
    Baulos „Vorarbeiten Gloggnitz“ des Projekts zur Errichtung des
    Semmering-Basistunnels neu in Angriff genommen. Eines der schon von
    weitem sichtbaren späteren Eisenbahntragwerke wurde Richtung Schwarza an
    seinen Bestimmungsort geschoben.

    Einschub in einem Stück

    Der Einschub über die Schwarza erfolgt in einem Stück. Aufgrund der
    Länge und des Gewichts wurden jeweils zwei Hilfsstützen in etwa an den
    Drittelpunkten der zu überwindenden Strecke vorab errichtet. Auf diesen
    „Hilfsfundamenten“ liegt das Tragwerk beim Einschubvorgang auf, sodass
    das Auflager am gegenüberliegenden Ufer sicher erreicht wird. Nach dem
    Einschub werden die Hilfsstützen wieder entfernt, damit im Endzustand
    ein freier Durchfluss der Schwarza unter den Brücken sichergestellt ist.

    Die beiden Tragwerke sind jeweils 70 Meter lang und wiegen jeweils rund
    550 Tonnen. Die parallelgurtigen Stahltragwerke wurden im Werk
    vorgefertigt und in mehr als 75 Einzelteilen zur Baustelle gebracht.
    Hier erfolgte in mehreren Schritten der Zusammenbau des gesamten
    Brückentragwerks. Dazu wurden die einzelnen Querträger, die
    Fahrbahnplatten, die Diagonalen und die Unter- und Obergurte miteinander
    verschweißt und anschließend mit einem sogenannten „schweren
    Korrosionsschutz“ mit vier verschiedenen Lagen versehen.

    6 Meter pro Stunde

    Der Vorschub erfolgt mit zwei Hohlkolbenzylindern, welche die Brücke
    langsam vorwärts pressen. Die Zylinder haben eine Hublänge von 0,5
    Meter, bringen eine Zugkraft von 445 Kilonewton (bei max. 700 Bar) auf
    und sind über Spannstangen mit den Verschubschlitten verbunden. Das
    Tragwerk gleitet hierbei auf vier Schlitten auf einer eigens errichteten
    Verschubbahn voran.

    Für das erste "Losbrechen" des Tragwerks werden rd. 70 Prozent, für den
    weiteren Verschub werden ca. 30 – 50 Prozent der Zylinderleistung
    benötigt. Die Vorschubgeschwindigkeit beträgt bis zu ca. 6 Meter pro Stunde.

    Die nächsten Schritte

    Die beiden Tragwerke erfüllen bereits nach erfolgtem Einschub eine
    wesentliche Funktion. Sie werden zunächst mit Straßenbelag versehen und
    fungieren als Straßenbrücken. Dazu wird eine Anbindung an das derzeitige
    Provisorium der Reichenauer Straße errichtet. Während der Errichtung der
    neuen Straßenbrücke zur örtlichen Huyck.Wangner GmbH dienen die beiden
    Eisenbahntragwerke zusätzlich als Zufahrtsbrücke zum Firmengelände.

    Für die Dauer der Tunnelvortriebsarbeiten ab 2015 erfolgen über die
    späteren Eisenbahnbrücken der Baustellenverkehr zwischen
    Baustellenfläche und Tunnel sowie der Transport des Ausbruchmaterials
    zur Bahnverladung neben der Südbahn. Durch diese Entkopplung vom
    öffentlichen Verkehr wird eine verträgliche Verkehrslösung sowohl für
    die Anrainergemeinde Gloggnitz als auch für den Durchgangsverkehr
    Richtung Payerbach/Reichenau gefunden. Ihre endgültige Funktion als
    Eisenbahnbrücken für den Bahnverkehr übernehmen die Tragwerke
    voraussichtlich Ende 2024.

    *Die Tragwerke in Zahlen (je Tragwerk):

    Länge: 70,0 Meter

    Höhe: 7,6 Meter

    Breite: 7,7 Meter

    Gewicht: 550 Tonnen

    Schweißnahtlänge: 5.000 Meter

    Beschichtungsfläche: 3.200 Quadratmeter

    Korrosionsschutzfarbe: 11.500 Liter

    Interessierte haben die Möglichkeit, die aktuellen Einschubarbeiten und
    die kommenden Tätigkeiten beim zweiten Tragwerk bequem von zu Hause über
    die Webcams unseres Projekts auf oebb.at/semmering
    <oebb.at/semmering>zu verfolgen.



    Ihre endgültige Funktion als Eisenbahnbrücken übernehmen die beiden Tragwerke vsl. Ende 2024. Grafik: ÖBB






    Fotos: ÖBB

    Nun die Fotos von Erwin Tisch. Am Montag, 07. 10. wurde um 16:00 Uhr mit dem Einschub der ersten Brücke begonnen. Am 08. 10. standen die Arbeiten den ganzen Tag über wegen eines fehlenden Gutachtens still:








    Weiter ging es am 09. und 10. 10. 2013:













    Fotos: Erwin Tisch, erstellt am 07., 09. und 10. 10. 2013
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Ich bin mir jetzt nicht sicher (war ja nicht dabei), aber dieses Photo müsste meines Erachtens das letzte in der Reihe sein und vom finalen Absenkvorgang (der im ÖBB-Pressetext nicht erwähnt wird) stammen:


    Man sieht auf dem Stapel von Metallstockerln (ich wüsste jetzt keinen korrekteren Fachausdruck) die Brücke ruhen, in einem der beiden Stapel ist einer jener Hyrdaulikstempel zu sehen, mit denen das Absenken bewerkstelligt wird.

    Am Widerlager sieht man die Bewehrung der Auflagerbank, hier werden die (Neopren-)Auflager einbetoniert, die die Wärmedehnung der Brücke zulassen, indem sie sich entsprechend der sich temperaturbedingt ändernden Brückenlänge verformen können.



    Mehr als verwundert bin ich über die Wortwahl im Pressetext: "Eisenbahntragwerk". Es gibt Eisenbahnbrücken (das Wort beschreibt die Funktion) und Eisentragwerke (das Wort beschreibt die Konstruktion). Wobei letztere aus der Pionierzeit des Metallbrückenbau stammen, heute bestehen Metallbrücken aus Stahl und nicht aus Eisen. (OK, man kann sagen, dass Stahl eine Form von Eisen ist, aber der Begriff ist schon etwas seltsam).

    Jedenfalls einmal mehr ein Dankeschön an unseren Reporter im Raume Gloggnitz, Mister Erwin Tisch.
    :thumbsup:
  • grubenhunt schrieb:

    Ich bin mir jetzt nicht sicher (war ja nicht dabei), aber dieses Photo müsste meines Erachtens das letzte in der Reihe sein und vom finalen Absenkvorgang (der im ÖBB-Pressetext nicht erwähnt wird) stammen:


    Man sieht auf dem Stapel von Metallstockerln (ich wüsste jetzt keinen korrekteren Fachausdruck) die Brücke ruhen, in einem der beiden Stapel ist einer jener Hyrdaulikstempel zu sehen, mit denen das Absenken bewerkstelligt wird.

    Am Widerlager sieht man die Bewehrung der Auflagerbank, hier werden die (Neopren-)Auflager einbetoniert, die die Wärmedehnung der Brücke zulassen, indem sie sich entsprechend der sich temperaturbedingt ändernden Brückenlänge verformen können.



    Mehr als verwundert bin ich über die Wortwahl im Pressetext: "Eisenbahntragwerk". Es gibt Eisenbahnbrücken (das Wort beschreibt die Funktion) und Eisentragwerke (das Wort beschreibt die Konstruktion). Wobei letztere aus der Pionierzeit des Metallbrückenbau stammen, heute bestehen Metallbrücken aus Stahl und nicht aus Eisen. (OK, man kann sagen, dass Stahl eine Form von Eisen ist, aber der Begriff ist schon etwas seltsam).

    Jedenfalls einmal mehr ein Dankeschön an unseren Reporter im Raume Gloggnitz, Mister Erwin Tisch.
    :thumbsup:
    Die Bild Reihenfolge stimmt, da mit dem Aufbau der Türme zum Absenken auch schon am Montag begonnen wurde .
    Gruß Erwin
  • Danke, jetzt kenn' ich mich aus!

    :)

    man sieht (wenn man es weiss) den Stapel von Absenkstockerln bereits auf dem ersten Foto, unter dem Tragwerk.



    PS.: ich habe oben geschrieben, die Brücke ruht auf den Stockerln, das tut sie noch nicht, sondern nach erfolgtem Einschub wird der Hyrdaulikstempel ausgefahren, bis die Brücke dann auf ihm ruht. Dann kommt auf den anderen Stapel ein zweiter Hydraulikstempel, der erste wird abgesenkt, bis der zweite belastet ist, dann wird beim ersten Stempel ein Stockerl herausgenommen etc....

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von grubenhunt ()

  • Bekanntlich soll die Schwarzabrücke während der Tunnel-Ausbrucharbeiten als Zu- und Abfahrt zur Tunnelbaustelle dienen. Am vergangenen Donnerstag wurde daher die ersteingeschobene Brücke asphaltiert und am Freitag wurden auf der Brücke Lärmschutzwände aufgestellt. Erwin Tisch hat die Arbeiten dokumentiert:








    Fotos: Erwin Tisch, erstellt am 07. und 08. 11. 2013
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Semmering-Basistunnel: Baustart an Schächten

    Nach den Vorarbeiten für die Errichtung des Semmering-Basistunnels zwischen Niederösterreich und der Steiermark hat der Bau des ersten von drei Tunnelbaulosen begonnen. Es werden zwei mehr als 400 Meter tiefe Schächte gegraben.

    Die Schächte der Tunnelbaulose im Fröschnitzgraben haben einen Durchmesser von je rund zehn Metern, teilten die ÖBB am Freitag mit.

    Zwei Tunnelvortriebsmaschinen

    In der Folge werden an den Füßen der Schächte Hohlräume errichtet. Von dort aus wird in Richtung Gloggnitz und Mürzzuschlag gegraben. Aufgrund geologischer Gegebenheiten kommen auf einer Länge von rund 8,6 Kilometern zwei Tunnelvortriebsmaschinen zum Einsatz. In Richtung Mürzzuschlag erfolgt der Vortrieb mittels Bagger und Sprengungen.

    Den rund 623 Millionen Euro schweren Auftrag erhielt die Bietergemeinschaft Swietelsky Tunnelbau GmbH & Co KG und Implenia AG. Der Spatenstich zu den Vorarbeiten erfolgte im Frühjahr 2012. In Gloggnitz wurden bereits zwei Eisenbahnbrücken errichtet, eine Landesstraße verlegt sowie Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt.

    Vorarbeiten abgeschlossen

    In der Gemeinde Spital am Semmering in der Steiermark sind die Vorarbeiten schon abgeschlossen. Neben der in Zusammenarbeit mit der Gemeinde ertüchtigten Trinkwasserversorgungsanlage wurden Baustraßen errichtet und im Longsgraben die Voraussetzungen für die künftige Deponie, in der Tunnelausbruchsmaterial eingebaut werden soll, geschaffen.

    Mit dem Bau der Tunnelröhren soll Ende 2016 begonnen werden. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für Ende 2024 geplant.


    Quelle: ORF Steiermark
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Eisenbahnbrücke Gloggnitz wird erneuert

    Beim Semmeringbahntunnel haben die Arbeiten für den Tunnelvortrieb begonnen. Doch auch in die Sanierung der alten Semmering-Bahnstrecke wird investiert: Ab heute wird in Gloggnitz die Eisenbahnbrücke über die Eichbergstraße erneuert.

    Die Sanierung der alten Semmeringbahnstrecke sei ein Signal dafür, dass sie auch nach der Eröffnung des Semmeringbahntunnels erhalten bleibe, sagt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif. Sie soll nämlich als Ausweichstrecke dienen, wenn in den Tunnelröhren Wartungsarbeiten statt-finden.


    Semmeringbahntunnel - die beiden Tunnelröhren. Animation: ÖBB

    Neue Brücke um einen Meter breiter

    Die im Jahr 1908 erbaute Eisenbahnbrücke in Gloggnitz muss erneuert werden. Die Arbeiten dafür starten heute und dauern bis Anfang Mai. In einem ersten Schritt wird die bestehende Brücke abgetragen. Dann wird die aus vorgefertigten Einzelteilen bestehende neue Brücke mit einem Schienenkran versetzt. Sie wird um einen Meter breiter sein als die bisherige.

    Wegen der Bauarbeiten ist die Eichbergstraße im Bereich der Brücke ab kommendem Montag drei Monate lang gesperrt. Im April gibt es dann entlang der alten Semmeringbahnstrecke die nächste Baustelle. In Payerbach wird das Kübgraben-Viadukt saniert. Gearbeitet wird auch in der Nacht und am Wochenende. Wegen der Lärm- und Staubentwicklung ersuchen die ÖBB um Verständnis.


    Quelle: ORF NÖ
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Basistunnel: Neue Straße freigegeben

    04.06.2014, 13:11

    Erster Meilenstein bei den Arbeiten zum Semmeringbasistunnel: Die B27 ist in der neuen Lage am Mittwoch für den Verkehr freigegeben worden.


    Die neue Straßenführung. Foto: ÖBB

    Die Straße wurde im Rahmen der Vorarbeiten für den Semmering-Basistunnel neu in ein architektonisch hochwertiges Wannenbauwerk verlegt.
    Im Zuge der Vorarbeiten für den Tunnel musste der Verkehr während der Errichtung der Unterführung im Baustellenbereich temporär über ein Provisorium umgeleitet werden.

    Seit April 2012 laufen die Vorarbeiten für den Semmering-Basistunnel neu in Gloggnitz. Vieles ist seitdem passiert: In diesem ersten Baulos wurden zwei neue Eisenbahnbrücken über die Schwarza gebaut, der Portalvoreinschnitt hergestellt sowie der gesamte Hochwasserschutz bis ins Ortsgebiet von Gloggnitz errichtet. Die neue Brücke zur Firma Huyck kann im Herbst 2014 in Betrieb gehen.


    Quelle: NÖN
  • Das architektonisch hochwertig hatte ich zuerst als Sarkasmus vom Reporter gelesen, aber die ÖBB meint dies wohl ernst: oebb.at/infrastruktur/de/Press…Gloggnitz_Wanne/index.jsp
    Da frage ich mich, wozu Architektur studieren? Das schaff ich auch ohne Studium!

    PS: Der Schallschutz (oder sollte man Schallverstärker dazu sagen?) fällt mit ziemlicher Sicherheit nicht unter hochwertig...
  • Das ist kein Schallschutz, sondern eine Betonwanne gegen das Grundwasser bzw. Hochwasser der Schwarza

    Zur Gestaltung : Die Ausführung ist jedenfalls extrem sauber. Sehr schöner, glatter Sichtbeton, drei gleichmässige, sich wiederholende Ankerlöcher. Zumindest hat sich wer was dabei gedacht und das ist nicht so eine typische 08-15 Schmuddel-Unterführung, wo man halt ein paar Schalungselemente hinstellt und die dann mit Beton vollschüttet.

    was ich nicht wirklich gelungen finde: die Integration der Leuchten in die Wände.

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