Semmering-Basistunnel: Dokumentation des Baufortschritts

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  • Stand der Bauarbeiten am Semmering-Basistunnel - Update

    Unser Semmering-Region-Korrespondent Erwin Tisch hat den heutigen schönen Spätherbsttag genutzt und der Baustelle beim Semmering-Basistunnel-Nordportal einen Besuch abgestattet und hat auch ein paar Fotos aus dem Bahnbetrieb eingestreut:






    Die 1216 951 von WLC kommt als Lz aus Richtung Payerbach-Reichenau. Im Vordergrund das Richtung Tunnelportal führende Neubaugleis::




    ČD-Railjet aus Graz bei der Durchfahrt durch den Bahnhof Gloggnitz:


    In Richtung Semmering ausfahrender WLC-Autotransportzug:


    Blick auf die Baubüros am gegenüberliegenden Schwarzaufer:




    Tunnelportal-Baustelle:




    Alles im Rahmen:


    Die Tunnel-Infobox in der Vormittagssonne:




    Der lange Weg zum Semmering-Basistunnel, dargestellt an Hand der zahlreichen Tunnel-Varianten:

    Fotos: Erwin Tisch, aufgenommen am 8. 11. 2015.
  • Tunnelanschlag für Semmering-Bahntunnel

    Heute Vormittag erfolgt in Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen) der feierliche Tunnelanschlag für den Semmering-Bahntunnel. Das ist der offizielle Baustart für eines von drei Baulosen mit einer Länge von sieben Kilometern.

    Seit Juli laufen die Vorarbeiten für den niederösterreichischen Abschnitt des Semmering-Bahntunnels. Im September begann man damit, die Tunnelröhre von Gloggnitz aus zu graben. Bisher sind etwa 100 Meter geschafft, erklärt der Projektleiter der ÖBB, Gerhard Gobiet. Der offizielle Tunnelschlag, der gefeiert wird, ist ein Brauch zum Schutz der Bautrupps. Insgesamt wird der Semmering-Bahntunnel 27 Kilometer lang sein. Er ist in drei Baulose aufgeteilt.

    Von steirischer Seite wird ebenfalls bereits am sogenannten „Abschnitt Fröschnitzgraben“ gegraben. Die Grabungsarbeiten für den gesamten Tunnel werden bis 2022 dauern. Dann wird die Innenschale gebaut und ab 2024 geht es um den Ausbau der Ausrüstung des Tunnels, konkret um die Fahrbahn mit Gleisanlage und die Stromschiene. Aus heutiger Sicht soll der Bahntunnel Ende 2026 eröffnet werden.


    Quelle: ORF NÖ
  • Im KURIER gibt es einen Bericht über den aktuellen Stand der Arbeiten:

    Semmering: Zehn Jahre ohne Tageslicht

    18.10.2016, 06:00, Patrick Wammerl

    Der KURIER besuchte die größte Baustelle Österreichs. 900 Meter weit haben sich die Arbeiter beim Bau des Semmering-Basistunnel bereits in das Berginnere vorgesprengt.

    Kein Tageslicht, nur Schutt, Staub und hochexplosive Materialien: Nicht gerade eine einladende Beschreibung für einen Arbeitsplatz in den kommenden zehn Jahren. Jakob Strobl-Mayer macht das nichts aus. Der Arbeiter aus Zell am See ist "Partieführer" auf der derzeit größten Baustelle Österreichs, dem Semmering-Basistunnel.

    Seit 1985 arbeitet er fast ausschließlich im Untertagebau. "Wegen der besseren Bezahlung", sagt Strobl-Mayer. Zehn Tage schuften er und seine Kollegen im Schichtbetrieb am Tunnelvortrieb, danach geht es für vier Tage nach Hause zu den Familien. Rund 1200 Personen sind insgesamt am Semmering beschäftigt.

    Dass der Tunnel überhaupt gebaut wird, grenzt fast an ein Wunder. Über 30 Jahre lang hat das drei Milliarden Euro teure Projekt die Politik, Bürgerinitiativen, Umweltschutzorganisationen und Anrainer gespalten. Bis zuletzt gab es massiven Widerstand der Gegner, die von einer mutwilligen Umweltzerstörung sprechen.

    Davon will ÖBB-Projektleiter Gerhard Gobiet nichts mehr hören. "Wir sind die best geprüfte Baustelle des Landes. Nicht nur im Vorfeld mit 13 verschiedenen Bescheiden, sondern auch jetzt während des Baus". Kontrollorgane der Ministerien überwachen jeden Schritt. Besonderes Augenmerk wird auf Umweltbeeinträchtigungen gelegt. Sämtliches Wasser, das durch die Bauarbeiten aus dem Berg austritt, wird in Gloggnitz in riesigen Becken gesammelt, gereinigt und durch ein ständiges Monitoring kontrolliert. "Bevor das Wasser in die Schwarza geleitet wird, darf es aus ökologischen Gründen maximal eineinhalb Grad Temperaturunterschied zum Fluss haben", erklärt Gobiet. Für den Fall, dass im Berginneren Trinkwasser anfällt, wird dafür eine Leitung mit eingebaut.

    Bevor der KURIER zusammen mit den Ingenieuren ins Berginnere vordringen darf, gibt es eine Sicherheitsunterweisung. "Jeder im Tunnel trägt eine elektronische Karte. Damit kann der Standort jeder Person im Notfall genau geortet werden", erklärt Thomas Koller von der Bauaufsicht. Die Fahrt mit dem Baustellenfahrzeug geht vom Portal in Gloggnitz, NÖ, aus fast 900 Meter weit in eine der beiden Tunnelröhren. Gebaut wird in diesem Bereich wegen der geologischen Bedingungen im Bagger- und Sprengvortrieb. Partieführer Strobl-Mayer und seine Männer bohren mit einer mächtigen Maschine eineinhalb Meter tiefe Löcher ins Gestein. Darin versenken sie lange Stangen, die an eine Knackwurst erinnern. Knackwurst, die es in sich hat. "Das sind 27 Kilo Emulsionssprengstoff", erklärt einer der Arbeiter.

    Zeit ist im Tunnelbau Geld. Daher gilt es, rasch 100 Meter hinter die Sicherheitsmarkierung zurückzugehen. Für ein wenig "Sprenggeld" (nach Brauch eine Kiste Bier oder Körberlgeld) darf der KURIER-Reporter die Sprengung vornehmen. Mit einem lauten Knall und einer spürbaren Druckwelle wurden gut zwei Meter Gestein aus das Bergmassiv gesprengt. Jetzt liegt es am Bagger, das Material wegzuschaffen, damit die Tunnelwände mit Eisenmatten ausgekleidet und Spritzbeton überzogen werden können. Pro Tag schaffen die Männer etwa fünf Meter Vortrieb.

    Nothaltestelle

    Fertig gebaut sind bereits die beiden 400 Meter tiefen Versorgungsschächte auf steirischer Seite im Fröschnitzgraben. Tief im Berg entsteht hier auf halber Strecke zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag die Nothaltestelle. Von diesem Punkt aus wird mit Vortriebsmaschinen in Richtung Gloggnitz entgegengearbeitet. "Das ist beachtliche Ingenieurskunst. Auf einer Länge von sieben Kilometern weichen die Röhren maximal zehn Zentimeter von einander ab", sagt Gobiet.

    Chronologie: Politik streitet seit 30 Jahren um den Tunnel

    Die Fahrzeit mit dem Zug von Wien nach Graz verkürzt sich um eine halbe Stunde.

    Bereits seit mehr als 30 Jahren wird um den Bau des Semmering-Basistunnels heftigst gestritten. In den 1980er-Jahren begannen die Vorplanungen der ÖBB für einen Eisenbahntunnel zwischen Gloggnitz in Niederösterreich und Mürzzuschlag in der Steiermark. 1991 wurden Planung und Bau des Tunnels an die Hochleistungs AG (HL AG) vergeben und 1994 folgte der Baubeginn für den Sondierstollen.

    Zum Paukenschlag kam es 1998, als das Land Niederösterreich mit einem negativen Naturschutzbescheid das Projekt zu Fall brachte. Als die HL AG dagegen beim Verfassungsgerichtshof mit einer Beschwerde ankämpfte, erließ das Land NÖ einen neuen Naturschutzbescheid, der das Projekt weiter verschleppte. Einer der Gründe für die Ablehnung war der massive Wasserverlust durch den Röhrenbau.

    Das Projekt wurde schließlich überarbeitet. 2008 stimmte das Land NÖ dem "Semmering-Basistunnel neu" zu. Die Tunnelgegner kritisierten, dass der Wasserverlust beim neuen Projekt ein Vielfaches ausmache.

    Der zweiröhrige Tunnel schlängelt sich unterirdisch von Gloggnitz nach Mürzzuschlag – allerdings nicht auf direktem Wege sondern in einer Kurve durch den Pfaffensattel. Die Variante wurde aufgrund von Bergwasser-Vorkommen und problematischer Gesteinsschichten gewählt. Die Röhren sollen 2026 fertig sein und mit dem Fahrplanwechsel 2027 in Betrieb gehen. Bahnfahrer profitieren von 30 Minuten Zeitersparnis auf der Strecke zwischen Wien und Graz. Die Fahrzeit zwischen den beiden Städten wird auf der neuen Strecke etwas mehr als zwei Stunden betragen. Personenzüge können in dem Bereich 230 km/h schnell unterwegs sein. Die Gesamtkosten für das Projekt werden mit 3,3 Milliarden Euro beziffert. Bereits zwei Milliarden Euro davon sind laut ÖBB an Aufträgen bereits vergeben und damit gebunden.


    Quelle: KURIER
  • Semmering: Mineure graben sich durch den Berg

    Seit einigen Wochen laufen die Arbeiten am Semmering-Bahntunnel auf Hochtouren. 1.200 Arbeiter graben sich Stück für Stück durch den Berg. Aufgrund der Geologie konnten bisher keine Tunnelbohrmaschinen eingesetzt werden.

    Insgesamt 27 Kilometer lang sollen die Tunnelröhren des Semmering-Bahntunnels werden. Für die Mineure sind die Grabungen eine besondere Herausforderung. Einen Kilometer konnten sie mittlerweile in den Berg vorstoßen und arbeiten sich dort jeden Tag im Akkord weiter voran. Ein Mineurstrupp besteht aus fünf Personen, die zehn Tage lang im Dreischichtbetrieb arbeiten und dann vier Tage frei haben. Für sie gilt es, extremen Arbeitsbedingungen standzuhalten.

    Geld und Gefahr als Anreiz für Mineure

    „Vorrangig ist wahrscheinlich das Geld“, erzählt der Mineur Karl Sailer aus Kärnten. Sailer war auch beim Bau des St. Gottharttunnels in der Schweiz beschäftigt: „Dazu kommt, dass es kein alltäglicher Job ist. Die Gefahr ist eigentlich der Reiz.“ Wegen der Geologie des Berges wird im sogenannten Sprengvortrieb gearbeiten. Die Mineure sprechen dabei von Abschlag. Gemeint ist jene Distanz, die in einem Arbeitschritt pro Schicht bewältigt werden kann.

    „Derzeit fahren wir mit einem Meter Abschlag, weil das Gebirge derzeit eine Störungszone beinhaltet und daher ausgebrochen und gesichert werden muss, etwa mit einer intensiveren Ankerung oder auch 25 Zentimetern Spritzbeton. Wenn das Gebirge besser wird, geht man mit der Abschlagslänge auf bis zu 2,2 Metern“, erklärt Johannes Lackner von der Bauaufsicht. Im Durchschnitt schaffen die Vortriebsmannschaften auf diese Weise fünf Meter am Tag.

    Gereinigtes Bergwasser fließt in die Schwarza

    Das abgebaute Material wird dann mit Muldenkippern aus der Röhre gefahren, gleichzeitig muss jeder Kubikmeter Spezialbeton von draußen hereingeschafft werden. Das anfallende Bergwasser wird noch im Tunnel gesammelt und über Rohrleitungen in ein Aufbereitungsbecken am Tunnelportal geleitet. „Dort wird das Wasser entsprechend aufbereitet und gereinigt“, sagt Projektleiter Gerhard Gobiet: „Erst wenn es komplett gereinigt ist und die richtige Temperatur hat, wird es in die Schwarza eingeleitet.“

    Um den Fischbestand nicht zu gefährden, darf der Temperaturunterschied zur Schwarza maximal eineinhalb Grad betragen. Aber nicht nur das Wasser, auch das abgebaute Gestein wird vor dem Abtransport ständig auf Schadstoffe kontrolliert. „Wir haben nicht nur unsere eigenen Prüforgane, sondern wir werden auch von den behördlichen Bauaufsichten aus den Ministerien ständig kontrolliert. Daher können wir nachweisen, dass wir alle Auflagen einhalten“, so Gobiet.

    Ab dem kommenden Jahr soll auch von der Mitte des geplanten Tunnels sowie von der steirischen Seite aus gegraben werden. 2022 soll der Tunneldurchschlag erfolgen, 2026 sollen die ersten Züge durch den Semmeringtunnel fahren. Die Gesamtkosten für den Tunnel belaufen sich auf 3,3 Milliarden Euro.


    Quelle: ORF NÖ
  • Gloggnitz: Semmering-Basistunnel wächst rasch

    Erstellt am 25. Januar 2017, 06:00 von Gerhard Brandtner

    Von der Gloggnitzer Seite aus wurden die Stollen für den neuen Semmering-Basistunnel bereits 1.200 Meter vorgetrieben.

    Seit dem Jahr 2015 geht es beim Baulos Gloggnitz des Semmeringbasistunnels „in den Berg“. Natürlich liegt vor den Mineuren noch eine Menge Arbeit, immerhin ist der Tunnel an die 27 Kilometer lang, mit der Inbetriebnahme der zweiröhrigen Bahnstrecke wird frühestens im Jahr 2025 gerechnet.

    „Von Gloggnitz haben wir schon 1.200 Meter vorgetrieben“, so Pressesprecher Christopfer Seif – und meint weiter: „Zwei Querschläge wurden von Gloggnitz aus bereits errichtet.“ Solche Querschläge dienen der Sicherheit und sind alle 500 Meter vorgesehen. Derzeit wird die Baustelle gerade für den Abtransport des Ausbruchsmaterials aus dem Tunnel per Förderband vorbereitet.

    350 Personen sind auf den Baustellen tätig

    Das Gestein wird auf der Baustelle zwischengelagert und dann, umweltschonend per Bahn abtransportiert – dafür wurde bereits ein eigenes Gleis gelegt und eine Verladestation eingerichtet. Neben Gloggnitz gibt es in Göstritz die zweite Baustelle in Niederösterreich.

    Den Zugangstunnel hat man aktuell rund 800 Meter in den Berg vorgetrieben. Auf den Baustellen Gloggnitz und Göstritz sind rund 350 Personen beschäftigt.

    Gut angenommen wird übrigens auch die täglich geöffnete, begehbare Info-Box bei der Gloggnitzer Portalbaustelle, die bei freiem Eintritt besichtigt werden kann und zahlreiche interessante Informationen über das Bauvorhaben gibt.


    NÖN
  • Semmering-Basistunnel: Bau voll im Plan

    Der Bau des Semmering-Basistunnels ist voll im Plan - bei Kosten und Zeit. Gearbeitet wird rund um die Uhr. Das jahrelang umstrittene und juristisch bekämpfte Projekt soll wie geplant 2026 fertiggestellt sein.

    Der Tunnel wird von vier Großbaustellen aus errichtet. Derzeit arbeiten rund um die Uhr 750 Bauarbeiter am 27 Kilometer langen Semmering-Basistunnel.

    1,4 Kilometer im Berg

    In Spitzenzeiten seien sogar bis 1.200 Arbeiter beschäftigt, so Projektleiter Gerhard Gobiet. Im Bereich Gloggnitz sei man bereits 1,4 Kilometer im Berg, im Fröschnitzgraben seien die zwei 400 Meter tiefen Schächte fertiggebaut, und in Grautschenhof ist einer der zwei 200-Meter-Schächte ebenfalls bereits fertig.

    Vortriebsmaschinen im Fröschnitzgraben

    Vom Fröschnitzgraben sollen dann ab Anfang 2018 die Bahntunnel-Röhren mit maschinellem Vortrieb gestartet werden: „Wir haben von den 27,3 Kilometern neun Kilometer mit einem maschinellen Vortrieb vorgesehen. Die beiden Tunnelvortriebsmaschinen werden heuer angeliefert, und wir wollen 2018 diese Maschinen in der Nothaltestelle zusamenbauen, sodass 2018 der Tunnelvortrieb Richtung Niederösterreich mit diesen zwei Maschinen erfolgen wird.“

    Im Kostenplan und mit Zuversicht

    Neben dem Zeitplan soll auch der Kostenrahmen eingehalten werden, sagt Gobiet: „Da sind wir sehr zuversichtlich, da setzen wir viel Know How und Energie ein, um die Kosten einzuhalten, und unsere Prognose stimmt mit dem Ist genau überein.“ Vom Infrastrukturministerium kommt Geld für die Südbahnstrecke.

    Mit der geplanten Fertigstellung des Semmering-Basistunnels 2026 soll die Fahrzeit von Graz nach Wien weniger als zwei Stunden betragen, allein zwischen Mürzzuschlag und Gloggnitz soll sie um 30 Minuten verkürzt werden.


    ORF Steiermark
  • Stand der Bauarbeiten - Update: Gloggnitz, Fröschnitzgraben, Göstritz und Grautschenhof

    Erwin Tisch hat die Tunnelbaustellen besucht und uns ein paar Fotos zukommen lassen:







































































    Übersicht über die Foto-Standorte (grüne Kreise):


    Dank an Erwin Tisch dafür, dass er sich immer wieder die Zeit nimmt, uns mit aktuellem Fotomaterial vom Semmering zu versorgen.
  • Leichtfried will Semmering-Basistunnel durchziehen

    30.03.2017, 09:44

    Das Schaffen von Jobs sei ein sehr wichtiges Anliegen "und sollte genauso wie alle anderen Prinzipien verankert werden", sagt der rote Infrastrukturminister

    Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) hat erneut bekräftigt, dass er den bei manchen Umweltschützern umstrittenen Semmering-Basistunnel weiterbauen will. Gegenüber der Kleinen Zeitung sprach er sich auch dafür aus, jahrelang verschleppte Infrastrukturinvestitionen zu beschleunigen - Stichwort dritte Piste am Flughafen Wien.

    Es sei sowohl für Investoren als auch für Anrainer "unerträglich", dass das Verfahren um die dritte Startbahn am Flughafen Wien bereits seit elf Jahren laufe. "Es ist an der Zeit, unsere gesamten Verfahren zu analysieren und zu schauen, wo die großen Zeitfresser sind", so Leichtfried.

    Antizygklische Budgetpolitik

    Nach Ansicht des Ministers kommt es auch wegen der Vielzahl an Verfahren zu "Reibungsverlusten". Bezüglich des Vorschlags von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), der es in der Verfassung verankern will, bei Projekten von öffentlichem Interesse die Verfahren zu beschleunigen, ist Leichtfried aber zurückhaltend. "Man kann über alles reden, aber zuerst brauchen wir die exakte Analyse." Das Schaffen von Jobs sei ein sehr wichtiges Anliegen "und sollte genauso wie alle anderen Prinzipien verankert werden."

    Es gehe auch um antizyklische Budgetpolitik, also als Staat dann zu investieren, wenn es der Wirtschaft schlecht geht. Beim Semmering-Basistunnel sei man mit den Hauptinvestitionen im Jahr 2019 angelangt, "wo die Wirtschaft ohnehin wieder wächst und durch die staatlichen Investitionen die Gefahr der Überhitzung entsteht."

    2026 soll der Tunnel fertig sein

    Dennoch will Leichtfried die Hauptinvestitionen nicht noch weiter hinausschieben. "Damit würden wir riskieren, dass es teuer wird. Es hat keinen Sinn, den Tunnel viertelfertig dastehen zu lassen, da muss man schon die Bauphase durchziehen."

    Der Semmering-Basistunnel ist ein Projekt, das es bereits seit den 1990er-Jahren gibt. 1998 hatte das Land Niederösterreich den ersten negativen Naturschutzbescheid erlassen. Der Bau begann de facto erst 2015, 2026 soll der Tunnel dann fertig sein.

    Die dritte Piste am Flughafen Wien könnte frühestens 2030 fertig werden - so die Höchstgerichte den Beschwerden des Airports stattgeben und das im Februar 2017 verhängte Bauverbot aufheben.


    KURIER
  • Stand der Bauarbeiten - Update: Gloggnitz, Göstritz, Grautschenhof und Fröschnitzgraben

    Erwin Tisch war am Pfingstsonntag im Semmeringgebiet unterwegs und hat die vier an der Oberfläche liegenden SBT-Baustellen Gloggnitz, Göstritz, Grautschenhof und Fröschnitzgraben (in dieser Reihenfolge) besucht. Ein Baustellen-Lageplan befindet sich am Schluss des Beitrages vom 26. 2. 2017:

    Tunnel-Nordportal bei Gloggnitz:






    Zwischenangriff Göstritz:




    Zwischenangriff Grautschenhof: Baufahrzeuge werden in die Tunnelröhre gehoben:












    Zwischenangriff Fröschnitzgraben: Über Berg und Tal verlaufende Förderbänder bestimmen das Landschaftsbild:































    Fotos: Erwin Tisch, aufgenommen am 4. 6. 2017
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Semmeringtunnel: Drittes Baulos gestartet

    Beim Semmering-Basistunnel ist am Freitag feierlich der Start des dritten Bauloses begangen worden. Damit wird ab sofort auch auf steirischer Seite an beiden Tunnelröhren gebaut.
    Fünf Jahre nach dem Beginn der Vorarbeiten wurde am Freitag auch auf steirischer Seite mit dem Vortrieb der Tunnelröhren begonnen. Begleitet wurde der Start des letzten Bauabschnitts von einem Festakt, bei dem die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die Wichtigkeit des Projekts für die Wirtschaft betonte: „3,3 Milliarden Euro werden in den 27 Kilometer langen Semmering-Basistunnel investiert. Damit sind auch unglaubliche Beschäftigungseffekte verbunden.“
    Milliardenprojekt im Zeitplan und 2026 fertig

    Zu Spitzenzeiten arbeiteten auf der Baustelle 1.200 Personen. Laut ÖBB befindet sich das Milliardenprojekt im Zeit- und Budgetplan: Es soll in neun Jahren fertig gestellt sein, dann wird es eine Fahrzeitersparnis von 30 Minuten zwischen Wien und Klagenfurt geben. Durch weniger Steigungen werde auf der Strecke auch der Güterverkehr gestärkt, so die ÖBB.
    Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) wies am Freitag darauf hin, dass die Südbahn auch ein wichtiger Teil der baltisch-adriatischen Achse sein wird: „Die geht von der Ostsee bis in den oberitalienischen Raum. Damit haben wir eine noch nie dagewesene Anbindung der Bahn für unsere Wirtschaft.“
    Schützenhöfer: „Ein Segen für die Umwelt“
    Bis zuletzt gab es aber auch Gegner des Projekts - immer wieder standen dabei Umweltbedenken im Raum, durch Proteste und Umweltprüfungen verlor man laut ÖBB insgesamt zwei Jahre. Die Bedenken der Umweltschützer kann der steirische Landeshauptmann nicht teilen: „Was hier passiert, geschieht ja auch im Interesse der Umwelt - wenn ich den Güterverkehr auf die Schiene bringe, wenn ich Personen in den Zug bringe. Also, insgesamt ist das ein Segen für die Umwelt“, so Schützenhöfer.
    Der Bau des Semmering-Basistunnels verlief bislang problemlos, erst im März konnte mit der Fertigstellung von Versorgungsschächten eine wichtige Etappe abgeschlossen werden.

    ORF Steiermark
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Baustellentag bei der Tunnelbaustelle Fröschnitzgraben am 21. 10. 2017

    Erwin Tisch war gestern auf der Tunnelbaustelle Fröschnitzgraben bei der Tunnelbesichtigung dabei und hat außerdem der Tunnelangriffsstelle Grautschenhof bei Mürzzuschlag einen Besuch abgestattet. Hier seine Fotodokumentation:










































































    Die folgenden Fotos stammen von der Tunnelangriffsstelle Grautschenhof:
























    Ein kurzer Abstecher zur Semmeringbahn: RJ 535 auf dem Weg nach Villach:

    Fotos: Erwin Tisch, aufgenommen am 21. 10. 2017

    Zum Schluss noch ein Foto von der Tunnelangriffsstelle Grautschenhof, aufgenommen von Erwin Tisch auf der S 6 am 11. 10. 2017:
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Erstellt am 28. November 2017, 04:00 von Gerhard Brandtner

    Maria Schutz
    : Lokalaugenschein im Semmeringbasistunnel

    Die NÖN war bei den Arbeiten an einem der teuersten Projekte des Landes unter Tag mit dabei. Hier die Eindrücke.

    Die Österreichischen Bundesbahnen gaben einen Einblick in die Baustelle Göstritz (Gemeinde Schottwien). | NOEN

    Es ist ein spektakuläres Stollen- und Schachtsystem tief im Berg und ein Paradebeispiel für die österreichische Ingenieurskunst. Die Rede ist vom Zwischenangriff Göstritz für den Semmering-Basistunnel.
    "Voll im Zeit- und Kostenplan“
    Am vergangenen Donnerstag luden die Österreichischen Bundesbahnen zu einem Lokalaugenschein ein. Bevor es jedoch in den Berg ging, informierte Projektleiter Gerhard Gobiet über den aktuellen Stand der Dinge. „Wir sind voll im Zeit- und Kostenplan“, so der Herr über den Semmeringbasistunnel nicht ohne Stolz und weiter: „Von Gloggnitz aus ist man rund 2.300 Meter im Berg. Der Vortrieb im Baulos von Gloggnitz ist bereits zur Hälfte fertig“.
    Beim Zwischenangriff Göstritz haben sich die Mineure rund 1.000 Meter in den Berg gearbeitet. Auf zwei Ebenen wurden riesige Kavernen errichtet, um die Aufzüge einbauen zu können. Gobiet: „Zur Zeit laufen die Montagearbeiten für die Lifte. Auch die Vorschächte sind fertig“. Dann werden sich die Experten rund 250 Meter in die Tiefe graben. „2018 wird mit dem Abtäufen begonnen“ führt Gerhard Gobiet aus. Die Arbeiten, die Löcher in die Tiefe werden gesprengt, werden rund 200 Tage dauern.
    Hat noch keine Pannen gegeben
    Dabei setzt man auch auf die Erkenntnisse, die im Fröschnitzgraben gemacht worden sind. Dort ging es ja rund 450 Meter in die Tiefe. Im Fröschnitzgraben werden im nächsten Jahr auch zwei in Frankreich erbaute Tunnelbohrmaschinen eingesetzt. In Göstritz wird planmäßig 2019 mit dem Bau der Tunnelröhren begonnen. Gobiet zollte bei der Präsentation auch den Geologen Respekt: „Es ist nichts Unerwartetes passiert“, so der Projektleiter und weiter:
    „Es läuft alles nach Plan. Es ist herausfordernd, aber wir sind auf alles vorbereitet“. Auf die Baustelle bei Göstritz hat man von einem Infoturm einen beeindruckenden Blick. „In den beiden Besucherboxen in Gloggnitz und Mürzzuschlag haben wir pro Jahr rund 22.000 Besucher“ konnte Pressesprecher Christopher Seif berichten.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Göstritz und Grautschenhof am 23. November 2017

    Blick von der Zwischenangriffsstelle Göstritz auf die S 6-Brücke Schottwien, Burgruine Klamm und den Schneeberg:


    Die restlichen Fotos stammen von der Zwischenangriffsstelle Grautschenhof:




    Betonmischanlage:







    Fotos: Erwin Tisch, aufgenommen am 23. 11. 2017.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
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