Semmering-Basistunnel: Dokumentation des Baufortschritts

  • Bei einem nicht redaktionellen Artikel bei den Bezirksblättern ist jetzt eine ganze Heilquelle verloren gegangen: meinbezirk.at/neunkirchen/c-wi…eringbasistunnel_a3373911

    Interessant, dass man bei dem verlinkten älteren Artikel einen Weg sieht, der beim Krater nicht sichtbar ist. Noch schwerer ist wohl der Vorwurf in einem der Kommentare, dass die Quelle eine ÖBB-Erkundungsbohrung war, welche durch Manipulation an der Bohrung den gefälschten Eindrucks eines Quellaustritts erzeugte. Ob da ein Zusammenhang besteht?
  • Semmering-Basistunnel: Baustart für letzten Bauabschnitt


    16. Mai 2019
    Beim Semmering-Basistunnel fiel gestern der offizielle Startschuss für den Bau des Westportals und den Umbau des Bahnhofs Mürzzuschlag.
    Damit wird nun an allen Bauabschnitten des Tunnelprojektes gearbeitet. Das Westportal in Mürzzuschlag bildet den letzten Baustein des Semmering-Basistunnels. Insgesamt werden in diesen Abschnitt rund 160 Mio. EUR investiert, wobei das Land Steiermark sowie die Gemeinde Mürzzuschlag die Park&Ride-Anlage sowie den Bahnhofsvorplatz mitfinanzieren. Das Bahnhofsgebäude und der Vorplatz werden Ende 2023 fertig umgebaut sein. (cm)

    www.eurailpress.de
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  • Großangelegter Treibstoffbetrug beim Bau des SBT

    Bauarbeiten überschattet: 300.000 Liter Diesel in Gloggnitz abgezweigt
    Nicht nur Erdeinbrüche überschatten den Tunnelbau am Semmering. Jetzt flog Handel mit gestohlenem Dieseltreibstoff auf.
    Von Gerhard Brandtner. Erstellt am 03. Juni 2019 (06:45) Ein Dieseldiebstahl in großem Umfang beschäftigt Polizei und Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt. Von einer Schadenssumme von über 200.000 Euro ist die Rede.
    Ein Mitarbeiter der Gloggnitzer Niederlassung der Firma Felbermayr sowie einer der Firma Marti (es gilt für beide die Unschuldsvermutung) sollen die Köpfe hinter dem Diebstahl sein. Das Bauunternehmen Marti ist von der ÖBB-Infrastruktur mit dem dritten Baulos „Grautschenhof“ betraut worden.
    Ein Mitarbeiter dort bestellte Diesel, aber nur ein Teil kam tatsächlich an. An die 300.000 Liter sollen seit August 2018 abgezweigt und an Abnehmer in der Region verkauft worden sein. „Auch mir wurde ein Angebot gemacht, ich habe aber abgelehnt“, so ein Gloggnitzer zur NÖN. Andere wollten sich das wohl nicht entgehen lassen.
    „Es gibt bereits ein Ermittlungsverfahren gegen sechs Beschuldigte“, bestätigt Staatsanwalt Erich Habitzl. Aufgeflogen ist die Angelegenheit nach einem Anruf. „Bei uns ging ein Telefonat ein, dass jemand, wie immer, Diesel bestellen wollte“, erklärt Wolfgang Schellerer, Geschäftsführer der Felbermayr Transport- und Hebetechnik GmbH, „wir sind sofort zur Polizei gegangen.“
    Bei der Firma Marti erhielt man von den Machenschaften ihres Mitarbeiters erst durch die Polizei Kenntnis. „Wir haben von den Vorkommnissen nichts gewusst und dann sofort reagiert. Den Marti-Mitarbeiter, der in Verdacht steht, auch solche Handlungen begangen zu haben, hat das Unternehmen fristlos entlassen“, so die Geschäftsleitung in einer schriftlichen Stellungnahme.
    Auch die Firma Felbermayr hat sofort die Reißleine gezogen. Schellerer: „Der Mitarbeiter wurde in der Sekunde fristlos entlassen. Wir wollen nie wieder etwas mit ihm zu tun haben.“ Auch das Gerücht, dass besagter Mitarbeiter im Wissen der Firma gehandelt habe, wird ausdrücklich dementiert.
    Beim Gloggnitzer Betrieb bestätigt man, nicht geschädigt zu sein. Anders die Lage bei der Firma Marti. „Den Schaden trägt die Firma Marti. Dem laufenden Strafverfahren hat sich die Marti GmbH als Privatbeteiligte angeschlossen“, erklärt man. Die NÖN bemühte sich natürlich auch um eine Stellungnahme der Beschuldigten.
    „Nach Rücksprache mit meinem Mandanten darf ich mitteilen, dass dieser voll umfänglich mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeitet und alle Karten auf den Tisch gelegt hat. Festzuhalten ist jedoch, dass er keineswegs der Haupttäter und Initiator war und keine persönliche Bereicherung vorliegt“, so Rechtsanwalt Peter Mayerhofer, der den Ex-Mitarbeiter der Firma Felbermayr vertritt.
    Den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ist übrigens kein Schaden entstanden. „Wir wurden von diesen Vorfällen von keiner offiziellen Stelle in Kenntnis gesetzt, daher wissen wir, dass die ÖBB weder geschädigt noch involviert sind. Dem Steuerzahler ist somit auch kein Schaden entstanden“, erklärt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif auf Anfrage. Und er bestätigt auch, dass man als österreichischer Leitbetrieb eine hohe gesellschaftliche Verantwortung habe. Seif: „Das gleiche ethische korrekte Verhalten verlangen wir auch von unseren Auftragnehmern und haben entsprechende Formulierungen in unseren Bauverträgen verankert“.
    Noch läuft das Ermittlungsverfahren, wann und ob Anklage erhoben wird, ist noch offen. Mögliche Ansprüche der Firma Marti als Geschädigten könnten sich auch gegen die Abnehmer des Treibstoffes richten.


    Folgen der Tat
    Diebstahl: Bei schwerem, gewerbsmäßigem Diebstahl nach den §§ 127, 128, 130 StGB drohen sechs Monate bis fünf Jahren Freiheitsstrafe. Übersteigt die Schadenssumme 300.00 Euro, erhöht sich auch der Strafrahmen auf bis zu zehn Jahre.
    Hehlerei: Der Verdacht der Hehlerei wird im § 164 StGB geregelt. Hier drohen Geld- oder Freiheitsstrafen. Als Hehler braucht man einen Vorsatz, das bedeutet, der Hehler hält es (zumindest) ernsthaft für möglich und findet sich damit ab, dass die Sache durch ein Vermögensdelikt erbeutet wurde.
    Regress: Im Falle einer strafrechtlichen Verurteilung kann es dann auch zu Schadensersatzforderungen der Firma Marti kommen, welche sich dem Strafverfahren als Privatbeteiligte anschließen will.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Ich muss jetzt schon eines sagen : auch Sand und Schlamm ist nicht unbedingt unbedenklich, es kommt nur auf die Dosis drauf an. Ich möchte nur drauf hinweisen, dass z.B; das Spülen von Staussen ganz zurecht verboten ist und das sediment heutzutage ausgebaggert werden muss.

    Schlamm und Sand in zu grossen Mengen können die Kiemen der Fische verlegen und zu deren Ertsickung führen.
  • 10.07.2019
    Schlamm aus dem Basistunnel: ÖBB massiv unter Druck
    Politik und Anrainer verlangen nach Vorfall mit verdrecktem Tunnelwasser rasch Klarheit.

    Auch die Behörde dürfte von der Dimension des Ereignisses überrascht worden sein. Die weiße Schlammbrühe aus dem Semmering-Basistunnel, die seit Tagen die Fischereigewässer und Gebirgsbäche im Bezirk Neunkirchen verdreckt, hat weit schlimmere Auswirkungen auf die Umwelt als angenommen.
    Wie ein Lokalaugenschein zeigt, sind alle Lebewesen in den betroffenen Gewässern arg in Mitleidenschaft gezogen. An den Ufern und im Flussbett hat sich eine klebrige Schicht aus Sedimenten gebildet, teilweise treiben verendete Fische im Wasser.

    Fischteiche in Göstritz sind massiv betroffen. © Bild: Wammerl Patrick
    Am Dienstag hat sich nach einem Bericht des KURIER auch die Politik in den Fall eingeschalten. Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) sieht die ÖBB „gefordert, schnellstmöglich für Klarheit zu sorgen und die Verunreinigung der Gewässer zu stoppen“.
    Während des Tunnelvortriebs im Bereich von Göstritz am Semmering sind die Mineure auf starkes Bergwasser getroffen. Laut Angaben der ÖBB schießen derzeit pro Sekunde 60 Liter stark sedimenthaltiges Wasser mit feinen Gesteinspartikeln aus dem Berg – zusätzlich zu 40 Sekundenlitern an reinem Wasser. Die Filter- und Gewässerschutzanlagen in den Auffangbecken der Tunnelbaustelle Göstritz können den Sand aufgrund der großen Menge nicht mehr filtern. „Für das ist die Anlage einfach nicht ausgerichtet“, erklärt dazu ÖBB-Sprecher Karl Leitner.
    Mehr als fünf Millionen Liter der weißen Flüssigkeit laufen damit täglich ungefiltert in den Göstritzbach und die Schwarza.

    In den Auffangbecken in Göstritz sollte das Wasser gefiltert werden. © Bild: Wammerl Patrick
    Für den Tunnelabschnitt waren bereits im Zuge der Erstellung des Naturschutzbescheides 300 Sekundenliter prognostiziert. „Wenn man die 60 Liter pro Sekunde nicht im Griff hat, was ist dann, wenn wirklich die Prognosen voll eintreten?“, fragt sich der ehemalige Tourismusdirektor und Fischereiberechtigte, Erich Schabus. Seine Fischzuchtanlagen bei Schottwien wurden durch das weiße Rinnsal bereits vernichtet.
    Die talwärts fließende Wassermenge ist derzeit so hoch, dass der Auebach in Gloggnitz bereits das Wasser in das historische Gebäude der alten Kunstmühle drückt.

    Erich Schabus blickt besorgt auf den Auebach in Gloggnitz. © Bild: Wammerl Patrick
    Scharfe Kritik
    Was die Gloggnitzer Bürgermeisterin, Irene Gölles (Bürgerliste), und der nö. Landtagsabgeordnete Hermann Hauer (ÖVP) verurteilen, ist der mangelnde Informationsfluss vonseiten der ÖBB. „Da fließt drei Tage lang die weiße Brühe durch den Bezirk und niemand hält es für notwendig, die Öffentlichkeit zu informieren. Das ist doch ein Witz“, sagt Hauer.
    Bei den Bundesbahnen heißt es, dass man bereits bei einer Infoveranstaltung am 3. Juni vor einer „möglichen Schaumbildung im Göstritzbach“ gewarnt habe. „Das was jetzt passiert ist, hat aber eine andere Dimension“, kritisiert Hauer.
    Gesundheit
    Leitner will betont wissen, dass für Menschen keine Gesundheitsgefährdung besteht. „Man braucht aber kein Experte zu sein um zu wissen, dass diese Situation für die Fische auf Dauer natürlich nicht gut ist“, so der ÖBB-Sprecher.
    Man arbeite seit Tagen im Tunnel mit Hochdruck daran, mit Beton-Injektionen den Austritt des getrübten Wassers zu stoppen. „Es kommt eine Art Betondeckel darüber. Wir versuchen es rasch in den Griff zu bekommen. Es sollte in ein bis zwei Wochen erledigt sein“, verspricht Leitner.
    Die Gewässeraufsicht des Landes führt laufend Kontrollen und Messungen durch. „Wir sind sicher eine der strengst geprüften Baustellen in Österreich“, sagt Leitner.

    KURIER

    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Neu

    Weiße Bäche: Trübungen laut ÖBB reduziert

    Die Verunreinigungen durch Sand im Göstritzbach (Bezirk Neunkirchen) wurden laut ÖBB um 75 Prozent reduziert. Das hat das Unternehmen am Donnerstagabend mitgeteilt. Den Rest wolle man so rasch wie möglich wegbekommen.

    Online seit heute, 18.43 Uhr „Um den Wassereintritt einzudämmen, wurde eine Betonplatte an jener Stelle positioniert, wo das Wasser in den Tunnel fließt. Aktuell werden Hohlräume, die mit Wasser gefüllt sind, mit Beton ausgegossen. Dadurch wird das Gebirge verfestigt und Wasserzutritte werden verhindert. Auf der Baustelle wird vermehrt Sand aus den Wasserabsetzbecken gebaggert und abtransportiert, damit weniger Sand in den Bach kommt“, teilten die ÖBB am Donnerstag mit.
    Bei einer Begehung mit Behördenvertretern sei am Mittwoch festgestellt worden, „dass der Sand – wie angekündigt – keine Auswirkungen auf Lebewesen hat und die Situation unbedenklich ist. Der Sand schaut leider nicht schön aus und sorgt daher für Irritation/Besorgnis in der Bevölkerung“. Die ÖBB seien „angehalten, dies raschest zu ändern – und das wollen wir selbstverständlich auch tun“.
    Die weißen Bäche in und rund um Gloggnitz sorgen seit Tagen für Aufregun. Foto: ORF/Katharina Sunk

    Trübung soll in zwei Wochen komplett verschwinden

    Sobald die genannten Maßnahmen vollends greifen, werde kein Wasser mehr an dieser Stelle austreten und somit kein Sand mehr in die umgebenden Bäche gelangen, so die Bundesbahnen weiter. „Die Trübung wird verschwinden.“ Bis der Sand in den Flüssen der Umgebung letztlich komplett ausgespült ist, soll es maximal zwei Wochen dauern.
    Betont wurde seitens der ÖBB auch, dass „bis jetzt kein einziger Fisch wegen des sandigen Wassers verendet“ sei. Die Fischzuchtanlage eines Fischereivereins sei seit zwei Monaten geschlossen. Dieses Vorgehen sei einvernehmlich erfolgt. Der Verein bekomme von den ÖBB eine jährliche Entschädigung auf Basis eines Gutachtens. Dass die Fische im laufenden Gewässer ebenfalls nicht gefährdet seien, hätten am Mittwoch unabhängige Gutachter bestätigt.
    Die weißen Bäche in und rund um Gloggnitz sorgen seit Tagen für Aufregung. Mehrere Bürgerlisten hatten drauf aufmerksam gemacht. Fischer befürchteten, dass die Langzeitfolgen für die Fische in den Bächen nicht abschätzbar seien. Die Stadtgemeinde Gloggnitz erstattete Anzeige bei der Polizei. Das Land kündigte am Mittwoch ein umfassendes Gewässermonitoring an.
    noe.ORF.at/Agenturen
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  • Neu

    Weiße Bäche untersucht: Keine chemischen Schadstoffe

    Die Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen hat am Freitag erste Analyseergebnisse jener Bäche veröffentlicht, die durch Arbeiten am Semmering-Basistunnel verunreinigt wurden. Es seien „keine chemischen Schadstoffe nachweisbar“. Fische könnten aber geschädigt werden.

    Online seit heute, 15.41 Uhr Das Wasser des Göstritz- und des Auebachs in Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen) war – und ist teilweise immer noch – milchig-trüb. Schuld sind Arbeiten am Semmering-Basistunnel. „Das Wasser löst teilweise Sand aus dem Gebirge und führt es mit sich“, erklärte ÖBB-Sprecher Karl Leitner die Gründe für die Situation.
    Am Mittwoch hatte Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) ein umfangreiches Gewässermonitoring angeordnet. Am Freitag veröffentlichte die Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen die ersten Ergebnisse. Es seien „keine chemischen Schadstoffe nachweisbar“. Gefährdungen für Menschen und Säugetiere bestünden nicht, Schädigungen von Fischen seien aber dennoch nicht ausgeschlossen, hieß es.
    Verunreinigung durch feine Feststoffpartikel
    Schädigungen von Wasserlebewesen entstehen allerdings laut Behörde „hauptsächlich durch mechanische Beeinflussungen“ und wirken „nicht akut, sondern erst mittelfristig“. Obwohl keine Gefährdung vorliegt, können daher Schädigungen von Fischen und Kleinstlebewesen in den betroffenen Gewässern „weiterhin nicht ausgeschlossen werden“.
    Die Aussagen beziehen sich auf am Mittwoch und Donnerstag durch die NÖ Gewässeraufsicht gezogene und von zwei Labors ausgewertete Proben, wurde seitens der Bezirkshauptmannschaft in einer Aussendung festgehalten. Die Trübungen seien demnach durch einen hohen Feststoffanteil – konkret feine Feststoffpartikel – verursacht worden. Dieser Anteil sei allerdings von Mittwoch auf Donnerstag „deutlich rückläufig“ gewesen. Die ÖBB teilten bereits am Donnerstag mit, dass die Verunreinigung um 75 Prozent reduziert wurde. Weitere Ergebnisse der Untersuchungen werden kommende Woche erwartet.
    red, noe.ORF.at/Agenturen
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  • Neu

    Tunnelbau trübte Bäche und Gemüter

    Bohrungen im Semmeringtunnel führten zu Trübungen in Bächen der Region.

    Von Tanja Barta, Philipp Grabner und Gerhard Brandtner. Erstellt am 16. Juli 2019 (04:56)
    Hier fließt der Erlbach im Raum Gloggnitz in die Schwarza ein. Der Sand bzw. Schlamm (kl. Bild) wurde bis nach Neunkirchen gespült.Fotos: Erich Santner/Einsatzdoku.at
    Glasklares Wasser ist im Bezirk Neunkirchen zur Gewohnheit geworden. Seit einer Woche sind viele Bäche und Flüsse, vor allem in der Semmering/Raxregion, aber getrübt. Getrübt durch Sand, der von der Semmering-Basistunnel-Baustelle Göstritz austritt und nach wie vor für Aufregung in der Bevölkerung sorgt. Nun sollen die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) die Situation wieder in den Griff bekommen haben. Die Trübung der Bäche bleibt aber noch für mindestens eine Woche.
    Bereits seit 30. Juni tritt Wasser im Tunnel aus. „Die Menge war damals deutlich geringer und es war noch nicht erkennbar, dass dies zu einem Problem für die Gewässerschutzanlage und in weiterer Folge für den Göstritzbach werden könnte“, so ÖBB-Sprecher Christopher Seif auf NÖN-Anfrage. Laut ihm wurden umgehend die Behörden über den Zustand informiert.
    Momentan treten aus der Baustelle rund 60 Liter pro Sekunde aus – und damit viel weniger, als von den ÖBB eigentlich erwartet. Diese rechneten nämlich gar mit einem Austritt von 300 Liter pro Sekunde. Die Wassermenge selbst wäre für den Betrieb kein Problem gewesen, nur mit dem Sand hätte man laut den Bundesbahnen nicht gerechnet. „Der mitgeführte Sand kann in der Gewässerschutzanlage nicht zur Gänze abgesetzt bzw. gefiltert werden und führt daher zu den aktuellen Trübungen im Göstritz- und Auebach sowie der Schwarza“, so Juliane Pamme von den ÖBB.
    Gefahr für Mensch oder Säugetiere hätte durch den Sand aber zur keiner Zeit bestanden. Das bestätigten auch Ergebnisse von Proben, die durch die Niederösterreichische Gewässeraufsicht über mehrere Tage entnommen wurden. „Jedoch können Schädigungen der Wasserlebewesen weiterhin nicht ausgeschlossen werden. Da diese Schädigung hauptsächlich durch mechanische Beeinflussungen entstehen, wirken diese nicht akut, sondern erst mittelfristig“, so Bezirkshauptfrau-Stellvertreter Michael Engel.
    Man müsse daher noch abwarten, ob Schädigungen auftreten. Bisher gibt es laut Engel aber keine Meldungen über ein Fischesterben seitens des Landesfischereiverbandes.
    Alternative Quelle für Trinkwasser
    In der Gemeinde Schottwien hat man sich Tage nach dem Wasseraustritt auf die Suche nach einer alternativen Trinkwasserquelle gemacht. Bisher bezieht der Ort dieses nämlich aus der Göstritzquelle. Diese hat nach dem Vorfall im Tunnel jedoch den niedrigsten Stand seit Aufzeichnungsbeginn.
    „Ich möchte die Schuld hier auf keinen Fall den Tunnelarbeiten geben. Der Wasserstand der Quelle steigt und sinkt bereits seit Jahren immer wieder. So niedrig wie jetzt war er aber noch nie. Deshalb suchen wir vorsichtshalber nach einer Alternative“, so ÖVP-Ortschef Wolfgang Ruzicka. Und dabei werden die Bundesbahnen ebenfalls gefordert sein. „Im Moment gehen die ÖBB nicht davon aus, dass ein Zusammenhang mit dem Tunnelbau gegeben ist“, so Pressesprecher Seif. Dennoch bauen die Bundesbahnen vorsorglich eine zusätzliche Wasserversorgung, damit keine Gefahr für das Trinkwasser besteht.
    Was im Rahmen des Vorfalls besonders heftig kritisiert wurde, war die Kommunikation zwischen ÖBB, Gemeinden und Bürgern. „Grundsätzlich möchten wir festhalten, dass wir mit dem Informationsfluss seitens der ÖBB in keinster Art und Weise zufrieden sind!“, so Gloggnitz‘ Listen-Bürgermeisterin Irene Gölles in einem Statement.
    Und dabei hat sie auch die Unterstützung der Bezirks-Landtagsabgeordneten hinter sich, die eine transparente Kommunikation fordern. Die ÖBB beteuern hingegen, alle Behörden und Partner umgehend informiert zu haben. „Um zukünftig umgehend informieren zu können, haben die ÖBB auf infrastruktur.oebb.at/semmering-aktuelles eine Rubrik ‚Aktuelles‘ eingerichtet“, so Seif.
    Was passierte?
    Probebohrungen
    Im gesamten Projektgebiet wurden 280 Probebohrungen bis in eine Tiefe von 850 Metern durchgeführt. Laut ÖBB lag diese Wasserader, die im Baustellenbereich Göstritz angebohrt wurde, genau zwischen den Probebohrungen.
    30. Juni
    Es trat erstmals Wasser in den Tunnel, Sand war damals noch keiner erkennbar. Die Behörden wurden laut ÖBB dennoch informiert.
    m Die Trübung
    Seit rund einer Woche sind die Bäche rund um die Gemeinde Schottwien bis in die Bezirkshauptstadt Neunkirchen durch Sand getrübt.
    5. Juli
    Die Bezirkshauptmannschaft, als auch die Niederösterreichische Landesregierung, wurden über die Trübungen informiert. Es wurden seitens der Niederösterreichischen Gewässeraufsicht mehrere Proben entnommen und überprüft.
    Die Ergebnisse
    Diese zeigten, dass die Trübung für Mensch und Säugetiere unbedenklich ist. Ein Schaden für Wasserlebewesen könnte aber entstehen.
    Was passiert jetzt?
    Die ÖBB haben die undichte Stelle im Tunnel mit einer Betonplatte abgedeckt. Hohlräume, die mit Wasser gefüllt sind, werden mit Beton ausgegossen. Bis die Trübung komplett weg ist, wird es noch rund eine Woche dauern.

    NÖN
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    16.07.2019
    Basistunnel: Arbeiter verliert nach Köpfler den Job
    Spung in den unterirdischen See im Semmeringtunnel hat Konsequenzen. Verstoß gegen alle Sicherheitsvorschriften.

    So dramatisch der Wassereintritt im Semmering-Basistunnel (NÖ) auch für die ÖBB ist, hat er auch für einen Arbeiter der dort tätigen Baufirma weitreichende Konsequenzen. Eine wenig überlegte Aktion kostete dem Mann seinen Job. Nachdem der Tunnel vor einigen Tagen durch den unerwarteten Wasseraustritt einer Quelle geflutet wurde, erklomm der Arbeiter eine Hebebühne und sprang in den unterirdischen See.
    Das Video von dem Köpfler verbreitete sich in den sozialen Medien. Am Montag bekam auch die ÖBB erstmals von der, vermutlich als Showeinlage gedachten, Einlage Kenntnis. Eine Nachfrage bei der für den Tunnelbau verantwortlichen Arbeitsgemeinschaft aus Implenia, Hochtief Infrastructure Austria und Thyssen Schachtbau lieferte die Bestätigung.
    "Das war ein Verstoß gegen alle herrschenden Sicherheitsvorschriften. Natürlich hatte das für den Mann Konsequenzen", heißt es vonseiten der Bauaufsicht. Er ist nicht mehr auf der Baustelle tätig. Auch das Arbeitsinspektorat hat sich in dem Fall eingeschalten.

    Teile des Tunnels sind derzeit geflutet. © Bild: Patrick Wammerl

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