Hyperloop & Co: Mit 1220 km/h durch die Röhre

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  • Hyperloop: "Die Leute glauben jedenfalls fest daran"

    von Patrick Dax

    Das US-Unternehmen Hyperloop Transport Technologies lud in Bratislava zu einem Ideenwettbewerb und zeigte einen Prototyp seines futuristischen Transportsystems.

    Bis in die 1960er Jahre wurden in der alten Markthalle in Bratislava Fleisch und Gemüse verkauft, heute dient das historische Gebäude im Zentrum der slowakischen Hauptstadt als Ausstellungs- und Veranstaltungsort. Zu sehen sind Fahrzeugentwürfe slowakischer Designer, alte Skoda-Modelle und - der Prototyp einer Hyperloop-Kapsel. Mit dem von Tesla-Gründer Elon Musk erdachten Hochgeschwindigkeitstransportsystem, das Kapseln mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1225 Kilometern pro Stunde durch eine Röhre jagen will, soll nach den Plänen des US-Unternehmens Hyperloop TransportationTechnologies in naher Zukunft Bratislava mit Wien und Budapest verbunden werden. Acht Minuten, ist in den Ankündigungen der Firma zu lesen, werde die Fahrzeit zwischen der slowakischen und der österreichischen Hauptstadt betragen.

    Bereits Ende des Jahres will das Unternehmen im kalifornischen Quay Valley mit dem Bau einer ersten Strecke für die futuristische Rohrpost beginnen. Derzeit würden noch Genehmigungen bei den Behörden eingeholt, erzählt Hyperloop-Chef Dirk Ahlborn der futurezone. 2019 sollen dann die ersten Passagiere durch die Röhre in den USA geschickt werden.

    Gratis-Tickets

    Wann genau die Strecke Bratislava - Wien in Betrieb gehen wird, will Hyperloop-Chef Dirk Ahlborn noch nicht sagen. Man sondiere Streckenführungen und Baugründe, erzählt der aus Deutschland stammende Gründer des US-Start-ups. Auch eine Machbarkeitsstudie habe man bereits in Auftrag gegeben.

    "Hyperloop ist mehr als eine Kapsel in einer Röhre", sagt Ahlborn. Mit dem Hochgeschwindigkeitssystem wolle man der Branche neue Geschäftsmodelle aufzeigen. Geld für Tickets will Ahlborn nicht verlangen, stattdessen will der Daten der Passagiere zu Geld machen und Zusatzdienste, wie etwa Unterhaltungsangebote,, anbieten. Der Hyperloop produziere mehr Energie als er verbrauche und habe geringe Betriebskosten, sagt der Manager: "Er kann in kurzer Zeit profitabel sein."

    Ideenwettbewerb

    Am Mittwoch veranstaltete Ahlborgs Start-up in Bratislava einen Ideenwettbewerb. Rund 40 vorwiegend jugendliche Entwickler aus der Slowakei, Österreich, Frankreich, Ungarn, Brasilien und Indien tüftelten einen Tag lang über Anwendungen, die rund um menschliche "Rohrpost"-System entstehen könnten. "Die Leute kommen auf Ideen, die wir niemals gehabt hätten", erzählt Christian Federspiel von der Softwarefirma Catalysts. Das Linzer Unternehmen richtete den "Hackathon" aus und ist für die IT des Hyperloop-Projekts verantwortlich. Vorgeschlagen wurde etwa ein "fühlender" Sitz, der mittels Vibrationen kommuniziert. Auch an einer Restaurant-Suche rund um künftige Hyperloop-Stationen wurde gearbeitet. Denkbar seien auch Dating-Apps für Reisende, erzählt Ahlborn.

    Offene Fragen

    Kritiker bemängeln, dass das Konzept von Tech-Visionär Musk zahlreiche offene Fragen aufweist. Die Erdbebensicherheit der Röhrenkonstruktion sei ebenso ungeklärt wie Notfallmaßnahmen im Brandfall oder die tatsächlichen Kosten des Unterfangens. Auch der Einbau von Toiletten soll in den Entwürfen nicht vorgesehen sein, heißt es.

    "Unsinn", sagt Bibop G. Gresta, Chief Operating Officer des kalifornischen Unternehmens. Natürlich werde es in den Hyperloop-Kapseln Toiletten geben. Der Hyperloop sei sicherer als jedes andere Verkehrsmittel. "In Notfällen können die Kapseln in weniger als sieben Sekunden komplett abgebremst werden."

    Virtual-Reality

    Wie es in der hermetisch abgeschlossenen Kapsel aussehen könnte, wird in Bratislava mit einer Virtual-Reality-Brille demonstriert. Fährt man mit dem Hyperloop, sieht man die Landschaft vorbeiziehen, allerdings auf einem Bildschirm. "Die Bilder werden aufgezeichnet und entsprechend der Wetterlage und der Tages- und Nachtzeit projiziert", erzählt Harry Hulme von der Münchner Firma Re-flekt, die das System entwickelt hat. Statt durch eine Landschaft könne man aber auch durch Filme wie "Jurassic Park" oder Videospiele fahren.

    "Stellen Sie sich die Kapseln des Hyperloops als eine riesige Leinwand vor", sagt Nolan Bushnell. Der 73-jährige Ingenieur gründete 1972 das Spieleunternehmen Atari, das jahrelang die Branche dominierte. Heute sitzt er in beratender Funktion im Verwaltungsrat von Hyperloop Technologies und denkt über Spieleangebote in den Kapseln nach.

    Noch ist vom Hyperloop nicht viel mehr zu sehen, als der Prototyp der Kapsel, Virtual-Reality-Bilder, Absichtserklärungen und futuristische Konzeptstudien. Ob das Konzept auch tatsächlich funktioniert, wurde noch nicht bewiesen. Die Chancen für die Umsetzung des Projekts könne er nicht beurteilen, sagt ein Schweizer Regisseur, der in Bratislava Szenen für einen Dokumentarfilm über die Zukunft der Mobilität dreht und dazu auch das Hyperloop-Management befragte: "Die Leute glauben jedenfalls fest daran."

    (futurezone) Erstellt am 08.07.2016, 06:00


    Quelle: KURIER
  • Von 1200 km/h auf 0 in 7 sec? Wenn tatsächlich eine solche Bremsverzögerung stattfindet, dann wird's im Fahrzeug nur aufgrund der Bremsung lauter Tote geben... Der menschliche Körper ist halt nur im besten Falle für 40G ausgelegt, für viele können aber auch schon 10G kritisch werden...
    Erst wenn das letzte Alteisen verschrottet, die letzte Nebenbahn abgerissen ist, werdet ihr sehen, dass nicht alles Gold ist, was neu ist...
  • Hyperloop One (der Konkurrent von Hyperloop Transportation Technologies) ist wohl schon am absteigenden Ast sueddeutsche.de/wirtschaft/sta…egt-sich-selbst-1.3080397
    Der erfahrene Technikchef ist weg, auch haben sich einige Manager verabschiedet. Hinzu kommen Vorwürfe, welche bei Investoren nicht so gerne gesehen werden:
    In der Klageschrift heißt es nun, dass Pishevar sich nicht besonders für den nachhaltigen Transport eingesetzt habe, sondern eher für eine bessere Gegenwart für sich und seine Kumpels.

    Einer der Vorwürfe lautet, Pishevar habe einer externen PR-Beraterin mehr als 40 000 Dollar pro Monat bezahlt. Pikant dabei: Sie war Pishevars Verlobte, vor der Verlobung soll sie 15 000 Dollar verdient haben, nach dem Ende der Beziehung dann nichts mehr - weil Pishevar aus Frust auch die berufliche Zusammenarbeit beendet haben soll. Zudem habe Pishevar seinen Bruder Afshin, einen eher unerfahrenen Juristen, als Chefjustiziar angestellt und mögliche Hyperloop-Finanziers zu Investments in seine andere Firma aufgefordert. Er soll Mitarbeiter nach Hause geschickt haben, um in der Firmenzentrale in Downtown Los Angeles wilde Partys feiern zu können. Kurz: Pishevar habe "kostbare Firmengelder verschwendet, um das eigene Image aufzupolieren, sein Liebesleben zu verbessern und die eigenen Taschen (und die von Familienmitgliedern) zu füllen".
  • Kurz: Pishevar habe "kostbare Firmengelder verschwendet, um das eigene Image aufzupolieren, sein Liebesleben zu verbessern und die eigenen Taschen (und die von Familienmitgliedern) zu füllen".

    Beste Voraussetzungen, um seriöse Investoren an Land zu ziehen. :D
    Sollte es beim Konkurrenzprojekt ähnlich lustig zugehen, werden wahrscheinlich auch unsere Ururenkel noch auf die Fertigstellung der Strecke Wien - Bratislava warten müssen.
  • Noch 35 Bewerber im Rennen um Hyperloop-Strecke

    Die Entwickler der Hochgeschwindigkeitsbahn Hyperloop haben nach eigenen Angaben 35 mögliche Standorte im Blick. Unter anderem seien Projekte in Australien, China, Indien, Großbritannien und den USA im Rennen um den Bau der ersten Strecken, wie das US-Start-up-Unternehmen Hyperloop One gestern (Ortszeit) mitteilte.

    Die 35 Bewerber seien aus einem Feld von 2.600 Teilnehmern einer Ausschreibung aus dem Jahr 2015 hervorgegangen. Geprüft würden unter anderem die Strecken Sydney - Melbourne, Shanghai - Hangzhou, Mumbai - Neu-Delhi und eine Verbindung zwischen London und Edinburgh.

    Auch elf mögliche Projektpartner in den USA seien noch im Bewerb vertreten. Nach Angaben von Firmenchef Rob Lloyd will Hyperloop One in einem ersten Schritt drei Strecken bauen. Eine erste Testanlage entsteht derzeit vor den Toren von Las Vegas.

    Über 1.200 km/h schnell

    Das Hyperloop-Konzept sieht vor, dass elektrisch angetriebene Kapseln mit bis zu 1.220 km/h durch eine Röhre mit niedrigem Luftdruck sausen. Einen ersten Praxistest, allerdings nur von Komponenten, absolvierte das System Mitte Mai. Der erste komplette Probelauf ist für die kommenden Monate geplant.

    Hyperloop One sammelte bisher 145 Millionen Euro ein. Mitte Oktober hatten die Entwickler bekanntgegeben, dass der drittgrößte Hafenbetreiber der Welt, die DP World Group aus Dubai, bei der jüngsten Investorenrunde eingestiegen sei. Die Straßen- und Transportbehörde des Emirats kündigte eine Machbarkeitsstudie zum Bau eines Hyperloops an. Zu den Geldgebern des Projekts zählen auch die französische Eisenbahngesellschaft SNCF, der US-Mischkonzern General Electric und der russische Staatsfonds RDIF.


    ORF
  • Ein sehr aufschlussreicher Artikel...

    "Die Firmen glauben an das Projekt und arbeiten gegen Aktienoptionen daran mit. Man braucht nicht hundert Millionen Euro um Personal zu bezahlen", sagt Federspiel, dessen Softwarefirma Catalysts seit zwei Jahren mit HTT kooperiert.

    Folgt der Immobilienblase eine Hyperloopblase?

    Vom Hyperloop - das System wurde ursprünglich von Tesla-Gründer Elon Musk erdacht - gibt es bislang nicht mehr als Konzeptpapiere und Absichtserklärungen. Neben HTT hat sich auch ein weiteres Start-up, Hyperloop One, der Idee angenommen. Wer sagt, das bislang nur die PR-Maschine zu dem Hochgeschwindigkeitssystem funktioniert, liegt nicht ganz falsch.

    Na wenn die PR klappt ... den Rest schafft man locker in 5 Jahren, man hat es ja in den letzten 2 Jahren auch geschafft eine Stahlröhre zu bauen und einen Transrapid "nachzubauen". (youtube.com/watch?v=PMd_QGmmkgY gefladdert von einem Futurzone-Kommentar)

    Auf die Frage, ob es den Hyperloop jemals geben werde, antwortet Federspiel: "Wenn das Projekt scheitert, dann nicht am Geld, sondern an den Regulierungsverfahren. Die sind der Knackpunkt."

    Diese bösen Regulierungsverfahren, die eine akzeptable Überlebenswahrscheinlichkeit für die Fahrgäste verlangt?

    Wann wird es soweit sein? "2020 oder 2021, es wird aber wohl Abstriche bei der Geschwindigkeit und der Energieautarkie geben", meint Federspiel: "Die Vision ist sehr hochgesteckt."

    Da man bis jetzt technisch kaum etwas umsetzen konnte, schafft man es bis dahin vielleicht auf einen Prototypen und einer kleinen Teststrecke.


    Man entwickelt wohl alles rund um das Hyperlook mit den besten Investmentstrategien, aber man vergisst komplett darauf, dass die Technik auch fertig werden sollte.
  • Jetzt kommt die Über-drüber-Technologie: Das fliegende Airbus-Auto kombiniert mit Hyper Loop!

    Fliegendes Airbus-Auto könnte an Hyperloop andocken

    11.03.17, 11:51 von Martin Stepanek

    Die fliegende Auto-Kapsel ist eines der Highlights beim diesjährigen Genfer Autosalon. Die Projektverantwortlichen sehen im futurezone-Interview viele Einsatzmöglichkeiten.

    (.....)

    Fliegende Hyperloop-Kapsel

    Im Gespräch mit der futurezone hat Italdesign-Sprecher Christian Bolognesi noch eine andere Idee: "Die Kapsel könnte zur nächsten Hyperloop-Station geflogen werden und dann mit Hochgeschwindigkeit weiterreisen." Auch wenn es sich bei dem in Genf vorgestellten Pop.Up nur um ein Konzept handelt, habe man das Transportmittel in Zusammenarbeit mit Airbus so entworfen, dass es auch tatsächlich fliegen könnte. "Die Größe der Rotoren, das Gesamtgewicht der Konstruktion, alles ist so geplant, dass es umsetzbar ist. Ich denke, dass die Technologie in sieben bis zehn Jahren soweit ist", sagt Bolognesi.

    Bei Airbus will man mit dem Projekt mögliche Antworten auf die Frage finden, wie angesichts von überlasteten Verkehrsnetzen das Reisen so reibungslos wie möglich ablaufen kann. "Schon jetzt ist der schlimmste Teil einer Flugreise die Anreise zum Flughafen bzw. der Heimweg von dort. Für Airbus ist das derzeit noch kein Kerngeschäft. Angesichts dessen, dass 2030 etwa 60 Prozent der Bevölkerung in sogenannten Mega-Citys leben werden, braucht es aber neue Mobilitätskonzepte", erklärt Mark Cousin von der Airbus Group im futurezone-Interview.


    Kurier futurezone
  • Lufthansa prüft Hyperloop-Technologie

    26. März 2017, 13:31

    Menschen und Lasten können mit der Technologie mit bis zu 1,200 Kilometern pro Stunde in einer Röhre befördert werden

    Frankfurt – Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa zeigt Interesse an einer neuen Technik für Hochgeschwindigkeitszüge. "Hyperloop ist eine wichtige Entwicklung, die wir uns genau anschauen", sagte eine Sprecherin der Airline zu einem Bericht der "Bild am Sonntag". Es habe erste Gespräche mit der Firma Hyperloop Transport Technologies (HTT) gegeben.

    Das Unternehmen will wie der Konkurrent Hyperloop One eine Technik entwickeln, bei der Züge extrem schnell durch eine Vakuumröhre sausen sollen. Die Gespräche seien jedoch nicht mehr als ein Austausch. Eine strategische Partnerschaft bestehe nicht, sagte die Sprecherin.

    Das Transportsystem geht auf eine Vision von Milliardär Elon Musk zurück. Der Vorschlag erinnert an eine überdimensionale Rohrpost, mit der Menschen und Lasten mit bis zu 1,200 Kilometern pro Stunde befördert werden sollen. Das soll etwa durch die aerodynamische Form der Wagen und den niedrigen Luftdruck möglich werden.

    Laut "Bild am Sonntag" soll die Lufthansa berechnet haben, auf welchen Strecken der Hyperloop theoretisch Flüge ablösen könnte. Dabei handle es sich um die Strecken von München nach Hamburg, Berlin und Düsseldorf sowie von Köln nach Berlin. Die Sprecherin der Lufthansa äußerte sich dazu am Wochenende nicht. (APA, 26.3.2017)


    Der Standard
  • Erste Teststrecke für den Hyperloop ist fertig

    7. April 2017, 11:40

    In der Wüste Nevadas ist die erste Röhre montiert und bereit, künftig Kapseln für den futuristischen Personentransport zu testen. Um das Projekt Bratislava–Wien ist es still geworden

    Los Angeles / Wien – In der Mobilitätszukunft spielt auch der Hyperloop, ein Hochgeschwindigkeitssystem zur Beförderung von Menschen in Kapseln, eine Rolle. Tech-Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk steckt hinter der futuristischen Rohrpost, die Menschen mit bis zu 1.200 Kilometern pro Stunde transportieren soll.

    Musk hat allerdings von Anfang an klargemacht, dass er selbst keine Zeit habe, sein Konzept umzusetzen. Es gibt bereits mehrere von Space X unabhängige Unternehmen, die Musks Idee aufgegriffen haben und kommerziell am Hyperloop arbeiten. Angesprochen fühlte sich einer von Musks eigenen Leuten, der Maschinenbauingenieur Brogan BamBrogan, einer der Gründer des US-Start-ups Hyperloop One.

    Jetzt ist das Projekt in die nächste Phase eingetreten. Hyperloop One hat nach eigenen Angaben die erste geschlossene Teststrecke in Originalgröße, genannt Devloop, in der Wüste nahe Las Vegas fertiggestellt. Die Röhre, die 500 Meter durch die Wüste Nevadas führt, hat einen Durchmesser von 3,3 Metern. In den nächsten Monaten sollen die Tests beginnen, um etwa Antriebssysteme, die Steuerung für die Kapseln und Technologien zur Erzeugung des Vakuums weiterzuentwickeln.

    Wo der erste Hyperloop unterwegs sein wird

    Nach dem von lautem Medienrummel begleiteten ersten Test eines Prototyps auf dem Gelände von Space X, Musks Raumfahrtfirma nahe dem Flughafen von Los Angeles, im Mai 2016 war es etwa still geworden. Damals testete Hyperloop One den Antrieb seines Schnellzugs.

    Musks Plan war es ursprünglich, verkehrsreiche Städte wie Los Angeles und San Francisco miteinander zu verbinden. Das wird wohl erst einmal nicht passieren. Projekte in Australien, China, Indien und Großbritannien mischten mit im Rennen um den Bau der ersten Strecken, gab Hyperloop One Anfang des Jahres bekannt. Geprüft wurden unter anderem die Strecken Sydney–Melbourne, Schanghai–Hangzhou, Mumbai–Neu-Delhi und eine Verbindung zwischen London und Edinburgh. Jetzt sieht es so aus, als würde das Start-up die Transitbahn in den Vereinigten Arabischen Emiraten bauen. Sie soll Dubai und Abu Dhabi miteinander verbinden. Bisher braucht man für die 159 Kilometer lange Strecke etwa zwei Stunden mit dem Auto.

    Bratislava und Brünn

    Auch die Nachbarn sind bekanntlich interessiert, Bratislava hatte Interesse bekundet. Die slowakische Regierung unterzeichnete dereinst einen Vertrag mit Hyperloop Transportation Technologies (das Start-up kommt ebenfalls aus den USA und ist nicht zu verwechseln mit Hyperloop One, Anm.), um das Potenzial der neuen Transportmöglichkeit auszuloten. Wien–Bratislava in acht Minuten lauteten damals die Schlagzeilen. Etwaige Strecken könnten aber auch Personen in wenigen Minuten zwischen Wien, Bratislava und Budapest transportieren. Eine für das Jahresende 2016 angekündigte Machbarkeitsstudie wurde bislang nicht veröffentlicht. Auch in Wien hat man bisher abgewinkt.

    Dafür sprang die tschechische Grenzstadt Brünn auf den Hyperloop-Hype auf. Man habe mit der zweitgrößten tschechischen Stadt vereinbart, eine Machbarkeitsstudie für das Hyperloop-System zu erstellen, sagte Dirk Ahlborn, Chef von Hyperloop Transportation Technologies, Mitte Jänner.

    Geplant sei eine Strecke zwischen Brünn und Bratislava, die gleichsam die erste internationale Hyperloop-Verbindung wäre. In weiterer Folge sei auch eine Verbindung mit Prag vorstellbar, hieß es da. (ch, rebu, 7.4.2017)


    Der Standard mit Fotos.
  • Linzer forscht an der menschlichen Rohrpost
    Susanne Dickstein- 27. Mai 2017 - 02:19 Uhr
    LINZ/ZÜRICH. Armin Herbsthofer nimmt im August an einem Wettbewerb für den "Hyperloop" von Tesla-Gründer Musk teil.



    Tesla-Gründer und Visionär Elon Musk will mit dem "Hyperloop" den Nahverkehr neu erfinden. In einer Art Rohrpost sollen Menschen in Kaspeln durch eine Vakuumröhre transportiert werden. Bild: HTT

    Es ist ein ambitioniertes Verkehrsprojekt, das Tesla-Gründer und Visionär Elon Musk mit dem sogenannten "Hyperloop" vorgestellt hat. In einer Art Rohrpost werden Menschen in Transportkapseln durch eine luftdichte Röhre befördert. Um die Arbeit am "Hyperloop" voranzutreiben, hat Musk einen Forschungswettbewerb ausgeschrieben, der im August in Kalifornien über die Bühne geht. Unter den Teilnehmern ist auch ein junger Forscher aus Linz.
    Armin Herbsthofer hat Physik an der Uni Wien und an der Eidgenössischen Hochschule (ETH) Zürich studiert und binnen vier Jahre abgeschlossen. Jetzt arbeitet der 23-Jährige bei Swissloop, einem Forschungsteam von 40 ETH-Studenten verschiedenster Disziplinen und Nationalitäten. Ziel der Jungwissenschaftler ist, einen Prototypen für den "Hyperloop" zu entwickeln und zu bauen. Finanziert wird das Non-Profit-Projekt über Sponsoring zahlreicher Konzerne wie Bombardier, Hilti und Red Bull.

    1,25 Kilometer Teststrecke
    Zum Einsatz kommt die Transportkapsel von Herbsthofers Team erstmals Ende August auf einer 1,25 Kilometer langen Teststrecke im kalifornischen Hawthorne. Dort ist der Firmensitz des Raumfahrtunternehmens SpaceX, das der exzentrische Milliardär Elon Musk (Paypal, Tesla) gegründet hat.
    Der Unternehmer hat renommierte Universitäten aus der ganzen Welt zu seinem Hyperloop-Wettbewerb eingeladen. Die ETH-Mannschaft steht unter anderem in Konkurrenz zu den Technischen Hochschulen in München, Delft und dem US-amerikanischen Massachusetts Institute of Technology (MIT). Sieger des Wettbewerbs ist jenes Team, dessen "Hyperloop" die Teststrecke am schnellsten heil überwindet. Der Test erfolgt natürlich ohne Passagiere.

    Zürich–Genf in 15 Minuten
    "Unser Endziel ist eine Geschwindigkeit von 1200 Kilometern pro Stunde", erzählt Herbsthofer. Die Wegstrecke von Zürich nach Genf könnte damit in einer Zeit von 15 Minuten bewältigt werden.
    Beim Wettbewerb würden aber zunächst rund 600 km/h angepeilt. Der Swissloop schwebt dabei mittels Magnet auf einer Alu-Schiene. "Wir haben keinen Zug gebaut, sondern eine Kapsel – vergleichbar einer menschlichen Rohrpost", sagt Herbsthofer. Doch allein der Transport des Swissloop von Zürich nach Hawthorne ist eine logistische Herausforderung. Die Kapsel muss für den Flug zerlegt und vor Ort aufgebaut werden.
    Mit der Teilnahme an Musks Wettbewerb erfüllt sich für den Linzer Forscher ein Traum. "Elon Musk ist ein Vorbild für mich, weil er etwas für die Menschheit tut", sagt Herbsthofer, der noch in weiteren Unternehmensprojekten tätig ist. "Die ETH Zürich ist ein guter Nährboden für Firmengründer. Das wird sehr unterstützt." Laut eigenen Angaben gehen jedes Jahr 20 neue Spin-Off-Firmen aus der ETH Zürich hervor.


    OÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Um wohl wieder in den Medien zu landen, hat Hyperloop One eine neue Testfahrt durchgeführt: heise.de/newsticker/meldung/Hy…ginalgroesse-3770262.html


    ...
    Zum ersten Mal seit über 100 Jahren ist eine neue Transportmöglichkeit eingeführt worden", zitiert CNBC den Co-Gründer Shervin Pishevar: "Hyperloop ist real und ist jetzt da."
    ...
    Laut CNBC raste das Testgefährt des Hyperloops mit rund 110 Kilometern pro Stunde durch die Vakuum-Röhre in Nevada und wurde dabei für 5,3 Sekunden von dem Magnetfeld von den Rädern gehoben. ...
    Um auf die 100 Jahre zu kommen, muss man wohl die Erfindung der Magnetschwebebahn auf 1914 datieren (sollte eine bessere Rohrpost werden). Worin jetzt genau die "neue Tramsportmöglichkeit" besteht, ist noch immer unklar.

    Auf dem veröffentlichen Video würde ich es eher auf 3 Sekunden schätzen, da stellen sich natürlich die Fragen: a) Warum zeigt man nicht die 5,3 Sekunden? b) Warum diesmal im Gegensatz zum ersten Mal nicht öffentlich?

    Ist es tatsächlich schon eine "Vakuum-Röhre" oder zumindest annähernd? Beim ersten Testparcours halte ich die Wandstärke für zu gering.
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