WESTbahn will Pendler mit höheren Preisen für Pendlerfahrten vertreiben

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  • Umsatteln war der falsche Ausdruck, wusste dass gemeint war, von Beginn an.

    Welche eingeschoßigen Fahrzeuge hätten es werden sollen? Die "üblichen" Regionalfahrzeuge schlucken bei max. Länge (6-Wagen: FLIRT; Desiro, Coradia, Talent) bei der Toilettendichte und Cafe-Anzahl keine 300 Menschen. Velaro, Pendolino und co. wären einfach viel zu teuer.
    Kein Zug benötigt auf der gesamten Strecke "Verstärkung" somit müssten die Züge für sinnvolle Nutzung getrennt und wieder gekuppelt werden. Macht den Umlauf und Dienstplan unnötig kompliziert.

    Die Westbahn fährt mehr oder weniger erfolgreich nach dem Motto: "keep it simple". Eine Gefäßgröße, ein Umlauf, keine (störanfälligen) Kuppelvorgänge, etc. Die Auslastung wird alleine über den Preis geregelt, was aber bei einem Verkehrsverbund nicht Sinn der Sache ist.
  • Stimmt, bei der Gefässgrösse habe ich mich etwas verschätzt. In einen Flirt kriegst, wenn Du einen 6-Teiler nimmst,nur vier Einstiege hast und die Fahrradabstellflächen reduzierst, etwa 330 Sitzplätze hineien, aber dann hast keine Serviceflächen.

    Aber 300 müssten sich immer ausgehen. Vergiss nicht, dass alle Regionalfahrzeuge von der Anzahl der Einstiege etc anders dimensioniert sind als ein Fernverkehrsfahrzeug, da verschenkt der Kiss im Fernverkehr eh auch genug Fläche, auf Grund der Zweigeschossigkeit geht das aber nicht anders.

    Und natürlich widerspricht das dem "keep it simple", aber Du hats ja selber geschrieben: Wenn ich die Auslastung über den Preis regeln will, darf ich mich eben nicht den Verbünden an die Brust werfen...
  • KFNB X schrieb:

    Ich finde es nicht wirklich gut, da schon wieder die "böse" ÖBB der Allgemeinheit den Arsch retten muss und am Schluss vermutlich trotzdem der Böse ist.

    Müssen tut man bestimmt nicht - man nutzt die Gegebenheiten nun halt taktisch und stellt sich als Retter in der Not dar.
    Ob dieser schwachfrequentierte Bhf rechtfertigt, IC-Züge von 200 herunterzubremsen, steht auf einem anderen Blatt.
  • WESTbahn ist beim VOR nur "Mitglied light"

    WestBahn ohne VOR-Vertrag

    11.09.2013 | 08:00 |

    Verbundtarife | Bahnbetreiber hebt Zeitkarten-Zuschläge ein. Dagegen gibt es keine Handhabe, weil er kein Verbund-Vollmitglied ist.

    Von Heinz Bidner

    Wie kann ein Bahnbetreiber innerhalb der Verkehrsverbünde VOR und VVNB, die Ostösterreich abdecken, zusätzliche Aufpreise für Wochen-, Monats- und Jahreskarten verlangen? Liegt doch der zentrale Grundsatz darin, dass Fahrgäste die Öffis aller Mitgliedsunternehmen in dieser Region zum selben Tarif nützen können.

    Hohe Anlaufverluste, 2015 soll Gewinn bringen

    Wie das doch funktionieren kann, wird die WestBahn ab dieser Woche auf der Westbahnstrecke vorzeigen. Pendler mit Zeitkarten werden nun in den Hauptverkehrszeiten zusätzlich zu Kasse gebeten (siehe unten, „Neue Aufschläge“).

    Die Begründung: Die Pendlerflut – 90 Prozent der Fahrgäste – wäre seit der ausgeweiteten Parkraumbewirtschaftung in Wien wirtschaftlich nicht darstellbar. Standardkunden, die weitere Strecken mit den WestBahn-Fernverkehrszügen zurücklegen würden, fänden keinen Platz. Und vom Verkehrsministerium gibt es auf der eigenwirtschaftlichen Westbahnstrecke keine Zuschüsse. Der mehrheitlich private Bahnbetreiber hat hohe Anlaufverluste und will 2015 erstmals Gewinne schreiben.

    „Die WestBahn ist derzeit ein Verbund-Light-Partner, der noch keine Vollmitgliedschaft hat. Dadurch gibt es noch keinen unterschriebenen Vertrag, den man brechen könnte“, erklärt VOR-Geschäftsführer Wolfgang Schroll gegenüber der NÖN.

    „Light“ bedeute, dass es zwar Vereinbarungen zur Einnahmenaufteilung aus den Ticketverkäufen gäbe. In den regelmäßigen Sitzungen der Tarifpartner (ÖBB, Wiener Linien, Badner Bahn, VOR), wie dem Tarifausschuss, wäre die WestBahn aber nicht dabei.

    WestBahn drohen Konsequenzen im VOR

    „Die Frage nach Maßnahmen wie Strafaktionen stellt sich für uns nicht“, meint Schroll. Weniger Pendler würden ohnehin weniger Geld aus der Einnahmenaufteilung bedeuten.

    Konsequenzen könnte es aber dennoch geben. „Sie haben an uns einen Antrag gestellt, Vollmitglied zu werden“, sagt der VOR-Chef. Dazu gehöre aber das Anerkennen der Spielregeln: „In dieser Partnerschaft ist nicht vorgesehen, so einen Zuschlag zu kassieren. Jetzt müssen wir partnerschaftlich entscheiden, wie wir damit umgehen. Akzeptieren wir es oder nicht? Ich kann es mir schwer vorstellen.“

    Bei der WestBahn sieht man das anders: Von Beginn an wäre der Vollbeitritt zum VOR und VVNB verweigert worden. Deswegen sei man nach wie vor nur ein „Light-Mitglied“.

    ÖBB planten neuen Halt Tullnerfeld schon länger

    Die ÖBB reagieren nun auf die WestBahn-Aktion und weiten mit dieser Woche ihr Zugangebot aus. Damit halten zusätzlich 15 InterCity-Züge in Richtung Wien am Bahnhof Tullnerfeld. Diese Fahrtrichtung wurde bislang vornehmlich von WestBahn-Zügen bedient.

    Wieso ging das jetzt so schnell? „Aufgrund der laufenden Rückmeldungen aus dem heurigen Jahr war ohnehin geplant, ab Dezember die IC-Züge in beiden Richtungen im Tullnerfeld halten zu lassen und die Vorbereitungen für diese Änderung waren bereits weit gediehen“, erklärt ÖBB-Sprecher Christopher Seif. Mit Fahrplanwechsel ab 15. Dezember sollen zudem vier weitere, täglich verkehrende ÖBB-InterCitys in Tullnerfeld stehen bleiben.

    Neue Aufschläge:

    Gültigkeit. Mit diesem Montag hebt die WestBahn bei VOR- oder VVNB-Zeitkarten auf der Westbahnstrecke in NÖ und Wien Aufschläge ein. Und zwar dann, wenn der Zustieg vor 9 Uhr (Mo - Fr), zwischen 15.30 und 19 Uhr (Mo - Do) bzw. zwischen 13.30 und 19 Uhr (Fr) erfolgt. Ausgenommen sind Schüler, Lehrlinge und Top-Jugenticketkunden.

    Zusatzkosten. Zwei Euro pro Fahrt werden auf den Abschnitten Wien (Westbahnhof) - St.Pölten, St.Pölten - Amstetten, Tullnerfeld - Wien, Amstetten - Tullnerfeld, St.Pölten - Tullnerfeld und innerhalb Wiens fällig. Im gesamten Bereich Wien-Amstetten sind es drei Euro. Man kann für den Bereich Wien-Amstetten alternativ pauschal 69 Euro in Form einer Monatsaufpreiskarte bezahlen. Auf kürzeren Abschnitten gilt derselbe Betrag. Zur Relation: Eine VOR-Monatskarte Wien-St. Pölten kostet 111,50 Euro, eine für die Kernzone Wien 47 Euro.


    Quelle: NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • WESTbahn beschädigt sich selbst

    WestBahn verliert ihr gutes Image

    Heinz Bidner über die fragwürdige Förderkulisse bei der Unterscheidung zwischen Nah- und Fernverkehrszügen.

    Schon vor Start im Dezember 2011 kämpfte die WestBahn gegen empfundene Schikanen von ÖBB und Verkehrsministerium. Die Sympathien waren ihr sicher. Jetzt hat sie ihr Image durch die angekündigten Zuschläge auf Zeitkarten schlagartig ruiniert.

    Dass die WestBahn keine Zuschüsse vom Ministerium bekommt, wie sie nun beklagt, ist lange bekannt. Denn vor ihrem Start wurde die Westbahnstrecke – interessanterweise als einzige in Österreich – im Fernverkehr als eigenwirtschaftlich definiert. Somit erhält hier kein Bahnbetreiber öffentliche Gelder, weil die hohe Fernreisendenzahl genug Einnahmen ermöglichen sollte. Die ÖBB tun sich da leichter. Sie bekommen für ihre hier eingesetzten Nahverkehrszüge sehr wohl Zuschüsse, die sie intern umlenken können.

    Die WestBahn führt aber nur Fernverkehrszüge, die abschnittsweise auch eine Nahverkehrsfunktion erfüllen. Die wachsenden Pendlerströme fallen ihr nun auf den Kopf. Klar, es ist unfair, dass es da keine Kompensationszahlungen gibt. Gäbe es sie, müssten sie aber auch für ÖBB-Fernverkehrszüge gelten. Trotzdem: Der Streit darf nicht auf dem Rücken der Pendler ausgetragen werden.


    Quelle: NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • interessanterweise als einzige in Österreich
    Was ist daran interessant? Wenn man den Zug nicht nur von Präsentationen durch den Landeshäuptling kennen würde, wäre es einem auch verständlich, warum dies nur auf der Westbahn der Fall ist.

    Sie bekommen für ihre hier eingesetzten Nahverkehrszüge sehr wohl Zuschüsse, die sie intern umlenken können.
    Wenn dies ach so gewinnbringend ist, warum bietet dann die Westbahn keinen Regionalverkehr an? Das steckt wohl keinen Recherche dahinter...
  • Von wegen ins Handwerk pfuschen... - so sind die Züge wenigstens zwischen St. Pölten und Wien immer voll! Ohne Pendler, wenn sie nur Fernverkehrs-Gäste hätten, wären die Züge eh immer leer. Außer Freitag abend, wenn die Schnorrer-Studenten Richtung Bundesländer fahren, und Sonntag abend, wenn sie wieder nach Wien ins Studentenheim zurückfahren. Dann würden wir wahrscheinlich die 26. Neuauflage des 9-Euro-Superspezialtickets erleben. Denn selbst nach dem Start, wo viele Leute aus Neugier mal die Westbahn ausprobiert haben, waren die Züge nur durch die Schleuderaktionen halbwegs voll.
  • Im Windschatten des Pendlerzuschlages wurde die Preise für die Fahrradmitnahme erhöht. Bei Onlinebuchung vor Fahrtantritt von 3 auf 5 Euro, ohne von 5 auf 10 Euro.

    Hannibal schrieb:

    Denn selbst nach dem Start, wo viele Leute aus Neugier mal die Westbahn ausprobiert haben, waren die Züge nur durch die Schleuderaktionen halbwegs voll.

    An sommerlich sonnigen Tagen waren die Züge Montag bis Donnerstag schon gut besetzt mit den 9 Euro Trafik-Aktiv Tickets für alle ab 60. Wurden ebenfalls teurer.
    Geht so vorbildlich behutsam und nachhaltig die Generation Dummgans mit der Umwelt zwischen den Schulstreiks (warum keine Ferienstreiks?) für das Klima um?
  • Die Westbahn ist nur attraktiv, weil sie bisschen günstiger ist.

    dass die Westbahn mit den Pendlern nicht richtig glücklich wird, versteh ich auch.... ich hab schon oft erlebt, dass es zwischen Wien und St. Pölten nur mehr Stehplätze gab, und das selbst für Schwangere od. Ältere, da wird von den mit der Situation überforderten West-Stewards auch keine Rücksicht genommen.

    Das Kernproblem ist aber mMn weniger die Auslastung, man sollte froh sein dass so viele da einsteigen, nein, vielmehr die Tatsache, dass man zu jeder Tageszeit nur mit Einfachgarnituren fährt, weil ma zuwenig Züge hat. In den HVZ könnte man ruhig Doppelgarnituren führen, somit wär das Problem gegessen. Aber dafür hat die West kein Geld.

    Allerdings, die ÖBB ist da um keinen Deut besser. Selbst an starken Reisetagen werden RJ einfach geführt, und wer keinen Platz bekommt, muss wieder aussteigen. Ist mir auch schon passiert, auf der Südbahn.
    Da kosten wahrscheinlich Schleuderwagen zu viel? (oder man hat gar nicht mehr die Anzahl an Verstärkerwagen, was ich auch für möglich halte).....

    Auf jeden Fall, zufriedenstellend ist die Situation nicht gerade, bei keinem EVU....
  • Fazit nach einer Woche Pendler-Zuschlag

    Passagierzahlen seit einer Woche in Bewegung

    Seit einer Woche verlangt die Westbahn von Zeitkartenbesitzern des Verkehrsverbundes Ost-Region (VOR) Zuschläge, wenn sie während der Hauptverkehrszeiten die Züge benützen. Das wirkt sich auf die Passagierzahlen der Westbahn und den ÖBB aus.

    Viele Pendler sind demnach in der letzten Woche wieder auf die ÖBB umgestiegen. Speziell vom Bahnhof Tullnerfeld nach Wien sind die Wochen-, Monats- und Jahreskartenbesitzer fast zur Gänze aus den Waggons der Westbahn verschwunden, sagt Erich Holzer*), der Geschäftsführer der Westbahn - vermutlich auch deshalb, weil seit der Vorwoche zusätzlich 15 Inter-City Züge der ÖBB Richtung Wien im Bahnhof Tullnerfeld Halt machen.

    Zwei Euro Zuschlag von St. Pölten nach Wien

    Die Westbahn verlangt auf der Strecke St. Pölten-Wien zwei Euro, von Amstetten nach Wien drei Euro. Am Morgen ist von Amstetten und St. Pölten nach Wien der Passagierschwund in der Westbahn geringer. Nach der Arbeit steigen aber viele Bahnpendler doch wieder bei der Heimfahrt in die zuschlagfreie ÖBB ein.

    Westbahn zeigt sich gesprächsbereit

    Seitens des VOR wünscht man sich, dass die Westbahn im Gegensatz zur derzeitigen Teilmitgliedschaft ein Vollmitglied des VOR wird, denn dann sollte es keine Aufschlagszahlungen mehr geben.

    Die Westbahn sei grundsätzlich bereit, allerdings nur, wenn sie dann vom Bund finanziell mit den ÖBB gleich ausgestattet wird. Ansonsten könne sich Westbahn-Geschäftsführer Holzer*) für sein Unternehmen auch ein Parallelmodell zum VOR vorstellen.


    *) Meines Wissens nach und auch laut WESTbahn-HP heißt der Geschäftsführer Erich Forster und nicht Holzer.

    Quelle: ORF NÖ
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Am Morgen ist von Amstetten und St.
    Pölten nach Wien der Passagierschwund in der Westbahn geringer. Nach der
    Arbeit steigen aber viele Bahnpendler doch wieder bei der Heimfahrt in
    die zuschlagfreie ÖBB ein.
    Ist wohl eine Optimierung des Geschäftsmodells: Richtung Wien (alle FV-Gäste haben schon einen Sitzplatz) dürfen sie zusteigen, aber in die andere Richtung sollen sie die ÖBB-FV-Gäste vergraulen. Das schlimme daran ist, dass die ÖBB (oder doch das BMVIT) auch noch mitspielt. ;(

    Die Westbahn sei grundsätzlich bereit, allerdings nur, wenn sie dann vom Bund finanziell mit den ÖBB gleich ausgestattet wird.
    Dann sollen sie halt auch ein paar Nebenbahnen übernehmen, die ÖBB hat sicherlich welche zum Abgeben.

    Ansonsten könne sich Westbahn-Geschäftsführer Holzer*) für sein Unternehmen auch ein Parallelmodell zum VOR vorstellen.
    Ein privater Verkehrsverbund für Westbahn und Blagus? Das könnte spannend werden.