Innsbruck: Straßenbahnerweiterung wieder in Frage gestellt

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Innsbruck: Straßenbahnerweiterung wieder in Frage gestellt

    Tauziehen um Straßenbahnerweiterung

    Das politische Tauziehen rund um die umstrittene Straßenbahn-Erweiterung im Westen Innsbrucks geht weiter. Die Planung bzw. Umsetzung des Projekts verzögert sich massiv. Jetzt ist viel Überzeugungsarbeit gefragt, wenn man das Projekt doch umsetzen will.

    Über elf Millionen Euro kostet laut aktueller Schätzung die Anbindung der Peerhofsiedlung - gegenüber Innsbrucks Flughafen - an das moderne Innsbrucker Straßenbahnnetz. Zuletzt regte sich Widerstand der Anrainer gegen das Projekt. Argumentiert wurde mit dem Verlust von Parkplätzen, der Zerstörung einer Wohnstraße sowie mit der Sicherheit für Kinder.

    Sinnhaftigkeit und Kosten als Gegenargumente

    IVB, Bürgermeisterin und Verkehrsstadträtin warnen nach dem überraschenden NEIN des Gemeinderates vor massiven Folgekosten durch neuerliche Umplanungen, die die Straßenbahn-Erweiterung schon jetzt um ein Jahr verzögerten. Die grüne Verkehrsstadträtin Sonja Pitscheider betont zur jüngsten Diskussion über Bus statt Straßenbahn in die Peerhofsiedlung, dass dies auf lange Sicht die beste Lösung für die dort lebende Bevölkerung sei.

    Für Innsbruck-Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer hofft immer noch, Gemeinderat und Bürger zu überzeugen, dass der Straßenbahn-Ausbau richtig sei. Abgesehen von der Sinnhaftigkeit des Projekts, würde Kosten von 1,5 Mio. Euro verloren gehen, wenn der Bau nicht realisiert werden würde, so Oppitz.

    Gemeinderat stoppte Projekt

    Ursprünglich hätten die Bauarbeiten schon im Frühjahr 2014 beginnen sollen. Dann aber haben SPÖ, ÖVP, FPÖ, Liste Federspiel und der Pirat im Innsbrucker Gemeinderat die aus ihrer Sicht gerechtfertigte verkehrspolitische Notbremse gezogen.


    Quelle: ORF Tirol
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Argumentiert wurde mit dem Verlust von Parkplätzen, der Zerstörung einer Wohnstraße sowie mit der Sicherheit für Kinder.
    Bei solchen Aussagen stellt es mir immer die Nackenhaare auf. Wozu braucht man Parkplätze? Für die heilige Kuh des Österreichers! Und wie viele Kinder werden durch selbige und wie viele durch Straßenbahnen verletzt?
  • Bei solchen Aussagen stellt es mir immer die Nackenhaare auf.

    Mir auch. Aber nicht nur bei den Aussagen der Bewohner der Siedlung, die bei ihrer Ablehnung der Straßenbahn aus purem Eigennutz gegen diese argumentieren. Auch die untenstehende Aussage der den Grünen angehörenden Verkehrsstadträtin, dass eine Autobusanbindung der Siedlung langfristig die bessere Lösung sei, lässt bei mir die Grausbirnen aufsteigen. In fast ganz Europa und sogar in den autoaffinen USA erlebt die Straßenbahn eine Renaissance, nur eine grüne Stadtpolitikerin findet den Autobus als die langfristig bessere Lösung:
    Die grüne Verkehrsstadträtin Sonja Pitscheider betont zur jüngsten Diskussion über Bus statt Straßenbahn in die Peerhofsiedlung, dass dies auf lange Sicht die beste Lösung für die dort lebende Bevölkerung sei.

    Weitsichtiges Denken interpretiere ich jedenfalls anders.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Auch die untenstehende Aussage der den Grünen angehörenden Verkehrsstadträtin, dass eine Autobusanbindung der Siedlung langfristig die bessere Lösung sei, lässt bei mir die Grausbirnen aufsteigen.
    Das war bei mir auch die erste Reaktion. Nachdem ich aber dann gelesen habe, dass die Grünen bei der "Notbremse" nicht dabei sind, glaube ich, dass der Satz ein Mal zu oft umgeschrieben wurde und sich das "dies" auf die Straßenbahn bezieht.

    Leider äußert sie sich in ihrem Blog (sonjapitscheider.at) nicht dazu, aber es gibt dort eine Telefonnummer zum anrufen (falls jemand möchte). Auch auf der Grünen Seite von Innsbruck schweigt man dazu. Nur beim Erfinder des Brick Busses (nicht vergessen, der wird ab 2019 in Serie produziert :D ) finde ich ein klares Ja der Grünen zur Bim: prachensky.com/michael/projekt…Elektroauto/brick_bus.php

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von KFNB X ()

  • ÖVP jetzt für Peerhof-Straßenbahn

    Im Innsbrucker Gemeinderat gibt es eine neue Mehrheit für den Straßenbahn-Ausbau in die Peerhofsiedlung. Nach einer Befragung der Anwohner wird die ÖVP für den Straßenbahnausbau stimmen. Ende 2013 hatten SPÖ und ÖVP dagegen gestimmt.

    Auf der einen Seite standen Unterschriften gegen eine Straßenbahnanbindung, auf der anderen Seite Anrainer, die auf eine Tramanbindung hoffen. Die Kontroverse sorgte auch für politische Verwerfungen, weil Ende 2013 die SPÖ im Innsbrucker Gemeinderat „Nein“ sagte und es damit keine Mehrheit mehr für den Ausbau der Straßenbahn in die Peerhofsiedlung gab. Verzögerungen im Ausbau waren damit fix und es gab auch Befürchtungen, dass der Straßenbahnausbau in andere Stadtteile dadurch ebenfalls einen Dämpfer bekommt, sollte es Widerstand in der Bevölkerung geben.

    Befragung ergab Mehrheit für Straßenbahn

    Die ÖVP als größte Oppositionspartei in der Stadt wollte vor einer neuerlichen Abstimmung die Bevölkerung in der Siedlung selbst befragen und ging in den letzten Wochen von Haushalt zu Haushalt. Diese Basisbefragung der Volkspartei ergab eine 55-prozentige Mehrheit für einen Straßenbahnausbau. Die Volkspartei wird damit für die Erweiterung der Straßenbahn bis in die Peerhofsiedlung stimmen, wenn das Thema Ende Februar neuerlich in den Innsbrucker Gemeinderat kommt. Zusammen mit der Liste „Für Innsbruck“ und den Grünen ergibt das eine Mehrheit.

    Verbunden ist diese ÖVP-Zustimmung allerdings mit Kritik an der Stadtspitze und den Innsbrucker Verkehrsbetrieben: Wäre die Bevölkerung früher eingebunden gewesen, wären das Hick-Hack um den Ausbau und die Zeitverzögerung zu vermeiden gewesen, sagt der Innsbrucker ÖVP-Chef Franz Gruber.


    Quelle: ORF Tirol
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • KFNB X schrieb:

    Nur beim Erfinder des Brick Busses (nicht vergessen, der wird ab 2019 in Serie produziert :D ) finde ich ein klares Ja der Grünen zur Bim: prachensky.com/michael/projek…o/brick_bus.php

    Leider erst heute gesehen :(
    Aber dieser Prachensky ist ja schon durch seine TALPINO-Phantasien u.a. zur Untertunnelung zwischen DE und IT auffällig geworden. Dabei stieß ich darauf, daß er sich erst in 2012 Gedanken zur Verbindung von Alaska und der Russischen Föderation unter der Beringstraße gemacht hat (2. Projektidee von oben) :D
  • Es geht ja doch was weiter, nur der Titel klingt blöd, denn er suggeriert, dass wieder gestritten wird:

    Gleisbauarbeiten reißen neue Gräben auf

    Die Bauarbeiten für das Großprojekt „Ausbau Straßen- und Regionalbahn“ in Innsbruck gehen auch heuer weiter. Zwei Großbaustellen gibt es in den Stadtteilen Pradl und Reichenau, außerdem sind Arbeiten am Stadtrand und rund um die IVB-Zentrale geplant.

    Im Stadtgebiet von Innsbruck werden rund zwölf Kilometer Straßenbahn-Strecke neu gebaut, weitere drei Kilometer kommen noch in der Verlängerung nach Völs im Westen und Rum im Osten dazu.

    Sperre verkürzt Bauzeit

    Eine der beiden innerstädtischen Großbaustellen gibt es im Stadtteil Pradl, sagt Harald Muhrer, der zuständige Projektleiter bei den Innsbrucker Verkehrsbetrieben (IVB): „Die Amraserstraße ist in Innsbruck ein neuralgischer Punkt für den zu- und ablaufenden Verkehr am Morgen und am Abend. Wir haben es jetzt so gelöst, dass wir das Baufeld in der Amraserstraße - mit Ausnahme der Anrainer - frei von Verkehr haben. Das hat den Vorteil, dass wir in einem Jahr sowohl Leitungsbetriebe als auch Gleis- und Straßenbau durchziehen können. Sonst hätten wir zwei Jahre Bauzeit gehabt.“


    Grafik: IVB

    Die zweite Großbaustelle ist zwischen der Reichenauer Straße und dem Olympischem Dorf nötig: „Ab der Radetzkystraße bis hinunter ins Olympische Dorf werden IKB und TIGAS ihre Leitungen erneuern und aus dem Gleisbereich entfernen, damit wir dann im Jahr darauf unsere Gleis- und Straßenbauarbeiten durchführen können“, so Muhrer.


    Das für 2017 geplante Teilstück ist rot markiert, violett markiert ist der für 2019/20 geplante Abschnitt. Grafik: IVB

    Baustelle rund um IVB-Zentrale

    Auch am westlichen und östlichen Ende der Landeshauptstadt wird gebaut. Dort entstehen die vorläufigen Endhaltestellen der neuen Straßenbahn – im Westen in der Technikerstraße, im Osten in der Josef-Kerschbaumer-Straße im O-Dorf. Auch rund um die IVB-Zentrale ist eine Baustelle eingerichtet worden. Dort wird eine neue Remise gebaut. Deshalb muss auch in der Pastorstraße der Gleisknoten erneuert werden.

    Land Tirol und Stadt Innsbruck investieren rund 400 Millionen Euro in das Infrastruktur-Projekt Ausbau Straßenbahn und Regionalbahn. Bis zum kommenden Jahr sollen die Bauarbeiten in der Innenstadt abgeschlossen sein.


    ORF Tirol
  • Weitere Millionen für Regionalbahn-Bau

    Die Landesregierung hat am Dienstag weiteres Geld für die in Bau befindliche Regionalbahn freigegeben. In Innsbruck sollen mit Ende des Jahres alle Regionalbahn-Baustellen abgeschlossen sein.

    Weitere 15 Millionen Euro stellt die Landesregierung mit dem Regierungsbeschluss von Dienstag für die nächste Etappe des Ausbaus zwischen dem Olympischen Dorf und Rum zur Verfügung. Die Trasse soll im Bereich der Serles- und der Haller Straße zweigleisig angelegt werden. Auch die aus den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts stammende Kanalisation wird erneuert.

    Die künftige Regionalbahn im Bereich der Reichenauer Straße. Foto: Hermann Hammer

    Regionalbahn wird bis zum Bahnhof Rum geführt
    Endstation ist dann bei der ÖBB-Haltestelle in Rum. Das ist dann auch der Verknüpfungspunkt für den Regionalverkehr. Gemeinsam mit den ÖBB wird dort der Bahnhof barrierefrei gemacht und zudem eine Unterführung errichtet.

    Skizze der Regional- und Straßenbahnen in Innsbruck. Grafik: IVB

    Ab kommenden Jahr werden die Linien 2 und 5 der Regionalbahn den Betrieb in der Stadt aufnehmen. Die Straßenbahngarnituren fahren künftig zwischen Technik bzw. Peerhofsiedlung im Westen und dem Olympischen Dorf im Osten. Damit wird dann auch die Buslinie O ersetzt.

    ORF Tirol
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Ab kommenden Jahr werden die Linien 2 und 5 der Regionalbahn den Betrieb in der Stadt aufnehmen.
    Neue Regionalbahn fährt ab Jänner

    Im Jänner 2019 nimmt die Regionalbahn in Innsbruck ihren Betrieb auf. Das hat IVB-Chef Martin Baltes am Dienstag angekündigt. Gleichzeitig dürfen sich die Innsbrucker Verkehrsbetriebe über deutliche Zuwachsraten bei den Fahrgästen freuen.

    Seit Jahren wird an der Regionalbahn in Innsbruck gebaut, jetzt ist ein erstes Ende in Sicht. Am 25. Jänner werden die Linien 2 und 5 unter anderem bis ins Olympische Dorf fahren und die Kapazität auf der Strecke um 40 Prozent erhöhen, so Baltes.
    Steigerungen um über zehn Prozent
    Eine Steigerung von über zehn Prozent auf insgesamt 61,7 Millionen Fahrgäste ist den Innsbrucker Verkehrsbetrieben im vergangenen Jahr gelungen. Und die IVB haben auch treue Stammkunden, denn jeder dritte in Innsbruck besitzt ein IVB-Zeitticket. Besonders gefragt sind dabei die Semestertickets. Hier gibt es ein Plus von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
    Mittlerweile bewegen sich 74 Prozent der Innsbrucker und Innsbruckerinnen im sogenannten Umweltverbund. Das heißt, sie sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs und mit den Öffis. Schon jetzt liegen in Innsbruck die Öffis mit den Autos bei den Benutzern fast gleichauf.
    Gute Bewertung durch Kunden
    Die Kunden bewerten die IVB auch sehr gut. Österreichweit zählen sie zu den Topplatzierten. Hervorgehoben wurden in der Kundenbefragung vor allem Komfort, Bequemlichkeit und Sauberkeit der Fahrzeuge sowie Sicherheit und Ausstattung der Haltestellen.

    ORF Tirol
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Rekordzahlen bei IVB, jeder Dritte besitzt ein Zeitticket
    Hohe Erwartungen für den Start der Regionalbahn im Jänner. Geschäftsführer Baltes sieht Fortbestand der Linie 6 nicht in Diskussion.

    © thomas boehm(Symbolfoto)

    Von Marco Witting
    Innsbruck – „Die IVB bewegen die Stadt.“ Mit dem Werbeslogan des Unternehmens eröffnete BM Georg Willi (Grüne) gestern die Pressekonferenz zum Kundenbericht der Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB). Untermauert wurde die Aussage mit neuen Rekordzahlen und dem aktuellen Kundenbericht. Mit 61,7 Millionen Fahrgästen wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Bei der Kundenzufriedenheit „haben die IVB von den Fahrgästen hervorragende Schulnoten“ erhalten, wie Willi erklärte. Und die nähere Zukunft lässt für den öffentlichen Nahverkehr weitere Zuwächse erwarten.

    Über zehn Prozent Steigerung gab es 2017 bei den Fahrgästen gegenüber 2016. „Ab 25.1. wird die Regionalbahn auch ins O-Dorf fahren“, erklärte IVB-Chef Martin Baltes. Daraus ergibt sich naturgemäß die Erwartung steigender Fahrgastzahlen in der Zukunft. „Das wird eine wichtige West-Ost-Achste und in den nächsten drei Jahren geht es dann um den Bau bis Rum bzw. Völs.“ Ein wichtiger Punkt für die gesteigerte Nachfrage ist die Tarifreform, die auch Ein- und Auspendlern die Nutzung des städtischen Nahverkehrs ermöglicht. Auch hier werden sich wohl durch die zweite Ausbaustufe weitere Zuwächse ergeben. Schon jetzt ist statistisch gesehen jeder dritte Innsbrucker ab sechs Jahren Besitzer eines IVB-Zeittickets. Von 2014 bis 2017 hat sich diese Zahl von 29.000 auf 48.000 Tickets erhöht. „Aber natürlich gibt es noch Dinge, die wir verbessern müssen. Und es wird vorkommen, dass ein Bus einmal vor der Nase wegfährt. Wir arbeiten stets an diesen kleinen Dingen“, erklärte Baltes. Einem voll mit Schülern besetzten Bus war es auch geschuldet, dass der IVB-Chef kürzlich einen Flug verpasste, wie er selbst erzählte. Für Baltes kein Grund zum Ärgernis, sondern ein Zeichen, dass man auf dem richtigen Weg sei.

    Für die zuständige Verkehrsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) ist die Regionalbahn mit fast 40 Prozent mehr Kapazität zwischen O-Dorf und Technik „ein Meilenstein“. Sie sagt: „74 Prozent der Innsbrucker sind zu Fuß, mit dem Rad oder den Öffis unterwegs. Mit der Tram-Erweiterung wollen wir noch weitere Anreize schaffen.“

    Mehrfach Kritik kam in jüngerer Vergangenheit von der FPÖ rund um die Linie 6. Stadtrat Rudi Federspiel hatte die fehlenden „konkreten Planungen“ für einen Ausbau bemängelt und diesbezüglich auch eine dringende Anfrage im Gemeinderat eingebracht. „Alle Fraktionen haben sich in den öffentlichen Wortmeldungen für den Erhalt bzw. Ausbau ausgesprochen. Es fehlen aber die Planungen dafür.“ Federspiel will verhindern, „dass die 6er ein schleichender Tod ereilt“.

    Darauf angesprochen, erklärte Baltes: „Der Fortbestand der Linie 6 ist derzeit nicht in Diskussion gestellt. Ich finde es toll, dass sich eine Partei, die gegen die Regionalbahn ist, doch für ein schienengeführtes Verkehrsmittel einsetzt. Vielleicht kann man hier noch weitere Gemeinsamkeiten finden.“ Es sei hier viel versucht worden, das letztlich nicht zu einem wirtschaftlich notwendigen Erfolg geführt habe. Baltes verwies für die Zukunft der Linie auf einen entsprechenden Arbeitskreis mit dem Gemeinderat.
  • Tramlinie 6 und Diskussion drehen sich im Arbeitskreis
    Sollte die Igler Bahn eingestellt werden, müsste die Stadt laut FPÖ Millionen zurückzahlen. Der Bürgermeister will ohnehin lieber die Potenziale nutzen.

    gelesen in der TT


    © Domanig

    Rund um die Linie 6 der IVB drehen sich wieder die politischen Diskussionen.
    Foto: Archiv/Domanig

    Von Marco Witting
    Innsbruck – Weichenstellungen gab es rund um die Tramlinie 6 Richtung Igls schon viele. Arbeitskreise auch. Genauso wie Ideen. Vorerst geblieben ist die Bahn selbst, ein ausgedünnter Takt, die Angst vor dem schleichenden Tod der Strecke und politische Debatten. Die FPÖ hat in einer dringenden Anfrage jetzt eruiert, was zwischen 2006 und 2018 in die Linie 6 investiert wurde. Nach der Antwort ist für Rudi Federspiel, Stadtrat der Blauen, klar: „Das ist teilweise Geld vom Bund und würde man die Bahn einstellen, dann müsste die Stadt Millionen zurückzahlen.“ Exakt 9.672.359,49 Euro werden in der Anfragebeantwortung als Kosten von Infrastrukturmaßnahmen in diesem Bereich ausgewiesen.

    Deshalb, so sagt Federspiel einmal mehr, „muss die Igler attraktiviert werden“. Es brauche ein klares politisches Bekenntnis, die Linie fortzuführen, „eine Symbiose mit dem J und eine Anbindung an die Innenstadt“. Es brauche endlich Klartext seitens der Parteien, sagt der FPÖ-Stadtparteiobmann, der nach eigener Aussage „wenig Hoffnung“ in die Arbeitsgruppe für die Linie 6 setzt. Und Federspiel wiederholt diesbezüglich: „Mir kommt vor, man will die Bahn scheibchenweise sterben lassen.“

    Angesprochen auf die Zahlen und mögliche Rückzahlungen sagt der Chef der Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB), Martin Baltes: „Da die Stilllegung der Linie 6 bisher als echte Option nicht angegangen wurde, ist die Frage nach der Rückzahlung von Investitionsmitteln auch nicht vertiefend geprüft worden.“ Der Fortbestand der Linie sei derzeit nicht in Diskussion, hatte Baltes schon bei der Präsentation der Rekordzahlen der IVB vor wenigen Tagen erklärt. Seines Erachtens nach wäre eine Rückzahlung der Förderungen in diesem Falle „aber nicht realistisch“.

    Nach der Fahrplanumstellung habe es natürlich einen Rückgang an den Wochentagen bei den Fahrgästen gegeben. „An den Wochenenden und Feiertagen entspricht die Nachfrage ungefähr der Zahl vor der Umstellung.“ Was die Anbindung der Linie 6 an das Stadtnetz betrifft, ist Baltes deutlich. „Dafür braucht es eine zusätzliche Bahn. Das verteuert den Betrieb erheblich – ohne dass damit entsprechende Fahrgast- und Erlöszuwächse, die den zusätzlichen Aufwand decken würden, zu erwarten wären.“ Andererseits würde eine „Durchbindung“ der Linie 1 nach Igls (ohne zusätzlichen Einsatz einer Bahn) zwar auf dem Plan machbar aussehen. „Das ist in der Realität wegen der zu erwartenden Unpünktlichkeit und der Störeinflüsse aber nicht praktikabel.“ Baltes wollte der Arbeitsgruppe (Experten und die Klubs im Stadtsenat) hinsichtlich der Potenziale der Linie 6 nicht vorgreifen.

    Genau diese Potenziale wollte BM Georg Willi (Grüne) schon im Wahlkampf nutzen. Daran glaubt Willi noch immer. Er sagt: „Mein Wunsch ist es, dass wir die Tramlinie mit dem Stadtzentrum irgendwie verknüpfen und dass wir es schaffen, daraus eine Ausflugsbahn zu machen.“ Speziell das Schloss Ambras könnte so ein möglicher Anknüpfungspunkt sein – um einerseits der Sehenswürdigkeit einen noch höheren Stellenwert zu geben und andererseits die Bahn aufzuwerten. „Ich finde die Bahn lässig“, sagt er und setzt auf die Ergebnisse des Arbeitskreises.
  • Da laut IVB ein Zusammenhang besteht, passts hierher:
    TT von gestern

    Das Taktgefühl für den Bus nach Kranebitten
    Die Initiative Lebensraum Kranebitten fürchtet Verschlechterungen durch den neuen Fahrplan. Verkehrsstadträtin Schwarzl verweist auf bessere Anschlüsse.


    © Böhm (Symbolfoto)

    Innsbruck – Hildegard Auer und ihre Mitstreiter in Kranebitten sind „skeptisch“, wie es die Obfrau der Initiative Lebensraum Kranebitten (ILK) durchaus vorsichtig formuliert. Rund 100 Besucher einer Veranstaltung Anfang dieser Woche teilten diese Sorgen. Dabei ging es um die innerstädtische Buslinie LK, deren Streckenführung und den Takt.

    Seit 1997 verkehrt der LK, ausgenommen von wenigen Direktbussen, im 10-Minuten-Takt von Montag bis Freitag untertags zwischen Hötting-West und Kranebitten. Mit 25. Jänner 2019, so rechnet die ILK vor, werde es nur noch ein 15-Minuten-Takt sein. Und der Bus fährt künftig zwischen Allerheiligen und Kranebitten. „Eine Verschlechterung“, wie Auer empfindet, speziell wenn sie auf die schon jetzt kritischen Umstiegszeiten blickt, weil die Busrunde damit größer werde. „Wir befürchten, dass das einige endgültig abschrecken wird, den öffentlichen Nahverkehr zu benutzen“, sagt Auer. Dies könne nicht im Sinne der Stadt sein.

    Ihre Zweifel und Bedenken begründen die Kranebitter auch damit, dass ein verlässliches und zeitsparendes Umsteigen derzeit am Abend und am Wochenende (bei ausgedünntem Takt) schon jetzt nicht gewährleistet wird. Mit der Änderung im Fahrplan fürchtet man, dass sich die Situation weiter verschärfen könnte. Gleichzeitig lobte Auer aber das Verhandlungsklima mit den Innsbrucker Verkehrsbetrieben (IVB) und der Stadt.

    Hintergrund für die Taktänderung ist die Regionalbahn. „Wir müssen den Takt an die Tram anbinden. Es mag auf den ersten Blick schwer verständlich sein, aber letztlich wird das sogar eine höhere Anschlussgarantie bringen“, sagt Verkehrsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne), die von einem „sehr guten Klima“ bei der Versammlung sprach. Die Nachfrage erfordere nicht so einen dichten Takt, bestätigte IVB-Chef Martin Baltes. Viel wichtiger sei aber die „Qualität der Umstiege“, und die soll mit dem neuen Konzept passen. Der Dialog mit den Menschen sei „extrem positiv“ und man habe einige Hausaufgaben mitgenommen, so Baltes. Zwei bis drei Monate nach dem Inkrafttreten wolle man die Situation noch einmal evaluieren. (mw)
  • Neue Bahn und frische Leitungen in Neu-Rum
    Vor dem Bau der Trasse für die Regionalbahn stehen in Neu-Rum umfangreiche Arbeiten an Kanal und Wasserleitungen an.

    © Marktgemeinde Rum
    Neues Verkehrsleitsystem in Rum.

    Von Michael Domanig
    Rum – Für Neu-Rum ist der Ausbau der Regionalbahn vom Olympischen Dorf bis zur künftigen Endstation beim Bahnhof Rum eines der prägenden Projekte der kommenden Jahre. Und das betrifft nicht nur den Bau der neuen Trasse: Denn bevor dieser starten kann, stehen noch umfangreiche Verlegungs- und Erneuerungsarbeiten bei Kanal und Wasserleitungen an – vor allem in der Serlesstraße. Die Versorgungsleitungen „werden außerhalb des künftigen Gleiskörpers untergebracht“, erklärt BM Edgar Kopp. Insgesamt werden über 800 Meter Kanal erneuert, dazu 300 Meter an – 50 Jahre alten – Graugussleitungen.

    Am Dienstagabend beschloss der Rumer Gemeinderat einstimmig, dass das Projekt gemäß Planung umgesetzt werden soll. Bei jenen Leitungsumlegungen, die in direktem Zusammenhang mit dem Regionalbahnbau stehen, übernehmen die Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) 80,1 % der Kosten, die Marktgemeinde Rum trägt 19,9 % – rund 754.000 Euro. Weitere 496.000 Euro fallen für Hausanschlüsse und Wasserleitungen an, die nichts mit der Regionalbahn zu tun haben, aber gleich mitgemacht werden. Um bestehende Probleme bei der Ableitung von Oberflächenwässern zu beseitigen, werde überdies zwischen Kugelfangweg und Innstraße die Neigung der Straße verändert, führt Amtsleiter Klaus Kandler aus. Insgesamt hat die Gemeinde nach aktuellen Schätzungen also 1,25 Mio. Euro zu stemmen.

    Die Leitungsumlegungen in Neu-Rum beginnen im Frühjahr 2019 und werden sich laut Kandler über rund zwei Jahre erstrecken, der Gleisbau über ein weiteres Jahr. Mit einer Fertigstellung des Megaprojekts sei also 2022 zu rechnen – „vielleicht im Herbst 2021, aber da muss alles passen“. Der genaue Zeitplan werde der Bevölkerung im Frühjahr nach Abschluss der Planungen präsentiert. Während der Bauphase wird es in der Serlesstraße natürlich Sperren geben – „viele Wohnhäuser sind aber von Norden gut über die Austraße, Firmen von Süden über die Siemensstraße erschließbar“, meint Kandler.
  • Holpriger Start für neue Tram in Innsbruck
    Die Bauarbeiten für die Verlängerung der Straßenbahn ins O-Dorf gehen in die Endphase – aber bei der Lieferung der Straßenbahngarnituren hapert es.

    © Thomas Böhm
    Die Arbeiten sind fast fertig. Jetzt fehlen die Tramgarnituren.

    Innnsbruck – Es sind „keine schönen Nachrichten“ vor Weihnachten, wie auch IVB-Chef Martin Baltes konstatiert. Zwar gehen die Bauarbeiten für die Verlängerung der Tram/Regionalbahn ins O-Dorf in die Endphase. Doch bei der Lieferung von zusätzlichen Straßenbahngarnituren gibt es Verzögerungen.

    Aktuell gibt es Probe- und Schulungsfahrten auf der neuen Strecke ins O-Dorf. Der neue Abschnitt wird dann jedenfalls planmäßig mit dem 26. Jänner in Betrieb genommen. Dann nehmen auch die neuen Linien 2 und 5 den Verkehr auf und verbinden das Olympische Dorf mit der Technik und der Peerhofsiedlung im Westen Innsbrucks. So weit, so gut.

    Für die neuen Linien werden von den IVB aber auch zusätzliche Straßenbahngarnituren benötigt. Doch bis dato wurden nur sechs geliefert. Der Grund dafür laut IVB: Probleme beim Zulassungsverfahren durch den Hersteller Bombardier. „Die komplette Flotte wird voraussichtlich erst ab Mitte bis Ende 2019 zum Einsatz kommen“, sagt IVB-Betriebsleiter Harald Jösslin. Ob die Innsbrucker Verkehrsbetriebe von den Problemen erst jetzt erfahren haben? Baltes erklärt: „Dass es Probleme bei dem Zulassungsverfahren gibt, das weiß man schon länger.“ Jetzt sei aber erst klar geworden, wie es sich auswirken werde, und liege schriftlich vor. „Es ist vertraglich festgehalten, dass der Hersteller zugelassene Fahrzeuge übergeben muss“, sagt Baltes. Klar ist wohl auch, dass sich die IVB diesbezüglich schadlos halten werden. Eine Pönale sei im Vertrag vereinbart.

    Wie genau man im Betrieb mit den fehlenden Garnituren umgeht, sei noch nicht klar. Aber: 20 Busse werden auf der Linie O frei. Es könnte sein, dass es zu einem Schienenersatzverkehr kommt, sagt Baltes. Da es auf den Linien in Richtung Technik den höchsten Bedarf gebe, habe man sich entschieden, die Erweiterung planmäßig in Betrieb zu nehmen. (mw)
  • ORF Tirol schreibt auch darüber:

    Zwei neue Straßenbahnlinien in Innsbruck

    Ende Jänner werden in Innsbruck die Straßenbahnlinien 2 und 5 den Verkehr aufnehmen. Probleme gibt es aber noch mit der Lieferung der dafür notwendigen Straßenbahngarnituren.

    Derzeit werden auf den neuen Straßenbahnlinien Probe- und Schulungsfahrten durchgeführt. Am 26. Jänner 2019 wird der neue Streckenabschnitt offiziell in Betrieb genommen. Dann nehmen auch die neuen Straßenbahnlinien 2 und 5 den Verkehr auf und verbinden das Olympische Dorf mit der Technik und der Peerhofsiedlung im Westen Innsbrucks.

    Die neuen Straßenbahngleise in der Reichenauerstaße. Foto: Hermann Hammer

    In Summe wurde in der Landeshauptstadt in den letzten acht Jahren das Straßenbahnnetz auf einer Länge von fast zwölf Kilometern ausgebaut und dabei gemeinsam von Stadt und Land rund 290 Millionen Euro in Infrastruktur und Fahrzeuge investiert. Als letzter Schritt folgt die Verlängerung nach Völs bzw. Rum. Die Gesamtfertigstellung ist laut den IVB für 2023 geplant.
    14 Garnituren fehlen noch
    Für die neuen Linien werden insgesamt 20 zusätzliche Straßenbahnen benötigt. Bis dato wurden sechs neue Bahnen geliefert. „Aufgrund von Verzögerungen im Zulassungsverfahren beim Hersteller Bombardier wird die komplette Flotte voraussichtlich erst ab Mitte bis Ende 2019 zum Einsatz kommen“, sagt IVB-Betriebsleiter Harald Jösslin. Zwischenzeitlich kommt der bestehende Straßenbahnfuhrpark im Stadtgebiet auf den neuen Linien zum Einsatz.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor