[ORF Tirol] In Bayern macht man gegen die BBT-Zulaufstrecken mobil

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  • BBT-Zulaufstrecken in Bayern erst in Planung

    Die Deutsche Bahn (DB) hat am Dienstag in Rosenheim den aktuellen Planungsstand beim Bau der Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel (BBT) präsentiert. Von konkreten Trassenentscheidungen oder gar vom Baubeginn ist man in Deutschland weit entfernt.

    Seit Langem ist klar, dass die derzeitigen zwei Gleise im Inntal in Bayern nicht reichen, um eine Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene zu ermöglichen. Deshalb soll eine weitere Trasse als Zulaufstrecke zum BBT gebaut werden.
    Planungen für die Trasse am Laufen
    Der Brennerbasistunnel ist im Bau und soll 2026 fertig sein. Bei den Zulaufstrecken in Bayern ist noch nicht einmal eine Trasse fixiert. Die Planungen dort sind von massivem Widerstand der Bürger begleitet. Seit zwei Jahren schon laufen begleitend „Bürgerforen“, wo Kriterien für Planungen erarbeitet wurden.
    „Die Erarbeitung des Kriterienkatalogs und die Ermittlung der Grundlagen müssen jetzt abgeschlossen werden, damit wir den Zeitplan halten können. Auch im Projektbeirat habe ich kürzlich von Teilnehmern, den Abgeordneten aus dem Landtag und aus dem Bundestag Zustimmung gespürt im Hinblick auf ein zügiges Vorangehen“, sagt DB-Projektleiter Torsten Gruber.
    Erste Details zu Trassenführung Ende 2018


    Bis Ende 2018 will die Deutsche Bahn zumindest erste Ideen für den möglichen Streckenverlauf vorstellen. Immerhin soll dann feststehen, wo die neue Bahnstrecke nicht gebaut werden soll.
    Für den Nordzulauf zum BBT ist auch in Tirol noch ein Ausbau notwendig - und zwar von Radfeld bis zur Grenze. Hier ist zumindest bis Schaftenau schon eine Trasse fixiert. Für die weitere Planung in Tirol ist man aber von den Entscheidungen in Deutschland abhängig.

    ORF Tirol
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Erste Entwürfe für BBT-Nordzulauf präsentiert

    Montagnachmittag sind in Rosenheim (Bayern) erste „Grobtrassen“-Entwürfe für den Nordzulauf zum Brennerbasistunnel (BBT) präsentiert worden. Bis 2020 soll die Wahl der Trassen dann abgeschlossen sein, so das Ziel.

    Zwei zusätzliche Gleise werden für den Zulauf zum BBT vom Norden benötigt. Der Planungsbereich erstreckt sich vom Inntal, südlich von Kufstein über Rosenheim in Richtung München.
    Mehrere Varianten liegen am Tisch
    Nach der Präsentation der möglichen Trassen am Montag folgt nun die „Suche nach einem verträglichen Streckenverlauf mit Bürgerbeteiligung“, teilten ÖBB und DB (Deutsche Bahn) mit. Ein Blick auf die Karte lasse erkennen, wie aufgrund der Topographie und der Siedlungsräume Trassenabschnitte in Tunnels verlaufen könnten. Denkbar seien beim derzeitigen Planungsstand Trassenverläufe sowohl östlich wie westlich von Rosenheim und des Inns.
    Bürger werden bei Wahl der Trasse eingebunden
    „Zunächst geht es um grobe Entwürfe. Diese Planungen müssen nun in der zweiten Phase verfeinert werden und die Mitglieder in den Gemeindeforen können im Lauf des Dialogs weitere Trassenideen einbringen“, erklärte Torsten Gruber, Projektleiter der Deutschen Bahn. „Möglicherweise kommt am Ende eine Trasse heraus, die heute noch gar nicht als Idee existiert. Der Prozess ist offen“, fügte ÖBB-Projektleiter Martin Gradnitzer hinzu.

    Grobtrassenplaung von DB und ÖBB. screenshot/Modell Grobtrassenplanung

    Die ersten Entwürfe zu den fünf bis sieben Grobtrassen - je nach Abschnitt - seien der Auftakt für die Trassendiskussion in den Foren. Viele Umweltaspekte würden berücksichtigt. Dabei gehe es um die vielfältigen Beziehungen und Auswirkungen auf Mensch und Umwelt, auf die Wirtschaft und den Verkehr, wurde betont. Aspekte wie Landwirtschaft, Trinkwasser und Tourismus, so habe sich in den bisherigen Gesprächen herausgestellt, seien für viele Menschen vor Ort von zentraler Bedeutung.
    Kritik mit Information begegnen
    Zuletzt gab es in Bayern Proteste gegen den Bau neuer Trassen. Die Anrainer fürchteten noch mehr Belastung durch den Schienenverkehr. Deshalb wurde ein Dialogprozess gestartet. „Wir erwarten, dass viele Ängste und Sorgen weichen werden, weil wir nun - ganz anders als bisher - sehr konkret über einzelne Bereiche sprechen können“, meinten die Projektleiter Gruber und Gradnitzer unisono.
    Deutschland wurde in Tirol immer wieder dafür kritisiert, beim Bau der Zulaufstrecken zum BBT zu langsam zu sein. Das liege auch daran, dass die Bahn erst dann aktiv werden könne, wenn die Bundespolitik den Auftrag erteilt und die nötigen Finanzen zur Verfügung stellt, so Franz Lindemair, der Sprecher des Projektes Brenner Nordzulauf. In Tirol hatte das Warten auf die notwendigen Zulaufstrecken für den Brenner-Basistunnel bereits für Unruhe gesorgt.
    Platter erwartet nun Arbeiten mit Hochdruck
    Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sagte zur Präsentation der Pläne: „Ich erwarte mir nun rasche Fortschritte. Klarerweise ist es ernüchternd, dass die bayrischen Zulaufstrecken erst weit nach der Fertigstellung des BBT fertig werden. Ich verlange daher, dass Bayern in der Zwischenzeit seine Hausaufgaben macht und die aktuelle Strecke derart ertüchtigt, dass bereits mit dem neuen Brenner-Basistunnel keine Kapazitätsengpässe bestehen und die zusätzlichen Schwerverkehr-Züge über die Bestandsstrecke abgewickelt werden können.“
    Tiroler Pläne werden präsentiert
    In Tirol startete die Präsentation der Planungen für die neue Unterinntalbahn zwischen Kundl und Schaftenau am 11. Juni in Angath. Am 19. Juni werden die Pläne in Langkampfen vorgestellt. Es werden die vorliegenden Pläne ausgestellt, Experten der ÖBB stellen sich den Fragen der Bevölkerung. Wünsche, Forderungen und Bedenken können dabei deponiert werden.

    ORF Tirol
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • BBT-Zulauf: Nachbesserungen gefordert

    In Langkampfen sind die Pläne für die neue Unterinntalbahn, dem Zulauf für den BBT, präsentiert worden. Das Interesse der Bevölkerung ist groß, wie auch die Skepsis. Anrainer und Gemeinde fordern Nachbesserungen der ÖBB.

    Die Planungen sind auf österreichischer Seite schon weit fortgeschritten. Die ÖBB sind auf Infotour und haben die detaillierten Pläne jetzt für die Bevölkerung ausgestellt. Der Zulauf zum BBT zwischen Kundl und Schaftenau stößt in Langkampfen aus verschiedenen Gründen auf Widerstand.

    Das Interesse der Bevölkerung ist groß. Foto: ORF

    Trasse führt direkt am Hof vorbei
    Gottfried Schweiger hat einen Hof, an dem die geplante Trasse direkt vorbeiführt. Er fordert von den ÖBB eine Verlegung und fürchtet um seine Lebensqualität. „Meine große Hoffnung sind Bürgermeister und Gemeinderat von Langkampfen“, sagte Gottfried Schweiger: „die verfolgen ein Projekt, in dem die Trasse weiter westlich verläuft. Das wäre für meine Familie die Rettung.“ Schweiger hofft auch auf Untertsützung durch das Land Tirol und die Bauernvertretung, "weil es hier um „wertvolle, landwirtschaftliche Gründe geht“, die verbaut werden sollen. Das Projekt verhindern, will Schweiger nicht, weil man ja „sieht, was auf der Autobahn los ist“.
    Die Gemeinde sieht durch die geplante Trassenführung den Trinkwasserbrunnen in Gefahr. 60 Prozent der Langkampfner werden von dort mit Trinkwasser versorgt, so der Langkampfner Bürgermeister Andreas Ehrenstrasser.
    Mehrkosten dürfen keine Rolle spielen
    Mehrkosten für eine Änderung der Pläne dürfen keine Rolle spielen, sagt Bürgermeister Ehrenstrasser. Es gehe schließlich um die nächsten Generationen. In Langkampfen versteht man nicht, warum die ÖBB für die geplante Trasse auf landwirtschaftliche Nutzflächen zugreifen wollen und nicht auf Gründe, die den ÖBB gehören und durch das Gewerbegebiet führen.
    ÖBB beruhigt
    Robert Mosser, Pressesprecher der ÖBB, meinte, das letzte Wort sei noch nicht gesprochen, es handle sich hierbei um einen Anfangsplan, auch wenn der Verlauf der Trasse der beste sei. Bis Ende 2019 soll der Plan bei der Behörde eingereicht werden. Bis dahin sind verträgliche Lösungen gefragt.

    ORF Tirol
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Gottfried Schweiger hat einen Hof, an dem die geplante Trasse direkt vorbeiführt. Er fordert von den ÖBB eine Verlegung und fürchtet um seine Lebensqualität. „Meine große Hoffnung sind Bürgermeister und Gemeinderat von Langkampfen“, sagte Gottfried Schweiger: „die verfolgen ein Projekt, in dem die Trasse weiter westlich verläuft. Das wäre für meine Familie die Rettung.“
    Sofern die Adresse stimmt, die man im Netz findet, läuft die Bestandsstrecke direkt vor der Haustür. Sofern diese Unterlagen noch stimmen, bleibt die Bestandsstrecke vor der Tür und es kommt darunter ein Tunnel. Ich verstehe nicht, wie sich da die Lebensqualität ändern soll. Eine weiter westliche Trasse wäre wohl eine Lebensqualitätssteigerung auf Kosten der Allgemeinheit.
  • Brenner-Nordzulauf: Große Mehrheit für eine neue Bahnstrecke im Inntal

    10.07.2018

    Eine große Mehrheit der Bevölkerung im Tiroler und bayerischen Inntal befürwortet den Ausbau der Bahn.

    Dies behaupten die Bahngesellschaften DB und ÖBB, die eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben hatten. Demnach sehen 78 % der Befragten im Bahnprojekt Brenner-Nordzulauf einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Verkehrsprobleme. Das deutsche Meinungsforschungsinstitut Forsa aus Berlin hat von Mai bis Mitte Juni einen repräsentativen Querschnitt der Menschen im Projektgebiet rund um Rosenheim und im bayerischen sowie angrenzenden Tiroler Inntal befragt. Besonders ärgerlich sei für 84 % der Bewohner der Lkw-Verkehr mit seinen Belastungen. Das Interesse an den Bahn-Planungen und der Frage, wo eine
    künftige Strecke entlangführen soll, ist groß. Fast zwei Drittel der Menschen in der Region geben dies an. 57 % hätten sich bereits eine Meinung dazu gebildet. Aber auch zwei Drittel der Befragten wünschen
    sich zusätzliche Informationen zu den Planungen für ein drittes und viertes Gleis im Inntal. (cm)

    Eurailpress
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Sorge um Bahntrassenführung in Kufstein

    Aufregung gibt es im Kufsteiner Stadtteil Morsbach rund um die Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel. Entgegen den Erwartungen der Bewohner und der Stadt soll es neben einer Tunnelvariante auch Pläne für eine oberirdische Trasse geben.

    Man sei immer davon ausgegangen, dass die Zulaufstrecke in und rund um Kufstein nur unterirdisch verlaufen könne, so die Betroffenen. Bei der Präsentation der ersten Grobplanungen in Kufstein war die Überraschung groß. Es wurden zwei Varianten präsentiert.

    Hier könnte die neue Trasse verlaufen - ob oberirdisch oder unterirdisch ist offen. Foto: ORF

    Schon jetzt Belastungsgrenze erreicht
    Parallel zur Autobahn könnte die neue Bahnstrecke westlich der Stadt auch oberirdisch verlaufen und dann erst im Thierberg verschwinden. Unvorstellbar für die Anrainer rund um Ortsvorsteher Josef Wagner: „Das ist kein lebenswertes Umfeld mehr und das will ich meinen Kindern nicht zumuten. Auf einem Korridor von ca. 200 Meter Breite haben wir fünf Infrastrukturanlagen - zwei Hochspannungsleitungen, die Transalpine Ölleitung, die Gasleitung und die überlastetet Inntalautobahn.“ Zudem würden die Anrainer bei Morsbach und Zell bereits jetzt unter dem Vignetteausweichverkehr und dem Stau, verursacht durch die Grenzkontrollen, leiden.
    Auch andere Teilstrecken unterirdisch
    Man habe nichts gegen das Projekt, wenn es unterirdisch umgesetzt werde, so Wagner: „Wir wollen eine harte aber faire Diskussion mit der Politik und eine Gleichstellung mit allen anderen. Zum Beispiel sind zwischen Radfeld und Baumkirchen 34 Kilometer der Strecke untertunnelt.“
    Stadt und Land unterstützen Betroffene
    Unterstützung bekommen die Morsbacher von Bürgermeister Martin Krumschnabel: „Diese Variante durch Morsbach ist eine böse Überraschung. Jetzt ist die Politik gefragt, sich für eine Variante zu entscheiden, die die Bevölkerung schont.“
    Die Gemeinden seien in dieser Hinsicht klar zu unterstützen, heißt es seitens des Landes Tirol. Man werde das einmal mehr bei den Bundesbahnen und dem Verkehrsministerium deponieren.
    Noch sei nichts in Stein gemeiselt, so ÖBB und Deutsche Bahn. Es gehe jetzt darum, in einem Bürgerbeteiligungsprozess bis zum Jahr 2020 eine geeignete Trasse auszusuchen. Läuft alles nach Plan könnte sie 2038 fertiggestellt werden.

    ORF Tirol
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Meinungsbildung zu Bahntrasse im Unterland

    Die Bürgermeister entlang der geplanten nördlichen Zulaufstrecke des Brenner-Basistunnels haben am Dienstag bei einem Treffen mit LH Günther Platter (ÖVP) im Landhaus ihren Widerstand gegen die Trassenführung betont.

    Mitte Juni wurden in Rosenheim erste „Grobtrassen“-Entwürfe für den Nordzulauf zum Brenner-Basistunnel (BBT) präsentier. Bis 2020 soll die Wahl der Trassen dann abgeschlossen sein, so das Ziel. Doch gegen die geplante, teilweise oberirdische Trassenführung der Bahnstrecke im Unterland gibt es massiven Widerstand. Es bildeten sich Bürgerinitiativen und Resolutionen wurden beschlossen.
    Am Dienstag sprachen Bürgermeister der betroffenen Gemeinden bei LH Günther Platter und seiner Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) vor. Dabei sicherte die Landesspitze den anwesenden Ortschefs der Gemeinden entlang des Planungsraumes von Radfeld bis Schaftenau und von Schaftenau bis Rosenheim vollste Unterstützung zu, wie Platter erklärte.

    LH Günther Platter und LHStvin Ingrid Felipe versprachen den betroffenen Bürgermeistern ihre Unterstützung. Foto: Land Tirol/Berger

    Verbesserungsvorschläge bis November möglich
    Noch bis November können die Gemeinden der Projektregion konkrete Planungs- und Verbesserungsvorschläge zum vorliegenden Grobtrassenentwurf von ÖBB und Deutscher Bahn vorlegen. Dabei geht es den Bürgermeistern und Interessensvertretern vor allem darum, den größten Teil der Trasse unterirdisch zu führen.
    Wie Ingrid Felipe betonte, werde man alles unternehmen, um die ÖBB von dem gewünschten Trassenverlauf zu überzeugen. Schließlich handle es sich hier um ein Projekt für die nächsten Generationen, so Felipe.
    Bürgermeister betont ÖBB-Verhandlungsbereitschaft
    Wie der Kufsteiner Bürgermeister Martin Krumschnabel nach dem Treffen im Landhaus meinte, würden die Bürgermeister anerkennen, dass die ÖBB-Verantwortlichen weiter Verhandlungsbereitschaft signalisieren würden.
    Noch nicht am Ziel angekommen
    Man sei noch lange nicht am Ziel angekommen, umso wichtiger sei das gemeinsame Treffen mit der Landespolitik im Landhaus gewesen, so der Kufsteiner Bürgermeister.
    Auch der Bürgermeister von Breitenbach, Alois Margreiter, sieht es ähnlich: „Die Verlagerung von der Straße auf die Schiene ist grundsätzlich sehr positiv. Daran kann in Zukunft kein Weg vorbeiführen. Wir sind aber auch unserer Bevölkerung verpflichtet, uns dafür einzusetzen, dass die Rahmenbedingungen für die Menschen in den Gemeinden möglichst erträglich sind.“
    Wie die Vertreter der Deutschen Bahn und ÖBB bei dem Treffen versicherten, wolle man unter Einbindung der Bevölkerung eine für sie verträgliche Trasse finden.

    ORF Tirol
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Bahntrasse durch Angath wird unterirdisch

    Die Pläne für die neue Bahntrasse für den BBT-Zulauf im Unterland wurden verändert. Wie die Gemeinde Angath forderte, soll die Bahntrasse dort unterirdisch geführt werden. Auch in Langkampfen seien die Planungen auf einem guten Weg.

    Schwierige geologische Verhältnisse am Angerberg sorgten dafür, dass andere Möglichkeiten für die neue Bahntrasse im Unterland gesucht werden mussten. Eine Variante davon führte oberirdisch durch Angath, das störte nicht nur die betroffene Gemeinde, sondern auch die Nachbargemeinde Angerberg. Dort befürchtete man ebenfalls den Bahnlärm.
    Jetzt erklärte die ÖBB bei einem Regionaltreffen am Donnerstag, die Bahntrasse werde zur Gänze unterirdisch durch Angath geführt werden. Somit sei auch die Autobahnverlegung nicht mehr nötig. ÖBB-Projektleiter Arnold Fink erklärte, man habe in den vergangenen Wochen die Rückmeldungen genau geprüft und so eine verbesserte Planung erstellen können. Die Gemeinde Angath zeigte sich mit dem neuen Vorschlag zufrieden. Die Bauphase bringe zwar Belastungen für die Bevölkerung mit sich, eine offene Trasse hätte aber eine massive Verschlechterung der Lebensqualität für die Einheimischen mit sich gebracht, zeigte sich Bürgermeister Josef Haaser überzeugt.
    Langkampfen teilweise noch unzufrieden
    Auch Langkampfen war mit den zuletzt im Juni 2017 präsentierten Plänen nicht einverstanden. In Langkampfen sollen 20 Kilometer neue Bahnstrecke entstehen, auch ein Knotenpunkt mit der bestehenden Gleisstrecke ist hier vorgesehen. Dieser Knotenpunkt muss oberirdisch sein, die Befürchtungen der Anrainer waren aber, dass die neue Bahn deutlich höher geführt wird als die alte, und damit mehr Lärmbelastung verursacht. Jetzt teilten die ÖBB aber mit, dass die Bahn auf dem Niveau der alten Bahn fahren werde, berichtete Bürgermeister Andreas Ehrenstrasser auf Nachfrage von ORF Tirol.
    Durch eine Streckenänderung werde die Trasse weiter in Richtung Süden verschoben, und sei damit weiter vom Siedlungsgebiet entfernt, erklärten die ÖBB. Mit dieser Änderung des Streckenverlaufes könne die Gemeinde Langkampfen leben, erklärte der Ortschef. Die neue Streckenführung entspreche in etwa den Vorstellungen der Gemeinde und der betroffenen Grundeigentümer.
    Forderung nach unterirdischem Abschnitt
    Unglücklich sei man dagegen über einen Bereich von knapp 1,5 Kilometern, dort soll die Trasse nach derzeitigem Stand in einer Wanne geführt werden. Diese offene Bauweise sei für die ÖBB vertretbar, nicht allerdings für die Gemeinde, so Ehrenstrasser. Der Landverbrauch werde hier für die Gemeinde nicht erfüllt, da im Falle der Errichtung dieser Wanne die Felder zerschnitte und die Landschaft sehr start veränderte werde, das würde zu einer erschwerten Bewirtschaftung führen, so der Bürgermeister. Man könnte die Trasse auch drei Meter tiefer führen, das sei allerdings eine Kostenfrage, so der Bürgermeister.
    Er sei allerdings guter Dinge, dass sich auch dieser Punkt noch klären werde, spätestens mit der Umweltverträglichkeitsprüfung, hofft Ehrenstrasser. Nächste Woche finde in der Gemeinde Langkampfen ein Informationstreffen für Grundeigentümer, Gemeinderat und die direkten Anrainer statt.
    Fertigstellung frühestens 2032
    Laut Bundesbahnen könnte die Umweltverträglichkeitsprüfung im nächsten Jahr durchgeführt werden. Mit einer Fertigstellung des Großprojekts ist frühestens im Jahr 2032 zu rechnen. Während Österreich schon in die Planung geht, ist auf deutscher Seite noch nicht einmal die Trasse für eine neue Zulaufstrecke zum Brenner festgelegt.

    ORF Tirol
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Bahn-Plan Langkampfen: „Ist noch nicht, was wir wollen“
    Die Pläne zum Ausbau der Unterinntaltrasse wurden zwar
    überarbeitet, sorgten in Langkampfen aber erneut für Diskussionen.

    © Haun

    Von Florian Haun

    Langkampfen – Groß war das Interesse der Langkampfner an der Gemeindeversammlung am Donnerstagabend, wurde doch auch der aktuelle Stand des Projekts Unterinntaltrasse präsentiert.
    Wie berichtet, wurde der Plan nach seiner Erstpräsentation im Juni aufgrund massiver Beschwerden von Landwirtschaftsbetreibern nochmals optimiert. Geplant ist nun, die rund 500 Meter lange freie Strecke aufzulösen und in ein durchgängiges Wannenbauwerk abzusenken. Weiters werde die Trassierung an das Wegenetz und die Grundstücke angepasst, damit die Landwirtschaftsflächen nicht zu arg durchschnitten werden. Der viergleisige Ausbau ist für eine Maximalgeschwindigkeit von 230 km/h ausgelegt.

    „Es hat sich zwar schon einiges getan, aber es ist noch immer nicht das, was wir in Langkampfen wollen“, meinte BM Andreas Ehrenstrasser. Man habe bereits erreicht, dass die vorgeschriebenen Lärmwerte entlang der Trasse in der Nacht von 55 Dezibel auf 50 reduziert wurden. „Sollten künftig neue Richtlinien bezüglich Lärm kommen, wurde von uns bereits zugesagt, auch diese noch in das Projekt einzuarbeiten“, erklärte der Projektleiter der ÖBB, Arnold Fink.

    Auf die Frage, warum es zwischen der Angather Raststation und der Langkampfner Schottergrube eine offene Wanne anstelle einer Untertunnelung gebe, verwies Fink auf wirtschaftliche Aspekte. Durch die Aufschüttung des Geländes werde aber für die benachbarte Siedlung der Eisenbahnlärm auf zehn Prozent und sogar der Autobahnlärm um 80 Prozent reduziert. „Wird das Projekt gebaut, sind wir in Langkampfen nur noch von der Hälfte des Lärms betroffen“, zeigte sich der Bürgermeister optimistisch.

    Auch die Eisenbahnbrücke über den Inn von Kirchbichl nach Langkampfen kam bei der Versammlung zur Sprache. „Wir sind seit über 30 Jahren dem Lärm dieser Brücke ausgesetzt“, klagte ein Anrainer und forderte auch dort Lärmschutzmaßnahmen. Fink merkte an, dass auch hier viel Lärm wegfallen werde, wenn die lauten Güterzüge künftig auf die Neubaustrecke der Trasse verlagert werden.
    Generell könne man die Neubaustrecke lärmtechnisch nicht mit der Bestandsstrecke vergleichen, da man heutzutage mit viel moderneren Materialien bauen würde.
  • Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, wird die Wanne nur teilweise durch Ausheben hergestellt. Der Aushub wird dann so aufgeschüttet, dass jener Teil der Wanne, der über dem derzeitigen Terrain liegt, auch einegschüttet ist. Die dahinter liegende Autobahn ist dann niedriger als die Oberkante der Wanne, in der die Eisenbahn verläuft.
  • Traktoren-Demo gegen Brennerzulauf-Ausbau

    Große Demo gegen Bahnausbau in Bayern

    Im bayerischen Rosenheim findet am Montag eine Demonstration gegen den geplanten Ausbau der Bahntrasse durch das Inntal zum künftigen Brennerbasistunnel (BBT) statt. Gegner sprechen von unnötigem Flächenverbrauch.

    14 Bürgerinitiativen aus der Region haben die Kundgebung im Vorfeld eines Besuchs des deutschen Verkehrsministers Andreas Scheuer angekündigt. Mit gut 50 Traktoren wollen sie in einem Sternmarsch zum Landratsamt ziehen.
    Anrainer gegen mehr Lärm und Flächenverbrauch
    Die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig hatte Scheuer seit langem um einen Besuch gebeten, da es in der Region Gesprächsbedarf gebe. Die neue zweigleisige Bahntrasse soll die Kapazitäten zum künftigen BBT erhöhen. Durch den Tunnel unter dem Alpenhauptkamm sollen täglich bis zu 400 Züge fahren. So soll die viel befahrene Brennerroute vom Lastwagenverkehr entlastet werden. Auf der deutschen Seite fahren im Moment knapp 200 Züge. Mit den neuen Gleisen sollen auch hier doppelt so viele möglich sein.
    Die Bewohner im bayerischen Inntal fürchten damit noch mehr Verkehr und Lärm vor ihrer Haustüre; zudem werde Fläche verbraucht. Die Gegner bezweifeln auch, ob die Zahl von 400 Zügen je nötig sein wird und somit überhaupt Bedarf besteht. Dazu läuft derzeit eine Studie, die Scheuers Ministerium in Auftrag gegeben hat.


    ORF Tirol

    Ich habe noch kaum wo gelesen, dass der wesentlich gößere Flächenverbrauch beim Autobahnbau wen gestört hätte.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Brenner-Basistunnel: Nationalrat in Wien macht einstimmig Druck auf Bayern
    01. Februar 2019
    Der Nationalrat Österreichs hat sich für den Ausbau der nördlichen Zulaufstrecke des Brenner-Basistunnels ausgesprochen.
    Einstimmig wurde am 31.01.2019 ein entsprechender Entschließungsantrag angenommen. Damit appellieren die Abgeordneten an Verkehrsminister Norbert Hofer, mit dem bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder in konstruktive Gespräche einzutreten, um rasche Entscheidungen über den Ausbau zu ermöglichen. Sie reagieren in diesem Zusammenhang besorgt auf politische Aussagen in Bayern, die die Trassenauswahl nun wieder in Frage stellen. (cm)

    www.eurailpress.de
    dr. bahnsinn - der Forendoktor