Gerichtsberg-Schienen für die Wachaubahn

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  • Gerichtsberg-Schienen für die Wachaubahn

    Jene Schienen der NÖ. Südwestbahn, welche die NÖVOG im Gerichtsberg-Abschnitt abbauen ließ, sind nun bei der Wachaubahn gelandet. Am 4. 11. 2015 verkehrte aus diesem Grund auf der Wachaubahn ein von der 2143 070 der Neuen Landesbahn gezogener Schienentransportzug von Krems nach Emmersdorf. Die noch ziemlich neuwertigen Schienen sollen vorrangig zwischen der Hst. Grimsing und Emmersdorf zum Einbau gebracht werden.
    Der Abschnitt über den Gerichtsberg war in den 90er-Jahren ziemlich aufwändig saniert worden, um dann den Verkehr bereits 2004 stillzulegen und 2010 die Strecke der NÖVOG zu überlassen, die auf diesem Weg relativ günstig zu sehr brauchbarem Altmaterial kam.

    Quelle: EÖ-Heft 1/2016, S.3.
  • daniel-bd schrieb:

    Geht es denn überhaupt weiter mit der Wachaubahn? Bis jetzt ist immer noch kein Fahrplan für 2016 Online. Bei allen anderen NÖVOG Bahnen ist der Fahrplan 2016 schon fixiert und online...

    Ich glaube nicht, dass die Wachaubahn 2016 nicht fährt. Man würde wohl kaum (alt)neue Schienen verlegen, um sie dann nicht zu nutzen.
    Andererseits, die NÖVOG hat im vergangenen Sommer den Ostkopf des Bhf. Weins-Isperdorf durch ihre deutsche Infra-Baufirma durch Schienenneulage sanieren lassen, der Holzverkehr nach Lenzing wurde nach der Sommerpause trotzdem nicht wieder aufgenommen......
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Ich glaube nicht, dass die Wachaubahn 2016 nicht fährt. Man würde wohl kaum (alt)neue Schienen verlegen, um sie dann nicht zu nutzen.
    So wie die Schienenbusse die gekauft und sogar Gold/Grau lackiert wurden aber bis dato noch nie im Planmässigen Betrieb waren... ;) Wir werden sehen

    Wegen der Holztransporte habe ich Gerüchte gehört, oder wurde angedacht, dass diese (wenn das Lagerhaus erfolgreich in das Berglandcenter umgezogen ist) diese nur mehr über den Bahnhof Ybbs abgefertigt werden sollen.
  • 5047.090 schrieb:

    Na vielleicht steht ja bald Planverkehr Krems-St.Valentin bevor, wenn die Növog schon brav neue TW einkauft. :D :D

    Da müsste die NÖVOG die Strecke zuerst einmal mit viel Geld, das man nicht hat, generalsanieren. Die Strecke war ab Sarmingstein schon vor der Einstellung des PV durch die ÖBB, der eh nur mehr aus dem EZ Wachau bestand, in einem desolaten Zustand. Siehe dazu diese Führerstandsmitfahrt. Seither hat sich nichts verändert, außer dass man im vergangenen Sommer im Bereich der östlichen Bahnhofsausfahrt von Weins-Isperdorf ein paar Gleisjoche ausgetauscht hat. Siehe dazu diesen Thread, Antwort 154.
  • Ich hab heut meiner Neugier nachgegeben und die ehem. Trasse der NÖ-Südwestbahn bis Hainfeld verfolgt.

    Kurz nach dem - noch existenten - Einfahrsignal Weissenbach-Neuhaus hat man mit dem Abtrag der Strecke Richtung Hainfeld begonnen. Das Schwellenkreuz liegt etwa auf Höhe des Signals. Wie mans von anderen Strecken kennt, hat man in erster Linie klare Verhältnisse geschaffen und Schienen und Schwellen entfernt. Die Eisenbahnbrücke in Weissenbach wurde per Gitter abgesperrt. Die Mühe, auch die Lichtzeichenanlage zu entfernen hat man sich (bisher noch) nicht gemacht. So sieht es übrigens durchwegs auch entlang der demontierten Trasse aus - kaum ein Schrankenbaum wurden entfernt, sehen irgendwie fast neu aus.

    Anbei die Belegaufnahmen (werden sich dann wohl demnächst auch andernorts finden, erfahrungsgemäß)

    Die ehem. (und zugegebenermaßen ziemlich sinnlose) Hst Taßhof.
    Blick Richtung Leobersdorf


    Blick Richtung Hainfeld



    Die ehem. Hst. Altenmarkt/Triesting. Sogar einen Fahrkartenschalter gab es hier einst.
    Blick Richtung Leobersdorf - Schrankenbaum demontiert


    Blick Richtung Hainfeld - Schwellen neben der Trasse.


    ehem. EK bei Thenneberg - ohne Gleis, mit Lichtzeichenanlage
    Blick Richtung Leobersdorf


    Blick Richtung Hainfeld



    EK in Kaumberg, kurz vor dem ehem. Bf Kaumberg - ab hier ist die Strecke noch vorhanden, wenn auch unbefahrbar.
    Blick Richtung Leobersdorf


    Blick Richtung Hainfeld



    Bemerkenswert jedoch der ehem. Bf Gerichtsberg. Hier wurde ab dem Bahnhofsgebäude bis zum Tunnelportal ausgeholzt. Sogar die Fenster beim Gebäude wurden geputzt, dass Stellwerk und der Innenraum sehen äußerst gepflegt aus.
    Blick Richtung Leobersdorf: so sah der ganze Bf anno 2013 aus. Zum Tunnelportal kam man nur sehr schwer durch.


    Blick Richtung Leobersdorf: ausgeholzt.


    Blick Richtung Hainfeld



    In Hainfeld selbst wurde die Strecke zwischen Waldstraße und Hoffmannweg entfernt - teilweise nutzt eine Firma die Fläche nun als neue Zufahrt.

    Hainfeld, Gleisabschluss, Blick Richtung Leobersdorf


    Hainfeld, Gleisabschluss, Blick Richtung St.Pölten



    Herzig das Gedenktaferl bei der EK Vollbergstraße, das relativ lieblos auf eine Schwelle montiert und schon recht wackelig an die aufgrund der "stärker werdenden Konkurrenz des Straßenverkehrs" aufgelassene Strecke erinnert.


    Zwischen Kaumberg bis kurz vor den Bf Hainfeld ist die Strecke somit noch vorhanden, wenngleich - nach immerhin nunmehr 12 Jahren - teilweise von der Natur zurückerobert. So wachsen vielerorts teilweise stattliche Bäumchen aus dem Gleisbett.
  • Danke für den traurig stimmenden aktuellen Zustandsbericht über die ehemalige Südwestbahn.
    Die Mühe, auch die Lichtzeichenanlage zu entfernen hat man sich (bisher noch) nicht gemacht.

    Auf der Donauuferbahn zwischen Emmersdorf und Weins-Isperdorf ist es genau umgekehrt, das Gleis liegt noch, aber die Sicherungsanlagen sind samt EkÜs schon entfernt.
  • Fragt sich, warum man es hier nun so eilig hat - beim Gerichtsberg hat man sich 12 Jahre Zeit gelassen. Obs aber was bringt? Besteht nicht seitens EisbG die Pflicht des "Rückbaus", wenn eine Trasse endgültig aufgelassen wird?
    (wobei ich unter Rückbau immer noch was anderes verstehe, als einfach nur Schwellen und Schienen zu entfernen)
  • Schienenradler schrieb:

    Danke für die Bilder!
    Ist Euch eigentlich irgendsowas wie eine Bürgerinitiative/Verein/Gruppe, die Lobbying GEGEN den Abbau der Wachaubahn macht, bekannt...?
    Danke!

    Mir ist nichts bekannt. Bekannt ist mir hingegen, dass die Donauuferbahn im Nibelungengau weder in der Bevölkerung noch bei den lokalen Politikern einen Rückhalt hatte. Ich zitiere hier zum wiederholten Male die Aussage des damaligen ÖVP-Bürgermeisters eines hoch über der Donau gelegenen Wallfahrtsortes, der zu einer Zeit, als die Bahn noch fuhr, zu mir sagte: "Die Bahn sollte man so schnell wie möglich einstellen, damit auf der Trasse endlich ein Radweg errichtet werden kann."

    Der Nibelungengau-Abschnitt der Donauuferbahn litt stets unter der Dominanz der in diesem Bereich parallel zur Donau verlaufenden Westbahn. Das Problem verstärkte sich zudem durch den Bau der Donaubrücken in Ybbs-Persenbeug, Melk und Pöchlarn. Wer von den den nördlich der Donau gelegenen Nibelungengaugemeinden nach Wien oder Linz reisen wollte (St. Pölten war damals noch nicht so ein Thema), machte die Reise von Ybbs, Pöchlarn oder Melk über die Westbahn, aber sicher nicht mit der Donauuferbahn. Das Ergebnis ist bekannt, wenngleich die Strecke durchaus touristisches Potential im Zusammenhang mit dem Radtourismus hätte. Aber da werden in NÖ offenbar andere Prioritäten gsesetzt.
  • Nein, das mit dem Rückbau war mal. Es reicht, die Strecke zu sichern, insbesonders was Brücken und Tunnels angeht.

    Soweit mir bekannt, ist dieser Rückbau noch immer vorgeschrieben. Die Sache ist nur, dass vermutlich - so wie im Ybbstal - eine Nachnutzung als Weg vorgesehen ist und man sich somit selbiges spart. Die Rad- und Forstwege sind also nicht allzu großzügig... Hinzu kommt, dass die Definition vom Rückbau glaube ich Landessache wäre.
  • Das mit dem Rückbau war noch nie vorgeschrieben bzw. wird es immer sein, kommt drauf an, wie man es sieht.

    Es war noch nie notwendig die ganze Strecke abzutragen und das natürliche Gelände wiederherzustellen. Von der Sulmtalbahn gibt es heute noch Dämme und Einschnitte, und das mitten in den feldern und WIesen. Es wird umgekehrt IMMER notwendig sein, irgendwelche Durchlässe und anschliessende Dämme abzutragen, wenn man sie nicht ewig pflegen will, weil sich der Durchlass ja verklausen kann und somit auf der Bergseite des Durchlasses ein ungewollter Stausee entsteht. Der Bahndamm ist aber als Staudamm nicht ausgelegt und würde dann irgendwann einmal einknicken. Und wenn ein paar tauend m3 Wasser und Erdreich in den nächsten Flus stürzen, da könnte mit dem doch einiges Ungewolltes, Gefährliches passieren.
  • Auflassung einer Eisenbahn
    § 29.
    (1) Dauernd betriebseingestellte Eisenbahnen oder dauernd betriebseingestellte Teile einer Eisenbahn sind aufzulassen, sofern sie nicht weiterhin dafür vorgesehen sind, ganz oder teilweise, unmittelbar oder mittelbar der Abwicklung oder der Sicherung des Betriebes einer Eisenbahn, des Betriebes von Schienenfahrzeugen auf einer Eisenbahn oder des Verkehrs auf einer Eisenbahn zu dienen. Solange nicht aufgelassen ist, gilt § 19 Abs. 2 auch für den Inhaber der dauernd betriebseingestellten Eisenbahn oder des dauernd betriebseingestellten Teiles einer Eisenbahn. Der Inhaber der aufzulassenden Eisenbahn oder von aufzulassenden Teilen einer Eisenbahn hat der im Abs. 2 angeführten Behörde anzuzeigen, welche Eisenbahnanlagen er zu beseitigen beabsichtigt und die Vorkehrungen anzuzeigen, die er im Hinblick auf die Belange der öffentlichen Sicherheit und zur Vermeidung von Schäden an öffentlichem oder privatem Gut zu treffen beabsichtigt, die durch die aufzulassende Eisenbahn oder von aufzulassenden Teilen einer Eisenbahn verursacht werden könnten.

    (2) Bei dauernder Einstellung des Betriebes einer öffentlichen Eisenbahn oder von Teilen einer öffentlichen Eisenbahn hat der Landeshauptmann, bei dauernder Einstellung des Betriebes einer nicht-öffentlichen Eisenbahn oder von Teilen einer nicht-öffentlichen Eisenbahn hat die Bezirksverwaltungsbehörde, unter Bedachtnahme auf die öffentlichen Interessen, insbesondere auf die Belange der öffentlichen Sicherheit, von Amts wegen zu verfügen, welche Eisenbahnanlagen über die bekannt gegebenen Eisenbahnanlagen hinaus zu beseitigen und welche über die angezeigten Vorkehrungen hinaus gehenden Vorkehrungen zu treffen sind, um Schäden an öffentlichem oder privatem Gut, die durch die aufzulassende Eisenbahn oder von aufzulassenden Teilen einer Eisenbahn verursacht werden könnten, zu vermeiden, insoweit nicht ohnedies der vor dem Bau der aufzulassenden Eisenbahn oder des aufzulassenden Teiles einer Eisenbahn bestandene Zustand hergestellt wird. Ist keine behördliche Verfügung notwendig, ist dies dem Inhaber der aufzulassenden Eisenbahn oder dem Inhaber von aufzulassenden Teilen einer Eisenbahn mitzuteilen.
  • Im Prinzip ists eh egal, weil man für eine Wiederinbetriebnahme - im Falle Gerichtsberg - ohnehin neu bauen hätte müssen.

    Nur wird die Flächenwidmung vielleicht nicht gleich bleiben (außer, man macht, wie so oft, einen Radweg draus).

    Achja, übrigens:
    Von den Schienennachfolge-Postbussen war nur einer von 3 Kursen mit 2 oder 3 Personen besetzt.

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