[DE] Marschbahn: Probleme ohne Ende

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  • [DE] Marschbahn: Probleme ohne Ende

    Hamburg – Westerland: Alle NOB-Wagen abgestellt – Notfahrplan mit DB-Wagen

    14.11.2016

    Alle 90 Married-Pair-Waggons, eingesetzt durch die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) zwischen Hamburg und Westerland, sind seit dem 10.11.2016 abgestellt.
    Laut dem Aufgabenträger Nah.SH sei bei einem Fahrzeug die Kupplung gerissen, an anderen Fahrzeugen wurden anschließend Auffälligkeiten festgestellt. Damit stehen der NOB keinerlei Reisezugwagen zur Verfügung. Die Deutsche Bahn konnte kurzfristig nicht nur Triebwagen VT 628 des Sylt-Shuttle-Plus (SSP) zur Verfügung stellen, sondern auch n-Wagen. Damit wurde am 11.11.2016 ein erster Notverkehr zwischen Niebüll und Westerland aufgebaut. Im Laufe des Tages hat die DB, die den Verkehr in vier Wochen übernehmen wird, weitere Wagen nach Norden verbracht. Seitens der NOB kann laut DB auf 20 Wagen und vier VT 628 zurückgreifen. Weiter nutzt die NOB drei Dieseltriebwagen der Regionalbahnlinie Itzehoe – Heide, die eingestellt wurde. Die NOB hofft, morgen den aktuellen Baustellenfahrplan fahren zu können. Bis zum 20.11.2016 fallen wegen Bauarbeiten derzeit alle IC-Züge von und nach Westerland aus. (cm)


    Quelle: Eurailpress
  • NOB: Zustand für Sylt-Pendler laut Bürgermeister skandalös

    NOB-Chaos: Sylts Bürgermeister warnt vor Kollaps

    Stand: 18.11.2016 11:22 Uhr

    Bürgermeister Nikolas Häckel fordert eine kurzfristige Lösung, damit der Zugverkehr nach Sylt wieder problemlos läuft.

    Der Sylter Bürgermeister Nikolas Häckel (parteilos) hat auf NDR Info deutlich gemacht, wie stark die Insel unter den derzeitigen Problemen bei der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) leide. Häckel zufolge sind rund 4.500 Pendler, die täglich auf die Insel fahren, von den Zugausfällen betroffen und kommen zurzeit nur schwer nach Sylt. Viele Fahrgäste passten nicht in die verbleibenden Züge oder seien eingepfercht wie Vieh in einem Transporter. Auch eine Anfrage beim Land habe bisher nichts ergeben.

    Der Bahnverkehr zwischen Hamburg und Sylt ist seit einer Woche schwer gestört. Die NOB hat aufgrund einer defekten Kupplung 90 Waggons aus dem Verkehr genommen. Die Überprüfung der Waggons wird voraussichtlich noch einige Wochen dauern. Die Kommunen entlang der Strecke in Schleswig-Holstein sprechen von unzumutbaren Zuständen und machten ihren Ärger in einem Schreiben an den Nahverkehrsverbund und an das Land deutlich. Der Verkehrsverbund versprach Abhilfe. Geschäftsführer Bernhard Wewers erklärte, die NOB tue alles, um genügend Wagen für die Züge zu organisieren. Das sei jedoch eine große Herausforderung.

    Auch überregional Lösungen suchen

    Häckel fordert, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen, um die Pendler "menschenwürdig" auf die Insel zu bekommen. Die Gemeinde Sylt sei im Gespräch mit entsprechenden Verkehrsträgern. "Aber es ist eben seit über einer Woche eine Situation eingetreten, die für uns nicht mehr haltbar ist", sagte Häckel. Sylt müsse eine Lösung schaffen und darauf hoffen, dass nicht nur ein Waggon mehr an die Züge angehängt wird in den nächsten Wochen. Das sei nicht ausreichend.

    Ohne Bahnverkehr Lebensader gekappt

    Die Insel ist laut Häckel abhängig vom Service der Bahn. "Das ist unsere Lebensader, unsere Nabelschnur. Wenn die Nabelschnur beeinträchtigt ist, dann ist das Leben beeinträchtigt." Ohne einen guten Bahnverkehr litten die Menschen und die Infrastruktur. Wenn das Personal gestresst schon auf die Insel komme und etwas leisten solle, habe das auch einen negativen Effekt in allen Lebensbereichen - in der medizinischen Versorgung, in der Verwaltung, im Einzelhandel oder bei der Polizei. "Wir stellen jetzt fest, dass die Krankenzahlen gestiegen sind. Die Pendler können dieses Eingepferchtsein nicht mehr ertragen. Das ist einfach unmenschlich", sagte Häckel. Es müsse ein leistungsfähiger Personalverkehr, wie er in jeder größeren Stadt vorhanden ist, gewährleistet werden. Die vorhandene Infrastruktur werde im Moment nicht ausreichend bedient.


    www.ndr.de
  • Kaum zu glauben, aber wahr: SEV-Bus fährt Bahn!

    Angesichts des akuten Wagenmangels greift man nun zu ungewöhnlichen Mitteln: Wegen der fehlenden Straßenverbindung zwischen dem Festland und Sylt ist die Bahn das einzige Verkehrsmittel, mit dem Sylt erreicht werden kann, weshalb die Busse des SEV auf die Autotransportzüge verladen werden (siehe Foto). Die Auslastung der SEV-Busse soll allerdings bescheiden sein:


    Foto: NDR/© Syltpicture Fotograf: Volker Frenzel

    Quelle: www.ndr.de
  • Sylt-Pendler bekommen Entschädigung

    Stand: 02.12.2016 17:23 Uhr

    Seit Wochen fallen immer wieder Züge der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) aus, sind verspätet oder überfüllt. Vor allem die Pendler auf der Sylt-Strecke leiden darunter. Am Freitag nun fiel die Entscheidung: Die Pendler sollen eine Entschädigung bekommen. Das haben das Land und der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (NAH.SH GmbH) am Freitag beschlossen.

    "Jeder sollte entschädigt werden"

    Laut Verkehrsverbund werden die Fahrgäste entschädigt, die zwischen Niebüll und Westerland oder Heide und Itzehoe unterwegs waren. Für Achim Bonnichsen von der Facebook-Gruppe "NOB Pendler Husum-Westerland" ist nicht genug: "Ich fordere, dass jede Person, die im Zug über den Hindenburgdamm rollt und eine Monats- oder Wochenkarte hat, die Entschädigung bekommen sollte." Also auch Personen, die ab Husum, Langenhorn oder Hamburg auf die Insel pendeln. Abonnenten und Kunden mit Monatskarte erhalten einmalig 80 Euro, Kunden mit Wochenkarte 20 Euro. Dies gilt für Fahrkarten für den Zeitraum zwischen 11. November und 11. Dezember 2016.

    Einmalige Situation

    Weil durch Kupplungsprobleme 90 Waggons kurzfristig ausgefallen sind, kommt es seit dem 10. November auf der Strecke Hamburg - Westerland immer wieder zu großen Störungen im Bahnbetrieb. Vor allem zwischen Niebüll und Westerland fuhr die Nord-Ostsee-Bahn an manchen Tagen nur noch sporadisch.

    NAH.SH-Geschäftsführer Bernhard Wewers bezeichnete die Probleme auf der Marschbahn als "eine bisher in Schleswig-Holstein einmalige Ausnahmesituation. Wir arbeiten gemeinsam mit der NOB und der DB weiter daran, dass sich der Betrieb stabilisiert - vor allem in Hinblick auf den Betreiberwechsel am 11. Dezember." Dann übernimmt die Deutsche Bahn (DB) den Betrieb auf der Strecke von der NOB. Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) erklärte, man wolle mit der Entschädigung ein Signal an die Pendler senden, "dass wir Ihre Sorgen im Blick haben."


    www.ndr.de
  • Schleswig-Holstein: DB prüft Schadenersatzforderungen gegen NOB

    13.12.2016

    Die Deutsche Bahn prüft, ob sie gegen die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) Schadenersatzforderungen stellen kann.

    Grund ist die seit dem 11.11.2016 stillgelegte Wagenflotte von 90 Stück. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Der Konzern hatte laut dem Bericht die NOB aufgefordert, die Schäden umgehend zu beheben. Auf Nachfrage wollte das Unternehmen nichts sagen: „Dazu möchten wir uns nicht äußern, zu Briefwechseln mit anderen Unternehmen sagen wir nichts.“ Die DB fährt seit Sonntag (11.12.2016) mit 84 Wagen den Ersatzverkehr. Eingesetzt werden aus der ganzen Republik eingesammelte Wagen der Bauarten Bim, By, Aby, Bn und ABn. Zudem wird die Linie RB 62 Heide – Itzehoe wieder mit den dafür vorgesehenen Lint 54 bedient. (cm)


    Eurailpress
  • Sylt: Probleme bei der Marschbahn bis Herbst

    Stand: 16.02.2017 08:01 Uhr

    Schlechte Nachrichten für Sylt-Pendler und Sommertouristen: Die Probleme auf der Bahnstrecke bleiben noch bis in den Herbst hinein.

    Die Einschränkungen auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg-Altona und Westerland werden vermutlich noch bis zum Herbst andauern - somit wird auch der Sommertourismus von den Problemen betroffen sein. Das hat ein Sprecher des Nahverkehrverbunds Schleswig-Holstein (Nah.SH) NDR 1 Welle Nord bestätigt. Im Dezember hatte die Deutsche Bahn die Strecke für den Regionalverkehr vom ehemaligen Betreiber, der Nord-Ostsee-Bahn (NOB), übernommen. Es war geplant, dass die Bahn diese mit den Waggons der NOB weiter bedient. Doch die stehen seit November mit kaputten Kupplungen in der Werkstatt. Stattdessen setzt die Bahn veraltete, teilweise nicht barrierefreie Ersatzwagen, auf der Strecke ein. Pendler sprechen seit Monaten über dreckige Zugabteile und viele Verspätungen.

    Reparatur ab April

    Die defekten Wagen werden aktuell von TÜV-Gutachtern untersucht. Ergebnisse erwartet Nah.SH bis zum 6. April. In dem Gutachten sollen laut einem Sprecher neben der Ursache der Kupplungsschäden auch Vorschläge stehen, wie diese Schäden repariert werden können. Waggons ohne Kupplungsschäden sollen laut dem Verkehrsverbund ab April wieder über den Hindenburgdamm rollen. Die kaputten Wagen seien allerdings nicht vor Herbst wieder einsatzfähig, schätzt der Nah.SH-Sprecher.


    www.ndr.de
  • Bahngipfel: Emotionen, aber keine Lösungen

    Stand: 23.03.2017 10:28 Uhr

    von Simone Steinhardt

    Etwa 150 betroffene Pendler und Interessierte waren am Mittwoch nach Niebüll gekommen.

    Die Gesichter vieler Pendler sind müde, resigniert, blass. Das Ersatzkonzept auf der Marschbahn zwischen Hamburg und Sylt mit alten, oft verdreckten Zügen, Verspätungen und Zugausfällen fordert seinen Tribut. Weil die neueren Wagen wegen technischer Probleme nicht eingesetzt werden dürfen, musste die Bahn auf alte Modelle zurückgreifen. "Das ganze Privatleben richtet sich nach der Bahn", sagt eine entnervte Pendlerin. Dennoch sind am Mittwochabend rund 150 Betroffene und Interessierte in die Mensa der Friedrich-Paulsen-Schule nach Niebüll gekommen. Der Kreis Nordfriesland hatte eingeladen: Vertreter von Nah.SH, DB Regio, Politik, Touristik, den Kreisbeauftragten für Menschen mit Behinderungen, Sylter Unternehmer-Vertreter, Pendler. "Naja, es ist Wahlkampf", brummeln viele.

    Warten auf neues Gutachten

    Karl-Max Hellner, Vorsitzender der Sylter Unternehmer, will sich in seiner Rede eine Spitze in Richtung Dieter Harrsen (Wählergemeinschaft Nordfriesland), Landrat des Kreises Nordfriesland, nicht verkneifen: "Seit fünf Monaten läuft das Ersatzkonzept auf der Schiene. Und jetzt erst schaltet sich der Kreis ein." Die Zuhörer applaudieren lautstark. Die Mienen der Teilnehmer auf dem Podium: angestrengt. Mit bahnbrechenden Neuigkeiten hatte gestern keiner der Teilnehmer gerechnet. Noch immer fehlen 90 Wagons, die mit technischen Defekten in Husum stehen und repariert werden müssen. Alles hängt an einem zweiten Gutachten, das Klarheit in Bezug auf die technischen Probleme der Wagons bringen soll. "Dieses Ergebnis müssen wir abwarten", machte Nah.SH-Geschäftsführer Bernhard Wewers deutlich.

    Bekannte Positionen und Forderungen

    Landrat Dieter Harssen hatte im Vorfeld der Gespräche Lösungen von den Verantwortlichen gefordert. Doch die wurden nicht geliefert. Stattdessen formulieren alle Beteiligten ihre bereits bekannten Forderungen und fassen ihre Standpunkte zur Situation zusammen. Zu Beginn macht Pendlervertreter Achim Bonnichsen noch einmal deutlich, worum es geht: Auf der Leinwand im Hintergrund zeigt er Bilder aus und von den derzeit eingesetzten Zügen: ausgelaufene Toiletten, herausgerissene Sitze, Müll, eine während der Fahrt geöffnete Tür. Das war wohl auch für den anwesenden Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele (SPD) starker Tobak.

    Politik will Entschädigung prüfen

    "Es fällt mir schwer, die Zustände, die Sie hier erleben, nachzuvollziehen", sagt Nägele in seiner Rede. Dafür trage er die politische Verantwortung. Dann bringt er die Anwesenden mit einem Vergleich beim Thema Entschädigung für die Pendler auf die Zinne: "Wenn es bei Ihnen tropft, weil beim Nachbar über Ihnen die Waschmaschine ausläuft und Sie dann nach Schadenersatz rufen, dann dürfte die Bereitschaft des Nachbars zur Schadenbehebung nicht sehr groß sein." Dafür erntet er empörte Zwischenrufe aus dem Publikum, unter anderem von Gerda Matzen. "Ich würde Sie gern mal nach Sylt zum Arbeiten einladen, damit sie sehen, was bei uns abgeht", sagt die Mitarbeiterin einer Appartementvermietung, an Nägele gerichtet. Im Verlauf der Diskussion räumt er ein, dass sein Vergleich wohl nicht sehr glücklich war. Er wolle prüfen, inwieweit man den Pendlern mit einer Entschädigung entgegen kommen könne. Ebenfalls deutlich: die Position von Torsten Reh, DB Regio. "Die Alternative zu den jetzt eingesetzten alten Zügen sind gar keine Züge."

    Wunsch nach den Marschbahnzügen und Information

    Pendler- und Touristik-Vertreter sowie der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen wünschen sich von den Verantwortlichen vor allem verlässliche Informationen. Besonders im Hinblick auf den bevorstehenden Ansturm von Oster-Touristen. Viele Pendler befürchten eine "Katastrophe", vor allem, wenn Anreisende ihre eigenen Fahrräder mitbringen. DB-Regio-Vertreter Torsten Reh appellierte an die Anwesenden, Gäste auf die Bahn-Kooperation mit "Mietrad" auf Sylt aufmerksam zu machen oder das Angebot an Leihrädern auf der Insel zu nutzen. Frank Ketter von der Nordsee-Touristik sagte: "Wir unterstützen Nah.SH und DB Regio gerne in der Kommunikation an die Gäste. Aber dafür brauchen wir Informationen. Jetzt und konkret." Den Wunsch der Pendler formulierte ihr Sprecher erneut deutlich. "Wir wollen die Marschbahnzüge zurück, außerdem Kapazitäten und Infos." Etwas Hoffnung in Bezug auf die ehemaligen NOB-Wagons machte Bernhard Wewers dann doch noch. "Eventuell könnten in einigen Tagen einige der Wagons wieder fahren." Dazu gebe es am Donnerstag ein Gespräch mit dem Eisenbahnbundesamt.


    www.ndr.de
  • Landrat von Nordfriesland verlässt Aufsichtsrat der Nah.SH

    27.03.2017

    Dieter Harrsen, Landrat des Kreises Nordfriesland, ist dieser Tage aus dem Aufsichtsrat der Nah.SH, dem Aufgabenträger des Landes, ausgetreten.

    Er begründete dies damit, so mehr Druck gegenüber der Nah.SH bei der Bewältigung der Probleme auf der Marschbahn ausüben zu können. Seine Priorität als Landrat liege nun darauf, die Interessen der Region gegenüber Bahn, Nah.SH und Land deutlich zu machen. „Das kann ich aber nur mit dem erforderlichen Nachdruck tun, wenn ich nicht gleichzeitig in die Disziplin eines Aufsichtsrates eingebunden bleibe“, begründet Harrsen, der seit 2010 dem Gremium angehörte, seinen Schritt. Harrsen fordert die Nah-SH auf, Schadenersatz geltend zu machen. (cm)


    Eurailpress
  • Marschbahn: Immer mehr Waggons kehren zurück

    Stand: 06.04.2017 16:37 Uhr

    Landesverkehrsminister Reinhard Meyer hat auf Basis eines Gutachtens Verbesserungen beim Bahnverkehr nach Sylt angekündigt. 16 der 90 Waggons, die wegen Kupplungsproblemen ausgefallen waren, kehren schon am Freitag auf den Hindenburgdamm zurück. "Zug um Zug", so der SPD-Politiker, sollen die vom landeseigenen Verkehrsverbund NAH.SH gestellten Wagen wieder rollen. Am Montag kommt ein weiterer Zug mit sechs Waggons zurück. Die insgesamt vier wieder einsatzbereiten Züge ersetzen sukzessive die auf der Strecke eingesetzen Ersatzwaggons, die oftmals kritisiert wurden,weil sie teilweise nicht barrierefrei und veraltet waren.

    Ende 2017 soll alles wieder nach Plan laufen

    Bei etwa einem Viertel der Kupplungen waren Schäden nachgewiesen worden. Jene, die keine Risse haben, können laut Gutachten nun erstmal wieder eingesetzt werden. Sämtliche Waggons könnten und müssten allerdings repariert werden. Bis alle Probleme behoben sind, soll es laut NAH.SH daher noch bis Ende 2017 dauern - Anfang Februar war noch von Herbst die Rede.

    Weil die reparierten Züge zurückkehren und da es einen Plan gibt, in welcher Reihenfolge repariert wird, stabilisiere sich nun laut Minister Meyer der Betrieb: "Wir sind vorbereitet auf die Sommersaison", sagte er. "Endlich eine Perspektive."

    Noch zahlreiche Probleme

    Dennoch, so Meyer nach einem Gespräch mit Sylter Unternehmern, gebe es noch viele Probleme wie nicht aufeinander abgestimmte Anschlüsse, die Freigabe von Intercity-Zügen, eine teils zu geringe Kapazität der Ersatzwagen und eine Pünktlichkeitsquote, die weiter verbessert werden müsse. Auch die Kommunikation auf der von der Deutschen Bahn betriebenen Strecke müsse besser werden.

    Pendler sind erfreut

    "Wir freuen uns, dass die Marschbahn wieder kommt", sagte Achim Bonnichsen, der eine Sylter Pendler-Gruppe organisiert. An den oft vollen Bahnsteigen herrsche ein "Gesetz des Dschungels". Er forderte weiterreichende Entschädigungen für Pendler als bisher. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ermahnte sie derweil wegen einer anderen Sache: "Ein kleines Dankeschön oder ein freundliches Lächeln, das wäre für viele Zugbegleiter und Lokführer eine tolle Form der Anerkennung", sagte Gewerkschafterin Beate Rache.

    Ehrenamtliche helfen

    Die Bahn, die den Betrieb und die Wagen auf der rund 240 Kilometer langen Strecke im Dezember von der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) übernommen hatte, versprach trotz alten Ersatzwaggons Verbesserungen. An den Wochenenden solle es über den Sommer zusätzliche Sprinter-Züge von und nach Westerland geben, sagte Torsten Reh, Chef von DB Regio im Norden.

    Um beim Ein- und Ausstieg in die nicht barrierefreien Ersatzwagen zu assistieren, habe die Bahn etwa für die Osterferien zudem Ehrenamtliche aus ganz Deutschland gewonnnen - je zwei sollen in Westerland, Niebüll, Husum und Hamburg-Altona im Einsatz sein. "Es gibt Licht am Ende des Tunnels", sagte Karl Max Hellner vom Verein Sylter Unternehmer. Zufrieden sei man auf der Insel noch nicht. Allerdings: "Wir erhoffen uns eine Linderung für unsere Pendler und Gäste." Die Ostertage seien eine Bewährungsprobe.

    Korrosion Ursache für kaputte Kupplungen

    Gründe für die beschädigten Kupplungen sind laut dem nun vorgelegten Gutachten erhöhte Korrosion, zudem seien bestimmte Plastik- und Metallteile bei der Inbetriebnahme nicht ordentlich zusammengepresst worden. Wer dafür verantwortlich ist und die Kosten für Reparatur und das mehrmonatige Ersatzkonzept trägt, ist noch offen. Zu möglichen Schadenersatzansprüchen wollte sich NAH.SH noch nicht äußern.


    www.ndr.de
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Die insgesamt vier wieder einsatzbereiten Züge ersetzen sukzessive die auf der Strecke eingesetzen Ersatzwaggons, die oftmals kritisiert wurden,weil sie teilweise nicht barrierefrei und veraltet waren.

    ...

    Dennoch, so Meyer nach einem Gespräch mit Sylter Unternehmern, gebe es noch viele Probleme wie nicht aufeinander abgestimmte Anschlüsse, die Freigabe von Intercity-Zügen, eine teils zu geringe Kapazität der Ersatzwagen und eine Pünktlichkeitsquote, die weiter verbessert werden müsse. Auch die Kommunikation auf der von der Deutschen Bahn betriebenen Strecke müsse besser werden.

    ....

    Gründe für die beschädigten Kupplungen sind laut dem nun vorgelegten Gutachten erhöhte Korrosion, zudem seien bestimmte Plastik- und Metallteile bei der Inbetriebnahme nicht ordentlich zusammengepresst worden. Wer dafür verantwortlich ist und die Kosten für Reparatur und das mehrmonatige Ersatzkonzept trägt, ist noch offen. Zu möglichen Schadenersatzansprüchen wollte sich NAH.SH noch nicht äußern.


    Warum ersetzt man schon die Ersatzwaggons wenn manche Züge noch eine zu geringe Kapazität haben? Sollte man sie nicht zusätzlich weiterhin noch einsetzen?

    Für mich klingt das alles sehr nach einem Serienfehler (sonst müsste man ja nicht alle tauschen) und dagegen hat sich die NAH.SH hoffentlich vertraglich abgesichert. Somit erwarte ich - sofern NAH.SH nicht geschlampt hat -, dass der Hersteller aufkommen muss.
  • Stand: 26.07.2017 21:52 Uhr
    Mehr Personal und mehr Züge für Sylt-Pendler
    Seit viereinhalb Wochen ist der neue Verkehrs- und Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein Bernd Buchholz (FDP) im Amt. Bei einem Besuch auf Sylt hat er sich am Mittwoch ein eigenes Bild von den anhaltenden Problemen bei der Marschbahn zwischen Hamburg und Sylt gemacht. Mit dabei waren auch Vertreter von Unternehmen, Politik, Bahn und Pendler. Ihnen stellte der Minister weitere Verbesserungen in Aussicht. "Der Frust bei einigen auf der Insel ist schon gewaltig. Das kann ich auch verstehen", sagte Buchholz. "Diese Insel hat für den Tourismus in Schleswig-Holstein eine riesengroße Bedeutung."
    Mehr Geld für Personal und zusätzliche Züge
    Nach Angaben des Ministeriums sind mehr als 25 Prozent der Züge unpünktlich, 4,5 Prozent fallen aus. Das sei auf Dauer zweifellos nicht akzeptabel, sagte Buchholz. Eine weitere Entschädigung, wie von den Pendlern gefordert, gibt es vom neuen Minister jedoch nicht.
    Das Land stellt 100.000 Euro für mehr Service- und Informationspersonal an einigen Bahnsteigen und in den Zügen zur Verfügung. "Das Personal wird bereits ab dem Wochenende in Hamburg-Altona auf dem Bahnhof sowie in den Zügen eingesetzt. Für die Stationen in Husum, Niebüll und Klanxbüll sollen in Kürze ebenfalls je zwei zusätzliche Servicekräfte als Reiselenker eingesetzt werden", heißt es vom Ministerium. Außerdem zahlt das Land 130.000 Euro dafür, dass der Zug um 15.52 Uhr ab Westerland weiter bis nach Bredstedt und nicht nur bis Niebüll fährt.
    Werden Fernverkehrszüge freigeben?
    Der Verkehrsminister will zudem weitere Möglichkeiten prüfen, die Pendler zu entlasten, etwa die Freigabe zusätzlicher Inter-City-Züge und des Sylt Shuttle Plus. "Allen Beteiligten ist klar, dass wir damit zwar Linderung, aber noch nicht die Lösung des Problems schaffen", sagte Buchholz. Er sei zudem offen für Vorschläge der Pendler. Deren Vertreter hatten das Gespräch am Mittwoch sehr positiv aufgenommen. Es sei das beste bisher gewesen, sagte einer von ihnen.
    Derzeit sind nach Angaben der Servicegesellschaft NAH.SH wieder acht Wagenparks und damit gut die Hälfte der Waggons im Einsatz. Die vollständige Flotte von 90 Waggons stehe absehbar erst Ende Oktober bis Mitte November wieder zur Verfügung.

    www.ndr.de
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Stand: 27.09.2017 14:32 Uhr
    Zug fällt aus: Warten auf die Marschbahn
    Bahn-Pendler haben die Nase gestrichen voll. Die Probleme auf der Marschbahnstrecke zwischen Sylt und Elmshorn (Kreis Pinneberg) hören einfach nicht auf. Laut Bahn fallen allein heute 14 Züge aus. Gestern war bereits die gleiche Zahl an Verbindungen ersatzlos gestrichen worden. Der Grund: Viele Triebwagen sind defekt. Viele Pendler sprechen von einem Bahn-Chaos. Sie stellen sich auf weitere Zugausfälle ein.

    Alte Loks und kaputte Wagen
    Zwei Dinge machen der Bahn zu schaffen: die Loks und die Wagen.
    15 Lokomotiven gehören einer Hamburger Investmentgesellschaft. Die DB Regio musste sie laut Vertrag übernehmen.*) Die Bahn hatte den Betrieb und die Fahrzeuge auf der rund 240 Kilometer langen Strecke im Dezember von der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) übernommen. Doch die Loks fallen oft aus - weil sie Öl und Kühlwasser verlieren oder weil es Software-Probleme gibt. Von den 90 Wagen waren im Sommer noch 60 einsatzbereit, zuletzt fuhren offenbar weniger als 40. Immer wieder müssen sie repariert werden.
    Bahn arbeitet an Lösung des Problems
    Trotzdem zeigt sich die Bahn optimistisch. Das Unternehmen hofft, dass es auf der Strecke Sylt-Elmshorn ab Anfang der kommenden Woche keine Ausfälle mehr gibt. Bis dahin will die Bahn nach eigenen Angaben in ganz Deutschland Ersatz organisieren. Trotzdem müssen Bahn-Pendler vorerst weiter starke Nerven haben, denn von morgen an fährt die Marschbahn nur bis nach Elmshorn. Für das letzte Stück nach Hamburg müssen Passagiere umsteigen in andere Züge.

    DGB Nord fordert Investitionsprogramm
    Der DGB Nord hält die Situation für schwer erträglich - und das nicht nur auf der Strecke von und nach Sylt. Er sieht wachsende Probleme auf den Arbeitswegen und fordert ein Bahn-Investitionsprogramm im Norden. "Die Landesregierung muss in Berlin mehr Druck machen, damit mehr Investitionsmittel in den Norden fließen", sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. Nach seiner Ansicht hat "das jahrelange Sparen und Kürzen" Züge, Stellwerke, Bahnhöfe und Schienenwege nach und nach verkommen lassen.

    www.ndr.de
    *) Bombardier 245 201 - 215 von Paribus. Von wegen "alte Lokomotiven": die Loks sind max. 5 Jahre alt.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Hier eine etwas sachbezogenere Darstellung der Marschbahn-Probleme:

    Massive Probleme bei der Marschbahn
    29.09.2017

    Auf der Marschbahnlinie RE 6 Hamburg – Westerland kommt es aktuell zu massiven Einschränkungen.
    Neben dem Lokmangel machen nun auch die Wagen Probleme. So sind gestern (27.09.2017) 12 Züge ausgefallen, heute (28.09.2017) fahren die Züge nur zwischen Westerland und Elmshorn. So kann DB Regio eine Zuggarnitur einsparen. Laut DB-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis seien gestern 7 der 15 Loks der Baureihe 245.2 nicht einsatzfähig gewesen, zudem waren vier Wagenparks außer Betrieb. Grund hierfür seien Flachstellen. Hier kommt nun als Problem hinzu, dass die UFD (Unterflurdrehbank) in Hamburg-Eidelstedt ausgefallen ist, sodass ein Wagenpark zum Abdrehen sogar nach Hannover überführt wurde. Etwas Entlastung hat der Einsatz der SSP-Triebwagen (Sylt-Shuttle-Plus) gebracht, der am Dienstgag und Mittwoch erfolgte. Meyer-Lovis bekräftigte aber, dass dies nicht groß ausdehnbar ist, da die Fahrpläne des SSP veröffentlicht seien und damit eine Verpflichtung zum Fahren bestünde. Geprüft werde aber derzeit mit dem Land eine Verlängerung der IC-Freigabe für Pendler zwischen Niebüll und Westerland. (cm)


    Eurailpress

    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Marschbahn: Flotte der Married-Pair-Wagen bald komplett
    24.10.2017

    Der zwölfte von insgesamt 15 Marschbahn-Zügen ist mit reparierten Kupplungen wieder in den Verkehr Hamburg–Westerland zurückgekehrt, berichtet Nah.SH-Sprecher Dennis Fiedel gegenüber der Sylter Rundschau.
    Mit den nun bereits 68 von 90 Wagen könnten die für den Sylt-Verkehr von DB Regio benötigten zwölf Züge gebildet werden, so Fiedel. Drei Züge dienten als Reserve. Der nächste sanierte Zug aus paarweise festgekuppelten Married-Pair-Wagen (ehemals NOB) solle Ende dieser Woche folgen. DB Regio greift derzeit noch auf mehrere Ersatzzug-Garnituren zurück. (as)


    Eurailpress
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Stand: 08.11.2017 18:07 Uhr
    Marschbahnprobleme: Alles wird gut?
    Chaotische Verhältnisse auf der Bahnstrecke nach Sylt - seit einem Jahr müssen sich Urlauber und Pendler damit herumschlagen. "In dieser Woche feiern die Pendler auf der Marschbahn-Strecke ein trauriges Jubiläum", sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Landtages. Der FDP-Politiker sieht jedoch kleine Fortschritte. Derzeit seien 13 von 15 Zügen mit reparierten Kupplungen wieder im Einsatz. Von Montag an sollen dann alle Züge wieder fehlerfrei und nach Plan rollen.
    Von Montag an sind alle 15 Marschbahn-Züge wieder fahrbereit. Die Kupplungen der Waggons sind bis dahin laut Verkehrsminister repariert. Doch nun sind die Loks dran.
    Engpässe bei den Loks bis Herbst 2018
    Buchholz räumte allerdings ein, dass weiter Geduld gefragt sei. Sicherheit gehe aber vor. Denn auch die 15 Loks haben sich als anfällig erwiesen. "Die Waggons mit dem 70er-Jahre-Charme sollten komplett Geschichte sein, aber wir werden weiterhin mit einigen Engpässen der Loks zu rechnen haben", sagte der Minister. Gemeint sind Reparaturen, bei denen die zum Teil fehlerhaften Motoren der Loks noch bis September 2018 überarbeitet werden.
    Zweites Gleis wäre die Lösung
    Weil aber mindestens zwei Reserve-Loks eingeplant sind, sollten durch diese Wartungsarbeiten keine Züge ausfallen. Doch um die Probleme bei der Marschbahn dauerhaft in den Griff zu bekommen, müsste ein zweites Gleis über den Hindenburgdamm her, sagte Buchholz.
    Die Initiative der Sylt-Pendler will sich am Freitagabend in Niebüll zum Jahresstag des Ersatzkonzeptes versammeln, um einmal mehr auf die vielen Ausfälle aufmerksam zu machen.

    www.ndr.de
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Schleswig-Holstein: Syltpendler werden entschädigt – Pönale für DB Regio
    26.02.2018
    Für die Verspätungen und Ausfälle auf der Marschbahn-Teilstrecke von Itzehoe nach Westerland (Linie RE 6) während des letzten Jahres wird Schleswig-Holstein die Syltpendler einmalig entschädigen.

    Abonnenten der 2. Klasse bekommen einmalig 50 EUR, die der ersten Klasse 75 EUR. Zugleich haben Nah.SH und das Verkehrsministerium einen Sondermalus gegenüber der Deutschen Bahn verhängt, mit dem die Entschädigung finanziert wird. Danach behält das Land seit diesem Monat im Falle der Unterschreitung bestimmter Pünktlichkeitswerte rund 10 % der Zahlungen an die DB Regio ein, die seit 2017 die Strecke bedient. DB Regio muss seit dem 01.02.2018 jeden Monat, in dem die Pünktlichkeit unter 90 % liegt, 250.000 EUR zahlen. Für jeden Monat, in dem mehr als 1 % der Zugkm ausfallen, sind 100.000 EUR fällig. (cm)

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    dr. bahnsinn - der Forendoktor