Kollision in Meidling (15.04.2017, Ostersamstag)

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  • Nach Zugsunglück: 100 Euro als Entschuldigung

    Die ÖBB haben nach dem Zugsunglück in Meidling am Karsamstag alle betroffenen Fahrgäste per Brief angeschrieben. Neben einer Entschuldigung wurde unter anderem ein 100-Euro-Gutschein als Wiedergutmachung beigefügt.

    „Diese hundert Euro sind eine reine Wiedergutmachung, eine kleine Aufmerksamkeit, eine Entschuldigung - und haben mit etwaigen Schadensersatzansprüchen nichts zu tun“, so ÖBB-Sprecher Roman Hahslinger gegenüber wien.ORF.at.

    Im Schreiben werden die betroffenen Fahrgäste auch darüber informiert, wie und bei welcher ÖBB-Kontaktperson sie Schadensersatzansprüche melden können. „Darüber hinaus werden wir weitere Infoaktionen setzen, um mit unseren Kundinnen und Kunden das Gespräch zu suchen“, so Hahslinger.

    Einschränkungen im Nahverkehr

    Das Zugsunglück am Karsamstag im Bahnhof Meidling ist laut ÖBB passiert, weil der Regionalzug bei einem Haltesignal nicht stehen geblieben ist. Die beiden Züge waren am Samstagnachmittag gegen 16.30 Uhr im Bereich des Bahnsteiges 5 aufeinandergeprallt.

    Beide Züge waren im Bahnhofsbereich mit verhältnismäßig geringer Geschwindigkeit unterwegs. Nicht zuletzt deshalb endete die Kollision vergleichsweise glimpflich. Neun Personen wurden im Railjet verletzt, die schwerste Blessur war ein Handbruch.

    Laut ÖBB-Sprecher Roman Hahslinger müssen rund 200 Meter Schienen sowie diverse Weichen ausgetauscht werden. Das wird voraussichtlich noch die ganze restliche Woche in Anspruch nehmen. Im Nahverkehr und bei der Schnellbahn kommt es zu Einschränkungen.


    ORF Wien
  • Der User westbahn hat mir zur aktuellen Situation in Meidling folgende PM geschickt:
    Das Pressesprecherg'red' ist ein G'schicht'l. Die Einschränkungen werden bis weit in den Mai hineinreichen! Einige Weichen müssen repariert werden, und offenbar hapert es an passenden Ersatzteilen. Daher sind diese Weichen in bestimmten Stellungen abgesperrt. So kann z.B. Bahnsteig 4 Richtung Stammstrecke nicht befahren werden, weil die Weichen Richtung Matz gesperrt sind und somit die Haltestelle Matzleinsdorfer Platz dann nicht mehr erreicht werden könnte. Bahnsteig 5 kann nur aus Richtung Abstellanlage (und WBF) angefahren werden. Eine Fahrt, wie sie der Verschub zu 2246 gemacht hätte (Abstellanlage Richtung Bahnsteig 3/4), ist derzeit nicht möglich. Aus diesem Grund gibt es derzeit auch keine Meidling-Wender, weil die dann nur auf Bahnsteig 3 wenden könnten und während der Wendezeit kein Betrieb Richtung Stammstrecke möglich wäre (außer natürlich umständlich über Bahnsteig 1/2). Diese Meidling-Wender werden daher wahrscheinlich noch länger in Wien Mitte wenden. Unter Umständen lässt man ab nächster Woche die Liesinger SB wieder fahren, weil sie ja wie die anderen Züge "straßenbahnmäßig" in Meidling "durchfahren".
  • Sofern die Züge keine überschneidenden Wendezeiten haben, gibt es das Wendegleis am westlichen Ende des Bahnhofes nicht mehr? Dort sollte es ja keine Einschränkungen geben.

    Ansonsten ist dies wieder die Billigvariante, immerhin könnte man ja auch genauso gut zumindest bis zum Hauptbahnhof fahren und dann von der Stammstrecke aus dem Osten nach Matzleinsdorf "reinfahren".
  • Arbeiten nach Zugsunglück in Meidling beendet
    Nach dem Zugsunglück in Meidling am Karsamstag sind die Instandsetzungsarbeiten auf dem Bahnhof in der Nacht auf heute beendet worden - noch vor Beginn des Frühverkehrs. 200 Meter Gleis und drei Weichen wurden erneuert.

    Die Unfalluntersuchungskommission des Verkehrsministeriums ermittelt indes weiterhin, wie es dazu kommen konnte, dass ein Regionalexpress (REX) erst ein Signal überfuhr und dann mit einem Railjet zusammenstieß.

    Bei der Kollision waren neun Personen im Railjet verletzt worden, die schwerste Blessur war ein Handbruch. Der REX war leer, die beiden Lokführer blieben unverletzt. Die Schäden an Zügen, Gleisen und Oberleitung waren jedoch beträchtlich.

    Verspätungen bis zum Ende

    Bis zum Ende der Arbeiten kam es auf der Wiener S-Bahn-Stammstrecke zu Verzögerungen, geänderten Fahrzeiten und zahlreichen Zugausfällen. Der Fernverkehr war indes bereits zwei Tage nach dem Unfall nicht mehr eingeschränkt. Die Arbeiten dauerten unter anderem deshalb bis Ende Mai, weil Weichenteile teilweise aus dem Ausland geliefert werden und Schienen neu produziert werden mussten.
    Die ÖBB hatten nach dem Zugsunglück alle betroffenen Fahrgäste per Brief angeschrieben. Neben einer Entschuldigung wurde unter anderem ein 100-Euro-Gutschein als Wiedergutmachung beigefügt.

    ORF Wien
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • In der aktuellen La Ost Teil 1/3 ist auf der Strecke 105a/b der Eintrag 664 in Wien Matzleinsdorf (in Wbf) angeführt, der auf Gl 362 von km 2,2 bis 2,8 eine V/max Beschränkung auf 20km/h infolge Sichteinschränkung auf Signale beinhaltet. An sich nichts Besonderes, wenn das Inkrafttreten dieser Vorschreibung nicht auf den 17.04.2017, also nur 2 Tage nach der Flankenfahrt in Wien-Meidling zurückreichen würde. Berücksichtigt man den Anmeldeschluss vor "Drucklegung" der La, ist dieser Umstand also weit vor dem Unfall am 15.04. bekannt gewesen. Es steht dies zwar mit dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht unmittelbar in ursächlichem Zusammenhang (die 1144 + 5 Dosto kam von Gl 360 und das überfahrene V282 steht wesentlich weiter vorne), dennoch kann man diesem Umstand eine bestimmte Bedeutung beimessen, da die kritisierten Sichteinschränkungen auf einige Signale in dieser Betriebsstelle bereits im Vorfeld dieses Unfalles bekannt gewesen sind und in diesem einen Fall hat man offensichtlich mit einem La-Eintrag reagiert.
    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch
    - grubenhunt, J-C, Draisinenfan, 5047erFan
  • KFNB X schrieb:

    Wie kann man einer Verschubfahrt eine Geschwindigkeitseinschränkung signalisieren?
    Es gibt die Örtlichen Besondernisse und Dienststellenbeschreibungen, in denen dies zu Finden ist...
    Hier ist z.B.: der Frei und Öffentlich zugängliche Teil der Bedienungsanweisung zum Berahren der AB der Voestalpine Stahl Linz GmbH für EVU‘s die in den Wahringer- oder Mühlbachbahnhof (Linz Stahlwerke) einfahren, als Beispiel. (Die Logserv-Interne ist etwas Länger, da sie den gesammten Bereich der Werksbahn, sowie die Nebenanschlussbahnen beinhaltet...)
    Als weiteres Beispiel, was in den Örtlichen Besonderheiten steht, kann ich dazu eine Besonderheit des Bahnhofes Timelkam nennen: Demnach dürfen Übergaben zur AB EnergieAG bzw. ÖGEG nur über Gleis 6 erfolgen. Ausfahrten von dort ri. ÖBB dürfen direkt nur aus Gleis 6 ri. Attnang-Puchheim durchgeführt werden...
    Erst wenn das letzte Alteisen verschrottet, die letzte Nebenbahn abgerissen ist, werdet ihr sehen, dass nicht alles Gold ist, was neu ist...
  • In der heutigen Printausgabe des KURIER wird auf S. 15 ausführlich über die auffällige Häufung von Unfällen auf Grund von Signalüberfahrungen, darunter auch über den Unfall in Meidling am Osterwochenende 2017, berichtet. Im Artikel wird besonders hervorgehoben, dass der RJ zum Unfallzeitpunkt mit 77 km/h und daher wesentlich schneller als bisher angenommen unterwegs gewesen sei. Abgesehen davon, dass ich über die gefahrenen Geschwindigkeiten der beiden in den Unfall verwickelten Züge im SUB-Bericht nichts gelesen habe, halte ich das nicht für unfallcausal, denn schließlich sind an der Unfallstelle 80 km/h erlaubt. Allerdings wundere ich mich darüber, dass der RJ knapp 500 m vor dem Halt in Meidling noch mit 77 km/h unterwegs war. Der Tfzf. muss sehr forsch unterwegs gewesen sein.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Kurier schrieb:

    ... mit flotten 77 km/h ...
    Keine Ahnung was an den 77 km/h flott sein soll, da dabei nicht genannt wird, dass 80 km/h zulässig waren, versucht hier Schreiber dem Tfzf wohl zu unterstellen, dass er zu schnell war. Wo kämen wir da hin, wenn der Kurier nicht gegen die Bahn wettern würde...


    Die ÖBB wollen das (sehr teure) europäische Sicherheitssystem ETCS in Österreich ausbauen, mit dem Züge vollautomatisch fahren. Die Frage ist aber, ob dafür Geld vorhanden ist. Im Verkehrsministerium wird gerade in der Oberste Eisenbahnbehörde Personal gestrichen.
    Züge können mit ETCS alleine nicht vollautomatisch fahren.
    2 Leerezeichen am Anfang des Satzes und im Satz, "oberste" warum auch immer groß geschrieben (vermutlich copy-paste), der Artikel passt auch nicht so ganz. Qualitätsjournalismus?!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von KFNB X ()

  • dr. bahnsinn schrieb:

    In der heutigen Printausgabe des KURIER wird auf S. 15 ausführlich über die auffällige Häufung von Unfällen auf Grund von Signalüberfahrungen, darunter auch über den Unfall in Meidling am Osterwochenende 2017, berichtet. ...
    Ich denke du meinst diesen Bericht... Leider lässt er sich mit meinem IPad nicht einfügen...
    Erst wenn das letzte Alteisen verschrottet, die letzte Nebenbahn abgerissen ist, werdet ihr sehen, dass nicht alles Gold ist, was neu ist...
  • Übrigens: Schreiber/Möchel müssten, wenn sie nicht dauernd in der SUB versuchen, neues Aufzustöbern, hiermitlesen, den „drüben“ wurde der Bericht bis jetzt nicht gepostet...
    Erst wenn das letzte Alteisen verschrottet, die letzte Nebenbahn abgerissen ist, werdet ihr sehen, dass nicht alles Gold ist, was neu ist...