"Modellbahnwelt Schiltern" im Schloss Schiltern bei Langenlois eröffnet

  • "Modellbahnwelt Schiltern" im Schloss Schiltern bei Langenlois eröffnet

    Modelleisenbahn zwischen Schaugärten

    Zwischen den Kittenberger Erlebnisgärten und den Schaugärten der Arche Noah ist im Schloss Schiltern die Modellbahnwelt Schiltern eingezogen – und bietet das „Bubenprogramm für Söhne und Männer der Hobbygärtnerinnen“.

    15.04.2017 um 18:18 von Karin Schuh

    Den kleinen Ortsteil Schiltern im niederösterreichischen Langenlois verbindet man wohl eher mit Gärten. Immerhin ist hier neben den Kittenberger Erlebnisgärten auch die Arche Noah untergebracht, die ein umfassendes Samenarchiv und hübsche Schaugärten beherbergt. Bei Langenlois selbst denkt man gemeinhin an Wein, sind doch hier Weingüter wie die Häuser Bründlmayer, Jurtschitsch oder Fred Loimer untergebracht, um nur einige zu nennen.

    Dass es hier aber auch eine Modellbahnwelt gibt, bei der insgesamt 3,5 Kilometer Schienen verlegt wurden, ist wohl den wenigsten geläufig. Das wird vermutlich auch noch ein bisschen dauern, hat doch die Modellbahnwelt im Schloss Schiltern (gleich vis-à-vis der Arche Noah) erst vor wenigen Tagen eröffnet. Gebaut wurde seit dem Herbst des Vorjahres. Fertig ist die Miniaturwelt allerdings noch lange nicht. Bis zum Sommer 2018 sollen hier Stück für Stück neue Anlagen entstehen.

    Immerhin haben Modellbahnliebhaber eine Vorliebe für Baustellen. „Wir wollten zuerst alles fertig machen und dann erst aufsperren. Aber die Leute wollen die Baustellen sehen. Die wollen wissen, wie es gemacht wird“, sagt Christian Marangoni, der Geschäftsführer der Modellbahnwelt, der auch gerne Gruppen durch die drei Räume des Schlosses führt.

    Der blaue Blitz. Betreten wird die Modellbahnwelt durch einen Shop, der bereits einige kleine Buben aufhält. Weiter geht es an ein paar Vitrinen mit unterschiedlichen Zügen – „schau, der blaue Blitz, den hab ich auch“, sagt eine Kinderstimme – in den ersten Raum der Ausstellung. Als erstes Exponat ist ausgerechnet eine drei Quadratmeter große Winterlandschaft mit einem Bahnhof und der dazugehörigen Ortschaft „Hartenberg“ zu sehen. „Das war ein Schnellschuss, das haben wir in zweieinhalb Wochen aufgebaut“, sagt Marangoni. Die Modellbahnwelt hat sich übrigens aus einem Verein gebildet, dem Modellbauzentrum Gars, das nun im Schloss Schiltern eine neue Heimat gefunden hat. Die Winterlandschaft hat derzeit noch einen provisorischen Platz, hier soll ein neuer Wien-Teil entstehen. „Mit dem Meidlinger Bahnhof. Viele fragen, warum wir nicht den Hauptbahnhof machen, aber das wäre zu wenig Platz und was viel wichtiger ist: Alles, was sich auf Schienen bewegt, kommt in Meidling zusammen, bis hin zur U-Bahn, Straßenbahn und der Badner Bahn.“ Derzeit ist vom Wien-Teil vor allem der Tiergarten Schönbrunn zu sehen. Die Gebäude wurden großteils mittels Lasercut-Verfahren selbst gebaut. „Es sind alles Unikate“, wie Marangoni stolz sagt. Diesen Sommer kommt hier noch das Schloss Schönbrunn und das Palmenhaus dazu, rundherum wird dann eine Straßenbahn fahren. Vis-à-vis vom Schönbrunn-Teil ist der Leitstand der Modellbahnwelt untergebracht, von dem aus die Mitarbeiter die gesamte Miniaturwelt steuern, inklusive Tag-Nacht-Steuerung mit Sonnenauf- und Untergang, Feuerwerk und Heißluftballons via Videobeamer.

    Daneben ist das Regierungsviertel St. Pölten aufgebaut. Die neue Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner ist auch in der Modellbahnwelt noch nicht eingezogen. „Jetzt sitzt noch der Erwin drinnen.“

    Ein Tag in 24 Minuten. Weiter geht es in den zweiten Raum, der (im Gegensatz zum ersten und dritten) schon fertig gebaut wurde. Hier ist linkerhand der Hauptbahnhof St. Pölten zu sehen, inklusive ganzer Stadtteile. Rechterhand steht die Kaserne Mautern und ein Bahnbetriebswerk. Es dämmert gerade und die Vögel zwitschern. Innerhalb von 24 Minuten wird hier mittels Beamer ein ganzer Tag simuliert – vom Sonnenaufgang über aufsteigende Heißluftballons bis zum Sonnenuntergang, Feuerwerk, Sternenhimmel und Vollmond. Dazu passend die Geräuschkulisse und auch die Betriebsamkeit in den beiden Anlagen. Am Bahnhof St. Pölten verkehren die Personenzüge – inklusive jener der Westbahn – nur bis 23.30 Uhr, danach fahren nur noch Güterzüge ein. Auch der gelbe Lkw, der die Kaserne umzingelt, wurde bereits eingeparkt – bis dann das mitternächtliche Feuerwerk über St. Pölten die Aufmerksamkeit der vor allem kleinen Besucher beansprucht. 12.400 Stunden Arbeit haben er und sein Team seit November in den Raum gesteckt, sagt Marangoni.

    Einblicke in diese Arbeit bekommt man im dritten und letzten Raum der Ausstellung. Hier wird noch ordentlich geschraubt. Ein älterer Herr im Blaumann krabbelt unter der Anlage hervor, stöhnt kurz ob der hohen Temperaturen unter dem niederösterreichischen Alpenvorland in Miniaturausgabe – und strahlt dennoch über seine Beschäftigung. Spielerei, das hört der Modellbahnwelt-Chef nicht gerne, für ihn ist das vielmehr Kunst. „In Österreich wird das leider immer noch als Spielerei abgetan, aber das ist eine ernst zu nehmende Geschichte. Wo ist der Unterschied, wenn ich Dürnstein male oder originalgetreu nachbaue“, fragt er und schiebt ein „eben“ nach.

    Hier herrscht also Großbaustelle. Ein blauer Blitz umrundet die Burgruine Dürnstein, daneben sind schon die neuen Panoramawagen der Mariazeller Bahn im Einsatz. Hier sind Teile des niederösterreichischen Alpenvorlandes, der Alpen sowie Ausschnitte des Waldviertels im Entstehen. Eine Plexiglaswand soll Einblicke in die Kellerwelten eines Weinortes geben. Kellergassen, die Kapelle Zitternberg (Gars am Kamp), die Aussichtswarte Heiligenstein und auch das Loisium sind hier bald zu sehen. Am Ende der Ausstellung wird gerade an zwei Brücken gearbeitet, die die beiden Anlagen verbinden sollen. Die Angertalbrücke aus dem Gasteinertal war hier Vorbild. „Und rechts haben wir für die Mädchen und Mütter einen Reitstall aufgebaut“, sagt der Betreiber.

    360 Quadratmeter soll die Modellbahnwelt umfassen, wenn sie ganz fertig gebaut ist. Allein der erste Teil, auf dem der Wien–Teil gebaut wird, misst 140 Quadratmeter. Am Ende der Ausstellung angelangt, geht es dann wieder zurück zum Shop, von dessen Fenster aus man sehr gut in die Schaugärten der Arche Noah blicken kann. Wer also Miniaturzüge und Pflanzenvielfalt verbinden will, sollte auf die jeweiligen Öffnungszeiten achten. Die Arche Noah hat montags Ruhetag, die Modellbahnwelt dienstags. Ab Mittwoch lässt sich das – um hier ein Klischee zu bedienen – jeweilige Buben- und Mädchenprogramm aber dann gut verbinden.

    Wer dann noch einen naturnahen Programmpunkt für die ganze Familie sucht, kann einen Abstecher zur Ruine Kronsegg machen. Von Ostern bis Oktober ist die Ruine mit Kapelle im Torturm, Bergfried, Palas und zwei Wehrtürmen geöffnet (Eintritt frei).

    Modellbahnwelt Schiltern

    Öffnungszeiten
    Mittwoch bis Montag 10 bis 18 Uhr, Dienstag geschlossen

    Eintritt
    Kinder (4 bis einschließlich 14 Jahre): 4,50 Euro; Erwachsene: 9,90 Euro; Ermäßigung (55+, Gruppen ab 20 Pers.): 8 Euro

    Kontakt
    Schloss Schiltern, Obere Straße 45, 3553 Schiltern, ✆ 02734/8583-423, modellbahnwelt-schiltern.at


    Die Presse
  • Erwin Tisch war gestern im Kamptal und hat bei dieser Gelegenheit die neue Modellbahnanlage in Schiltern besucht. Es ist nicht zu übersehen, dass an der Anlage noch gebaut wird, aber die Leute sind sehr freundlich und auskunftfreudig. Für alle Modellbahner und Eisenbahnfreunde sehr zu empfehlen!

    Hier ein paar Impressionen:

















    Fotos: Erwin Tisch, aufgenommen am 10. 6. 2017
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • In 24 Minuten durch ganz Niederösterreich

    In der Modellbahnwelt Schiltern (Bezirk Krems) kann man Niederösterreichs schönste Plätze im Maßstab 1:87 bestaunen. Vor kurzem wurde der zweite Raum eröffnet - mit dem Alpenvorland und der Burgruine Dürnstein.

    Alle Einsteigen, der Zug fährt ab! Los geht es bei der Burgruine Dürnstein. Danach geht es über das „Kalte Rinne“-Viadukt den Semmering hinauf. Zuvor wird aber noch der Kleine Krausel-Tunnel passiert, der zu Österreichs kürzesten Tunnel zählt. In Wirklichkeit ist er 13,8 Meter lang, in der Modellbahnwelt Schiltern kommt er gerade mal auf knappe acht Zentimeter. Vorbei an dem Ghega Museum und dem Südbahnhotel geht es dann über die Angertalbrücke auf den vier Meter hohen Schneeberg.

    Auch der berühmte "20-Schilling-Blick" wurde nachgebaut. Foto: ORF

    Halt gemacht wird bei der Station Baumgartner, wo es ja die berühmten Schneebergbuchteln gibt. Auch Niederösterreichs höchste Schutzhütte, die Fischerhütte, darf nicht fehlen: Normalerweise liegt diese auf 2.050 Meter Seehöhe, hier jedoch nur auf 3,8 Metern. Abschließend geht es an einer Schrebergartensiedlung vorbei ins Weinviertel, wo man an einer für diese Gegend typischen Kellergasse vorbeikommt.
    Mini-Niederösterreich aus Karton und Gips
    Auf insgesamt 240 Quadratmetern kann man in der Modellbahnwelt im Schloss Schiltern einmal quer durch ganz Niederösterreich spazieren. Im November 2016 wurde die Modellbahnwelt eröffnet, im April 2017 wurde der erste Abschnitt, der unter anderem originalgetreu den Sankt Pöltner Bahnhof, das Regierungsviertel und die Kaserne Mautern darstellt, eröffnet. „Im Mai haben wir mit dem Bau des zweiten Abschnitts begonnen und haben insgesamt 17.000 Arbeitsstunden investiert. Wir haben 2,5 Kilometer zusätzliche Schienen verbaut“, erklärt Christian Marangoni, der Projektleiter der Modellbahnwelt Schiltern. Insgesamt umfasst die Anlage derzeit 4,5 Kilometer Schienenmaterial, knapp 450 Weichen und 125 Kilometer Kabeln.
    Die schönsten Plätze Niederösterreichs
    Mit viel Liebe zum Detail werden in der Modellbahnwelt im Schloss Schiltern Niederösterreichs schönste Plätze nachgestellt.
    Mehr als 40.000 Bäume, 70.000 Büsche und 7.500 handbemalte Figuren findet man in der Landschaft. Mit nur wenigen Ausnahmen stellt Christian Marangoni die Gebäude selbst her. In einem 2D-Verfahren werden die Vorlagen mit einem Lasercutter aus Karton ausgeschnitten und dann in 3D aufgebaut. Auch die Landschaft wird aus Gips handgefertigt.
    Fertig ist die Modellbahnwelt noch lange nicht
    Anfang Jänner soll der Baubeginn im dritten Raum starten. Der Tiergarten Schönbrunn steht bereits. „Wir wollen dort weitere Teile der Wiener Innenstadt hineinbauen, beispielsweise den Stephansdom, die Oper, Teile des Naschmarktes, den Wiener Prater und den Meidlinger Bahnhof“, freut sich Marangoni.
    Eine Stunde dauert in Mini-Niederösterreich übrigens nur eine Minute. Durch eine Tag-und-Nacht-Licht-Schaltung kann man so etwa den Sonnenaufgang über dem Semmering oder ein mitternächtliches Gewitter über der Burgruine Dürnstein erleben. So geht sich ein ganzer Tag in Niederösterreich in nur 24 Minuten aus.
    Caroline Ferstl, noe.ORF.at

    ORF NÖ mit weiteren Fotos und Video.
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