Breitspurbahn soll von Peking nach Parndorf führen

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  • Umweltbericht zum Breitspurbahn-Projekt in der Ostregion erscheint in Kürze
    In Kürze wird das Verkehrsministerium einen Umweltbericht veröffentlichen, der das Projekt der Errichtung einer Breitspurbahn von der slowakischen Grenze bis in den Raum Wien sowie den Bau eines Verladeterminals nach ökologischen Kriterien bewertet. In diesen Prozess, der im Rahmen der sogenannten „Strategischen Prüfung-Verkehr“ (SP-V) abläuft, sind auch die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland eingebunden. Das teilt Infrastrukturminister Andreas Reichhardt in Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der Schwechater Nationalratsabgeordneten Katharina Kucharowits von der SPÖ mit.
    „Nach Beendigung des SP-V-Prozesses kann die Annahme der vorgeschlagenen Netzveränderung in Gestalt einer Eisenbahnhochleistungs-Streckenverordnung der Bundesregierung stehen“, teilt Reichhardt mit. Diese Verordnung ermögliche es, weitere Planungsarbeiten und Anstrengungen zur Erlangung von Grundsatzgenehmigungen einzuleiten. Nach Abschluss der SP-V finde ein Auswahlverfahren für die Bahntrasse statt, das in enger Abstimmung mit den Ländern und Gemeinden erfolgt. „Eigenschaften und Parameter des Auswahlverfahrens für Standort von Trasse und Terminal ergeben sich erst nach Inkrafttreten der Eisenbahnhochleistungs-Streckenverordnung der Bundesregierung“, betont der Minister.
    Im November 2018 hat die ÖBB Infrastruktur AG eine SP-V für die Eisenbahnstrecke im Korridor „Raum östlich von Wien – Staatsgrenze bei Kittsee (Strecke und Güterterminal)“ beim Verkehrsministerium beantragt. Die Investitionskosten für die Schieneninfrastruktur inklusive Terminal werden aus heutiger Sicht mit rund einer Milliarde Euro beziffert. Eine Machbarkeitsstudie bescheinigt dem Breitspurbahn-Projekt einen jährlichen Wertschöpfungseffekt von mehr als 450 Millionen Euro sowie die Schaffung von 3.500 Vollzeitarbeitsplätzen im Umkreis des Verteilerbahnhofs. (mm)

    Quelle: NÖ. Wirtschaftspressedienst
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • 12.09.2019
    Breitspurbahn: Protest der Gegner im September
    Gegner der Breitspurbahn mobilisieren für Protesmarsch im Raum Parndorf/Bruck an der Leitha am 20. September.
    von Michael Pekovics
    Das womöglich in der Ostregion im Raum Parndorf/Bruck an der Leitha geplante Terminal für die Breitspurbahn stößt weiter auf heftigen Widerstand. Über den Sommer wurden zahlreiche Unterschriften dagegen gesammelt, die Einbringung einer parlamentarischen Bürgerinitiative ist laut der überparteilichen Plattform in der finalen Vorbereitungsphase.
    Gestern, Donnerstag, gab die Bürgerinitiative bekannt, dass am Freitag, 20. September, „im Raum Parndorf/Bruck an der Leitha“ ein Protestmarsch gegen das geplante Projekt stattfinden wird. Die Idee zu diesem Protestmarsch wurde bei einem Bürgergespräch in Bruck/Leitha geboren, aber auch im benachbarten Burgenland wird dafür mobilisiert, wie das SPÖ-Bezirkspräsidium bekanntgab.
    „Wir haben bereits zu Jahresbeginn klargestellt, dass wir für eine lebenswerte Ostregion eintreten. Klimaschutz, Naturschutz und Gesundheit der Menschen sind uns wichtig“, heißt es in einer Aussendung. Außerdem sei die Verkehrs- und Lärmentwicklung in der Region bedenklich. Deshalb wolle man nicht nur „hohle Phrasen dreschen“, sondern aktiv werden und viele Menschen für den Protestmarsch mobilisieren.
    ( KURIER.at, PEKO ) | Stand: 12.09.2019, 18:09
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Die Idee zur Verlängerung der Breitspurbahn nach Österreich ist schon zwölf Jahre alt. War aber durch zehn Jahre in diversen Schubladen verborgen:
    ORF, 19.3.2007: IV wünscht sich Schnellverbindung.
    Erst der mittlerweile zurückgetretene Verkehrsminister hat die Idee im Jahr 2017 wiederbelebt.
    Daher auch dieser Thread in diesem Forum.

    Vor einigen Tagen schrieb dr. bahnsinn:

    dr. bahnsinn schrieb:

    Bereits mehr als 200 Containerzüge pro Woche zwischen China und Hamburg
    Die dort in einer Antwort geäußerten Bedenken meinerseits will ich hier nochmals präzisieren:
    • In Deutschland gibt es demnach schon regen Bahn-Güter-Verkehr mit China.
      Dort braucht man aber offenbar keine Breitspurbahn quer durch Polen bis Hamburg.
    • Die Zahl von 4.500 oder 3.500 Beschäftigten bei einem Breitspur-Terminal, verbunden mit hoher Wertschöpfung, erscheint mir nicht glaubwürdig:
    • Der Spurwechsel soll relativ einfach sein (Russland aktuell, 10.9.2003).
      Auch Stadler liefert Umspur-Anlagen (Stadler, 11.6.2018).
    • Umladen von Breitspur- auf Normalspur-Waggons erfordert zwar mehr Aufwand, aber kaum eine solche Zahl an Beschäftigten.
    • Auf welche Transportmittel und -Wege soll umgeladen werden?
      Bahn: ok.
      LKW: ist das gewünscht? Haben wir nicht schon genug (auch ausländische) LKW-Fahrten auf Österreichs Autobahnen?
      War nicht der Güterterminal Wien-Süd dazu gedacht, den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen?
      Schiff: Für mich nicht vorstellbar, im Raum Wien Waren von der Bahn auf Schiffe zu verladen für den Weitertransport in den Westen.
      Der Schiffstransport stromaufwärts ist viel zu langsam.
    • Für den Bau einer auch von den ÖBB angedachten Schnellverbindung vom Flughafen Wien in Richtung Bratislava und Budapest könnten wohl EU-Fördergelder erlangt werden, da diese Strecke zu den Trans-Europäischen-Netzen (TEN) gehört.
    • Der Bau einer Breitspurbahn in den Raum Wien, mit der der Waren-Import aus China rascher erfolgen soll, läuft sicher gegen die Interessen der EU.
      Daher sind wohl keine EU-Fördergelder zu erwarten.
    Dazu kommt die breite Ablehnung aus vielen Orten an der betroffenen Strecke. Ebenso aus dem Ausland.
    Sorry, aber mir fehlt aus mehreren Gründen das Verständnis für diese Pläne.