Breitspurbahn soll von Peking nach Parndorf führen

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  • Breitspurbahn beschäftigt Bruck a.d. Leitha

    Die geplante Verlängerung der Breitspurbahn sorgt bereits seit einigen Jahren immer wieder für große Aufregung in Bruck an der Leitha und ist auch im Wahlkampf mitunter ein Thema. Ende Jänner werden 33 Mandate neu vergeben, seit 2005 hat die SPÖ kontinuierlich eine absolute Mehrheit bei den Wahlen erreicht.

    Online seit heute, 18.54 Uhr
    Kommt die vieldiskutierte Breitspurbahn tatsächlich, könnte künftig verkehrstechnisch wesentlich mehr los sein in und rund um die Bezirkshauptstadt. Die Befürchtungen, dass täglich etwa mehr Lkw unterwegs sein werden, die mit Transporten von und zum geplanten Güterterminal fahren, sind in der Bevölkerung groß. Österreich hatte Mitte März gemeinsam mit dem Nachbarn Slowakei und Russland eine Absichtserklärung zum Ausbau der Breitspurverbindung für Güterzüge unterzeichnet. Die verbesserte Schieneninfrastruktur zwischen Wien und Bratislava solle das europäische Bahnnetz mit dem asiatischen Raum verbinden.
    Für die betroffenen Gemeinden würde das aber eine große Belastung bedeuten, die Grünen in Bruck an der Leitha kämpfen seit Jahren gegen das Projekt an. „Man spricht von 150 Hektar für den Güterterminal und noch einmal 150 Hektar für die angrenzenden benötigten Logistikflächen. Das sind insgesamt 300 Hektar. Wir in der Region haben schon eine sehr hohe Belastung. Wir wären dann die Logistikdrehscheibe für halb Europa“, sagt Roman Kral, Listenerster der Grünen. Er will den Rückenwind der Bundespartei nutzen und hofft auf ein zusätzliches Mandat, derzeit halten die Grünen bei zwei.
    ÖVP will Stadt beleben, FPÖ fordert mehr Sicherheit
    Ebenso zwei Mandate haben die Blauen. Sie wollen das Ergebnis von 2015 halten und setzen im Wahlkampf auf mehr Wohnraum und mehr Sicherheit. „Seinerzeit hat man die Polizei aus der Innenstadt entfernt. Wenn ich die Polizei wieder in die Innenstadt gebe, dann fühlt sich auch die Bevölkerung wieder sicherer“, betont Hannes Hübner von der FPÖ.
    Die ÖVP, derzeit mit 11 Mandaten auf Platz zwei, will die Innenstadt stärker beleben. „Wie in anderen Gemeinden stirbt auch unser Stadtkern aus. Aber da haben wir gute Konzepte in der Hand, wie die Familienzone, wo wir die Familien wieder in die Stadt holen wollen. Aus der Fußgängerzone wird eine Familienzone“, sagt Alexander Petznek, der als Spitzenkandidat für die ÖVP in Bruck an der Leitha ins Rennen geht. Ende Jänner wird es für die ÖVP insbesondere spannend, da auch die Bürgerliste „Bruck-Wilfleisdorf“, die aus ehemaligen ÖVP-Mandataren besteht, antritt. Ebenso zur Wahl steht die „Unabhängige Brucker Bürgerliste“.
    SPÖ gegen Breitspurbahn und für Gratiskindergärten
    Im Wahlprogramm der regierenden SPÖ findet sich auch die Breitspurbahn wieder. Dieses Thema beschäftigte die Roten auch in der aktuellen Amtszeit, Unterschriftenaktionen und Resolutionen wurden unter anderem eingebracht. In einer Gemeinderatssitzung vor Weihnachten wurde zusätzlich eine Resolution eingebracht, derzufolge keine Flächenwidmungen, die in Zusammenhang mit der Ermöglichung des Projekts stehen, vorgenommen werden sollen.
    Neben dem Stopp der Breistpurbahn will die SPÖ außerdem ein Paket für Jungfamilien schnüren. „Mein Spitzenthema ist die Jugend und die Familie, wo ich den Gratiskindergarten kundtue. Den möchte ich mit September 2020 einführen“, sagte Spitzenkandidat und Bürgermeister Gerhard Weil (SPÖ). Er tritt zum ersten Mal an, 2018 übernahm er das Amt von Richard Hemmer. Weil will die Absolute halten, so sein klares Wahlziel. 2015 erreichte die SPÖ in Bruck an der Leitha 18 Mandate. Insgesamt können am 26. Jänner insgesamt knapp 7.000 Wahlberechtigte in der Bezirkshauptstadt zu den Wahlurnen schreiten.
    Martina Fuchs, noe.ORF.at
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Experten gegen Breitspurbahn

    Die Verlängerung der Breitspurbahn in den Raum um Himberg sorgt seit Monaten für Aufregung. Die Grünen Gramatneusiedl luden nun zu einem Infoabend.

    Von Max Stepan. Erstellt am 23. Januar 2020 (11:53)


    Organisator Sebastian Schirl-Winkelmayer (2.v.l.) von den Gramatneusiedler Grünen mit Heinz Högelsberger, Harald Frey und Wolfgang Daniel. Foto: Max Stepan
    Das Thema der Breitspurbahn beschäftigt Politik und Bevölkerung bereits seit Monaten und auch mit dem neuen Regierungsprogramm ist nicht zu 100 Prozent klar, was in Zukunft geschehen soll. Kritiker vermuten durch die Breitspurbahn eine starke Zunahme des Verkehrs in der Region und erhebliche Lärmbelastung und Luftverschmutzung. Außerdem würde durch den Bau viel Boden versiegelt werden und dadurch gäbe es noch mehr Verluste von landwirtschaftlichen Flächen.
    Um mehr Klarheit über das Thema zu schaffen, initiierte der Grünen-Gemeinderat Sebastian Schirl-Winkelmaier einen Info- und Diskussionsabend zu diesem Thema im Gemeindezentrum Gramatneusiedl. Eingeladen wurden Experten, die Vorträge zum Thema hielten. Anwesend waren Harald Frey von der Technischen Universität (TU) Wien, Heinz Högelsberger von der Arbeiterkammer und Wolfgang Daniel von der Initiative „Gegen die Breitspurbahn“.
    Experten sehen mehr Gegenargumente
    Verschiedene Alternativen, wo sich dieser neue Terminal in der Region befinden soll, wurden im Laufe der Vorträge vorgestellt und die jeweiligen Nachteile wurden deutlich gemacht, so auch von Harald Frey von der TU: „Es wäre völlig unsinnig, die Breitspurtrasse von der Slowakei bis nach Ostösterreich zu verlängern.“ Wenig begeistert zeigte sich auch Heinz Högelsberger von der Arbeiterkammer: „Es sprechen mehr Argumente dagegen, als dafür. Zudem ist die Finanzierung noch völlig unklar.“
    Bürgerinitiativen in Niederösterreich und im Burgenland wehren sich seit Anbeginn gegen die Breitspurbahn, so auch Wolfang Daniel von der Initiative „Gegen die Breitspurbahn“. Er verwies vor allem darauf hin, dass alle Bürger mithelfen sollten, um dieses Projekt zu verhindern: „Wichtig ist, dass die ganze Bevölkerung mitmacht, um einen starken Widerstand gegen die Breitspurbahn zu erzeugen.“
    Bevölkerung ist besorgt
    Nach den Vorträgen standen die drei Experten noch zu Fragen aus dem Publikum bereit. Einmal mehr wurden negative Stimmen gegen das Projekt laut, viele Gemeindebürger äußerten ihren Unmut wie zum Beispiel ein besorgter Bürger aus Gramatneusiedl: „Wir wollen nicht, dass unsere Lebensgrundlage zerstört wird, nur weil jemand behauptet, dass die Wirtschaft wachsen werde.“
    Veranstalter Schirl-Winkelmaier betonte auch nochmals, dass er alles versuchen werde, um den Ausbau der Breitspurbahn zu verhindern: „Das Projekt würde eindeutig mehr Verkehr in unserer Region bedeuten und das wollen wir als Grüne definitiv nicht.“ Nun heißt es abwarten, am Mittwoch gab es im Nationalrat eine parlamentarische Anfrage betreffend der Anbindung an das eurasische Breitspur-Bahnnetz.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Klosterwappen schrieb:

    Diesen Plänen muss unverzüglich eine vollständige Absage erteilt werden.
    Vollkommen richtig. Über die Sinnhaftiugkeit, besser die Sinnlosigkeit des Breitspur-Gedankens ist hier schon viel geschrieben worden.

    Mich wundert, dass die lokalen Grün-Politiker und -Sympathisanten nicht schon an die neue (Grüne) Verkehrsministerin herangetreten sind, um sie von den massiven Bedenken aus Sicht der Umwelt- Verkehrs- und Wirtschaftspolitik zu überzeugen.

    Allerdings:
    • Laut (Entwurf zum) Zuschussvertrag, Seite 16f ist die ÖBB Infrastruktur AG 25% "Gesellschafterin der Breitspur Planungsgesellschaft mbH mit Sitz in Wien". Somit offenbar verpflichtet zur konstruktiven Mitwirkung.
    • Die Eisenbahnstrecke "Raum östlich von Wien - Staatsgrenze bei Kittsee (Strecke und Güterterminal)" soll zur Hochleistungsstrecke erklärt werden.
    • Auch im Umweltbericht zur Flughafenspange wird Rücksicht auf die Breitspurbahn verlangt (Seiten 51, 60, 70, 161, 168 und 212). Auf Seite 70 ist die Rede von 60 Güterzügen pro Tag auf der Breitspurstrecke ;(
    Offenbar wird von politischer Seite schon stark in Richtung Breitspurbahn, vertraglich fixiert, gedacht und geplant.

    Eine von der TU Wien ausgehende Initiative "Europe goes Silkroad" will Begeisterung für dieses Projekt wecken.
    Sorry, der - zugegeben auch bei mir anfänglich vorhandenen - Begeisterung kann ich nichts mehr abgewinnen.

    Auch der neuen Wirtschaftsministerin sollte einmal klar gemacht werden, dass der Hauptzweck der "neuen Seidenstraße" nicht die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Österreich, sondern der massive Export von Rohstoffen in Richtung nach China und vice versa der massive Import von Waren aus China nach Österreich und (Mittel-) Europa ist. Natürlich zu Lasten des hiesigen Arbeitsmarktes.
    Außerdem hat das Chinesische Eisenbahnnetz die Europäische Normalspur von 1435 mm. Beim Übergang ins Russische Bahnnetz ist also eine Umspurung erforderlich.
    Vom Russischen ins Europäische Bahnnetz gibt es eine Reihe von Übergängen mit entsprechenden Umspuranlagen. Siehe Wikipedia.

    Um das Breitspur-Projekt in Österreich zu verhindern, wird wohl ein Umdenken an höchster politischer Stelle notwendig sein. :huh:
  • Auf dass das Virus aus China noch schneller bei uns ist.
    Da sieht man wieder - wie so oft - wie deppat die Verarschungs-Medien die Menschen machen, Hysterie und Angst verursachen! 26 Tote bislang bei einem Bestand von 1.386.000.000! Wow! Da sollten wir unsere Behausungen wohl gar nicht mehr verlassen, oder? Und selbst zu Hause sterben viele Menschen, siehe Grafik unten! Nur zwei Beispiele, die scheinbar keinen jucken: Pro Jahr sterben in Österreich 4.500 Menschen an Infektionen mit Krankenhauskeimen – also zehnmal mehr als im Straßenverkehr. Jede Grippewelle fordert in Österreich mehr Tote: 1.400 nur im Vorjahr! Also: Viel Spaß beim weiteren Verbreiten solch' blöder G'schicht'ln!



    @Breitspurbahn
    Bereits am 16.05.2011 hat Bures und Kern in Moskau einen "Zwischenvertrag" unterschrieben. Heute, fast 10 Jahre später gibt es weiterhin nur Absichtserklärungen und Visionen. Wirklichkeit wird diese Bahn nie und Menschen mit Visionen gehören schnell zum Arzt!

    Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von westbahn ()

  • Nun ja, schon Karl Ritter von Ghega und die Semmeringbahn hatten mit großen Widerständen zu kämpfen ;)
    Ich sehe das eher eine Chance für diese Region und unter den tausenden Windrädern wird man sicher noch eine freie Fläche finden, die die Nachbarschaft nicht stört. Hoffe, es werden nicht nur Güter sondern auch Personen befördert. Eine Strecke Parndorf-Peking würde ich sicher als Reise planen.
  • Klosterwappen schrieb:

    Auf dass das Virus aus China noch schneller bei uns ist.
    Diesen Plänen muss unverzüglich eine vollständige Absage erteilt werden.

    westbahn schrieb:

    Da sieht man wieder - wie so oft - wie deppat die Verarschungs-Medien die Menschen machen, Hysterie und Angst verursachen!
    @'westbahn'
    Kann es sein, dass du die Ironie, die in Klosterwappens Beitrag steckt, nicht behirnt hast?
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Klosterwappen schrieb:

    Auf dass das Virus aus China noch schneller bei uns ist.
    Diesen Plänen muss unverzüglich eine vollständige Absage erteilt werden.

    westbahn schrieb:

    Da sieht man wieder - wie so oft - wie deppat die Verarschungs-Medien die Menschen machen, Hysterie und Angst verursachen!
    @'westbahn'Kann es sein, dass du die Ironie, die in Klosterwappens Beitrag steckt, nicht behirnt hast?
    Dem scheint so zu sein. ;)
  • Eine von der TU Wien ausgehende Initiative "Europe goes Silkroad" will Begeisterung für dieses Projekt wecken.

    Sorry, der - zugegeben auch bei mir anfänglich vorhandenen - Begeisterung kann ich nichts mehr abgewinnen.
    Dass es von der TU Wien ausgeht, hat mich doch gewundert. Nach der Homepage sind es mehrere Co-Founder, einer davon ist Univ.-Assistent auf der TU Wien, Bauingenieurwesen. Mehr konnte ich nicht aus der Richtung finden.
  • KFNB X schrieb:

    Nach der Homepage sind es mehrere Co-Founder, einer davon ist Univ.-Assistent auf der TU Wien

    Zwar gibt es mehrere Co-Founder.
    Aber im "Bulletin" des Alumni-Clubs der TU Wien, Ausgabe Nr. 47 vom Juni 2019 steht in einem zwei-seitigen Artikel über "Die neue Seidenstraße":
    "Chinas Belt and Road Initiative (BRI), besser bekannt als Neue Seidenstraße [...]. 2013 vom Chinesischen Präsidenten Xi Jinping angekündigt, sollen mehr als eine Billion Euro in Handelsrouten investiert werden, um Europa, Asien, Afrika und in weiterer Folge die ganze Welt wirtschaftlich näher zusammenzuführen. [...]
    China will damit in eine Richtung neue Märkte für seine Waren erschließen und in die andere Richtung die Versorgung mit Rohstoffen sicherstellen. Die Neue Seidenstraße ist nicht nur eine einzige Handelsstrecke, sondern ein Netzwerk und Geflecht aus Routen und Korridoren zu Land, zu Wasser und zu Luft. [...]. Doch was passiert zwischen den großen Knotenpunkten der Neuen Seidenstraße?
    Genau hier setzt Sebastian Maier vom Institut für Tragkonstruktionen im Forschungsbereich Stahlbeton- und Massivbau an der TU Wien mit seiner Initiative EUROPE GOES SILKROAD an. Der Bauingenieur wird gemeinsam mit seinem Team die 33.000 km lange Expedition entlang der Neuen Seidenstraße von Wien nach Shanghai in Angriff nehmen. [....]"


    Technisch ist das Projekt sicher imposant und eine große Herausforderung. Für Bauingenieure: Brückenbau, Trassierungen etc. für Neubaustrecken.
    Aus Sicht der Bahn-Technik sind die Umspurungsanlagen sicher keine Herausforderungen mehr. Dazu reichen die bestehenden Anlagen an den Übergängen von Europäischer Normalspur zur Russischen Breitspur einerseits und von Russischer Breitspur auf die Chinesische (=Europäische) Normalspur andererseits.

    Dass dieses Projekt "Neue Seidenstraße" eine immense wirtschaftliche Sprengkraft hat, scheint nicht allen Beteiligten bewusst zu sein.
  • ttgo schrieb:

    CA1 schrieb:

    Eine Strecke Parndorf-Peking würde ich sicher als Reise planen.
    Ich bin gespannt wie die Chinesen Parndorf in der Bejing Railway Station anschreiben?"Kleines Dolf in ilgendwelche Pampa" :D :D
    Parndorf wir das neue Hallstatt und jeder Chinese muss mal Parndorf gesehen haben. ;)
    Falls sich der Corona Virus beizeiten verzieht, könnte ich im Oktober nach der Bahnfahrt Schanghai nach Peking nachschauen, ob es schon Hinweise gibt. Habe mich mit den Bahnen in China nun etwas mehr beschäftigt und unglaublich was man auf die Beine gestellt hat.

    Werner schrieb:

    KFNB X schrieb:

    Nach der Homepage sind es mehrere Co-Founder, einer davon ist Univ.-Assistent auf der TU Wien
    Dass dieses Projekt "Neue Seidenstraße" eine immense wirtschaftliche Sprengkraft hat, scheint nicht allen Beteiligten bewusst zu sein.

    Denke schon, dass es vielen bewusst ist, aber primär ist es eine Verlagerung von Containerschiffen und Frachtflügen. Und sicherlich umweltfreundlicher, insbesondere wenn sich der Weitertransport auch auf die Schiene verlagert.
    Siehe beispielsweise in Kanada der Gütertransport von Vancouver nach Toronto, wo Züge mit 200-300 Waggons unterwegs sind.
    Ob dadurch mehr wirtschaftliche Sprengkraft entsteht wird sich zeigen. Zumindest werden auch Regionen auf dieser Strecke davon profitieren.
  • Ich sehe da hauptsächlich zwei Probleme...:


    Welchen Sinn macht es, das Terminal grad in Österreich zu bauen, wo doch ein paar km weiter östlich mehr Platz, der Grund billiger und die Arbeitskräfte günstiger sind...?

    Ob der Weitertransport dann auf der Schiene erfolgen wird, DAS ist die große Frage. Solange LKWs vom Baltikum nach Istanbul fahren und nicht die Bahn zweifle ich daran ein wenig...
  • CA1 schrieb:

    Zumindest werden auch Regionen auf dieser Strecke davon profitieren.
    Zunächst auch aus meiner Sicht ein herzliches Willkommen an CA1.
    (Ich selber war jahrelang nur Besucher und schreibe erst seit Sommer 2019 hier als Mitglied).

    Zum Thema "Sprengkraft" und "profitierende Regionen":
    Bedenklich erscheint mir die grundsätzliche Absicht, die hinter dem Projekt "Neue Seidenstraße" steckt, zumindest den Europäischen Markt, aber auch andere Kontinente mit den in China produzierten Waren zu überschwemmen.
    Und damit Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe, aber auch in Ingenieurberufen - beispielsweise Elektronik - von hier in den fernen Osten abzusaugen.
    Das ist vielfach schon geschehen: Beispielsweise im Bereich Kommunikationstechnik sind in Europa wie auch in USA ganze Industrien bis auf ein paar minimale Reste verschwunden.
    Die meisten Ausrüstungen der Kommunikationstechnik kommen heutzutage aus Asien.
    Um die Beschaffung von 5G-Equipment gibt es sogar auf höchsten politischen Ebenen heftige Kontroversen wegen der Chinesischen Hersteller.

    Ein Beispiel aus den letzten Jahren: Die einst hoch angesehene Wiener Firma AKG (Akustische und Kino-Geräte), bekannt für Kopfhörer, Mikrofone etc., wurde hauptsächlich aus Kostengründen nach China verlagert.

    Auch die Bahnindustrie fürchtet die billige Konkurrenz aus China. Beispiel Westbahn: Neubeschaffung von Garnituren. Oder auch der verhinderte Merger von Siemens und Alstom.
    Ich kenne einige Mitarbeiter in der Branche, die um ihre Arbeitsplätze zittern.
    Beispiele gibt es sicher noch viele.

    Wenn man also den Import aus dem (Fernen) Osten noch deutlich fördert - durch verbesserte und beschleunigte Handelswege - gehen zwangsläufig Arbeitsplätze in unseren Regionen verloren.
    Man braucht das nur mit offenen Augen zu beobachten.

    "Profitierende Regionen":
    Tut mir leid, aber ich sehe keinen Vorteil für die Regionen, die vom Güter-Transitverkehr betroffen sind. Beispiele gibt es genug:
    • Tiroler Unterinntal und Brenner-Nordzulauf in Bayern,
    • Güterzugumfahrung St. Pölten: Gebaut, um die Landeshauptstadt vom Güterzugverkehr zu entlasten.
      Sie kann von zu vielen Güterzügen nicht benützt werden, weshalb die Züge nach wie vor durch St. Pölten fahren, beklagt von der betroffenen Bevölkerung.
    • Wörtherseestrecke der "Südbahn" (eigentlich Drautalbahn), wo vor allem die Güterzüge den Fremdenverkehr "stören".
      Auch gegen die angedachte Alternativroute via Rosentalbahn gibt es viele Bedenken und Widerstände.
    • Auch die extrem ablehnenden Reaktionen aus Parndorf, Bruck an der Leitha und anderen Regionen gegen den angedachten Breitspur-Güterumschlagebahnhof sind symptomatisch:
      Alle fürchten die Belastung durch Verkehrslärm, Verlust von Grünland und Ackerflächen etc.
    Wenn es einen Vorteil für betroffene Regionen gibt, dann hauptsächlich während der Bauphase. Da werden Arbeitskräfte benötigt. Grünland und Ackerflächen gehen verloren, Wege werden vielfach unwiederbringlich zerschnitten, manche Gebäude müssen verschwinden; zumindest in der Bauphase steigt die Lärmbelastung.
    Ob eine Breitspurbahn, die für den Güterverkehr geplant und gebaut werden soll, auch Bahnhöfe für Personenverkehr erhalten wird, bezweifle ich.
    (Hier passt eine Floskel aus meiner früheren Patent-Tätigkeit: "Es gebricht mir an Vorstellungsvermögen")
    Wo soll der Vorteil für diese Regionen sein?

    Noch ein paar Gedanken:
    • Wenn beispielsweise in der Slowakei parallel zur bestehenden Normalspur-Bahn-Infrastruktur noch eine Breitspurbahn gebaut wird, dann müssen wohl beide auch erhalten werden.
      Will man sich diese Parallel-Strukturen leisten?
    • Hat jemand an die Mitarbeiter gedacht, die heute in Kosice die Umspuranlagen bedienen?
      Werden die begeistert sein, wenn sie ihre Arbeitspläte verlieren, weil die Umspurung (und Verladung) dann in Österreich erfolgen soll?
    • Wer trägt die Kosten für Errichtung, Betrieb und Erhaltung der Breitspur-Neubaustrecken? Die Staaten - und damit Steuerzahler - der Slowakei und Österreichs?
      Oder die Konsumenten der importierten Waren?
    Die beiden letzgenannten Gedanken wurden schon früher geäußert.

    Am besten hat es Draisinenfan formuliert:

    Draisinenfan schrieb:

    Welchen Sinn macht es, das Terminal grad in Österreich zu bauen, wo doch ein paar km weiter östlich mehr Platz, der Grund billiger und die Arbeitskräfte günstiger sind...?