Breitspurbahn soll von Peking nach Parndorf führen

  • Nein, das ist nicht kleinkarriert, sondern einfach wirtschaftliches Denken. Je mehr "ich als Verbund" eh nicht gerade üppige Einnahmen teilen muss, um so weniger bleibt für mich übrig. Das ist auch der Grund, weswegen es (unter den gegebenen Voraussetzungen, und die werden sich nicht ändern) nie(!) ein Gesamtösterreich-Ticket geben wird. Und der Staat wird sich hüten, hier "lenkend" einzugreifen, weil er sonst gleich vor dem EU-Gericht steht mit dem Vorwurf der Benachteiligung und Diskriminierung von Unternehmen.
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.

    Dipl.-Ing Trauner (NÖ Landesreg.): Konkret ist die Eisenbahn ein leistungsfähiges linienbezogenes und in Erhaltung und Betrieb teures Massenverkehrsmittel, wohingegen der Bus ein vergleichsweise kapazitätsschwaches, aber flächenbedienendes, flexibles und preisgünstiges Verkehrsmittel ist.

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  • Breitspurbahn soll von Peking nach Allentsteig führen!

    Obige Titelzeile ist kein verfrühter Faschingsscherz! Siehe den Vorschlag des Chefs der NÖ Industriellenvereinigung, Thomas Salzer, im Bericht weiter unten:

    Es hagelt Kritik: Totale Verwirrung um Breitspurbahn
    25.10.2019 15:20

    Seit Jahren sind Vertreter der Wirtschaft vom Prestige-Vorhaben der Breitspurbahn von und nach China überzeugt. Immerhin soll das Projekt samt Mega-Terminal bis zu 15 Milliarden Euro in die Region spülen. Nach der Absage von Land und Bürgermeistern für einen Standort im Osten wird deshalb weiter überlegt.
    „Ein Finanzlandesrat, der 15 Milliarden Euro Wertschöpfung liegen lässt, und eine Landeshauptfrau, die China-Reisen macht und trotzdem keinen Mehrwert im Breitspurbahn-Projekt sieht. Da kann man nur den Kopf schütteln“, wettern aktuell die heimischen Wirtschaftskapitäne - teils nicht nur hinter vorgehaltener Hand. Denn die Vorgeschichte zur Breitspurbahn-Absage bietet einigen Zündstoff für politische Diskussionen. Offenbar Im Zuge des anstehenden Gemeinderatswahlkampfs wurde von Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko (VP) verkündet, dass der Osten von Niederösterreich nicht für ein „Monsterprojekt“ zur Verfügung stehe - die „Krone“ berichtete. Ob sich diese Region aber eine Abfuhr auch wirtschaftlich leisten kann, wurde von Schleritzko, der gleichzeitig Finanzlandesrat ist, nicht beantwortet - immerhin geht es auch um eine gewaltige Chance für die zukünftige Entwicklung des Standortes. Stichwort: 15 Milliarden Euro über 46 Jahre Laufzeit!
    Während jedoch im ebenfalls betroffenen Burgenland Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil (SP) für seine Breitspur-Absage viel Kritik von der Wirtschaftskammer einstecken musste, bleibt die heimische „Stimme der Konjunktur“ Sonja Zwazl eher schweigsam. Anders hingegen Industriellen-Chef Thomas Salzer: „Der Osten Niederösterreichs ist ein Tor in die Welt, wir sollten diese Chance unbedingt nutzen“, erklärt der Wirtschaftsmagnat. Salzer will sich von einem „Nein“ nicht abhalten lassen und lässt mit einem Vorschlag aufhorchen - der wohl neuerlich für Zündstoff in der Breitspur-Debatte sorgen wird:
    der Truppenübungsplatz Allenstein*) im Bezirk Zwettl als Endstation samt Güterumschlagplatz. „Hier gibt es wenig Anrainer und das Gelände könnte so besser genutzt werden“, sagt Salzer. Ob diese Möglichkeit auch wirklich relevant ist, müssten jedoch Experten klären.
    Josef Poyer, www.krone.at

    *) Hinweis für westbahn: Hier ist ein Fehler passiert! Oder haben Salzer bzw. die Krone Allentsteig mit Allenstein/Olsztyn in den Masuren verwechselt? :D

    PS.: Einen fachlichen Kommentar zum Salzer-Vorschlag erspare ich mir. Oder soll dieser womöglich sogar im Zusammenhang mit der geplanten Waldviertelautobahn/Europaspange

    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Die Antwort aus dem Waldviertel ließ nicht lange auf sich warten:

    Breitspurbahn bis Allentsteig?

    Nachdem Landesrat Ludwig Schleritzko Pläne für Niederösterreich verworfen hat, sorgt jetzt ein Sager für Diskussionsstoff.

    Von Markus Füxl. Erstellt am 25. Oktober 2019 (16:01)
    Der Breitspur-Terminal sorgt auch im Waldviertel für Diskussionen. Foto: ÖBB/David Payr

    Um den Warentransport von China nach Europa effizienter zu gestalten, soll die in Europa unübliche Breitspurbahn in den Raum Wien verlängert werden und mit einem neuen Terminal ein Umschlagzentrum für den Weitertransport der Waren in Europa errichtet werden. Aktuell endet das Netz im slowakischen Kosice. VP-Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko erteilte dem Projekt vor kurzem eine Absage, die NÖN berichtete.
    Für Aufsehen sorgt jetzt ein Sager von Thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung in Niederösterreich. In der Krone vom 25. Oktober schlägt er vor, eine Endstation samt Güterumschlagplatz am Truppenübungsplatz Allentsteig zu errichten. Als Grund führt er wenige Anrainer und eine bessere Nutzung des Geländes an, wird er in der Krone zitiert.
    TÜPl-Pressesprecher Dietmar Butschell bezeichnet im Gespräch mit der NÖN die Idee als „Alibaba-Verteilungszentrum“ (Alibaba ist ein chinesischer Online-Marktplatz, Anm.) und kann sich das nicht vorstellen: „Mit unseren Übungen und den schwierigen Holzarbeiten im blindgängergefährdeten Raum ist das nicht machbar.“ Möglich sei ein solches Projekt nur am Rand des TÜPl, „aber auch da weiß ich nicht, wie das funktionieren soll.“ Er hörte am Freitagvormittag zum ersten Mal von der Idee: „Ich stelle mir das wie einen Industriehafen mit zig Terminals vor – wie soll das bei uns gehen?“, fragt er.
    Der Allentsteiger und FPÖ-Nationalratsabgeordnete Alois Kainz sagt zum Sager von Salzer verschmitzt: „Vorstellen kann man sich alles, wenn man genug Fantasie hat. Ob das aber Sinn macht, wage ich zu bezweifeln.“ Vor allem durch die militärische Nutzung halte er den TÜPl als nicht geeignet für einen Ausbau der Breitspurbahn.
    Auch der Allentsteiger Bürgermeister Jürgen Koppensteiner erfuhr per WhatsApp am Freitagmorgen vom Sager des IV-Präsidenten. Er könne das Projekt „zum aktuellen Wissensstand nicht beurteilen“.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Bei der Kampfmittelbelastung schau ich mir an wie mehrere km2 von Minenräumern gesäubert werden. Dort fährt ja net amal die Feuerwehr rein, wenn man mit Leuchtspurmuntition den Wald anzündet...

    Und dann gebs da noch ein Problem...

    Wiki schrieb:

    Aufgrund seiner isolierten Lage ist der Truppenübungsplatz Allentsteig auch ein in Europa einzigartiges Naturgebiet mit seltener Fauna und Flora.
    ... warum nicht eigentlich gleich in den TÜPl Bruckneudorf, der wär in Randlagen auch ungefähr so hügelig wie in Allentsteig; aber dann könnt sich ja der Parndorfer Bürgermeister wieder aufregen. Warum überhaupt in einen Truppenübungsplatz? Weil sich das Bundesheer net wehren kann?
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Für Aufsehen sorgt jetzt ein Sager von Thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung in Niederösterreich: Breitspurbahn bis Allentsteig?

    Sorry, dieser "Sager" ist mir unbegreiflich.
    Abgesehen von der Sinnlosigkeit der Breitspurbahn in Österreich, wie schon vielfach in diesem Thread behandelt, kann ich mir nicht vorstellen, wie dort in dem Gebeiet ein Breitspur-Terminal einen Sinn ergeben könnte. Das hat ja auch der TÜPl-Pressesprecher (laut NÖN-Pressemedung) entsprechend zweifelnd beantwortet.

    Dieser Sager kann nur aus der verzweifelten Suche nach wirtschaftlichen Belebungsmaßnahmen für das Waldviertel entstanden sein.

    Zum Thema Blindgänger-Belastung meldete dieser Tage der ORF NÖ: "Allentsteig: Blindgänger erschweren Rodung".
    Wo gibt es dort die Infrastruktur an (Normalspur-) Bahn- und Straßen? Das Horror-Ding Waldviertelautobahn?
    Wie sollte die Verladung auf Donau-Schiffe erfolgen, wie im ursprünglichen Konzept vorgesehen??? (dürfte so und so sinnlos sein)

    Sorry, man verliert geradezu die Lust, zu diesem absurden Theater noch das Hirn anzustrengen.

    Provinzler schrieb:

    warum nicht eigentlich gleich in den TÜPl Bruckneudorf
    Der wäre ja in der Nähe von Parndorf, nicht weit vom Bahnhof Bruck an der Leitha etc.
    Vom Gelände her käme da auch nur etwa das Gebiet um den Bahnhof Bruck/Leitha in Betracht.
    Angesichts der Widerstände aus NÖ, Burgenland und im speziellen Parndorf, kann ich mir das nicht vorstellen.
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Da kann man nur den Kopf schütteln“, wettern aktuell die heimischen Wirtschaftskapitäne - teils nicht nur hinter vorgehaltener Hand
    Die Wirtschaft reibt sich die Hände, weil sie das Terminal bauen wollen. Finanzieren soll das Wahnsinnsprojekt ja wieder von der Allgemeinheit werden. Wenn es so wichtig ist, warum finanziert es nicht "die Wirtschaft".

    Das Breitspur-Projekt stellt S21 in den Schatten. Da kann vermutlich sogar BER einpacken.
  • ORF Niederösterreich:
    Breitspurbahn: Kritik an Umweltbericht

    Bereits vor einer Woche hat das Land ein klares Nein zum Bau einer Breitspurbahn samt Verladeterminal angekündigt. Jetzt hat die Gemeinde Bruck an der Leitha eine negative Stellungnahme zur strategischen Umweltprüfung des Verkehrsministeriums eingebracht.

    Online seit heute, 12.27 Uhr
    Der Umweltbericht betrachte nur den Trassenbau zur Breitspurbahn, kritisiert der Brucker Bürgermeister Gerhard Weil (SPÖ), die Errichtung des Endbahnhofes aber nur in einem unverhältnismäßigen Ausmaß. So würden die Auswirkungen des Umladeterminals mit mehr als 150 Hektar Fläche im Umweltbericht gar nicht berücksichtigt werden, so die Kritik. Außerdem sei die Einbindung der Stadt Bruck und des Landes entgegen dem Ministerratsbeschluss der alten Bundesregierung nicht erfolgt. Weiters sei die Region schon genug belastet was Flug – und Individualverkehr angehe.
    Schritt für Schritt wollen jetzt alle 33 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Bezirks Bruck an der Leitha bis 12. November eine Stellungnahme einbringen. Man wolle damit auf breiter Basis die Ablehnung des Projektes signalisieren.

    Link: ORF Niederösterreich, 23.10.2019: Niederösterreich gegen Breitspurbahn
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